Autor: Lara

  • Figure Beach im Interview: »Wir möchten die Dinge einfach passieren lassen«

    Figure Beach im Interview: »Wir möchten die Dinge einfach passieren lassen«

    Nicht nur der Kalender hat den Frühlingsanfang eingeleitet, sondern auch Figure Beach begrüßen die neue Jahreszeit mit ihrer Debüt EP „No Drama“. Figure Beach sind ein Trio aus Nürnberg, von welchem wir hier bei untoldency nicht das erste Mal und mit hoher Wahrscheinlichkeit auch nicht das letzten Mal berichten. Sie selbst beschreiben Ihre Musik als Nullerjahre Indie Rock. Lara hat sich mit 2/3 der Band auf Zoom getroffen und sich mit ihnen über ihr erstes Tape unterhalten, welches morgen, am 25.03 das Licht der Welt erblickt.


    Figure Beach im Interview

    Lara: Hi. Schön, euch kennenzulernen. First of all, wie geht es euch vor dem Release? 

    Patrick: Ja. Wir sind voller Vorfreude und wir sind gesund. Ich meine, das ist auch nicht so häufig momentan. Ich bin gespannt, ob wir in einer Woche, wenn das Konzert stattfindet, dass wir dann auch gesund sind. Uns geht es gut. Hannes Stimmt das? Geht es uns gut? 

    Hannes: Ja, mir geht’s auf jeden Fall auch gut. Ich denke noch gar nicht so viel ans Release. Ist ja erst nächste Woche, in neun Tagen um genau zu sein. 

    Lara: Also alles noch ganz entspannt. Schön. Meint ihr, ihr seid entspannter als beim Release euren ersten Single? Oder wart ihr da auch so entspannt wie jetzt? 

    Patrick: Ich denke mal, beim ersten Single Release waren wir schon sehr neugierig, wie das alles wird und wie die Leute das aufnehmen. Weil unsere erste Single We Didn’t Fit Together At All war halt irgendwie auch so der Startschuss von dieser Band. Und da war es halt total interessant, einfach die Reaktionen der Leute mitzubekommen. Wie reagieren Sie jetzt darauf? Welche Musik macht diese Band? Das ist so der erste Eindruck, den man so hat. Da war ich schon aufgeregter, das gebe ich zu. 

    Lara: Wie würdet ihr denn einer Person, die eure Musik noch nicht gehört hat, diese beschreiben? 

    Hannes: Wie Nullerjahre Indie-Rock. Der Indie-Rock, den man vor 10 bis 15 Jahren gehört hat. Oder 10 bis 20 Jahren quasi.

    Lara: Ihr seid ja eigentlich zu dritt. Wie habt ihr zusammengefunden? Wie kam es, dass ihr zusammen Musik macht? 

    Patrick: Also, zusammengefunden haben Paul und Ich, weil wir in der gleichen Grundschulklasse waren. Paul, Hannes und Ich, weil wir aus demselben Ort kommen bzw. aus annähernd demselben Ort. Und wir waren dann alle in verschiedenen musikalischen Projekten und haben auch immer mitbekommen, was die anderen alles so treiben und welche Musik die so machen. Dann waren wir an dem Punkt, wo Hannes und ich gemerkt haben, dass das, was wir jetzt gerade machen, noch eine*n Bassist*in vertragen könnte. Und Paul spielt praktischerweise Bass. Dann meinte Paul naja, wenn ihr echt niemanden Besseren findet, dann können wir das schon machen. Und es hat sich als sehr gute Entscheidung herausgestellt, weil Paul auch im Studio dabei war und einige Songs der EP dann auch mitgespielt hat. Also er kam zu uns, während wir die EP gerade geschrieben und aufgenommen haben und ist jetzt auf jeden Fall festes Mitglied. Ja, so würde ich das sagen. Wir kennen uns schon sehr lange und haben auch mitbekommen, was die anderen so machen. Und jetzt sind wir in derselben Band gelandet. 

    Lara: Wie alt wart ihr da ungefähr?

    Patrick: Wir waren im Grundschulalter. Und dann Hannes, wir zwei waren ungefähr 16? 

    Hannes: Ich war 14. 

    Patrick: Dann war ich 15. 

    Hannes: Also schon echt eine Weile. Paul und ich haben eine Zeit lang zusammen in Dresden gewohnt und haben dort zusammen in einer Band gespielt und sind dann beide wieder in Nürnberg zurück gelandet. Und genau da haben wir eine*n Bassist*in gebraucht und wir kannten Paul und Paul und hatte Zeit. Und wir sind ja Live auch zu viert. Also nicht, dass dieser Eindruck entsteht, dass wir nur mit drei Musikern auf der Bühne sind.

    Lara: Good to know! Wie haben sich eure Projekte vorher angehört? In welche Richtung gingen die? 

    Patrick: Hannes und ich hatten eben so mit 15, 16 die Idee, wir können ein bisschen zusammen Gitarre spielen und das hat sich dann immer so weiterentwickelt. Wir haben Songs gecovert und dazu blöde Videos gemacht. Und eines Tages hatten wir eine eigene Song Idee und haben einen eigenen Song geschrieben. Um deine Frage zu beantworten das war so ja Akustik Indie-Folk, das war diese Mumford & Sons Zeit, als die richtig cool waren. Und dann dachten wir, wir machen auch so was. Rückblickend würde ich sagen, eigentlich war das gar nicht so, sondern es hatte schon sehr starke Indie Züge. Weniger Folk, sondern mehr Indie. Und dann wurde es schrittweise immer mehr mit elektrischen Instrumenten versehen. Dann kam eine E-Gitarre mit rein, dann haben wir bisschen Demos aufgenommen, dann haben wir auch einen Bass mit reingespielt.

    Lara: Und wie seid ihr zu eurem jetzigen Sound gekommen? Hat sich das einfach so natürlich daraus entwickelt, oder hat noch etwas Anderes, etwas Neues mit eingespielt? 

    Patrick: Also ich glaube, dass es so passiert ist. Ich glaube, es kam mit den ganzen Instrumenten und auch die ganzen Möglichkeiten, welche diese Instrumente bieten. Also wenn du auf die E-Gitarre wechselst, dann kannst du mit Effekten viel mehr arbeiten als bei meiner Akustik Gitarre. Wir haben aber auch ein bisschen unterschiedliche Einflüsse. Also bei mir zum Beispiel ist es auch sehr stark Punk, der etwas meine musikalischen Vorlieben und den Sound den ich mag prägt. Bei Paul, der heute nicht hier ist, spielt wohl eher dass jazzy-bluesige mit rein. Das, was seine Bassspielweise auch prägt. Und Hannes, du kannst für sich selber sprechen. 

    Hannes: Ich weiß nicht, ob mein elektronischer Einfluss bei uns irgendwie Platz findet. Ich glaube irgendwie bis jetzt nicht. Also bei mir kommt es, weil ich einfach seit 14 Jahren sehr viel Indie Rock Musik höre. Angefangen mit damals den Strokes und den Arctic Monkeys. So wurden wir sozialisiert und im Endeffekt ist es ein Produkt aus unserem Projekt, das sich jetzt über sehr viele Jahre entwickelt hat. Und wie Patrick schon gemeint hat, irgendwann kamen andere Musikinstrumente und andere Musiker*innen dazu und dann war es halt auf einmal weg. Also es ist jetzt nichts vorgefallen, wo wir gesagt haben, okay, wir machen jetzt ganz neue Musik.

    Lara: Um jetzt mal zu eurer ganz bald erscheinenden EP zu kommen bzw. auch zu den einzelnen Singles. Wie sind diese wunderschönen Cover entstanden? 

    No Drama EP Cover

    Hannes: Es gibt zwei Frauen, welche ich auf Instagram gefunden habe. Die nennen sich weareyawn  Und die machen sehr viel für andere Indie Musiker*innen. Die entwerfen auch Zeug für Giant Rooks und Shelter Boy und darüber habe ich die dann im Endeffekt gefunden. Anstatt irgendwie selber etwas zu malen, so wie es in den Jahren davor war, oder die Nachbarin zu fragen ob sie uns für lau etwas hinkritzelt, haben wir uns gedacht, wir gehen das alles mal wirklich ernsthaft an und fragen mal richtig professionelle Leute an, ob sie uns etwas entwerfen. Und dann waren es eben die Mädels und wir sind auch sehr zufrieden, mit den schönen Artworks. 

    Lara: Verständlicherweise. Ich finde auch, die Singlecover so wie das der EP haben einfach einen richtig guten Wiedererkennungswert.
    Weiter gehts! Habt ihr einen favourite Song auf der EP?

    Patrick: Puh, ich bin ein sehr großer Fan von unserer ersten Single, weil er mir soundmäßig einfach so gut gefällt.

    Hannes: Wenn ich mich entscheiden müsste, wäre es wahrscheinlich Waves. Also Waves und knapp dahinter, wahrscheinlich ein Song der noch kommt. 

    Patrick: Ja, den finde ich auch gut. 

    Lara: Bevor wir zum Ende kommen. Habt ihr schon Ideen für nächste Projekte? 

