Kategorie: jahresrückblicke

  • Lukas‘ Jahresrückblick: Das Jahr, in dem ich das Schreiben zum Beruf machte

    Hallo. Auch dieses Jahr darf ich mich an einem Jahresrückblick versuchen.
    An die erste Hälfte des Jahres kann ich mich kaum erinnern. Wie hinter Milchglas sehe ich verschwommen noch die ein oder andere Erinnerung. Das liegt wahrscheinlich daran, dass die Tage sich vor Juni alle mehr oder weniger glichen, bevor dann in der zweiten Hälfte des Jahres noch einmal richtig Schwung in die Kiste kam. Dafür ist, um es kurz zu machen, untoldency verantwortlich.

    Ja. Richtig. Die schicksalhafte Fügung meiner zweiten Jahreshälfte habe ich ganz allein untoldency zu „verdanken“. Jetzt kommt hier mal alles auf den Tisch. Denn ich habe wegen untoldency jetzt weder Geld noch Freizeit. Außerdem lebe ich seit drei Monaten in Bayern. IN BAYERN!!!!!!!

    Sorry. Musste mir gerade die Tränen abtupfen.

    Wie konnte es dazu kommen? Wie einige vielleicht wissen, feiert untoldency dieses Jahr das zweijährige Bestehen. Konfetti, Sekt, Buttercremetorte. Als kleiner Bub, also vor zwei Jahren, bewarb ich mich, grün hinter den Ohren, mit einer E-Mail bei den Chefinnen Anna und Jule. „Ich will auch mal was schreiben“, schrieb ich und zurück kam: „wenns unbedingt sein muss, okay“. Geil! Ich tippte mir die Finger wund: erste Review, erstes Interview, erster Feuilletonartikel — und es machte mir verrückt viel Spaß. So viel Spaß, dass mein eigentlicher Job, also der, durch den ich mir etwas zu Essen kaufen kann, immer uninteressanter wurde.

    Es gibt verpasste Chancen im Leben. Davon habe ich schon einige gesammelt und fein säuberlich in meiner Vitrine der Schande ausgestellt. Diese hier sollte nicht dazu gehören. Ihr müsst wissen: ich bin mittlerweile 27 Jahre alt. Mir fallen an zwei Stellen gleichzeitig am Kopf die Haare aus. Ich habe Knieschmerzen, wenn mein Fahrradsattel nicht perfekt eingestellt ist. Manchmal rieche ich nach Rentner. Ich weiß nicht genau, an welcher Körperstelle. Der Duft verflüchtigt sich binnen Sekunden, ich kann ihn nicht aufspüren. Kurz: Ich stehe mit einem Bein im Grab. Mein Leben ist gelebt. Das ist okay.

    A rush of blood to my head

    Doch dann: im Frühjahr las ich eine Stellenanzeige eines großen Musikmagazins: „Praktikant gesucht“. Ich war nervös. Noch zwei Tage bis zur Deadline. Bei Zusage hieße das: Job kündigen, Stadt verlassen, Neuanfang. Der Gedanke daran ließ mich kaum noch los. Ich war wie im Rausch. Ich muss es versuchen!

    Ich bewarb mich nicht.
    Loser.

    Allerdings wollte der Funke in meinem Motor der Selbstverwirklichung wieder zündeln. Und dann ging alles ganz schnell. An der Uni beworben, angenommen worden, umgezogen.

    Ich studiere jetzt Journalismus in Bayern. Konfetti, Sekt, und so weiter.

    Ich werde damit fertig sein, wenn alle meine Freunde Kinder haben und überlegen, wie sie ihre Doppelgarage am besten finanzieren. Und es ist mir egal! Aber Leute, ich sage euch: gäbe es untoldency nicht, wäre ich unzufrieden und mit schmerzenden Knien immer noch am selben Fleck stehengeblieben, auf ewig. Dafür, dass dem nicht so ist, ganz unironisch: Danke.

    Ihr habt bestimmt noch gar nicht bemerkt, dass es bisher in keinem einzigen Satz um Musik ging. Gut! Dann hat das Ablenkungsmanöver geklappt. Ich werde nämlich wieder total irre bei dem Gedanken, die besten Platten und Songs des Jahres so halbwegs zu sortieren. Ich habe langsam das Gefühl: das will doch auch niemand mehr lesen. Ich klatsche euch hier meine Top 10 hin, ihr werdet es brav lesen, klar. Nur: die eine Hälfte kennt ihr nicht. Die andere Hälfte fandet ihr scheiße. Mehrwert = Null.

    Deswegen kommen jetzt hier erstmal drei kleine Kapitel aus meinem musikalischen Jahr 2022. Viel Spaß <3

    Kapitel 1: Chang Hyun und die Frau im Regen

    Ich hatte im Frühling zum ersten Mal Covid. Eingefangen habe ich mir diese widerliche Seuche auf einem Konzert meiner eigenen Band. Der Preis für 45 Minuten Ruhm und Ehre. Toll. Nachdem ich mich wieder einmal wütend in den verschwitzten Laken hin und her gewälzt und die schlimmsten Flüche heiser in mein Kopfkissen gebrüllt hatte, fasste ich einen Entschluss: ich bestelle mir ein MUBI-Abo, weil bei Netflix einfach nix mehr läuft. MUBI: die Spielwiese der Cineasten und Cinephilen. Arthouse- und Autorenfilme, soweit das Auge reicht. Streaming für Feinschmecker.
    Wie mich. Zwinker.

    Es ist zwar leider so, dass ich die Hälfte der dort gezeigten Filme nicht verstehe. Aber das macht nichts. Jeder einzelne Film, den ich mir ansah, war der beste Film aller Zeiten. Unter anderem der koreanische Thriller „살인의 추억“ („Memories of Murder“) des Regisseurs Bong Joon-ho, den ihr vielleicht von „Parasite“ schon kennt. „Memories of Murder“ ist ein toller Film über zwei mehr oder weniger sympathische Polizisten, die im Südkorea der 1980er Jahre einem Serienmörder auf den Fersen sind.

    Um mich geschehen war es, als Chang Hyun mit seinem souligen Rocksong „빗속의 여인“ („bis-sog-ui yeoin“ — „Frau im Regen“) einige Szenen des Films untermalte. Durch seine unvorhersehbaren, aber subtilen Stopps und Rhythmuswechsel, macht er den Thriller auch ohne Bilder spannend. Ich glaube, das ist einer der besten Songs, die ich je gehört habe. Vor allem in dem Moment, wenn es im Film anfängt zu regnen, die Frau die Wäsche abnimmt, die Aufstände von der Polizei brutal niedergeschlagen werden und das nächste Opfer des Mörders ahnungslos durch den Regen nach Hause läuft: Gänsehaut. Dieser Song ist ein Highlight meines Jahres, trotz des hohen Alters.

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    Kapitel 2: Anxious und ein Call aus den 2000ern

    Die 2000er haben angerufen? Ja. Weil sie neidisch sind.
    Ich gebe es öffentlich zu: ich lasse mich gerne in bessere Zeiten zurückversetzen. Und mit voller Wucht schafft das der Song „Call From You“ der US-amerikanischen Band Anxious. Dieser 2022 erschienene Song klingt wie eine erwachsene Version meiner musikalischen Idole aus den 2000ern: My Chemical Romance, Yellowcard, Fall Out Boy und so weiter. Klar, Pop-Punk ist wieder in und so, aber mussten sie es gleich so viel besser machen?!

    Wirklich umgehauen hat mich die Stimme des Sängers Grady Allen. Soft und roh, die Übergänge sind fließend. Der Text, der so unpoetisch und gleichermaßen total lyrisch daherkommt, schockiert mich jedes Mal durch die filterlose Ehrlichkeit. Beide Seiten dieses Beziehungs-Dilemmas sind für mich nachzuvollziehen, ich fühle es mit. Fühlen. Das ist es, was diese Musik unglaublich gut vermittelt.

    Ich habe versucht meine äußerst authentischen Emo-Utensilien bei meinen Eltern wiederzufinden, bisher fand ich nur meinen „Pali“. Die schwarze Militär-Umhängetasche mit den Patches ist nach wie vor verschollen. Vielleicht besser so. Diese ganzen Dinge brauche ich nämlich gar nicht mehr. Das Debutalbum „Little Green House“ von Anxious bringt alles mit, um die Zeitreise gebührend anzutreten.

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    Kapitel 3: Jan Müller und die furchtbare Prophezeiung

    Muss kurz lachen, denn „und die furchtbare Prophezeiung“ könnte genau so gut eine neue Folge der Drei ??? sein. Leider ist die ganze Sache überhaupt nicht lustig und das Lachen bleibt mir im Halse stecken. Denn als ich im Januar mit Jan Müller, dem Bassisten von Tocotronic, über deren neues Album „Nie wieder Krieg“ im Interview sprach, war von dem menschenrechtsverletzenden Angriffskrieg Putins gegen die Ukraine noch keine Rede. Und genau dieser seltsame Umstand, die Vorhersage und die anschließende Trostspende dieses Albums, macht es für mich zu einem Highlight des Jahres. Auch wenn es kein positives ist.

    Dieses Gespräch wirkt im Nachhinein so unwirklich auf mich. Wenn ich bedenke, dass nicht mal einen Monat nach Veröffentlichung des Interviews über den Einmarsch Russlands berichtet wurde. Das tut weh und versetzt mich in den ganz unsicheren Februar 2022 zurück, den ich niemals vergessen werde. „Nie wieder Krieg“ von Tocotronic ist die einzige Linderung.

    Ich hoffe, dass diese ganze Scheiße bald ein Ende hat.

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    Die weiteren Aussichten

    Jetzt kommt dann der Punkt, an dem ich mir für das nächste Jahr noch etwas wünschen darf. Ich möchte wieder mehr auf Konzerte gehen. Ich möchte, dass Frank Ocean ein neues Album macht. Ich möchte auch wieder viel mehr über Musik schreiben. Leider kam das im Stress der letzten Monate viel zu kurz. Bei zwei von diesen drei Dingen bin ich mir sicher, dass es klappt. Außerdem möchte ich von Herzen Danke sagen: an die Redaktion, an Jule und Anna und natürlich an euch, fürs Lesen. Ich habe wegen euch das Schreiben zum Beruf gemacht.
    Schöne Feiertage! Legt was schönes auf und lasst es euch gut gehen.

    Showdown

    So, und weil man manchmal eben auch schreiben muss, was niemand lesen will, gibt es hier natürlich noch die Top 10 meiner Lieblingsalben dieses Jahr. Da lass ich mich doch nicht lumpen.

