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Jule’s Jahresrückblick: untold Alben/EPs 2020

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Das Jahr 2020 war wohl das beschissenste Jahr seit langem. Da sind wir uns wahrscheinlich alle einig. Aber wenn es für mich einen positiven Aspekt hervorgebracht hat, dann den, dass ich mich noch mehr mit Musik beschäftigt habe, als ich es sonst schon tue. Laut meinem Spotify Wrapped 2020 habe ich 220.289 Minuten mit Musikhören verbracht. 220.289 Minuten, das sind fast 153 Tage. Ich denke zwar immer noch, dass das eigentlich echt nicht sein kann, aber sei es drum. In den 153 Tagen des Jahres 2020, die ich also mit aufgedrehten Boxen in meiner Wohnung verbracht habe, hatte ich dementsprechend auch viel Zeit, ausgiebig in Neuerscheinungen reinzuhören. Und in diesem Jahr waren für mich ziemlich viele geile Alben und EPs dabei. Da eine Auswahl für einen Jahresrückblick zu treffen, war also extrem tricky, but let’s try:


Blond – Martini Sprite

Ich kann mich noch ziemlich genau erinnern, wie ich am Nachmittag des 31.01.2020 auf dem Weg nach Hause das erste Mal das Debütalbum Martini Sprite von Blond durchgehört habe. Ich saß in den Berliner Öffis und musste mir ständig das Lachen verkneifen. Manchmal habe ich einfach in meinen Schal gelacht. Zwar waren die wirklich witzigen Songtexte irgendwie zu erwarten, trotzdem haben sie mich äußerst positiv überrascht. Auch ist mir sofort aufgefallen, wie unfassbar gut produziert Martini Sprite ist – darüber war ich vielleicht noch ein bisschen mehr überrascht. Insgesamt haben mich die Songs wunderbar durch das Jahr begleitet. Meine Highlights des Blond-Albums: Las Vegas Glamour (gute Besserung, Nina), Nah bei dir und natürlich Sanifair Millionär.


KYTES – Good Luck

Im Februar haben dann die KYTES ihr Album Good Luck rausgebracht. Und ich war, wie viele andere auch, von diesem Werk echt überrascht. Dass es sich zu eins meiner meistgehörten Alben 2020 mausern würde, hätte ich vorher auch nicht unbedingt gedacht. Auch wenn manche das anders sehen, aber ich feier den „neuen Sound“ total. Auf diesem Album gibt es für mich absolut keinen einzigen Skip-Song, so doll feier ich den “neuen Sound”. Und ich liebe es, dass ich die älteren Songs der KYTES sofort mit meinem jüngeren Ich assoziiere, während Good Luck sich einfach, wie ich, weiterentwickelt hat. Die Songs, die ich hier am lautesten mitgesungen habe, sind Runaway, Emily und Alright.


Betterov – Viertel vor Irgendwas

Kommen wir zu einer EP, auf die ich mich in diesem Jahr am meisten gefreut, und die ich wohl auch am meisten gehört habe: Viertel vor Irgendwas von Betterov, die im März erschien. Nur wenige haben mich musikalisch so konstant begleitet, wie er. Laut Spotify war Angst mein meistgehörter Song – gibt es einen passendere Überschrift für das Jahr 2020? Ich glaube nicht. Bereits in meiner Review habe ich prognostiziert, dass er einer DER Künstler ist, auf die wir in Zukunft unbedingt achten sollten. Im September habe ich Betterov dann endlich live auf einer Bühne sehen dürfen – das war wunderschön und einer meiner wenigen Highlights in diesem Jahr. Und ich bin gespannt, was das Jahr 2021 für ihn und uns bereithält. Meine Gänsehaut-Songs sind Viertel vor Irgendwas, Angst (obviously) und Irrenanstalt.

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Ma Fleur – Big Dreams

Keine 2020-Rückschau von mir, ohne mindestens eine*n Künstler*in aus Kassel zu nennen, oder? Die Big Dreams EP von Ma Fleur hat in den letzten Monaten auf jeden Fall eine Menge zu meiner allgemeinen Glückseligkeit beigetragen. Mit seinen Songs hat er mich auf einer für mich völlig neuen Gefühlsebene gepackt. Ich habe während des Hörens durchgehend das Gefühl, er würde seine Geschichte nur ganz allein mir erzählen. Die Kombination aus seiner unverwechselbaren Stimme und den eingängigen Sounds habe ich einfach wirklich lieben gelernt. Während der Song meines Sommers Big Dreams war, ging es im Herbst mit de melancholisch-traurigen Songs While The Lights und Look weiter. Auch bei Ma Fleur bin ich auf das Jahr 2021 gespannt. Denn ich bin mir sicher, dass auch er ein Künstler ist, den man ganz dringend auf dem Zettel haben sollte, wenn man mitreden möchte!


Trille – Phase

Trille. Eigentlich sagt der Name doch schon alles. Falls es hier echt noch jemanden gibt, der ihn nicht auf dem Schirm hat: Ändere das bitte! Für mich hat er mit Abstand die heftigsten Lyrics des Jahres abgeliefert, denn er ist ein umwerfender Texter. Und ich bin ihm unsäglich dankbar, weil er mit seinen einzigartigen Sounds meinen musikalischen Horizont extrem erweitert hat. Dank ihm höre ich heute Songs, die ich vor einem Jahr wohl eher geskipped hätte. Von Trille gab es keine einzige Vorab-Single, die ich nicht gefeiert habe. Als diese dann im Oktober in der Phase EP mündeten und ich ihn glücklicherweise bei seinem Release-Konzert noch einmal live hören konnte, war ich eine sehr glückliche Jule. Die größten Ohrwürmer hatte ich von Santa Monica, Los Angeles und Jede Nacht, einem Feature mit Anoki, den ihr btw auch dringend mal auschecken solltet!


Yukno – Im Stream der Zeit

Zu guter Letzt noch eine Band, die ich vor einem Jahr zwar natürlich kannte, für mich persönlich aber nicht unbedingt auf dem Schirm hatte: Yukno. Bereits mit den vor dem Album erschienen Singles haben sie mich völlig überrascht und begeistert. Die dollsten “Ich-höre–denselben-Song-für-dreizehn-Tage-auf-repeat”-Phasen hatte ich eindeutig mit ihren Singles. Sobald es irgendwann wieder möglich ist, stehen sie auf meiner Go-To-Konzerte-Liste daher ganz weit oben. Entsprechend gespannt war ich dann auf Im Stream der Zeit – und wurde sowas von nicht enttäuscht. Yukno ballern auf diesem Album nur heftige Sounds – das muss man gehört haben, um es zu verstehen. Zuerst hat sich Brumm, Brumm (feat. Oehl und Autodrom) in mein Hirn gebrannt, weiter ging es mit dem Lina Maly-Feature Haut und auch der Song Das Leben ist schön ist ein richtiger Hinhörer.


Falls ihr nach dem Lesen nun auch ein akustisches Gefühl für meine Alben und EPs des Jahres bekommen wollt, dann ist das gar kein Problem: Alle genannten Songs findet ihr in der unten verlinkten Playlist. Ich wünsche euch viel Spaß beim Hören und uns allen ein mindestens ebenso geiles Musikjahr 2021.

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