    Hannes: Also wir sind natürlich super froh und stolz, dass diese fünf Songs jetzt auch für andere Leute endlich mal zu hören sind. Aber wir haben in der Zwischenzeit natürlich auch neue Songs geschrieben und bereiten uns gerade sehr stark für unsere Live Zeit vor. Es sieht so aus, als könnten jetzt Konzerte wirklich wieder ganz normal stattfinden und so planen wir jetzt auch. Wir haben am 26. März unsere Release Show, für die wir natürlich ein ganzes Set spielen und nicht nur unsere EP und mit fünf Songs. Wir freuen uns sehr, endlich Live spielen zu können. Darauf liegt jetzt auch der gesamte der Fokus. Wir haben viele Songs geschrieben, die noch nicht aufgenommen sind, weswegen es sich lohnt, sich das eben auf Tour anzuschauen (lacht). Ich würde sagen, das ist, was gerade besonders den Vorrang hat. Dass wir schauen, dass die neuen Songs, auch Live gut rüberkommen. 

    Patrick: Also wir haben eigentlich auch erst ein Konzert gespielt, das war im Oktober und dann war die Szene wieder dicht. Von daher war’s das. Aber was uns da ein bisschen hilft, ist, dass wir Songs eigentlich generell ziemlich simpel schreiben und in der Art und Weise, dass wir sie auch sehr einfach wiedergeben können. Also wir haben keine 20 Geigen und nen Chor mit drauf, sondern halt einfach unsere Instrumente im Kern. Und von daher überlegen wir uns gerade, wie wir das live am besten arrangieren und wie wir auch einfach unsere neuen Songs am besten mit einbringen können. 

    Lara: Dann sind wir es auch schon bei unserer Schlussfrage. Und zwar richtet die sich immer ein bisschen nach unserem Konzept bei untoldency. Und zwar fragen wir nach einer untold Story. Also einfach irgendetwas, was ihr noch nie in einem Interview oder in der Öffentlichkeit erzählt habt. Das könnte eine kleine Anekdote sein, irgendwas Witziges oder einfach irgendetwas, was euch auf dem Herzen brennt und unbedingt in die Welt hinaustragen wollt. 

    Patrick: Hast du was? 

    Hannes: Wir haben unsere tolle Story eigentlich leider schon bei der Untold Tea Time verbraten. 

    Patrick: Also wir haben jetzt nichts Weltbewegendes, aber unsere EP heißt No Drama und wir finden, das passt sehr zu unserer Art und Weise, am Songwriting ranzugehen. Denn wir möchten die Dinge einfach passieren lassen. Das finden wir ganz schön. Wenn sich das alles aber so seinen Weg sucht und wir keinen großen Aufriss drum machen. Ja, und dann, als wir uns entschieden hatten, dass das eigentlich ein passender Titel ist für die Veröffentlichung, ist uns halt der richtig miese Dadjoke aufgefallen, dass No Drummer ein bisschen ähnlich klingt, also nach Drama und Drummer. Und wir sind eine Band, die keinen festen Schlagzeuger hat, sondern halt mit Live Drummern arbeitet. Es ist weder witzig noch ist es interessant, aber dafür ist eine Untold Story! 

     

    Dadjokes aside, könnt ihr euch hier die „No Drama“ EP von Figure Beach anhören:

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    Fotos: Florian Weichelt

  • Zwischen der Leichtigkeit des Alleinseins und düsteren Pulsschlägen: Boardallein mit seiner Debüt-EP „Allein“

    Zwischen der Leichtigkeit des Alleinseins und düsteren Pulsschlägen: Boardallein mit seiner Debüt-EP „Allein“

    Dass wir bei Untoldency einen Faible für Newcomer*innen haben, sollte für niemanden etwas neues sein. Mit BOARDALLEIN haben wir wieder mal einen deiner Lieblingsartists von morgen! Der Wiener Newcomer hat Anfang diesen Monats seine Debüt EP Allein veröffentlicht, welche Indie- als auch Trapherzen höher schlagen lässt. Wie genau diese klingt, liest du am besten jetzt hier:

    Egal (nach Plan)

    Das Video zu Egal (nach Plan) schaut genau so aus, wie der Song klingt. Man träumt sich auf eine Wiese, lässt sich die Sonne ins Gesicht strahlen und es sich gut gehen.

    Sowohl der Sound als auch das Wortgewand lassen die Lyrics längst nicht so schwer wirken, wie sie eigentlich sind. Genervt von oberflächliche Beziehungen und Gesprächen besingt BOARDALLEIN die miserablen Aspekte der sozialen Kommunikation wie auf Instagram oder Tinder.

    ich will nicht auf deine Timeline, keine Show
    ich will mit dir meine Zeit teilen, einfach so

    Der Song beginnt mit einer sehr aufgehellten Stimme, welche die Worte „we don’t know (what we do)“ melodisch wiederholt. Diese Stimme wird von einem sanftem Gitarren schrammeln begleitet. Nach circa 15 Sekunden setzten Beat und Lyrics ein und sorgen für einen wirklich schönen Trap Sound. Mein Highlight des Songs sind eindeutig die Trompeten, welche man ab der hälfte des Tracks belauschen kann. Egal (nach Plan) vermittelt eine unglaublich warme Leichtigkeit, welche wir momentan wohl alle bestens gebrauchen können. 

    „völlig egal alles nach Plan – bezahl mit dem Leben weil ich bin Gott oder Göttin“

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    Perfekt

    In Perfekt distanziert sich der wiener Musiker von sämtlicher unrealistischen Inszenierung und Schönheitsidealen. Er erzählt von der Langeweile, welche diese Ideale und perfektionistische Trends, aber vor allem eine bestimmte Person in ihm auslösen.

     „du bist perfekt doch ich gelangweilt“

    Perfekt klingt ähnlich entspannt wie der erste Song, allerdings mit weniger Trompeten, dafür mehr elektronische Klavier Sounds.

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    Anthrazit

    Im Song Anthrazit beschreibt BOARDALLEIN genau die Situation in welcher dieser entstanden ist- aus dem Fenster gelehnt, rauchend, nach Schlaf suchend. Im dritten und damit letzten Track verliert die EP voll und ganz ihre anfängliche Leichtigkeit. Anthrazit klingt um einiges düsterer als die vorherigen beiden Tracks und ist wohl der eindringlichste des musikalischen Trios. 
    Mit Anthrazit schafft es BOARDALLEIN vom ersten Ton an, ein sehr bedrückendes Gefühl beim hören auszulösen. Dabei dürfte der pulsierende Beat, welcher den ganzen Song über den eigenen Herzschlag ersetzt, wohl nicht ganz unschuldig sein.

    Cover

    Von entspannten Summervibes, über schön verpackter Gesellschaftskritik bis hin zu eindringlichen, düsteren Pulsschlägen. Jeder Track der Mini EP unterscheidet sich sehr vom anderen und doch passen sie gut auf ein Tape zusammen. Auf der Debüt EP Allein von BOARDALLEIN werden sowohl Trap- als auch Indiefans auf ihre kosten kommen.

    Allein von BOARDALLEIN wurde am 4. März 2022 über Futuresfuture veröffentlicht und klingt so:

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    Fotos: Jonas Metzler

  • Mavi Phoenix im Interview: „»Marlon« ist frech, erfinderisch aber trotzdem irgendwie klassisch“

    Mavi Phoenix im Interview: „»Marlon« ist frech, erfinderisch aber trotzdem irgendwie klassisch“

    Marlon ist nicht nur Mavi Phoenix‘ bürgerlicher Name, sondern nun auch der Titel seines zweiten Studioalbums. Passend zum Release, durfte ich (Lara) mit Marlon, über Marlon sprechen, was am 25.02.2022 erschienen ist.

    Musikalisch bewegt sich Mavi Phoenix zwischen Lo-Fi-Pop, Trap und modernem R&B. Ausserdem finden sich auf seinem neuesten Release Gitarrensounds wieder. Nach dem Coming Out als Transmann und der Veröffentlichung seines Debütalbums „Boys Toys“ verabschiedete sich Marlon Nader 2020 von Social Media, nahm eine Auszeit und widmete sich seiner persönlichen sowie musikalischen Transition.

    In wie fern Mavi Phoenix seinen neuen Gitarrensound seinem Vater zu verdanken hat, wie der Albumprozess bei Marlon ablief und was seine persönlichen Lieblinge der Platte sind, könnt ihr jetzt hier im Interview lesen.


    Interview mit Mavi Phoenix

    Lara: Hallo Marlon, schön dass das geklappt hat. Du steckst ja aktuell mitten in der Promophase. Zum Einstieg frage ich dich erstmal, was du heute schon so gemacht hast.

    Mavi Phoenix: Ich war heute tatsächlich schon bei einem Interview, mal wieder Face to Face, in einem Cafe, für ein österreichisches Magazin. 

    Lara: Face to Face ist ja auch mal wieder ganz nice. Wie geht es dir? In 2 Wochen ist es soweit, dann kommt dein zweites Album Marlon raus. Wie geht es dir, so kurz vor dem Release? 

    Mavi Phoenix: Ja eigentlich ganz gut! Ich freue mich echt mega auf’s Album und ich realisiere auch gerade eigentlich erst, dass es bald wirklich rauskommt. Ich freue mich einfach wirklich sehr und auch, dass es danach dann auch endlich weitergehen kann.

    Lara: Das kann ich gut nachvollziehen. Unterscheidet sich der Release von Marlon zu dem von Boystoys? 