    Wir starten bei Platz 10:

    • Bilderbuch – Gelb ist das Feld
      … ist das erste Album dieser Band, mit dem ich so richtig etwas anfangen kann. Cooles Rockalbum. „Schwarzes Karma“ war der meistgespielte Song dieses Jahr — richtige Wumme.
    • Anxious – Little Green House
      … habe ich oben schon erwähnt. Emo-Pop-Punk wie früher, nur besser.
    • Mitski – Laurel Hell
      … ist musikalisch anspruchsvoll und genau die Sorte Pop, die ich sehr sehr liebe. „Working for the Knife“ oder „Stay Soft“ stellen das unter Beweis.
    • Oliver Sim – Hideous Bastard
      … versetzte mich wieder in meiner Teenagerzeit, als wir das Debüt von The XX in Dauerschleife gehört haben. XX-Sänger Oliver Sim begeistert mich mit seiner Stimme und den düsteren Arrangements seiner Tracks.
    • Regina Spektor – Home, before and after
      … viel zu spät entdeckt, aber in der letzten Minute noch auf der 6 eingestiegen. Diese Frau weiß, wie man hervorragende Popsongs schreibt. Und das nicht erst seit dem Titelsong von „Orange is the new Black“.
    • alt-J – The Dream
      … hatte ich zwischenzeitlich fast wieder vergessen. Dabei ist es vielleicht das beste Album des Trios. Die Transition in „Chicago“ lässt mich jedes Mal vor Ehrfurcht erblassen.
    • Sorry – Anywhere but here
      … ist einfach von vorne bis hinten gelungen. „Key to the City“ ist einer der besten Songs des Jahres. Harmonisch interessant und sehr abwechslungsreich, hier und da grüßen auch mal die Beatles.
    • PVA – Blush
      … dunkle Materie gemixt mit Post-Punk, Electro und Hyper-Pop. East Londons neue Geheimwaffe und frischer Wind im mittlerweile mainstreamigen Post-Punk-Geschäft. Übrigens auch live gesehen: geil!
    • Black Country, New Road – Ants from up here
      … ist das traurige letzte Album dieser Formation. Leider hat Sänger Isaac Woods die Band verlassen. Das Album ist sagenhaft gut. „Concorde“ oder „Basketball Shoes“ zeigen ihr Können.
    • Jockstrap – I love you Jennifer B
      … kann ich nur ganz schwer einordnen. Und das ist ein gutes Zeichen. Ich begreife ganz viele Sachen hier noch nicht. Alles was ich weiß: was sind das bitte für wunderschöne Melodien. Und diese Sounds. Keine Ahnung. Verdiente Gewinner*in.

    Das alles noch mehr gibt es in dieser Spotify-Playlist, danke für eure Aufmerksamkeit!

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  • Annas Jahresrückblick: … doch mit einem Song war es Liebe auf den ersten Blick

    65.481 – so viele Minuten habe ich in diesem Jahr auf Spotify Musik gehört. Das sind 45 Tage oder besser gesagt 1 1/2 Monate. Wenn der Streamingdienst nicht schon am 31. Oktober aufhören würde die Daten zu sammeln oder auf wundersame Weise noch die Minuten meines CD-Players on top rechnen könnte, wären es wahrscheinlich noch ein paar mehr. Aber eigentlich tut das auch nichts zur Sache und wundert mich wenig, denn das mit auch in 2022 wieder eine Menge Musik begleitet hat, wusste ich eigentlich auch ohne die Spotify-Statistik.

    Gute Vorsätze für das Jahr wurden eingehalten

    Was steckte also drin in dieser vollgepackten Wundertüte, die sich meinen Musik-Konsum tauft? Klären wir die wichtigsten Fakten gleich einmal zu Beginn.


    Song des Jahres: Sharks – BROCKHOFF
    meistgehörte Künstlerin: BROCKHOFF
    EP des Jahres: Sharks – BROCKHOFF

    Ok, zugegeben, ich liebe die Musik von BROCKHOFF sehr. Ermahnenderweise hat mir Spotify mir in meinem Jahresrückblick dargelegt, dass ich „Sharks“ ganze 171 Mal gehört habe. Das sind ca. 500 Minuten, beziehungsweise 8 1/2 Stunden – was im Vergleich zum Rest gar nicht so viel wirkt.

    Ja, ich kann den Song im Schlaf mitsingen und ich bin schäme mich dafür nicht. Nein, ich bin sogar stolz drauf. Denn im vergangenen Jahr habe ich mir in meinem Jahresrückblick eine selbsternannte Frauenquote verschrieben. Siehe da: In diesem Jahr ist eine Frau an der Spitze meines Jahresrückblicks. Da kann man schonmal stolz drauf sein.

    In „Sharks“ geht es um eine Hausparty, auf der die Sängerin Lina sich einfach nicht verstanden fühlte, wie sie mir im Sommer im Interview erzählt hat. Lines wie „the peer pressure is bringing me down“ oder „they’re playing shark games while they laughed at me for the sad song“ lassen mitfühlen und versetzen direkt in die Situation, die BROCKHOFF beschreibend besingt.

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    Weitere tolle Frauen, deren Musik mich durch’s Jahr gebracht hat: Blush Always, Matilda Mann, Nina Chuba, Snail Mail, Soccer Mommy, Power Plush, Gwen Dolyn, THALA, NewDad, Mia Berg, SERPENTIN, Holly Humberstone, nothhingspecial und Yowlandi

    Anscheinend sind die Songs von Brocki genau das, was mein verlorenes Indie-Rock-Herz in diesem Jahr brauchte, um zu kompensieren, dass es nichts Neues von The Neighbourhood gab. Denn meine eigentliche große Liebe hat in diesem Jahr zum ersten Mal keinen Platz im Jahresrückblick gefunden. Abgelöst wurde die amerikanische Band stattdessen auf der Position meiner „comfort music“ von Edwin Rosen. Seine Musik ist für mich: Ganz viel fühlen, lauthals mitschreien und dabei nervös auf und ab hüpfen – egal ob aufm Konzert oder mit Kopfhörern im Ohr beim Wäsche aufhängen.

    Von der Neuen Neuen Deutschen Welle an Land gespült

    Edwin Rosen hat für mich die Tür in die Welt der Neuen Neuen Deutschen Welle geöffnet. Ein Genre, in dass ich mich 2022 Hals über Kopf verliebt habe. Anscheinend ging das nicht nur mir so, denn unsere „new wave universe“ Playlist hat irgendwie einen Nerv getroffen und befindet sich nun in der Spotify-Bibliothek von 107 tollen Menschen. Auch das macht mich ein bisschen stolz.

    Besonders geliebt habe ich vor allem „222“ von Nils Keppel und „Wenn du da bist“ von TEMMIS. Beide Acts durfte ich auch schon persönlich kennenlernen und live sehen. Vor allem TEMMIS-Sänger Roman hat eine Energie auf der Bühne, die einfach krass ist. Anders kann ich das gar nicht beschreiben. Ich bin sehr gespannt, was aus der new wave bubble 2023 noch so kommt!

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    Neben ganz vielen Neuentdeckungen gab es aber natürlich auch eine Konstante und die kommt natürlich wieder (wie könnte es auch anders sein) aus dem Indie-Rock. Mit „Everything You Will Ever Need“ haben sich die Jungs Razz mal wieder direkt in mein Herz gesungen. Das Album hat seine Höhen und Tiefen, ist emotional und zugleich tanzbar. Meine Favoriten sind definitiv „Lost in the woods“ und „Talking for hours“ – beide haben etwas dramatisch, mystisches mit einem unerwartetem Hoffnungsschimmer in sich.


    Alben, die ich ebenfall sehr gefeiert habe: „Universum regelt“ von Schmyt, „Gelb ist das Feld“ von Bilderbuch

    Komme ich zu meiner letzten Kategorie für heute: Livemusik! Ich brauche wahrscheinlich nicht betonen wie absolut schön es war, dass dieses Jahr wieder so viele Konzerte und Festivals stattgefunden haben. Ich hab’s sehr geliebt. Hier also meine Highlights.

    Ganz oben auf meiner Liste der Highlights: Das Sziget Festival in Budapest. Als eines der größten Festivals in Europa konnte sich das Line-Up auf jeden Fall sehen lassen. Ich versuche mal kurz Ordnung reinzubringen, auch wenn mein Gehirn immer noch nicht realisiert, dass ich diese krassen Künstler*innen live gesehen habe:


    Arctic Monkeys
    Tame Impala
    Holly Humberstone

    Und natürlich noch super viele mehr. Aber diese drei Shows haben sich ziemlich in meine Erinnerung gebrannt. Fangen wir mit Holly Humberstone an: Die 23-jährige Britin kommt auf die Bühne und stimmt direkt „Overkill“ an. Man stelle sich eine vor Fangirl-Gefühlen nicht klarkommende Anna vor, wie sie versucht im Graben noch ein paar gute Fotos zu schießen. Ich habe mein Bestes gegeben, aber die Tränen haben mich überkommen. Alles andere als journalistische Professionalität, aber einer der schönsten Momente.

    Next one: Tame Impala. Ein Künstler, den ich eigentlich dachte, in meiner Lebenszeit nicht mehr live zu erleben. Kennt ihr diese Acts, von denen ihr immer denkt es wäre ja sowieso total utopisch, sie auf einem Konzert zu erleben? Das ist Tame Impala für mich. Ich stehe also wieder im Fotograben vor der Bühne und knipse so vor mich hin. Als ich nach den ersten drei Songs wieder in die Masse geschickt werde, fange ich an zu realisieren: Das ist wirklich Kevin Parker da vorne auf der Bühne. Die Show rauscht an mir vorbei. Es fühlt sich irgendwie trippy an. War das wirklich real? Das einzige, was mir versichert, dass ich nicht geträumt habe, sind die Fotos auf meiner Kamera und das eine Video, was ich geistesabwesend gedreht habe.

    Die Nummer 1 gehört aber unangefochten den Arctic Monkeys. Alex Turner, zwei gigantische Leinwände und „505“ läuft. Mehr schreibe ich dazu nicht – ihr seht’s im Video.


    Weitere verdammt tolle Festivals, auf denen ich 2022 war: Pop Salon, Apple Tree Garden, KiezKultur
    Shows, für die ich keine Worte finde: nand auf dem Apple Tree & Flawless Issues auf dem KiezKultur

    Was gibt’s sonst noch zu sagen?

    Wer im letzten Jahr schon dabei war und meinen Rückblick gelesen hat, der tut mir leid, der fragt sich jetzt bestimmt: Wo bleibt der schwedische Indie Pop? Keine Sorge, das habe ich natürlich nicht vergessen. Mein schwedischer Lieblingssong des Jahres war „En midsommarnattsdröm“ von Håkan Hellström. Der „Mittsommernachtstraum“ erinnert mich an genau das: Mittsommer in Schweden. Nachts um 3 Uhr, wenn es vom Dämmern wieder hell wird, spazieren gehen und Blumen sammeln. Das Leben ist leicht und riecht wie frischgemähtes Gras. Ich habe gerade ganz starkes Fernweh als ich diese Zeilen schreibe. (Das Foto ist um 03.53 Uhr entstanden)


    „Alte“ Songs, die ich wiederentdeckt habe: „Der Kommissar“ – Falco, „Von hier an blind“ – Wir sind Helden, „Mountain Sound“ – Of Monsters And Men

    So, jetzt bin ich gefühlt alles und nichts losgeworden von meinem musikalischen 2022. Falls es noch nicht deutlich geworden ist: Es war ein tolles musikalisches Jahr! Hier noch die obligatorische Playlist für’s ultimative Verwirren eurer Trommelfelle:

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  • Eves Jahresrückblick: Innovation trifft Tradition

    Eves Jahresrückblick: Innovation trifft Tradition

    Szene: Ich sitze im Zug Richtung Paris und habe Schwierigkeiten mich zu konzentrieren, denn genug Schlaf habe ich diese Woche mal wieder nicht bekommen. Dieses Setting beschreibt mein 2022 eigentlich ganz gut. Es war geprägt von ständigem Hin und Her, Chaos und Rastlosigkeit, größtenteils aber im positiven Sinne.

