oder auch: Wie flor und MisterWives das beste Cover 2020 abgeliefert haben.
So ihr Lieben, als allererstes muss ich mal beichten, dass mich die Auswahl des Songs für diese Review weitaus mehr Zeit gekostet hat als der Artikel an sich. Entscheidungen treffen? Kann ich. Aber es kam dieses Jahr halt einfach viel zu viel sau gute Musik von meinen Lieblingskünstlern raus.
Und für was hab ich mich dann entschieden? Ein Cover. ABER, nichtsdestotrotz hab ich hier (wie immer) ne Menge zu sagen, also schnallt euch an und enjoy the ride!
… Jeder der schon mal auch nur mit einem Auge in meine Richtung geschaut hat, könnte wissen, dass es wenig gibt, was ich so gern habe wie die vier Jungs von flor aus Oregon. Wird das jetzt also eine Lobeshymne? Guckt doch mal selber:
Die Geschichte von flor, yellow, und mir hatte schon vor einigen Jahren ihre Anfänge.
Genauer gesagt in der Bottom Lounge in Chicago, Oktober 2017 – als ich flor das allerallererste Mal live gesehen hab – da war deren Cover von yellow Teil der Setlist. Damals noch mehr mit Akustikgitarre und originalgetreuer, aber mindestens genauso schön. Kurze Zeit später verschwand das Lied dann aber irgendwie so komplett von der Bildfläche, und wurde von mir schmerzlich vermisst. Umso größer meine Freude dann dieses Jahr, als das Cover wieder von den Toten auferstanden ist.
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In einem Interview mit OnesToWatch von vor ein paar Monaten, erklären die Jungs auch, warum das Cover so geworden ist, wie es jetzt klingt:
We had covered „Yellow“ live in the past – more as a straight-up recreation (…), but as we were working on the reimagined EP, we thought „what if we took an iconic song that has had such an impact on the world, and brought it into the world of ley lines?“ The idea really excited us and we just ran with it.
(ley lines ist das zweite Studioalbum von flor, und letztes Jahr im September erschienen)
Das neue yellow klingt nämlich dann doch ein bisschen mehr upbeat als ich gewohnt war, berührt mich aber immer noch sehr. Und spätestens als dann in der zweiten Strophe Sängerin Mandy der Band MisterWives anfängt zu singen bekomme ich jedes Mal wieder Gänsehaut. Die Stimmfarben von flor’s Sänger Zach und von Mandy passen einfach unfassbar gut zusammen.
Die Idee, Mandy mit ins Boot zu holen, kam tatsächlich sehr spontan: Bassist von flor und Produzent Dylan war nämlich zur gleichen Zeit mit der neuen EP von den Jungs und mit dem neuen Album von MisterWives beschäftigt. Als Mandy für die Vocals im Heimstudio von Dylan war, probierten die beiden sich direkt noch an einer Feature für yellow – und in einer halben Stunde war das Ding dann auch im Kasten. Naja, passt eben wie Arsch auf Eimer, wenn man das mal so sagen darf.
Zusammengefasst:
Diese Version von yellow ist wie eine warme Decke und eine Tasse Kakao, nachdem man draußen in der Kälte war = einfach himmlisch. Aber gelb ist ja schließlich nicht umsonst die Farbe der Freude und des Glücks!
Ach, und bevor ich’s vergesse: Erst vorgestern gab es noch ein kleines Weihnachtsgeschenk – und zwar ein flor Konzert von zuhause aus! (und hier hört man auch endlich mal die backing vocals von Bassist Dylan klar und deutlich). Zwar war yellow nicht auf der Setlist – aber dafür gab’s eine gute Mischung aus Songs vom Debütalbum come out. you’re hiding, von ley lines, und natürlich die im Sommer erschienene Single lmho – „laying my heart out“.
Meine Empfehlung für diesen Freitagnachmittag also: holt euch eine Tasse Glühwein, ein paar frisch gebackene Plätzchen, eine flauschige Decke, und zieht euch die 30 Minuten rein. Aber passt mit dem heißen Glühwein auf – nicht, dass ihr den beim Mitwippen noch über euch schüttet!
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Okay, stellt euch folgende Filmszene á la OC California vor: Ihr seid gerade so um die 18 Jahre alt, es ist eine warme Sommernacht und ihr seid mit euren Freunden unterwegs. Ihr fahrt alle zusammen im Auto durch die Gegend, hört laut Musik und singt aus vollem Hals mit. Die Lichter der Stadt verschwimmen irgendwie ineinander, bis ihr an eurem Ziel ankommt: ein kleiner Club. Dort sind noch mehr Leute, die ihr kennt. Ihr hört im Hintergrund schon die Band spielen. Und als ihr reinkommt, tanzen alle zur Musik und singen mit, und auf der Bühne steht die Band Beach Bunny und sie spielt ihre poppigen Indie-Heartbreak-Baladen.
Coming Of Age mit Beach Bunny
Also meiner Meinung nach macht Beach Bunny den perfekten Soundtrack für jegliche Art von Coming-of-Age Filmen oder Teenieserien. Bestes Beispiel dafür ist der Hit Prom Queen, der auf der gleichnamigen EP 2018 erschienen ist. Nicht nur weil der Song auf TikTok viral ging hat sich die Band eine beachtliche Hörerschaft erspielt, sondern vor allem, weil die meisten ihrer Lieder und Melodien energiegeladen sind, aber gleichzeitig genau die Themen besingen, die vor allem weibliche Teenager und junge Erwachsene umtreibt. Dass hier sehr persönliche Erfahrungen der Frontfrau der Band aufgegriffen werden, ist nicht von der Hand zu weißen. Und doch beschreibt sie in ihren Liedern viele Szenarien so ehrlich, dass man sich sicherlich mit mindestens einem identifizieren kann. Zum Beispiel bei dem eben erwähntem Song Prom Queen, in dem sie mit Schönheitsidealen abrechnet. Oder in dem zweiten Song dieser EP Painkiller, in dem sie eine schwierige Beziehung auf ihre Art verarbeitet.
Lili Trifilio, die Frontfrau von Beach Bunny, hat – wie heutzutage viele Karrieren beginnen – angefangen, in ihrem Zimmer Lieder selbst aufzunehmen und bei Bandcamp hochzuladen. Um in ihrer Heimatstadt Chicago an einem Battle of the Bands-Wettbewerb teilnehmen zu können, holt sie sich kurzerhand Unterstützung in Form ihrer Bandkollegen dazu. Nachdem sie dann eine Weile zu dritt unterwegs waren, stieß noch der Bassist der Band hinzu und macht somit das musikalische Projekt komplett.
Poppige Herzschmerzhymnen
Das Debüt Album Honeymoon erschien an Valentinstag, den 14. Februar 2020 – wie passend. Auch hier finden sich poppige Herzschmerzhymnen, darunter auch mein Favorit der Platte: der Song Colorblind. Die bildhafte Sprache, die Lili Trifilio verwendet, find ich in diesem Song besonders schön. Gleich zu beginnt wird gesungen:
„Feel like technicolor TV screens / Only say you see black and white / More to me than a daydream, you’re my color scheme / You’re a whole spectrum of light“.
