Kategorie: untold feuilleton

  • Leifs Jahresrückblick: Viele erste Male

    Leifs Jahresrückblick: Viele erste Male


    Mitten in der Adventszeit befindend, geht es mit rasanten Schritten auf die Feiertage zu. Tatsächlich scheint sogar der Winter ausnahmsweise dann einzubrechen, wann man es eigentlich erwarten könnte, und zeichnet somit das perfekte Bühnenbild für die besinnliche Zeit. Draußen ist es kalt geworden, die hellen Stunden kann man beinahe an einer Hand abzählen, während sich so langsam im Innern eine kuschelige Wärme mit Kerzenschein und Nadelholzgeruch breit macht. Am Ende jeden Jahres setzt man sich dann meistens zur Ruhe und lässt jenes traditionell sehr gern Revue passieren.

    Viele Umstände laden in dieser Zeit ja sowieso dazu ein, wie zum Beispiel ein von Jahresrückblicken überladenes Fernsehprogramm oder die zahlreichen Weihnachtsfeiern und Familientreffen. Auch bei untoldency ist es mittlerweile Tradition, persönlich Inventur zu machen und eine Bilanz aus dem fast vollendeten Musikjahr zu ziehen. Als Universalwerkzeug dafür hilft der Spotify Jahresrückblick ungemein. Allerdings ist es bei mir in diesem Jahr nicht ganz so einfach.

    Prokrastination auf Spotify

    Zugegeben, ich bin ein Weihnachtsmensch. Seit Mitte November schon höre ich fast ausschließlich Weihnachtsmusik und romantisiere alles im Sinne des klassischen Weihnachtsfiebers. Ich weiß, alles viel zu früh und so weiter, aber ich kann gar nicht anders. Jedes Jahr klammere ich mich erneut an die Adventszeit und die Feiertage – für mich die tatsächlich schönste Zeit des Jahres. Deshalb ist es auch so schwer für mich herauszukramen, was sich vor der aktuellen Mischung aus Bravo Rock Christmas und anderen Weihnachtsklassikern in meinen Gehörgang eingeschlichen hat.

    Es soll in meinem Jahresrückblick gar nicht unbedingt um Lieblingstracks und Neuentdeckungen, bzw. Hörgewohnheiten insgesamt gehen. Zumal wäre das bei mir ohnehin schwierig festzuhalten, da ich mein Spotify Profil verhältnismäßig wenig genutzt habe und es noch nie so unaufgeräumt und unvollständig war, wie jetzt. Das muss ich unbedingt in einem Frühjahrsputz in 2023 ändern, aber as I said: jetzt ist erstmal Weihnachten. Meine Inkonsequenz bezüglich Spotify hat sich letzten Endes also darin geäußert, dass ich bei anderen „geschnorrt“ habe. Also müsste eigentlich mein Umfeld diesen Rückblick schreiben.

    Mein erstes Interview

    Am meisten musikalisch geprägt hat mich dieses Jahr, dass ich ein Teil von untoldency bin! Das ist zwar wenig überraschend und etwas cringe, wenn ich das so sage, aber an dieser Stelle geht ein fettes Dankeschön an alle aus dem Magazin raus. Zum zweiten Geburtstag finde ich es angebracht, uns auch mal selbst zu feiern. In 2022 war ich für und mit untoldency auf zahlreichen Konzerten und erstmalig Festivals und durfte viele Künstler*innen kennenlernen, einige auch persönlich.

    Zu meinen diesjährigen Highlights gehören das Reeperbahn Festival, das KiezKultur Festival und die Acoustics Concerts. Mit letzterem fange ich einfach mal in der chronologischen Reihenfolge an, denn als untoldency in diesem Sommer die Acoustics Concerts präsentiert hat, habe ich mein erstes Interview jemals geführt. Wie es bei vielen (vermutlich den meisten) Interviews der letzten beiden Jahre der Fall war, so hat auch dieses online per Videocall stattgefunden. Das war zwar sehr schade und auf den ersten Blick vielleicht etwas unspektakulär, so konnte ich aber auf jeden Fall besser mit meiner enormen Aufgeregtheit umgehen.

    Dass das Interview nicht face-to-face stattgefunden hat, lag übrigens nicht vorrangig an Corona-Regulierungen, sondern daran, dass mein Call einmal über den Teich bis ins Vereinigte Königreich zum britischen Sänger Rhodes ging. Dementsprechend war das Interview also auf Englisch (bin echt fast geplatzt vor Aufregung!!). Alles in allem war es aber ein richtig schönes und unbeschwertes Interview, was ihr hier noch einmal nachlesen könnt. Hinterher konnte ich Rhodes auf einem der Konzerte treffen und die fehlende Präsenz vom Videocall nachholen.

    Mein erstes Festival

    Weiter geht es mit den Festivals, zu denen mich untoldency dieses Jahr geführt hat. Auf der Liste steht einerseits das Reeperbahn Festival 2022 in Hamburg und das KiezKultur Festival 2022 in Hannover. Beide waren eine unfassbar schöne Erfahrung und so ein bisschen schien es so, als sei das eine die ganz kleine Schwester vom anderen gewesen. So zeigten sich auch gewissen Parallelen, die sich unter anderem in Punkten des Line-Ups widerspiegeln.

    Für mich steht der Luke Noa Gig im Drafthouse mit Band definitiv im Mittelpunkt meiner positiven Erinnerungen vom RBF 22. Ihn hat man mit ein wenig Unterstützung von Bilbao-Sänger Leon ebenfalls auf dem Kiez Kultur hören können. Speaking of Bilbao: Sie waren für mich der Opener beim RBF 22. Nicht nur beschränkt auf die genannten Acts, haben beide Festivals unheimlich Spaß gemacht und waren wichtige Schnittstellen für die deutsche Musikszene – also sehr zu empfehlen.

    Um den Kreis jetzt zu schließen, erzähle ich Euch noch ganz kurz von meinem letzten Konzert für dieses Jahr. Vor wenigen Tagen fanden in Hamburg die POP Seasons mit Luke Noa, Willow Parlo und Lemony Rug (ja, das Soloprojekt des obengenannten Bilbao-Sängers) in der traumhaft ausgeleuchteten Kulisse der Christianskirche Altona statt. Das Line-Up hat mich dabei aus offensichtlichen Gründen an meine beiden Festival Highlights erinnert und war ein krönender Abschluss meines Musikjahres 2022 mit den vielen ersten Malen.

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    Die gemeinsame Single „Hello Sunshine“ von Luke Noa und Lemony Rug erschien am 27.09.2022

    Bis nächstes Jahr

    Im Hier und Jetzt beschränkt sich mein musikalischer Kosmos ja wie gesagt nur noch auf Weihnachtsmusik. Daher gibt es von mir auch keine Playlist als Rückblick, sondern eine Playlist, die auf meinem Lieblings-Compilations-Weihnachtsalbum basiert. Ich sag Euch, das Ding läuft bei mir jedes Jahr für fast zwei Monate in Dauerschleife. Es bleibt mir also nun nichts anderes übrig, als die Playlist zu verlinken und Euch allen frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr 2023 zu wünschen. Wir sehen, hören und lesen uns im Januar wieder!

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  • artists to watch 2023: Die spannendsten Künstler*innen

    Es ist inzwischen schon das dritte Mal, dass wir (Jule und Anna) uns in einem geteilten Google Doc zusammensetzen, um über die Künstler*innen und Bands zu philosophieren, die die Musiklandschaft des nächsten Jahres verändern werden. Wenn wir uns so unsere artists to watch-Auswahl aus dem letzten Jahr angucken (Novaa, Schmyt, Paula Hartmann, Edwin Rosen, …) und die aus dem Jahr davor (Arlo Parks, Betterov, Mele, Anaïs, …) dann sind wir mit unserem Bauchgefühl doch ganz zufrieden. Manche haben uns mit neuer Musik zwar ein wenig länger warten lassen als erhofft (@ Betterov, looking at you here), andere könnten auch noch nochmal aufgenommen werden (@ Mele, bald reißt du alles ab). Sie sind alle ein absoluter Geheimtipp für eure privaten Playlisten und die eures Freundeskreises.

    2022 war auch wieder ein Jahr, in dem wir – obwohl so grauenvoll durchwachsen – viele neue Künstler*innen und Bands entdeckt und in unsere Herzen geschlossen haben. Und ihr habt in diesem Jahr hoffentlich auch viel neue Musik über uns finden können! Vor zwei Jahren, als wir dieses süße Magazin hier gegründet haben, war nämlich genau das unsere Prämisse: Wir wollten Musik teilen, die wir gut finden. Ob groß, ob klein, egal welches Genre, Hauptsache gut. Dass wir alles, was wir finden, inzwischen schon mit so vielen Leuten teilen dürfen, ist ein absolutes Privileg und wir werden immer noch ab und zu emotional darüber. Aber es ist bald Weihnachten, also können wir da schon nochmal Danke sagen! <3

    Doch genug rum-gefühls-duseliert, ihr seid hier! Genau wie all die brillanten Künstler*innen, die darauf warten, von uns und euch gehört zu werden. Und diese 10 Artists hier könnten 2023 einen großen Schritt in ihrer Karriere weiterkommen – jedenfalls haben wir das so im Gefühl und wünschen uns es sehr.

    (Hier klicken, um unsere artists to watch 2023 parallel zu hören.)


