Bilderbuch ist so eine Band, bei der man eigentlich nie ganz weiß, was als Nächstes kommt. Mal etwas rockiger, mal etwas sanfter – aber immer mit ihrem eigenen Sound. Mittlerweile hat die österreichische Band und vor allem Frontsänger Maurice Ernst ihre eigene musikalische Sprache entwickelt. Auf „∞+1“ machen sie genau da weiter – nur irgendwie noch freier!
„∞+1“ ist bereits das neunte Studioalbum von Bilderbuch. Mit dem Titel tragen sie vielleicht ihre +1 dem ewigen musikalischen Kosmos bei. Wenn man das Unendlichkeitszeichen umdreht, merkt man schnell, dass die Band auch Mathe kann – „8+1“ ergibt nämlich 9… Wie mir das Album gefallen hat, erfährst du hier, also keep reading!
Den Einstieg macht „Finstere Erleuchtung“ und der Name ist Programm. Schwere Synthesizer treffen auf schwere Gitarren und der erste Song zeigt direkt, wo es lang geht. Maurice’ Stimme machen die Mischung perfekt. Energiegeladener hätte die Eröffnung des Albums wohl kaum sein können und ich bin nicht böse drum!
„Was In Dieser Welt“ nimmt danach ein bisschen Tempo raus, ohne wirklich leiser zu werden. Der Beat ist von Anfang an catchy und gefühlstechnisch wurde ich von der Herbststimmung wieder zurück in den Sommer geholt. Der Song fühlt sich leicht und gleichzeitig irgendwie dissoziativ an – als würde man kurz neben sich stehen und trotzdem ziemlich genau im Takt bleiben. Ein Popsong, der irgendwie sein eigenes Ding macht – der Sog in die leicht verschwommene Bilderbuch-Welt wird damit nur noch stärker.
Und dann kommt „Irgendwo“ und übernimmt komplett. Schon das Intro macht klar: Jetzt wird’s düsterer. Krächzende Synthesizer, verzerrte Gitarren und ein Sound, der plötzlich deutlich bedrohlicher wirkt. Genau dadurch bekommen auch die Lyrics eine andere Wirkung: „Drohnen am Himmel über uns / Leuchten wie Sterne / Oh, es herrscht Krieg, Baby / In weiter Ferne“. Gleichzeitig verliert das Album dadurch nicht seine Leichtigkeit, die sich für mich durch alle Tracks zieht.
Mit „Zahlen Als Beweis“ wird man von wilden irritierenden Geräuschen überrumpelt. Im Hintergrund schrille Sounds, bevor ein tiefer Beat einsetzt – und wenn man nur auf diese tiefe Soundkulisse achtet, denkt man kurz man sei im Sci-Fi-Film „Dune“ gelandet. Genauso „out of space“ fühlt sich der Song auch an. Viel Text braucht der Track gar nicht, dafür passiert soundtechnisch umso mehr.
„Unterwasser“ entwickelt währenddessen einen komplett eigenen Sog: Die abgehackten Lyrics treffen hier auf dichte Synthesizer, bis der Song irgendwann tatsächlich so wirkt, als würde man selbst unter Wasser schweben. Gegen Ende setzen die Trommeln ein und plötzlich wird aus der Schwerelosigkeit fast etwas Episches. Vielleicht ist es ein Song, der bei vielen erstmal untergeht (pun intended) – das wäre schade, denn mich hat er voll abgeholt.
Und dann: „Push Reality“. Ich habe die Single schon geliebt, als sie gedroppt ist, und auch im Albumkontext funktioniert sie für mich immer noch. Dieser Song macht einfach Spaß! Neben der heftigen Soundkulisse kommen die Lyrics dazu, bei denen ich einfach schmunzeln musste: „Bauch, Bein und Lobotomie / Hallo Shirin, it is me“ (wer checkt, der checkt). I mean, schon iconic. Und wäre das nicht schon genug, entkommst du dem Song spätestens beim Gitarrensolo nicht mehr. Ein Song, bei dem man eigentlich gar keine andere Wahl hat, als sich zu bewegen.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
„Wahrscheinlich War Es Der Lippenstift“ setzt diese Energie fort, fühlt sich aber besonders im Intro deutlich mehr nach Alternative-Rock an. Danach wird es mit „Baby Junkie“ etwas ruhiger. Der Song ist laid-back und hat eine fast schon zarte Atmosphäre. Vom Vibe erinnert mich der Track an Bilderbuchs letztes Album „Gelb ist das Feld“, welches ich btw auch sehr viel gehört habe. „Ist Es Denn Ein Wunder“ geht musikalisch wieder mehr in die rockige, Synthesizer-lastige Richtung, fühlt sich aber nahbarer an.
Dann sind wir auch schon beim letzten Song angekommen: „Mehr als fair“. Und irgendwie ist das ein ziemlich perfekter Abschluss. Der Song wirkt erstmal fast mystisch. Eigentlich passiert nicht wahnsinnig viel. Der Soundteppich lullt dich ein, während sich der Gesang ruhig und ein bisschen kratzig perfekt einfügt. Immer wieder taucht auf „∞+1“ die Idee des Loslassens auf, des einfachen Seins und der Vergänglichkeit auf. Lyrics wie „Schmeiß weg dein fucking Telefon / Weil du läufst immer nur davon“ passen da ziemlich gut rein.
„∞+1“ ist kein Album, das sich unbedingt darum bemüht, eine große Geschichte zu erzählen. Zwischen Heavy-Gitarren, retroartigen Synthesizern, cleveren Lyrics, Autotune und kleinen gesellschaftlichen Seitenhieben entsteht ein Album, das herausragend funktioniert. Lass dich drauf ein und hör rein!
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Spotify. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Paris Paloma schlägt mit The Fatal Flaw kräftiger, roher und lauter als zuvor zurück. Mit dem am 04.09. veröffentlichen Album wagt sich die gebürtige Engländerin dabei musikalisch wie thematisch weiter vor als auf ihrem Debüt und beschreibt die neuen Songs als ehrlicher und chaotischer als ihr bisheriges Material. Und tatsächlich fühlt sich The Fatal Flaw nicht wie eine einzige sauber erzählte Geschichte an, sondern wie eine Sammlung von Erinnerungen, Verletzungen, Beobachtungen und Gedanken, die irgendwie alle zusammenfinden.
Liebe und Herzschmerz stehen dabei so sehr im Mittelpunkt wie wohl noch nie in Palomas Musik. Für die Songs rund um dieses Thema hatte sie sich eine besondere Ästhetik vorgenommen: Sie sollten sich anfühlen wie „epic poems“ oder wie Wandteppiche, die jahrhundertealte Geschichten erzählen. Sie verbindet persönliches Erleben, Mythologie und Kunst noch mehr als je zuvor und nimmt uns mit auf eine Reise durch verschiedene Welten.
Ein Plädoyer für die Kunst
Diese Reise beginnt sofort mit einem Song über Kunst: „Miyazaki“. Der Titel bezieht sich auf den japanischen Filmemacher Hayao Miyazaki, der unter anderem für seine kritische Haltung gegenüber künstlicher Intelligenz in der Kunst bekannt ist. Für Paloma ist das Thema Kunst ohnehin nichts Fremdes, denn sie hat selbst Kunst studiert und schon auf ihren bisherigen Veröffentlichungen stark darauf zurückgegriffen. Musikalisch macht der Song direkt klar, dass Paloma sich auf The Fatal Flaw einiges vorgenommen hat. Treibende Drums verleihen dem Song von Beginn an eine gewisse Dringlichkeit. „Please don’t ever take it from me“ bzw. „I won’t let you take it from me“. Der Refrain wandelt sich von einer Bitte zu Warnung und Widerstand. Es klingt nach dem Versuch, etwas zu bewahren, das für Paloma nicht einfach nur Dekoration, sondern ein elementarer Bestandteil des Menschseins und ein Baustein ihrer Musik ist.
Nach diesem kraftvollen Auftakt wird es mit „Rothko“ zunächst deutlich ruhiger. Sanfte Gitarren und beinahe gehauchte Vocals lassen den Song verletzlicher wirken, bevor er sich gegen Ende wieder öffnet und vom Sound in Richtung Filmmusik driftet. Nicht umsonst lässt sich Paloma irgendwo zwischen Cinematic und Art Pop verorten, wobei „Rothko“ dabei etwas stärker musikalisch an die Paris Paloma erinnert, die man bereits von früheren Songs kennt. Inhaltlich sieht es anders aus. Dort beschäftigt sie sich mit sehr persönlichen Fragen wie: Habe ich Liebe gefunden? Und habe ich sie überhaupt schon erfahren? Die Liebe ist ein eher neueres Motiv in ihren Songs, was auf diesem Album erstmals richtig Platz findet.
