Autor: Lara

  • Laras Jahresrückblick: zweitausendeinundzwanzig vol. 2

    Laras Jahresrückblick: zweitausendeinundzwanzig vol. 2

    Wie sollte man einen Jahresrückblick anders beginnen als mit einem oh nein, wie kann es schon wieder Dezember sein? Ich glaube anders geht das gar nicht. Ich habe auch ehrlich keine Lust auf die Kälte und wünsche mir von Herzen ein paar mehr Sonnenstunden am Tag. Glücklicherweise bin ich sehr gut darin Dinge zu verdrängen, so hänge ich nämlich noch etwas im Sommer fest. Es fühlt sich für mich eh noch so an, als hätte der Herbst gerade erst angefangen. I need to get over it, und das werde ich auch bestimmt. Außerdem ist die Hälfte des Winters schon fast geschafft. Ich muss nur fest genug dran glauben, dass es bald wieder wärmer wird. 

    Genug beklagt, jetzt gehts endlich zur Sache. Ich hatte ehrlich gesagt ein paar Bammel an den Gedanken an meinen Jahresrückblick, obwohl mir das Schreiben des letztens wirklich viel Freude bereitet hat. Meine Befürchtung war/ist nur, dass ich mich inhaltlich zu stark wiederholen werde. Denn, wie eben schon dezent erwähnt, ging das Jahr viel zu schnell um und vom Gefühl her, vibe ich immer noch zu 1 zu 1 denselben Songs wie letztes Jahr. Immer noch New Wave, immer noch Doomer YouTube Playlists. Ich höre dasselbe Lied immer noch stundenlang auf Dauerschleife. Aber da ich mir fest vorgenommen habe, mich eben nicht die ganze Zeit zu wiederholen, gibt es die Artists von denen ich letztes Jahr schon geschwärmt habe, nur in der Playlist. Es ist übrigens für jede Person, die das hier liest Pflicht, meine Playlist zum Jahresrückblick zu hören. Ich meine es ernst!

    Spotify hat mich glücklicherweise aber auch eines Besseren belehrt und mir gezeigt, dass doch einige andere Songs und Artists dazu gekommen sind. Wrapped hat mich wieder einmal gerettet und mir sowohl die Reflexion des vergangenen Jahres, als auch das Schreiben dieses Artikels um einiges erleichtert. Anscheinend bin ich doch nicht komplett stucked im letzten Jahr, tatsächlich gibt es doch mehr Neues als ich erwartet hätte.


    Liebstes Alles

    Beginnen wir einfach mal mit meinem unangefochtenen Favoriten. maxgabriel schlägt in den Kategorien liebste EP, liebster Song und liebster Artist alle Mitstreitenden. Dabei hat er erst drei Songs veröffentlicht. Diese nennen sich Maskerade, Vierte Art und Ritual. Diese bilden eben auch die EP mit dem Namen Håp. Laut Google Norwegisch?? Für Hoffnung. Und surprise, die EP passt natürlich bestens in die Neue Neue Welle/ Doomer Playlists Schublade. Lieben wir! Wie ein Artist mit nur drei Songs auch schon gleich mein liebster sein kann, weiß ich auch noch nicht genau. Aber diese drei Lieder haben es mir einfach nur unendlich angetan. Wenn ich einen Favoriten heraussuchen müsste, wäre es wohl ganz knapp vierte Art. Einfach, weil die Lyrics hier nochmal besonders gut sind. maxgabriel gehört zu den Artists, die ich all meinen Freund:innen und Bekannten stets Versuche aufzuzwingen, weil mir einfach unerklärlich ist, wieso die Songs noch so wenig Aufmerksamkeit bekommen. Aber ich habe Håp, (sorry bad joke ik) dass sich das bald ändern wird. 

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    Verloren im Flugzeug

    Eine weitere EP, die es mir angetan hat, ist die Klinge EP von Temmis. Dass diese erst vor zwei Wochen erschienen ist, berechtigt sie nicht weniger dazu, auf meiner Top-Liste zu sein. Auch hier heißt es wieder: Neue Neue Welle vom Feinsten. Am Releasetag habe ich mir extra die EP herunterladen wollen, damit ich sie während meines Fluges hören kann. Allerdings hat mir Spotify schön einen Strich durch die Rechnung gemacht und -warum auch immer-, nur den Song Verloren wie ich (Pt.1) gedownloadet. Was soll ich sagen, ich habe dann drei Stunden lang denselben Song gehört und bin ihn tatsächlich immer noch nicht satt. 

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    So happy

    Wenn wir versuchen, der New Wave Bubble zu entfliehen, stoßen wir auf Mavi Phoenix und sein Album Marlon. Das habe ich Anfang des Jahres nämlich auch ordentlich gepumpt. Auch hier muss ich sagen, dass mir einfach alles daran gefällt. Sei es vom Aufbau des Albums, die Lyrics oder die einzelnen Songs an sich. Ich liebs einfach wirklich sehr. Meine Favoriten hier sind F Song, So happy Im useless und Nothing good

    Auf Konzerten war ich dieses Jahr natürlich auch ein paar, allerdings auf nicht so vielen wie ich gerne gewesen wäre. Ausserdem hatte ich dieses Jahr irgendwie ein großes Talent dafür, aus den dümmsten Gründen überhaupt zu spät auf Konzerte zu kommen. Ein Grund war zum Beispiel, dass meine Begleitung und ich (auch nicht mehr ganz nüchtern) zwar in der richtigen Location, allerdings im falschen Raum, auf der falschen Party gelandet sind. Aber da war es auch ganz schön. Ausserdem haben wir den letzten Act des eigentlichen Konzertes dann zufällig doch noch gesehen. Ich heule immer noch vor Lachen. 

    Ausserdem war ich dieses Jahr noch beim Stadt ohne Meer Festival in Gießen, was an sich eigentlich auch ganz süß war. Allerdings habe ich aufgrund fehlender Moneten einen Tag am Einlass gearbeitet, damit ich am zweiten Festivaltag „freien“ Eintritt bekomme. Was soll ich machen, das mache ich nicht nochmal, lol. Ich durfte einen ganzen Tag Festivalbändchen mit dieser doofen Zange zuknipsen und hatte noch eine Woche später Muskelkater. Aber sonst war das Festival wie immer toll, Liebe an das SoM!

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  • SKUPPIN lädt mit seiner neuen EP in den „Garten Eden“ ein (+ Verlosung)

    SKUPPIN lädt mit seiner neuen EP in den „Garten Eden“ ein (+ Verlosung)

    Skuppin ist bei Untoldency schon fast ein alter Bekannter. Für alle die Ihn noch trotzdem noch nicht kennen, stellen wir ihn aber liebend gerne erneut vor. Denn: der Chemnitzer Newcomer SKUPPIN öffnet für uns die Tore des Garten Edens. Und als wäre das nicht schon paradiesisch genug, verlosen wir gleich noch die physische EP als Tape oder Kassette!

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    Willkommen im Garten Eden

    Auf dem Titeltrack seiner gleichnamigen EP besingt er auf intimste Art und Weise Schönheit und Begierde, welche mit dem vermeintlichen Paradies einhergehen. Doch selbst das Paradies scheint nicht immer himmlisch zu sein.

    „Ich bin dem Paradies entkomme
    Alles brennt, nichts bleibt“

    Die EP wird mit starken, dirty Synths und einer Menge Hall eingeleitet und schreitet mit einem treibenden Beat, traumhaften Synths voran. Dabei bleibt genug Platz, um SKUPPINs einzigartig sanften Stimme bestens Geltung zu verleihen. Zeilen wie „Mich packt das Verlangen/ Bleib doch hier/ Die Stille Schönheit steht vor dir“ wandern zielstrebig durchs Ohr und setzen sich im Kopf fest.


    Weitere Stücke der EP sind die schon veröffentlichten Songs Tausend Tage feat. PAULINKO,
    Take Control, ALTER EGO und Taumeln, sowie einen bisher unveröffentlichten Track,
    welcher den Namen „Sonne“ trägt.

    Tausend Tage beginnt mit sanften Synths und baut sich im Verlauf des Liedes immer weiter auf. SKUPPIN zieht uns dabei Ebene für Ebene in eine melancholische Stimmung und verleitet zum Träumen. PAULINKOs Stimme wirkt wie für den Song und auch für SKUPPINs Stimme bestimmt. Die Harmonie der beiden Künstler:innen ist beim deutlich hör und spürbar.

    In Taumeln lässt uns SKUPPIN in das Innerste seiner Gedanken schauen und nimmt uns mit auf eine Suche nach Halt, ohne überhaupt zu wissen was haltend ist.

    Die Stunden gehen schneller
    Schneller als die Welt
    Schneller als wir beide
    Taumeln vor uns her

    Das Finale zieht einen durch die kraftvolle Stimme förmlich in den Bann. Zusammen mit dem immer voller werdenden Sound, hinterlässt es bis zum zerstörerischen Schluss Eindruck. Hier findet ihr übrigens nochmal das sehenswerte Musikvideo zum Song.