    Brockhoff
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    Unser erster und somit auch diese Liste anführender musikalischer Geheimtipp für 2023 ist Brockhoff. Dabei ist Brockhoff nicht, wie das erste Google-Ergebnis anzeigt, der “größte lokale Gewerbemakler in Deutschland”, sondern empowernder Indie-Garagen-Rock der Hamburgerin Lina Brockhoff. Ihre Debüt-EP “Sharks” hat nicht nur uns aufblicken lassen, sondern hat sie wie in einem kleinen Wirbelsturm vom Tempelhofer Sounds bis hin zum Reeperbahn-Festival getragen. Überall war ihr Name zu hören – und das zu Recht! Wir haben sie für euch im Juni schon mal im Interview gehabt, in dem ihr auch mehr darüber erfahren könnt, wieso FLINTA* Präsenz auf Festivals und im ganzen Rock-Kosmos so wichtig ist. Brockhoff ist für uns auf jeden Fall ein safe bet, genau diesen Kosmos in Deutschland um so einiges zu erweitern. Nächstes Jahr geht sie auf ihre erste Tour, veröffentlicht noch mehr Musik und bringt neben Größen wie beadbadobee, Holly Humberstone oder Snail Mail endlich mehr Frauenpower im Indie-Rock-Game. 2022 war der Start, nächstes Jahr geht’s weiter. Wir können es kaum erwarten.


    Sharktank
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    Kommen wir zu einer unserer Herzenbands aus Österreich, die ihr wahrscheinlich (hoffentlich?) alle schon auf dem Schirm habt: Sharktank. Mit ihrem Debütalbum “Get It Done” haben sie sich 2021 in einer Nische etabliert, die auf die sehr coole Genre-Einordnung “HipHop meets Indie” hört – oder so ähnlich. Müssten wir es beschreiben, würden wir sagen: „Sharktank? Die hören sich an, als hätten sich zwei aufbrausende Liebesaffären ineinander verloren und ein Baby gezeugt, das mit Feel-Good-Vibes, leichtlebigen Indiegitarren und gesellschaftskritisch englischsprachigen Rap daherkommt“. Anhand der Beschreibung merkt ihr vielleicht: wir sind Fan. Aber wie auch nicht? Die musikalischen Hintergründe der Band bewegen sich in derselben Bubble wie Oehl, Leyya und Bilderbuch – die österreichische Elite des Newcomer-Indie-Pops sozusagen. Das Motto der Band: Musik machen, weil es Spaß macht. Und das hört man! Sharktanks Musik ist an den richtigen Momenten lässig, frei, geballt, komplex und dann wieder leicht, schön und einfach nur cool. Für 2023 ist ihr zweites Album angekündigt und das ist für uns ein großer Grund zu sagen: hört euch das an! Es könnte sich durchaus zu einem musikalischen Highlight des nächsten Jahres mausern. 


    TEMMIS
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    Es wäre ein kleiner Skandal, würden wir TEMMIS nicht mit in diese Liste aufnehmen. Die Newcomer-Band aus Tübingen, die mittlerweile Hamburg-based ist, ist der Beweis dafür, wie wahnsinnig cool deutsche Musik sein kann – vor allem, wenn sie fast mehr zufällig entstanden ist. Hier das Rezept: Post-Punk meets New-Wave meets tiefgehende-Ratlosigkeit-einer-Generation. Das und die richtige Prise “fuck it, wir versuchen das einfach mal” ergibt diese Wundertüte, die auf den Namen TEMMIS hört und sehr, sehr wahrscheinlich 2023 einmal alles komplett durchrütteln wird. Den Anfang haben sie dieses Jahr mit ihren EPs “Wenn du da bist” und “Klinge” gemacht, und wenn sogar Casper sie auf sein renommiertes Zurück Zu Hause-Festival in Bielefeld einlädt, dann hat er da schon den richtigen Riecher. Im Umfeld von Edwin Rosen, Flawless Issues und Max Rieger (Die Nerven) werden TEMMIS das Game der neuen neuen deutschen Welle maßgeblich beeinflussen – und eventuell werden wir sie dafür Anfang Januar in einem Interview mal zu ausquetschen! Stay tuned also.


    Dilla
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    Und wenn wir schon bei „stay tuned“ sind, richten wir unser Augenmerk direkt weiter zu Dilla. Seit 2021 veröffentlicht die in Berlin lebende Münchnerin ihre Songs und hat mit photosyntheseoder zuletzt mit dem futurebae-Feature Sektfrühstück für extrem gute Stimmung in unseren Ohren gesorgt und es mit „Avenue vor einigen Wochen auch auf das Cover unserer new untold releases-Playlist geschafft. Die Sängerin, Produzentin und Songwriterin trifft mit ihren Hyperpop-Techno-Beats einfach genau den musikalischen Gute-Laune-Punkt, der uns in den letzten Jahren gefehlt hat. Fleißige Festival-Besucher*innen konnten in diesem Jahr schon auf so einigen Bühnen des Landes mit Dilla feiern – und im März 2023 geht es für sie dann auf große Headliner-Tour. Ihre Songs leben von massiven Augenzwinkern (“klingt billig und ist auch einfach nicht so gut”, sagt ihre Spotify-Bio), ihre Lyrics sorgen gerne für Lacher und all das, obwohl sie in ihrer Musik durchaus die tiefgründigen Themen unserer Generation aufgreift. Klingt für uns nach einer nahezu perfekten Kombination und einem erfolgreichen Musikjahr 2023 für Dilla.


    ENNIO
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    Eine extrem steile Kurve legt derzeit auch ENNIO hin – Ende absolut nicht in Sicht. Seit gerade einmal knapp einem Jahr veröffentlicht der Münchner, der sich vorher als Emotional Club einen Namen gemacht hat, seine Musik und trotzdem kommt seine im März 2022 erschienene zweite Single Kippe schon auf unfassbare 5,6 Mio. Streams. Das ganze Jahr über hat er sich z.B. als Support für Provinz und MAJAN und verschiedensten Festivals in die Herzen seiner Fans gespielt und wurde völlig verdient nicht selten als einer der spannendsten Newcomer*innen aufgezählt. Am 02.12.2022 veröffentlichte er sein Debütalbum Nirvana und spätestens seitdem gibt es wirklich kein Halten mehr. Aktuell ist ENNIO mit diesem Album auf hochverlegter und trotzdem ausverkaufter Tour. Mit seiner Bandbreite an musikalischer Raffinesse und Vielfalt hat er bei allen Indie-Fans einen Nerv getroffen und bereichert unsere heißgeliebte Bubble, als wäre er einfach schon immer da gewesen. Sein Kalender für nächstes Jahr ist auch schon massig gefüllt, so dass ein Vorbeikommen an ihm quasi ausgeschlossen ist. Wenn 2023 also so weitergeht, wie 2022 endet, dann wird das für ENNIO ein krasses Jahr.


    Hazlett
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    Ein weiterer Künstler, den wir euch für 2023 ans Herz legen wollen, ist Hazlett. Der in Stockholm lebende Australier dürfte euch als Teil des wunderbaren Line Ups der Acoustics Concerts 2022 bekannt sein – und vielleicht hat sich eine Person unserer Redaktion dabei so sehr in seine Musik verliebt, dass er laut Spotify Wrapped ihr beliebtester Künstler 2022 war. Seit 2019 veröffentlicht er seine eigene Musik, nachdem er vorher als Ghostwriter lieber anderen Artists das Spotlight überlassen hat. Hazlett verarbeitet in seinen Folkpop-Songs seine intimsten Gedanken, wunden Punkte und Schmerzen und glänzt dabei mit ungeschönter Ehrlichkeit. Und dabei verpackt er seine Gefühle und Erlebnisse in wunderschöner Poesie und Melancholie. Wir fühlen also mit allen, bei denen er und seine Stimme in Songs wie „Everybody Hates Me“ oder „My Skin“ (oder allen anderen) eine Million Emotionen hervorruft. In diesem Jahr hat er die Side A seines im nächsten Jahr erscheinenden Debütalbums veröffentlicht. Und bis dahin versuchen wir einfach, emotional etwas stabiler zu werden, um uns dann aber doch wieder von Hazlett mitreißen zu lassen.


    Willow Parlo
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    Und wenn ihr euch schon emotional mitreißen lasst, könnt ihr hiermit direkt weitermachen. Vier Songs auf einer EP hat die Hamburger Dream-Pop-Band Willow Parlo bisher veröffentlicht, alle in diesem Jahr, mit dem unsagbar wunderschön-verträumten „Silver Screensals Debütsingle. Und wir sind begeistert! Ein wenig verliebt. Und absolut überzeugt, dass was auch immer da nächstes Jahr kommen mag, wir möchten es sehen – und hören. Mit sehr viel Fingerspitzengefühl schaffen Willow Parlo akustische Melodien, die so kraftvoll nach vorne gehen, dass wir uns beim Zuhören fast ein wenig verlieren. Die self-titled Debüt-EP der Hamburger*innen ist nur ein Vorbote für eine vielversprechende Musikkarriere, die wir sehr gerne ab jetzt schon gespannt verfolgen. Es ist der zugegeben kleinste Geheimtipp auf dieser Liste, aber vielleicht gerade deswegen so besonders. 