Liebe, Schmerz und Selbstschutz
Besonders eindringlich wird das Album bei „Stem The Flow“. Der bereits vorab veröffentlichte Song gehört zu den verletzlichsten Momenten des Albums und beschreibt einen Kreislauf aus Verletzung, Vergebung und immer neuen Chancen. Was anfangs kurz wie ein Liebeslied klingt, entpuppt sich schnell als Beschreibung einer Beziehung, in der Liebe längst einseitig, ja sogar toxisch geworden ist. Der Song beschreibt diese Entwicklung, die vielleicht mehr von uns schon einmal selbst erfahren haben, als uns lieb ist, zuzugeben. Zu Beginn heißt es noch: „It’s not in my nature to forgive bad behaviour except when it’s yours.“ Am Ende steht dagegen: „It’s not in my nature to forgive bad behaviour, especially yours.“ Aus dem Versuch, die andere Person zu verstehen, wird die Erkenntnis, dass man sich selbst schützen muss. „Stem The Flow“ ist im Großen und Ganzen eine musikalisch erzählte Realisation: Manchmal besteht der einzige Weg, den Kreislauf aus Schmerz und Enttäuschung zu beenden, darin, tatsächlich zu gehen.
Mit dem nächsten Song – „The Bleeding Part of Me“ – bleibt Paloma anschließend in dieser verletzlichen Stimmung. Besonders auffällig ist die musikalische Dynamik des Songs: Der vorletzte Refrain wird beinahe geflüstert, bevor der letzte Refrain wieder deutlich größer wird und hinten raus sozusagen noch einmal einen kräftigen Abschluss bildet. Der Song gehört für mich persönlich zwar nicht zu den stärksten des Albums, fügt sich aber gut in den emotionalen Verlauf ein.
Folglich nimmt „get her the fucking flowers“ wieder etwas Tempo heraus. Der Song ist zurückgenommen und lebt vor allem von leisen Gitarren, sparsamen Drums und Palomas hoher, fast zerbrechlicher Stimme, wobei er mit den lauteren und wütenderen Momenten des Albums gut funktioniert. Paris Paloma muss nicht immer laut sein, um Schmerz spürbar zu machen. Mir persönlich ist der Song allerdings etwas zu ruhig, um zu meinen Favoriten des Albums zu gehören.
Weiblichkeit als Patchwork
Mit „Pre-Raphaelite“ wird es wieder ein wenig größer und gleichzeitig düsterer. Der Sound vom Song hat beinahe etwas Spukhaftes und erinnert mich musikalisch stellenweise an die 2000er. Inhaltlich geht es um weibliche Schönheit, aber allerdings nicht aus der Perspektive romantischer oder sexueller Anziehung. Paloma beschreibt sich selbst als eine Art Patchwork aus all den Frauen, denen sie begegnet ist und deren Schönheit sie bewundert hat. Frauen, die sie auf ein Podest gestellt hat, werden zu einzelnen Teilen ihrer eigenen Vorstellung von Weiblichkeit. Dabei dreht sie diese Perspektive auch um: Vielleicht ist jede von uns für eine andere Person genau eine solche Frau. Der Titel verweist dabei auf die Präraffaeliten, eine Künstlergruppe des 19. Jahrhunderts, die sich gegen die damals vorherrschenden idealisierten Darstellungen wandte. Ihre Gemälde zeigten Frauen nicht nur als perfekte Schönheiten, sondern ließen unterschiedliche Facetten von Weiblichkeit zu. Paris Paloma übernimmt dieses Bild und bewundert Schönheit, ohne sie automatisch mit Begehren gleichzusetzen.
Auch „Good Girl“ beschäftigt sich mit Vorstellungen davon, wie Frauen sein sollen. Der Song beginnt ungewöhnlicherweise mit gesprochenen Worten von ihr selbst. Paloma spricht über Körperbild und Selbstwert, bevor die Musik langsam einsetzt. Im Hintergrund liegt leises Summen, während der Song sich schließlich zu einem ihrer für mich persönlich stärksten Momente auf diesem Album entwickelt.
Besonders interessant ist auch die Verbindung zu ihrem anderen Song „Good Boy“, der später im Album folgt und den ich unten noch einmal aufgreife. Wo dieser die gesellschaftlichen Erwartungen an Männer thematisiert, stellt „Good Girl“ die weibliche Perspektive daneben. Was darf eine Frau sagen? Wie laut darf sie sein? Wie viel Wut ist erlaubt?
Mythologie, Männer und Gewalt
Mit „Pyrrhus (You Go Where I Cannot)“ folgt der mit knapp fünfeinhalb Minuten längste Song des Albums. Wieder beginnt Paloma zurückhaltend mit sanften Gitarren, bevor sich langsam eine größere, fast epische Geschichte entfaltet, die der griechischen Mythologie nachgeht. Im Zentrum steht Deidamia, die Mutter des griechischen Helden Pyrrhus, die hilflos mitansehen muss, wie ihr Sohn in den Krieg zieht und für vermeintliche Werte wie Ruhm und Ehre Gewalt ausübt. Der Song ist aus ihrer Perspektive geschrieben: „Do you hear the screams, Pyrrhus?“ bringt die Verzweiflung auf den Punkt: Wie kann ein Mensch, den man selbst großgezogen hat, zu jemandem werden, dessen Handlungen man nicht mehr versteht? Sie vermisse ihren Sohn und erkenne ihn nicht wieder. Auch hier greift Paloma auf eine alte Geschichte zurück, um etwas sehr Gegenwärtiges zu erzählen. Wieder taucht die Frage auf, wie Gewalt entsteht und wie man mit Menschen umgeht, die sich von den Werten entfernen, die man ihnen mitgeben wollte.
Der Song ist für mich besonders stark und geht mir thematisch auch sehr nahe. Die Frage, wie ein Mensch zu dem wird, der er ist, obwohl ihm vielleicht ganz andere Werte vorgelebt wurden, ist eine, die mich selbst schon öfter beschäftigt hat und sie lässt sich heute eben auf weit mehr übertragen als nur auf Gewalt: auf politische Überzeugungen, Ideologien, gesellschaftliche Entwicklungen oder den Umgang miteinander. Obwohl Paloma eine Geschichte aus der griechischen Mythologie erzählt, stellt sie letztlich Fragen, die zeitlos sind und die wir uns angesichts der Welt um uns herum immer wieder stellen müssen. Wie wird aus einem Menschen jemand, den wir irgendwann nicht mehr wiedererkennen? Antwortlos bleiben wir an dieser Stelle zurück und ziehen weiter zum nächsten Song.
„Silhouette on the Hill“ ist der neunte Song des Albums und einer, den Paloma selbst besonders schätzt. Sie beschreibt darin den Wunsch, für bestimmte Menschen einfach verschwinden zu können. Obwohl sie sich von Personen gelöst hat, die ihr nicht gutgetan haben, fühlt sie sich ihnen gegenüber weiterhin sichtbar. Das Bild der Silhouette auf dem Hügel passt also perfekt dazu, denn sie ist nicht mehr Teil dieser Beziehungen, aber auch noch nicht vollständig aus deren Blickfeld verschwunden. Sie selbst sagt auch, dass sie sich mit diesem Song fühlt wie in einem Western, wo sich eine einsame Figur in der Ferne langsam von etwas entfernt.
Mythologie, Männer und Gewalt
Wenn „Good Girl“ die weibliche Perspektive auf Erwartungen und Selbstbild eröffnet, bildet „Good Boy“ dazu das passende Gegenstück. Der Song beginnt mit einem gesprochenen Intro von Emma Thompson (einer britischen Drehbuchautorin, Schauspielerin und Filmproduzentin): „I knew that one day I’d have to watch powerful men burn the world down. I just didn’t expect them to be such losers.“ Darauf folgt Palomas eigenes Lachen, wodurch der Song sofort eine gewisse Prise Spott bekommt. Außerdem befinden sich gegen Ende des Songs bellende Hunde, wodurch auch der Titel des Songs zweideutig wird. Im Song beschreibt sie politische und gesellschaftliche Beobachtungen und das Lied richtet sich gegen Männer, die sich selbst als unabhängige Denker verstehen, tatsächlich aber blind Ideologien und anderen Dingen folgen, ohne zu hinterfragen. So wie ein Hund, eben ein „good boy”. Gerade eine solche Verbindung zwischen vermeintlicher Unabhängigkeit und blindem Folgen finde ich relevanter denn je und teile den Gedanken des Songs sehr.
Im nächsten Song bleiben wir thematisch bei den Männern. „Beautiful Birds“ ist musikalisch einer meiner persönlichen Favoriten und wirkt deutlich leichter als viele der vorherigen Songs, man könnte sagen, beinahe so schwerelos wie eine Vogelfeder im Wind. Paloma nimmt darin das Paarungsverhalten männlicher Vögel zum Anlass, einen ziemlich einfachen Wunsch an die Männerwelt zu formulieren: Vielleicht könnten sie sich ein Beispiel daran nehmen. Schließlich scheinen Vögel deutlich besser darin zu sein, eine Partnerin für sich zu gewinnen: „And they won’t die alone, they know something that you don’t“ wirkt vielleicht auch etwas amüsant, aber damit hat sie sicherlich recht. Allerdings glaube ich auch, dass in dem Song eine gewisse Traurigkeit und Enttäuschung mitschwingt, denn Paloma belässt es nicht bei einem Vergleich zwischen Mensch und Vogel. „I’ve seen that distant land, that boundless cemetery, the buried hearts of men who died suppressing every need“. Sie singt von Männern, die ihre eigenen Bedürfnisse unterdrückt haben und daran letztlich zugrunde gegangen sind. Für mich richtet sie darin also auch eine Kritik an gesellschaftliche Vorstellungen von Männlichkeit: Vögel müssen sich nicht an ein bestimmtes Bild davon halten, wie sie sich zu verhalten haben, welche Gefühle sie zeigen dürfen oder wie sie mit ihren Bedürfnissen umgehen sollen. Hinter der ach so musikalischen Leichtigkeit vom Song steckt deshalb auch irgendwie eine Enttäuschung. Eine Enttäuschung über eine Gesellschaft, die Männern beibringt, ihre eigenen Bedürfnisse zu begraben, anstatt ihnen zu zeigen, wie sie Nähe und Liebe zulassen können. Für Kritik am Patriarchat und einen Kampf dagegen ist Paloma schließlich ebenfalls textlich bekannt.