In dem Song geht es um eine On-Off Beziehung, in der sich der Partner immer wieder entschuldigt, aber sich nichts ändert. Bis man an einem Punkt angekommen ist, wo man es nicht mehr ertragen kann:
„Every moment I fall to pieces / Every moment I fall apart“.
Letztlich sollte man auch wissen, wann es genug ist und akzeptieren, dass es keinen Sinn hat, so mit sich umgehen zu lassen. Im Gegensatz zu dem eigentlich traurigen Text des Songs, klingt die Musik viel positiver und energiegeladener. Ich meine, dass man einen traurigen Text mit einer eher fröhlichen Melodie kombiniert ist nichts neues, aber das stört ja eigentlich auch niemanden. Weil, wenn wir ehrlich sind, will man doch spätestens ab dem Chorus nur noch laut mitsingen und mitspringen (vorzugsweise auf einem Konzert der Band mitten im Getümmel).
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In einem Interview mit der amerikanischen Rolling Stone erzählte Lili Trifilio, dass das Material auf Honeymoon hauptsächlich im Jahr 2018 geschrieben und 2019 aufgenommen wurde. In diesen zwei Jahren ist die Anfang Zwanzigjährige durch viele Veränderungen in ihrem Leben gegangen, inklusive einer Trennung, was sich auf dem Album auch wiederfinden lässt. “At the time, I didn’t really know my worth and had lower self-esteem, so a lot of the Honeymoon songs are sort of dramatic, sad ballads. Now I’m trying to write more empowering songs — maybe talking about the same things, but I have a more healthy mindset.” *
Das klingt doch wunderbar oder? Einen ersten Vorgeschmack auf die kommende EP Blame Game, die am 12. Januar 2021 erscheinen wird, gibt es bereits mit dem Song Good Girls (Don’t Get Used).
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Wir haben nun ja alle beschlossen, 2020 war eher so meh. Auch musiktechnisch war’s teils durchwachsen, aber auch teils einfach nur genial gut. So wie Jule fass ich hier also nun meine sechs besten Alben aus diesem Jahr zusammen und puh. Albummäßig war 2020 ganz schön was los. Und das, obwohl das Konzept „Album“ bekanntlich immer mehr zurückgeht. Streaming-Algorithmen sei Dank. Nichtsdestotrotz hab ich mich in so viele Wunderwerke verliebt, dass mir es echt sehr schwerfiel, mich zu entscheiden. Aber wen’s doch interessiert, welche Alben mich verzaubert haben, please keep reading below.
Giant Rooks – Rookery
Ich hab sehr viele Gefühle über dieses Debütalbum – wahrscheinlich wie ihr alle. Detailliert könnt ihr sie hierlesen, weil ich mich schon sehr ausführlich darüber ausgelassen hab, wie toll ich es finde. Aber Giant Rooks haben wirklich einfach abgeliefert. Nach langem Warten (nicht so lang für mich, weil ich bin dem Zug nicht mal hinterhergerannt, so spät war ich) haben sie mit Rookery ein mehr als stabiles Debütwerk hervorgezaubert. Es öffnet mit The Best Of Both Worlds, endet mit Into Your Arms und hat zwischendrin einfach nur H I T S. Mein favs: Very Soon You’ll See, Silence und What I Know Is All Quicksand.
Nothing But Thieves – Moral Panic
Eigentlich verdient dieses Album eine komplette Review nur für sich. Wer Nothing But Thieves noch nicht kennt, sollte sie auf jeden Fall mit diesem Album auf dem Schirm haben. Die Band aus Southend, England haben mit Moral Panic ihr drittes Bandalbum veröffentlicht und mich komplett aus den Socken gehauen. Wenn ihr gute Riffs aber auch Alternative Rock mit dem richtigen Gefühl für poppige Melodien mögt – checkt sie aus. Es eröffnet mit alarmierenden Sirenen und heftigen Riffs in Unperson, breitet sich in voller Genre-Bandbreite in der Mitte aus und endet mit fast Orchester-Vibes in Before We Drift Away – der Titel sagt alles aus. Einfach die Zeile “As we sing this familiar song, I thought, I’m gonna miss your love when it’s gone” trifft völlig in mein Herz, imma say it like it is. Da dies aber keine komplette Review ist (vielleicht kommt sie ja noch), leg ich euch erstmal meine drei Lieblingssongs ans Herz: Is Everybody Going Crazy?, Phobia und eben genanntes Before We Drift Away.
Dua Lipa – Future Nostalgia
Ebenfalls etabliert ist Dua Lipas Future Nostalgia als bestes Pop-Album 2020. Nicht viel zu diskutieren, einfach top. Checkt in dem Zuge doch unsereuntold pop hymns 2020 Playlist aus, dessen Cover sie auch ziert. Es ballert einfach richtig schön von vorne bis hinten, ob’s Don’t Start Now ist oder Levitating, niemand konnte sich dieses Jahr Dua entziehen. Die Lieder, die ich am meisten gehört hab: Don’t Start Now, Cool und Pretty Please.
Glass Animals – Dreamland
Jedes Mal, wenn ich Dreamland von Glass Animals höre, denk ich mir: BESTES Album 2020 einfach. Viel zu spät drauf aufmerksam geworden, aber umso mehr drin verliebt. Hier wurde mehr als einmal mit Kopfhörern auf durch die Wohnung getanzt dabei und es hat mir Ohrwürmer für Tage beschwert. Ich bin immer noch begeistert von der Range an Beats, Instrumenten und Song-Aufbaus des ganzen Albums. Hiervon drei Lieder zu picken war auch hier einfach nur schwer, aber nach mehreren Um-entscheidungen sind es jetzt: Space Ghost Coast To Coast (Titel auch einfach), It’s All So Incredibly Loud undHeat Waves.
Allan Rayman – Christian
Ich hab einen riesen Schwachpunkt für geile Stimmen. Ganz oben im Game dabei ist Allan Rayman und jeder, der mich entweder kennt oder öfter Sachen von mir liest (pls reach out, I’m so touched), wird das schon viel zu oft gehört haben. Um mich selbst zu zitieren: „Allans Stimme hat Sexappeal.“ There it is, it’s out. Aber es ist so, Allan Rayman ist einfach mein persönlicher, klein unterschätzter GOAT (Greatest Of All Time). Dieses Level an musikalischem Genie, ich weiß auch nicht. Über’s Album hab ich mich schon einmal hierausgelassen. Lieblingslieder: Madhouse, Pretty Please (ein kleines @Dua hier lol) und Hello To Me.
Taylor Swift – folklore
Ich hab lange überlegt, welche Alben es in meine Top-Auswahl schaffen und irgendwie sind es, bis auf Rookery, nur internationale. Wieso, weiß ich auch nicht genau, es kam sehr viel Gutes aus eigenen Reihen, aber als Gesamtwerke haben mich die obigen einfach am meisten abgeholt. So wie folklore von Taylor Swift. Viel gehatet, oft unterschätzt, aber dieses Jahr einfach mal die ganze Musikindustrie völlig überrascht.
folklore und evermore (letzte Woche erst gedroppt) sind Teile der gleichen Welt, nicht geplant sondern einfach entstanden. Beide Alben kamen völlig aus dem Nichts. Und sie klingen total anders. Taylor ist dafür bekannt, sich stetig weiterzuentwickeln und macht so anstatt Pop einfach mal Folk. Und sie macht’s unfassbar gut. Die Ästhetik heißt Taylor im Herbstwald, inmitten einer von ihr geschriebenen Märchenwelt, die einen an die Hand nimmt und begleitet, sobald man auf Play drückt – die Reise in ein alternatives 2020. Lieblingslieder aus folklore: cardigan, exile (da ist Bon Iver mit drauf, ich hatte keine Wahl) und this is me trying.