    Blush Always
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    Wenn ihr aus Kiel kommt oder aber große Fans der Leoniden seid, dann dürfte euch Blush Always kein Fremdbegriff sein. Erst vor ein paar Monaten hat sie Support in der Columbiahalle in Berlin für die Band gespielt und alle waren – zu Recht – völlig begeistert. Indie-Rock hat Zukunft! Das haben wir so empfunden, als wir sie live in genau dieser großen Halle gesehen haben und als sie ihr Debütalbum “You Deserve Romance” für den 03.02.2023 (das ist ein schönes Datum) angekündigt hat. Die EP Postpone kam dieses Jahr schon raus und setzt auch ganz gut den Ton für die musikalische Einordnung. Geballte Hook-Kraft nach vorne wird mit persönlich berührenden Themen gebündelt, dann kommen da noch grungige Gitarren á la Snail Mail, Paramore oder Soccer Mommy dazu und schon hat man einen sehr soliden Newcomerinnen-Tipp aus Norddeutschland, bereit sich beständig und mit einem gewissen Überraschungsmoment sich in der Indie-Rock Szene zu etablieren. And we’re here for that.


    Zimmer90
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    Eine Band, die wir schon länger auf dem Schirm und bei der wir im Gefühl haben, dass sie 2023 einen noch größeren Sprung machen werden, ist Zimmer90. Seit 2018 veröffentlichen die drei Jungs aus Stuttgart gemeinsam Musik und haben dann 2021 mit ihrer Debüt-EP Fall Back das erste große Ausrufezeichen gesetzt. Ihr Mix aus Indie und Electro-Pop strotzt nur so vor Vielfältigkeit, hat aber trotzdem – vielleicht auch durch die unverkennbare Stimme des Sänger Joscha – einen unfassbaren Wiedererkennungswert. Wir hatten sie im Sommer 2021 auch schon mal im Interview, das könnt ihr euch an dieser Stelle gerne noch einmal durchlesen. Für Januar 2023 haben Zimmer90 ihre neue EP „Spaces“ angekündigt und nutzen die, um 2023 fett auf Tour zu gehen – 12 Städte im Frühjahr und dann nochmal 13 Städte im Herbst. Das klingt doch ganz danach, dass die Band sich ordentlich was vorgenommen hat. Und wir freuen uns tierisch, sie bei diesem wilden Ride begleiten zu können und sind uns sicher, dass die Sterne für Zimmer90 dafür ganz besonders gut stehen.


    Nils Keppel
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    Zu guter Letzt wollen wir einmal ganz im Speziellen den imaginären Hut vor all den erstaunlichen Acts ziehen, die wir dieses Jahr im Rahmen der neuen neuen deutschen Welle entdeckt haben. Wir haben mit unserer new wave universe-Playlist dem Ganzen dieses Jahr schon zwei Mal sehr ausführlich unsere tief sitzende Begeisterung ausgesprochen. Seitdem beobachten wir ununterbrochen fasziniert, wie sich diese Szene gerade aufbaut, verändert, wächst. Mit Nils Keppel haben wir am Ende unserer artists to watch 2023-Liste jemanden aus genau dieser Szene gepackt. Den aus der Pfalz stammenden Künstler durften wir schon auf dem KiezKultur-Festival in Hannover kennenlernen, und ganz im engen Umfeld von auch TEMMIS befindend können wir euch sagen: merkt euch diesen Namen. Meist bleibt so ein Mythos um Künstler*innen nicht lange erhalten (Nils gibt auch noch keine Interviews), deshalb genießt mit uns die ein wenig nervenaufreibende Spannung vor dem “break”. Denn ob ein berauschendes Feiern auf dunklen Beats oder ein melancholisches Nachdenken auf kollabierenden Synth-Klängen, all das und mehr gibt uns Nils Keppel schon jetzt. Und wir können kaum erwarten, was 2023 hält.


    Und damit haben wir sie! Unsere 10 artists to watch 2023: Brockhoff, Sharktank, TEMMIS, Dilla, ENNIO, Hazlett, Willow Parlo, Blush Always, Zimmer90 und Nils Keppel. Vielleicht wird 2023 genau ihr Jahr. So oder so lohnt es sich, sie für eure Musikempfehlungen und Playlisten im Auge zu behalten. Wir tun’s auf jeden Fall.

    Hier könnt ihr euch unsere artists to watch 2023 noch einmal gesammelt anhören, viel Spaß!

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    Fotocredits:
    Brockhoff: Charlotte Krusche / Sharktank: Hanna Fasching / TEMMIS: Marvin Schmidt / Dilla: Dilla PR / ENNIO: Basti Mowka / Hazlett: Olof Grind / Willow Parlo: Luna Ballmann / Blush Always: Hannes Meier / Zimmer90: Idoia Iriarte / Nils Keppel: Marina Monaco

  • Julias Jahresrückblick: I played guitar while you painted the romance

    Julias Jahresrückblick: I played guitar while you painted the romance

    Das Jahr 2022 neigt sich langsam dem Ende zu und ein paar persönliche Meilensteine wurden erreicht – der Bachelorabschluss, ein neuer Job und Tickets für die nächste Harry Styles Tour wurden ergattert. Letzteres hat mich wie zu erwarten meine Nerven gekostet. 2022 gab es endlich wieder Konzerte und Festivals, aber vor allem viel gute Musik.


    Songs aus 2022

    Beginnen wir mit zwei Songs, die mich dieses Jahr begleitet haben und komischerweise nicht in meinem Spotify Wrapped aufgetaucht sind. Paolo Nutini hat dieses Jahr sein Album „Last Night In The Bittersweet“ veröffentlicht, auf dem sich der Song „Acid Eyes“ befindet. Ein wunderschöner Song, den ich dieses Jahr auf Dauerschleife gehört habe und von dem ich bis jetzt nicht genug bekomme. Das ganze Album ist genial, also bitte reinhören. Ein weiterer Song von dem ich nicht genug bekommen konnte, ist „End Of The Beginning“ von Djo, mit großem Ohrwurmpotenzial – (ich spreche hier aus Erfahrung.) Beim Hören des Songs entstehen bei mir immer Gefühle von Nostalgie und Gelassenheit – ein passender Soundtrack zum Autofahren, wenn ihr mich fragt. Auch hier blieb es natürlich nicht bei dem einen Song, der mich gecatched hat. „End Of The Beginning“ wurde 2022 auf seinem Album „Decide“ veröffentlicht, das noch weitere Banger wie „Change“ oder „Gloom“ zu bieten.

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    Alben aus 2022

    Auch wenn ich großer Fan von selbst erstellten Playlists bin, höre ich noch am liebsten ganze Alben. „five seconds flat“ von Lizzy McAlpine ist dieses eine Album aus 2022, das mir in jeglichen Gefühlszuständen bei Seite stand. Im November war ich für Untoldency auf ihrem Konzert in Köln zu Gast und war hin und weg – ihre Stimme klang wie von der Platte. Das Konzert war perfekt, aber leider viel zu schnell vorbei. Mein Artist Of The Year Award goes to her!

    Beim nächsten Album hätte ich nicht gedacht, dass es Platz in meinem Jahresrückblick einnehmen wird. Wir kommen zu meinen Favoriten aus dem Genre Pop. Zugegebenermaßen handelt es sich hierbei nicht um eine Neuentdeckung, sondern eher um ein Stück Nostalgie. „Harry’s House“ war mein Gute-Laune-Booster und Soundtrack im diesjährigen Sommer. 2013 habe ich noch zu „Live While We’re Young“ getanzt, und nun? – er rockt die Bühne alleine.

    Ein weiterer Release, der es mir dieses Jahr angetan hat, ist das „Midnights“ Album von Taylor Swift. Insbesondere „Would’ve, Could’ve, Should’ve“ läuft bei mir hoch und runter – musikalisch wie auch textlich ein unfassbar guter Song.

    Mit Untoldency ging es dieses Jahr für mich unter anderem zum Reeperbahnfestival. Vier spannende Tage gefüllt mit Businesskram und Livemusik. Neben Gigs von Sharktank, Blanks oder Luke Noa, habe ich mir M. Byrd‘s Konzert in einer Kirche angeschaut und mich bei Beachpeople in Samtsesseln entspannt – ein Clubfestival mit vielen spannenden Newcomer*innen halt. Und apropos: Die Künstlerin THALA ist eine weitere Musikentdeckung aus diesem Jahr. Ihre leichte und träumerische Stimme hat mich vor allem auf ihrem Album „Adolescence“ sehr berührt, das 2021 erschienen ist. 


    Back to comfort

    Selbstverständlich habe ich mich ebenso in meiner Comfortzone aufgehalten und Artists gehört, die ich schon länger kenne und mich auch in 2022 mit ihrer Musik beglückt haben. Sam Fender und Holly Humberstone, zwei meiner absoluten Lieblinge, sind ganz oben dabei wie auch The Wombats, The 1975, Death Cab For Cutie und Two Door Cinema Club, die neue Alben veröffentlicht haben. 

    Was höre ich, wenn ich Ruhe brauche und keine Lust auf etwas Neues habe? Neben den oben genannten sind es sicherlich Elliott Smith oder ABBA.