    Queue das erste Quartal des Jahres: Stuck in einem unfassbar langweiligen und null erfüllenden Job hat mir das Universum eine Hand raus aus meiner Apathie gereicht. Fast forward zu heute: Ein halbes Jahr später hab ich zwar weniger Zeit, insbesondere für unser nicht mehr so kleines Musikmagazin (gerade durch meine Artikel geblättert, musste ich zu meinem Entsetzen feststellen, dass ich seit Juli nichts mehr geschrieben hab), dafür ist meine zweite Leidenschaft Teil meines Berufs geworden: das Reisen.


    Willkommenes Durcheinander

    Diese Woche kommerzielle Weihnachtsluft in Paris schnuppern und nächste Woche wahres Wintermärchen in Lappland erleben. Und so unterschiedlich und chaotisch war meine diesjährige musikalische Reise: Von unerschlossenen Gebieten zurück zu Orten, die sich schon fast wie Heimat anfühlen.

    Ich muss ehrlich sagen, der Speicherplatz in meinem Gedächtnis wird immer noch nicht optimal genutzt und deshalb fällt es mir unglaublich schwer, mich an die erste Hälfte des Jahres zu erinnern. Vielleicht liegt das auch daran, dass mir mein Handy in dem Zeitraum gestohlen wurde und ich ohne meine Fotogalerie nichts in meinem Kopf behalten kann. Deshalb starten wir irgendwo bei 35 Grad plus in einer Wohnung ohne Klimaanlage.


    I was wrong I admit it

    Hier beginnt meine kleine Liebesaffäre, die sich mittlerweile in eine mehr oder wenige stabile Beziehung entwickelt hat. So einige, die mich kennen, werden sich denken, ich befinde mich in einer Quarter-Life-Crisis. Denn ich war mit die Erste, die Menschen, die Elektro feiern und auf Raves gehen, eher mit Unverständnis begegnet ist.

    Gut, letzteres ist immer noch nichts für mich und von wirklich hartem Elektro oder Techno werde ich mich auch in Zukunft erstmal fernhalten. Aber so einiger Elektro und House hat mich dann doch rumgekriegt. Und verantwortlich dafür ist genau eine Person.

    Die einstige Neugierde hat sich innerhalb von nur 20 Min. seines Sets auf einem Festival zu einer Obsession à la 2014 Tumblr-Ära gemausert (dazu auch später noch mehr). Man wird es sich wahrscheinlich schon denken können, aber es handelt sich um Fred Again..



    Ich kann nicht genau beschreiben, was seine Musik mit mir macht, aber sie katapultiert mich in eine Ecke meines Gehirns, wo ich nur die Sounds des Launchpads hör und nichts anderes mehr wichtig ist. Melancholie mit Elektro, House und Pop gepaart ergibt eine Mischung, die so einzigartig ist, bei der ich ohne Bedenken sagen kann, dass das Ergebnis mich für immer begleiten wird.


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    Andere wundervolle Artists in dieser Sparte, die mich ähnlich begeistert haben, sind: Saint Jude, Godford, 49th & Main, PaulWetz, TSHA und ein kleines Easter Egg, was ich diese Woche erst entdeckt hab, mich aber sofort umgehauen hat: Skin Care von Search Yiu (dieses Intro schon uff).


    Kurzer Liebesbrief an AB Syndrom

    Das Theme meiner Musik-Historie 2022 ist der Sprung in experimentellere und das Sehnen nach familiären Sounds. Und das vereinen die Jungs von AB Syndrom für mich: Meine altbewährte Liebe für deutschen Indie und meine neue Leidenschaft für mehr elektronische Klänge. Ach, wie ich mich gefreut habe, auf dem Tour-Start in Köln dabeizusein.

    Public Service Announcement: Ich würde euch allen dringlichst anraten, einen der Termine im Januar zu besuchen. Neben der Tatsache, dass die Musik einfach Extraklasse ist, merkt man wie viel Herzblut, Leidenschaft und Arbeit in diese Shows fließt. Ich war völlig aus den Socken, so wie der Rest des Publikums und den Erfolg verdienen die zwei allemal. Die Tour wurde übrigens auch von uns präsentiert und in ein paar Wochen könnt ihr euch auf ein Interview mit den zwei und mir freuen.

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    In diesem Atemzug auch worth to mention: Wezn (Shoutout geht raus an Anna B.), EASY EASY, Borninmay, Figure Beach und Marie Bothmer.


    Back to the roots

    Ich hatte ja ganz nebenbei erwähnt, dass Fred Again.. sich in meine Kult-Artists eingereiht hat und diese Leidenschaft der von 2014 ähnelt. (Ich weine innerlich immer noch, weil ich es nicht zum Konzert in Brüssel geschafft hab, naja).

    Jedenfalls reiht sich der werte Herr zu Favourites der geschädigten Jugend wie The 1975, Arctic Monkeys, The NBHD, Lorde, MARINA, Florence and so on ein. Dazu zähle ich auch mich. Und wie einige andere aus dem Team und meiner TikTok-Bubble, habe ich mich auch dabei erwischt, wie ich „tumblr era“, „tumblr phase“ und „tumblr 2014“ in die Spotify Suche eingegeben hat. Und fix begann das Suhlen in Selbstmitleid wieder. Nein, Spaß. Eigentlich war es mega schön, ein wenig in Nostalgie zu versinken. Und dieser Sound lebt seitdem auch mietfrei in meinem Ohr:


    https://www.tiktok.com/@lyricdiffusion/video/7171387998146252037?is_from_webapp=1&sender_device=pc&web_id=7118394760477967878

    Fehlt nur noch die passende Playlist

    Und so schließe ich also gähnend meinen Laptop sowie meinen Jahresrückblick und den Rest des Jahres ab und freue ich mich auf eine wohlverdiente Auszeit. Während dieser wird sicher auch meine passende Playlist rauf und runter laufen 😉 Meiner Meinung nach besser als jeder kitschiger Weihnachtsfilm-Soundtrack genau wie der Rückblick von 2021, aber ihr könnt selbst stillschweigend judgen.


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  • Daschas Jahresrückblick: Ich habe keine Lust mehr

    Daschas Jahresrückblick: Ich habe keine Lust mehr

    Um die Spannung direkt stilsicher im ersten Abschnitt weg zu nehmen: Hier kommen meine Top 3 Spotify Wrapped Artists von 2022. Platz 1 belegt, wenig überraschend Paula Hartmann, Platz 2 (wieder) Rikas und Platz 3 Verifiziert. Mein am öftesten gehörter Song war I Hate That We’ll Be Strangers In A While von Cinemagraph. Ich konnte außerdem nicht genug von Mia Morgans FLEISCH bekommen. Meine Lieblingskonzerte waren zum einen von Buntspecht und zum anderen von My Chemical Romance, for obvious reasons. Das sind wundervolle Artists und ich bin dankbar, dass sie mein Jahr mit ihrer Musik so bereichert haben. Vor allem ohne Paula Hartmann wüsste ich nicht, was ich in diesem Jahr gemacht hätte. Ich glaube sie tut genau das, was man als „aus der Seele sprechen“ bezeichnet. Aber jetzt mal weg davon, denn würde ich weiter über meine geliebten Künstler*innen schreiben, wäre das zu viel Schwärmerei. Bitte, ihr wisst selbst wie toll Paula Hartmann ist. Ich habe lange überlegt, was ich in meinem Jahresrückblick schreiben soll. Neue Artists, die ich für mich entdeckt habe oder alte Alben, die ich wiederentdeckt habe, das hätte mich nicht zufrieden gestellt. Genau, das ist der Punkt. Ich bin gerade nicht zufrieden. Erst letztens hatte ich einen Abend, an dem ich so intensiv darüber nachgedacht habe, was mich an der Musik- und Konzertszene stört, dass ich zum Entschluss kam, dass ich keine Lust mehr auf das alles habe und alles hoffnungslos ist. Das ist natürlich übertrieben, aber manchmal fühlt es sich genau so an. Stellt euch zumindest nun vor, es würde jetzt Männer von Blond feat. addeN im Hintergrund laufen. Meiner Meinung nach einer der besten und wichtigsten deutschsprachigen Songs des Jahres.

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    Hier kommt also eure gesunde Portion Negativität. Ich werde nun keine belegte Kritik an der Musikbranche schreiben, das haben viele vor mir schon ziemlich gut getan. Eine davon ist Fiona Kutscher, die in ihrer Arbeit „No Man’s Land“ Diskriminierung und fehlende Diversität in verschiedenen Teilen der Branche behandelt. Absolute Empfehlung, zum Lesen hier klicken.

    Der aufgebrachte Bauernmob

    Ich werde bloß meine eigenen Beobachtungen schildern. Viele davon trugen sich aber nicht nur auf Live-Events zu, sondern auch auf Social Media. Ein Ereignis, das meinen Eindruck von dem vorherrschenden großen Livepublikum prägte, war ein Tweet von mir aus dem Juni 2022, an dem Rock am Ring / Rock im Park Wochenende. Genauer gesagt, die Reaktionen dazu.

    Obwohl der offensichtlich überzogene Tweet für mich nur ein unüberlegter Spaß und gar keine belegte, wohlformulierte Kritik war, bestätigte sich meine Annahme noch sehr viel mehr als gedacht. Ich muss dazu sagen, dass ich noch nie bei Rock am Ring oder Rock im Park war. Natürlich bei anderen Festivals schon, aber RaR blieb mir bisher erspart, während ich als Teenager immer unbedingt „irgendwann mal“ hin wollte und jetzt einfach keine Lust mehr darauf habe. Aber glücklicherweise kann ich diesen Riesenspaß gar nicht mehr erleben. Denn ich wurde ausgeladen. Richtig, im Gegenzug wurde ich von wütenden Festivalfans auf Twitter dazu ermahnt, bloß niemals ihr heiliges Gelände zu betreten. Obwohl sich viele davon zu dieser Zeit auf dem Festival befanden, war es anscheinend ebenso unterhaltsam meine Aussage auseinanderzunehmen: Ich sei eine Berliner-Hipster-Techno-Studentin, männerhassend und sexistisch, noch nie auf einem Festival gewesen und natürlich auch einfach dumm und auf der Suche nach Aufmerksamkeit. Mein Tweet ist ein kleines bisschen viral gegangen und anscheinend genau in das Blickfeld derer gerutscht, die ich in den 29 schriftlichen Wörtern zu meiner „persönlichen Hölle“ erklärte. Nach hunderten von Kommentaren, in denen ich verspottet oder beleidigt wurde, folgten auch private Drohungen in meinen DMs. Ich weiß nicht, ob das für irgendwen schockierend ist, vermutlich nicht, aber ich möchte betonen, dass fast alle von diesen motivierten Teilnehmern Männer waren. Und obwohl sie sich auch für die drei-viertel-Hosen Anklage verteidigen könnten, blieben fast alle von ihnen auf den Wörtchen „betrunken und sexistisch“ und dem Thema der Rockmusik hängen. Ich hätte dir wirklich gerne geglaubt, dass du nicht „so ein“ Festivalbesucher bist, @tomfestivalliebe130296, aber dafür hättest du mich nicht unbedingt als „dumme verweichlichte Hipster-Schlampe“ bezeichnen müssen. Das spricht nicht gerade für dich.

