Kategorie: untold music

  • Allan Rayman und sein viertes Meisterstück

    Allan Rayman und sein viertes Meisterstück

    Es ist Anfang April und ich habe bereits mein Album des Jahres 2020 gekürt. Es ist Christian von Kanada’s „best kept secret“ Allan Rayman. Ich bin Fan seit seinem ersten Album Hotel Allan aus 2016, hört euch einfach mal Tennesse an und sagt mir, dass das nicht das beste ist, was ihr heute gehört habt. Seitdem hat Allan drei Alben und eine EP veröffentlicht und Christian soll sich jetzt in diese Chronik mit einreihen. Seit Anfang des Jahres freu ich mich auf dieses Album und darf es nun euch in allem Detail vorstellen.
    Welcome to the Madhouse

    Allan Rayman macht mit seiner Musik Prosa. Er denkt sich Personen und Szenarien aus und taucht komplett in diese Figuren ein. Christian ist nicht, wie der Titel auf dem ersten Lesen vermuten lässt, religiös, sondern derName der Figur des Albums. Allan schreibt seine Musik innerhalb dieser Szenarien, die er fast zu einem eigenen Universum werden lässt. In seinen ersten zwei Alben schafft er ein Ausganssetting, in welchem sein alter Ego sich dazuentscheidet, seine Freunde und Familie zu verlassen, um sich abgeschottet der Musik hinzugeben. Er zieht sich in den Wald zurück und schreibt seine EP Courtney, das Album Nummer drei Harry Hard-On und jetzt vier mit Christian.

    Mit Papa eröffnet Allan das Album und ich bin so hyped, jetzt schon. Es ist kurz, eröffnet mit Klatschen und wird dann zu einem simplen aber relativ schnellen Intro. Es ist voll mit References zu alten Alben und Geschichten und macht so klar: Christian gehört mit zum Universum Allan Rayman.

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    © Steph Verschuren

    Dann kommt Madhouse. Es fängt an mit einer Art Rauschen, das einen leicht einhüllt und mit hellen Gitarrenklängen den Song einleitet. Als dieser sich dann entfaltet, ist es genau das, was ich mir erhofft habe. Seine Stimme, Leute über die Stimme habenwir noch gar nicht geredet. Allans Stimme ist so eigen und drückt mehr aus, als ich es selten von jemand anderen gehört hab. Sie ist besonders. Und in Madhouse ist es fast, als würde er uns mit ihr zu seinem Lagerfeuer im Wald führen wollen, bis wir seinen Geschichten lauschen: „Welcome to the big show, Welcome to the circus, Welcome to the madhouse“. Allan erschafft mit seinen Liedern Kulissen, benutzt das Rauschen als Wiedereinstieg nach der Bridge mit diesen hellen Gitarrenklängen, dass ich mich wirklich fühle, als würde man mich aus einem Sog hoch an die Oberfläche ziehen.

    Blush, little bunny

    Stitch kam schon im Juni letzten Jahres raus und greift eher den Sound vom letzten Album auf. Es ist rockiger und versprüht eine lässige, gut gelaunte Stimmung.

    Dann kommt Blush. Eine Gitarre spielt ins Nichts ein paar Töne bevor eine simple Trommel sie unterstreicht und Allan mit seiner Stimme darüber tanzt. Man kann seine Stimme fast schon als eigenes Instrument bezeichnen, er weiß sie einfach zu benutzen. Das ganze Lied geht nur knapp drei Minuten und bleibt so tänzelnd simpel. Man braucht nicht immer eine riesen Produktion um Musik, meist kommt sie am besten in ihrer stripped down Version, wie sie sich der Künstler ausgedacht hat. Bei Blush kommt dann immer noch kurz eine Gitarre aus dem Off rein, die so viel Hall hat, dass ich gar nicht weiß, wie ich damit umgehen soll. Es rundet alles perfekt ab.