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    Auch die restlichen Songs passen perfekt in das Bild der Sammlung. Die gesamte EP ist von traumhaften Synths, sanfter Melancholie und purer Leidenschaft geprägt. SKUPPIN verzaubert mit seiner sanften, beunruhigend ruhiger Stimme seine Zuhörenden und passt, wie auch mit seinen bisherigen Werken, bestens in die Kategorie Neue Neue Deutsche Welle.

    Mit etwas Glück könnt ihr dieses gute Stück bald selbst in den Händen halten! Um teilzunehmen, müsst ihr nur @untoldency auf Instagram folgen und kommentieren, welcher euer Favorit der EP ist .

    Teilnahmeschluss ist Mittwoch, der 30.11.2022 um 18 Uhr. Die Gewinner*innen werden per DM benachrichtigt.

    • Hier geht es zu den Teilnahmebedingungen •

  • Exklusive Videpremiere: Figure Beach und „Everything I Built“

    Exklusive Videpremiere: Figure Beach und „Everything I Built“

    Gitarren-Indie vom feinsten – das gibt es mit Figure Beach. Damals noch zu dritt, durften wir die Band aus Nürnberg Anfang des Jahres schon zu ihrer ersten EP „No Drama“ interviewen (Hier gehts zum Interview). Figure Beach zeichnen sich durch einen retromodernen Sound und einprägenden Melodien aus. Heute beglücken die Jungs unsere herbstlich-melancholisch gestimmten Ohren mit ihrer neuen Single Everything I Built und halten mit dieser der Jahreszeit standhaft gegen. Umso schöner, dass wir erneut die Ehre haben, das Musikvideo zur passenden Single als exklusive Videopremiere bei uns vorstellen zu dürfen!

    Auch Everything I Built hat den typisch catchigen Figure Beach Sound. Der Song beginnt mit vertrauten, hallenden Gitarrenchords, den Drums und einer immer wieder einprägenden Bassline. Richtig los geht es dann und der zweiten Gitarre und einem euphorischen „whoo“. Everything I Built klingt, als wäre der Sommer noch nicht vorbei, als würde doch noch etwas die Sonne scheinen.

    I don’t know what it looks like, because I passed the twenty-five
    (…) But there’s a lot more, a lot more to enjoy

    Man ist nie zu Alt

    Auch textlich haben Figure Beach wieder einiges zu bieten. Denn die Moral von Everything I Built könnte sein, dass es nie zu spät ist, sich etwas aufzubauen. Man kennt wohl den Gedanken, dass man sich zu alt fühlt, um mit einer gewissen Sache anzufangen, das hätte einfach schon in jüngeren Jahren passieren müssen und jetzt lohne sich das nicht mehr. „Aber in der Regel ist das doch Quatsch“, sagen die vier Nürnberger. „Es ist nie zu spät für etwas, solange man am Leben ist und einigermaßen vital. Unser biologisches Alter ist nur eine Zahl, die einen doch viel zu oft von etwas abhält, was man tun möchte und auch sollte. Lernt ein Instrument, geht auf Reisen, baut ein Haus, findet eureSeelenverwandten!“

    Im Musikvideo zeigt sich auch ein neues Gesicht von Figure Beach. Dieses hört auf den Namen Stefan und ist Schlagzeuger der Band. Das Musikvideo verdeutlicht nochmal, dass man es sich im Leben oft schwieriger macht als man muss und dass manche Situation garnicht so verstrickt sind, wie man oft denkt. Die Storyline ist auf jeden Fall sehenswert und ich verspreche, das jede Person die das Video sieht mindestens einmal Laut lachen muss.

    Also, ich mach es kurz und knackig: hier findet ihr das Video! Schaut unbedingt rein, es lohnt sich.

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    Und wenn ihr jetzt noch mehr Lust auf Figure Beach bekommen habt, hab ich hier auch nochmal ihr Spotify verlinkt. Viel Spaß beim Hören!

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  • Exklusive Videopremiere: Traumatin und „Nur zu weit“

    Exklusive Videopremiere: Traumatin und „Nur zu weit“

    Hallo Alle, die genau wie wir der Neuen Neuen Deutschen Welle verfallen sind. Zu unseren Gunsten tauchen immer mehr Künstler:innen in dieser Bubble auf und beglücken uns mit Melancholie, übermäßigem Reverb und den schönsten Synths überhaupt. Dass wir bei untoldency große Fans von dem Ganzen sind, ist ja spätestens, seit dem wir dem Genre eine eigene Playlist (hier) gewidmet haben, nicht mehr zu leugnen.

    In genau dieser Blase finden wir auch Traumatin, welcher nun seit einigen Monaten mein persönlicher Geheimtipp ist, wieder. Vor knapp einem Jahr hat er mit Genug und Ich verdien dich nicht seine ersten Singles auf Spotify veröffentlicht. Zweitere ist mit über 20.000 Streams übrigens auch die bisher meistgehörte. If u ask me, Tendenz ganz safe steigend. 

    Da alle guten Dinge drei sind, kann ich meinen Favoriten auf keinen Fall unerwähnt lassen. Dieser trägt den Namen schließ bitte ab wenn ich geh und ist mindestens genauso vollgepackt mit Gefühlen, Melancholie und einer eindeutig herauszuhörenden großen Menge Schmerz.

    Alle besseren Dinge sind vier

    Kommen wir aber mal zum Anlass dieses Artikels. Das sehnsüchtige Warten auf weitere Lieder hat nämlich ein Ende! Passend zum Herbst gibt es jetzt einen weiteren Song, zu welchem man perfekt Nachts, alleine in der Kälte, im Regen stehend auf den Bus warten kann. Mit Nur zu weit veröffentlicht Traumatin (welcher übrigens nicht Martin heißt, just FYI) seinen vierten Track. Und -aufgepasst- auch sein erstes Musikvideo. Jenes dürfen wir euch hier heute präsentieren!

    Dunkle Nacht, helle Lichter, schnelle Cuts und Zigaretten
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    Im Video von Nur zu weit zieht die Protagonistin ohne erkennbares Ziel durch die Berliner Nacht. Dabei kommen vor allem die Lichter der dunklen Stadt besonders zur Geltung. Passend zum 80’s Wave Sound wird das Video natürlich in analoger Optik gehalten. Es wird von vielen dramatischen Cuts, Effekten und vereinzelten in Handschrift animierten Textzeilen geschmückt und unterstreicht damit bestens sowohl den Klang als auch die Lyrik.

    Erst wenn die Flut mich dann verschluckt
    Merkst du, dass ich gar nicht schwimmen kann

    Damit hab ich meiner Begeisterung genug Raum gegeben, hört und schaut euch Nur zu weit von Traumatin am allerbesten selbst an. I promise, ich hab nicht zu viel versprochen. Und da ich weiß, dass man nachdem man das Video gesehen hat, man nicht mehr genug bekommt, kannst du hier gleich auch die anderen Songs hören.

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  • untoldency proudly presents: Kerosin95 „TRANS AGENDA“  Tour – Teil 2

    untoldency proudly presents: Kerosin95 „TRANS AGENDA“ Tour – Teil 2

    Fans des New School Raps und Old School Hip Hops aufgepasst! Denn: Nachdem Kerosin95 im April dieses Jahres die EP Trans Agenda Dynastie veröffentlicht hat, geht Kerosin95 zu unserem Glück nun auch mit dieser auf Tour und wir dürfen diese präsentieren! 


    Wem Kerosin95 noch kein Begriff ist, sollte sich spätestens jetzt sofort mit dem aus Wien stammenden Artist beschäftigen. Kerosin hat sich über die Ländergrenzen, heraus aus Wien, rein in die deutsche Musiklandschaft gerappt. Dabei hinterlässt Kerosin95 vor allem mit der Kombination aus New School Rap und Old School Hip Hop, sowie den ausdrucksstarken Texten rund um die Themen Transsexualität und Queerness bleibenden Eindruck. Mich beeindruckt es immer wieder, wie Kerosin es schafft, so viel Kraft und Energie auf die hörenden zu übertragen.


    Kein Platz für Arschlöcher

    Die EP ist ein Aufschrei. Ein Aufschrei gegen die cis Männlichkeit und gegen das System, welches keinen Platz für Trans- und Queernes sieht. Und genau das wird sich auch auf der Tour widerspiegeln. Sie wird ein Safespace für alle Geschlechter, Menschen jeder Herkunft und für alle Menschen, die einfach kein Arschloch sind. Denn genau dafür steht Kerosin95. 


    Um einen kleinen Vorgeschmack auf die Tour zu bekommen, gönn dir dieses BRUTALE Video!