Weinen vor Kunst – A Full Circle Moment
Der letzte Song des Albums ist „I Cry In Front Of Paintings“, der ebenfalls die letzte Single vor der Veröffentlichung des Albums war. Paloma selbst bezeichnet den Song als emotionalen Höhepunkt des Albums. Nach all der Wut, Verletzlichkeit, Enttäuschung und den Fragen danach, was man eigentlich verdient, kommt hier etwas anderes: Ruhe. Der Song ist textlich der kürzeste und hat damit die längste instrumentale Strecke, die auch sehr melancholisch, friedlich und irgendwie auch hoffnungsvoll klingt. Das Lied handelt davon, Liebe und Sicherheit schließlich dort zu finden, wo man es vielleicht nicht erwartet hätte. Damit schließt sich auch in gewissem Maße der Kreis zu „Rothko“ und der Frage, ob Paloma Liebe überhaupt finden wird.
Fazit: nicht viele Antworten, aber die richtigen Fragen
ParisPaloma erzählt keine lineare Geschichte, sondern setzt viele kleine nebeneinander und schafft verschiedene Bilder und Perspektiven. Mal bedient sie sich der Mythologie, mal der Kunstgeschichte, mal der Natur und mal sehr persönlicher Erfahrungen, sodass am Ende aber alles Sinn macht. Das Album beginnt mit einem Plädoyer dafür, Kunst zu bewahren, führt durch Schmerz, Wut, Enttäuschung und Selbstzweifel und endet schließlich wieder im Raum der Kunst. Auch am Ende dieser Reise ist der namensgebende „Fatal Flaw“ nicht gefunden, genauso wenig wie Antworten auf all die anderen Fragen, die Paloma aufwirft. Ich glaube allerdings, dass das auch gar nicht der Anspruch des Albums ist. The Fatal Flaw fühlt sich vielmehr wie eine Erkundungstour an und oft liegt der Wert bereits darin, solche Fragen überhaupt zu stellen. Dabei verbindet Paloma ihre Fragen mit großen und teilweise Jahrhunderte alten Geschichten und schafft es gleichzeitig, ihnen eine erstaunliche Gegenwärtigkeit zu verleihen: Wie entstehen Gewalt und gesellschaftliche Rollenbilder? Was passiert, wenn wir Menschen nicht mehr wiedererkennen, die uns einmal nahestanden? Und was sind wir uns selbst eigentlich schuldig?
Ich selbst finde The Fatal Flaw vor allem textlich, aber auch musikalisch sehr stark und bemerkenswert zeitgemäß.
Und wenn euch das Album gefällt, könntet ihr Paris Paloma dieses Jahr noch live erleben. Im Winter geht sie auf Europa-Tour und macht im Dezember Halt in München, Frankfurt, Berlin und Hamburg.
Fotos: Phoebe Fox
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Spotify. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Nach dem Erfolg von „Stick Season“ ist Noah Kahan zurück mit einem neuen Album und bleibt seinem Folk-Sound bemerkenswert treu. Mit „The Great Divide“ liefert er einen Wiedererkennungswert, statt größer oder lauter zu werden und verarbeitet darin den Bruch zwischen Herkunft, Erfolg und Beziehungen – so ehrlich wie immer.
The Great Divide – in der erweiterten Version The Last of the Bugs inklusive der vier Bonustracks „Lighthouse“, „Orbiter“, „Staying Still“ und „A Few Of Your Own“ – fühlt sich weniger wie ein Neustart an, sondern eher wie eine Weiterentwicklung dessen, was Noah Kahan ohnehin schon außergewöhnlich gut kann: Geschichten erzählen, die sich einerseits sehr spezifisch und persönlich, andererseits aber auch universell und sehr relatable anfühlen. Die Mischung scheint genau richtig zu sein und hat seit dem Release unfassbar viele Menschen erreicht.
In der Ruhe liegt die Kraft
Was direkt auffällt: Dieses Album nimmt sich Zeit. Viel Zeit. Gerade einmal vier der insgesamt 21 Songs bleiben unter vier Minuten und die Tracks wirken durch ihre Länge wie Gespräche, Erinnerungen oder Gedanken, die sich langsam entfalten dürfen, statt schnell vorbeizuziehen, wodurch das Album etwas Tagebuchartiges mitführt.
Klanglich bleibt Noah Kahan klar in seiner Komfortzone (die ebenfalls auch meine ist, aka Folk) und das ist natürlich keineswegs negativ gemeint! Eine gute Mischung aus Singer-Songwriter-Melancholie und folkigen Gitarrenklängen machen das Album sofort als typisch Noah Kahan erkennbar. Wer Stick Season mochte, wird sich hier direkt zuhause fühlen. Gleichzeitig hört man aber, dass The Great Divide größer gedacht ist. Produziert von Gabe Simon und Aaron Dessner wirken manche Songs cineastischer, weiter und emotional aufgeladener, wobei der Sound reduziert genug bleibt, um Kahans Storytelling den Raum zu geben, den es verdient hat.
Home Sweet Home
Auch thematisch bleibt Noah Kahan dort, wo er am stärksten ist: zu Hause. Oder genauer gesagt: bei der komplizierten Beziehung zu dem Ort, aus dem man kommt. Vermont ist auch auf The Great Divide allgegenwärtig – nicht nur geografisch, sondern emotional. Wetter, Jahreszeiten und Natur werden wie auch auf dem vergangenen Album hier erneut zu Metaphern für mentale Zustände, Beziehungen und Veränderung und gerade diese Bildsprache macht Kahans Musik so besonders. Der Übergang vom Sommer in den Herbst (oder auch in die Stick Season) wird bei ihm nie nur meteorologisch erzählt, sondern steht fast immer für emotionale Verschiebungen, die auf dem Album erzählt werden.
When The Seasons Change
Besonders eindrücklich gelingt das direkt im Opener „End of August“. Der Titel sagt schon alles. Der Song fühlt sich an wie die letzten warmen Tage vor einem emotionalen Absturz und beschreibt eine seltsame Mischung aus Nostalgie, Lebendigkeit und unterschwelliger Angst vor dem, was kommt. Die Zeile „The minute that September hits, I’m goin’ off my medicine“ knüpft dabei direkt an Kahans wiederkehrende Auseinandersetzung mit mentaler Gesundheit an. Wie schon auf Stick Season wird der Wechsel der Jahreszeiten zu etwas Beängstigendem und der Übergang in die dunklen Monate wird zum Sinnbild für Isolation, Depression und das Gefühl, sich selbst zu verlieren.
Relatable Stories To Tell
Das emotionale Zentrum des Albums bleibt jedoch der Titeltrack „The Great Divide“. Hier verarbeitet Kahan die Distanz zu einem ehemaligen Freund und reflektiert darüber, wie sich Beziehungen über Jahre verändern können, bis irgendwann kaum mehr übrig bleibt als gemeinsame Erinnerungen, die einen verbinden. Besonders schmerzhaft wirkt dabei die Erkenntnis, dass Verbindungen manchmal nicht an einem großen Streit zerbrechen, sondern an kleinen Verschiebungen, Schweigen und Entfremdung. Der Song greift das Gefühl auf, dass man eigentlich nie so richtig weiß, wann Freundschaften vorbei sind, wann ein letztes Mal ein letztes Mal ist und man sich langsam voneinander entfernt und entfremdet. Es ist genau diese Art von emotionaler Ehrlichkeit, die Kahan so stark macht: Er schreibt nie über Schmerz, als hätte er Antworten darauf, sondern lässt seinen Gedanken und Gefühlen freien Lauf.
Auch „Downfall“ gehört zu den sehr starken Momenten des Albums. Der Song beschreibt die widersprüchliche Erfahrung, jemanden gehen zu lassen, gleichzeitig aber insgeheim zu hoffen, dass diese Person scheitert und zurückkommt. Dieses unangenehme Gefühl von Liebe, Besitzanspruch und Unsicherheit formuliert Kahan unangenehm ehrlich. Statt romantischer Selbstlosigkeit zeigt er vor allem die weniger schönen Seiten emotionaler Bindung.
Through Other Peoples‘ Eyes
The Great Divide lebt von Perspektivwechseln. „Porch Light“, geschrieben aus der Perspektive seiner Mutter, gehört zu den emotionalsten Songs der Platte, wobei er hier reflektiert, wie sich Ruhm und Distanz auf die Familie auswirken. Das Porch Light symbolisiert hier den Hoffnungsschimmer, dass Noah zurückkehrt – seine Mutter ist für ihn da und signalisiert, er hat immer einen Platz zuhause.