    Blush ist zu Ende und ich habe schon wieder den Fehler gemacht und gedacht, zu wissen, was mich zu erwarten hat. Bunny fängt an und beweist mir, ich tu‘s nicht. Allan schreibt seine Songs nicht nach einer Erfolgsrezeptur, sondern jedes einzelne Lied steht für sich. Hier zum Beispiel fängt es nicht mal musikalisch an sondern mit zwölf „I love you“s in die Stille reingesprochen. Dann kommt wieder so ein leicht rockiges Riff wie in Stitch und alles hört sich leicht unharmonisch an. Während der Sound ruhig ist, sorgt der leicht im Hintergrund stehende schnelle Beat dafür, dass ich nicht zur Ruhe kommen kann. Es fühlt sich fast an wie eine Flucht oder Jagd, was es, wenn man drüber nachdenkt, wahrscheinlich auch soll, wenn er singt: „Run like bunny“. Doch Allans Kunst ist es, selbst solche unharmonisch klingende Lieder irgendwie harmonisch zu machen, dass man sie im Endeffekt immer und immer wieder hört.

    Allan talks to his cigarette and I never want it to end

    Next up: Pretty Please. Meiner Meinung nach, einer der besten Songs, die Allan Rayman jemals veröffentlicht hat.Das merk ich allein nur daran, dass ich seitdem es im August 2019 rausgekommen ist, jede Woche mehrmals höre und es einfach immer noch so sehr liebe wie beim ersten Mal. Es ist ein ganzer Vibe. Alles stimmt sich miteinander ab und es ist so simpel, aber Allan macht es einfach zu Gold. Mir fehlen wirklich die Worte, euch das irgendwie zu beschreiben, also hört einfach hier rein.

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    Allan und seine Zigarette
    Obwohl ich das Lied schon so lange kenne, hör ich es mir im Laufe des Albums noch einmal an, weil wie gesagt, leichte Perfektion. Als es zu Ende ist, hab ich fast vergessen, dass jetzt Lieder kommen, die ich nicht mehr kenne. Doch dann ertönen die ersten Klänge von Talk To My Cigarette und ich bin ein bisschen sprachlos. Side note: Es ist 1 Uhr nachts als ich das Album direkt nach Release im Dunklen mit Kopfhörern höre, aber auch jetzt im Hellen hab ich das gleiche Gefühl. Dieser Song ist ein Schlafsackaus Musik. Er wickelt mich völlig ein, ohne einschläfernd ruhig zu sein, sondern einfach pure Harmonie. Seine Stimme, die manchmal noch zusätzlich aus dem Off reinschreit, die Gitarren, jeder kleine nicht ganz zu definierender Sound, alles fügt sich zusammen und ich will nicht, dass es jemals aufhört.
     

    Hello To Me. Ich bitte euch wirklich, parallel dieses Album zu hören, weil langsam sind meine Worte ausgeschöpft. Allan Rayman ist eine andere League, findet völlig abseits der Musikindustrie statt und ist EINFACH SO GUT. Die immer wieder abbrechenden Drums, die leicht verspielte Gitarre und seine Stimme klingen einfach hot. There, i said it. Allans Musik hat Sexappeal.

    Road Warrior ist ein Indie-Bop

    Okay, den werdet ihr lieben. Road Warrior ist wieder komplett ein anderer Vibe, es ist fucking Indie. Allan kann auch Indie, aber was für einen. Er nimmt diese Indie-Gitarre, die von eurer Lieblingsband sein könnte, und macht einfach sein eigenes Ding draus. Mit sowas hätte ich wirklich nie gerechnet, für mich ist Allan ein R’n’B Genie, aber auch ich lerne aus meinen Fehlern und möchte ihn nie wieder genren (wie gendern nur mit Genre, get it). Road Warrior ist ein Sommer Song, ein sich die Sonne ins Gesicht scheinen lassen und einfach gute Laune.