    Alle meine 2022 Faves, gemixt mit alten Favoriten in einer Playlist? Here you go:

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  • Amélies Jahresrückblick: Staffelfinale und 80er-Revival

    Amélies Jahresrückblick: Staffelfinale und 80er-Revival

    2022 wird als das Jahr in die Geschichte eingehen, in dem am meisten passiert ist, sich am meisten verändert hat, mir am meisten neue Menschen über den Weg gelaufen sind, den Weg wieder verlassen haben oder noch lange bleiben werden. Und so wie das klingt, klingt auch mein Jahr. Die Musik und Musik-Stationen, zeichnen das Jahr in Klang.

    Apropos Geschichte, während ich über meine Musikgeschichte schreibe, höre ich mit dem anderen Ohr, unserem Dozenten für Popmusikgeschichte (mehr oder weniger) zu. Shoutout an meine Kommiliton:innen, die alle ganz aufmerksam folgen!:)

    Während wir Musik aus den 60er Jahren hören, geht es bei mir eher um die neusten Entdeckungen 2022. Hier lassen sich sicher auch viele Einflüsse und parallelen zu unserer Vorlesung finden, also ist das hier mehr als Uni-releated!


    Staffel 2

    Wir starten in Staffel 2. Seit vier Monaten wohne ich viele hundert Kilometer weit von Zuhause weg. In Regensburg sitze ich in meinem Zimmer. Für drei Monate. Verrückt, das da Corona noch existiert und mich in einer mir noch sehr fremden Stadt gefangen hält. Zu der Zeit habe ich mein FSJ Kultur beim Verband für Popkultur in Bayern (VPBy) im Homeoffice bestritten. Da ich diese triste Zeit so gut wie verdrängt habe und somit auch was ich zu der Zeit an Musik gehört habe, spule ich eine langweilige Episode einfach vor.

    Ende März wird es wärmer und der Festival- und Musik-Sommer kündigt sich langsam an. Hier wird es auch spannend, weil ich im April angefangen habe, für Untoldency zu schreiben! Vielleicht erinnert sich der:die ein:e oder andere an das Crossover-Projekt “VPBy x Untoldency”. Ich starte mit dem Musikvideodreh in Nürnberg. Dort dreht Elena Steri ihr Video zu “reset”. Am folgenden Tag treffe ich Elena zum Interview. Mein erstes Interview!!

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    Gerade durch mein FSJ bin ich stark mit der lokalen und deutschen Indie-Szene verwachsen. Passend dazu erlebe ich Ende April einer meiner ersten Showcase-Festivals, die c/o Pop in Köln. Damit auch den ersten Auftritt von Malte Huck aka BEACHPEOPLE. Malte ist bei meinen favourites, der corner.company aus Regensburg, gesigned. Ich bin ziemlich stolz, den ganzen Werdegang dieses Jahr miterlebt zu haben!

    mein favourite BEACHPEOPLE Track


    Absolutes Staffel 2-Highlight war das Modular Festival in Augsburg. Dort war ich Teil der Social Media Promo Crew und meine Aufgabe bestand darin, Videomaterial für die Modular Festival Instagram-Story zu sammeln. Im Bühnengraben oder auf der Bühne konnte man mich hin und wieder entdecken, wie ich die perfekte Perspektive suche.

    Alli Neumann, Nina Chuba und absolut riesig war Giant Rooks.

    Magisch war der Auftritt von Edwin Rosen. Ein Sonnenuntergang, wie aus dem Bilderbuch über dem Gaswerk in Augsburg, spiegelt sich in den Augen der 100% textsicheren Edwin Rosen Fans. Antwort ist ein Lächeln des Begründers der Neuen Neue Deutsche Welle-Szene.

    mein favourite Edwin Rosen Track


    “Eine Blume im Grau”

    Wichtig in meinem Jahresrückblick, ohne ganz pathetisch zu werden, sind Tilman.

    Wer Untoldency verfolgt, hat diesen Namen schon gehört. Kennengelernt habe ich die drei, auch durch mein FSJ und dann persönlich bei ihrem c/o Pop-Auftritt. Da ist auch unser schönes Interview entstanden.

    Seit August arbeite ich mit ihnen im Management zusammen und freue mich auf alles, was nächstes Jahr so kommt, und Spoiler – es wird besser als super gut:))

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    Staffelfinale & 80er Revival

    “Hochsommer kommt vor dem Fall”

    Wann ist die beste Zeit für nostalgischen Rewind? Ja, genau im Sommer bei 38 Grad und Freundinnen, mit denen du eine Woche Unzertrennlichkeit erlebst. All time favourite sind The Smiths. Wenns mir schlecht geht oder einfach mal kurz Ruhe sein soll, finde ich mich mit “Asleep” wieder.

    “There is another world / There is a better world”


    Dann folgt The Cure mit “Play For Today”

    “It’s just your part in the play for today”


    Abschied und Neuanfang

    Bis hier hin war es schon turbulent, oder? 

    Der Abschied vom Sommer und von meiner Zeit in Regensburg erfuhr seine Feierlichkeit im Sommerflimmern. Eine Regensburger Festivalreihe. Mit dem VPBy haben wir den ersten Abend kuratiert. Mit dabei waren die Moon Mates, Umme Block und BRUCKNER, alles aktuelle oder ehemalige Mitglieder aus unserem Bandförderprogramm BY.on.

    mein favourite BRUCKNER Track


    Bevor ich mein Studium an der Popakademie in Mannheim Ende September begonnen habe, stand noch einen Trip durch Berlin und Hamburg für mich an. Mit besagten Personen, wodurch wir noch unzertrennlicher wurden. Klingt cheesy, soll es auch.

    Neuentdeckung: Selofan


    listen to „Living Scandal

    Ich sehe uns nur im kleinen Auto bei fast vergangenen Sonnenuntergang durch Berlin fahren. Sichtbarer Ankerpunkt ist der Fernsehturm.


    Matrosé sippen bei Paula Hartmann

    Weiter geht die Fahrt zu meinem ersten Reeperbahn Festival in Hamburg.

    Preis für das beste Reeperbahn Festival-Getränk erhält Matrosé, Mate-Pfefferminztee mit Rosé. Schmeckt so gut, wie es klingt!

    Mit Matrosé in der Hand eilen wir zu einem meiner Highlights: Paula Hartmann. Meine meistgehörte Künstlerin dieses Jahr. Ich kann wirklich jedes Wort auswendig, was sie je verfasst hat. Kein Spaß.


    mein favourite Paula Hartmann Track

    Zweites Reeperbahn Highlight und einer meiner liebsten Künstler dieses Jahr ist Betterov. Über seine Betterov & Friends Session habe mit ihm am nächsten Tag beim Interview zu seinem Debüt-Album in der Lobby des East Hotels in Hamburg gesprochen.

    Einfach eines der besten Alben diesen Jahres!

    das Album des Jahres „OLYMPIA“


    Pilotfolge Staffel 3

    Wir sind endlich in Mannheim angekommen! Parallel mit der zweiten Uni-Woche releasen ich und meine Schwester mit OSTARA “fernweh” / “fernweh – discokugel mix”.


    listen to OSTARA


    Wie viele krasse Menschen und Musiker:innen ich hier schon kennengelernt habe, ist unglaublich.

    Frisch im Management dabei, bin ich bei GAST.

    Schon im letzten halben Jahr hat sich meine Spotify Playlist immer weiter zu deutschen New Wave Artists hin entwickelt und GAST darf bei so einer Playlist unter keinen Umständen fehlen! Also empfehle ich euch gleich mal eure Playlist zu ergänzen:)


    listen to GAST


    Einer meiner all time favourite NNDW Songs ist “Nur zu weit” von niemand geringeren als Traumatin. Ich durfte auch sein Live-Debüt in Stuttgart im Werkstatthaus miterleben. Und eins sei gesagt: von Traumatin werden wir noch großes hören!

    Nicht fehlen durfte in meinem Spotify wrapped, Nils Keppel mit “222”. Live konnte ich Nils beim KiezKultur Festival in Hannover sehen. Ebenfalls unterstützte er GAST bei ihrem Auftritt im Werkstatthaus am Bass.


    listen to Nils Keppel


    Jahresabschluss

    Den musikalischen Jahresabschluss machte bei mir Anais. Am 02.12.22 konnte ich den zweiten Tourstop auf ihrer ersten eigenen Tour miterleben! Die Stimmung war wunderbar und ich liebe es einfach, zu Anais Songs zu tanzen. 


    listen to Anais


    Jetzt geht’s weiter ins nächste Jahr, ich bin gespannt was für neue Musik und Artists da auf uns warten, die ich mit dem besten Magazin der Welt begleiten darf <3


    Fotocredits: Amélie Ostara Freund

  • Laras Jahresrückblick: zweitausendeinundzwanzig vol. 2

    Laras Jahresrückblick: zweitausendeinundzwanzig vol. 2

    Wie sollte man einen Jahresrückblick anders beginnen als mit einem oh nein, wie kann es schon wieder Dezember sein? Ich glaube anders geht das gar nicht. Ich habe auch ehrlich keine Lust auf die Kälte und wünsche mir von Herzen ein paar mehr Sonnenstunden am Tag. Glücklicherweise bin ich sehr gut darin Dinge zu verdrängen, so hänge ich nämlich noch etwas im Sommer fest. Es fühlt sich für mich eh noch so an, als hätte der Herbst gerade erst angefangen. I need to get over it, und das werde ich auch bestimmt. Außerdem ist die Hälfte des Winters schon fast geschafft. Ich muss nur fest genug dran glauben, dass es bald wieder wärmer wird. 