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    Tourdates!
    21.09. – 24.09.  Hamburg – Reeperbahnfestival
    01.10. Nürnberg – Kantine
    02.10. Duisburg – Stapeltor
    04.10. Dresden – GrooveStation
    05.10. Marburg – KFZ0
    6.10. Bonn – Namenlos
    07.10. Berlin – Schwuz
    11.11. Erlangen – E-Werk


    Ich empfehle ALLEN, sich bestens auf die Tour vorzubereiten, damit auch ja jede:r so laut es geht mitschreien kann. Und das geht wohl am allerbesten, wenn du dir jetzt hier die EP reinballerst und die harten, geilen Texte von Kerosin95 in deinen Kopf einprägst.

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  • The Kooks im Interview: „We wanted to create something where you could hear the anatomy of the songs“

    The Kooks im Interview: „We wanted to create something where you could hear the anatomy of the songs“

    Blickt man retrospektiv auf die großen Indiebands der Nullerjahre, wird einem schnell etwas auffallen. Ein bedeutend großer Teil ist nämlich von der Bildfläche verschwunden. Die wenigsten erleben Jahre bzw. Jahrzehnte nach ihrem Durchbruch immer noch neue Karrierehöhepunkte. Eine Band, die (glücklicherweise) nicht zu diesen verschollenen Bands zählt, sind eindeutig The Kooks

    Kennengelernt und gegründet haben sich The Kooks in den frühen Nullerjahren in Brighton, UK. Mit ihrem damals lang ersehnten Debütalbum Inside In/Inside Out, können sie sich einen ersten Namen in der Branche machen. Auch mit ihrem zweiten Album Konk, benannt nach dem Studio in welchem es aufgenommen wurde, gingen The Kooks 2008 durch die Decke. 
    Ohrwürmer wie Naive, oder She Moves In Her Own Way sind wohl allen Fans des guten Gitarren Pops bekannt. Auch 10 Jahre später, 2018, schaffen sie es mit ihrem Album Lets Go Sunshine erneut in die europäischen Charts.

    Und nein, das war natürlich nicht alles. Über den Werdegang der Kooks könnte man noch mindestens 3 Seiten schreiben, dass erspare ich uns jetzt aber. Viel wichtiger ist nämlich: Ein weiteres Album erwartet unsUnd das schon diesen Freitag. Es trägt den schönen Namen 10 Tracks to Echo in the Dark und ist laut Hugh Harris “more indie than ever”.

    Interview

    Lara: Hey! Im glad this worked out. How are you, shortly before the big albumrelease?

    Hugh: Yeah, I’m doing good. Thank you. It is right before the album release, isn’t it? It’s a big step for us making it to this album as a band. Not many bands get the privilege to last to the seventh record. But, it’s getting on a bit. And I’m immensely excited and appreciative of the fact that we’re still going. I mean, it’s just great. We’re still playing music, you know, 15-20 years on? Like, what? That’s crazy. 

    Lara: As you said, your band have been a part of the music business for almost 20 years. How have the releases changed over time?  Are you still nervous after all this time?

    Hugh: A good question. It’s totally different. It’s not a case of nervous or not nervous, it’s a case of back in the day. I’d say with our first album, you know, you’ve got nothing to lose. So there’s no nerves, it’s just whatever, who cares, just throw it out there, give it a go and see what happens. There’s no nerves, there’s no pressure. And the same with the second, because you’re just kind of fresh and young and excited and impressionable. And the nerves don’t really come into it. But you want to be received well.

    And now, at this stage, we have a really great, amazing, wonderful fan base all over Europe. And that’s really important for us, so we have more experience with releasing records. So there’s a certain nervousness when it comes to inspiring our fans and creating something that they like. But that’s also part of our journey. And also, I mean, at this stage, if we had fallen from grace, if we had just blown up, for whatever reason, it would have been a great time, you know, it would have been a fucking great time. I mean, if the band died on this record, what we’re supposed to recover from, but in a way that also calms the nerves. So it’s a complex answer to a simple question. I’m sorry.

    Berlin, Bauhaus & Bautiful World

    Lara: 10 tracks to echo in the dark is produced by Tobias Kuhn. How did you guys met each other?

    Hugh: It was first a writing session with Luke and Tobias in Berlin. Then we, the band, joined in once. A few songs were kind of structurally born already. I remember the first time I worked with him. First of all, I got along really well with him. He’s a great producer to work with, he’s very receptive, he can see where you’re going with the idea, and he also shows you other doors. And that’s the sign of a really special producer, who can’t stop your progress with the idea you have in the studio, but also reminds you of the other ways.  

    Instagram

    And I remember after the first day of working with him in the studio, I was riding the bus. I don’t know why, I never ride the bus. But I got on the bus. And I thought in my head that this was a very special session. And I was also thinking that no one has ever called me Rainbow Fox before. So I was flattered and confused and puzzled. But he seemed to have a similar melodic mind to me and a similar attention to detail. He’s very detailed, and there are no frills.

    Lara: Your song „Beautiful World“ features the band Milky Chance. How come you decide to do a song together?

    Hugh: We have the same producer. I think we wanted to work with a contemporary band that we kind of related to and that was part of our group, and it was also a departure from the nineties when bands were pitted against each other and despised each other. It’s nice to work with a band that you respect and that’s in the same league. And that felt kind of fresh, it felt like a new thing. And also, they’re just great. They’re just nice people. They’re just great, great guys. And brilliant musicians, great songwriters. Yeah, why not?

    Say cheese!

    Lara: How do you wanted to sound like on the new album?

    Hugh: There were a few conversations about the sound. The main references were to keep things very simple and strong. We didn’t want to add too much, not too many layers, just strong melodies. And we talked a lot about 80s guitar pop music, which we’re all obsessed with. The Cure came up, Talking Heads. Van Halen at one point, so the reference points were kind of cheesy, but the fun kind of cheese, not the bad kind of stinky cheese. 

    We wanted to create something that was very strong. When I say strong, I mean what I mean. It’s very deconstructed and ergonomic, architecturally. Like a Bauhaus thing where you can see the inner workings of the song, the anatomy of the song. You can hear the synthesizer, you can hear the guitar, you can hear the beat, you can even hear the vocals, you can just see four elements, four or five elements that are really strong together. That’s really important, I think.

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    Lara: I have to admit that I am a really big fan of the very first sound of the album. It’s just a drum, but with such a beautiful sound that it triggers something positive in my head. I really don’t know exactly why, but it’s just great.

    Hugh: I know exactly what you mean. That’s the nature of this rich kind of electronic sound. 

    So beautiful, so pleasing to the ear. And a lot of that is because of Craig Silvey, the mixer. He really gave the record a sonic identity. He really brought everything out. I don’t know what he has in his studio, but it’s damn good stuff. It’s creamy, analog, punchy, all kinds of stuff. I’m not an engineer. But yeah, he changed the direction of the whole record, sonically, because we wanted to go the indie route, but then we decided on kind of, I guess, like the identity of the record.

    I think industrial is a good word to describe the sound. There’s something industrial about it. And that’s what I mean, I think that’s the influence of Berlin, like Bauhaus, coming through. Just very, very natural. 

    Lara: In the press text for the album it says that you have left your old demons behind. And I think you can hear that in the album as well. But can you say how you left them or how they left you? What has changed?

    Hugh: Yes, I think a lot has changed in the band since we started. We work in a very different way. I think with the invention of the laptop. We used to sit in a room together and try 25 different arrangements for one song. And that could take all day. And then you have to decide, we have to try to vote on it. And then that takes another day. And then you change your mind and go back. And then you hear it in the studio and you think, oh, we should have done it differently.

    But now you can just do it all on the computer. And I don’t know if we’ll ever – I’m sure purists will – but I don’t think we’ll ever record like that again. I mean, I’d love to, but I think that’s what we’ve given up on. I don’t think we’ve given up our stride or our ethos as an indie band. I think we’re more indie now than ever. Very independent, very self-sufficient. And we’re not mainstream, but we’re sort of on the cusp of it. We’re not alternative. But as I said, we’re kind of through and through. And that’s actually always been the case. But what’s different. Is there anything that we’ve thrown away?

    I think it’s just evolved away from the difficult, tedious kind of recording that we used to do. But hey, people used to say that was negative. Maybe it’s better to record that way. Maybe we had more success that way. Maybe we should do it again. Maybe that’s why the first album was our best record. And we missed a trick. Fuck.

    Lara: So the big project, the album, is done now. Are you glad that it’s done, or do you want to jump right into the next project? What are your plans for the near future?

    Hugh: Oh, that’s right. I’m going to get a lot of plans. I guess the plan with The Kooks is to talk the album, learn how to play as a first step, and tour with it.

    Then I’m going to write some kind of musical theater piece. That’s going well and I just tackled as many things as I could. I think we’re at a stage now where it’s totally doable to have all kinds of projects. It’s nice to be busy for the brain as well.
    But yeah, for The Kooks, it’s about promoting hard, strong promotional tools and and just hoping that people receive the record. 

    Lara: Do you will have shows in Germany?

