independent music magazine

Laras Jahresrückblick: zweitausendeinundzwanzig vol. 2

Wie sollte man einen Jahresrückblick anders beginnen als mit einem oh nein, wie kann es schon wieder Dezember sein? Ich glaube anders geht das gar nicht. Ich habe auch ehrlich keine Lust auf die Kälte und wünsche mir von Herzen ein paar mehr Sonnenstunden am Tag. Glücklicherweise bin ich sehr gut darin Dinge zu verdrängen, so hänge ich nämlich noch etwas im Sommer fest. Es fühlt sich für mich eh noch so an, als hätte der Herbst gerade erst angefangen. I need to get over it, und das werde ich auch bestimmt. Außerdem ist die Hälfte des Winters schon fast geschafft. Ich muss nur fest genug dran glauben, dass es bald wieder wärmer wird. 

Genug beklagt, jetzt gehts endlich zur Sache. Ich hatte ehrlich gesagt ein paar Bammel an den Gedanken an meinen Jahresrückblick, obwohl mir das Schreiben des letztens wirklich viel Freude bereitet hat. Meine Befürchtung war/ist nur, dass ich mich inhaltlich zu stark wiederholen werde. Denn, wie eben schon dezent erwähnt, ging das Jahr viel zu schnell um und vom Gefühl her, vibe ich immer noch zu 1 zu 1 denselben Songs wie letztes Jahr. Immer noch New Wave, immer noch Doomer YouTube Playlists. Ich höre dasselbe Lied immer noch stundenlang auf Dauerschleife. Aber da ich mir fest vorgenommen habe, mich eben nicht die ganze Zeit zu wiederholen, gibt es die Artists von denen ich letztes Jahr schon geschwärmt habe, nur in der Playlist. Es ist übrigens für jede Person, die das hier liest Pflicht, meine Playlist zum Jahresrückblick zu hören. Ich meine es ernst!

Spotify hat mich glücklicherweise aber auch eines Besseren belehrt und mir gezeigt, dass doch einige andere Songs und Artists dazu gekommen sind. Wrapped hat mich wieder einmal gerettet und mir sowohl die Reflexion des vergangenen Jahres, als auch das Schreiben dieses Artikels um einiges erleichtert. Anscheinend bin ich doch nicht komplett stucked im letzten Jahr, tatsächlich gibt es doch mehr Neues als ich erwartet hätte.


Liebstes Alles

Beginnen wir einfach mal mit meinem unangefochtenen Favoriten. maxgabriel schlägt in den Kategorien liebste EP, liebster Song und liebster Artist alle Mitstreitenden. Dabei hat er erst drei Songs veröffentlicht. Diese nennen sich Maskerade, Vierte Art und Ritual. Diese bilden eben auch die EP mit dem Namen Håp. Laut Google Norwegisch?? Für Hoffnung. Und surprise, die EP passt natürlich bestens in die Neue Neue Welle/ Doomer Playlists Schublade. Lieben wir! Wie ein Artist mit nur drei Songs auch schon gleich mein liebster sein kann, weiß ich auch noch nicht genau. Aber diese drei Lieder haben es mir einfach nur unendlich angetan. Wenn ich einen Favoriten heraussuchen müsste, wäre es wohl ganz knapp vierte Art. Einfach, weil die Lyrics hier nochmal besonders gut sind. maxgabriel gehört zu den Artists, die ich all meinen Freund:innen und Bekannten stets Versuche aufzuzwingen, weil mir einfach unerklärlich ist, wieso die Songs noch so wenig Aufmerksamkeit bekommen. Aber ich habe Håp, (sorry bad joke ik) dass sich das bald ändern wird. 


Verloren im Flugzeug

Eine weitere EP, die es mir angetan hat, ist die Klinge EP von Temmis. Dass diese erst vor zwei Wochen erschienen ist, berechtigt sie nicht weniger dazu, auf meiner Top-Liste zu sein. Auch hier heißt es wieder: Neue Neue Welle vom Feinsten. Am Releasetag habe ich mir extra die EP herunterladen wollen, damit ich sie während meines Fluges hören kann. Allerdings hat mir Spotify schön einen Strich durch die Rechnung gemacht und -warum auch immer-, nur den Song Verloren wie ich (Pt.1) gedownloadet. Was soll ich sagen, ich habe dann drei Stunden lang denselben Song gehört und bin ihn tatsächlich immer noch nicht satt. 


So happy

Wenn wir versuchen, der New Wave Bubble zu entfliehen, stoßen wir auf Mavi Phoenix und sein Album Marlon. Das habe ich Anfang des Jahres nämlich auch ordentlich gepumpt. Auch hier muss ich sagen, dass mir einfach alles daran gefällt. Sei es vom Aufbau des Albums, die Lyrics oder die einzelnen Songs an sich. Ich liebs einfach wirklich sehr. Meine Favoriten hier sind F Song, So happy Im useless und Nothing good

Auf Konzerten war ich dieses Jahr natürlich auch ein paar, allerdings auf nicht so vielen wie ich gerne gewesen wäre. Ausserdem hatte ich dieses Jahr irgendwie ein großes Talent dafür, aus den dümmsten Gründen überhaupt zu spät auf Konzerte zu kommen. Ein Grund war zum Beispiel, dass meine Begleitung und ich (auch nicht mehr ganz nüchtern) zwar in der richtigen Location, allerdings im falschen Raum, auf der falschen Party gelandet sind. Aber da war es auch ganz schön. Ausserdem haben wir den letzten Act des eigentlichen Konzertes dann zufällig doch noch gesehen. Ich heule immer noch vor Lachen. 

Ausserdem war ich dieses Jahr noch beim Stadt ohne Meer Festival in Gießen, was an sich eigentlich auch ganz süß war. Allerdings habe ich aufgrund fehlender Moneten einen Tag am Einlass gearbeitet, damit ich am zweiten Festivaltag „freien“ Eintritt bekomme. Was soll ich machen, das mache ich nicht nochmal, lol. Ich durfte einen ganzen Tag Festivalbändchen mit dieser doofen Zange zuknipsen und hatte noch eine Woche später Muskelkater. Aber sonst war das Festival wie immer toll, Liebe an das SoM!

related articles
artists to watch 2023

Ihr wollt vor allen anderen wissen, wer 2021 zu seinem|ihrem Jahr macht?
Checkt hier die heißesten Newcomer – untold style.

all of the untold
untold pop up shows