Zum Mithören, hier die Playlist:
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Dieser Soundtrack an Alben hat also mein Jahr bestimmt. Von Indie zu Rock, zu Pop, R’n’B und Folk – eigentlich eine ganz gute Mischung. Ich hab hier auch bestimmt alles mindestens einmal umgeschrieben, weil ich mich einfach nicht entscheiden konnte. Ging einfach nicht. Bin immer noch ein ganz leichtes bisschen unzufrieden mit meiner finalen Auswahl. Deshalb, um mein Gewissen zu beruhigen, diese Alben waren auch einfach nur GEIL:
In seiner im September 2020 veröffentlichten Single „i’m so in love with all of my friends“ thematisiert Dream-Pop Musiker Philip Brooks die tiefe Liebe zu seinen Freunden, aber auch die damit verbunden Ängste.
„It’s a song about celebrating platonic love.“
Gefühlsgrenze
Der in Deutschland geborene Wahlengländer beschreibt seine Musik selbst als „songs that feel like soft clouds floating in evening light“ und treffender hätte man es nicht formulieren können. So wie alle seine Songs hinterlässt auch dieser so ein unbeschreiblich schönes, wohltuendes Feeling. Ich fühle mich trotz kalter Jahreszeit sofort an warme Sommerabende zurückversetzt. Irgendwie klingt seine Musik für mich immer wie die Farbe rosa- Macht einfach Sinn, oder?
Eröffnet wird das etwas andere Liebeslied mit der Line „I wonder if my friends love me the same as I love them“ und trifft damit direkt in mein Herz, weil auch ich mir oft diese Frage stelle. Es geht aber nicht nur um Freundschaft selbst, sondern auch um die Grenze zwischen platonischer und romantischer Liebe. Wo hört das eine auf und wo fängt das andere an? Für Philip Brooks scheint nur ein schmaler Grat dazwischen zu sein.„I had to learn that it is okay and normal to love friends as strongly, even if in different ways, as a partner after mistaking platonic for romanticlove all my life“, verriet er mir in einem kurzen Gespräch.
Weiterführend aber auch, dass es sich in dem Song ebenso um den Verlust solcher innigen Freundschaften handelt:
„It’s also about how it’s just as painful losing a friend as it is losing a partner.“
Der Song ist voll mit Emotionen und fühlt sich dennoch einfach leicht an. Philip zeigt sich sehr verletzlich und präsentiert dies mit einer bemerkenswert mutigen Ehrlichkeit von der man sich einfach mitreißen lassen muss.
2020-Feeling
Trotz des verträumten Sommer-Indie Sounds mit angenehmen Synthies, rhythmischen Drum-Beats und Ohrwurm-Potential ist von der melancholischen Seite sowohl in Philips zarter Stimme, als auch vor allem textlich nicht wegzusehen. Der Song ist eine angemessene Hymne für dieses Jahr, denn ich denke vielen ging es ähnlich in diesen Zeiten zwischen Lockdown und Kontaktbeschränkungen: Man vermisst oft seine Freunde, merkt wie wichtig sie sind und will sich trotz physischer Distanz nicht auch emotional trennen.
„Everything that I wanted was to have you around but now I‘m all alone.“
Auch das Musikvideo kam mit richtigem 2020-Charakter. Zu sehen sind Leute, die quasi alle zusammen im Video abhängen, aber, na klar, digital zusammen geschnitten. Der Singer-Songwriter forderte auf seinem Instagram-Account dazu auf kurze Videos einzusenden, in denen man alleine oder mit Freunden eine schöne Zeit verbringt, die ganzen Einzelteile setzte er dann zusammen und projizierte auch sich mit seiner Band auf einem Greenscreen hinein. So bekommt man das Gefühl alle verbringen trotz der Umstände Zeit miteinander, worauf man ja eigentlich oft verzichten musste. Ich glaube es ist ziemlich unmöglich mehr Sommer-Vibes als hier in ein Video zu packen!
Fazit
Mit seinem gefühlvollen Sound und der sanften Vintage-Ästhetik die sich durch seine Musikvideos zieht, hat Philip mich schon lange als Dauer-Hörerin gewonnen. „i’m so in love with all of my friends“ ist der warme Sonnenstrahl an einem kühlen Tag, der nicht spurlos an einem vorbeigeht.
Defintiv einer meiner Lieblingssongs des Jahres, wobei ich herzlichst auch den im November erschienenen Nachfolger „everything is changing now“ empfehlen kann, in dem sich Philip Brooks mit seinem Coming Out als nicht-binär beschäftigt. Ich bin mega gespannt auf alles, was er noch von sich zeigen wird und bin mir sicher, dass damit noch ganz viele rosa Sommergefühle in mir erweckt werden!
Das Jahr 2020 war wohl das beschissenste Jahr seit langem. Da sind wir uns wahrscheinlich alle einig. Aber wenn es für mich einen positiven Aspekt hervorgebracht hat, dann den, dass ich mich noch mehr mit Musik beschäftigt habe, als ich es sonst schon tue. Laut meinem Spotify Wrapped 2020 habe ich 220.289 Minuten mit Musikhören verbracht. 220.289 Minuten, das sind fast 153 Tage. Ich denke zwar immer noch, dass das eigentlich echt nicht sein kann, aber sei es drum. In den 153 Tagen des Jahres 2020, die ich also mit aufgedrehten Boxen in meiner Wohnung verbracht habe, hatte ich dementsprechend auch viel Zeit, ausgiebig in Neuerscheinungen reinzuhören. Und in diesem Jahr waren für mich ziemlich viele geile Alben und EPs dabei. Da eine Auswahl für einen Jahresrückblick zu treffen, war also extrem tricky, but let’s try:
Blond – Martini Sprite
Ich kann mich noch ziemlich genau erinnern, wie ich am Nachmittag des 31.01.2020 auf dem Weg nach Hause das erste Mal das Debütalbum Martini Sprite von Blond durchgehört habe. Ich saß in den Berliner Öffis und musste mir ständig das Lachen verkneifen. Manchmal habe ich einfach in meinen Schal gelacht. Zwar waren die wirklich witzigen Songtexte irgendwie zu erwarten, trotzdem haben sie mich äußerst positiv überrascht. Auch ist mir sofort aufgefallen, wie unfassbar gut produziert Martini Sprite ist – darüber war ich vielleicht noch ein bisschen mehr überrascht. Insgesamt haben mich die Songs wunderbar durch das Jahr begleitet. Meine Highlights des Blond-Albums: Las Vegas Glamour (gute Besserung, Nina), Nah bei dir und natürlich Sanifair Millionär.