    Mavi Phoenix: Ich glaube, ich bin tatsächlich ein bisschen entspannter. Wahrscheinlich auch, weil ich voll an das Album glaube. Ich habe das Gefühl, dass es ein gutes Album geworden ist und freue mich einfach. Natürlich ist mir auch voll wichtig, was die Leute dann damit machen und wie sie es finden, aber ich bin da ziemlich gefestigt und denke schon, dass es den Leuten gefallen wird. Hoffentlich.(lacht)

    Lara: Also ich hab natürlich schon mal etwas reingehört und ich bin mir ziemlich sicher, dass es den Leuten gefallen wird. Weisst du schon, wie du den Release feiern wirst? 

    Mavi Phoenix: Jaa, ich werde in Berlin tatsächlich meine erste Releaseparty überhaupt machen! Beim letzten Album war da ja der erste Lockdown und da kam dann leider nichts zu Stande. Jetzt ist es natürlich auch irgendwie blöd mit Corona, aber wir werden dann hoffentlich mit 2G+ vielleicht auch mal ein Bisschen den Release feiern können.

    Lara: Nice, muss ja auch mal wieder sein. Jetzt back zum Album; wie lief der Albumprozess ab und wann hast du angefangen, die ersten Songs für Marlon zu schreiben?

    Mavi Phoenix: Bei mir ist es eigentlich so, dass ich ständig schreibe. Es ist nicht so, dass ich mir denke „jetzt habe ich das eine Album fertig und jetzt mache ich eine Pause“ sondern ich mache das natürlich voll gerne und es hat für mich auch irgendwie etwas therapierendes dabei. Ich brauche das Musik machen auch einfach irgendwie und deshalb mache ich echt ständig Musik. Nach Boystoys gab es dann ein paar Monate in denen ich auch Musik gemacht habe, aber davon ist dann zum Beispiel auch nichts auf dem Album gelandet. Da war ich dann auch kind of in einer Findungsphase um zu schauen, was mir überhaupt gefällt, zu schauen was ich in Zukunft machen möchte und um mich auszuprobieren.

    Irgendwann hat es klick gemacht

    Dann ist es aber auch eigentlich ganz schnell gegangen! Ich habe meine Gitarre gepackt, neu herumexperimentiert und auch wieder selbst produziert. Dazu hat sich auch noch meine Stimme verändert und dann hat einfach alles voll schön zusammengepasst! Richtig entstanden ist das ganze Album dann also zwischen Sommer 2020 bis Sommer 2021.

    Irgendwann hat es dann wie klick gemacht. Ich muss dazu sagen, dass ich zu der Zeit auch von den Demos her einen echt krassen Output hatte. Wir haben auch sicher die Hälfte der Songs weggehauen, die dann nicht aufs Album gepasst haben. Es war dann auf jeden Fall genug Output dabei, dass es für ein Album gereicht hat (lacht).

    Lara: Ja, verstehe ich auf jeden Fall voll. Next Question: Du hast einige unterschiedliche Sounds auf Marlon, unter anderem die Gitarre. Gitarren waren ja vorher nicht so typical Mavi Phoenix. Wie kam es dazu?

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    Albumcover Boys Toys

    Mavi Phoenix: Ja true! Auf Boys Toys gibt es den Song Family, da habe ich das erste mal Gitarren etwas in meine Musik einfliessen lassen. Also da gab es schon so erste Anzeichen dafür, dass, es mich reizen würde, aber dann bei dem Album Marlon habe ich es dann tatsächlich so als mein neues Instrument entdeckt.

    Lara: Ich finde auch, dass es auf jeden Fall stimmig ist und total gut zu allem passt. Was hat dich denn letztendlich zur Gitarre gebracht?

    Mavi Phoenix: Es war so, dass mein Papa mir die Gitarre geschenkt hat, als ich 15 war. Die steht auch tatsächlich gerade neben mir! Die ist eigentlich wirklich Jahrelang in Linz in meinem Elternhaus verstaubt. Irgendwann habe ich die dann einfach mal hergeholt. Durch die Hormontherapie habe ich dann auch gemerkt, dass sich die Stimme verändert und ich die Töne die ich vorher erreicht habe, jetzt nicht mehr erreichen kann. Und irgendwie hat die Gitarre für mich dann so etwas neues aufgetan, auch beim Musik schreiben.
    Ich schreibe ja wirklich schon lange Musik, aber irgendwie hatte ich dann durch die Gitarre plötzlich auch einen ganz anderen Blickwinkel gesehen, weil du mit der Gitarre eben auf ganz andere Melodien kommst. Das hat mir was das Album betrifft echt einige Türen geöffnet und das Album zeigt glaube ich, auch einfach voll dieser Moment, als ich die Gitarre und dadurch auch mich neu entdeckt habe.
    Deswegen klingt es glaube ich auch glaube ich so fresh, im Sinne von innocent und neu an.

    Lara: Was für eine schöne Story dahinter! 

    Mavi Phoenix: Jaa, vor allem wollte ich früher auch die in den Gitarrenunterricht gehen! (lacht)

    Lara: Das fühle ich.  Jetzt zur nächsten Frage: Hast du einen Lieblingstrack auf dem Album?

    Mavi Phoenix: Boah, schwer zu sagen. Natürlich mag ich eh alle Tracks, aber meine aktuellen Favoriten sind aber glaube ich trotzdem gerade Nothing good und So Happy I’m Useless.

    Lara: Und wie kommt’s?

    Mavie Phoenix: Bei Nothing good ist es glaube ich so, dass ich das auch mega feiern würde, wenn den jemand anderes gemacht hätte. Ich hab mir bei dem Track halt auch nicht so viel bei gedacht und ich finde das merkt man auch. Ich finde ihn frech und es kommt einfach so natürlich heraus. Da hatte ich auch einen Moment, wo ich dann mit der Gitarre ein Riff entdeckt habe und rumexperimentiert habe. Und es war auch einer der ersten Tracks, den ich überhaupt ganz mit Gitarre geschrieben habe.

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    Lara: Jetzt zu einem leider unvermeidbaren Thema: Die Pandemie. Welche Einflüsse hatte diese auf den Albumprozess?

    Mavi Phoenix: Wäre die Pandemie nicht dazwischen gekommen, wäre ich eigentlich auf Boys Toys Tour gegangen, was sicher auch mega nice gewesen wäre. Durch die Pandemie war das Musikmachen meine Prio. Das war dann in sofern nice, dass ich dann wirklich die Zeit hatte, mich neu zu erfinden und halt neue Sachen auszuprobieren. Aber to be honest, jetzt wäre es auch mal nice, wenn die Pandemie ein Ende findet. (Lacht)

    Lara: Mit welchen Worten würdest du dein Album Marlon beschreiben?

    Mavi Phoenix: Hm, ich würde auf jeden Fall sagen, irgendwo frech, erfinderisch, aber trotzdem irgendwie auch klassisch. Einfach, weil ich einen Mix aus all dem drauf habe.

    Lara: Und passend zur vorherigen Frage; mit welchen Worten würdest du dich, Marlon beschreiben?

    Mavi Phoenix: Ich würde sage, ich bin kreativ, aber auch nervös (lacht) und ich glaub ich hab einfach Lust aufs Leben? Lebenslustig? Wenn man das so sagen kann.

    Lara: Bevor wir zum Ende kommen, interessiert es mich, wie es in naher Zukunft bei dir ausschaut. Bist du froh, dass jetzt erstmal alles done ist, oder magst du dich am liebsten gleich ins nächste Projekt stürzen?

    Mavi Phoenix: Ich bin froh, dass es jetzt done ist, aber vor allem auch, weil das jetzt abgeschlossen ist und jetzt wieder neu starten kann. Bei jedem Album fängt man halt bei Null an. Also zumindest ist es bei mir so, dass ich dann nicht nochmal Sachen aufgreife, die ich gemacht habe, sondern ich versuche immer etwas neues machen. Aber nicht mit dem Gedanken, „uh, das muss jetzt neu sein!“ Sondern eigentlich entsteht das voll natürlich. Wenn ich jetzt zum Beispiel einen Song machen würde, der klingt, als würde er auf das Marlon Album passen, fände ich das wahrscheinlich sehr fade.
    Aber ich bin wie gesagt schon froh, dass es done ist, ich werde mir bald auch mal etwas Urlaub gönnen und dann kann es weitergehen (lacht).

    Lara: Alright!  Damit sind wir auch schon am Ende. Unsere Schlussfrage richtet sich ein bisschen nach unserem Konzept bei Untoldency und fragt nach einer untold story. Kannst du uns da was erzählen, was du so vorher noch nie in einem Interview erzählt hast? Das kann eine kleine Anekdote sein, gerne irgendetwas witziges oder einfach irgendetwas, was dir auf dem Herzen brennt und du unbedingt in die Welt hinaustragen möchtest.

    Mavi Phoenix: Jaa, da gibt es einen random fact! Während meiner Transition habe ich auf dem Laptop mit dem ich jetzt hier mit dir rede, auf Fotobooth Videos über meine Transition aufgenommen, die ich aber höchstwahrscheinlich doch nicht posten werde (lacht). Jetzt in der Retrospektive waren die wohl doch eher nur so für mich. 

    Lara: Ah nice! Ich habe mir mal dein This is my Voice… Video angesehen.