    Eine kleine Auswahl an Reaktionen

    Ich werde jetzt nicht auf jedes Kommentar eingehen. Eigentlich fand ich es witzig, ich saß gut unterhalten am Handy und habe über die Reaktionen gelacht. Kurz gefasst: Ich wurde quasi zum Feind von Rock am Ring, während die wütenden Bauern mich mit ihren Mistgabeln und Fackeln jagten. In meiner Vorstellung erwartet mich genau dieser Mob am Einlass des Festivalgeländes, um mir ein warm gewordenes Dosenbier vor der Nase zu öffnen und mich dann eigenhändig zu bekämpfen. Ich habe darüber nachgedacht, wieso überhaupt solche Zustände unter Musikfans des Festivals herrschen. Neben den klassischen Merkmalen von Eskapismus, die solche Events immer mit sich bringen und zum Verlust jeglichen Anstands und Benehmens führen können, hängt dies für mich auch mit dem Line Up zusammen. Dass Rock am Ring und Rock im Park oft wegen ihrem sehr, sehr männlichen Line Up in der Kritik stehen, sollte allen bewusst sein. Genau darin sehe ich auch die Wurzel meines persönlichen Bauernmobs. Wenn jedes Jahr nur Volbeat, Korn und die Toten Hosen da spielen, dann beeinflusst das auch, wer auf das Festival geht. Und da das Line Up sich jedes Jahr nur wenig bemerkbar wandelt, bleiben auch die pöbelnden Traditionsfans. Sie sind bestärkt und bequem in dem, was sie jedes Jahr kennen und machen. Das ist prinzipiell vollkommen in Ordnung, jährliche Traditionen können auch etwas schönes sein. Aber nicht, wenn sie den Punkt erreichen, dass jede berechtigte Kritik wie ein sprachlicher Terrorangriff behandelt wird. Dass sich die Fans von Miley Cyrus von denen von Papa Roach unterscheiden, ist offensichtlich. Meine These ist also, dass wenn das RaR und RiP Line Up schon seit ein paar Jahren durchmischter wäre, auch das Publikum diverser wäre. Tom und Thorsten würden sehen, dass nicht alle Frauen so schlimm sind wie ich und dass auch Frauen coole Rockmusik machen und ihnen ihre tollen Lieblingsbands gar nicht wegnehmen. Alle würden sich weinend in den Armen liegen! Das wäre schön. Natürlich verfluche ich nicht alles an Festivals und auch bei weitem nicht alle männlichen Rock-Acts. Aber auf dieses Festival habe ich nun zugegebenermaßen keine Lust mehr.

    Auch bei einem kleineren Rock-Festival, auf dem ich in diesem Jahr war, stellte ich ein unangenehmes Männer-Publikum fest. Kein Wunder, ich war von morgens bis nachts dort und habe keine einzige Frau auf den zwei Bühnen gesehen. Na gut, eine einzige, die zu dem Zeitpunkt bei einer Männerband jemanden ersetzt hat. Auch die Erinnerungsposter aus den vergangenen Jahren haben meine Vermutung bestätigt: Dieser Tag war keine Ausnahme. Statt coole, neue Artists, vielleicht ja sogar Frauen, zu buchen, bestand das Line Up jedes Jahr größtenteils aus den gleichen rotierenden Ska-Punk-BarfußläufermitBlasinstrument-weißerTypmitDreads-Bands. Verpasste Chance? Ich finde schon.

    Um jedoch beim Thema Line Ups zu bleiben, ist mir auch dieses Jahr bei allen Ankündigungen aufgefallen, dass folgendes Kommentar sich jedes Jahr in abgewandelter Form darunter befindet. „Wer soll das sein haha? Kenn ich nicht, was für ein scheiß Line Up.“ Ein @Henrisnowboarder123-Typ möchte uns jedes Jahr mitteilen, dass er seinen musikalischen Horizont konsequent nicht erweitern möchte. Und dass dieser wahrscheinlich in 2013 hängen geblieben ist. Und dass er sich dieses Jahr wieder zum 10. Mal die Beatsteaks statt Nina Chuba wünschen würde, denn wenn er sie nicht kennt, ist sie bestimmt scheiße. Genau diese Einstellung scheinen viele Festival-Herren mit sich zu tragen und jedes Jahr, bei jedem Festival, finde ich solche Henris wieder. Ich wünsche ihnen ein bisschen mehr Freude am Neuen und ein bisschen mehr Geschmack.

    Die Malle-Männer

    Eine weitere Beobachtung. Dieses Jahr haben so gut wie alle männlichen Acts, zumindest die aus der Indie-Blase und ihrer Umgebung, versucht weibliche Support Acts mit auf Tour zu nehmen. Das freut mich sehr, denn Support Slots sind eben das benötigte Sprungbrett, um die verdiente Aufmerksamkeit zu erlangen und später selbst auf einer großen Bühne zu stehen. Artists und Booker*innen haben dieses Jahr in dieser Hinsicht offensichtlich etwas geleistet. Das Publikum aber nicht so ganz. Erst kürzlich war ich auf dem Konzert einer sehr bekannten und beliebten deutschen Band, der Voract war eine fantastische weibliche Musikerin. Der Auftritt: mega. Die besoffenen Männergruppen im Publikum hatten jedoch wohl mehr Spaß daran „Ach komm, zeig uns lieber deine Titten!“ während des Auftritts der Musikerin in Richtung der Bühne zu rufen. Nachdem das Konzert auch schon leider sehr an der schlechten Organisation litt, hinterließen die betrunkenen Männergruppen einen noch einschlagenderen Eindruck bei mir. Ich brauchte keine 15 Minuten, um nach dem Konzert zu erfahren und zu sammeln, dass die gleiche Art von Leuten auch in anderen Ecken der Halle lauerte. Buhrufe und Aussagen wie „Die Titten sind geiler als die Musik“ standen wohl auf dem Abendprogramm einiger Herren.

    Ich bezeichne sie gerne als „Malle-Männer“, das erklärt sich wahrscheinlich von selbst. Übrigens unterstelle ich niemandem davon dumm zu sein. Wenn wir auf dem Konzert der selben Band gelandet sind, haben wir ja wahrscheinlich sogar einiges gemeinsam. Das Problem erschließt sich für mich ähnlich wie mein Rock am Ring Mob. Die beschriebenen Malle-Männer sind es wahrscheinlich so sehr nicht gewohnt eine selbstbewusste, talentierte Frau auf einer großen Bühne zu sehen, dass somit eine Abwehrreaktion folgt. Diese Reaktion ist vollkommen unangebracht und mit nichts zu entschuldigen, aber ich vermute darin liegt ihr Ursprung. Fremd und unbekannt heißt meistens verwirrend und abstoßend. Wenn Malle-Mann Heiko sein Leben lang nur ähnlich aussehende Männer auf der Bühne abfeiert, dann ist er überfordert von der fremden jungen Frau, die jetzt vor ihm steht. „Etwas anders sieht es im Live Bereich aus. Lag der Anteil im Jahr 2010 noch bei 7% konnte für das zusätzlich ausgewertete Jahr 2022 ein Frauenanteil von 16% beobachtet werden“ (Zitat: Fiona Kutscher, No Man’s Land). Wir bewegen uns also immerhin langsam in eine neue Richtung. Dass das trotzdem bei weitem noch nicht genug ist, zeigen mir meine Beobachtungen. Ich würde meine Hand dafür ins Feuer legen, dass Malle-Mann Heiko, geschützt von seinen anderen Malle- Männern, bei jedem anderen Voract, der kein Mann ist, genau so herablassend reagiert hätte. Es lag nicht an der Musik.

    Bleiben wir nun bei Malle-Männern. Im August war ich auf einem Hallen Konzert einer anderen beliebten deutschen Indie Band. Ich nenne gerade keine Namen, weil es mir nicht darum geht, über bestimmte Musiker*innen zu sprechen. Diese Erzählungen stehen stellvertretend, denn es hätte sich um fast jede beliebige Band handeln können. Auf dem genannten Konzert war es heiß. Klar, draußen waren 30 Grad und drinnen machte sich schon nach zwei Songs ein Sauna ähnliches Gefühl breit. Während das Konzert voranschritt, tat dies auch die Anzahl der oberkörperfreien Männer. Das führte dazu, dass sich der riesige, mit Spaß erfüllte Moshpit in der Mitte der Halle immer weiter entleerte. Bis bei den letzten Songs ein großes Loch die Mitte der Crowd zierte und sich darin fast nur noch eine Gruppe befand. Richtig, die oberkörperfreien Malle-Männer. Auch vor der Pandemie ist mir der Mangel an T-Shirts auf den Konzerten der selben Band aufgefallen, damals empfand ich es schon als unangenehm. Dieses Mal hab ich noch mehr Probleme darin gesehen. In meiner Beobachtung steckt nämlich, dass diese Männer während des Konzerts alle FLINTA* durch ihr Verhalten aus dem Pit verdrängt haben und ihnen den Raum genommen haben, der ihnen zusteht. Dann kann Malle-Heiko allen beweisen, wie krass und überlegen er im Moshpit ist. Und dass er keinen Fick gibt. Zwischen all den rücksichtslosen, grölenden, schwitzigen Männern fragte ich auch während des Konzerts ein Paar davon wieso sie ihr Shirt nicht anbehalten konnten. Ich bekam, wie erwartet, nur genervte Blicke. Aber auch ich war genervt, denn auch mir war unfassbar heiß. Ich hatte wiederum nicht die Option, mich auszuziehen.

    Übrigens beobachtete ich auch, dass wenn eine weiblich gelesene Person Männer auf ihre fehlenden T-Shirts ansprach, es ihnen egal war. Wenn die kurze Konversation von Mann zu Mann passierte, wurde oft Einsicht gezeigt. Klassiker. Nach dem Konzert stellte ich schnell fest, dass ich nicht die einzige war, die das Verdrängen der FLINTA*-Personen bemerkt hatte und denen daran die Lust an dem Konzert verging. Die Band und ich schickten mehrere Stunden lang Nachrichten hin und her. Ich erklärte detailliert was mir an dem Thema liegt und dass ich mir wünsche, die Szene würde inklusiver denken und handeln. Dabei wünschte ich mir auch, dass das Thema kurz auf der Bühne angesprochen wird. Nicht als Verbot, einfach als ein kurzes „Wir wollen dass sich hier alle wohl fühlen. Wenn wir unsere Shirts anlassen können, könnt ihr das auch“. Das wäre in meiner Vorstellung ein guter Schritt gewesen, denn Frauen klären schon lange über diese Themen auf. Allerdings benötigt es meistens (leider) Männer, die etwas sagen, damit andere Männer zuhören. Vor allem in diesem Szenario, wenn es Männer auf einer Bühne sind, die man als Musiker cool findet. Die Band zeigte sich im Gespräch, nach ein paar leider eher widersprechenden Aussagen, doch ziemlich verständnisvoll. Ich bin halbwegs zufrieden schlafen gegangen, in der Hoffnung meine Worte hatten einen Gedankengang bewirkt. Zu mal es sich bei der Band um Musiker handelt, von denen ich sehr viel halte, sowohl musikalisch, als auch menschlich.