KYTES – Good Luck
Im Februar haben dann die KYTES ihr Album Good Luck rausgebracht. Und ich war, wie viele andere auch, von diesem Werk echt überrascht. Dass es sich zu eins meiner meistgehörten Alben 2020 mausern würde, hätte ich vorher auch nicht unbedingt gedacht. Auch wenn manche das anders sehen, aber ich feier den „neuen Sound“ total. Auf diesem Album gibt es für mich absolut keinen einzigen Skip-Song, so doll feier ich den „neuen Sound“. Und ich liebe es, dass ich die älteren Songs der KYTES sofort mit meinem jüngeren Ich assoziiere, während Good Luck sich einfach, wie ich, weiterentwickelt hat. Die Songs, die ich hier am lautesten mitgesungen habe, sind Runaway, Emily und Alright.
Betterov – Viertel vor Irgendwas
Kommen wir zu einer EP, auf die ich mich in diesem Jahr am meisten gefreut, und die ich wohl auch am meisten gehört habe: Viertel vor Irgendwas von Betterov, die im März erschien. Nur wenige haben mich musikalisch so konstant begleitet, wie er. Laut Spotify war Angst mein meistgehörter Song – gibt es einen passendere Überschrift für das Jahr 2020? Ich glaube nicht. Bereits in meiner Review habe ich prognostiziert, dassereiner DER Künstler ist, auf die wir in Zukunft unbedingt achten sollten. Im September habe ich Betterov dann endlich live auf einer Bühne sehen dürfen – das war wunderschön und einer meiner wenigen Highlights in diesem Jahr. Und ich bin gespannt, was das Jahr 2021 für ihn und uns bereithält. Meine Gänsehaut-Songs sind Viertel vor Irgendwas, Angst (obviously) und Irrenanstalt.
Ma Fleur – Big Dreams
Keine 2020-Rückschau von mir, ohne mindestens eine*n Künstler*in aus Kassel zu nennen, oder? Die Big Dreams EP von Ma Fleur hat in den letzten Monaten auf jeden Fall eine Menge zu meiner allgemeinen Glückseligkeit beigetragen. Mit seinen Songs hat er mich auf einer für mich völlig neuen Gefühlsebene gepackt. Ich habe während des Hörens durchgehend das Gefühl, er würde seine Geschichte nur ganz allein mir erzählen. Die Kombination aus seiner unverwechselbaren Stimme und den eingängigen Sounds habe ich einfach wirklich lieben gelernt. Während der Song meines Sommers Big Dreams war, ging es im Herbst mit de melancholisch-traurigen Songs While The Lights und Look weiter. Auch bei Ma Fleur bin ich auf das Jahr 2021 gespannt. Denn ich bin mir sicher, dass auch er ein Künstler ist, den man ganz dringend auf dem Zettel haben sollte, wenn man mitreden möchte!
Trille – Phase
Trille. Eigentlich sagt der Name doch schon alles. Falls es hier echt noch jemanden gibt, der ihn nicht auf dem Schirm hat: Ändere das bitte! Für mich hat er mit Abstand die heftigsten Lyrics des Jahres abgeliefert, denn er ist ein umwerfender Texter. Und ich bin ihm unsäglich dankbar, weil er mit seinen einzigartigen Sounds meinen musikalischen Horizont extrem erweitert hat. Dank ihm höre ich heute Songs, die ich vor einem Jahr wohl eher geskipped hätte. Von Trille gab es keine einzige Vorab-Single, die ich nicht gefeiert habe. Als diese dann im Oktober in der Phase EP mündeten und ich ihn glücklicherweise bei seinem Release-Konzert noch einmal live hören konnte, war ich eine sehr glückliche Jule. Die größten Ohrwürmer hatte ich von Santa Monica, Los Angeles und Jede Nacht, einem Feature mit Anoki, den ihr btw auch dringend mal auschecken solltet!
Yukno – Im Stream der Zeit
Zu guter Letzt noch eine Band, die ich vor einem Jahr zwar natürlich kannte, für mich persönlich aber nicht unbedingt auf dem Schirm hatte: Yukno. Bereits mit den vor dem Album erschienen Singles haben sie mich völlig überrascht und begeistert. Die dollsten „Ich-höre–denselben-Song-für-dreizehn-Tage-auf-repeat“-Phasen hatte ich eindeutig mit ihren Singles. Sobald es irgendwann wieder möglich ist, stehensie auf meiner Go-To-Konzerte-Liste daher ganz weit oben. Entsprechend gespannt war ich dann auf Im Stream der Zeit – und wurde sowas von nicht enttäuscht. Yukno ballern auf diesem Album nur heftige Sounds – das muss man gehört haben, um es zu verstehen. Zuerst hat sich Brumm, Brumm (feat. Oehl und Autodrom) in mein Hirn gebrannt, weiter ging es mit dem Lina Maly-Feature Haut und auch der Song Das Leben ist schön ist ein richtiger Hinhörer.
Falls ihr nach dem Lesen nun auch ein akustisches Gefühl für meine Alben und EPs des Jahres bekommen wollt, dann ist das gar kein Problem: Alle genannten Songs findet ihr in der unten verlinkten Playlist. Ich wünsche euch viel Spaß beim Hören und uns allen ein mindestens ebenso geiles Musikjahr 2021.
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„Ein Cyberfurby, arrogante Himmelsdudes, viel pink und ein wenig Schminke.“ – so beschreibt das Gesicht von Flyde (Lukas Przybilla) den Inhalt des entzückenden Videos zur neuen Single Fly, erschienen Ende November 2020.
Und hinter der Schminke? – Abgründe der menschlichen Seele
In einem kurzen Interview über den neuen Song und das Musikvideo berichtete Lukas, dass es um die Schwierigkeiten des Loslassens, z.B. von einem guten Freund, geht:
„Wer wirklich gut für wen ist zeigt sich manchmal erst nach Jahren, aber dann ist man oft schon so dicke miteinander, dass unter Umständen, eine emotionale Trennung extrem schwierig werden kann.“
Vielleicht ist ein genereller Grund dieses Problems die schwach ausgeprägte Fehlerkultur hier zu Lande, oder dass der Begriff der Freundschaft mehr und mehr inflationiert wird. Eins ist jedoch ganz sicher: der Song Fly ruft unmissverständlich dazu auf Fehler zu machen um daraus zu lernen, mutig zu sein und sich gegebenenfalls helfen zu lassen.
Dass das Video es schafft diese ernsten Themen auf humoristische, augenzwinkernde Art und Weise darzustellen, macht die sozialkritische Kost leichter verdaulich und süßer als das bittere, schwermütige Wehklagen, welches man schon zu genüge bei anderen Produktionen schluckt. Stichwort: Liebeskummer in Songs.