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    Mavi Phoenix: Jaa, das habe ich mich dann auch getraut zu posten. Aber die anderen Videos finde ich jetzt irgendwie fast etwas cringe und werde sie wahrscheinlich nicht veröffentlichen.

    Mavi Phoenix‘ zweites Studioalbum Marlon ist am 25. Februar 2022 bei LLT Records erschienen. Hier könnt ihr nun herausfinden, wie dieses klingt

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    Fotos: Tereza Mundilova

  • YRRRE im Interview: »Ein Album fühlt sich jetzt richtig an«

    YRRRE im Interview: »Ein Album fühlt sich jetzt richtig an«

    Eindringliche Texte, verpackt im schönsten Wortgewand. Musikalisch bewegt sich der Musiker zwischen HipHop und Trap, aber auch mit Punk- und Pop-Elementen kann er dienen. Produziert von Cap Kendricks und gefeatured unter anderem von Maeckes, Christopher Annen und John on a Mission. Hört sich nicht schlecht an, oder? Die Rede ist hier von YRRRE mit seinem neuem Album Feinstaub. Wer YRRRE immer noch nicht auf dem Schirm hat, hat jetzt die Chance dies zu ändern und ich empfehle auch dringends, dies zu tun. You will not regret it!


    YRRRE im Interview

    Lara: Hallo YRRRE, schön, dass das geklappt hat. Wie geht es dir, so kurz nach dem großen Release?

    YRRRE: Um ehrlich zu sein, gar nicht mal sooo gut (lacht). In der Zeit vor dem Release war immer so viel los, es gab immer was zu tun. Es war sehr anstrengend und jetzt ist der Release done, was ich auch erstmal verarbeiten muss und zeitgleich geht es ja irgendwie auch direkt weiter. Der Release bedeutet ja nicht, dass ich im Anschluss daran gar nichts mehr zu tun habe.  

    Lara: Das verstehe ich total. Bevor wir direkt zum Album kommen, liegt mir eine Frage auf dem Herzen, welche ich mir schon damals, direkt beim ersten mal lesen gestellt habe. Die da wäre: Wie kamst du auf deinen schönen Künstlername YRRRE?

    YRRRE: Das war garnicht mal so spektakulär, wie man denkt (lacht). Ich war auf der Suche nach einem Namen und der stand eben schon länger in meinen Notizen. Ausserdem wollte ich einen Namen, der nicht gleich auf das Genre rückschließen lässt. Und cool musste er sein, auf jeden Fall. Dann habe ich meinen damaligen Mitbewohner gefragt, ob YRRRE cool klingt und er meinte: Jup, ist cool. 

    Lara: Ach krass, das mit dem cool hast du auf jeden Fall erreicht, YRRRE hört sich nicht nur cool an, sondern schaut auch sehr schön geschrieben aus. Jetzt zu deinem Album. Hat sich der Release von deinem Debüt unterschieden? Hattest du mehr Druck, oder war es vielleicht sogar entspannter, eben weil es nicht dein erster Albumrelease war?

    YRRRE: Also wenn ich ehrlich bin, hat sich Feinstaub wie mein Debütalbum angefühlt. Das erste Album habe ich irgendwie komplett alleine, in meinem damaligen WG-Zimmer zusammengeschustert. Auch ohne, dass ich es jemandem gezeigt habe oder so. Bei meinem zweiten Album war die gesamte Arbeitsweise schon ganz anders! Ich bin alles von Anfang an viel offener angegangen und  hatte dann eben auch Mittel zur Verfügung und Leute mit denen ich zusammengearbeitet habe. Das war schon eine Erfahrung, die ich so vorher noch garnicht hatte. Deswegen hat sich der Release von Feinstaub wohl so angefühlt wie der eines Debütalbum.

    Lara: Und wie hast du den Release gefeiert, wenn ich fragen darf?

    YRRRE: Voll viele von meinen Leuten waren krank, deshalb habe ich es mir gespart in großer Runde zu feiern. Aber ich war mit Cap Kendricks, meinem Produzenten im Proberaum und wir haben eine Flasche Champagner geholt, das Album gehört und uns einfach gefreut (lacht).

    Lara: Ach, so ganz gemütlich ist ja auch schön.

    YRRRE: Genau, voll. Wobei, es war eigentlich gar nicht so gemütlich wie wir es geplant hatten (lacht). Es ist dann doch irgendwie ein bisschen eskaliert, aber alles eben im ganz kleinen Rahmen.

    Lara: Ah, ich verstehe! Hört sich aber auf jeden Fall trotzdem sehr passabel an. Jetzt zurück zum Album. Mich interessiert es immer total, wie lange Künstler*innen an ihrem Album gearbeitet haben. Wie lief der Albumprozess bei Feinstaub ab? 

    YRRRE: Also die ersten Skizzen hatte ich relativ schnell nach dem Debütalbum. Aber wenn ich mich nicht irre, habe ich so Mitte 2019 so richtig doll angefangen. Und von da an haben wir dann auch tatsächlich echt durchgezogen und kontinuierlich dran gearbeitet, bis ich dann an dem Punkt war, wo ich gesagt habe „so, ich mache jetzt ein Album, das fühlt sich jetzt richtig an.“ Aber es hat auf jeden Fall alles schon gedauert, ich denke insgesamt so zwei Jahre.  

    Lara: Kannst du dich noch an den Moment erinnern, als du dich entschieden hast, das Album zu machen? 

    YRRRE: Ich habe bei dem ersten Album eigentlich gar nicht damit gerechnet, dass es sich in „den richtigen Kreisen“ verbreitet und ich mir dadurch erstmal eine Perspektive schaffen konnte. Dann war das dann plötzlich alles da und dann musste ich halt auch nachlegen, weil ich kurz vorher meinen Job geschmissen hatte und mich erstmal voll und ganz auf die Musik konzentrieren wollte. Das habe ich jetzt auch in den letzten zwei Jahren gemacht und auch unglaublich viel dabei gelernt. Mir war es aber auch wichtig, dass ich jetzt nicht total schnell hinterher schieße, sondern dass ich mir wirklich Zeit lasse und mir auch ein eigenes Soundgewand erschaffe und auch da alles drauf reinsetze, bis ich letztendlich zufrieden bin. 

    Lara: Wie viele Tracks hattest du ready, die es nicht aufs Album geschafft haben?

    YRRRE: Also ready nicht, ich arbeite immer etwas Skizzenhaft an den Sachen. Da entsteht immer irgendetwas und ich schreibe, ich brauche dann aber immer auch die richtige Stimmung um etwas dann total auszuarbeiten. Aber so an Skizzen hatte ich dann safe so circa 60 Songs für das Album. Also es war schon echt viel und irgendwann wurde es dann auch echt unübersichtlich. Ich musste mich dann voll auf mein Bauchgefühl verlassen, was nun klug oder unklug ist, weiterzuverfolgen. Da habe ich mich dann auch oft mit Cap Kendricks ausgetauscht. 

    Lara: Bei 60 Songs kann man auch schonmal den Überblick verlieren.

    YRRRE: Ja, wir hatten halt auch irgendwann einen ganz guten Zug drauf, weil wir immer woanders hin weggefahren sind. Wir haben uns dann auch permanent eingeschlossen und waren zwei Wochen mal hier und zwei Wochen mal dort und so. Und da haben wir von Morgens bis Abends nur Musik gemacht und uns ausprobiert und experimentiert. Da kam dann auch relativ schnell viel zusammen.

    Lara: Also habt ihr euch zum Musik machen richtig isoliert?

    YRRRE: Ja, das mache ich auch eigentlich echt am liebsten. Ich mag es wirklich, wenn ich mich dann so richtig hoch konzentriere und mich dann auch gar nicht so wirklich ablenken kann. Also, dass  ich dann Abends rausgehe und mit Leuten treffe. Da schließe ich mich schon sehr gerne ein und verliere mich dann auch gerne voll in der Stimmung.

    Lara: Ein Thema, um das wir natürlich nicht herum kommen, ist die Pandemie. Hat sie den Albumprozess beeinflusst?

    YRRRE: Schwierig zu sagen, also bei mir war es halt so, dass ich mich ja schon vorher für das Album mehr oder weniger isoliert habe und als ich dann mal wieder raus in die Welt treten wollte, es dann eben garnicht mehr ging. Und das hatte dann eben schon auf jeden Fall Einfluss auf das Album genommen. Natürlich waren dann alle irgendwie isoliert und das hat einen dann schon ich an der Stange gehalten, dass man sich dann vielleicht sogar besser drauf konzentrieren konnte als vorher. 

    Lara: Das kann ich auf jeden Fall nachvollziehen. Jetzt eine Frage zu deinem Albumtitel: wie und wieso hast du dich dazu entschieden, das Album Feinstaub zu nennen?

    YRRRE: Also alles in allem mochte ich nicht unbedingt diesen Begriff, der da drüber schwebt, sondern eher die Wortzusammensetzung. Das hat das Album vom Start aus eigentlich sehr gut zusammengefasst, weil ich zum einen über viele negativen Sachen rede, aber es versucht habe in ein schönen Wortgewandt zu packen. Der Titel stand eigentlich schon recht früh auf nem Zettel und je länger sich das Album entwickelt hat, desto treffender wurde es auch. Ich glaube, ich habe tatsächlich auch ganz lange mit diesem Begriff im Hinterkopf gearbeitet und deshalb klingt es wahrscheinlich auch wie es klingt.