    Ich Allan Rayman, Untoldency, Untoldency Magazine, Indie, Musik, Blog, Blogger, Online Indie Musik Magazin, Review, Allan Rayman, Christian, Roadhousemuss hier wirklich jeden einzelnen Song mit euch durchgehen, weil sie alle so gut sind und jeder von ihnen könnte eurer nächster Lieblingssong sein. Vielleicht ist es Chief? Es ist ein bisschen lebendiger, sogar ein bisschen groovig. Vielleicht ist es aber auch Eye To Eye, das ist ein bisschen wie Blush, nur mit weniger Lounge-Vibe. Allan tänzelt auch hier über die im Vordergrund stehende Drums. Vor allem der Anfang vom Song sticht hervor, ich bin von Sekunde eins dabei. Auch wenn es sich danach weiterentwickelt und mehrere Elemente hinzukommen, kommt es im Endeffekt immer wieder auf diese Drums vom Anfang zurück und das liebe ich.

    It’s 6am and I’m still listening to this album

    Das Album neigt sich dem Ende zu, aber ein Ass hat Allan noch im Ärmel: Russia klingt irgendwie tatsächlich nach einer Waldhütte im abgelegenen Russland mit Wodka und Kaviar, wie Allan singt, aber zugleich auch aufbrechend und dynamisch. Das kriegt mich zum Schluss noch einmal voll. Auch hier wieder, Gitarre mit Hall und seine Stimmeharmonisieren einfach perfekt. Es ist eine kleine Reise, bei der ich eine Stunde vor Abreise da sein will, damit ich auf jeden Fall nichts verpasse. Dieses ganze Album war eine Reise und ich weiß, ich werde mich noch so viele Male auf sie begeben dieses Jahr.

    Mit 6am schließt Allan die Reise und das Album ab. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob euch diese mit meinen Gefühlen vollgeschriebene Review überzeugt hat, in Christian reinzuhören und Allan Rayman als Künstler auf eurem Radar zu behalten oder nicht. Wenn dies noch nicht so ist, ist jetzt wirklich der allerletzte Aufruf euch dieses Album anzuhören. Und falls ihr das getan habt und euch wie ich ein bisschen (sehr) in Allan und seine Rundum-Ästhetik verliebt habt, dann geht gut mit ihm um. Er ist ein bisschen eigen und distanziert, hat sich zur Promo diesen Albums zwar zu ein paar Interview geöffnet, findet aber sonst wirklich gar nicht in der Öffentlichkeit statt, weil er das einfach nicht möchte. Er lässt lieber seine Musik für sich sprechen. Und das tut sie.

    Hört euch hier Christian von Allan Rayman in Volllänge an:

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  • Mavi Phoenix ist „sweet, fly and just an average guy“ – Das Debütalbum „Boys Toys“ im Reviewcheck

    Mavi Phoenix ist „sweet, fly and just an average guy“ – Das Debütalbum „Boys Toys“ im Reviewcheck

    Mavi Phoenix könnte einigen von euch bereits mit Aventuraoder Bite über den Radar gesprungen sein. Der Österreicher, der sich letzten Sommer als transgender identifiziert hat, war außerdem bereits 2017 mit den Jungs von Bilderibuch auf der „Magic Life“-Tour und erst Anfang diesen Jahres mit Milky Chance auf ihrer „Mind The Moon“-Tour. Mavi macht schon seitdem er 11 ist Musik, mit 13 veröffentlichte er seine ersten Songs auf MySpace. Nun hat er sich wieder ans Produzieren gemacht und gibt uns nach mehreren EPs mit dem Debütalbum Boys Toys einen Einblick in den Transformationsprozess seiner Gender-Identitätsfindung. Vom sexy Player bis zum Familienvater ist alles in Boys Toys vereint. Ich hab mich ans Werk gemacht und das für euch auseinander genommen.

    ARE YOU READY?