Tanzbare 80er Jahre Klänge vereint mit ernster Botschaft
Auch die dufte Soundästhetik der neuen Single ironisiert und verballhornt die zum überwiegenden Teil traurige Wahrheit, die hinter vielen schnelllebigen Beziehungen steckt. Durch die Einflüsse von David Bowie, Peter Gabriel, Phil Collins, Joy Devision, Fleetwood Mac und Tears For Fears und viele, viele mehr, hat sich Flyde eine Klangwelt erschaffen, die besagte 80er Jahre Größen zwar als referenzielles Fundament nutzt, dabei aber seine ganz eigenen Regeln folgt:
„Mir ist es sehr Wichtig dass es Abwechslung gibt. Ich stehe zwar voll auf Pop, aber ich mag so ’ne A, B, C, D Struktur. In fast keinem Song (des kommenden Albums) sind zwei identische Strophen, was die Melodie betrifft. Mir ist’s wichtig dass das nicht allzu repetitiv ist. Es ist nicht einfach 80er Sound und Text sondern eine Symbiose aus allem was ich bisher so gehört und gemacht hab.“
Und so stellt die erste Single des im nächsten Jahr erscheinenden Albums eine Symbiose aus 80er Jahre Pop, Psychedelic – und Progressive Rock und dem ein oder anderen Dreampopeinfluss dar, welche den Schulterschluss mit einfühlsamen und persönlichen Themen übt und meiner Meinung nach auch wunderbar vollzieht.
An dieser Stelle sollte noch gesagt sein dass die Lyrics recht allgemein gehalten sind und Raum für Interpretationen offen halten, was durchaus gewünscht ist und jeden zum Denken anregen kann, aber nicht muss. Man kann die Musik von Flyde auf verschiedenen Ebenen genießen: Entweder man hört ganz genau hin und arbeitet sich rein, oder man lässt sich von den tollen Arrangements und Sounds davontragen und hört auf seine eigene innere Stimme, welche in Fly ganz besonders angesprochen wird.
Das Multitalent
Mich hat besonders interessiert wie der Prozess des Songwritings bei Lukas aussieht, da er vom Arrangement, über die Aufnahmen der verschiedensten Spuren/Instrumente, bis hin zum Abmischen alles im Alleingang macht. Auf die Frage wie die Arbeit an einem Song aussähe antwortete er:
„(…)Ich schick ’ne Gitarre durch fünf bis sechs Pedals und verfremde das und dadurch entstehen dann wieder ganz neue Dinge. Darüber jamme ich dann mit meinem Gesang. Die Texte hole ich aus meinem kleinen Textbuch.“
Obgleich hier die Arbeit mit Synths und Drums aussen vor gelassen wird; dieses kurze Exzerpt bringt’s für mich auf den Punkt: Wenn man Talent und seinen eigenen Workflow gefunden hat, entstehen die Tracks wie von selbst. Das ganze äußert sich dann in einem homogenen Sound der kompromisslos und einzigartig ist. Lukas – das Gehirn von Flyde – hat diese Eigenschaften. Man sollte auf jeden Fall ein Auge auf den aufstrebenden Newcomer, welcher ohne Label und großem Studio tolle Musik macht, werfen. Von dem und seiner kleinen Entourage an Livemusikern wird in Zukunft noch zu hören sein! Bis dahin vertröstet die neue Single Fly und natürlich das bereits 2018 erschienene Debütalbum (Flyde) alle die bock auf 80er – PsyProgDreamPop haben!
Mit der im Oktober veröffentlichten Single Junge Milliardäre karikieren das Duo UWE aus Hamburg eine absurde Parallelwelt der Reichen und Schönen mit feiner Ironie und verpacken Kapitalismuskritik in einen sommerlichen Mambo, der sogar meine Weißwürste von Beinen zum Zappeln bringt.
Die schwarzen Ritter des 21. Jahrhunderts
Wer reitet so spät durch Nacht und Wind? Im Song der Band UWE ist es nicht etwa der Erlkönig, sondern die jungen Milliardäre und Entrepreneure, die ihren Streifzug vorbereiten. Und in deine Stadt kommen, um Deals auszuhandeln und ganz casual mit dir eine Cola an der Pommesbude zu trinken. Die schwarzen Ritter des 21. Jahrhunderts quasi. Die märchenhafte Aufmachung des Textes und das Arrangement des Songs unterstreichen in meinem Kopf die Bilder dieser jungen und erfolgshungrigen Reichen perfekt. Ich stelle mir vor: Kashmir-Pullover um die Schultern gebunden, beige Chinos und sündhaft teure Segelschuhe aus Rochenleder. Das alles zu luftiger Tanzmusik samt World-Touch und Bläsersatz.
Im Musikvideo des Songs sieht man außerdem Elon Musk (wen sonst?) als gelungenen Deep Fake, der von Bandmitglied Jansen verkörpert wird und mit richtig nicen Dad-Tanzmoves an den Start geht. Apropos Deep Fake: Der Sound des Songs kommt mir nach den ersten Sekunden und spätestens nach dem Einsatz der Leadvocals irgendwie sehr bekannt vor. Unter dem Musikvideo finde ich einen sehr passenden Kommentar:
„Wurde Zeit, dass mal wer den Grönemeyer-Swag moderngentrifiziert.“
„Stella & Sheba official“ bei YouTube
Da stimme ich voll zu! Im Song höre ich außerdem auch starke Paul Simon-Einflüsse. Der Eindruck verfestigt sich als ich in der Pressemitteilung der Band lese, dass Bandmitglied „[…] Uwe das Graceland Album von Paul Simon auch ganz gut findet“. Wie ein Fake oder Cover wirkt Junge Milliardäre aber trotzdem nicht, eher wie eine Hommage an einen fast vergessenen Sound.
Das Märchen vom Tech-Milliardär
Ich mache die Augen zu und sehe sie also vor mir, die jungen Milliardäre. Wie sie lässig tänzelnd an der Promenade entlang schlendern. Wie sie mit einem Handschlag die nächste Investition besiegeln. Ziemlich schnell stelle ich mir dann die Frage, was ich denn eigentlich schlimmer finde. GoethesErlkönig a.k.a. der personifizierte Tod oder UWEs Junge Milliardäre a.k.a. die personifizierte Geldgeilheit. Ein schauderhaft schönes Märchen, das die beiden Musiker Uwe und Jansen uns hier erzählen. Es wird allerdings noch gruseliger als ich erkenne, dass UWE mit der bildhaften Beschreibung nur ihre Kulisse für ein Gedankenspiel bauen. Dazu passend meint die Band selber:
„Früher wollten die jungen Leute Rockstars werden, heute Tech-Milliardäre.“
Beim ersten Hören dachte ich nämlich noch: Geil! Reichenbashing! Bin ich ganz bei euch. Im weiteren Text geht es primär aber gar nicht um diese skurrile Gruppe der Gesellschaft, denn zwischen den Zeilen ist eine raffinierte Subebene versteckt. Im Chorus steigt der Chor mit ein:
„Ich muss zur Arbeit um sechs Uhr früh, Muss stehen in der Bahn und brauch’ dringend Koffein Ich schätz’ es kriegt jeder, was er verdient Und ich steig’ bald aus aus der Maschinerie“
Oh my God, denke ich, that’s so me. Und ich glaube das bin nicht nur ich, das sind wir doch alle irgendwie. Und dann fängt der Text ganz tief an zu wirken. Denn ich merke, dass hier vom Träumen die Rede ist. Träumen von der nächsten Super-App oder dem nächsten richtig großen Start-Up. Und die Frage, die UWE uns damit unweigerlich stellt, ist:
Wie geil findest du Kapitalismus? Wie geil findest du Geld und den Traum einer perfekten Geschäftsidee?