    Genug beklagt, jetzt gehts endlich zur Sache. Ich hatte ehrlich gesagt ein paar Bammel an den Gedanken an meinen Jahresrückblick, obwohl mir das Schreiben des letztens wirklich viel Freude bereitet hat. Meine Befürchtung war/ist nur, dass ich mich inhaltlich zu stark wiederholen werde. Denn, wie eben schon dezent erwähnt, ging das Jahr viel zu schnell um und vom Gefühl her, vibe ich immer noch zu 1 zu 1 denselben Songs wie letztes Jahr. Immer noch New Wave, immer noch Doomer YouTube Playlists. Ich höre dasselbe Lied immer noch stundenlang auf Dauerschleife. Aber da ich mir fest vorgenommen habe, mich eben nicht die ganze Zeit zu wiederholen, gibt es die Artists von denen ich letztes Jahr schon geschwärmt habe, nur in der Playlist. Es ist übrigens für jede Person, die das hier liest Pflicht, meine Playlist zum Jahresrückblick zu hören. Ich meine es ernst!

    Spotify hat mich glücklicherweise aber auch eines Besseren belehrt und mir gezeigt, dass doch einige andere Songs und Artists dazu gekommen sind. Wrapped hat mich wieder einmal gerettet und mir sowohl die Reflexion des vergangenen Jahres, als auch das Schreiben dieses Artikels um einiges erleichtert. Anscheinend bin ich doch nicht komplett stucked im letzten Jahr, tatsächlich gibt es doch mehr Neues als ich erwartet hätte.


    Liebstes Alles

    Beginnen wir einfach mal mit meinem unangefochtenen Favoriten. maxgabriel schlägt in den Kategorien liebste EP, liebster Song und liebster Artist alle Mitstreitenden. Dabei hat er erst drei Songs veröffentlicht. Diese nennen sich Maskerade, Vierte Art und Ritual. Diese bilden eben auch die EP mit dem Namen Håp. Laut Google Norwegisch?? Für Hoffnung. Und surprise, die EP passt natürlich bestens in die Neue Neue Welle/ Doomer Playlists Schublade. Lieben wir! Wie ein Artist mit nur drei Songs auch schon gleich mein liebster sein kann, weiß ich auch noch nicht genau. Aber diese drei Lieder haben es mir einfach nur unendlich angetan. Wenn ich einen Favoriten heraussuchen müsste, wäre es wohl ganz knapp vierte Art. Einfach, weil die Lyrics hier nochmal besonders gut sind. maxgabriel gehört zu den Artists, die ich all meinen Freund:innen und Bekannten stets Versuche aufzuzwingen, weil mir einfach unerklärlich ist, wieso die Songs noch so wenig Aufmerksamkeit bekommen. Aber ich habe Håp, (sorry bad joke ik) dass sich das bald ändern wird. 

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    Verloren im Flugzeug

    Eine weitere EP, die es mir angetan hat, ist die Klinge EP von Temmis. Dass diese erst vor zwei Wochen erschienen ist, berechtigt sie nicht weniger dazu, auf meiner Top-Liste zu sein. Auch hier heißt es wieder: Neue Neue Welle vom Feinsten. Am Releasetag habe ich mir extra die EP herunterladen wollen, damit ich sie während meines Fluges hören kann. Allerdings hat mir Spotify schön einen Strich durch die Rechnung gemacht und -warum auch immer-, nur den Song Verloren wie ich (Pt.1) gedownloadet. Was soll ich sagen, ich habe dann drei Stunden lang denselben Song gehört und bin ihn tatsächlich immer noch nicht satt. 

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    So happy

    Wenn wir versuchen, der New Wave Bubble zu entfliehen, stoßen wir auf Mavi Phoenix und sein Album Marlon. Das habe ich Anfang des Jahres nämlich auch ordentlich gepumpt. Auch hier muss ich sagen, dass mir einfach alles daran gefällt. Sei es vom Aufbau des Albums, die Lyrics oder die einzelnen Songs an sich. Ich liebs einfach wirklich sehr. Meine Favoriten hier sind F Song, So happy Im useless und Nothing good

    Auf Konzerten war ich dieses Jahr natürlich auch ein paar, allerdings auf nicht so vielen wie ich gerne gewesen wäre. Ausserdem hatte ich dieses Jahr irgendwie ein großes Talent dafür, aus den dümmsten Gründen überhaupt zu spät auf Konzerte zu kommen. Ein Grund war zum Beispiel, dass meine Begleitung und ich (auch nicht mehr ganz nüchtern) zwar in der richtigen Location, allerdings im falschen Raum, auf der falschen Party gelandet sind. Aber da war es auch ganz schön. Ausserdem haben wir den letzten Act des eigentlichen Konzertes dann zufällig doch noch gesehen. Ich heule immer noch vor Lachen. 

    Ausserdem war ich dieses Jahr noch beim Stadt ohne Meer Festival in Gießen, was an sich eigentlich auch ganz süß war. Allerdings habe ich aufgrund fehlender Moneten einen Tag am Einlass gearbeitet, damit ich am zweiten Festivaltag „freien“ Eintritt bekomme. Was soll ich machen, das mache ich nicht nochmal, lol. Ich durfte einen ganzen Tag Festivalbändchen mit dieser doofen Zange zuknipsen und hatte noch eine Woche später Muskelkater. Aber sonst war das Festival wie immer toll, Liebe an das SoM!

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  • Franzis Jahresrückblick: tell me you love me and give me some sugar

    Franzis Jahresrückblick: tell me you love me and give me some sugar

    Ich sag’s wie‘s is – 2022 war ehrlich anstrengend. Viel Bahnfahren, Masterarbeitsstress und gesundheitlich notwendige zucker- und glutenfreie Diäten zehren sehr an den Nerven. Aber zum Glück sind diese Punkte jetzt halbwegs überstanden und 2022 bald endlich vorbei. Passend zum Ende des Jahres möchte ich an dieser Stelle eine Zeile von Casper zitieren: Alles endet aber nie die Musik. Tatsächlich habe ich dieses Jahr eher wieder mehr alte Sachen gehört und mich von meinen comfort-Bands berieseln lassen, als nach neuen Musiker:innen und Bands zu suchen. Dennoch ist natürlich nicht alles an mir vorbei gegangen, was in diesem Jahr neu erschienen ist. Aber lest selbst, welche Bands und Songs mich 2022 musikalisch begleitet haben.


    basic indie babe revival

    Zugegebenermaßen haben dieses Jahr auch viele meiner Lieblingsbands aus Teenie-Jahren neue Musik veröffentlicht. Unter anderem gab es neue Platten von Casper, Death Cap for Cutie, The 1975, Arctic Monkeys (ich wünschte wirklich so doll sehr ich würde das neue Album so sehr lieben, wie ich die Band an sich liebe, but i don’t, plz don’t come at me 🥲), Phoenix und neue Songs von Blink 182 und Paramore. Mit The 1975 kommt auf Tiktok die tumblr girl era zurück und ich fühle mich ein bisschen in meine Schulzeit zurückversetzt. Darüber hinaus begleitet mich der ständige Ohrwurm der Bridge aus I’m In Love With You.

    Yeah, I got it! I found it!
    I’ve just gotta keep it
    Don’t fuck it, you muppet
    It’s not that deep

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    Fraency’s Faves 2022

    Abseits davon habe ich auch an meine Hörgewohnheiten der letzten Jahre angeknüpft. Wenn ihr euch erinnert, habe ich in meinem letzten Jahresresumée über die Band Arm’s Length geschrieben und dass man die Jungs auf jeden Fall auf dem Radar haben sollte. Im Oktober haben sie ihr Debutalbum Never Bevor Seen, Never Again Found veröffentlicht, mein Favorit auf der Platte: Aries (Moth Song).

    Auch das Nebenprojekt No Pressure von Parker Cannon, dem Sänger von The Story So Far, haben dieses Jahr ihr erstes Album No Pressure (LP) herausgebracht, das ich viel gehört habe. Hier ist mein Favorit Stuck Here.

    Und mein drittes Album des Jahres war Magic Hour von Surf Curse, die ich auch live sehen konnte. Und ehrlich eh, wie habe ich Konzerte vermisst. Sugar ist mein Lieblingssong auf dem Album, nicht zuletzt, weil mir der Satz „tell me you love me and give me some sugar“ nach diesem Jahr definitiv sehr aus der Seele spricht.

    Natürlich gab es dieses Jahr noch so viel mehr neue Musik. Deshalb habe ich eine Playlist aus meinen Top 30 Songs aus diesem Jahr erstellt. Das ist ein sehr wilder, aber auch sehr guter Mix meiner Meinung nach (obviously) geworden:

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    untold achievement

    Leider konnte ich dieses Jahr hier in unserem schönen Musikmagazin nicht ganz so aktiv sein, wie ich es gerne gewesen wäre, aber den Uniabschluss fertig machen hatte da dann doch etwas höhere Priorität. Aber hey, immerhin bin ich (hoffentlich) baldige Masterin in Populärer Musik und Medien 🤘🏼 – ist auch was.

    Zumindest habe ich ein paar Artikel schreiben können, zum Beispiel die Videopremiere zu Same von Soft Drug und auch noch ein Interview mit den Dreien. Die Jungs solltet ihr als Musikfeinschmecker spätestens ab jetzt besser auf dem Schirm haben! Abgesehen davon, dass sie wirklich lieb sind, setzten sie mit ihrer Musik auch ein Zeichen z.B. gegen versteifte und überholte Genderrollen und positionieren sich da ganz klar. Richtig und wichtig!