    Lara: Ich finde auch, dass der Titel einfach zum gesamten Vibe des Albums passt. In deinem Song Netflix gibt der Refrain Raggae Vibes, in Ellenbogen kann man Garage-Punk-Klängen lauschen und in Laufmaschen gibt es verspielte Synthies. Woher kamen die Inspirationen für diese unterschiedlichen Sounds?

    YRRRE: Auf Netflix war das zum Beispiel so, dass wir in einem Haus in Brandenburg zwei Wochen gearbeitet haben. Da stand dann so ein verstaubtes, altes Klavier, welches dann auch diese Drum-Loops drauf hatte. Als wir die dann durchgegangen sind, sind wir bei dem irgendwie hängen geblieben und dachten, der passt einfach sehr gut. Wir hatten am Anfang auch gar nicht geplant, so einen leicht Raggeaartigen Song zu machen. Der war dann am Anfang auch ganz roh, ohne Drums, nur die Akkorde und ich quasi. Und dann hat das alles ganz gut gepasst und hat sich dann eigentlich total natürlich entwickelt.

    Bei Ellenbogen war es wahrscheinlich einfach der Vibe. Wir haben den Track im AnnenMayKantereit Proberaum aufgenommen und ich glaube, dass man das Umfeld irgendwie etwas aufsaugt und sich dass dann auch im Song widerspiegelt. Wir sind jetzt generell an keinen Song rangegangen und haben gedacht, wir müssen jetzt unbedingt dies oder das machen. Ich hatte sowieso Bock mich auszuprobieren und wollte gerne alles mal versuchen.

    Lara: Du hast am Anfang schonmal gesagt, dass die letzte Zeit eher anstrengend war. Bist du froh, dass es jetzt erstmal done ist, oder willst du dich am liebsten schon gleich ins nächste Projekt stürzen? Was werden wir in Zukunft von dir hören?

    YRRRE: Ich merk auf jeden Fall, dass ich allmählich schon etwas geschlaucht bin, aber ich hab schon eigentlich voll Bock mich ins nächste Projekt zu stürzen. Ich hab auch schon voll viele Ideen in meinem Kopf, die ich gerne weiterverfolge und vor allem auch den Sound weiter denken möchte. Ich glaube, da möchte ich auch gar nicht so viel Zeit verstreichen lassen und zusehen, dass ich gleich wieder los lege. Ich glaube, die Energie sollte man nutzen.

    Lara: Da werden sich bestimmt viele freuen, alsbald Neues von dir zu hören. Damit sind wir auch schon fast am Ende unseres Interviews angelangt.  Die Schlussfrage richtet sich immer etwas nach unserem Konzept bei untoldency und fragt nach einer untold story, nach etwas, was du bisher in keinem Interview verraten hast. Das könnte zum Beispiel etwas Lustiges sein, was während des Albumprozesses passiert ist, irgendeine kleine Anekdote, oder einfach irgendetwas, was dir auf dem Herzen brennt und du schon immer mal in die Welt hinaustragen wolltest.

    YRRRE: Puh, da muss ich erstmal kurz überlegen. Als wir King Kong Kicks aufgenommen haben, das war in Leipzig, in so einem kleinen Kellerstudio in welches wir uns eingemietet haben. Es war dann bestimmt so fünf Uhr Morgens als ich die Strophen eingesungen habe und irgendwann lief halt nur noch der Beat weiter. Als ich dann mal in. Den Regieraum gegangen bin, hab ich dann nur einen im Sitzen schlafenden Cap Kendricks aufgefunden.
    Das fand ich auf jeden Fall sehr schön, weil das alles so ein bisschen eingefangen hat, dass wir sehr viel Nachts gearbeitet und uns verausgabt haben, dass es irgendwann einfach nicht mehr ging.

    Wer jetzt neugierig geworden ist und wissen möchte wie Feinstaub klingt, kann das Album hier hören:

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    Foto: Christopher Szulecki

  • Exklusive Videopremiere: Skuppin und „Taumeln“

    Exklusive Videopremiere: Skuppin und „Taumeln“

    Verträumter Pop und Liebeshymnen, Fernweh und Poesie, Herzschmerz und Gefühle.

    Wenn man mich fragen würde, welche deutschen Newcomer*innen man dieses Jahr auf jeden Fall auf dem Radar haben sollte, dann wäre SKUPPIN auf jeden Fall unter den Top fünf. Den aufmerksamsten untoldency Leser*innen sollte der Name SKUPPIN schon ein Begriff sein. Denn, vor einiger Zeit habe ich schon von seiner ersten EP „NEUE ROMANTIK“ berichtet (Hier kannst du die Review lesen). Wer ihn noch nicht kennt, sollte spätestens jetzt die Augen und Ohren nach ihm offen halten. Mit seiner heute frisch veröffentlichten Single „Taumeln“, hat Skuppin es erneut mit Leichtigkeit geschafft, in meinem Ohr hängen zu bleiben und sich festzufahren.


    Bodenlosigkeit, Angst und Liebe
    „Taumeln“ Cover, von Max Koch

    In Taumeln besingt der Newcomer mit auffallend beruhigenderer Stimme die Bodenlosigkeit, die Angst und die Liebe. Dabei singt SKUPPIN wie gewohnt im schönsten Wortgewand. Begleitet wird er dabei von mystischen Klängen, einem Klavier und elektronischen Strings. In Taumeln lässt uns SKUPPIN in das Innerste seiner Gedanken schauen und nimmt uns mit auf eine Suche nach Halt, ohne überhaupt zu wissen was haltend ist.


    „
    Die Stunden gehen schneller als die Welt,
    schneller als wir beide,
    Taumeln vor uns hin.“

    Das Finale zieht einen durch die kraftvolle Stimme förmlich in den Bann. Zusammen mit dem immer voller werdenden Sound, hinterlässt es bis zum zerstörerischen Schluss Eindruck.


    Zwischen Einkaufswagen und Ziellosigkeit

    Passend zum Songrelease, dürfen wir euch heute das zugehörige Musikvideo vorstellen, welches den Song nicht besser hätte unterstreichen können. Das Video startet mit einem jungen Mann in Jeansjacke. Verloren und wohl aufgewühlt zugleich, taumelt dieser ziellos durch die Welt. In diesem Falle erstmal durch ein Parkhaus. Man kann jede einzelne seiner Emotionen ohne Schwierigkeiten aus dem Gesicht ablesen.

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    Ohne recht zu wissen, wohin mit sich selbst, läuft und verläuft sich dieser junge Herr im Verlauf des Liedes. Er läuft und läuft und läuft und läuft. Zwischen Autos und Einkaufswagen die ihm nicht gehören, schlendert er nun rauchend sowie streitfreudig durch die Stadt. Es schaut nicht so aus, als würde der Protagonist innerhalb des Videos seinen Frieden finden, allerdings schafft er es seinen Emotionen endlich Luft zulassen. Das Finale des Videos ist nicht weniger kraftvoll als das des Liedes. Durch einen emotionsstarken Schrei visualisiert die Hauptperson das kräftige Ende von Taumeln so, dass man es besser kaum hätte machen können.

    Hier könnt ihr Taumeln streamen.

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  • Exklusive Videopremiere: Figure Beach und „Waves“

    Exklusive Videopremiere: Figure Beach und „Waves“

    Figure Beach ist ein frisches Trio aus Nürnberg, welches man als Indie-Fan spätestens jetzt auf dem Schirm haben sollte. Dass die Jungs mit Waves heute erst ihren dritten Song veröffentlicht haben, hört und sieht man ihnen allerdings überhaupt nicht an. Neben Waves, haben die Nürnberger bisher die beiden Songs We Didn’t Fit Together At All und Beneath The Pines veröffentlicht. Im Gegensatz zu ihrer letzten, etwas ruhigeren Single Beneath The Pines, bedient uns Waves mit Gute-Laune-Melodien und schenkt uns damit einhergehend frische Energie, an diesen ekligen Februartagen.


    Warme Sounds für miese Tage

    Wir alle kennen, haben und hassen sie. Die Tage, an denen nichts läuft. Oder wenn dann doch etwas läuft, dann nur schief und bergab. Man ist sich nicht ganz sicher, ob sich die Welt gegen einen verschworen hat, man in einem schlechten Film gelandet, oder man einfach nur in dieser Welt verloren ist. Alles ist blöd, grau und mies.


    „my girlfriend doesn’t love me anymore
    and I planned going camping in the mountains
    and it rains and it rains and it rains“


    Glücklicherweise schenkt uns der Song warme Klänge für genau diese miesen Tage. Un das können wir momentan ja wohl alle gebrauchen. Soundtechnisch könnte Waves auch der glücklichste Summer-Indie-Banger schlechthin sein. Da dieser Titel allerdings textlich nicht ganz so passt, kröne ich ihn einfach zum Miese-Tage-Allwetter-Indie-Banger.

    Was ein Glück, dass die drei die Hoffnung trotzdem noch nicht ganz aufgegeben haben. Denn, sie erinnern uns, dass kleine Gesten, wie ein Lächeln, selbst von einer fremden Person, große Wellen schlagen und bestenfalls den noch so grauenvollen Tag, um einiges aufwerten kann. Wie lieb, oder? Der Song heisst ja nicht ohne Grund Waves.