„Oh, when my weight left the room, did you take a deep breath?„
Mit Songs wie „23“ oder „Willing and Able“ bewegt sich Kahan erneut zwischen Nähe und Distanz, Sucht, emotionaler Abhängigkeit und Selbstzweifeln. Immer wieder kreist das Album um dieselbe Kernfrage: Wie hält man Beziehungen aufrecht, wenn sich Menschen verändern oder wenn man selbst nicht mehr genau weiß, wer man geworden ist?
4/21
Die vier Bonustracks von The Last of the Bugs fühlen sich dabei keineswegs wie Resteverwertung an. Besonders „Lighthouse“ fügt sich thematisch nahtlos in Kahans Blick auf Heimat und Veränderung ein, während „Orbiter“ eine Liebeserklärungen auf dem Album liefert. „Staying Still“ bringt dagegen eine fast ironische Leichtigkeit hinein, obwohl auch hier Verlustangst und Distanz mitschwingen.
Das Album ist unterm Strich emotional vielseitig, einige Themen (Heimat, Weggehen, emotionale Entfremdung) wiederholen sich jedoch, stehen aber auch für das Markenzeichen Kahans. Wer also auf eine komplette Neuerfindung nach Stick Season gehofft hat, wird hier nicht auf seine Kosten kommen.
Aber vielleicht ist genau das der Punkt: The Great Divide will keine musikalische Revolution sein. Stattdessen ist es ein Album über Zwischenräume: zwischen Zuhause und Aufbruch, Vergangenheit und Gegenwart, Nähe und Distanz. Noah Kahan bleibt der Erzähler kleiner, zutiefst menschlicher Gefühle und beweist erneut, dass gerade das Persönliche oft am universellsten wirkt. The Great Divide klingt wie eine lange Autofahrt zurück in eine Heimat, die sich verändert hat – oder vielleicht nur man selbst.
Fotos: Patrick McCormack
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Spotify. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Rage, verträumte Popmelodien und rockige Hymnen – girli zeigt uns einen authentischen Einblick in ihre Gefühlswelt und ist dabei so relateable. Das perfekte Album für den Sommer!
girli bringt Female Rage in den Alternative Pop. Zwischen Wut und Romantik fühlt es sich so an, als hättest du einen langen Talk mit deiner besten Freundin — ungefiltert und mit allen Höhen und Tiefen.
Das Album eröffnet mit „Blue Sky“. Der Track beschreibt ziemlich genau das, was viele Girls in ihren Zwanzigern durchmachen: dieses Hin und Her zwischen Unsicherheit und dem Wunsch nach Freiheit. Zeilen wie „Three years from thirty, still stuck in this city / Caring what strangers might think“ sind mir sofort hängen geblieben. Es ist dieses beruhigende Gefühl zu merken, dass man mit seiner eigenen Lostheit nicht alleine ist. girli singt davon, einfach nur unter einem „blue blue sky, in the place of the ceiling“ liegen zu wollen – I can relate.
Wer girli kennt, weiß: Sie macht keinen Hehl aus ihrem Rage. „Slap on the Wrist“ war die zweite Single des Albums, die veröffentlicht wurde und trifft genau ins Schwarze. Eine rockige Pop-Anthem, die beschreibt, was es bedeutet, als Frau in dieser Welt zu existieren. Getränke abdecken beim Date, Schlüssel zwischen den Fingern auf dem Nachhauseweg – halt einfach Realität, wenn man kein Macker ist. „If you were me for a day / Trust me, you’d feel the rage / They blame it on my outfit / And all that he got was a slap on the wrist“ – girli bringt es auf den Punkt. Und wenn sie davon träumt „If I could be king for a day“, dann ist das nicht nur Wunschdenken, sondern ein Statement.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Neben der Wut ist auf dem Album auch verdammt viel Platz für emotionales Chaos. „Pedestal“ zeigt, wie klein man sich fühlen kann, wenn man sich so sehr in die Idee einer Beziehung hineinsteigert, dass man den Blick für die Realität verliert. Der Song „Don’t Make Me Cry“ ist einfach nur schönes Storytelling: „I know you’ll love me right / But I’m too used to the downfall / I’ve seen it every time.“girli schafft es, emotionale Schwere in fröhliche Beats zu packen – und ja, man bekommt dabei fast gute Laune. Ist das überhaupt erlaubt?
Besonders ans Herz gewachsen ist mir „Lifestyle“ – ich kann aber auch nicht anders, wenn Drums im Refrain hitten und ich einfach mit meinem Kopf mitwippen MUSS. girli singt viel über queere Liebe und blickt hier auf eine vergangene Beziehung zurück. Die Angst, aus der Geschichte der Ex-Partnerin einfach wegradiert zu werden. Zeilen wie „Tell your friends that I made you gay / Hate to break it to you, you were born that way“ oder „Don’t you dare call me a phase“ brechen ihre Emotionen auf eine so ehrliche Art runter, dass der Song definitiv zu meinen Favoriten gehört. Auch hier kommt das Thema „Rage“ wieder vor, wenn auch unterschwelliger.
Auch „Light in the Dark“ hat sich in meine Dauerschleife geschlichen. Die groovy Melodie, die Lyrics – wer hier nicht wenigstens ein bisschen mitsingt, hat was falsch gemacht. „Touch me there, don’t tell me if you think that we could be more than this / Stranger on my fingertips, it’s easier like this“. Das ist so ein Song, den man an einem Sommerabend im Cabrio laut aufdreht und zusammen mit seiner besten Freundin rausgrölt. Haare zerzaust vom Wind, Sonnenbrille auf dem Kopf und ein bisschen Sonnenbrand auf der Nase.
Rockige Hymen und Girly-Pop-Anthems
„Bones“ hat mich erst nicht abgeholt, aber wie das nun mal so ist: nach ein paar Durchläufen wurde daraus ein kleiner Ohrwurm. Ähnlich war es bei „Traces“ – musikalisch ist der Song für meinen Geschmack etwas fade. Das gleiche dachte ich auch erst bei „Romantic Sadness“, aber weil der Song so schön geschrieben ist, ist er mir doch ans Herz gewachsen. Eins muss aber sowieso festgehalten werden: girli macht Storytelling super nahbar und es macht einfach Spaß ihr zuzuhören.
„Squirm“ hingegen hat mich direkt überzeugt. Der Song kommt mit einem rauen, rockigen Sound daher, der sich perfekt ins Album einfügt. „The way you’re looking at me / I go all shy, it’s disgusting“ – ich liebe diese Zeile. Und dann ist da noch „Better Undressed“, der sich anfühlt wie eine 2010er Girly-Pop-Anthem – and I’m here for it! Wer kann auch schon einer Friends-to-Lovers-Story widerstehen? Definitiv mein neuer„Get Ready“-Song, bevor man in eine lange Partynacht aufbricht.
Die Antwort – oder so ähnlich
Das Album schließt mit „The Answer“ – und naja, die Antwort auf alles bekommen wir vielleicht nicht. Aber es ist ein messy Lovesong, eine romantische Fantasie, die daran erinnert, dass Liebe und Leidenschaft real sind. Dass sie da draußen noch existieren und auf die eine oder andere Weise Wirklichkeit werden können.
„it’s just my opinion“ fühlt sich an wie eine Sammlung von Tagebucheinträgen. girli gibt tiefe Einblicke in die Struggles eines Girls in den Zwanzigern – und als ebenfalls Girl in den Zwanzigern kann ich mich darin so sehr wiederfinden. Für mich trifft sie irgendwie einen Nerv: Das Album ist wütend und romantisch, chaotisch und ehrlich. Und genau das macht es so gut. Also reinhören jetzt!
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Spotify. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Punk-Energy, beißender Humor und feministische Texte. Mit „GOOD GIRL“ liefert die Berliner Band Remote Bondage ein Debüt, dass die stark männlich dominierte, deutsche Indie-Szene ein wenig aufrütteln dürfte.
Es geht um Liebe, Chaos und Wut, während Opern- und Musical-Elemente mit Moshpit-Beats verschmelzen. Der gitarrenlastige Indie-Sound und die Selbstverständlichkeit mit der feministische oder sozialkritische Themen in authentische Texte eingewoben werden erinnert an Artists wie Blond oder Paula Carolina, ohne diese schlicht zu kopieren. Zwischen Schutt und Glitzer hinterfragen Remote Bondage in ihren Texten gesellschaftliche Strukturen, immer mit einem Augenzwinkern.
Goodbye „good girl“
Im Fokustrack “GOOD GIRL (go to hell)” wird direkt mit konservativen Vorstellungen von Weiblichkeit aufgeräumt und dem Bild des titelgebenden “good girl” abgeschworen. Dem vermeintlichen Ideal wird eine progressive Vision gegenübergestellt, die FLINTA*-Personen erlaubt “nein” zu sagen und Raum einzunehmen.