    Einleitend kann ich hier mal sagen, dass Debütalben immer eine bestimmte Art von Erwartung in mir auslösen. In Zeiten von Spotify und anderen Streaming Diensten ist das Konzept vom Album immer mehr zurückgegangen. Vor allem Newcomern stützen sich am Anfang immer mehr auf EPs und Single Releases, bevor das Konzept Album in voller Länge in Angriff genommen wird. Ich bin gespannt, wie sich das Konzept Boys Toys anhört und drücke auf Play.

    Der Titelsong Boys Toys beginnt mit einem richtig gut gebauten Loop, der Mavis Autotune, für den er so bekannt ist, schon anklingen lässt. Mit tiefem Bass fängt Mavi dann an, über den vielschichtigen Beat zu rappen, aber was für ein Beat. Ich spul zurück und spiel’s direkt wieder von vorne. Beim zweiten Hören erinnert er mich ein bisschen an sein Aventura (guter Song, hört rein). Musikalisch bin ich hier also schon mal voll dabei. Es ist überhaupt nicht langweilig, sondern klingt experimentell und aufregend, als würde es uns alle mal ein bisschen aufrütteln wollen und sagen: hey, hört her, so klingt Boys Toys!!! Und wie sich herausstellt, lieg ich damit gar nicht so falsch: Mavi verrät, dass Boys Toys sein alter Ego als 10-jähriger Junge darstellt und mit dem Wissen im Kopf, hör ich auch die mit Autotune verzerrte Stimme ganz anders: Sie hört sich tatsächlich an wie ein kleiner Junge, der uns, hochmotiviert (ich fühle mich fast ein bisschen angeschrien) die ganzen Sachen zeigen will, die ihn begeistern. Mich hat er.

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    © Elizaveta Porodina
    Der nächste Song ist die vor kurzem erst veröffentlichte Single 12 Inches, die als Selbstbewusstseins-Boost aller Trans Dudes fungiert. Es ist kein aufwendig gebauter Beat, sondern klingt ganz chillig und schiebt den Fokus mehr auf die Lyrics: Mavi erzählt uns, wie er sich eben nicht von der Reaktion seiner Eltern auf sein Outing aus dem Konzept bringen lässt. Er nutzt viel mehrdiese Energie, um sich und seinem Erscheinungsbild (check out the video here) mehr zuzusprechen. 12 Inches strahlt lyrisch als auch musikalisch einfach eine reine Coolness aus.
    Zwischen Deepness und Aufbruch-Mentalität
    Scary Thoughts ist definitiv einer der ernsteren Parts des Albums. Mavis Ego aus dem Intro hat hier sowas wie ein Skit und erzählt wie beängstigend und unheimlich die eigenen Gedanken sein können. Blendet man die Kinderstimme kurz aus, wird man Teil eines sehr persönlichen Zugeständnisses, mit dem sich wahrscheinlich mehr Menschen identifizieren können, als sie es zugeben.
     
    Ich erwarte nach diesem deepen Skit irgendwie einen etwas langsameren Song, der diese Message noch einmal unterstreicht. Dann fängt Choose Your Fighter an und ich bin erstmal kurz perplex. Mit so etwas fast komplett out of Genre-artiges hätte ich gar nicht gerechnet. Eine wilde Bassline und sehr viel Geschreie –erfrischend anders, bisschen aggressiv und vielleicht nicht für jeden was. Aber das ist ja das, was Mavi mit seiner Musik erreichen will.
     
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    © Michael Ullrich
    Bullet In My Heart ist dann das, was ich mir für Choose Your Fighter gewünscht hatte. Auch wenn es nicht mehr die gleiche Thematik behandelt, hat es trotzdem einen gefühlvollen und fast schon melancholischen Vibe. Mavi hat den Song, wie alle anderen auch mit ihrem Bruder Alex the Flipper produziert, und schon letztes Jahr veröffentlicht. Es ist sehr geprägt von Mavis Gesang, was nicht zu oftpassiert. Mir gefällt’s, es nimmt die Aggressivität vom Vorgänger und bringt alles ein bisschen runter. Zum Ende hin wird es nochmal ein bisschen aufgebrochen, man spielt mit all den einzelnen musikalischen Elementen vom Song.
    Eine kleine Zwischenbilanz
    Von Bullet To My Heart geht’s weiter zu Player. Zwischenbilanz – Boys Toys ist genreübergreifend, lyrisch sehr stark und experimentierfreudig. Ich glaube, es ist ein Album, was viel mehr in sich hat, als man beim ersten Mal raushört. Kein Song klingt wie der andere, alle stehen für sich und doch im ganzen Konzept des Albums. Es ist vielschichtig und nicht wirklich als irgendwas zu definieren –genau wie Mavi Phoenix selbst auch.