Denkanstoß (mit Lanze)
Das trifft voll ins Schwarze! Sicherlich sind solche Gedankengänge für einen Großteil der Bevölkerung völlig normal. Aber wer aus dem linksgrünen Milieu (höchstwahrscheinlich auch UWEs Hörerschaft) gibt schon gerne zu, dass man morgens in der Bahn ab und zu dann doch gerne mal von viel Geld träumt, während man zum ungeliebten Job fährt? Und vielleicht auch klammheimlich eine „Entrepreneurin“ mit ‘ner Coke auf einer Parkbank sein möchte, der*die „[…] nie wieder öffentliche Verkehrsmittel benutzen muss und auch die eigenen Kinder und die Kinder der Kindeskinder nicht“, wie in der Pressemitteilung zu lesen ist.
Ich habe mich mit diesem Gedanken jedenfalls schwergetan, erwische mich aber ehrlich gesagt schon manchmal dabei. Hands up, wer noch? Zwinker 😉
Deckel drauf und Fazit
Für mich machen UWE im letzten Teil dann den Deckel drauf. Mit einem fulminanten Aufgebot an Blasinstrumenten geht der Instrumentalteil zum Ende hin dann nochmal richtig ab. Das ist der Moment, in dem ich endgültig die Kontrolle über mich verliere. Und nur noch mit Bastrock bekleidet, das verschwitze Hawaihemd über meinem Kopf kreisend, die Hüften schwingen muss.
Für mich ein absolut gelungener Song. Das ist Kapitalismuskritik, die nicht platt wirkt und nicht mit dem Finger auf andere zeigt. Ich hätte mir diesen Song gerne beim DJ in der Indie-Disko meines Vertrauens gewünscht und ordentlich dazu abgeschwoft. Und wenn die Pandemie vorbei ist, mache ich das auch. Und gebe euch allen einen aus (wenn ich mein Darlehen bekommen habe)!
Mehr Infos zu UWE und ihrer neuen Café Togo EP findet ihr hier.
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Unser Lieblings-Antischlager Kaltenkirchen hat seine neue Single „Trocken“ veröffentlicht, mit der er auf das auch ihn betreffende Thema Panikattacken aufmerksam macht. Die hard facts zum Song erfahrt ihr jetzt vom Kaltenkirchen-Fan der ersten Stunde, Jule.
Es gibt so Nachrichten, über die freut man sich einfach mehr als über andere. „Hey Jule, am 16.10. erscheint eine neue Kaltenkirchen-Single“ gehört eindeutig dazu. Auch wenn das Thema des Songs, ihn quälende Panikattacken, nicht das Erfreulichste ist, ist es doch umso schöner, dass Kaltenkirchen mit seiner Musik darauf aufmerksam machen will. Um den offenen Umgang damit und mit psychischen Erkrankungen im Allgemeinen zu fördern und Betroffenen zu sagen: „Du bist nicht allein“.
Hoffentlich bald wieder trocken, runter von dem Scheiß
Schon mit der ersten Sekunde des Songs, der mit panischem, schwerem Atmen von Kaltenkirchen beginnt, wird mir ein bisschen anders. Ich muss dazu sagen, dass ich riesengroßes Glück habe und von psychischen Erkrankungen bisher verschont wurde. Ich kann diese Gefühle daher nicht nachvollziehen, versuche aber bestmöglich, sie zu verstehen. Der einsetzende und sich durch den Song ziehende Beat, der wie ein heftiger Herzschlag klingt, gibt mir irgendwie ein beklemmendes Gefühl. Ich kann das, was Kaltenkirchen mir im Interview zu seiner letzten Single „Gehst Du Davon“ über seine Panikattacken erzählt hat, plötzlich irgendwie spüren. In „Trocken“ behandelt er aber nicht nur die Panikattacken selbst. Sondern auch das auf Psychopharmaka angewiesen sein. Von den Medikamenten, die ihm helfen, diese Phasen zu überstehen. Von denen er aber dennoch lieber gestern als heute wieder loskommen möchte. Um sein Leben wieder selbstbestimmt und bestenfalls ohne Panikattacken zu leben.
„Ich wach’ auf, schweißgebadet, sehe Dinge, die nicht da sind. Das Szenario, ein Betrug. Bin auf kaltem Entzug.„
Auch soundtechnisch hört man Kaltenkirchen an, dass er sich gerade in einer neuen Phase seines Lebens befindet. Oder in einer, in der er sich schon lange befindet, es jetzt aber erst akut bemerkt. Im oben schon angesprochenen Interview hat er erwähnt, in letzter Zeit viel Kummer gehört zu haben. Yes, diese Inspiration kann man gut raushören. Die von ihm gern genutzten und von Produzent Niklas Pichler mal wieder vorzüglich in Szene gesetzten Synthies erzeugen inzwischen aber eine andere, weniger liebliche Atmosphäre. Selbst ohne Gesang hört man dem Sound sehr Schwermütigkeit an.
Psychische Erkrankungen, die tausend Gesichter haben können, werden heutzutage noch immer gerne totgeschwiegen. Ich zitiere Kaltenkirchen einmal, weil den Nagel bereits selbst auf den Kopf getroffen hat: „Bei Problemen mit der Leber oder einem gebrochenen Bein geht man ja auch zum Arzt, aber scheut sich davor, sich bei psychischen Problemen behandeln zu lassen. Dabei ist das völlig normal und sollte auch viel transparenter besprochen werden“. Mit genau dieser Attitüde sollten wir alle durch’s Leben gehen. Haltet die Augen offen. Achtet auf eure Mitmenschen. Und vor allen Dingen: Achtet auf euch selbst und auf die Zeichen, die euer Körper euch gibt. Schämt euch nicht, wenn es euch nicht gut geht. Schämt euch für nichts. Denn dieses Thema darfnicht länger ein Tabu sein. Und Kaltenkirchen hat mit Trocken vielleicht einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung Enttabuisierung gemacht. Danke.
Hier könnt ihr euch auch gerne noch das Musikvideo zu „Trocken“ anschauen, viel Spaß:
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Sam Himself ist Wahl-New Yorker, kommt aber ursprünglich aus der Schweiz. Mit Cry liefert er sowohl einen Vorboten zu seinem kommenden Debütalbum als auch einen Song, der Herzschmerz fühlen lässt, der eigentlich gar nicht da ist.
Manchmal fällt es einem einfach wie Schuppen von den Augen. Ich stolpere einfach so und leider völlig unvorbereitet über das Musikvideo zu Cry von Sam Himself. Der Song beginnt mit einer sanften Gitarre und dann beginnt er zu singen… Ups. Eine wunderschöne baritonlastige Stimme bahnt sich seinen Weg durch mein Ohr bis in die wirklich allerletzte Ecke meines Körpers. Ich bin einfach sofort völlig (und damit meine ich: völlig) into it. Cry klingt anfangs wie einer der traurigsten Songs, die ich jemals gehört habe. Ich spüre plötzlich all den Schmerz, den Liebeskummer mit sich bringt, obwohl ich seit 2.000 Jahren keinen mehr hatte. Der Song weiß mich aber aus diesem seelischen Tief auch wieder rauszuholen, indem er sich von der anfänglichen Ballade zu einer nicht weniger dramatischen Midtempo-Popnummer mit E-Gitarre, Bass und Drums entwickelt. Well done, Sam.