    Nach einem weiteren Konzert der Band realisierte ich, dass sich nichts verändert hatte. Auch dieses Mal
    kontaktierte mich die Band selbst und wir schickten einander einige Texte. Sie wollten aus unterschiedlichen Gründen nichts auf der Bühne dazu sagen. Ich war ein wenig enttäuscht, aber gleichzeitig froh, dass dieser Austausch wohl beiden Seiten wichtig war. Jedoch hatte ich währenddessen das Gefühl, der Band sei es im Kern einfach zu riskant ihre männlichen Fans zu vergraulen. Eigentlich erhoffte ich mir immer, dass sie eine Band seien, die kein Problem hat aus ihrer Komfortzone zu treten. Ich sprach mit einigen Freundinnen und Bekannten darüber, auch mit Freundinnen der Band. Schnell ließ sich erkennen, dass die weibliche Seite der selben Ansicht war wie ich. Als Ergebnis dieses Gespräches erstellte die Band Schilder, die sie bei den restlichen Konzerten an den Einlass hängte. Darauf wurde gebeten, sich respektvoll zu verhalten und auch seine T-Shirts anzubehalten. Wenn die Schilder, meiner Bedenken nach, missachtet werden sollten, sagen sie doch etwas auf der Bühne dazu, wurde mir beteuert. Irgendwann fühlte ich mich seltsam, wie eine kontrollierende, strenge Lehrerin, was nie meine Absicht war. Andererseits weiß ich, dass sich nichts ändert, wenn man nicht immer und immer wieder darüber redet. Erzählungen zufolge sagte diese Band vor kurzem auf einem sehr großen Konzert zum ersten Mal auf der Bühne, man solle T-Shirts anbehalten, in dem selben Kontext, dass man aufeinander Acht geben soll. Auch das Management erklärte auf Nachfrage, dass dies als Schlussfolgerung von vielen Gesprächen mit Freund*innen und Fans resultierte. Ich weiß, man darf das Große nicht aus den Augen verlieren. Es wird trotzdem tausende Konzerte bei anderen Bands mit unangenehmen, Dominanz demonstrierenden Männern im Publikum geben. Aber trotzdem freut es mich, dass diese Geschichte nicht als hoffnungsloser Fall, sondern sogar im Nachdenken und Handeln endete.

    Ein weiteres Beispiel ergab sich, als mich kürzlich ein Bekannter am Tag nach einem Konzert fragte, ob ich es auch so gut fand wie er. Ich bejahte, erwähnte aber auch kurz, dass ich den Leadsänger als unangenehm empfand. Er spielte die Show oberkörperfrei, mit sexuell angedeuteten Dance-Moves und betonte auf der Bühne unter anderem, dass er sich immer über die vielen „sexy females“ im Publikum erfreut. Mein Bekannter verstand meine Wahrnehmung nicht, er fühlte sich von meiner Bemerkung offensichtlich beinahe selbst angegriffen. Eigentlich habe ich aber nicht verstanden, wieso ich mich als einfacher Fan der Musik dieser Sexualisierung und Bewertung des Sängers unterziehen musste. Ich hab genauso wie mein Bekannter die Songs mitgebrüllt, ich bin genauso im Moshpit rumgesprungen, ich habe genauso geschwitzt. Aber ich bin eine Frau. Im Verlauf des Jahres fand ich mich oft in verschiedenen Situationen wieder, in denen ich mit Männern über dieses Thema diskutieren musste. Wobei ich das nicht musste, sondern wollte. Sei es mit Freunden von Freunden oder Beteiligten von Festivalorgas. Von Aussagen wie, dass ich nie wieder zu Festivals gehen soll, zu ich gehör nicht auf „härtere“ Shows, denn „dort war es einfach schon immer so“. Ist es denn nicht diskriminierend gegenüber Männern, dass ich von ihnen verlange, sich einzuschränken? Die wahrscheinlich am häufigsten gestellte Frage. Nein, ist es nicht.

    Die blickdichten Wände

    Vor kurzem habe ich im Club den DJ gefragt, ob ihm bewusst ist, dass die Band, die er gerade spielt, Anschuldigungen zu sexuell übergriffigem Verhalten an sich trägt. Die Reaktion hätte natürlich schlimmer sein können. Er behauptete immerhin, dass er das weiß und bloß in diesem Moment vergaß. Es täte ihm Leid. Aber! Natürlich hängte er am Ende der Aussage an, dass man „sowas ja nicht beweisen kann“ und da „auch oft gelogen wird“. Statistiken beweisen, dass dies nur in den aller wenigsten Ausnahmefällen zutrifft. Ich versuchte es kurz zu erklären, aber gab schnell auf und holte mir einen Gin Tonic. Dort, wo Männer andere Männer schützen und Tätern einen Raum geben, dort sind sie von starren, blickdichten Wänden umgeben. Diese Wände zu durchbrechen, ist mein großer Wunsch. Manchmal liefen die Gespräche, die ich führte, einsichtig, manchmal stieß ich nur auf sture Ablehnung. Aber eins hatten diese Gespräche immer gemeinsam: Sie waren kräftezehrend. Ich habe in diesem Jahr bemerkt, wie viel Energie es raubt, Männern jedes mal die selben Dinge zu erklären. Jedes Mal überhaupt zu sagen, dass es sich hier um ein Problem handelt. Jedes Mal verbal darum zu kämpfen, dass meine Gefühle auch eine Daseinsberechtigung haben, ohne zu sehr anecken zu wollen. Jedes Mal zu erläutern, dass ich nicht die einzige bin, der es so geht und dass es sich lohnt, mal etwas weiter zu denken. Ich habe keine Lust mehr darauf.

    Ich habe keine Lust mehr darauf, dass man immer die gleichen unangenehmen Geschichten über Männerbands miterlebt oder hört. Ich habe keine Lust mehr darauf, dass ich mich damit zufrieden geben muss, dass es ja in anderen Bubbles „noch viel schlimmer sei“. Ich habe keine Lust mehr mich unwohl und unterlegen zu fühlen. Ich habe keine Lust mehr zu sehen, wie andere wegsehen. Die kleinen Geschichten, die ich hier aufschreibe, sind nur ein winziger Teil. Sie sind nur ein winziger Teil meines Jahres, ich könnte noch viel mehr erzählen. Aber auch ein winziger Teil von großen Problemen. Es waren Momente, die mir als besonders ernüchternd im Kopf geblieben sind. Ich weiß auch, dass es naiv und unrealistisch ist, zu glauben, dass sich etwas davon durch durch den Jahreswechsel ändert. Aber ich möchte es trotzdem. Ich habe es jedes Mal sehr deutlich wahrgenommen, wenn ich beispielsweise eine junge Tourmanagerin im Backstage gesehen habe. Das fällt mir auf, das bleibt bei mir hängen. Jede dieser FLINTA*, die in der männlich dominierten Musikszene aktiv ist, ist ein Vorbild für mich. Sie sind alle für einander gegenseitige Vorbilder, wenn auch nur unbewusst. Orte und Bereiche, in denen mehr von diesen Personen anwesend sind, sind offener und verständnisvoller. Auch das habe ich deutlich beobachtet. Der dunkle Raum mit den blickdichten Wänden, den ich erwähnt habe, wird einzig und allein durch die Präsenz von FLINTA* Personen durchbrochen. Selbst, wenn es nicht ihre Absicht ist, politisch und kritisch zu handeln oder aufzuklären. Ich wünsche mir das Gegenteil des blickdichten Raums. Einen, in dem mehr Realitäten als nur die des weißen cis Mannes aufeinander treffen. Einen, in dem Strukturen gelöst und neu zusammen gesetzt werden. Einen, in dem Menschen einander zu hören, reflektieren und realisieren. Denn dort, wo Männer nicht nur geschützt und umgeben von ihren Bros sind, ändern sie auch ihr Verhalten. Wäre das nicht ein Gewinn für alle?

    Für 2023 wünsche ich mir, dass ich wieder mehr Begeisterung verspüren kann und nicht ständig mit dem Gefühl des „ich habe keine Lust mehr“ Heim gehe. Ob ich das schaffe, ist nicht nur von mir abhängig.

  • Lucas‘ Jahresrückblick: Für kurze (und lange) Aufmerksamkeitsspannen

    Lucas‘ Jahresrückblick: Für kurze (und lange) Aufmerksamkeitsspannen

    Als angehender Pädagoge ist mir eines bei diesem Jahresrückblick besonders wichtig: Alle potenziellen Lesenden entsprechend ihrer Bedürfnisse abzuholen und zufriedenzustellen. Daher bietet diese Rückschau unterschiedliche Stufen des Konzentrationsspektrums. Von ADHS slash TikTok type of Aufmerksamkeitsspanne bis zu Musik Hedonist*in für den oder die Zeit keine relevante Größe ist, ist alles möglich. Ob in 8 Sekunden über den Artikel scrollen oder die nächsten vier Tage damit verbringen jeden Song, jede EP, jedes Album und jedes Musikvideo anzuschauen, um eine detaillierte Persönlichkeitsanalyse zu entwickeln: alles ist erlaubt!

    Damit letzteres nicht tatsächlich eintritt, nehme ich es bereits vorweg: Meine Hörgewohnheiten sind die eines verrückten Dinosauriers. Denn erstens, ich höre noch gesamte Alben. Zweitens, ich höre die meisten Alben nur ein Mal „aus Interesse“. Drittens, ich höre keine Playlists außer die New Music Friday Playlist und erstelle auch keine eigenen und viertens, ich höre noch gesamte Alben!!.

    Wer jetzt noch nicht aufgegeben hat: enjoy the show, but I warned you! Zur mentalen Einstellung auf was folgt, kommen hier die blanken Zahlen: 33 neue Lieblingssongs, 23 besuchte Konzerte, 7 neue Lieblingsalben, 6 geschriebene Reviews, 3 Lieblings-EPs und 1 eigener Auftritt. Welche Aussagekraft diese Zahlen haben und was sie von mir preisgeben, ich habe keine Ahnung.

    On a sidenote: alle Socials, Songs und Musikvideos sind verlinkt, wenn ihr auf die Artists bzw. Songtitel klickt, außer Rachmaninow und Schostakowitsch. Die sind schon tot.

    Musik Moment des Jahres

    📈 23. September eigener Auftritt 📈
    im Badehaus, naja im Backstage … vom Badehaus …

    Review des Jahres

    Kurz vorm Ende der Welt hören wir Ami Warning
    Werbung in eigener Sache direkt am Anfang des Artikel – check!

    AMI, KVEDW, cover, ami, clear, rooom, blaue augen, cover,ami warning, untoldency, online magazin, review, kurz vorm ende der welt, mixtape, ep, indie, deutsche musik

    Konzerte des Jahres

    ✨ Olivia Dean im Festsaal Kreuzband ✨
    70€ für einen Scam verballert um 25min Olivia Dean als Vorband zu sehen

    ༄ MØ im Kesselhaus ༄
    bester Schlagzeug Sound in meinem Leben

    ☆ Leon Bridges im Huxleys ☆
    neue Elvis Presley

    ⚫ 070 Shake im Berghain ⚫
    was im Berghain passiert bleibt im Berghain

    ♫ Staatskapelle Berlin: Rachmaninow, Schostakowitsch in der Philharmonie ♫
    Das ist noch echte Musik!