    Außerdem habe ich eine Playlist erstellen dürfen: female fronted bubblegrunge! Eine exquisite Auswahl an weiblichen Stimmen irgendwo zwischen Indie Pop und Indie Rock, z.B. mit Beach Bunny, girl in red, Indigo De Souza, Soccer Mommy, beabadoobee und Snail Mail.

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    Ansonsten freue ich mich auf das neue Jahr und bin gespannt, was mir 2023 alles bringen mag. Hoffentlich einen coolen Job in der Musikbranche, viel Zeit mit meinen Liebsten, viele Konzerte und gute Musik, weniger Bauchweh und etwas mehr Zucker.

  • Sarahs Jahresrückblick: It’s 2014 again!

    Sarahs Jahresrückblick: It’s 2014 again!

    Eigentlich schon wild, dass es inzwischen Dezember ist. Schon wieder ein Jahr vorbei? Irgendwie ging das jetzt ganz schön schnell, aber ich bin ganz ehrlich: Februar diesen Jahres fühlt sich trotzdem schon unendlich weit weg an. Dieses Jahr war in mancher Hinsicht auch ein Nach-Hause-kommen. Back to the roots von meiner Indie-Persona, die 2014 auf die Welt kam. Aber dazu später mehr.

    Vom Brunch auf dem Fensterbrett über Berlin nach L.A.

    Erstmal hat mein Jahr angefangen mit zwei Wochen Corona Quarantäne Ende Januar/Anfang Februar. Zum Glück war ich aber genau rechtzeitig wieder gesund, um nach Berlin zu fahren und ein Interview mit Wet Leg zu führen. Worüber ich auch sehr glücklich bin, denn ich hätte mir sonst ordentlich in den Arsch gebissen. Wie das Interview war könnt ihr übrigens hier nachlesen.

    Wenn man Rhian und Hester auf Instagram oder TikTok begegnet, findet man oft Kommentare dazu, dass das „doch keine richtige Musik“ sei oder dass die Lyrics „too repetitive“ sind. Aber es muss doch nicht immer alles bis ins kleinste Detail geschliffen sein, oder die höchste Kunst des Songwriting. Manchmal reicht es doch einfach, wenn Musik Spaß macht. Und genau das macht die Musik von Wet Leg für mich.

    Als ich im März dann in Los Angeles war, konnte ich die beiden sogar noch live sehen. Und obwohl es eine Industry Show mit vielen wichtigen Leuten aus dem Biz war, gab es am Ende ein kleines Moshpit zu Chaise Longue.

    Hier noch mein Favorit von ihrem Debütalbum, das am 8. April dann erschienen ist:

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    Was die USA so alles mit einem macht

    Noch während meiner Zeit in den USA habe ich auch schon die nächste Obsession des Jahres gefunden, und zwar die Self Titled EP von Hastings. Wie oft ich die 5 Songs dieses Jahr gehört habe? JA.

    Ich hatte ja früher schon Phasen, in denen ich Alben on Repeat hatte… Aber hier hat es mich doch gewundert, das Spotify mir keine Meldung eingeblendet hat mit „Möchtest du nicht vielleicht mal wieder was anderes hören?“. Denn selbst Monate später waren diese paar Songs immer noch auf Heavy Rotation, JEDEN TAG. Wenn ich duschen gegangen bin und nicht wusste was ich für Musik hören sollte? Dann gab es Dusch-Karaoke mit der EP von Hastings. Besonders Blank Me und Take Mine hatten es mir angetan, aber die komplette EP findet sich in meinen Top 15 Songs von 2022 auf Spotify. Ups.

    Im September durfte ich dann noch ein Interview mit Sänger Matt führen, das ihr hier nachlesen könnt. Und dann hat mir diese absolute Süßmaus noch einen Hoodie for free geschickt. Shoutout an dieser Stelle!

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    Coming Home?

    Das Jahr 2022 hat mich auch wieder ein bisschen nach Hause gebracht. Während ich 2021 noch jeden Monat Playlists erstellt und wirklich aktiv nach neuer Musik gesucht habe, bin ich dieses Jahr etwas passiver geworden. Ich hatte nicht mehr die Zeit und Energie, Plattformen nach neuen underground Artists zu durchsuchen.

    Einerseits schade, andererseits halb so schlimm. Denn einige Bands die ich seit Jahren kannte, lieferten richtig ab. Nach dem Disaster das sich Notes on a Conditional Form nannte, hatte ich eigentlich keine Hoffnungen auf ein nächstes gutes Album. Aber ich gebs zu: The 1975 haben mich mit Being Funny in a Foreign Language wieder. (Auch wenn Matty immer noch eine schwierige Persönlichkeit ist).

    2014 called (and i answered?)
    Quelle: Tumblr, 2014 oder so

    Und weil ein The 1975 Album noch nicht genug war, legten Arctic Monkeys gleich nach… (Allerdings nicht ansatzweise so erfolgreich in meinen Augen).

    Aber mit neuer Musik von Bands die ich bereits 2014 geliebt hatte, fühlt es sich ein bisschen wie damals an. Auch, weil Fashion Trends gerade wieder in Richtung Tumblr gehen, und ich meine Fishnets dieses Jahr wieder ein bisschen öfter getragen habe.

    Lang leben die Dr. Martens!

    Artist of the Year <3

    Während ich mir überlegt hatte, was denn meine Top Artists, Alben, Songs etc. dieses Jahr waren, kam mir der Spotify Jahresrückblick zu Hilfe. Seit 2017 sind flor irgendwo oben in meinen Top Alles unterwegs, und haben sich in den letzten Jahren auch meinen „Artist of the Decade“ Titel geschnappt, als dieser von Spotify vergeben wurde.

    Es ist also nicht wirklich überraschend, dass sich flor dieses Jahr mal wieder meinen „Artist of the Year“ Award geholt haben, sowie 3 der 5 Top Songs. Wenn man so ein phänomenales Album wie Future Shine released kann das schon mal passieren.

    Dieser kleine Hoffnungsschimmer für die Zukunft, der “Future Shine”, ist das, was dieses Album so besonders für mich macht. “The Future CAN shine bright. It CAN be worth looking forward to. The world doesn’t have to be this dark, dysmal place that sometimes it feels it can be.”

    – aus meiner Album Review (hier nachlesen)
    Mein kleiner Erfolgsmoment

    Dieses Jahr gab es auch einen Erfolgsmoment für mich. Die Jungs von NEEVE haben mich in ihre Crew aufgenommen, als Tourmanagerin. Schon seit Jahren versuche ich einen Job in der Musikbranche zu bekommen, der mehr als „nur“ Merch verkaufen ist, und 2022 hat es endlich geklappt! Und dann noch mit so einer wunderbaren Menschen, ich liebs!

    Ende September haben NEEVE ihr (lang ersehntes) Debütalbum Chaos of my Mind released, und im Oktober ging es dann auf Tour. Und obwohl die Jungs das gesamte Album jeden Abend live gespielt haben, konnte ich nicht genug von den Songs kriegen. Seit Release lief Chaos of my Mind wirklich rauf und runter, und so haben es NEEVE geschafft, in den letzten zwei Monaten noch bis auf Platz 7 meiner Top Songs des Jahres auf Spotify zu rutschen.

    Und für alle die so auf TikTok unterwegs sind: Ihr seid den Boys sicher schon begegnet. Aber NEEVE sind noch so viel mehr als eine „TikTok Band“, also hört unbedingt unbedingt mal rein!

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    Lieblings-Konzert-Moment

    Ganz zum Schluss möchte ich noch meinen Lieblingsmoment auf einem Konzert teilen. Das ist auch noch gar nicht so lange her – erst Mitte November. Nach mehr als 6 Jahren hab ich es ENDLICH geschafft, COIN live zu sehen. Und nicht nur sind die Jungs aus Nashville unfassbar gut live. Nein, ich hatte auch mehrmals dicke die Tränen in den Augen und Gänsehaut überall. Besonders bei Let It All Out.

    (beim Hinzufügen hab ich nur ganz kurz hier reingehört zum Link kopieren und hatte direkt wieder Gänsehaut, hört unbedingt mal rein)

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    New Finds

    Einen Song habe ich letzte Woche noch gefunden, und der hat mich SOFORT abgeholt: Sunday von Sea Lemon. Zu recent um irgendwas am Jahresrückblick zu beeinflussen, aber trotzdem wichtig genug um hier erwähnt zu werden. Schöne Gitarrenvibes, und die Sängerin hat eine traumhaft schöne Stimme.