Cry, bleed your poor heart dry
Beim zweiten Mal hören denke ich: „Hoffentlich gibt es irgendwo schlaue Filmemacher*innen, die diesen Song für eine fürchterlich traurige Trennungsszene nutzen“. Ich habe Bilder von einem amerikanischen Liebesdrama im Kopf. Ich sehe eine Frau vor mir, die weinend ihre drei Sachen packt, dabei mindestens noch zwei Bilder aus glücklichen Tagen umschmeißt und in die Nacht und eine ungewisse Zukunft flüchtet. Währenddessen einfach nur dieser Song läuft.
Nachdem ich Cry jetzt das dritte Mal hintereinander gehört habe, frage ich mich einfach nur noch: Warum zum Teufel kannte ich Sam Himself bisher noch nicht? Optisch irgendwie über drei Ecken mit Dendemann verwandt, geht er seiner Stimme nach zu urteilen regelmäßig mit Bruce Springsteen (dessen Dancing In The Darker auch schon mal gecovert hat) ein Bier trinken. Whatsoever. Mit einem Song innerhalb weniger Sekunden so krasse Gefühle bei mir auszulösen haben echt noch nicht viele geschafft. Chapeau, ich bin ab sofort großer Fan!
Panda Lux sollte man kennen. Seit ein paar Jahren bringen sie schon frischen Wind in die deutschsprachige Indie-Szene und hauen einfach auf einem konstanten Level gute Musik raus, die mich ein bisschen verzweifeln lässt, wieso sie noch so klein sind.Aber das kann sich mit ihrem zweiten Album „Fun, Fun, Fun“ jetzt ändern. Panda Lux stehen in den Startlöchern, um uns die Faszination der deutschen Sprache lyrisch um die Ohren zu hauen. Aber und vor allem auch musikalisch setzen sie ein Zeichen für mehr Experimentierfreude und zeigen uns, was man alles mit Musik machen kann.
Die vier Jungs aus der Schweiz haben alle einen musiktheoretischen Hintergrund, der ihnen bei diesem Album und auch zukünftigen sehr zu Gute kommt. Bassist Janos hat Filmkomposition studiert, Gitarrist Samuel Jazz-Gitarre, Sänger Silvan klassische Gitarre und Schlagzeuger Moritz hat einen Master in Komposition und Theorie. Krass, ich weiß. Zusammen haben sie sich zu Panda Lux zusammengefunden und nun endlich ihr zweites Album veröffentlich. Hier die ausführliche Review.
„Gib mir dein Herz, dazu ein Bier“
Freunde Sein ist der Einstieg ins Album. Ich weiß gar nicht, ob ich zuerst über Musik, Texte oder das Zusammenspiel von beiden reden soll, weil mich alles ein bisschen schwer beeindruckt. Musikalisch gibt Freunde Sein auf jeden Fall die Richtung an, die man für das Album der Schweizer erwarten kann: Experimentell und stetig umfangreich. Wer Panda Lux kennt, kennt auch Silvans Stimme. Sie leitet ruhig durch die einzelnen Strophen von Freunde Sein, erreicht aber im Refrain nochmal ein ganz andere Stimmhöhe, von der mir nicht ganz bewusst war, dass er sie so souverän erreichen und halten kann. Ich versuch erst gar nicht mitzusingen, weil nope, meine Stimmhöhe ist es nicht. Textlich, da könnt ihr euch mental schon mal drauf vorbereiten, gibt es hier einiges vorzuweisen. Panda Lux eröffnen ein komplett neues Level an Storytelling, spielen mit der deutschen Sprache als wäre es nichts. Sie sind der Alligatoah im Indie-Game.
„Schenk mir alles, was du warst in mein Glas. Schenk nochmal nach, ich habe Durst.“
Leute. Ich hab gar keine Zeit, das sacken zu lassen, geht direkt weiter mit dem nächsten Song.
„Ich brauch ne Massage und ein neues Hirn“
Karambolage holt mein Indie-Pop Herz seehr ab. Leicht groovig steigt Silvan wieder mit dieser hohen Stimme ein (ich frage mich jetzt, ob ich das vorher nur einfach nicht richtig wahrgenommen habe??) und ich bin schon nach 15 Sekunden am Tanzen. Während man denkt, der Song baut sich ganz organisch auf, wird man nach knapp einer Minute mit griffigen Bilderbuch-Gitarrenriffs aus dieser Illusion geholt und der Song hat mit einem Schlag viel mehr Energie. Hier wird einfach mit allem, was Indie-Pop zu bieten hat, herumexperimentiert, um eben nicht „nur“ Indie-Pop zu sein.Karambolage kam schon im Mai raus, genau wie der folgende Song auch ein Vorbote für’s Album war:
Leute, hört euch dieses Lied an. Ich persönlich hab bestimmt schon die 200 Plays für den Song dieses Jahr geknackt. Mir fehlen tatsächlich ein bisschen die Worte, zu beschreiben, warum genau. Staub ist Harmonie, Staub ist das, was rauskommt, wenn vier Musiker ein neues Soundkonzept brainstormen und das vom Produzenten perfekt umgesetzt wird (hier kann man schon mal Namen droppen, Aaron Ahrends). Staub ist für mich schon seit Release im März einer der Top Songs 2020.
„Mindestens haltbar bis ich drauf geh“
1/4 Life ist nicht nur für Silvan ein Schlüsselstück des Albums, sondern auch für mich. Passend ist es der vierte Track und beschreibt alles, was unsere Generation in den Mitte Zwanzigern empfindet. Es heißt nicht umsonst Quarter-Life-Crisis. Mit Mitte zwanzig ist auf einmal alles ernst, man wird nicht mehr erwachsen, sondern einfach nur alt.
„Fun, Fun, ohne Euphorie, nichts turnt mich an, what the fuck, who is texting me”
So fresh waren die Outfits von Panda Lux im Musivideo zu 1/4 LifeMusikalisch ist es auch ein ganz enger Kandidat für meinen Lieblingstrack. Panda Lux setzten diese dramatische Melancholie, die eigentlich gar keinen handfesten Grund hat, perfekt um. Die Gitarre, Silvans hingehauchte Stimme, ist das ein Saxophon? und ein leichter, dennoch schneller Beat, all das machen 1/4 Life zu einem einfach wunderschönen Song. Falls ihr das Gefühl kennt, mit allem ein bisschen überfordert zu sein, was auf einmal aus dem Nichts auf einen einstürzt obwohl man eigentlich noch in dem Chill-Spirit der Anfang Zwanziger ist, dann könnt ihr euch mindestens genauso mit dem Song identifizieren wie ich. Wenn nicht, ist das fast noch besser, weil ihr den Song einfach nur so genießen könnt. Ich empfehle mit Augen zu ganz leicht durchs Zimmer schwingend (dann bin ich wenigstens nicht die Einzige, die das tut).