    ∞ Oehl im Franz Club ∞
    Wackeldackel als Mensch

    EPs des Jahres

    ✊ Apsilon – Gast ✊
    Deutsches Gewissen

    ☾ Joalin – I’m The One ☾
    Instagirl kann singen

    𓃠 Marie Bothmer – Swimmingpool 𓃠
    Deutsche Billie Eilish

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    Alben des Jahres

    💖 Benee – Lychee 💖
    Neuselländische Billie Eilish mit Depressionen & ADHS

    ⚥ 070 Shake – You Can’t Kill Me ⚥
    Sound of the Youth & malnourished Cruuuuuush!

    ♱ Ami Warning – kurz vorm Ende der Welt ♱
    Musik kurz vorm Ende der Welt

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    Songs des Jahres

    🕺$oho Bani, Longus Mongus – INZIDANCE 🕺
    MACH DEN INZIDANCE; MACH DEN INZIDANCE, MACH DEN INZIDANCE!

    ⊗ Swedish House Mafia, Sting – Redlight ⊗
    2000er Techno Revival

    ❁ Oehl – Keine Blumen ❁
    weinen auf österreichisch

    ⚑ Noah Cyrus – Mr. Percocet ⚑
    verstehe jetzt Republikaner 1% besser

    ✧ Evin – Yarê ✧
    Liebe auf den ersten Blick

    ツ Pabst – Mercy Stroke ツ
    nächste Blink182

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    Musikvideos des Jahres

    🐿 Deichkind – Natur 🐿
    letztens ein Laubgebläse benutzt, ist ganz geil

    ☼ Caroline Polacheck – Sunset ☼
    Welcome to the 20th Century

    ꕤ Joalin – Angelito ꕤ
    Bring me back the summer pls!

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    Entdeckung des Jahres

    🜲 Levin Liam 🜲
    klingt wie wenn die Zunge langsam taub wird vom Hustensaft aber das Kribbeln ist eigentlich ganz angenehm

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    Scheißsong des Jahres

    ❆ Black Eyed Peas, Shakira, David Guetta – DON’T YOU WORRY ❆
    hass

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  • Leifs Jahresrückblick: Viele erste Male

    Leifs Jahresrückblick: Viele erste Male


    Mitten in der Adventszeit befindend, geht es mit rasanten Schritten auf die Feiertage zu. Tatsächlich scheint sogar der Winter ausnahmsweise dann einzubrechen, wann man es eigentlich erwarten könnte, und zeichnet somit das perfekte Bühnenbild für die besinnliche Zeit. Draußen ist es kalt geworden, die hellen Stunden kann man beinahe an einer Hand abzählen, während sich so langsam im Innern eine kuschelige Wärme mit Kerzenschein und Nadelholzgeruch breit macht. Am Ende jeden Jahres setzt man sich dann meistens zur Ruhe und lässt jenes traditionell sehr gern Revue passieren.

    Viele Umstände laden in dieser Zeit ja sowieso dazu ein, wie zum Beispiel ein von Jahresrückblicken überladenes Fernsehprogramm oder die zahlreichen Weihnachtsfeiern und Familientreffen. Auch bei untoldency ist es mittlerweile Tradition, persönlich Inventur zu machen und eine Bilanz aus dem fast vollendeten Musikjahr zu ziehen. Als Universalwerkzeug dafür hilft der Spotify Jahresrückblick ungemein. Allerdings ist es bei mir in diesem Jahr nicht ganz so einfach.

    Prokrastination auf Spotify

    Zugegeben, ich bin ein Weihnachtsmensch. Seit Mitte November schon höre ich fast ausschließlich Weihnachtsmusik und romantisiere alles im Sinne des klassischen Weihnachtsfiebers. Ich weiß, alles viel zu früh und so weiter, aber ich kann gar nicht anders. Jedes Jahr klammere ich mich erneut an die Adventszeit und die Feiertage – für mich die tatsächlich schönste Zeit des Jahres. Deshalb ist es auch so schwer für mich herauszukramen, was sich vor der aktuellen Mischung aus Bravo Rock Christmas und anderen Weihnachtsklassikern in meinen Gehörgang eingeschlichen hat.

    Es soll in meinem Jahresrückblick gar nicht unbedingt um Lieblingstracks und Neuentdeckungen, bzw. Hörgewohnheiten insgesamt gehen. Zumal wäre das bei mir ohnehin schwierig festzuhalten, da ich mein Spotify Profil verhältnismäßig wenig genutzt habe und es noch nie so unaufgeräumt und unvollständig war, wie jetzt. Das muss ich unbedingt in einem Frühjahrsputz in 2023 ändern, aber as I said: jetzt ist erstmal Weihnachten. Meine Inkonsequenz bezüglich Spotify hat sich letzten Endes also darin geäußert, dass ich bei anderen „geschnorrt“ habe. Also müsste eigentlich mein Umfeld diesen Rückblick schreiben.

    Mein erstes Interview

    Am meisten musikalisch geprägt hat mich dieses Jahr, dass ich ein Teil von untoldency bin! Das ist zwar wenig überraschend und etwas cringe, wenn ich das so sage, aber an dieser Stelle geht ein fettes Dankeschön an alle aus dem Magazin raus. Zum zweiten Geburtstag finde ich es angebracht, uns auch mal selbst zu feiern. In 2022 war ich für und mit untoldency auf zahlreichen Konzerten und erstmalig Festivals und durfte viele Künstler*innen kennenlernen, einige auch persönlich.

    Zu meinen diesjährigen Highlights gehören das Reeperbahn Festival, das KiezKultur Festival und die Acoustics Concerts. Mit letzterem fange ich einfach mal in der chronologischen Reihenfolge an, denn als untoldency in diesem Sommer die Acoustics Concerts präsentiert hat, habe ich mein erstes Interview jemals geführt. Wie es bei vielen (vermutlich den meisten) Interviews der letzten beiden Jahre der Fall war, so hat auch dieses online per Videocall stattgefunden. Das war zwar sehr schade und auf den ersten Blick vielleicht etwas unspektakulär, so konnte ich aber auf jeden Fall besser mit meiner enormen Aufgeregtheit umgehen.

    Dass das Interview nicht face-to-face stattgefunden hat, lag übrigens nicht vorrangig an Corona-Regulierungen, sondern daran, dass mein Call einmal über den Teich bis ins Vereinigte Königreich zum britischen Sänger Rhodes ging. Dementsprechend war das Interview also auf Englisch (bin echt fast geplatzt vor Aufregung!!). Alles in allem war es aber ein richtig schönes und unbeschwertes Interview, was ihr hier noch einmal nachlesen könnt. Hinterher konnte ich Rhodes auf einem der Konzerte treffen und die fehlende Präsenz vom Videocall nachholen.

    Mein erstes Festival

    Weiter geht es mit den Festivals, zu denen mich untoldency dieses Jahr geführt hat. Auf der Liste steht einerseits das Reeperbahn Festival 2022 in Hamburg und das KiezKultur Festival 2022 in Hannover. Beide waren eine unfassbar schöne Erfahrung und so ein bisschen schien es so, als sei das eine die ganz kleine Schwester vom anderen gewesen. So zeigten sich auch gewissen Parallelen, die sich unter anderem in Punkten des Line-Ups widerspiegeln.

    Für mich steht der Luke Noa Gig im Drafthouse mit Band definitiv im Mittelpunkt meiner positiven Erinnerungen vom RBF 22. Ihn hat man mit ein wenig Unterstützung von Bilbao-Sänger Leon ebenfalls auf dem Kiez Kultur hören können. Speaking of Bilbao: Sie waren für mich der Opener beim RBF 22. Nicht nur beschränkt auf die genannten Acts, haben beide Festivals unheimlich Spaß gemacht und waren wichtige Schnittstellen für die deutsche Musikszene – also sehr zu empfehlen.

    Um den Kreis jetzt zu schließen, erzähle ich Euch noch ganz kurz von meinem letzten Konzert für dieses Jahr. Vor wenigen Tagen fanden in Hamburg die POP Seasons mit Luke Noa, Willow Parlo und Lemony Rug (ja, das Soloprojekt des obengenannten Bilbao-Sängers) in der traumhaft ausgeleuchteten Kulisse der Christianskirche Altona statt. Das Line-Up hat mich dabei aus offensichtlichen Gründen an meine beiden Festival Highlights erinnert und war ein krönender Abschluss meines Musikjahres 2022 mit den vielen ersten Malen.

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    Die gemeinsame Single „Hello Sunshine“ von Luke Noa und Lemony Rug erschien am 27.09.2022

    Bis nächstes Jahr

    Im Hier und Jetzt beschränkt sich mein musikalischer Kosmos ja wie gesagt nur noch auf Weihnachtsmusik. Daher gibt es von mir auch keine Playlist als Rückblick, sondern eine Playlist, die auf meinem Lieblings-Compilations-Weihnachtsalbum basiert. Ich sag Euch, das Ding läuft bei mir jedes Jahr für fast zwei Monate in Dauerschleife. Es bleibt mir also nun nichts anderes übrig, als die Playlist zu verlinken und Euch allen frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr 2023 zu wünschen. Wir sehen, hören und lesen uns im Januar wieder!

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  • Julias Jahresrückblick: I played guitar while you painted the romance

    Julias Jahresrückblick: I played guitar while you painted the romance

    Das Jahr 2022 neigt sich langsam dem Ende zu und ein paar persönliche Meilensteine wurden erreicht – der Bachelorabschluss, ein neuer Job und Tickets für die nächste Harry Styles Tour wurden ergattert. Letzteres hat mich wie zu erwarten meine Nerven gekostet. 2022 gab es endlich wieder Konzerte und Festivals, aber vor allem viel gute Musik.


    Songs aus 2022

    Beginnen wir mit zwei Songs, die mich dieses Jahr begleitet haben und komischerweise nicht in meinem Spotify Wrapped aufgetaucht sind. Paolo Nutini hat dieses Jahr sein Album „Last Night In The Bittersweet“ veröffentlicht, auf dem sich der Song „Acid Eyes“ befindet. Ein wunderschöner Song, den ich dieses Jahr auf Dauerschleife gehört habe und von dem ich bis jetzt nicht genug bekomme. Das ganze Album ist genial, also bitte reinhören. Ein weiterer Song von dem ich nicht genug bekommen konnte, ist „End Of The Beginning“ von Djo, mit großem Ohrwurmpotenzial – (ich spreche hier aus Erfahrung.) Beim Hören des Songs entstehen bei mir immer Gefühle von Nostalgie und Gelassenheit – ein passender Soundtrack zum Autofahren, wenn ihr mich fragt. Auch hier blieb es natürlich nicht bei dem einen Song, der mich gecatched hat. „End Of The Beginning“ wurde 2022 auf seinem Album „Decide“ veröffentlicht, das noch weitere Banger wie „Change“ oder „Gloom“ zu bieten.