    Eine Zeitreise durch die Dekaden

    Kommen wir jetzt zum Video. Schaut man sich dieses an, wird man, ob man will oder nicht, Teil einer Zeitreise durch die letzten Dekaden. Eingeleitet wird das Video mit einem in ein Mikrofron singenden jungen Herr, gekleidet in auffallendem Outfit inklusive runder, getönter Brille, welche doch stark an die 70er erinnert.

    Im gesamten Video switchen die Jungs immer wieder ihre Outfits, inspiriert von den eben erwähnten, vergangenen Dekaden. Ich könnte hier jetzt noch weiter jedes Detail vom Video verraten, z.B. dass es aussieht, als wäre kein Schnitt vorhanden (was ich nebenbei bemerkt supercool finde), aber dazu ist dieses wirklich schöne und wirklich sehr gut gemachte Video einfach zu schade.

    Insgesamt kann man sagen, dass das Musikvideo zu Waves den Song mehr als gut unterstreicht und ich es mir kaum passender vorstellen könnte. Also:

    Wenn du zu dieser Jahreszeit schon keine Sonnenstrahlen abbekommst, lass dich wenigstens von deinem Display anleuchten, indem du dir hier das Musikvideo zu Waves anschaust! <3

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    Foto: Florian Weichelt

  • Das Fernweh nach der Liebe: Skuppins neue Romantik

    Das Fernweh nach der Liebe: Skuppins neue Romantik

    Mitten im Herbst, genauer gesagt in der letzten Oktoberwoche, erschien Neue Romantik. Die Debüt-EP des Chemnitzers Musikers Skuppin. Ich muss sagen, es hätte wohl kaum einen besseren Zeitpunkt für die Veröffentlichung geben können. Draußen ist es nass, kalt und dunkel. Die Stimmung sieht auch nicht wirklich anders aus. Was ein Glück, dass man dann, zu solch sanften, warm klingenden EP’s wie Neue Romantik tagträumen und der Melancholie freien Lauf lassen kann.


    Poesie

    Eingeleitet wird Skuppin’s Neue Romantik mit meinem persönlichen Favoriten der Platte. Dieser trägt den schönen Namen Poesie. Poesie beginnt mit einem sanften Meeresrauschen und wird von verträumten Synths, soften, elektronischen Drums und einem ebenso sanften, melodischen Bass, begleitet. 

    „Alles wird irgendwann
    Poesie sein
    Alles wird irgendwann
    Nicht mehr da sein
    „

    In einem mit Liebe vollgepackten, traurigen Text, besingt der Musiker aus Chemnitz Träume, Gedanken und Gefühle. Diese Träume, Gedanken und Gefühle befinden sich irgendwo zwischen unüberhörbarem Herzschmerz und der Akzeptanz dieses Schmerzes.


    Man darf ja wohl noch Träumen

    Weiter geht es mit Fern. In Fern fängt Skuppin an, zu vermissen. Aber was vermisst er? Das Träumen? Die alten Zeiten? Eine Person? Eine Person, wie Sie in alten Zeiten war? Wahrscheinlich eine Mischung aus allem. Zeilen wie

    „Ich fühl mich nur noch leer
    Ich fühl mich dir so fern
    „

    dringen tief ins Ohr ein, bleiben im Kopf und deuten auf unverhoffte Veränderungen und das Auseinanderleben hin.

    Fern ist der einzige Song der EP, welcher allein mit einem Klavier begleitet wird. Insgesamt, klingt Fern nochmal sowohl etwas trauriger, als auch zerbrechlicher, als der Rest der Platte. Während seine starke Stimme mitten ins Herz, schon fast bis zur Seele langt, sorgt das Klavier für die ruhige Konstante, welche den nötigen, emotionalen Halt gibt.


    Unerreichbar

    Das dritte Lied der EP beginnt mit mit einem eindringlichen Uhrenticken, welches den gesamten Song lang präsent bleibt. In Unerreichbar kommt man aus dem musikalischen Tief wieder etwas heraus. Textlich bleibt es allerdings melancholisch. Man kann den Schmerz in jeder Zeile spüren. Die Liebe bleibt unerreichbar und wohl oder übel, schwindet die Hoffnung.

    „Bis wir beide uns sehen
    Bis wir beide verstehen
    Ist ein Leben vorbei“


    Liebe mit Abstand

    Der Schluss der Kassette(!), Liebe mit Abstand, passt sowohl vom Sound als auch vom Thema zum Rest der Indie-Dreampop-EP. Mein Highlight des Songs ist das wirklich, arg wunderschöne Gitarrensolo in der Mitte des Tracks.

    Auch in Liebe mit Abstand vermisst Skuppin. Es geht um eine Beziehung, welche es nicht schafft, die schwierige Hürde Abstand zu überwältigen. Auch wenn man noch nicht so ganz loslassen mag, muss man langsam. Ein letztes mal.

    „Bleib nicht für immer
    Nur heute Nacht
    Liebe mit Abstand
    Schwerer als gedacht“

    Zu Liebe mit Abstand hat Skuppin auch ein Musikvideo veröffentlicht, welches analog aufgenommen wurde. Hach, wie schön. Die Protagonist*innen sind Skuppin selbst und eine Person, welche Skuppin’s Partnerin darstellt. Das schwarz&weiß gehaltene Video unterstreicht den Text des Liedes. Ich kann nur wärmstens empfehlen, mal reinzuschauen.

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    Fazit

    Skuppin hat auf seiner Debüt EP Neue Romantik seine eigene Romantik erschaffen. Diese handelt von einer langsam, aber sicher endenden Beziehung. Es geht um die Liebe in Kombination mit Fernweh. Fernweh nach der Liebe. Die Art von Fernweh, die schmerzt. 

    Auch alles um die EP herum ist bestens aufeinander abgestimmt. Seien es die Musikvideos, das Cover, oder auch, dass Neue Romantik als Kassette physisch zu erwerben ist. Es passt einfach alles unglaublich gut zusammen und vermittelt einen wunderschönen, melancholischen Vibe. Ich bin auf jeden Fall Fan geworden.


    Neue Romantik ist durch und durch von einer Fernbeziehung und Vermissen geprägt. Es ist die perfekte EP für die düstereren Tage. Die Tage, an denen das Herz schmerzt und man den Gefühlen Raum geben sollte. Und hier könnt ihr sie euch anhören.

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    Fotocredit: tungachtung, Skuppin

  • Von Doomer-Youtube-Playlists und euphorischen Dauerschleifen: Laras Jahresrückblick

    Von Doomer-Youtube-Playlists und euphorischen Dauerschleifen: Laras Jahresrückblick

    Wenn man meinem Spotify Wrapped Audio Vibe Check Glauben schenken mag, ist mein diesjähriger musikalischer Vibe von Wehmut und Euphorie geprägt. Als ich das gelesen hab, musste ich erst mal lachen. Nicht weil es nicht passt, sondern, weil dieser Vibe Check nicht nur meine im vergangenen Jahr gehörte Musik widerspiegelt, sondern auch mein letztes (aber wahrscheinlich auch das vieler anderer) mehr als passend beschreibt. Ob „wehmütig“ und „euphorisch“ als Beschreibung jetzt paradox oder logisch ist, sei jedem selbst überlassen. In diesem Jahresrückblick stelle ich einige meiner meistgehörtesten und bedeutsamsten Artists vor, bei denen ich es mir nicht verzeihen könnte, diese nicht in die Welt hinauszutragen.


    there is no guilt in pleasure

    First of all, muss ich zugeben, dass im vergangenem Jahr wohl eher der wehmütige Part dominiert hat. Es ist fast ein bisschen peinlich, wie viele Abende ich mit German-Doomers-Youtube-Playlists verbracht habe. Aber, ich versuche mir einfach immer einzureden: there is no guilt in pleasure. Oder so ähnlich zumindest. Auch wenn ich mich jetzt nicht gerade mit der Symbolik des Doomers identifizieren kann, fiel es mir erstaunlich leicht sämtliche Playlists immer und immer wieder durchzuhören. Manchmal braucht man das eben. Und manchmal braucht man das auch ein bisschen mehr. And that’s okay! Wunderschön melancholische, kaputt klingende New Wave/Post Punk Songs, mit den schönsten Bass-Lines überhaupt.

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    German-Doomer-Music Vol. 666 und Soundcloud

    Allen voran, in der deutschen ((New)New) Wave Szene, ist aktuell wahrscheinlich Edwin Rosen. Mit leichter//kälter bekam der Stuttgarter schon im letzten Jahr mietfrei Plätze in meinen Playlists, Ohren und meinem musikalischen Herzens (wow, wie dramatisch). Mit der Ende September erschienenen EP „mitleerenhänden“ und den insgesamt fünf Tracks, welche mit dieser einhergehen, konnte er diese Plätze easy festigen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass wenn der namensgebende Song „mitleerenhänden“ nicht der zuletzt veröffentlichte Song der EP gewesen wäre, dieser mein meistgehörtester Track 2021 geworden wäre.

    Edwin Rosen & Flawless Issues at Oetinger Villa

    Schaut man sich etwas weiter in der aktuell immer populärer werdenden, deutschen Retrowavebewegung um, wird man direkt neben Edwin gleich auf Max Philipp, alias Flawless Issues stoßen. Er selbst beschreibt seine Musik als Surfgoth und Hyperwave. Sein Song „Cut the Rope“ sowie sein Darkwave-Cover „Good Vibrations“ von The Beach Boys haben es mir besonders angetan und liefen, mit den anderen drei auf Spotify veröffentlichten Songs, über das gesamte Jahr verteilt immer wieder in Dauerschleife.