    Hugh: Yeah, we’re coming to Germany in February next year. We’ve got a European tour. I think everywhere like Frankfurt, Berlin, Hamburg. Everywhere. You should come!

    Lara: Oh yes, probably! At the end of each interview we asked the artists for an untold story, something they’ve never told in an interview before. It can be something funny, an anecdote, for example, something that happened during the making of the album, or just anything that’s on your mind that you want to share with the world.

    Hugh: This is something like a therapy session. Actually, the mind is very empty. Most of the time it needs some stimulation from a word or a conversation. But I can tell you something about the process of making the album, if that’s okay. Because that’s still fresh in my mind. 

    So there’s one song that didn’t make it onto our record. And it’s a beautiful song. I really love it. But nobody else liked it. So it didn’t make the record. And I especially loved it because it basically has the most awkward solo in the world. And it made me tap my fingers on my guitar. But the reason I started finger tapping is because it was recorded the day Van Halen died. And so it’s kind of a tribute to him. And I really hope we get that song out on a bonus CD or something, because it means a lot to me. It’s not really an anecdote. It’s just a piece of information.

    10 Tracks to Echo in the Dark wird am 22.07.2022 unter dem Label Lonely Cat veröffentlicht.

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    Fotos: Paul Johnson

  • futurebae im Interview: »Das ganze Leben ist Inspiration, wenn man dafür bereit ist«

    futurebae im Interview: »Das ganze Leben ist Inspiration, wenn man dafür bereit ist«

    Obwohl sie erst zu Coronazeiten angefangen hat Musik zu machen, steht futurebae jetzt schon auf den Festivalbühnen und hat Features mit Dissy, Tropikel Ltd. oder Juicy Süß. Im Oktober 2020 erschien ihre erste EP “K.T.U.L.E.S.” – “Keine Termine und leicht einen sitzen”, mit welcher sie sich schon einen Namen in der deutschen Musikszene machen konnte. Jetzt, knapp zwei Jahre später, veröffentlichte futurebae ihre zweite EP „Willst du mit mir gehen?“. Wie sie die letzten Jahre und ihren neusten Release erlebt hat, mit wem sie gerne mal essen gehen würde und wie sie die deutsche Musikbranche als weibliche Musikerin erlebt, könnt ihr jetzt hier im Interview lesen!

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    Lara: Hi! Schön, dass das geklappt hat. Magst du dich zu Beginn erstmal vorstellen, für alle, die deine Musik noch nicht kennen?

    futurebae:  Ich bin futurebae. Und ich mache deutsche Musik, die gar nicht so leicht in ein Genre zu fassen ist. Ich bin immer noch am überlegen, ob ich vielleicht einfach mein eigenes Genre kreiere, um nicht immer sagen zu müssen, es ist irgendwie alles und gleichzeitig nichts. Es ist wahrscheinlich irgendwas zwischen 80s und Rap. Und es macht gute Laune. Es ist eine bunte Blumenwiese!

    Lara: Das mit der guten Laune kann ich auf jeden Fall unterschreiben. Wie geht es dir, so kurz nach dem großen Release?

    futurebae: Das ist mein allererstes Release, wo ich mich jetzt dazu entschieden habe, wirklich all in zu gehen mit der Musik und habe das ja über Virgin releast und das war ganz spannend und aufregend, weil ich ja völlig neu in der ganzen Musikbranche bin und gar nicht so richtig wusste, wie das funktioniert.  Und ich freue mich voll, dass die Songs ankommen, dass die Leute Bock drauf haben und die Musik verstehen und auch nicht abgeschreckt davon sind, dass ich eben ziemlich viel experimentiere, was die Beats angeht.

    Lara: Und wie hast du das Releasewochenende verbracht? 

    futurebae: Richtig gute Frage! Ich habe keine Party gemacht, glaube ich. Ich schau mal in meinen Kalender, ich kann mir sonst nichts merken.  Mein Kalender ist ein bisschen wie mein Tagebuch.  Oh, ich weiß, was ich gemacht habe! Ich habe doch gefeiert, ich war in Hamburg. Ich hab nämlich in der Nacht von Donnerstag auf Freitag mit Satarii zusammen ein Konzert gespielt. Ich weiß nicht, ob die du kennst. Das ist so ne Hamburger Rapperin und die hat auch ihre EP releast. Und wir haben zusammen gefeiert! Es war wild.

    Lara:  Wie unterscheidet sich der Release von der deiner EP Willst du mit mir gehen? Zu deiner ersten EP?

    futurebae: Ich war gleich aufgeregt, würde ich sagen. Aber auf eine irgendwie andere Art als vorher. Die erste EP, die habe ich halt einfach so gemacht, weil ich dachte, ja, okay, die Songs sind da und irgendwie hab ich Bock.
    Ich wusste zu dem Zeitpunkt ja gar nicht, dass es den Leuten so gut gefällt, ich das weitermachen kann und davon leben kann. Das ist bei der neuen EP einfach anders, da ich ja schon eine Erwartungshaltung hatte, vielleicht auch ein bisschen im Sinne von Versagensangst. Es ist ja so, dass sobald etwas wovon abhängt, einen ganz anderen Wert bekommt.  
    Vorher habe ich gearbeitet und das nur nebenher gemacht und da war es irgendwie egal, ob die Leute es hören oder nicht. Und jetzt hoffe ich natürlich, dass ich davon irgendwie leben kann.

    Lara: Wie lief der Prozess von der EP ab?

    futurebae: Wann ich konkret damit angefangen habe, weiß ich gar nicht.  Mir war da aber auch noch nicht wirklich bewusst, dass ich noch eine EP mache, sondern ich habe einfach Musik gemacht. Das ist momentan auch immer noch so. Also ich gehe ins Studio und mache einfach was. 
    Und bei den Songs, die auf der EP gelandet sind, war das dann einfach klar, dass die gut ineinander greifen. Und ich habe es geschafft, beim Entwickeln der Song irgendwie eine Gesamtgeschichte zu entwickeln. 
    Der älteste Song ist deine Haut, das war einer der ersten Songs, die ich überhaupt geschrieben habe. Und der jüngste ist überall und nirgendwo. Ich wollte eigentlich nur ein Outro machen. 

    Lara: Hast du einen Liebling auf der Platte?

    futurebae: Ja, ich dachte, das ändert sich über die Zeit vielleicht noch, aber es war von Anfang an und ist es auch immer noch sowas wie ja.

    Ich mag die Energie und auch die Art, wie ich da die Geschichte erzähle. Ich kenne auch kaum Songs, die das Thema Unsicherheiten in der Art und Weise so aufgreifen, wie in diesem Song.

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    Lara: Die EP wurde ja von Tilmann Jarmer Produziert. Wie kam es zu der Zusammenarbeit?

    futurebae: Das ist ziemlich zufällig entstanden. Ich habe eine ganze Zeit lang in Erfurt gewohnt und er kommt auch aus der Ecke. Und wir haben irgendwie einen ziemlich großen Freundeskreis, wo man sich eben irgendwie so ein bisschen kannte. Aber wir haben uns nie persönlich getroffen. 
    Als ich dann angefangen habe Musik zu machen, hat er mich auf Instagram angeschrieben und gefragt, ob ich nicht Lust hätte, was mit ihm zusammen zu machen. 

    Er hat mir super viel beigebracht und mir mit seiner ruhigen Art geholfen, mich ein bisschen zu formen.  Er hat mir einfach viel Raum gegeben und hat alle meine Ideen unterstützt, egal wie verrückt die waren.  Und so hat es angefangen und es hat nie aufgehört. 

    Lara: Das hört sich ja richtig traumhaft an!

    futurebae: Ja, das ist wirklich eine richtig gute Seele, ich bin sehr froh. Das sind die schönen Seiten des Internets!

    Lara: Ich finde, man hört es auch meistens am Endprodukt, wenn alles so harmoniert. 

    futurebae: Ja, ich kann mir auch tatsächlich nicht vorstellen, mit fremden Leuten zu arbeiten. Also wenn ich für mich Musik mache, ich schreibe ja sehr persönlich, dann muss es auch jemand sein, mit dem ich mich einfach wohlfühle und wo ich das Gefühl habe, das ist nicht nur so ein Arbeitsding, sondern da ist einfach die Leidenschaft hinter.

    Ich hoffe, ich komme nie an den Punkt, wo sich das alles wie eine Maschine anfühlt und nicht mehr die Musik im Vordergrund steht, sondern die Seele ist mir das Wichtigste.

    Lara: Ich durfte dich letztes Jahr in Gießen beim Stadt ohne Meer ansehen und anhören. Bald wirst du ja auch auf dem Splash auftreten. Du machst noch nicht so lange Musik, wie ist das für dich, so plötzlich auf den großen Bühnen zu stehen?

    futurebae: Voll geil. Also ich kann das selber noch gar nicht fassen, dass das alles passiert. Ich habe ja vor zwei Wochen auch auf dem Melt gespielt und ich hatte so Angst! Ich habe im Moment immer noch bei jedem Auftritt, nicht Angst auf der Bühne zu stehen, sondern Angst, dass einfach nur fünf Leute oder so kommen. Es ist so schön zu sehen, dass dann aber doch Leute kommen und es auch wirklich fühlen. Das hätte ich einfach nie erwartet. Vor allem, wenn man bedenkt, dass ich noch so eine kleine Künstlerin bin.