“Sie schreit nicht mehr in ihr Kissen Sie will sich nicht mehr vermissen Denn schon immer war sie gut genug”
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
In “Alle leben schneller” hinterfragen die fünf MusikerInnen, ob der kapitalistische Wahnsinn denn wirklich wichtiger ist, als die Mario Kart-Platzierung. Es geht um das Vergleichen mit anderen, um das Gefühl hinterher zuhängen und am Ende doch nie genug zu sein. Und da wir es in diesen schnellen Zeiten viel zu selten klarstellen, verlautbaren Remote Bondage im dritten Track des Albums galoppierend: „ich hab dich so lieb“! Mit Zeilen, wie
„Du bist mein Hobbyhorse Ich reit‘ auf dir durch’s Dorf“
oder
„Vielleicht nein oder ja schreib ich auf ein Blatt und hoffe sehr wir sind am Ende nackt“
wird dabei selbst bewusst und ungehemmt sexuelles Verlangen vertont.
Menstruation, Weltschmerz und Nostalgie
Was in einem feministischen Album wie diesem natürlich nicht fehlen darf: die Thematisierung der Menstruation. So widmen Remote Bondage dieser eine ganze „Ode an die Periode“ – inklusive Orgel-Interlude („Maria durch den Zyklus ging“) – die so manch eine:n an die Schmerzen erinnern könnte, die wohl auch Maria im Dornwald erlitt. Der opern-esque Gesang reißt dabei in klassischer Punk-Manier alle Genre-Grenzen ein.
Düstere Gitarre, tiefe Drums und monotoner Gesang leiten dann den wohl sozialkritischsten Song des Albums, “So kann’s nicht bleiben” ein. Remote Bondage zeichnen darin ein finsteres Bild der Welt, dass sich doch allzu real anfühlt.
“kein Baum wirft mehr Schatten Wir versinken im Dreck Hände halten sich nicht mehr Sondern stoßen sich weg
Tiefe Risse im Fundament Sie sind nicht zu glätten Faschos im Parlament Werden niemanden retten“
Der Song drückt eine Sehnsucht nach Veränderung, Widerstand und Gemeinschaft aus – ein Statement gegen endlose Debatten in vermeintlich linken Bubbles und für gemeinsames Verbünden.
“FCK ALLES UND NICHTS” bekommt in diesem Zusammenhang eine ganze neue Ebene. Entgegen des nihilistischen Titels, verhandelt der Song allerdings die Komplexität des sexuellen Heranwachsens. Über eine extrem markante Bassline philosophieren die Sängerinnen übers Wollen und Nicht-Wollen.
“Nintendo DS </3” liefert dann bittersüße Nostalgie und vertont die Gefühle die der allererste Heartbreak mit sich bringt. Mit herzzerreißender Melancholie wir dabei der Verlust des Kindheit selbst betrauert.
Die schwere hebt sich dann in “WG”, wo leichtfüßig alle Horrorszenarien, die das WG-Leben so mit sich bringen kann durchlaufen werden. Von Sackhaaren im Sieb über viel zu dünne Wände bis hin zu Maden und Motten ist alles dabei.
„Wer hat gesagt es kann nur eine geben?“
Auf dem Feature-Track “Madonna vs. Britney” wird dann gemeinsam mit Nikra vollste Punk-Attitüde und Riot-Grrl Energy rausgelassen. Der Song kritisiert von den Medien hochgepushte weibliche Rivalitäten und ruft zur Solidarität unter FLINTA*-Personen auf. Mit dem Narrativ von “Es kann nur eine geben” wird aufgeräumt und Germany’s Next Topmodel outgecalled.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Spotify. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Das Album schließt mit einer positiven Note. Am Ende bleibt nur, sich vorzustellen “als wäre es egal” wen du liebst. So verabschieden sich Remote Bondage hoffnungsvoll, diesen Konjunktiv eines Tages in Gegenwart zu verwandeln, aus ihrem Debüt.
Einsamkeit, Anonymität, ein Eremit sein – „Helgoland“ zeigt was der Individualismus, das Leistungsstreben unserer Zeit auch bedeuten kann. „Eremit“ ein Wort, dass ich erst seit der Recherche zu Trixi Linden kenne, denn die Band hat bereits drei äußerst empfehlenswerte Songs auf Youtube geteilt. Die Videocollagen zu den Songs sollte man auf jeden Fall anschauen.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
„Helgoland„- ein Indie Album, dessen mechanische und sanfte Songs eine tranceartige Wirkung haben. Die Band erreicht das durch viele Wiederholungen und den Minimalismus ihrer Instrumentals.
Wer ist Trixi Linden? Wozu haben ihre Eltern geknutscht?
Trixi Linden – die Band – stehen für deutschsprachigen Indie-Synthie-Gitarrenpop mit analoger Wärme, elektronischer Klarheit und einer unaufgeregten Stimme. Trixis Eltern tanzten zu „New Order“ und knutschten zu „Human League„. Spielt die Band live, übersetzen sie ihre Songs in Versionen, zu denen man gut dancen kann. Trixi Lindens ist auch begründet durch die vielen Begegnungen in dem Bandgeflecht Hannovers. Sie endet damit, dass Sandra und Mathias eine Indieband namens Phono gründeten. Nils remixte dann einen Ihrer Songs und wumm das war dann quasi – wie Djo sagen würde- the End of Beginning . Und a better love story than – ihr wisst schon…
Ausflug in das innere eines Computers
„Videostar“ klingt nach einem Ausflug in den Computer. Vor meinen Augen entstehen grüne Ziffern, die über den Bildschirm rasen, während ich zuhöre. Beendet man das Autoplay nach dem Song, hallt immer noch nach:
„Dann erkennt man dich auf den Monitor, sie erkennen dich“ – Videostar, Trixi Linden
David Bowies „Space Oddity“ auf Deutsch: Welten, der zweite Track des Albums, lässt uns schwerelos im Raum irren.
Leichtigkeit versprüht der Song „was ich will„. Er erzählt von der Freiheit, die man sich im erwachsenem Leben gewünscht hat, und auch von den Alltagslasten, die man tragen muss. Den Titel könnte man quasi als Abkürzung von „ich mach alles, was ich will, und dann noch das, was ich muss“ verstehen.
Der Wunsch nach Ruhe und Stillstand
„Helgoland„, der titelgebende Track des Albums, grenzt sich klanglich stark von Stücken wie „Welten„, „Dimensionen“ oder „GPT“ ab. Die Gitarre und der Beat rutschen im Laufe des Songs in die Ferne. Zusammen mit der halligen Stimme fühlt sich die Ruhe, der Stillstand, der auf „Helgoland“ herrscht, nur wie ein Traum an. Es gibt einen Kontrast zwischen dem Großstadtleben, das stark durch Technik und dem Gefühl von Entfremdung geprägt ist, und der Entschleunigung auf Helgoland.
Schwerelos im Loop
In „Dimensionen“ wirren wir schwerelos in einem Loop. Die Sehnsucht nach Navigation ist spürbar, aber wir sind nach Trixi Linden nicht in der Entscheidungsposition, sondern auf „Autopilot im treibendem Raum“ und „noch so weit entfernt“ – „wir haben verlernt zu sehen“. Vielleicht kann euch ja „Helgoland“ kurz die Sonnenbrille aus “ They live!“ aufsetzen.
Mehr von Trixi Linden..
Live sehen und genießen kann man Trixi Linden am…:
Gefühle sind selten praktisch. Sie kommen oft zu spät, gehen zu früh und halten sich grundsätzlich nicht an Vereinbarungen. Mit „1 A Feelings“ nehmen Elena Rud dieses Chaos einfach so, wie es ist und packen es in sechs Songs, die klingen wie ein Kribbeln im Kopf.
Nach dem Debüt-Album “Heimlich weinen” von 2024, geht es nun für die Münchener Band im Indie-Rock / NDW Sound weiter, immer mit der richtigen Menge Humor und Ironie. Man fühlt sich erinnert an Ideal, Nena oder Wir Sind Helden. Markantestes Merkmal bleibt dabei die kratzige Stimme von Frontfrau Elena.
Alter Sound, frische Gefühle
Die EP beginnt mit „Vielleicht“, einem Crush in Songform: leicht peinlich, leicht horny, völlig unvernünftig – aber ehrlich genug, dass man es sofort versteht. Endlich jemandem ins Gesicht brüllen, dass man ihn will.
„Vielleicht, vielleicht, vielleicht Wäre ich gern mit dir allein Vielleicht, vielleicht, vielleicht Könnten wir dabei auch nackt sein“
„Kein Bock“ ist dagegen das Anti-Work-Antlitz einer Generation, die seit Jahren übermüdet ist und Silent Quitting perfektioniert hat. Ein Song wie ein Augenrollen im Takt und eine Hymne an den Arbeitszeitbetrug.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Spotify. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
„Please Please Please“ macht aus Verliebtheit wieder etwas Heimliches. Mit seinen The Smiths-Anspielungen klingt der Song wie der Soundtrack einer 2000er-Romcom.
Doch es bleibt ein Auf und Ab der Gefühle. Elena Rud switchen in Highspeed von romantischem Liebeslied zu “Foto” , dem unerwartete Punk-Moment der EP. Da wird natürlich in originaler Punk-Marnier erstmal im Intro ein bisschen geflucht. Und während Elena dann von Rausch, Therapiesitzung und Heartbreak singt, hat man als Zuhörer das Bedürfnis zu pogen.