    Wie vorhin schon verraten, habe ich einiges an Zeit auf Soundcloud verbracht. Ein Artist, welcher mir besonders im Kopf und Ohr umher schwirrt, ist diggidaniel. Die Tracks von diggidaniel liegen alle irgendwo zwischen New Wave, House und Pop. Einer meiner meistgehörtesten Songs trägt den schönen Namen vergiss nicht wer du bist (den kannst du hier hören) und ist auch sein bisher erfolgreichstes Piece auf Soundcloud. Mein Nr. 1 Toptrack auf Soundcloud ist ebenfalls von ihm und heisst hilflos vor dir. Und das, obwohl dieser Hit gerade erstmal drei Wochen alt ist. Und das, meine Freunde, heisst schon etwas. Erfreulicherweise ist hilflos vor dir auch der erste Track, welchen diggidaniel auch auf Spotify veröffentlicht hat.

    Wie sollte es auch anders sein, stammt mein liebstes Album des Jahres 2021 ebenfalls aus der „German-Doomers/Retrowave-Bubble“. Mit seinem Album „Rot“ hat Levin Goes Lightly bei mir vor allem mit wunderschönen Lyrics und der perfekten Unperfektheit schwer Eindruck hinterlassen.

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    Alte Liebe neu entfacht

    Jetzt komme ich zu einem Artist, bei dem es einfach weird wäre, wenn ich ihn nicht in meinem Jahresrückblick erwähnen würde. Weird deshalb, weil mich wohl keine anderen Artists so geprägt haben, wie dieser. Und wenn dieser Artist dann auch noch ein Album raushaut, muss man einfach davon schreiben.

    Die Rede ist natürlich von unserem Lieblingspfälzer, welcher auf den Namen Drangsal hört. 2016 habe ich total zufällig den Release von Harieschaim mitbekommen und vor allem Lieder wie Der Ingrimm oder Will ich nur dich haben mich voll und ganz gepackt. Damals war Drangsal noch irgendwie die Grumpy Cat der deutschen Indieszene (shame on me für diesen schrecklichen Vergleich) und hat mich, als damals 14-Jährige, mit dieser speziellen art total fasziniert.

    Aber jetzt genug Geschwafel; Drangsal hat sich im August mit dem Album „Exit Strategy“ zurück gemeldet. And I can not deny, ich war skeptisch. Bei den ersten Singlereleases war ich sogar schon fast etwas enttäuscht. Was ist bloß aus dem etwas vorlauten, rauchenden Bub geworden? Im Nachhinein kann ich sagen, er ist halt obvious einfach erwachsen(er) geworden.

    Ich musste mich selbst erstmal wieder daran erinnern, dass es GUT ist, wenn sich Künstler*innen und Bands weiterentwickeln und eben NICHT nur die Musik machen sollten, die von ihnen erwartet wird, selbst wenn sie nicht mehr denselben Sound haben, durch welchen man sich damals so in diese Band/Artists verknallt hat. Als ich mir diese Phrase nochmal selbst verdeutlicht habe und versucht hab, das Album aus einem neutraleren Standpunkt zu hören, hat es dann auch bei mir sofort „Klick“ gemacht. Und spätestens als ich Drangsal beim Popkulturfestival, einen oder zwei Tage nach Release die neuen Songs live performen gesehen hab, hab ich einfach gemerkt wie gut das ganze alles dem neuen Drangsal steht.


    Highlight
    Tom Taschenmesser, verstehst du nein gut, EP, review, untoldency, untold music, indie, post punk, singer, songwriter,

    Kommen wir zu meinem Highlight. Und das ist nicht etwa meine meistgehörte Platte, sondern die, die im vergangenen Jahr für mich am einprägsamsten war. Keine Platte hat mich 2021 so beschäftigt wie verstehst du nein gut von Tom Taschenmesser. Es ist für mich schon irgendwie etwas mental anstrengend, die EP zu hören. Nicht, weil sie so schrecklich schlecht, oder ähnliches wäre. Ganz im Gegenteil, die Platte ist sowohl musikalisch, als auch lyrisch unglaublich gut. Fast zu gut. Die Lyrics hämmern nämlich einfach direkt mitten auf die Seele und hinterlassen dort bleibenden Eindruck. Eine ausführliche Review findest du übrigens hier.


    Wo ist die Euphorie?

    Mit dieser Überschrift habe ich nicht nur die Band Trümmer zitiert, nein, das ist auch eine Frage an mein Spotify Wrapped. So richtig viel Euphorie habe ich in meinen Top 100 ehrlich gesagt nicht gefunden. Wenige, sind allerdings dann doch vorhanden.

    Denn wenn ich dann mal “happy” Songs gehört habe, dann auch auf voller Lautstärke und in Dauerschleife. Und wenn ich Dauerschleife schreibe, meine ich es auch so. Stunden(bis Tage)lang derselbe Song, ohne Pause? Kein Problem für mich. Und ja, ich wurde auch (berechtigterweise) des öfteren gefragt, warum ich das so mache und wie ich das aushalte, but what can I say; ich habe keine Ahnung. 

    Also; wer es bis hierhin geschafft hat, kommt jetzt in den Genuss, meine wenigen, aber dafür umso besseren euphoric Songs kennenzulernen. Den Anfang macht Declan McKenna mit Why do you feel so down? (Ok, Wow, was für ein euphorischer Titel). Declan habe ich ziemlich zeitgleich mit einer meiner Lieblingsbands Wallows entdeckt, welche es auch immer wieder schaffen meine Stimmung aufzuhellen. Ebenfalls ganz weit oben in meiner Liste ist Luis Ake mit Umweg zu finden. Eine Künstlerin die ich auch schon seit letztem Jahr mit ganzer Kraft verfolge, ist Verifiziert. Mein absoluter Favorit ist und bleibt Rote Gauloises, wobei ich auch alle anderen Tracks wärmstens empfehlen kann.

    Wenn ich schonmal bei deutschsprachigen female Artists bin, komme ich keinesfalls an Alli Neumann vorbei. Vor allem die Tracks Bike Boy und Madonna Whore Komplex haben’s mir angetan. Eine weitere deutsche Newcomerin, die mir dieses Jahr ans Herz gewachsen ist, ist Girlwomen. Let me be honest, als ich Rote Riesen schlafen nicht das erste mal gehört hab, hatte ich ein paar Tränen in den Augen. So ein wunderschöner Text, mit einer noch kraftvolleren Stimme.


    So schlimm war’s nicht

    Glücklicher Weise kann ich sagen, dass mein Jahr gar nicht so arg schlimm war, wie mein überwiegend melancholischer Rückblick vermuten lässt. Ich bin total happy, seit diesem Jahr ein Teil des Untoldency’s sein zu können. Ausserdem kam dieses Jahr wieder so viel gute Musik raus! Das kann einen doch nur freudig stimmen. Man kann erahnen, dass meine Liste an Artists und Bands eigentlich noch um einiges länger wäre. Leider, leider, kann ich nicht alle aufzählen und auf diese eingehen. Sonst würde ich wahrscheinlich nie ein Ende finden. Aber keine Angst, ich hab hier natürlich noch eine Playlist, passend zu meinem Jahresrückblick. Feel free to enjoy it!

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    Fotos: Lara, Philipp Czampiel

  • Parcels zeigen uns auf „Day/Night“ die Licht- und Schattenseiten des Lebens

    Parcels zeigen uns auf „Day/Night“ die Licht- und Schattenseiten des Lebens

    Im Sommer 2017 ist die fünfköpfige, aus Australien stammende Band Parcels, das erste Mal so richtig auf internationaler Bildfläche aufgetaucht. Mit ihrem Hit Overnight, welches (unschwer erkennbar) von dem französischen Legenden-Duo Daft Punk produziert wurde, konnten sie sich einen ersten Namen in der Musikszene machen. Mit dem Erfolg über den eigenen Kontinent heraus, haben sich Parcels dazu entschieden, sich raus aus der australischen Indie-Bubble, rein in die Berliner Musiklandschaft zu wagen. Nach zwei EP’s und einem Debütalbum, haben Parcels das Doppelalbum „Day/Night“ herausgebracht.


    Day

    „Day/Night“ ist ein Konzeptalbum mit insgesamt 19 Tracks, welche sich in zwei Alben aufteilen. „Day“ macht den Anfang mit langen, sanften Streichern, welche an die ersten Sonnenstrahlen am Morgen erinnern. Während der Anfang des Intros noch sehr mysteriös wirkt und an Filmmusik erinnert, wird „LIGHT“ im Laufe des Tracks immer funkiger und freundlicher. Gesanglich wird der Opener mit Parcels’s altbekannten, herrlichen Harmonien begleitet, welche man auf dem gesamten Doppelalbum wiederfinden kann.

    Alex Waugh

    See that sun Burning down
    Morning lights Calling out
    See that sun Don’t look down
    Here it comes Feel it now

    -LIGHT

    Mit Songs wie „Free“ oder „Somethinggreater“ wird dann etwas mehr Bewegung in „Day“ gebracht. Vor allem letzterer ist wunderbar Tanzbar und ich kann mir jetzt schon vorstellen, wie viel Spaß dieser Song live machen wird.