„Ich hab mich jahrelang belogen“
Optimistfängt an mit einem verzerrten „Ich hab dich nie geliebt, ich hab dich jahrelang belogen“ und baut sich musikalisch relativ langsam auf. Während ich erst an eine sehr dramatische Beziehungsgeschichte denke, klärt sich ein paar Zeilen später auf, dass ich falsch liege: „Wenn ich nicht du wär, wärst du schon lange nicht mehr bei mir“. Hier steckt also eine viel tiefere Geschichte hinter als nur eine gescheiterte Liebe zweier Menschen: die gescheiterte Liebe zu sich selbst. Silvan besingt das zwiespältige Verhältnis zu sich selbst, die Sehnsucht, ständig Optimist sein zu können und nicht mit der dunklen Hälfte seiner Selbst klarkommen zu müssen.
Es folgen zwei sehr beeindruckende Instrumentals,Sakamoto und Sakafunko. Was wenige wissen, ist, dass Panda Lux schon 2006 angefangen haben, Musik zu machen, damals aber noch als Instrumentalband. Und das hört man. Mir persönlich gefällt Sakafunko einen Schnuff besser, einfach weil ich eine riesengroße Schwäche für Bass-und Gitarren-Jams habe. Silvan hat Recht, wenn er sagt, dass sich im Bezug auf Panda Lux immer sehr auf die Texte fokussiert wird (trotzdem zu Recht), und diese zwei Stücke sind ein Beweis dafür, dass hinter Panda Lux mehr steckt als nur das. Sie fungieren in der Mitte des Albums nicht nur als kleine Atempause zwischen den Liedern, sondern zeigen, was die Band musikalisch drauf hat: Unfassbar viel.Nächster Punkt auf meiner Bucket List für irgendwann mal ist also mit Panda Lux im Studio hängen. Nicht um zu quatschen oder bei der Produktion dabei zu sein, sondern um ihnen einfach ein paar Stunden zuzuhören.
„Einmal Fahrschein ins Glück“
Fahrschein ins Glück war der erste Vorbote in diesem Jahr, der jeden Panda Lux-Fan aufhorchen lassen hat. Es war mein Lieblingslied bis Staub um die Ecke kam und ich wusste, dieses Album wird der Shit. Und das wurde es auch. Track 9 und nicht einer dabei, der mich ein bisschen von meiner Euphorie-Achterbahn runtersteigen lässt. Fahrschein ins Glück behandelt eine ähnliche Thematik wie 1/4 Life. Das stetige Suchen und Verlangen nach Glück und purer Glückseligkeit, die eigentlich nie zu erreichen ist, deren Illusion uns aber als absolut erreichbar verkauft wird.
„Auf der Suche nach ‘ner Pille, die dich tief innen glücklich macht, auf dem Beipackzettel steht in kleinem Arial Black, Glück ist nur Gift, vergifte dich nicht, es gibt keinen Weg zurück“
Diese musikalische Bandbreite, die Panda Lux auch in Fahrschein ins Glück beweisen, beeindruckt mich auch ein dreiviertel Jahr später. Ich weiß gar nicht, welche Instrumente hier alle mitwirken, aber sie erschaffen eine eigene Welt. Am Ende kommen sogar noch Trompeten dazu und runden alles ab. Klingt so Glück oder wird mir hier nur eine Illusion verkauft? Ich weiß es nicht, aber ich nehm diese Pille gerne, Panda Lux. Gibt keinen Weg zurück.
„Nur bei Bar Franca schaut es alles besser aus als es ist“
Samuel, Moritz, Janos und Silvan
Okay, den solltet ihr aber alle kennen. Wenn nicht, das ist eine verbindliche Underground-Indie-Empfehlung an alle eure Freunde. Eigentlich ist das Panda Lux generell, aber Bar Franca ist so gut, dass er es von der Zoo EP aus 2018 auf’s Abum 2020 geschafft hat. Und geschrieben wurde der Song sogar schon im Januar 2017! Es passt aber perfekt in das ganze Stimmungsbild von Fun, Fun, Fun und steht deshalb auch ein bisschen für den „neuen Vibe“ der Band, der in Bar Franca seinen Ursprung fand. Die Gitarren bringen eine leichte spätsommerliche Melancholie mit sich, Silvan singt von einer italienischen Bar, die nur tiefgefrorene Pizza verkauft, meint aber seine Beziehung, in der mehr fakeist als echt, und spätestens in der zweiten Strophe sollte jeder im Raum mitschwingen.
Anekdote hierzu in Silvans eigenen Worten:
„Die „Bar Franca“ gibt es übrigens wirklich –im italienischen Levanto. Da war ich ein paarmal als Teenager im Urlaub. Die hatten draußen Schilder, auf denen stand: „Fresh Italian Pizza!“ Es ist aber eine Bar ohne Küche. Die haben nur eine Mikrowelle, hauen die Pizzen da rein und streuen noch ein wenig Rucola und ein paar Cherry Tomaten drüber. Diese Verarschung fand ich irgendwie geil und sie passte zu der Stimmung, die ich von dieser Beziehung hatte: mehr Fake als irgendwas, es wird nicht heiß, es taut nicht auf.“
„Sei Picasso, sei du selbst“
Wenn ihr bis hierhin gelesen habt und euch die Songs gefallen, solltet ihr auf jeden Fall noch ein bisschen weiterhören und vor allem weiterlesen. Picassoist ein bisschen ruhiger, aber hat dennoch den unverkennbaren Panda Lux-Jam-Stil. Der rote Faden, der bei 1/4 Life anfing, führt sich hier weiter fort. Die Erwartungen von außen, wie Picasso zu sein, abzuliefern und progressiv zu sein stoßen sich mit den immer wieder aufkehrenden Aufrufen, immer nur du selbst zu sein. Dieser Widerspruch ist nicht nur absurd, sondern wird auch mal wieder von Silvan lyrisch top festgehalten:
„Ich mag die Skizze, die weißen Wände, mal mein Bild nie zu Ende“.
Beuteltier und Malle stammen ebenso wie Bar Franca noch aus der ZOO EP und sorgen dafür, dass sich die älteren Goldstücke der Musik, die die vier Schweizer da produziert haben, nicht verlieren. Beuteltier steckt voller Experimentierfreude, sowohl in Musik als auch in der Sprache. Malle dagegen beschreibt viel mehr die Banalität mancher Dinge, wie zum Beispiel einen Drink mit dem besten Freund in einer trashigen Bar auf Malle. Musikalisch ist er ein bisschen zugänglicher als Beuteltier und ein idealer, emotionaler Abschluss zum Ende des Albums hin. Der eigentliche Abschluss kommt zwar mit dem instrumentalen Outro Sakautro (dieses Wortspiel versteht hoffentlich jeder), bei dem diesmal Schlagzeuger Moritz sich experiementiell ausleben durfte.
Und damit schließe ich auch diese doch sehr lange, aber hoffentlich lesenswerte Review ab. Auf den, in Silvans Worten, cinematischen Filmkompositionsaspekt von Panda Lux, die mit Fun, Fun, Fun ein Album hervorgezaubert haben, das bestimmt noch ein paar Jahre lang die deutschsprachige Indie-Szene prägen wird.
Fotocredits gehen raus an Nils Lucas und Anja Furrer.
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