„Ich schick‘ dir ein Foto von mir, wie ich heul‘ in Therapie Ein schönes Foto von mir, so gut ging’s mir noch nie!“
Mit „Ein Kuss“ folgt dann der weiche Kern der EP. Ein Liebeslied das genauso zärtlich wie schonungslos ist. Zwischen seichten Indie-Gitarren wird die Sehnsucht nach dieser einen Person besungen.
„Warum fühle ich mich so allein, wenn ich in den Spiegel schau?“
Und „XXS“ schließt nicht nur mit der EP, sondern mit all den unbequemen Gedanken, die man lieber nicht denken würde. Ein Spiegelbild, das man kennt – und manchmal nicht erträgt.
Ein Song für die Generation, die von GNTM und Heroin-Chic geprägt wurde und mühsam versucht, sich selbst zu lieben. Ein Stück Hoffnung, auf dieser Reise nicht allein zu sein.
Elena Rud präsentieren mit „1A Feelings“ sechs Songs über alles, was man normalerweise runterschluckt. Sechs Anläufe, sich selbst nicht im Weg zu stehen. Ein bisschen süß, ein bisschen salzig, ein bisschen kaputt.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Nach dem von Charli xcx eingeläuteten BRAT-Summer ist die Sängerin zurück und steckt mal wieder mitten im Hype. Neben der Premiere ihres eigenen Films „The Moment“ hat sie nun ihr neues Album „Wuthering Heights“ veröffentlicht. Das Album ist der Soundtrack zum gleichnamigen Film von Emerald Fennell – eine Neuinterpretation von Emily Brontës Roman „Sturmhöhe“. Beim Film scheinen sich die Geister zu spalten: Zwischen scharfer Kritik und begeisterten Zuschauer*innen ist alles dabei. Ob sich Emily Brontë wegen des Films im Grab umdrehen würde, kann ich leider noch nicht beurteilen, da ich es noch nicht geschafft habe, den Film im Kino zu schauen (Schande über mich).
Deswegen gibt’s heute nur eine Review von Charlies neuem Album – und das hat keine Probleme für sich allein zu stehen. Die Künstlerin schafft es, eine Geschichte von Liebe, Hass, Schmerz und Verzweiflung zu erzählen und in hervorragende musikalische Inszenierungen einzubetten. Charli xcx dreht ihrer Popidentität zwar nicht den Rücken zu, schreckt aber nicht davor zurück ihren Sound weiterzuentwickeln.
Kein Entkommen vor diesem Song
Ein gutes Beispiel für diese Weiterentwicklung ist der Opening-Song „House“ mit John Cale. Als ich den Song das erste Mal vor ein paar Wochen gehört habe, hätte ich vieles erwartet, aber nicht das. Der Track beginnt mit einem Monolog, gesprochen von John Cales ikonischer Stimme, und läutet eine unbehagliche Stimmung ein. Cales Worte fesseln und spätestens in dem Moment, in dem Charlies Gesang sich mit den aggressiven, schrillen Streichinstrumenten mischt und sich alles zu verzerren scheint, gibt es kein Zurück mehr.
Mit den Worten „I think I’m gonna die in this house“ entkomme ich dem Song genauso wenig, wie Charli. Das Ganze hat etwas Beunruhigendes, fast schon Gruseliges. Das Pop-Girl scheint verschwunden zu sein, doch keine Sorgen – fort ist sie nicht. Ab hier werden die Lieder sanfter, obwohl die düstere Atmosphäre bei vielen Songs mitschwingt. Für mich war dieser erste Song der stärkste des gesamten Albums, obwohl Charli noch einiges zu bieten hat.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mit „Wall of Sound“ lassen die verstörenden Streichklänge besonders gegen Ende des Songs noch nicht ganz locker. Die Lyrics beschreiben eine hoffnungslose romantische Verbindung, der sie nicht entfliehen kann. Zeilen wie „Love and hatred and I can’t escape it“ oder „Every time I try, something stops me“ werden mit teilweise sanften, teilweise erdrückenden Streichelementen untermalt. Die Verzweiflung wird hier durch ihre wiederkehrenden hallenden Worte und Sounds besonders transportiert und symbolisiert einen Zyklus, der undurchdringlich scheint (zumindest meiner bescheidenen Interpretation nach).
Im nächsten Track „Dying for You“ verlassen uns die bedrückenden Lyrics nicht, obwohl das die musikalische Tonalität erst einmal nicht vermuten lässt. Zu dem Song habe ich nämlich in meinem überteuerten WG-Zimmer schon das Tanzbein geschwungen und dabei fröhlich Lyrics wie „I’m losing gallons of blood / the river’s turning to red“ mitgesungen. Darf ein so tragischer Song gute Laune machen? Ich sage, Charli xcx darf das.
Balladen, Dramatik und facettenreicher Pop
„Always Everywhere“ und „Chains of Love“ sind zwei moderne Balladen, die das Album vom gute Laune-Trip runterholen. „Always Everywhere“ ist zart und angelic – genau wie die begleitenden Streicher*innen. Ich muss gestehen, dass ich von „Chains of Love“ als zweite Single etwas enttäuscht war. Vielleicht liegt das aber auch daran, weil „House“ so gescheppert hat, dass jeder andere Song danach nur wenig Chancen gehabt hätte.
Beim zweiten und dritten Hören konnte ich mich mit dem Track anfreunden, wobei das Musikvideo seinen Teil dazu beigetragen hat. Jetzt fühle ich besonders den Refrain und kann mich in der Dramatik richtig suhlen. Die Zeilen „Shattering like glass / It’s the breaking of my heart / The chains of love are cruel“ brechen aus Charli (und mir) förmlich heraus.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Eine prägnante Mischung aus poppigen Beats und Streichmusik bietet auch der Song „Out of Myself“ zu dem ich persönlich wenig Zugang gefunden habe. Ähnlich wie „Dying for You“ setzt der Song textlich auf qualvolle Begierde, entlädt diese Spannung aber mit Popmelodien. Obwohl ich die musikalische Mischung des Tracks spannend finde, blieb der Song bei mir wenig hängen. Umso besser gefällt mir dafür der kürzeste Song des Albums „Open up“, der sich mehr wie ein Interlude anfühlt.
Charli xcx goes Taylor Swift?
Bei „Seeing Things“ dachte ich kurz, Charli xcx hätte ein Feature mit Taylor Swift gemacht, obwohl das wohl ein Collab der Unmöglichkeit ist (if you know, you know). Die Lyrics erschaffen mit dem Storytelling eine Szenerie, die mich stilistisch sehr an Swift erinnert hat. Auch der Pre-Chorus und der Refrain könnten lyrisch und musikalisch aus einem Swift-Song sein. Ein Lied, das Ohrwurm-Potential hat, für mich aber wenig herausgestochen ist.
Ein weiterer offensichtlicher Popsong, der mir allerdings besser gefällt, ist „Altars“. Wie ihr wahrscheinlich schon mitbekommen habt, spielt in diesem Album Streichmusik eine große Rolle (Überraschung). Wenn ihr den zauberhaftesten Einstieg eben dieser Streichmusik hören wollt, dann hört euch „Altars“ an. Die Streicher*innen spielen so sanft und zaghaft und füllen den Song trotzdem melodisch so aus, dass ich heulen möchte. Was diesen Track dann noch besser macht, ist der Umschwung zum Refrain. Als Charli mit der Zeile „One is not the loneliest number“ ihre raspy Stimme raushaut, war es um mich geschehen. Ich finde, der Song wirkt anfangs unscheinbar, hat sich aber zu einem meiner Lieblingssongs des Albums entwickelt.
Düsterer wird es wieder mit dem Song „Eyes of the World“ feat. Sky Ferreira. Die altbekannten verzerrten Streichinstrumente kommen zurück und hätten nicht besser platziert sein können – ein Unbehagen, das ich gerne in Kauf nehme. SkyFerreiras und Charlies Stimmen mischen sich zu finsteren Abgründen zusammen und unterstreichen die musikalische Stimmung: „You’re gonna think the things you think about me anyway / Put my flesh upon the cross until I scream / Oh, the eyes of the world“.
Zwischen Hoffnung und Doomsday-Stimmung
Die letzten beiden Songs des Albums könnten unterschiedlicher nicht sein. Während ich bei „My Reminder“ noch fröhlich mitgewippt habe, fühlt sich „Funny Mouth“, mit schweren und doomigen Musiksequenzen, verstörend an.
„My Reminder“ wirkt auf mich fast wie eine Synth-Pop-Versöhnung in Anbetracht der vorherigen Lyrics. „I’m not gonna be your bitter rival / We grew together in the same four walls“ und „I don’t hate you, we’re just different“ erzählen von dem Umgang mit einer komplizierten Geschwisterbeziehung. Doch das Album wäre nicht „Wuthering Heights“, wenn es nicht düster enden würde.
Obwohl die Zeile: „If there’s a light, don’t let it go out“ einen kleinen Schimmer der Hoffnung verspricht, hüllt uns die Schwere der Musik in „Funny Mouth“ ein. Ganz so beklemmend, wie der erste Song „House“ ist der Track zwar nicht, trotzdem ist es ein starker Abschluss.