    Until it lasts forever
    Until it lasts so long
    Until we’re back together
    I’ll be alone

    -Somethinggreater
    Melancholie meets Disco

    Das Äquivalent zu „LIGHT“ ist der Song „SHADOW“, welcher der Opener für den Nachtteil des Doppelalbums darstellt. Ähnlich wie „LIGHT„, ist „SHADOW“ sehr Instrumental-lastig. Im Gegensatz zu den in „LIGHT“ zu erahnenden Sonnenstrahlen, kommt hier eine düstere, dramatische Spannung zum Vorschein. Diese düstere Stimmung wird auf dem folgendem Track „Neverloved“ weitergeführt, wenn auch mit etwas mehr Action. „Famous“ sticht wohl vom Sound her am meisten aus „Night“ heraus. Im Gegensatz zu den vorherigen Songs, klingt er sehr nach einer 70er Disco Party. Hört man allerdings genauer hin und achtet auf den Text, wird klar, dass die fröhliche Stimmung trügt.

    Oh, don’t go thinking why you’re living a lie
    Now there’s a lot to earn, dead or alive
    They told you what you want, you never decide
    Just hold on and you might

    -Famous
    Ashleigh Pepper

    Liebe auf den zweiten Blick

    Ich muss zugeben, es hat etwas gebraucht, bis mich das Album wirklich überzeugt hat. Bei den ersten Malen fand ich es sogar schon fast etwas anstrengend zuzuhören. Durch die doch sehr langen Streicherpassagen und Jams fand ich es irgendwie sehr zäh und in die länge gezogen. Es ist mir einfach zu wenig passiert, es war nicht aufregend genug.

    Dass ich etwas gebraucht habe, um mit „Day/Night“ warm zu werden, lag im Nachhinein wahrscheinlich daran, dass ich es falsch gehört habe. Wer sich jetzt fragt, wie man ein Album denn falsch hören kann, dem sei gesagt; anything is possible, musste ich auch erst lernen.

    Ich habe es vorher, eher nebenbei gehört, sprich: Unterwegs, beim Bahn fahren. Erst als ich mich zu Hause hingesetzt und meine ungeteilte Aufmerksamkeit voll und ganz dem Album gewidmet habe, hat es plötzlich „Klick“ gemacht. Auf einmal habe ich jeden einzelnen Ton, der mich vorher noch so gelangweilt hat, nachvollziehen und fühlen können.

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    Das Album muss verstanden werden

    Der Schwerpunkt des Albums liegt nicht in Hits, welche auf Repeat, oder in Playlists gespielt werden sollen bzw. können. Und das muss es auch gar nicht. Das Doppelalbum „Day/Night“ von Parcels ist mehr als ein nur für Streamingzahlen erschaffenes Album. Viel mehr ist das Album eher eine Reise, ein Erlebnis. Oder wie eine Serie. Man hat vielleicht seine Lieblingsfolgen, welche man öfter schaut, wenn man gerade Lust drauf hat, aber wirklich Sinn ergibt alles erst, wenn man sie von vorne bis hinten, in chronologischer Reihenfolge schaut. Genau so ist es mit dem Konzeptalbum von Parcels. Als Hörer:in merkt man, dass die Reihenfolge jedes einzelnen Titels sorgfältig auserwählt und alles perfekt aufeinander abgestimmt wurde. Man hört und spürt von der ersten bis zur letzten Sekunde einfach die Liebe zum Detail.

    Ich lege jeder Person, die das Album noch nicht gehört hat, ans Herz, dies zu tun. Ich empfehle wirklich(!!) sich die Zeit zu nehmen, sich vielleicht vorher noch einen Tee zu machen, sich hinzusetzen und dieses wirklich sehr gut konzeptierte Album auf sich wirken zu lassen.

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    Fotocredit: Remi-Ferrante Hartmann

  • Blanks im Interview: „When I learned about „saudade“ I related to the feeling immediately“

    Blanks im Interview: „When I learned about „saudade“ I related to the feeling immediately“

    Simon de Witt, besser bekannt unter dem Namen Blanks, ist, wie er sich selbst beschreibt, ein „overexcited music boy“. Meiner Meinung nach, kann man ihn aber nicht nur als „music boy“, sondern auch als „YouTube boy“ betiteln. Denn mittlerweile hat der niederländische Musiker über 1,3 Millionen Abos auf der Videoplattform. Auf seinem YouTube Kanal kann man nicht nur „normale“ Musikvideos finden, sondern auch die unterschiedlichsten Videoformate. Angefangen mit normalen V-Logs, hat Blanks vor allem durch Formate wie „Style Swap“ oder der „One Hour Song Challenge“ die Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Vor allem seine Version des Songs „Better Now“ von Post Malone war und ist so erfolgreich, dass der Song auf Spotify veröffentlicht wurde und mittlerweile über 20 Millionen Streams hat. Letzten Freitag war es dann so weit. Am 30. Oktober brachte Blanks nun endlich sein Debütalbum „Nothing Lasts Forever And That’s OK“ raus. Ich durfte ihm ein paar Fragen stellen.


    Blanks im Interview

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    Lara: Hi Simon! How are you, shortly before the album release?

    Blanks: Nervous and excited!!! I can’t wait to share all the music with my fans!!

    Lara: Your EP „Never Have I Ever“ just came out in September. How come, your debut album is released this soon after?

    Blanks: The EP is actually the first 4 singles of the album, so some sort of teaser! We decided to bundle them with the release of “Never Have I Ever” .

    Lara: The music videos for the EP build on each other and tell a story. Where did the idea come from and how far will this be continued in the upcoming album?

    Blanks: My coming of age memories are heavily intertwined with the music I listened to at that time. You could say they were the soundtrack of my coming of age era. With that idea me team and I came up with the storyline for the music video. I wanted to write a coming of age storyline were my album is the soundtrack of the story. About continuing the story: I haven’t given that any thought yet! I am focusing on the release of this album right now, but I don’t rule out the possibility the story might continue…

    Lara: Do you have a favorite song or a favorite music video on your album?

    Blanks: This is the hardest question!! I love every song, but if I had to pick I’d say “I’m Sorry” and “What You Do To Me”, where the music video for “I’m Sorry” is one of my favorites.

    Lara: How long did it take to create the entire album? Did the lockdown disturb the progress? Or was it maybe even helpful?

    Blanks:Much longer than I expected haha! The first song I wrote was 1,5 years ago. The lockdown did definitely not disturb the process: it started it. I was releasing singles every 2/3 months, and when covid hit, I decided it was time to start working on an album. So you could say it was helpful!

    Lara: The name of the album will be “Nothing Lasts Forever And That’s OK”. Where did the inspiration for this title come from?

    Blanks: The album title is inspired by the Portuguese word ‘saudade’ which describes an emotional state of nostalgic melancholic longing for something or someone that one cares about, knowing the object of longing might never be had again. I have so many memories that I’ll never forget (summer nights with friends, going to Paris with a loved one, people you meet over summer, get really close with and then never see again) that I wish I could relive and feel exactly the same, but I can’t. So when I learned about ‘saudade’ I related to the feeling immediately. However, this feeling made me realize you have to fully enjoy every present moment – it might turn into a deeply cherished memory! When I explained this train of thought to a friend of mine (the same friend I wrote “I’m Sorry” with, the fifth track on the album) we concluded: “Nothing Lasts Forever And That’s OK”. And that just felt right the moment we said it. 

    So when I learned about „saudade“ I related to the feeling immediately.

    Blanks

    Lara: Watching your videos on YouTube, it’s easy to see how passionate you are about music. How did this passion come about? And how has it developed in your life?

    Blanks: I feel like everything I ever did, I did it with passion. Music has been the biggest challenge so far, so I continue to bring passion to it! I just keep finding new things and exciting ideas! It’s like an infinite playing field I enter when I’m in the studio!

    Lara: It’s very impressive how many instruments you can play. Is there any instrument you would love to be able to play, but you can’t (yet)?

    Blanks: Thank you! And yes, I would love to be able to play the saxophone!

    Lara: In your videos and in your songs, you can hear and see a clear preference for the 80s. How did it come that you are such an 80s fan?

    Blanks: I feel fake nostalgic whenever I think about the 80s. The music sounds so good, the sounds are so warm, and the songwriting is impeccable: I just love it! 

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    Lara: You already played a few shows after the big forced break, aka the pandemic. How was it to play in front of so many people again? What was your highlight?

    Blanks: It was AMAZING! And also strange! You aren’t used to that many people anymore, so the first show I walked on stage I was so blown away I completely forgot my first few lyrics haha! The highlight was everyone singing along to the lyrics, that is an indescribable feeling. 

    Lara: At the end of each interview, we always ask for an untold story. This could be a random fact about you, something funny what happened, etc. Anything that you haven’t shared with the world, but want to.

    Blanks: I want to give my brother a shoutout! When I started playing live with Blanks, he played the drums, but he was still studying. When our agenda started to fill up, he made the hard decision to focus on his study and leave the band, and this week he graduated!

    Lara: Thank you Simon, I wish you a happy release!

    Hier geht’s zum Debütalbum von Blanks!

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    Foto: Jantina Talsma