    Aber ich find’s voll geil, es ist das allerschönste Gefühl und die Bühnen können von mir aus einfach immer größer werden.

    Lara: Wobei, so klein bist du ja jetzt auch nicht mehr. Ich meine, ich habe vorhin bei Spotify gesehen, dass du mittlerweile 150.000 monatliche Listener hast.

    futurebae: Es fühlt sich auch immer noch so an wie gestern, als bei Spotify die 250 standen und ich mir den Arsch abgefreut hab, dass 250 Leute meine Musik fühlen. Mir jetzt vorzustellen, dass es 150.000 sind, ist einfach nur absurd. Und dann denke ich aber auch, wie müssen sich denn Leute fühlen, bei denen da irgendwie 3 Millionen stehen?

    Lara: Ich glaube, ab einem gewissen Punkt sind diese Zahlen auch einfach gar nicht mehr so greifbar. Es ist dann einfach eine Zahl. Nicht wie bei einem Konzert oder Festival, wo man dann die Masse an Menschen wirklich sehen kann.

    futurebae: Ja, voll! Dass da dann auch noch so viele sind, die die Texte können und mitsingen, das ist der Wahnsinn.  Dass man eine Geschichte geschrieben hat, die mich natürlich berührt oder auch mein Umfeld betrifft und dann damit andere Leute erreicht ist einfach krass.

    live, live, live!

    Lara: Wo wir jetzt schon bei live Auftritten sind, hast du einen Song den du live am liebsten performst?

    futurebae: Oh, ja. Richtig krass ist auf jeden Fall immer noch Coca Cabana

    Lara: Hast du eine Traumlocation wo du mal spielen magst?

    futurebae: Puh, in Deutschland, würde ich auf der Fusion gerne mal spielen. Ich glaube aber auch, dass die Fusion in Amerika völlig abgedreht ist, das wäre richtig krass.

    Lara: Wo wir schon bei Liveshows sind, hast du schon Pläne für eine Tour?

    futurebae: Also ich hoffe, dass ich eine machen kann. Vielleicht nächstes Jahr oder so, aber speziell geplant ist da jetzt noch nicht. Jetzt erstmal die Festivals und dann mal schauen, ob da dann immer noch Menschen stehen und Bock haben (lacht). Und wenn ja, dann wäre das schon cool.

    Lara: Na hoffen wir mal! Aber ich bin mir da ehrlich gesagt schon ziemlich sicher. 

    Ich bin nicht da, weil ich eine Frau bin, sondern weil ich einfach krass bin!

    Lara: Kommen wir mal zu einem ganz anderen Thema. Und zwar habe ich gesehen, dass du z.B. auf Playlists wie „Girls to the Front“ zu hören bist. Ich habe das Gefühl, dass langsam zumindest etwas Bewegung in das Thema „Frauen in der Musikbranche“ gekommen ist. Siehe auch Kampagnen wie  Cock am Ring oder Musequality.  Wie erlebst du das, als weibliche Musikerin?

    futurebae: Also ich habe ja während Corona angefangen Musik zu machen. Ich weiß nur vorher als Konsumentin, dass ich schon immer gedacht habe, dass das einfach kein Verhältnis zwischen Männern und dem Frauenanteil ist. Gerade auch auf großen Festivals ist es ja immer noch ein Fakt, dass einfach so viel mehr Männer als Frauen gebucht werden. Und das kann einfach nicht sein. 

    Es ist einfach ein absolutes Unding, weil es gibt super viele talentierte Künstlerinnen und ich finde, es sollten z. B. solche Quoten gar nicht nötig sein müssen. Die Leute müssen einfach verstehen, dass ein ausgeglichenes Booking einfach alles ist. Die Fans haben da ja auch Bock drauf!
    Es ist ja nicht so, dass weibliche Artists nicht bekannt sind. Also wir haben so viele großartige Künstlerinnen in Deutschland. Sei es eine Nura im Rap oder eine Mine im Pop. 

    Es gibt einfach so, so viele große Namen und auch so viele kleine Namen, die vielleicht die Chance bekommen sollten, mal zu spielen. 

    Und ich habe das Gefühl, es ändert sich, aber es sollte sich schneller ändern. Und es ist cool, so Listen wie „Girls to the front“ zu haben, aber gleichzeitig denke ich auch, es sollte auch in den großen Playlisten, welche nicht nur für Frauen ausgelegt sind, einfach Frauen vertreten sein.

    Es ist schon auch anstrengend, immer etwas reduziert zu werden.  Sätze wie: „Ach ja, weil du eine Frau bist“ oder auch auf Festivals zu sein, weil du eine Frau bist.  Ich bin nicht da, weil ich eine Frau bin, sondern weil ich einfach krass bin!

    Lara: Ja, das kann ich auf jeden Fall unterstreichen. Ich muss auch zugeben, dass mir das als Konsumentin erst recht spät aufgefallen ist. Aber als ich das dann erstmal gecheckt und reflektiert habe, war ich einfach nur shocked. 

    futurebae: Wenn ich da retrospektiv drauf schaue, habe ich da auch ganz lange einfach nie drüber nachgedacht. Also ich höre schon richtig lange Rapmusik und es war einfach so normal, dass das im Prinzip so eine Männerdomäne ist. Ich habe das am Anfang gar nicht so hinterfragt. Es muss einfach Leute geben, die das ansprechen, die das transparent machen und einfach mal darüber reden, damit man eben selber auch anfängt darüber nachzudenken.

    Also die Veränderung kann erst geschehen, wenn Leute einfach darauf hingewiesen werden. Und es muss nicht immer pöbelnd und laut und mit einem großen Schlag ins Gesicht sein, sondern man kann auch einfach mal darüber sprechen. Einfach sagen: hey, krass, es ist aber schon komisch irgendwie vier Männer und nur eine Frau als Line-up zu haben. Warum das wohl so ist?

    Lara: Da kann ich dir wirklich nur zustimmen. 

    Wir neigen uns dem Ende des Interviews zu. Deine EP trägt ja den schönen Namen „Willst du mit mir gehen?“. Mit wem würdest du denn gerne mal essen gehen?

    futurebae: Oh, ich glaube da bin ich momentan bei Harry Styles. Ich hab mich so in das Album verliebt! Und auch seine ganze Ästhetik und diese Welt, die er erschaffen hat. Das ist echt beeindruckend.

    Lara: Da wirst du wohl nicht die Einzige sein.

    futurebae: Das glaube ich auch nicht. Aber ich kann mich dem Charme auch nicht ergeben, wenn ich ehrlich bin (lacht). Ultra inspirierend.

    Lara: Was inspiriert dich denn sonst noch so?

    futurebae: Alles!  Gute Erfahrungen, schlechte Erfahrungen. Mein Leben und auch das Leben meiner Freund:innen. Es kann auch eine Ausstellung sein, es kann ein Buch sein, Film, manchmal auch andere Musik. Manchmal reicht da auch einfach ein simpler Spaziergang.

    Ich glaube, das ganze Leben ist Inspiration, wenn man einfach hinguckt und dafür auch bereit ist.

    Lara: Damit sind wir auch schon am Ende unseres Interviews angekommen. In dieser fragen wir immer nach einer Untold Story. Irgendetwas, was du bisher in keinem anderen Interview erzählt hast. Das kann etwas Lustiges sein, z.b. vom Albumprozess, aber auch irgendetwas anderes, was du gerne mal mit der Welt teilen möchtest.

    futurebae: Ich habe gestern zum ersten Mal einen Song live performt. Und auf dem Weg dahin ist mir aufgefallen, dass sich eine Zeile in dem Song habe, die auf der Demo anstatt „um Happiness zu fühlen“ nach „um Herr Penis zu fühlen“ klingt. Ich hätte auch einfach schreiben können „um mich happy zu fühlen“ oder so schreiben können. Ein schönes Schlusswort, na ja.

  • Juicy Gay im Interview: »Nach zwei Jahren Arbeit war ich nervös, dafür jetzt umso glücklicher«

    Juicy Gay im Interview: »Nach zwei Jahren Arbeit war ich nervös, dafür jetzt umso glücklicher«

    Es blitzt und donnert in der Nacht, wenn Juicy Gay sein Tape dropped. Ich habe in dem Wetterbericht vom 29.04. nachgeschaut, allerdings – zumindest in meiner Umgebung – keine Unwetterwarnungen gefunden. Laut wurde es bei mir zum Hause aber auch ohne Gewitter, denn ich habe in voller Alexalautstärke das Album Blitz und Donner von Juicy Gay und Mosa gepumpt. Und weil das so gut war, habe ich mich nicht nur mit meiner Alexa, sondern auch mit Juicy Gay über sein zweites Album unterhalten.