    Player ist stripped down und noch eine Schippe ruhiger als Bullet To My Heart. Ganz anders als die Lyrics, denn hier singt Mavi über die Fantasie des Frauenaufreißers –einfach mal ein Player sein eben. Es hat ein sehr schönes und ruhiges Outro, das einen kurz in eine andere Welt mitnimmt. Man hat kurz ne Pause.

    Ein Meilenstein für die Trans-Community? Sehr wahrscheinlich.

    Player ist vorbei und mein Lieblingssong kommt. Strawberries ist einfach nur ein ganzer Vibe, der sich direkt an Player anfügt. Ruhig und melancholisch, mit viel Bass und Melodie, ich hör sogar ein Saxophon. „How could I be man enough for you?” fragt Mavi und ich fühl’s voll muss ich sagen. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie empowering das ganze Album für die Trans-Community sein muss, wenn ich es schon so fühle. Mavi spielt mit verschiedenen Stereotypen von Männlichkeit, und versucht sich selbst dabei zu finden. Das ist nie so ganz einfach, wenn man seinen Platz in der Gesellschaft als Transmann leider immer noch erkämpfen und verteidigen muss. Aber:

    JUST BECAUSE MY VOICE IS HIGH DOESN’T MEAN I’M NOT A GUY

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    © Nils Müller

    Ganz genau, Mavis Boys Toys verfremdete Kinderstimme hat Recht. Und dass er selbst mit höherer Stimme ein bomben Album bis hier hin geliefert hat, steht auch fest. Fck It Up ist ähnlich wie Choose Your Fighter voller Tatendrang, die Dinge zu verändern bzw. einfach mal ein bisschen provokativ zu rebellieren. Doch Mavi kann auch anders. In Family schafft er eine ähnliche Stimmung wie in Player aufzugreifen und dabei thematisch doch was ganz anderes zu bearbeiten. Es geht hier um die Gründung einer Familie und Mavi als Transgender Dad –wenn auch nur hypothetisch.

    Post Summer und Who I Am sind definitiv beide persönlichere und ernstere Songs, die den perfekten Abschluss für das Album bilden. Vor allem Who I Am, das definitiv als Hymne durchgeht, ist ein überzeugender Abschluss des Konzept-Albums. Vibe-technisch gibt es auch hier einen fetten Daumen hoch von meiner Couch aus, aber ihr müsst es an besten mal selbst hören, um euch davon zu überzeugen, dass euch hier nicht nur irgendjemand irgendetwas erzählt. Denn auch oder gerade weil es musikalisch so unglaublich viel abdeckt, erzählt Mavi eine sehr persönliche Geschichte, der wir alle mal zuhören sollten.

    Deshalb hier Mavis Debütalbum Boys Toys in voller Länge:

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  • MOA baut in „trümmer“ sein Leben wieder auf

    MOA baut in „trümmer“ sein Leben wieder auf

    MOA hat mit „trümmer“ eine weitere Single aus seinem im Sommer 2020 erscheinenden Debütalbum veröffentlicht. Frei nach dem Motto: Können wir das schaffen? Jo, wir schaffen das! Warum der Song zum Ärmel hochkrempeln animiert liest du jetzt in der Review von Jule.