Mit „Wuthering Heights“ lässt Charli xcx die dröhnenden Clubbeats von „BRAT“ hinter sich und taucht in die vollen Klänge der Streichmusik ein – die sie wirklich fabelhaft einsetzt. Eine Weiterentwicklung, die ich sehr begrüße, obwohl „BRAT“ eine Zeit lang gefühlt das einzige Album war, das ich gehört habe. Ich finde, dass Werke nicht immer verglichen werden müssen und als das stehen können, was sie sind: gute Musik. Auch wenn mich nicht alle Songs gleichermaßen begeistert haben, ist das Album hörenswert – nicht nur für Popliebhaber*innen. Und falls der Film von Fennell nicht überzeugend sein sollte, weiß ich wenigstens: Charli delivered.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Spotify. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Neues Jahr, neuer Folk aus Kanada: Luca Fogale legt mit Challenger einen eindrucksvollen Start in 2026 hin und liefert eine intime Kollektion von Songs, die berühren und uns ein Stück weit Einblicke in die Persönlichkeit des Singer-Songwriters gewähren. Ganz nach seinem Prinzip „every word matters to me” wirkt jede Zeile bewusst geschrieben, jede Pause bedacht gesetzt. Fogale veröffentlicht Songs nur dann, wenn sie für ihn einen Mehrwert für die Welt haben – und dies merkt man dem Album an.
Nach dem Motto „in der Ruhe liegt die Kraft” ist Challenger eher leise als laut gestaltet und Fogale bleibt somit seinem bisherigen Sound treu. Er schrieb die Songs in ruhigen Zwischenmomenten des Tourlebens, oft zurückgezogen in einer kleinen Hütte in British Columbia. Diese Abgeschiedenheit hört man der Platte an: Sie wirkt wie ein emotionaler Rückzugsort. Neben sanften Worten findet sich auf dem Album gleichzeitig ein Drang zur Konfrontation und Selbstreflexion. Challenger ist eine Sammlung, deren Funktion es nicht ist, ein Statement zu setzen, sondern Raum für Fragen und Auseinandersetzungen zu bieten. Es geht um Gedanken zur eigenen Vergangenheit, erlernte Muster und die Frage, wer man eigentlich werden möchte.
„I will not give up, I do not fear death”
Im Opener „Everything“ spricht sich Fogale selbst Mut und eine gewisse Verpflichtung zum Wachsen zu. Mit Zeilen wie „all of the light that you never could see, it flows in your veins” und „I know what it’s like, feeling everything, feeling nothing” wird der Reflexionsprozess, dem das Album folgt, eröffnet.
„Could I begin? / Could we begin?”
Los geht es mit der Frage des Neuanfangs. Wie kann man sich neu entfalten, sich neu entwerfen und was passiert, wenn alles Bekannte einen verlässt? Als erste Single vom Album findet sich „Begin„– ein Song, der sich diesen Gedanken aussetzt. Sanfte Gitarren tragen eine existenzielle Selbstbefragung, die im Refrain von einem „I“ zu einem kollektiven „We“ kippt und seine Nächsten miteinbezieht. Im Zentrum stehen der Wunsch nach Erneuerung und die sehnsüchtige Flucht aus Gleichgültigkeit.
„hold on for all that lasts”
Auch im nächsten Song schwanken zwei Perspektiven hin und her: der Drang, alles bewahren zu wollen und die Erkenntnis, dass nichts bleibt. „For“ ist gleichzeitig eine Reflexion über Zeit und Vergänglichkeit als auch eine Erinnerung an Dinge, die wichtig sind und an denen man festhalten sollte. Kleine Chöre im Hintergrund verleihen dem Song etwas Hymnisches übers Menschsein, während sich die Lyrics zwischen Ehrgeiz und Demut bewegen.
„cause too often these days, I can’t see the use, I lose track of the road, I lose sight of the truth, oh I’d be lost, I’d be lost without you”
Was jedoch immer währt, ist Liebe. Der nächste Track, „Lost Without You”, ist ein zarter, klaviergetragener Liebessong über das Angenommenensein, und darüber, wie schwer es ist, Liebe zu akzeptieren, wenn man sich selbst noch nicht vollständig annehmen kann. Liebe, die ihm entgegengebracht wird, bietet Luca hier Schutz und Spiegel zugleich. Der Song beinhaltet die Zeilen „But you see me for all I am“ und „I’m trying to do my part, oh I’m trying with all my heart” und spendet somit Hoffnung, sich durch Augen anderer selbst klarer sehen zu können, auch wenn man es im Moment vielleicht noch nicht schafft.
„can you forget all that you know and find some truth and release control to reconcile all that we are”
Von Akzeptanz handelt auch der nächste Song. „Hymn” ist ein Track über das Loslassen. Was passiert, wenn man Kontrolle abgibt? Bei diesem fast schwebenden Song steht Fogales Stimme im Vordergrund, begleitet von spärlichen Gitarrenklängen. Die Lyrics kreisen um die Schönheit der Stille und das Finden von Sinn im Kontrollverlust und bieten eine meditative Pause innerhalb des Albums.
„Some things can change without warning, others get taken away. It’s hard to feel strong in these moments, it’s hard to know what we can take. Some times you carry on hoping, others your spirit can break.”
Loslassen ist auch Thema des sechsten Songs. „Ashes” thematisiert die Erlaubnis, loszulassen und zu fühlen. Luca Fogale zeigt sich verletzlich und bricht mit den Texten starre Männlichkeitsbilder auf. „Love carries all of us home” sind die Backgroundvocals, die sich zwischen den Strophen und in der Bridge befinden und zentral für diesen Song. „Ashes” handelt von Verlust und Trauer, wobei Liebe das ist, was zusammenhält und Zeit alle Wunden heilt. Es ist einer dieser Tracks, die mitten im Album stehen und sich als emotionaler Mittelpunkt herauskristallisieren.
„leave the past in the past, it doesn’t have to be your truth, it doesn’t define you”
Der nächste Song zieht das Tempo leicht an. „Define You“ ist ein empowerndes Stück über Identität und Selbstdefinition. Es dient als Erinnerung, dass Schmerz und Vergangenheit nicht definieren müssen, wer man ist. Der Song ist eine Hymne für einen Freund, dem man eine Orientierung mit auf den Weg gibt, die er einst verloren hat. „I know that you see yourself in the way I see you now, I have always known deep in your heart, there is a light that won’t ever burn out”. Der Song dient als Ermutigung, nach vorn zu schauen und sich nicht von den Sachen definieren zu lassen, die man sich nicht im Leben ausgesucht hat.
„when everything is cold and I cannot find my way and the light is dying, oh, you are my horizon”
Das Tempo wird auch im Song „Horizon” gehalten. Schlagzeug und Gitarre treiben den Track voran und der Refrain öffnet sich in helle Klangflächen. „Wherever I am, a vision of you makes the darkness fall away in all the times I’ve reached toward a hiding place, you never let me go, no and through your eyes I watch myself become who I’m supposed to be” – Fogale beschreibt Liebe hier als Orientierungspunkt, wobei der Song eine Liebeserklärung an seine:n Partner:in und an das Leben, das diese Liebe ermöglicht hat, darstellt.
„you are right where you’re meant to be”
Nach dem instrumentalen „Relief“ folgt „Daniel’s Theme“, der kürzeste Track des Albums. Der Song ist ein Porträt eines archetypischen Mannes, der trotz Narben mit Güte und Stärke durchs Leben geht, und gleichzeitig eine Erinnerung daran, dass unser eigener Schmerz nicht bestimmen muss, wie wir anderen begegnen.
„you are not what came before, you are an unending form”
Der Titeltrack „Challenger“ startet mit einem Gitarrenintro und ist ein ganz besonderer Song, da der Sänger ihn seit fast fünf Jahren mit sich trägt. Fogale ruft im Track dazu auf, transgenerationalen Schmerz abzulegen und erlernte Zyklen zu durchbrechen, um sein Potenzial auszuschöpfen und vollständig in sich hinein oder sogar über sich hinaus zu wachsen: „Hold them close and break the chain, kill the rage and kill the shame”. Identität wird als etwas Veränderbares beschrieben, das man herausfordern kann und der Song fasst das Album thematisch in sich zusammen.
„may you find what you’re looking for, may this world be an open door and may your love lead you on, now and evermore”
Der finale Song des Albums ist „Yours.“ Der Track schließt das Kapitel als Ehrung unserer Anstrengungen und mit der Schönheit, menschlich zu sein. Er reduziert sich zum Ende auf ein leises Klavier mit den Lyrics: „This life is yours. So for all your worth, be the challenger”. Ein Kreis schließt sich – vom inneren Zweifel des Openers zur Selbstermächtigung am Ende.
Insgesamt dient Challenger als Auseinandersetzung mit dem, was nicht mehr dient, und mit dem Mut, loszulassen. Das Album wirkt wie ein zusammenhängender Gedankengang, in dem sich Selbstreflexion, Wachstum und ein leiser Kampf gegen das Stagnieren gegenseitig ergänzen. Luca Fogale hat eine Kollektion geschaffen, die sich anfühlt wie ein stiller Dialog mit sich selbst, und in dem sich viele Menschen wiederfinden können.