    Wer also ein bisschen Sommergefühle im Winter haben möchte, hier entlang:

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  • Moritz Ley – Logbuch zur Entstehung der EP „Emotionale Amnesie“

    Wir haben heute einen ganz besonderen und besonders intimen Artikel für euch: Moritz Ley teilt exklusiv und sehr detailiert in Logbucheinträgen den zweijährigen Entstehungsprozess seiner am 16.09.2022 erschienenen Debüt-EP „Emotionale Amnesie“. Solch tiefe Einblicke in die Arbeit von Künstler*innen erhält man ja eher selten. Deshalb wollen wir hier auch gar nicht lange schnacken und wünschen euch daher einfach nur viel Spaß mit dem nachfolgenden Text. Vielen Dank fürs Teilen, Moritz! 💚


    Mein Name ist Moritz Ley und ich bin Sänger und Gitarrist aus Hamburg. Das sind die Fakten – alles Weitere ist mir auch nicht immer ganz klar. Über die letzten zwei Jahre habe ich eine EP geschrieben und in meinem WG-Zimmer aufgenommen und produziert. Sie heißt Emotionale Amnesie und stromert von verträumten Synthesizerlandschaften über funkige Gitarren hin zu einfühlsamen Tracks mit ehrlichen Texten. Für diesen Beitrag bei untoldency darf ich euch mit auf die Reise nehmen, die in meiner Debüt-Platte kulminierte. Dazu kommen hier ein paar retroperspektivische Logbucheinträge – enjoy.


    Logbucheintrag No. 1 – September 2020
    Stage: Songwriting I

    Ich ziehe aus meiner Heimat Hamburg weg nach Osnabrück, um dort am Institut für Musik Gitarre, Gesang und Musikproduktion zu studieren. Zuvor habe ich in Hamburg ein Jahr an einer Musikschule gearbeitet, um über die Runden zu kommen. Der Umzug ist bitter nötig, um aus den altbekannten Strukturen in Hamburg auszubrechen – jedoch ist er nicht optimal getimed. Ein harter Winter im Lockdown steht bevor, alles und jede*r sind mir fremd in der neuen Stadt. Ich habe Probleme, mich gegenüber den Menschen, die mir im Leben nahestehen, zu öffnen und fühle mich manchmal, als würde mein Herz in der Brust zu einem unförmigen Gesteinsbrocken verklumpen – die Songs „Ehrlich sein“ und „Alles gut“ entstehen. Zudem entwickle ich für ein Uni-Projekt den Instrumentaltrack für „Droge“ – dass dieser es später auf die EP schaffen wird, weiß ich damals jedoch noch nicht.


    Logbucheintrag No. 2 – April 2021
    Stage: Songwriting II

    Ehrlicherweise muss man sagen – das Leben ist ein wenig trist im April 2021. Man hat Online-Uni, darf sich von Zeit zu Zeit mit bis zu fünf Personen aus zwei Haushalten treffen und die Kulturszene steht still. Ich sitze in meinem WG-Zimmer, gucke aus dem Fenster bei einer imaginären Kippe und schwelge in den Erinnerungen an Konzerte, Partys, Shows. Erinnerungen, die bereits beginnen, in mir zu verblassen – es ist die emotionale Amnesie. Der Song „Fenster“ ist in weniger als einer halben Stunde fertiggeschrieben, da die Zeilen praktisch von allein auf dem Blatt Papier erscheinen.

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    Foto: Lina Rocktäschel

    Logbucheintrag No. 3 – Juni bis Oktober 2021
    Stage: Produktion + Recording

    Das Projekt nimmt mittlerweile Form an. Schlagzeug und Bass nehme ich gemeinsam mit anderen Studierenden der Musikhochschule auf, die von jetzt an auch meine Liveband bilden. Über den Sommer 2021 entstehen auch etwas weniger melancholische, sondern Tracks mit mehr Lockerheit und Freiheit wie „Bei mir“ und „High“, die den Weltschmerz der bisherigen Songs etwas abrunden. Gitarren, Vocals und Synths recorde ich alleine in meinem Homestudio (a.k.a. Zimmer) … aber meine Mitbewohner*innen sind entspannt, was den Lärm angeht. Glück gehabt.


    Logbucheintrag No. 4 – November 2021 bis März 2022
    Stage: Planung und Post-Produktion

    Zack! Alle Spuren sind im Kasten, die letzten Ecken und Kanten werden abgeschliffen und nun beginnt der große Planungsprozess für den EP-Release und das bevorstehende Jahr 2022. Das Datum 16.09. wird schon sehr früh rot im Kalender eingekreist, von dort aus rechne ich zurück und erstelle einen Zeitplan für Single-Releases, Musikvideos, Live-Sessions und alles, was dazugehört. Die Platte muss auch immer noch gemischt und gemastert werden – ein Prozess, der etwas anstrengender ist und sich länger hinzieht als geplant. Ich glaube, alle Musiker*innen kennen das Gefühl, wenn man die eigenen Songs irgendwann zum tausendsten Mal hört und sich nur noch fragt, was für einen Müll man da eigentlich fabriziert hat. So ging es mir auch während der Mixing-Phase, und zwar nicht zu knapp. Aber das Gebot ist: Durchhalten, das Licht am Ende des Tunnels ist nah. Und wenn man dann die fertigen Masters in der Hand (bzw. auf dem Laptop) hat, gewinnt man auch die Liebe zu den Songs zurück und ist dankbar für das eigene Durchhaltevermögen – so war es bei mir zumindest.

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    Logbucheintrag No. 5 – Juni bis August 2022
    Stage: Single-Releases, Musikvideos, Promo, Artwork

    Es ist nicht ganz einfach, wenn man kein Label hat und als One-Man-Army probiert, ein konkurrenzfähiges Produkt zu Produktionen von großen Industrieapparaten auf die Beine zu stellen. Mein Vorteil aber: Ich bin gar nicht allein. Viele Freund*innen helfen mir mit ihrem Können bei z.B. den Cover-Artworks für die Singles und die EP, bei Musikvideos und bei der EP-Promo. Ohne sie wäre ich komplett aufgeschmissen und hätte das Projekt in dem Umfang nicht stemmen können. Ich bin dankbar. Ungefähr im Monatstakt erscheinen die Singles „Bei mir“, „Du fehlst mir“ und „High“. Alles arbeitet auf den Showdown im September hin – den EP-Release!


    Logbucheintrag No. 6 – September 2022
    Stage: EP-Release und Konzerte

    Alle Singles sind erschienen, der große Tag der EP-Veröffentlichung steht nur etwas mehr als eine Woche bevor und ich bin so krank wie seit Jahren nicht mehr. Auf der Zielgeraden hat mein Körper anscheinend keine Lust und Kraft mehr, ich kann mich kaum aus dem Bett bewegen. Bis drei Tage vor der Releaseshow in Osnabrück am 15.09. gehe ich davon aus, das Konzert verschieben zu müssen. Doch dann kommt gerade rechtzeitig der Aufwärtstrend, ich schleppe mich durch die Generalproben und werde pünktlich zum Konzert wieder fit genug, um die Show spielen zu können. Der Auftritt läuft famos, der Laden ist voll, es fühlt sich an wie im Traum. Zwei Jahre Arbeit finden einen gebührenden Abschluss. Danach steht noch eine kleine Releasetour aus sieben Konzerten an, fünf davon sind bereits gespielt. Meine letzten beiden Auftritte für dieses Jahr sind in Hamburg am 13.10.2022 im Grünen Jäger und beim Kiezkultur Festival in Hannover am 22.10.2022. Falls euch mein kleines Logbuch hier – oder noch besser, meine EP – gefallen hat, dann schaut doch mal bei einer Show vorbei. Bis dann!

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    Foto: Chiara Müller


    Wer nach diesem tollen Text jetzt, völlig zu Recht, große Lust bekommen hat, Moritz Ley in diesem Jahr noch einmal live zu erleben, der kommt hier zu den Tickets für Hamburg (Achtung, das Konzert ist schon morgen!) und hier zu den Tickets für das KiezKultur Festival.

    Und hier kommt ihr auf direktem Weg zur „Emotionale Amnesie“-EP:

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    Header-Fotocredit: Ann-Kathrin Müller, Design: Stefanie Baun

  • Das Scheitern an uns selbst – Jon Darc über „The Womb“

    Im Mai 2022 veröffentlichte die nicht-binäre Avant-Pop-Künstler*in Jon Darc die Single „The Womb“. Im nachfolgenden Text macht Jon Darc einen sehr eindrucksvollen Deep Dive in den Song. Weshalb wir hier gar nicht lange quatschen wollen, und euch einfach nur viel Spaß beim Lesen wünschen!


    Jon Darc – nach dem heroischen Vorbild der Jungfrau von Orléans – ist eine tiefsinnige Kunstfigur. Ein ganz entscheidendes Detail macht beide Persönlichkeiten aus und verbindet quasi die Vergangenheit mit der Gegenwart: das Polarisieren. Zu sich zu stehen, für seine Ideale einzustehen – das verlangt Stärke, Mut und Überzeugtheit. Es bedeutet aber auch weiterzumachen in Momenten des Alleinseins und das Aufstehen in niederdrückenden und ausweglosen Situationen. Genau das ist die Welt von Jon Darc: Inmitten von hellen und dunklen Episoden erhebt sich seine farbenprächtige Person voller bestärkender Leidenschaft. So wandert Jon Darc auf dem schmalen Grat zwischen intensivem und intimem Erlebnis und nicht greifbarer Unnahbarkeit.