    Hallo, wie geht’s?

    Lara: Hallo Juicy Gay, ihr habt gerade frisch euer Album veröffentlicht. Wie geht es dir so kurz nach dem Release?


    Juicy Gay: Also jetzt kurz nach dem Release bin ich sehr froh, dass es draußen ist, weil wir sehr, sehr viel Zeit investiert haben. Also es war schon eine sehr intensive Zeit, vor allem vorher alles zu organisieren wie Musikvideodrehs, Interviews und ja, ich bin sehr froh und ein bisschen erleichtert, dass es jetzt raus ist. 

    Aber an sich, abgesehen vom Album, war es auch danach übelst stressig. Ich habe Release Party gefeiert, habe übelst gesoffen, dann hatte ich nur zwei Stunden gepennt. Dann musste ich nach Hause zu mir in die Heimat. Meine Mama hatte Geburtstag und da haben wir extrem viel Alkohol getrunken und dann musste ich wieder mega besoffen zurück. Ich hatte kaum gepennt, musste arbeiten und gestern habe ich dann, ich schwöre, zwölf Stunden geschlafen. Ich bin beim Serie gucken einfach eingepennt. Und heute ist der erste Tag, wo ich mich wieder ein bisschen fresh fühle.

    Lara: Na, das hört  sich ja nach einem sehr guten Release Wochenende an.


    Juicy Gay: Ja, wir haben voll schön reingefeiert. Wir sind dann noch in die Kneipe und haben auf dem Spielplatz reingefeiert. Kennst du da diese Schaukeln? Eigentlich eher wie eine Seilbahn. Da habe ich die ganze Zeit Leute angestupst und bin mit gerannt. Dabei habe ich erst mein Portemonnaie verloren, das dann wiedergefunden und dann meine Bankkarte verloren.  


    Lara: Oh Shit, Funfact:… (an dieser Stelle haben wir noch das Thema betrunkene Spielplatzabenteuer vertieft, darüber schreibe ich vielleicht ja mal ein anderes Mal)


    Lara: Na ja, auf dem Spielplatz ist immer am besten. Weiter geht’s. Hast du schon Autotune für das Interview angestellt?

    Juicy Gay: (Lacht) Das hast du bei Twitter gelesen, stimmt’s? Ich würde es machen, wenn ich die Interviews aufnehmen würde. Gestern wurde es mir leider nicht erlaubt.

    Lara: Merke ich mir auf jeden Fall fürs nächste mal. Du hast ja jetzt schon den ein oder anderen Release hinter dir, auch wenn es jetzt erst dein zweites offizielles Album ist.


    Juicy Gay: Ja, aber ich bin mir selber immer unsicher, was ein Mixtape und was ein Album ist. Ich definiere das selber für mich immer nur als Projekt.


    Nach zwei Jahren Arbeit war ich nervös, dafür jetzt umso glücklicher

    Lara: Haben sich die Releases mit der Zeit verändert? 


    Juicy Gay: Dadurch, dass jedes Release einen bestimmten Arbeitsaufwand mit sich bringt, habe ich das Gefühl, dass ich eigentlich je nach Arbeitsaufwand eigentlich nervöser werde, je mehr es ist. Zum Beispiel habe ich die Quarantäne EP vor zwei Jahren gemacht und die habe ich dann an einem oder zwei Tagen festgestellt und dann einfach hochgeladen. Und da war ich natürlich gar nicht nervös, weil das ja einfach so das ist, was ich eben mal so mache. Bei dem Album haben wir jetzt aber echt zwei Jahre, wenn nicht noch länger dran gearbeitet und da ist man doch schon relativ nervös, wie das ankommt. Nach zwei Jahren Arbeit war ich nervös, dafür jetzt umso glücklicher, wie gut es angekommen ist.

    Lara: Wie lief so der Prozess ab? 

    Juicy Gay: Der erste Song ist tatsächlich schon 2018 entstanden. Und zwar Villa und Yacht, den haben wir dann erst mal übers Internet gemacht. Ich habe nämlich damals von Alpha Mob, einem Memphis Underground Produzenten Beats bekommen und der meinte dann yo, der Beat ist mit Mosa und macht doch mal was zusammen. Und dann hatten wir aber erst ein, zwei Jahre gar nichts mehr gemacht. Und tatsächlich ist auch Villa und Yacht in einem Kinofilm mal gewesen. In so einem deutschen Kinofilm. Bonnie und Bonnie heißt der. Es geht da um lesbisches Paar. Ich habe den selber noch nicht gesehen, aber soll wohl ganz okay sein. Ich weiß es nicht. Deutsche Filme immer schwierig (lacht).

    Dann hatten wir uns Anfang 2020 wieder getroffen, weil ich dann in Berlin gelebt habe und er sein Studio und Kreuzberg bei mir in der Nähe hatte. Und da haben wir dann angefangen, Songs zu machen. Fresher denn je, glaube ich als erstes, allein manchmal als Zweites und dachten dann, nach so vier, fünf Songs, jetzt können wir eine EP machen. Und dann hatten wir uns mit Alpha Mob, der auch den Villa und Yacht Beat mitproduziert hat, noch mal zusammengesetzt und das besprochen. Er meinte, dann macht doch ein Album. Dann haben wir noch vier fünf Songs dazu geschraubt, was aber auch nochmal ein Jahr gedauert hat. Wir haben die ganzen Songs zusammen gemacht. Also recorded haben wir alles zusammen. Ideen kamen eigentlich alle von mir, aber bei der Umsetzung kam dann auch viel von Mosa.

    Wir haben auch sehr viel zusammen gemischt. Wir hatten sehr viele Gastmusiker/innen. Bzw. glaube ich eigentlich nur Gastmusiker, jetzt abgesehen von den Rap Features. Es hat jemand Posaune eingespielt und wir hatten verschiedene Gitarristen die uns geholfen haben. Und genau, so war der Prozess. Eigentlich war ich immer bei Mosa im Studio. Mosa ist nämlich Sounddesigner und macht Sounddesign für Filme, Musikvideos und Werbung und hat dementsprechend ein krasses Studio, wo wir uns dann musikalisch ausleben konnten.


    Lara: Wie war das mit der Pandemie? Hat sie auch in den Albumprozess miteingespielt? 


    Juicy Gay: Ja. Ähm, also die Pandemie hat auf jeden Fall auf dieses Album einen großen Einfluss gehabt, weil es in dem Album ja auch irgendwie viel um Einsamkeit geht. Ich hatte dann auch eine Trennung in der Pandemie und das habe ich irgendwie alles verarbeitet auf diesem Album. Und es gab ja auch die Quarantäne EP, die ein bisschen lustiger war, wo ich mich damit auseinandergesetzt habe. Aber auf dem Album habe ich versucht, irgendwie ernst meine Probleme in dieser Zeit, gerade auch in der Pandemie umzusetzen.

    Albumcover Blitz und Donner


    Lara: Habt ihr einen Lieblings Track auf dem Album?

    Juicy Gay: Mein liebster Track ist die Stadt brennt, einfach weil er so einen Hyper Pop Vibe hat. Und von Mosa, da weiß ich gar nicht den Lieblingssong. Ich würde sogar vielleicht auch sagen, dass er Die Stadt brennt sagen würde, weil der einfach so super experimentell ist und wir uns da einfach freien Lauf gelassen haben und es so gemacht, wie wir wollten. Aber es wechselt auch gefühlt wöchentlich was mein Lieblingssong ist.


    Lara: Die Stadt brennt ist tatsächlich auch mein Favorit.

    Juicy Gay: Cool freut mich voll. Ja, ich meine bei so einem Colabo Album muss man ja auch immer viele Kompromisse eingehen. Und eigentlich ist das gerade genau mein Film, da ich eigentlich sehr, sehr viel Hyper Pop höre und auch diesen Einfluss dann in dem Song unterbringen wollte. Es ist aber auch Soundtechnisch viel, viel Einfluss von Mosa mit reingekommen. Aber natürlich auch von mir.

    Lara: Gab es Tracks, die es nicht aufs Album geschafft haben?

    Juicy Gay:: Tatsächlich nicht. Da wir eigentlich an jedem Song so lange gefeilt und rumgeschrieben haben, Beats neu gemacht, tausendmal abgemischt haben, bis der für uns perfekt war und deswegen hatten wir gar keinen. Ich meine, wenn ich Songs alleine mache, dann mache ich super viele Songs und habe auch viele Wegwerf Songs, wo ich einfach im Nachhinein denke, ja lohnt sich nicht den rauszubringen. Ich  glaube die Hälfte oder so von den Songs die ich sonst so mache, kommt eigentlich gar nicht raus. Aber bei dem Album war das jetzt nicht so, weil wir eigentlich versucht haben, das, was wir gemacht haben, zu perfektionieren.