    Lucas Mohr, der sich hinter MOA verbirgt (Wortwitz-Queen Jule liebt das!), ist ein junger Songwriter aus Kassel, der schon seit frühester Kindheit Musik macht. Gemeinsam mit seiner Schwester war er u.a. auch mal als Duo Gimmemohr (ich flipp aus!) unterwegs. Das erste Mal ist er Ende 2019 auf meinem Radar aufgetaucht. Seitdem hat er regelmäßig neue Singles rausgehauen, die zusammenhängende Geschichten erzählen und im Sommer 2020 in dem Release seines Debütalbums an/aus gipfeln werden.

    MOA – echte, deutsche Wertarbeit!

    Das Intro von trümmer beginnt zunächst mit einer ruhigen Gitarre, die aber in der anschließenden Strophe die melodischen Pop-Flügel ausbreitet. Ich muss bisschen grinsen, als MOA dieses „ja ja“ singt, was wir alle auch aus den Songs von Provinz kennen dürften. Im Refrain gibt’s dann schöne Claps, die im Fernsehgarten sicherlich fleißig mitgeklatscht werden würden. Der Rhythmus des Songs ist dadurch ziemlich catchy und mitreißend. trümmer könnte auf jeden Fall aus dem Lehrbuch „How to: Popsongs schreiben“ stammen, ohne dabei jedoch verweichlicht wie jeder zweite aus den Charts zu klingen. Das macht vielleicht auch MOA’s Stimme, die dem Song an den richtigen Stellen einen ganz besonderen Vibe gibt.

    Aus Trümmern und Staub – bau ich alles wieder auf.
    Aus Trümmern und Staub – steh ich wieder auf.
    Lass‘ alles los, will nichts davon zurück.
    Aus Trümmern und Staub bau ich alles, ich bau mich wieder auf.

    Inhaltlich geht es in trümmer offensichtlich darum, einmal mehr über den Scherbenhaufen, den das Leben einem manchmal vor die Füße wirft, zu klettern. Darum, aus etwas Kaputtem ein neues Kunstwerk zu basteln und nicht aufzuhören, an sich selbst zu glauben. Die Devise lautet eindeutig „aufstehen, statt liegenbleiben“. MOA hat durch den eben beschriebenen Rhythmus des Songs eine feine, ohrwurmlastige Motivationshymne für alle Pop-Liebhaber geschaffen. Für meinen nächsten mental breakdown weiß ich auf jeden Fall, welchen Song ich hören muss, um mich wieder zu motivieren.

    Und wenn euer Leben gerade nicht in Trümmern liegt (i hope so), dann könnt ihr den Song auch richtig gut beim Wohnung putzen und Staubmäuse sammeln (Selbstisolation macht erfinderisch) hören – habe das bereits getestet und für witzig befunden. Wobei das nichts zu sagen hat, denn mein Sinn für Humor ist.. speziell. Egal. Der Kernpunkt meiner Aussage ist: Hört den Song! Und am besten auch alle anderen Songs von MOA. Und wenn wir jetzt noch alle weiter artig Zuhause bleiben (#stayhome), dann können wir uns im Sommer zum gemeinsamen Debütalbum-Hören treffen. Deal? Cool!

    Manchmal kommt es eben doch auf die Optik an…

    An dieser Stelle will ich unbedingt noch ein nicht-musikalisches Lob loswerden: MOA hat obviously nicht nur ein Händchen für Töne, sein Augenmerk scheint auch auf dem Visuellen zu liegen. Seine Storys bei Instagram sind beispielsweise gerade alle im Design des Covers zu trümmer. Generell sind seine Feeds auf sämtlichen Plattformen (beispielsweise auf Spotify) und auch der minimalistische Faden in seinen Videos und Songtiteln echte Hingucker.

    Zusätzlicher fun fact: Eine investigative Nachfrage bei MOA hat ergeben, dass die handgeschriebenen Texte (z.B. in den Lyric-Videos) von ihm höchstpersönlich stammen. Also mich spricht die optische Umsetzung und die kompromisslose Liebe für’s Detail total an, i like that very much.