Im April geht Luca Fogale mit Band auf Tour und macht auch in Berlin, Hamburg, München und Köln Halt. Für unter 30 Euro bekommt man nicht nur neue Songs, sondern einen Querschnitt durch vier Alben voller feinfühliger Lyrics. Kurz gesagt: unbedingt hingehen!
Fotos: Brandon Artis / Nettwerk Music Group
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Spotify. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Vorfreude, schönste Freude – Ende des Jahres haben die ein oder anderen vielleicht davon gehört. Manchmal erwische ich mich dabei, einen Song kurz vor dem drop zurück auf den Anfang zu spulen, weil die Antizipation meine Nerven kitzelt, ich das Herbeisehnen des einen Freude bringenden Tons, dieser einen Harmonie, des einen Bassanschlags oder Tempowechsels noch einen Moment länger erhalten möchte.
Spannung aufzubauen und bis zum Höhepunkt zu halten, hat die australische Band Parcels mit einem 1+ Meisterbrief abgeschlossen. Tobeloved, der erste Song auf ihrem jüngst erschienenen Album, eröffnet das Set ihres Konzerts (in Berlin, Düsseldorf, Amsterdam, Brüssel und Paris – Anne war auf allen fünf!, Anmerk. der Red.) mit einem langen Instrumental-Intro. Doch die Band steht nicht auf der Bühne. Sie sitzen Sidestage auf einem Teppich, mit Keyboard und Gitarre, was fragmentarisch im Schummerlicht gefilmt und auf eine große, bühnenüberspannende Leinwand übertragen wird.
Nach und nach wird immer mehr preisgegeben über den Ort und die Akteure, von denen erst nur Hände, dann Silhouetten, dann Gesichtszüge und final der gemeinschaftliche Aufbruch zu sehen ist. Genau an dem Punkt, an dem das Publikum zu verstehen beginnt, was gerade passiert, steigt das Quintett das Treppchen zur Bühne hinauf. Visuell und emotional verbindet sich hier die Steigerung, die sich in ihrer Komposition musikalisch durch stetig reicher, lauter, eindringlicher werdende Harmonien aufbaut. Die Musiker stimmen im Gesang mit an und was sich auf der Album-Aufnahme etwas schneller in einen engelsgleich schimmernden Chor auflöst, wird live mit Wiederholungen dramatisch aufgeladen. Spätestens jetzt ist der gesammelte innere Nervenkitzel zu hoch, um noch stillzustehen. Und dann, in diesem einen speziellen Moment, fallen Musik und Lichttechnik explosionsartig zusammen, sodass ich weinen muss, weil mein Körper das Eintreten dieser (eigentlich gar nicht so plötzlichen) Erleichterung von all der Vorfreude nicht anders verarbeiten kann.
2. die erinnerung
„Es wird uns öfter gesagt: Wow, ihr seid so groß geworden! Aber wir als Band sind ja immer noch dieselben. Wir sind immer noch die fünf Personen, die zusammen Musik machen. Das, was sich verändert hat, ist die Größe des Publikums vor uns“, sagt der Drummer während der Paris Show.
Es erscheint mir einleuchtend, auch wenn ich irgendwie noch nie genauer darüber nachdachte. Also darüber, wie sich die Band selbst wahrnimmt in dieser riesigen mit einer Menschenmasse gefüllten Arena.
Zum ersten Mal sah ich Parcels auf einer weit aus kleineren Bühne 2016. Dazwischen liegen Jahre, in denen wir (über uns selbst hinaus-) gewachsen sind und uns weiterentwickelt haben. Aber nach dieser emotionalen Rede, die in variierender Form immer vor dem neunten Song im Konzertset von einem der Bandmitglieder gehalten wird, fühle ich mich wieder wie sechzehn, als ich erstmals ihrer Musik lauschte. Ohne Arena, ohne Show, nur die Musik. Für den Song Leaveyourlove lassen die fünf Musiker ihre Position an den Instrumenten zurück, um sich im Grüppchen am Bühnenrand einzufinden. Einzig ein Keyboard steht dort bereit, der Drummer mit einem Tambourin, der Rest mit Mikrofonen ausgestattet. Sie sind jetzt nah an dem Publikum und setzen zu einer reduzierten, gefühlvollen Version der sonst schwungvoll groovigen Leitsingle des Albums an.
Es ist, als ob ein initialer Moment der Bandgründung beim gemeinsamen Singen in einem Vakuum präserviert wurde und wir als Publikum hier das Glück haben, einen Einblick zu erhaschen. Und dabei meine ich nicht dieses: hach damals, da waren die Venues noch klein undauthentisch… Mit all meinem Herzen, Parcels sollen die richtig großen Bühnen bekommen. Sie gehören da hin, mit all den Lichtern und vor allem einer richtig ordentlichen Soundanlage! Mit der Größe der Produktion der LOVED Tour entfaltet sich ein Potenzial, dass diese Konzerte zu den besten macht, die ich von der Band je gesehen habe. Und bei all dem Raum für Neues blitzt trotzdem hier und da die Erinnerung auf. Ob es alte Songs sind, die sich in einem neuen Arrangement perfekt in den Ablauf einfügen oder neue Songs, die vergangenes aufgreifen. Iwanttobeyourlightagain ist die höchst emotionale, revuepassierende Kirsche auf dieser Schichttorte von Vision und Erinnerung.
3. die liebe
Gut, dass die Liebe ein integraler Teil dieser Auflistung wird, lässt sich bei dem Albumtitel erahnen. LOVED ist quasi ein Geliebtsein in Tonspuren gepresst. Nicht nur in der Gegenwart, das Partizip II spannt mit seinen unterschiedlichen Verbindungen bis in die Vergangenheit und diesesich habe wurde werde geliebtentsteht beim Hören des Albums als gleichzeitiges Gefühl.
Wie bereits beschrieben, verbinden die Songs Altes mit Neuem, nicht nur musikalisch und emotional. Auch thematisch werden Fäden gesponnen zwischen einem frischen Gefühl von Geborgenheit und dem Retrospektiv auf eine verblasste oder verblassende Liebe. Bei manchen Titeln sind beide Fälle koexistent und der warme Klang der Musik kann im einen Moment umarmend vor Zuneigung und im anderen vor Trost sein.
Diese manchmal nicht zu trennende Gleichzeitigkeit wird ikonisch präsentiert, als die Band bei ihrem Auftritt zum melancholisch fragenden Song Summerinlove eine Kisscam durchs Publikum gehen lässt und (frisch) verliebte Paare auf die Leinwand holen. Es geht ein Jubeln durch die Menge und mit dem Schmunzeln der Band bekommt auch der Song direkt eine andere Klangfarbe.
Parcels zeigen, was es bedeutet, LOVED zu sein, mit jedem Song und mit ihren Konzerten. Ich glaube dem Drummer, wenn er mit Marker auf eine Plexiglasscheibe BRUSSELS U R LOVED BY PARCELS ♡ schreibt. Noch mehr glaube ich an all die Liebe, die in die gesamte Produktion geflossen ist. Die oft benannte Liebe zum Detail. Auf der Bühne zu sehen sind nicht nur die fünf Musiker und ihre wirklich herausragenden Instrumentalfähigkeiten. Es ist auch ein Kamerateam, das die Abende live mit Requisiten und Storyline, die an eine kleine Kriminalermittlung angelehnt scheint, visuell gestaltet.
Tatort Parcels Konzert. Identifizierte Charaktere bekommen wie im Fall des Gitarristen ein Namensschild, später sind auf der Leinwand Pinnwände zu sehen, Fäden überspannen Notizen, Zettel und Bilder, Namen, die auf das Album zurückzuführen sind. Auf der Sidestage vorbereitet steht ein Tisch auf dem unter rotem Licht die Herstellung von Fotoabzügen im Chemiebad simuliert wird. Der Keyboarder verschwindet kurz vor der Bühne, begutachtet die Bilder, die Szenen des Yougotmefeeling Musikvideos zeigen und hängt sie auf eine Wäscheleine. In der weiteren Geschichte ermitteln wir unter Zeitdruck den Grundriss des Bühnenaufbaus und Songzeilen. Die Kameras wechseln und positionieren sich im Bühnengraben, nichts wirkt statisch. Alles ist durchgeplant und an manchen Stellen haarraufend für das Team, weil man live nicht durchplanen kann, etwas nicht schnell genug geht oder der entscheidende Shot entgangen ist.
Aber diese kleinen Interaktionen machen die Konzerte so besonders. Kein Abend ist wie ein anderer und obwohl so viel Vorbereitung und Übung in der Performance steckt, wirkt sie zu keinem Zeitpunkt einstudiert. Man ey, ich kann nur ganz schwer drüber schreiben gerade, weil ich direkt wieder zurück möchte in den Pit, vor die Bühne und alles noch einmal anschauen.
brb ich muss kurz nachsehen, ob ich im Sommer zu der Show am 18. August nach Milano fahren kann-
text: annekatrin schulz
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Vimeo. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Vimeo. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Bunny Stream. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Wistia. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Facebook. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Instagram. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Instagram. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Google Maps. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von reCAPTCHA. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von X. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.