    Lara: Wie sieht es eigentlich bei dir live mäßig aus? Ist da schon was geplant mit dem Album?

    Juicy Gay: Mit dem Album jetzt spezifisch keine Tour. Allerdings habe ich ein zwei Solo Auftritte jetzt die nächsten Monate und dann kommt noch ein cooles Album mit MC Smook. Wahrscheinlich im September oder vielleicht auch vorher. Und dazu machen wir eine Tour im September und planen da gerade und haben da auch schon einige Gigs fest. Und wenn dann die ganze Tour zu Ende geplant ist, dann nutzen wir das. Und da freue ich mich sehr drauf. Da werden dann natürlich auch viele Songs von mir präsentiert.

    Lara: Wie nice!

    Juicy Gay: Ja, man, ich freue mich schon mega drauf. Ich wäre eigentlich zum Anfang der Pandemie auf Tour gewesen, das musste aber ja leider ausfallen. Super schade. Das hittet richtig hart im Nachhinein.

    Lara: Das glaube ich. Hast du einen Song, auf den du dich ganz besonders freust live zu performen?

    Juicy Gay: Ähm, eigentlich auf 100.000 Ketten. Da habe ich den auch so geschrieben, dass der live irgendwie gut performed werden kann. Und ja, eigentlich performed man am liebsten immer die Banger. Da freue ich mich am meisten drauf. Ich freue mich aber auch, allein manchmal und Songs, die ich bisher nicht in meiner Diskographie hatte, auch mal live zu spielen und bin gespannt, wie das ankommt. Da habe ich noch gar keine Erfahrung mit.

    Ehrlich, gefährlich

    Lara: Jetzt zu einer Frage, die nichts mit dem Album zu tun hat, mich aber trotzdem brennend interessiert. Und zwar gibt es bei Instagram bei @hiphoparchiv so ein schönes Bild von dir mit einem Graffiti aus 2015. Was hat es damit auf sich?

    Juicy Gay: (Lacht) Ich bin manchmal bei mir in der Heimatstadt, in Borken. Und jetzt mal hier an die Polizei In Borken: Das ist nicht von mir! Weil das wäre auch noch nicht verjährt. Das haben wir nämlich auf Facebook gesehen und wir wussten dann auch, wo das ist. Und dann haben wir ganz schnell das Foto gemacht, einen auf den (lacht). Aber ich habe es damals auch nur so gepostet, als hätte ich das gemacht. Also Shoutout an den Gay Mob. Das sind meine Freunde aus Borken, mit denen habe ich in der Heimatstadt immer viel Schabernack gemacht.

    @hiphoparchiv auf Instagram

    Lara: Achso, na dann, alles klar. Du bist ja generell ein sehr gefährlicher Typ und polizeibekannt. Wobei, jetzt ja nicht mehr, das hast du ja gerade geklärt.

    Juicy Gay: (Lacht) Doch doch, in Borken bin ich auch Polizeibekannt. Aber wegen sowas wie auf der falschen Straßenseite Fahrrad fahren, oder weil mein Fahrradlicht kaputt war. Da war auf jeden Fall viel Action.

    Lara: Ach herrje. Und wann rechnest du mit der nächsten Anzeige von der AfD?

    Juicy Gay: Also das Ding ist, ich habe ja noch nie eine Anzeige von der AfD bekommen. Die hatten mir immer nur gedroht damit. Bzw. haben die schon sowas geschrieben wie „Anzeige an diesen jungen Herren ist raus“. Da hatte ich auch ein bisschen Angst, dass was kommt. Und ich weiß auch aus persönlicher Erfahrung, dass jemand aus meiner Heimatstadt auch immer wieder AfD Plakate abreißt. Und ja, ich hoffe, dass das keine Folgen hat und denke das auch. Also ich bin da eh komplett raus und bin sicher, dass da keine Anzeige kommen wird. Und Björn Höcke dürfen wir auch ein Faschisten, denn da kann auch nichts passieren.

    Lara: Das stimmt, na dann ist ja gut. Damit sind wir schon fast am Ende von unserem kleinen Interview. Unsere Schlussfrage bei untoldency richtet sich immer ein bisschen nach unserem Konzept hier. Und zwar fragen wir immer nach einer untold story, also irgendwas, was du vorher noch in keinem Interview vorher erzählt hast. Das kann eine kleine Anekdote sein oder irgendwas witziges, was beim Albumprozess passiert ist oder irgendetwas, was dir einfach auf dem Herzen liegt und du gerne in die Welt hinaustragen möchtest.

    Juicy Gay: Muss ich kurz überlegen. Ich bin ja so ein Vollidiot der immer sofort alles twittert. Also, was ich bis jetzt nur einmal erzählt habe, war, dass ich mit 14 bei Haftbefehl mal auf der Bühne war und gerappt habe, weil der in Münster aufgetreten ist. Das war zur Chabos wissen wer der Babo ist Zeit. Da habe ich gerade auch selber erst angefangen Texte zu schreiben unter dem Namen Kellerkind. Da waren dann vielleicht so 300 Leute und er hat dann gefragt ob irgendwer hier Rappen will. Dann hat niemand was gesagt und dann habe ich eben irgendwann so kleinlaut aufgezeigt und er meinte nur so Bruder, komm hoch! Dann habe ich da so mega schlecht Acapella gerappt. Aber die Leute haben mich mega abgefeiert.
    Das habe ich zwar schon einmal erzählt, aber das weiss eigentlich keiner.

    Lara: Na gut, das geht aber durch.

    Nach so einem lieben Interview kann man doch nur Bock bekommen haben das Album zu hören. Also hier, have fun:

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  • Tom Taschenmesser und Krakus finden es „normal dass du angst hast“

    Tom Taschenmesser und Krakus finden es „normal dass du angst hast“


    Liebe Freund/innen der unbequem ehrlichen und schwer verdaulichen Musik, aufgepasst! Denn heute stellen wir euch die EP normal dass du angst hast von Tom Taschenmesser und Krakus vor. Den aufmerksamsten Leser/innen unter euch wird der Name Tom Taschenmesser etwas sagen können. Schon mit seiner EP verstehst du, nein gut konnte Tom das untoldency Team für sich gewinnen. Hier könnt ihr die ausführliche Review von Lukas zu dieser unendlich guten EP lesen und auch ich habe schon in meinem Jahresrückblick von Tom Taschenmesser geschwärmt. 

    Umso größer war die Freude, als ich gelesen habe, dass es endlich wieder neuen Stuff von ihm gibt. Diesmal hat er sich mit dem ebenfalls aus Wuppertal stammenden Multiinstrumentalisten Krakus zusammengetan. Was dabei schönes herausgekommen ist, könnt ihr jetzt hier lesen.  

    Man wird ja wohl noch träumen dürfen

    Die EP beginnt mit dem kurzen, aber harten Song Träume und mit den Worten:

    Das Taxometer läuft völlig ohne Gnade
    Du bist ja selber Schuld wenn du glaubst was ich so sage
    Rettung aus beengten Räumen
    Was wir nicht alles machen könnten
    Man darf ja wohl noch träumen
    Man wird ja wohl noch träumen dürfen

    Dieser 39 Sekunden kurze Track erinnert etwas an verzerrte Sirenen und löst direkt eine gewisse Beklommenheit beim Hörenden aus. Träume gibt einen ersten, herben Vorgeschmack auf das, was uns auf dem Album noch erwartet. 

    Wer ist als Nächstes dran? 

    Im Falle des EP-Verlaufes ist es zumindest Kommissar. Im Text des zweiten Liedes wird allerdings nicht die Trackliste ausgewählt, sondern wer als Nächstes dem Kommissar zum Opfer fällt.

    Albumcover

    Auf dem Song, welcher schon als Single zu hören war, dürfen wir zum ersten Mal Krakus’s sanfter und beunruhigend ruhiger Stimme lauschen. Dieser Sprechgesang ist so eindringlich, dass er easy den Soundtrack eines Horrorfilmes geben könnte. Der Sound geht ins Ohr, krallt sich fest in den Kopf und der kritische Text kratzt schmerzhaft an der Seele. 

    Durch die Nacht ein Hilfeschrei
    nur ein weiterer Einzelfall

    Kommissar

    Das meines Erachtens wichtigste Stück der Platte trägt den Namen Leere Stühle.  Irgendwo zwischen Müdigkeit und Wut unterscheidet Tom Taschenmesser zwischen Furcht und Panik. Eine unfassbare Ratlosigkeit und Frustration machen sich breit, Übelkeit setzt ihm zu. Musikalisch passt hier -wie auf der gesamten EP- wohl die Beschreibung Horror-Indie am besten. Schräge Synthies und verzogene Gitarrensounds werden von einem 808-Beat begleitet. 