    Mit „The Womb“ machen wir uns auf einen imaginierten Tauchgang in die Tiefen der Ozeane. Wir sind eingeladen, Zeuginnen und Zeugen zu sein, die unglaubliche Unverhältnismäßigkeit unseres Umgangs mit unserer Umwelt und deren Verschmutzung und Zerstörung innerhalb der letzten Jahrzehnte zu sehen. So ist es gleichsam die unvermeidbare Erkenntnis und damit verbunden die laute Klage über die schrecklichen Dinge, die wir der Erde angetan haben. Sie ist es, die uns die Möglichkeit gab, sie zu bevölkern, ja mehr noch: Hier wurden wir zu dem, was wir jetzt sind. Hier wurden wir zu Menschen. Vieles ist bereits verloren, jedoch keinesfalls Alles. Doch kann es nicht weitergehen wie bisher, das finale Ultimatum hat längst begonnen. Die Abrechnung wird zum Aufruf; nicht leise und verhalten, aber auch nicht aggressiv schreiend, sondern eindrücklich laut und gefasst, beinahe gewaltvoll intensiv.

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    Im Musikvideo kommt diese Intensität nochmal verstärkt zur Geltung. Jon Darc gleitet als Meerjungfrau durch die Weiten der Ozeane, umgeben von Fischschwärmen, Meeresschildkröten und Quallen. In spannungsgeladenen Bewegungswechseln erscheint Jon Darc elegant und sanft gleitend und bereits im nächsten Moment ekstatisch-verzerrt und gekrümmt. Die vermeintlich friedliche Welt wird durch grell aufscheinendes Licht und todbringende Fischernetze bedroht. Ein Kampf beginnt. Ein Kampf mit ungleichen Mitteln – ein Kampf, welcher schließlich in menschlicher Gefangenschaft in einem beengten Aquarium endet.

    Und nun, was nun? Ist dies bereits das Ende? Nein. Zumindest noch nicht. Aber dafür müssen wir aufstehen und unseren Gedanken die Freiheit lassen, zu Taten werden zu können. Denn nur, wenn wir unserer Umwelt respektvoll und verhältnismäßig begegnen, können wir weiterleben. Nur dann bliebe das Ultimatum in gewisser Art abstrakt und würde nicht zur überwältigenden Realität werden. Aber nur so kann es funktionieren. In jedem anderen Fall werden wir es nicht vermeiden können, an unserer eigenen Menschlichkeit zu scheitern.

    Hier könnt ihr euch „The Womb“ von Jon Darc auf Spotify anhören:

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    Fotocredit: Narmo Visuals

  • Southstar vs. Robin Schulz — ist der Shitstorm gerecht?

    Southstar vs. Robin Schulz — ist der Shitstorm gerecht?

    Southstar vs. Robin Schulz, was ist da los? Bewegt man sich dieser Tage in bestimmten Kreisen der sozialen Medien, könnte der Aufschrei, der dort durch die Reihen geht, kaum lauter sein. Es sieht alles ganz danach aus, als habe der Dance-Gigant Robin Schulz doch tatsächlich den Song „Miss You“ des Berliner Newcomers Southstar dreist geklaut. Die Bubble um Southstar reagiert hart und zeigt kein Erbarmen gegenüber dem mittlerweile weltbekannten DJ Robin Schulz. Viele Musiker*innen wie Bausa, Ahzumjot oder Paula Hartmann solidarisierten sich sehr früh mit Southstar und kennen kein Pardon, wenn es um die Urheberrechte des jungen DJs geht.

    Doch ist die Sache wirklich so klar? Als ich die Geschichte das erste Mal hörte, wollte ich einerseits mit einstimmen. So eine Schweinerei, was soll das? Andererseits gibt es halt leider auch überall nur die eine Seite der Story zu hören und obendrein so gar keine Fakten.


    Ein kleiner Rückblick

    Was bisher geschah: Der junge Techno-Produzent Southstar veröffentlichte am 30.07.2022 seinen neuen Track „Miss You“ auf Spotify (Erstrelease am 09.05.2022 – vielen Dank für den Hinweis). In diesem verarbeitet er ein Sample des Songs „Jerk“ von Oliver Tree zu einem schnellen 90s-Techno-Remix. Quelle dieses Songs auf Spotify ist das Label B1 Recordings, das vom renommierten Produzenten Wolfgang Boss gegründet wurde und mittlerweile zu Sony zu gehört. Große Nummer. Nun gut. Im Netz gab es viel Lob, Yung Hurn teilte den Song, 1live spielte ihn im Radio. Das ist ein toller Start für einen Song, der eigentlich schon über einen Monat zuvor released wurde. Wie man in diversen Kommentaren auf Instagram und Youtube nachlesen kann, loben zwar viele Fans den Song, bemängeln aber immer wieder die schlechte Qualität auf Spotify im Gegensatz zur „alten Version“.

    Wir spulen eine Woche vor: Es ist Freitag, der 05.08.2022. Ein dem Dance-Genre ganz und gar nicht unbekannter Robin Schulz veröffentlichte zusammen mit Oliver Tree seinen neuen Track „Miss You“ über Atlantic Records. Ehh, Moment mal? Tatsächlich überschneiden sich bei den beiden Songs nicht nur die Namen, sondern auch so gut wie alles andere. Das Vocalsample, das Piano, das Tempo, der Songaufbau: identisch. Rhythmus und Feeling: identisch. Lediglich die Drums klingen etwas anders und die Qualität des Masterings scheint etwas besser zu sein. Was ist denn hier los? Hat Robin Schulz da etwa den Song des aufstrebenden Newcomers einfach so geklaut?

    Möglich ist das natürlich. Aber jetzt direkt jemanden verurteilen, ohne seinen Standpunkt zu kennen? Mir kommen Zweifel. Nicht, weil ich Robin Schulz für Mutter Theresa halte. Aber weil der Diebstahl zu plump und das ganze Drumherum so seltsam ist. Es gibt nicht einmal Promo oder Werbung für „Miss You“ auf Schulz‘ Kanälen.


    Das riecht doch nach…

    Was mich zunächst stutzig macht: Warum veröffentlicht Robin Schulz den Song gemeinsam mit Oliver Tree, dem Urheber des Original Samples, Southstar hingegen nicht? Wirft man einen Blick in die Credits der Southstar-Version auf Spotify, sind dort zumindest Oliver Tree und zwei weitere Songwriter aufgeführt. Seltsam finde ich aber, dass ausgerechnet Robin Schulz offenbar mit einem vermeintlich geklauten Song die offizielle Kollaboration mit Oliver Tree an den Start brachte. Warum konnte Southstar das nicht schon in seinem Release offiziell machen?

    Liegt es daran, dass Southstar als Newcomer nicht über die nötigen Kontakte verfügt, um so eine Collab an Land zu ziehen? Wohl kaum, denn hinter dem Label B1 Recordings steckt nicht irgendwer, sondern einer der erfolgreichsten Musikproduzenten Deutschlands, Wolfgang Boss. Dieser produzierte Hits wie „Dragostea den tei“, „Alors on danse“, „Somebody that I used to know“ und etliche weitere Chartbreaker — also sicherlich jemand mit Einfluss in der Branche. Das befleckt für meinen Geschmack auch so ein bisschen das Image des total unbekannten Newcomers. Das hier ist mit Sicherheit kein underground selfmade release, das riecht nach industry plant.

    Bei Diffus lese ich außerdem, dass Robin Schulz den Song „Miss You“ bereits in seinen Live-Sets prominent platziert habe, und das lange vor offiziellem Release beider Versionen. Das heißt, eine Verbindung besteht hier augenscheinlich schon länger. Aber kann es wirklich sein, dass eine Branchengröße wie Robin Schulz, samt Label und Management, einen geklauten Song fast 1:1 unter eigenem Namen veröffentlicht, ohne mit den Konsequenzen zu rechnen? Und, hat er das nötig?


    David gegen Goliath?

    Es kommt mir irgendwie nicht plausibel vor. Natürlich wird in der kommerziellen Popbranche geklaut, zuletzt ist erst Ed Sheeran der Urheberrechtsverletzung bezichtigt worden. Allerdings kam mir das immer viel subtiler vor, als in unserem Beispiel hier. Auch weil „Miss You“ vor dem Skandal schon Welle machte und eigentlich zu bekannt war.

    Der Shitstorm gegen Schulz ist bereits im vollen Gange und jetzt wohl nicht mehr aufzuhalten. Aber findet ihr es nicht auch schade, dass hier jetzt jemand vollkommen niedergetrampelt wird, ohne dass wir je ein Wort von ihm dazu gehört haben? Solange es keine Fakten gibt, ist ein Shitstorm dieser Art, ehrlich gesagt, verantwortungslos. Denn behaupten können Southstar und sein Major-Label erstmal vieles.

    Bevor wir also mit engelsgleichen Stimmen in den Shitstorm des Jahrhunderts einstimmen, sollten folgende Fragen besser mal schnell geklärt werden:

    • Wer ist der Urheber dieses Remixes? Könnte es vielleicht sein, dass Southstar und Robin Schulz beide daran beteiligt waren? Somit läge die Schuld schon nicht mehr nur auf einer Seite.
    • Könnte es vielleicht auch sein, dass ein gemeinsamer Release von Southstar, Robin Schulz und Oliver Tree geplant war und irgendetwas dazwischen gekommen ist? Vielleicht hat eine der Parteien ihr Wort gebrochen und ein eigenes Ding durchgezogen?


    Nur wer?

    Für den Robin Hood in uns ist hier sicherlich der mächtige, erfolgreiche DJ Robin Schulz der Fuchs im Hühnerstall. Solange das aber nicht bewiesen ist, sollte man sich vielleicht nicht allzu laut am Geschrei der Masse beteiligen, sondern lieber abwarten, was da noch so kommt.