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    Alben aus 2022

    Auch wenn ich großer Fan von selbst erstellten Playlists bin, höre ich noch am liebsten ganze Alben. „five seconds flat“ von Lizzy McAlpine ist dieses eine Album aus 2022, das mir in jeglichen Gefühlszuständen bei Seite stand. Im November war ich für Untoldency auf ihrem Konzert in Köln zu Gast und war hin und weg – ihre Stimme klang wie von der Platte. Das Konzert war perfekt, aber leider viel zu schnell vorbei. Mein Artist Of The Year Award goes to her!

    Beim nächsten Album hätte ich nicht gedacht, dass es Platz in meinem Jahresrückblick einnehmen wird. Wir kommen zu meinen Favoriten aus dem Genre Pop. Zugegebenermaßen handelt es sich hierbei nicht um eine Neuentdeckung, sondern eher um ein Stück Nostalgie. „Harry’s House“ war mein Gute-Laune-Booster und Soundtrack im diesjährigen Sommer. 2013 habe ich noch zu „Live While We’re Young“ getanzt, und nun? – er rockt die Bühne alleine.

    Ein weiterer Release, der es mir dieses Jahr angetan hat, ist das „Midnights“ Album von Taylor Swift. Insbesondere „Would’ve, Could’ve, Should’ve“ läuft bei mir hoch und runter – musikalisch wie auch textlich ein unfassbar guter Song.

    Mit Untoldency ging es dieses Jahr für mich unter anderem zum Reeperbahnfestival. Vier spannende Tage gefüllt mit Businesskram und Livemusik. Neben Gigs von Sharktank, Blanks oder Luke Noa, habe ich mir M. Byrd‘s Konzert in einer Kirche angeschaut und mich bei Beachpeople in Samtsesseln entspannt – ein Clubfestival mit vielen spannenden Newcomer*innen halt. Und apropos: Die Künstlerin THALA ist eine weitere Musikentdeckung aus diesem Jahr. Ihre leichte und träumerische Stimme hat mich vor allem auf ihrem Album „Adolescence“ sehr berührt, das 2021 erschienen ist. 


    Back to comfort

    Selbstverständlich habe ich mich ebenso in meiner Comfortzone aufgehalten und Artists gehört, die ich schon länger kenne und mich auch in 2022 mit ihrer Musik beglückt haben. Sam Fender und Holly Humberstone, zwei meiner absoluten Lieblinge, sind ganz oben dabei wie auch The Wombats, The 1975, Death Cab For Cutie und Two Door Cinema Club, die neue Alben veröffentlicht haben. 

    Was höre ich, wenn ich Ruhe brauche und keine Lust auf etwas Neues habe? Neben den oben genannten sind es sicherlich Elliott Smith oder ABBA.


    Alle meine 2022 Faves, gemixt mit alten Favoriten in einer Playlist? Here you go:

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  • Amélies Jahresrückblick: Staffelfinale und 80er-Revival

    Amélies Jahresrückblick: Staffelfinale und 80er-Revival

    2022 wird als das Jahr in die Geschichte eingehen, in dem am meisten passiert ist, sich am meisten verändert hat, mir am meisten neue Menschen über den Weg gelaufen sind, den Weg wieder verlassen haben oder noch lange bleiben werden. Und so wie das klingt, klingt auch mein Jahr. Die Musik und Musik-Stationen, zeichnen das Jahr in Klang.

    Apropos Geschichte, während ich über meine Musikgeschichte schreibe, höre ich mit dem anderen Ohr, unserem Dozenten für Popmusikgeschichte (mehr oder weniger) zu. Shoutout an meine Kommiliton:innen, die alle ganz aufmerksam folgen!:)

    Während wir Musik aus den 60er Jahren hören, geht es bei mir eher um die neusten Entdeckungen 2022. Hier lassen sich sicher auch viele Einflüsse und parallelen zu unserer Vorlesung finden, also ist das hier mehr als Uni-releated!


    Staffel 2

    Wir starten in Staffel 2. Seit vier Monaten wohne ich viele hundert Kilometer weit von Zuhause weg. In Regensburg sitze ich in meinem Zimmer. Für drei Monate. Verrückt, das da Corona noch existiert und mich in einer mir noch sehr fremden Stadt gefangen hält. Zu der Zeit habe ich mein FSJ Kultur beim Verband für Popkultur in Bayern (VPBy) im Homeoffice bestritten. Da ich diese triste Zeit so gut wie verdrängt habe und somit auch was ich zu der Zeit an Musik gehört habe, spule ich eine langweilige Episode einfach vor.

    Ende März wird es wärmer und der Festival- und Musik-Sommer kündigt sich langsam an. Hier wird es auch spannend, weil ich im April angefangen habe, für Untoldency zu schreiben! Vielleicht erinnert sich der:die ein:e oder andere an das Crossover-Projekt “VPBy x Untoldency”. Ich starte mit dem Musikvideodreh in Nürnberg. Dort dreht Elena Steri ihr Video zu “reset”. Am folgenden Tag treffe ich Elena zum Interview. Mein erstes Interview!!

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    Gerade durch mein FSJ bin ich stark mit der lokalen und deutschen Indie-Szene verwachsen. Passend dazu erlebe ich Ende April einer meiner ersten Showcase-Festivals, die c/o Pop in Köln. Damit auch den ersten Auftritt von Malte Huck aka BEACHPEOPLE. Malte ist bei meinen favourites, der corner.company aus Regensburg, gesigned. Ich bin ziemlich stolz, den ganzen Werdegang dieses Jahr miterlebt zu haben!

    mein favourite BEACHPEOPLE Track


    Absolutes Staffel 2-Highlight war das Modular Festival in Augsburg. Dort war ich Teil der Social Media Promo Crew und meine Aufgabe bestand darin, Videomaterial für die Modular Festival Instagram-Story zu sammeln. Im Bühnengraben oder auf der Bühne konnte man mich hin und wieder entdecken, wie ich die perfekte Perspektive suche.

    Alli Neumann, Nina Chuba und absolut riesig war Giant Rooks.

    Magisch war der Auftritt von Edwin Rosen. Ein Sonnenuntergang, wie aus dem Bilderbuch über dem Gaswerk in Augsburg, spiegelt sich in den Augen der 100% textsicheren Edwin Rosen Fans. Antwort ist ein Lächeln des Begründers der Neuen Neue Deutsche Welle-Szene.

    mein favourite Edwin Rosen Track


    “Eine Blume im Grau”

    Wichtig in meinem Jahresrückblick, ohne ganz pathetisch zu werden, sind Tilman.

    Wer Untoldency verfolgt, hat diesen Namen schon gehört. Kennengelernt habe ich die drei, auch durch mein FSJ und dann persönlich bei ihrem c/o Pop-Auftritt. Da ist auch unser schönes Interview entstanden.

    Seit August arbeite ich mit ihnen im Management zusammen und freue mich auf alles, was nächstes Jahr so kommt, und Spoiler – es wird besser als super gut:))

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    Staffelfinale & 80er Revival

    “Hochsommer kommt vor dem Fall”

    Wann ist die beste Zeit für nostalgischen Rewind? Ja, genau im Sommer bei 38 Grad und Freundinnen, mit denen du eine Woche Unzertrennlichkeit erlebst. All time favourite sind The Smiths. Wenns mir schlecht geht oder einfach mal kurz Ruhe sein soll, finde ich mich mit “Asleep” wieder.

    “There is another world / There is a better world”


    Dann folgt The Cure mit “Play For Today”. 

    “It’s just your part in the play for today”


    Abschied und Neuanfang

    Bis hier hin war es schon turbulent, oder? 

    Der Abschied vom Sommer und von meiner Zeit in Regensburg erfuhr seine Feierlichkeit im Sommerflimmern. Eine Regensburger Festivalreihe. Mit dem VPBy haben wir den ersten Abend kuratiert. Mit dabei waren die Moon Mates, Umme Block und BRUCKNER, alles aktuelle oder ehemalige Mitglieder aus unserem Bandförderprogramm BY.on.

    mein favourite BRUCKNER Track


    Bevor ich mein Studium an der Popakademie in Mannheim Ende September begonnen habe, stand noch einen Trip durch Berlin und Hamburg für mich an. Mit besagten Personen, wodurch wir noch unzertrennlicher wurden. Klingt cheesy, soll es auch.

    Neuentdeckung: Selofan


    listen to „Living Scandal„

    Ich sehe uns nur im kleinen Auto bei fast vergangenen Sonnenuntergang durch Berlin fahren. Sichtbarer Ankerpunkt ist der Fernsehturm.


    Matrosé sippen bei Paula Hartmann

    Weiter geht die Fahrt zu meinem ersten Reeperbahn Festival in Hamburg.

    Preis für das beste Reeperbahn Festival-Getränk erhält Matrosé, Mate-Pfefferminztee mit Rosé. Schmeckt so gut, wie es klingt!

    Mit Matrosé in der Hand eilen wir zu einem meiner Highlights: Paula Hartmann. Meine meistgehörte Künstlerin dieses Jahr. Ich kann wirklich jedes Wort auswendig, was sie je verfasst hat. Kein Spaß.


    mein favourite Paula Hartmann Track

    Zweites Reeperbahn Highlight und einer meiner liebsten Künstler dieses Jahr ist Betterov. Über seine Betterov & Friends Session habe mit ihm am nächsten Tag beim Interview zu seinem Debüt-Album in der Lobby des East Hotels in Hamburg gesprochen.

    Einfach eines der besten Alben diesen Jahres!

    das Album des Jahres „OLYMPIA“


    Pilotfolge Staffel 3

    Wir sind endlich in Mannheim angekommen! Parallel mit der zweiten Uni-Woche releasen ich und meine Schwester mit OSTARA “fernweh” / “fernweh – discokugel mix”.


    listen to OSTARA


    Wie viele krasse Menschen und Musiker:innen ich hier schon kennengelernt habe, ist unglaublich.

    Frisch im Management dabei, bin ich bei GAST.

    Schon im letzten halben Jahr hat sich meine Spotify Playlist immer weiter zu deutschen New Wave Artists hin entwickelt und GAST darf bei so einer Playlist unter keinen Umständen fehlen! Also empfehle ich euch gleich mal eure Playlist zu ergänzen:)


    listen to GAST


    Einer meiner all time favourite NNDW Songs ist “Nur zu weit” von niemand geringeren als Traumatin. Ich durfte auch sein Live-Debüt in Stuttgart im Werkstatthaus miterleben. Und eins sei gesagt: von Traumatin werden wir noch großes hören!