    Die Mörder eurer Freunde sehen so aus wie ich
    Da stehen Namen an der Wand
    Die Mörder meiner Freunde 
    Um wen gehts hier eigentlich 
    Ach Gott was ist mir übel

    Leere Stühle
    normal dass du angst hast

    Weiter geht es mit dem ruhigsten Song von normal dass du angst hast. Menschen beginnt mit einem sanften Beat welcher mich an Wassertropfen denken lässt. Gefolgt von wackligen Synths besingt Krakus die gefühlte Aussichtslosigkeit der Menschheit und löst dabei Gefühle von Hilflosigkeit und Ohnmacht aus. 

    2,3 Brutto ist der nächste Track und hebt sich durch die Kürze, die Kraft und einem wütenden Tom Taschenmesser vom vorherigen Song ab. Beim Hören des Liedes kommt bei mir die Frage hoch, wie viel man arbeiten muss, um sich Müdigkeit und Schmerzen (welche von dieser Arbeit ausgelöst werden) leisten zu dürfen?  Eine ganz schön beschissene Vorstellung. Ob die Frage, die ich mir stelle, irgendwie Sinn ergibt, weiß ich auch noch nicht so ganz, aber was ich auf jeden Fall weiß ist, dass auch dieser Track ein absolut gelungenes Statement ist. 

    Schluchten ist ein weiterer, sehr düster klingender Track, welcher an schlimmste Szenarien erinnert. Tom fordert die Menschen auf, die Schluchten und deren Verstecke zu verlassen und sich der nicht unbegründeten Angst entgegenzustellen und diese zu akzeptieren und normalisieren. 

    Cool und normal dass du Angst hast
    Hier ist alles gepanzert
    Die Zuversicht wirkt zwanghaft
    Jeder Konsens ein Kampfakt

    Schluchten

    Auf dem kürzesten und vorletzten Track Reichste Viertel, betrinkt sich Tom Taschenmesser für 32 Sekunden auf den Spielplätzen der reichsten Viertel seiner Stadt, weil er dort niemanden stört. Dabei wird er von Sirenen artigen Synthies begleitet, welche vermuten lassen könnten, dass er gleich auf einem dieser Spielplätze von UFOs Besuch abgestattet bekommt.

    Hiermit sind wir am Ende der Horror-Indie EP angekommen. Mit der Heuchler findet normal dass du angst hast ein gebührenvolles Ende. Auch hier baut der Klang wieder auf verzerrte Synthies, Gitarren und einen elektronischen Beat. 

    Vielleicht ein schwacher Trost
    Doch ein ganz neuer Versuch
    Niemand wird der Held 
    Und sei ehrlich zu dir selbst

    Der Heuchler
    Fazit

    Mit normal dass du angst hast haben Tom Taschenmesser und Krakus eine intensive, schwer verdauliche EP veröffentlicht. Die Texte sind schmerzhaft und unbequem, aber genau das müssen sie bei den gewählten Themen eben auch sein. Die sanfte, tiefe Stimme von Krakus und Toms kratziger Sprechgesang ergänzen sich perfekt. Soundtechnisch hätte es gut auf unsere Halloweenplaylist gepasst, wobei die Texte alles andere als (Halloween-)Partytauglich sind.

    Übrigens: Das Geld, das die EP über Bandcamp einspielt geht die ersten vier Wochen komplett an @kop_berlin, welche Betroffene von rassistischer Polizeigewalt unterstützen. (!klick hier!)

    Ich empfehle ALLEN von Herzen in diese EP reinzuhören, da es wiedermal sehr zum Nachdenken anregt. Und wie wir alle (hoffentlich) wissen, schadet etwas Denken bekannter Weise nicht. Also hier, have fun:

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    Fotos: Lilli Thöne

    Tom Taschenmesser & Krakus – “normal dass du angst hast” EP (VÖ: 06.05.22 via die neue leichtigkeit)

  • Die Golden Hour hat geschlagen: Jeremias Tour 2022

    Die Golden Hour hat geschlagen: Jeremias Tour 2022

    Wer JEREMIAS sind, muss wahrscheinlich den wenigsten hier erklärt werden. Wie Dascha schon in ihrer Review zum Debütalbum golden hour geschrieben hat, sind in den letzten Jahren wohl nur wenige Bands so schnell so weit gekommen wie die vier Jungs aus Hannover. Mit ihrem warmen Sound konnte die Band schon vor Release ihres Debütalbums viele Ohren und Herzen erreichen und waren unter anderem Vorband bei Giant Rooks und OK Kid. Aktuell dürfen sie Cro auf seiner Tour begleiten.
    Glücklicherweise können JEREMIAS knapp ein Jahr nach dem Release ihrer Platte endlich auch auf eigene Tour gehen. Die Jungs hatten unter anderem zwei Tourstops im schönen Gloria in Köln. Bei der zweiten Show durfte ich netterweise zu Gast sein.

    Skate Punk vs. Indie

    Als ich gelesen habe, wer in Köln Voract sein wird, war ich erstmal überrascht und mindestens doppelt so hyped. Denn: kevin kenne ich eigentlich aus einer ganz anderen Musik Bubble, die ich bisher nicht mit JEREMIAS in Verbindung gebracht habe. 

    Ich hatte im Vorhinein ehrlich gesagt ein paar Bedenken, wie das sanfte JEREMIAS Publikum auf kevins Skate Punk reagieren wird. Diese Bedenken haben sich allerdings als unbegründet herausgestellt. kevin wurde nicht gedodged, sondern ganz im Gegenteil, sehr gefeiert und das Publikum hat ordentlich mitgevibed. 

    Es hat unglaublich Spaß gemacht, kevin auf der Bühne zuzuschauen, weil er es geschafft hat, seine Energie und Freude bei dem, was er macht auf das Publikum zu übertragen. Da war es auch nicht dramatisch, dass eine Saite gerissen ist. Ich bin sicher, dass er an diesem Abend einige neue Fans dazu gewonnen hat.

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    So sehr ich mir die Frage stelle, wie JEREMIAS auf kevin gekommen sind, umso mehr freue ich mich bei seiner zweiten Show ever dabei gewesen sein zu dürfen. Ja, richtig gelesen, seine zweite Show. Und dann gleich bei JEREMIAS. Not so bad I guess.

    Von Köln nach Paris

    Kommen wir zu den Protagonisten des Abends. Nach einer längeren Pause wird es dunkel. Anstatt von der Band werden die Zuschauer*innen mit spektakulären Lichtern und einer kurzen Story einer KI Stimme begrüßt.
    Dann ist es so weit, JEREMIAS tauchen auf und starten direkt mit ihrem Song Paris. Das Publikum rastet aus (man hätte es ahnen können), erfreut sich des Momentes und grölt euphorisch mit.

    Nach hdl ist zu meiner Freude diffus an der Reihe. Und ja, mein liebster JEREMIAS Song klingt auch live unglaublich gut. Ich habe mir an diesem Punkt sogar extra nochmal eine Sidenote mit einigen Ausrufezeichen gemacht, wie gut die Jungs live spielen.

    Nach nie ankommen wurde ein bisher nicht veröffentlichter Track namens unique gespielt. Auch dieses Liebeslied hat den typischen, warmen JEREMIAS Sound und mir Italien Urlaub Vibes geschenkt. Darauf folgen die beiden Tracks vom aktuellen Album ich mags und mio

    Nachdem die vorherigen beiden Songs sehr powerfull waren und das Publikum zum beben gebracht haben, kam mit Grüne Augen lügen nicht etwas Ruhe in den Saal. Da man der Band ja auch mal eine kleine Pause gönnen muss, hat das Publikum einen Großteil des Gesanges übernommen. And I cannot deny, das war wirklich sehr(!) schön.

    Stille, Stille.

    Mein Highlight des Abends war tatsächlich ein weiterer unreleaster Song, um genau zu sein, eine sehr schöne und zugleich sehr traurige Ballade. Die Zuschauerschaft war während des gesamten Tracks extrem aufmerksam und fokussiert.  Auch ich stand einfach da und war vor allem vom Text mehr als gebannt. Der Fakt, dass nach dem Song der ganze Saal für 1-2 Sekunden komplett still war, unterstreicht nochmal gut, wie intensiv das war (wow, how dramatic).

    Die kurzzeitig doch etwas bedrückte Stimmung, wurde dann mit schon okay und bésame mucho easy wieder aufgelockert.

    Wir neigen uns dem Ende des Konzertes und somit auch dem meines Berichtes zu. Als krönenden Abschluss gab es nochmals den alten Hit Sommer, welcher samt Moshpit gebührend gefeiert wurde.
    Also. Zusammenfassend können wir sagen: Es war ein rundum schönes Konzert. Sold out, schöne Location, ein gut gestimmtes Publikum und ein sehr, sehr guter Vorract. Und man kann nicht leugnen, wie gut sich JEREMIAS live machen. Herzlichsten Dank, es war sehr schön.

    Wenn du jetzt Lust bekommen hast, etwas zu golden hour zu tanzen, kannst du das jetzt hier machen.

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    Fotos: Lara