    Nicht fehlen durfte in meinem Spotify wrapped, Nils Keppel mit “222”. Live konnte ich Nils beim KiezKultur Festival in Hannover sehen. Ebenfalls unterstützte er GAST bei ihrem Auftritt im Werkstatthaus am Bass.


    listen to Nils Keppel


    Jahresabschluss

    Den musikalischen Jahresabschluss machte bei mir Anais. Am 02.12.22 konnte ich den zweiten Tourstop auf ihrer ersten eigenen Tour miterleben! Die Stimmung war wunderbar und ich liebe es einfach, zu Anais Songs zu tanzen. 


    listen to Anais


    Jetzt geht’s weiter ins nächste Jahr, ich bin gespannt was für neue Musik und Artists da auf uns warten, die ich mit dem besten Magazin der Welt begleiten darf <3


    Fotocredits: Amélie Ostara Freund

  • Laras Jahresrückblick: zweitausendeinundzwanzig vol. 2

    Laras Jahresrückblick: zweitausendeinundzwanzig vol. 2

    Wie sollte man einen Jahresrückblick anders beginnen als mit einem oh nein, wie kann es schon wieder Dezember sein? Ich glaube anders geht das gar nicht. Ich habe auch ehrlich keine Lust auf die Kälte und wünsche mir von Herzen ein paar mehr Sonnenstunden am Tag. Glücklicherweise bin ich sehr gut darin Dinge zu verdrängen, so hänge ich nämlich noch etwas im Sommer fest. Es fühlt sich für mich eh noch so an, als hätte der Herbst gerade erst angefangen. I need to get over it, und das werde ich auch bestimmt. Außerdem ist die Hälfte des Winters schon fast geschafft. Ich muss nur fest genug dran glauben, dass es bald wieder wärmer wird. 

    Genug beklagt, jetzt gehts endlich zur Sache. Ich hatte ehrlich gesagt ein paar Bammel an den Gedanken an meinen Jahresrückblick, obwohl mir das Schreiben des letztens wirklich viel Freude bereitet hat. Meine Befürchtung war/ist nur, dass ich mich inhaltlich zu stark wiederholen werde. Denn, wie eben schon dezent erwähnt, ging das Jahr viel zu schnell um und vom Gefühl her, vibe ich immer noch zu 1 zu 1 denselben Songs wie letztes Jahr. Immer noch New Wave, immer noch Doomer YouTube Playlists. Ich höre dasselbe Lied immer noch stundenlang auf Dauerschleife. Aber da ich mir fest vorgenommen habe, mich eben nicht die ganze Zeit zu wiederholen, gibt es die Artists von denen ich letztes Jahr schon geschwärmt habe, nur in der Playlist. Es ist übrigens für jede Person, die das hier liest Pflicht, meine Playlist zum Jahresrückblick zu hören. Ich meine es ernst!

    Spotify hat mich glücklicherweise aber auch eines Besseren belehrt und mir gezeigt, dass doch einige andere Songs und Artists dazu gekommen sind. Wrapped hat mich wieder einmal gerettet und mir sowohl die Reflexion des vergangenen Jahres, als auch das Schreiben dieses Artikels um einiges erleichtert. Anscheinend bin ich doch nicht komplett stucked im letzten Jahr, tatsächlich gibt es doch mehr Neues als ich erwartet hätte.


    Liebstes Alles

    Beginnen wir einfach mal mit meinem unangefochtenen Favoriten. maxgabriel schlägt in den Kategorien liebste EP, liebster Song und liebster Artist alle Mitstreitenden. Dabei hat er erst drei Songs veröffentlicht. Diese nennen sich Maskerade, Vierte Art und Ritual. Diese bilden eben auch die EP mit dem Namen Håp. Laut Google Norwegisch?? Für Hoffnung. Und surprise, die EP passt natürlich bestens in die Neue Neue Welle/ Doomer Playlists Schublade. Lieben wir! Wie ein Artist mit nur drei Songs auch schon gleich mein liebster sein kann, weiß ich auch noch nicht genau. Aber diese drei Lieder haben es mir einfach nur unendlich angetan. Wenn ich einen Favoriten heraussuchen müsste, wäre es wohl ganz knapp vierte Art. Einfach, weil die Lyrics hier nochmal besonders gut sind. maxgabriel gehört zu den Artists, die ich all meinen Freund:innen und Bekannten stets Versuche aufzuzwingen, weil mir einfach unerklärlich ist, wieso die Songs noch so wenig Aufmerksamkeit bekommen. Aber ich habe Håp, (sorry bad joke ik) dass sich das bald ändern wird. 

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    Verloren im Flugzeug

    Eine weitere EP, die es mir angetan hat, ist die Klinge EP von Temmis. Dass diese erst vor zwei Wochen erschienen ist, berechtigt sie nicht weniger dazu, auf meiner Top-Liste zu sein. Auch hier heißt es wieder: Neue Neue Welle vom Feinsten. Am Releasetag habe ich mir extra die EP herunterladen wollen, damit ich sie während meines Fluges hören kann. Allerdings hat mir Spotify schön einen Strich durch die Rechnung gemacht und -warum auch immer-, nur den Song Verloren wie ich (Pt.1) gedownloadet. Was soll ich sagen, ich habe dann drei Stunden lang denselben Song gehört und bin ihn tatsächlich immer noch nicht satt. 

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    So happy

    Wenn wir versuchen, der New Wave Bubble zu entfliehen, stoßen wir auf Mavi Phoenix und sein Album Marlon. Das habe ich Anfang des Jahres nämlich auch ordentlich gepumpt. Auch hier muss ich sagen, dass mir einfach alles daran gefällt. Sei es vom Aufbau des Albums, die Lyrics oder die einzelnen Songs an sich. Ich liebs einfach wirklich sehr. Meine Favoriten hier sind F Song, So happy Im useless und Nothing good. 

    Auf Konzerten war ich dieses Jahr natürlich auch ein paar, allerdings auf nicht so vielen wie ich gerne gewesen wäre. Ausserdem hatte ich dieses Jahr irgendwie ein großes Talent dafür, aus den dümmsten Gründen überhaupt zu spät auf Konzerte zu kommen. Ein Grund war zum Beispiel, dass meine Begleitung und ich (auch nicht mehr ganz nüchtern) zwar in der richtigen Location, allerdings im falschen Raum, auf der falschen Party gelandet sind. Aber da war es auch ganz schön. Ausserdem haben wir den letzten Act des eigentlichen Konzertes dann zufällig doch noch gesehen. Ich heule immer noch vor Lachen. 

    Ausserdem war ich dieses Jahr noch beim Stadt ohne Meer Festival in Gießen, was an sich eigentlich auch ganz süß war. Allerdings habe ich aufgrund fehlender Moneten einen Tag am Einlass gearbeitet, damit ich am zweiten Festivaltag „freien“ Eintritt bekomme. Was soll ich machen, das mache ich nicht nochmal, lol. Ich durfte einen ganzen Tag Festivalbändchen mit dieser doofen Zange zuknipsen und hatte noch eine Woche später Muskelkater. Aber sonst war das Festival wie immer toll, Liebe an das SoM!

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  • Franzis Jahresrückblick: tell me you love me and give me some sugar

    Franzis Jahresrückblick: tell me you love me and give me some sugar

    Ich sag’s wie‘s is – 2022 war ehrlich anstrengend. Viel Bahnfahren, Masterarbeitsstress und gesundheitlich notwendige zucker- und glutenfreie Diäten zehren sehr an den Nerven. Aber zum Glück sind diese Punkte jetzt halbwegs überstanden und 2022 bald endlich vorbei. Passend zum Ende des Jahres möchte ich an dieser Stelle eine Zeile von Casper zitieren: Alles endet aber nie die Musik. Tatsächlich habe ich dieses Jahr eher wieder mehr alte Sachen gehört und mich von meinen comfort-Bands berieseln lassen, als nach neuen Musiker:innen und Bands zu suchen. Dennoch ist natürlich nicht alles an mir vorbei gegangen, was in diesem Jahr neu erschienen ist. Aber lest selbst, welche Bands und Songs mich 2022 musikalisch begleitet haben.


    basic indie babe revival

    Zugegebenermaßen haben dieses Jahr auch viele meiner Lieblingsbands aus Teenie-Jahren neue Musik veröffentlicht. Unter anderem gab es neue Platten von Casper, Death Cap for Cutie, The 1975, Arctic Monkeys (ich wünschte wirklich so doll sehr ich würde das neue Album so sehr lieben, wie ich die Band an sich liebe, but i don’t, plz don’t come at me 🥲), Phoenix und neue Songs von Blink 182 und Paramore. Mit The 1975 kommt auf Tiktok die tumblr girl era zurück und ich fühle mich ein bisschen in meine Schulzeit zurückversetzt. Darüber hinaus begleitet mich der ständige Ohrwurm der Bridge aus I’m In Love With You.

    Yeah, I got it! I found it!
    I’ve just gotta keep it
    Don’t fuck it, you muppet
    It’s not that deep

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    Fraency’s Faves 2022

    Abseits davon habe ich auch an meine Hörgewohnheiten der letzten Jahre angeknüpft. Wenn ihr euch erinnert, habe ich in meinem letzten Jahresresumée über die Band Arm’s Length geschrieben und dass man die Jungs auf jeden Fall auf dem Radar haben sollte. Im Oktober haben sie ihr Debutalbum Never Bevor Seen, Never Again Found veröffentlicht, mein Favorit auf der Platte: Aries (Moth Song).

    Auch das Nebenprojekt No Pressure von Parker Cannon, dem Sänger von The Story So Far, haben dieses Jahr ihr erstes Album No Pressure (LP) herausgebracht, das ich viel gehört habe. Hier ist mein Favorit Stuck Here.

    Und mein drittes Album des Jahres war Magic Hour von Surf Curse, die ich auch live sehen konnte. Und ehrlich eh, wie habe ich Konzerte vermisst. Sugar ist mein Lieblingssong auf dem Album, nicht zuletzt, weil mir der Satz „tell me you love me and give me some sugar“ nach diesem Jahr definitiv sehr aus der Seele spricht.

    Natürlich gab es dieses Jahr noch so viel mehr neue Musik. Deshalb habe ich eine Playlist aus meinen Top 30 Songs aus diesem Jahr erstellt. Das ist ein sehr wilder, aber auch sehr guter Mix meiner Meinung nach (obviously) geworden:

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    untold achievement

    Leider konnte ich dieses Jahr hier in unserem schönen Musikmagazin nicht ganz so aktiv sein, wie ich es gerne gewesen wäre, aber den Uniabschluss fertig machen hatte da dann doch etwas höhere Priorität. Aber hey, immerhin bin ich (hoffentlich) baldige Masterin in Populärer Musik und Medien 🤘🏼 – ist auch was.

    Zumindest habe ich ein paar Artikel schreiben können, zum Beispiel die Videopremiere zu Same von Soft Drug und auch noch ein Interview mit den Dreien. Die Jungs solltet ihr als Musikfeinschmecker spätestens ab jetzt besser auf dem Schirm haben! Abgesehen davon, dass sie wirklich lieb sind, setzten sie mit ihrer Musik auch ein Zeichen z.B. gegen versteifte und überholte Genderrollen und positionieren sich da ganz klar. Richtig und wichtig!

    Außerdem habe ich eine Playlist erstellen dürfen: female fronted bubblegrunge! Eine exquisite Auswahl an weiblichen Stimmen irgendwo zwischen Indie Pop und Indie Rock, z.B. mit Beach Bunny, girl in red, Indigo De Souza, Soccer Mommy, beabadoobee und Snail Mail.

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    Ansonsten freue ich mich auf das neue Jahr und bin gespannt, was mir 2023 alles bringen mag. Hoffentlich einen coolen Job in der Musikbranche, viel Zeit mit meinen Liebsten, viele Konzerte und gute Musik, weniger Bauchweh und etwas mehr Zucker.