    Ihr könnt euch davon jetzt selbst überzeugen, indem ihr euch das Video zu trümmer anschaut, viel Spaß!

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  • Betterov trifft mit „Viertel vor Irgendwas“ direkt ins Herz

    Endlich, die Debüt-EP Viertel vor Irgendwas von Betterov ist da! In 6 Akten geht es neben dem Leben auf dem Land u.a. auch um ein Thema, was uns alle begleitet: die Liebe. Jule hat’s die Schuhe ausgezogen. Wieso, weshalb und warum lest ihr jetzt in der Review!

    Wer immer mal wieder ein Auge auf den Newcomer-Bereich wirft, dem sollte Betterov inzwischen ein Begriff sein. Schauspielstudium, 26 Jahre jung, aufgewachsen in einem Dorf in Thüringen, seit mehreren Jahren in Berlin. Ende letzten Jahres hat er seine Debüt-Single Dynamit veröffentlicht und dann mit zwei weiteren Singles nachgelegt. Die logische Konsequenz daraus ist jetzt natürlich die EP. Dank der lieben Leute von NEUBAU Music durfte ich bereits Mitte Februar reinhören. Und das habe ich getan, ziemlich exzessiv sogar.

    Zuerst möchte ich von meinem allerersten Hörerlebnis erzählen: Wir schreiben den 10.02.2020. Es war wahrscheinlich wieder einer dieser typisch verregneten Tage – Berliner Winter halt. Da mir die ersten beiden Singles von Betterov schon unfassbar gut gefallen haben, habe ich mir vorsorglich vorgenommen, diesen Moment ausgiebig zu zelebrieren. Die Sound-Anlage ist auf Anschlag gedreht und nur die Lichterkette im Fenster (die halt seit Weihnachten hängt) leuchtet soft. Die Platte geht los und von der ersten Sekunde an beamt sie mich völlig weg. Die Texte, die Stimme, die Instrumente. Betterov, you fucking got me. Die kompletten 20 Minuten dieser Platte verbringe ich in folgendem Mix: Offener Mund, Lähmung, geschlossene Augen, Fassungslosigkeit, aufgerissene Augen. Eventuell muss ich mir zwischenzeitig auch das ein oder andere Tränchen verkneifen. Und haargenau so verbringe ich die nächsten ein bis drei Stunden.


    Akt 1: Wenn die Liebe gegangen ist – eine starke Exposition

    Der erste Song der EP ist zugleich auch der Titelsong: Viertel vor Irgendwas wirft uns direkt ins Geschehen. Zunächst erzählt Betterov semibegeistert, welch ein Wunder es sei, wie die Vögel auf den Stromleitungen sitzen. Relativ schnell nimmt der Song aber an Emotionen auf. Aufgebrachte Menschen zitierend lässt er durchblitzen, dass ihm aktuell einfach alles wirklich völlig Wurst ist. Wir befinden uns in der akuten Situation, dass eine Liebe zerbrochen ist. Wir realisieren, dass das gemeinsame Leben nicht mehr existiert. Und das ist schmerzhaft.


    An mir geht alles vorbei, ich bin die pure Langeweile.
    Das Einzige, was ich weiß: Ich ertrag‘ mich nicht alleine.


    Irgendetwas in der Stimme von Betterov macht mich direkt mit traurig. Heftig, wie krass man dieses Gefühl in Gesang umsetzen kann. Der eingängige und griffige Sound der Gitarren unterstreicht zusätzlich den Moment, in dem wir komplett von unserer Niedergeschlagenheit eingenommen werden. Wenn wir erst weinen, dann lachen und letztlich in uns zusammensacken. Ich bin heftig gerührt. Unfassbarer Einstieg in die EP und unfassbare Umsetzung des Themas.


    Akt 2: Eine Umleitung

    Angst, den zweiten Song der EP, habe ich bereits ausführlich auseinandergenommen – die Single-Review könnt ihr hier nachlesen. Ich spare mir daher hier die Wiederholung meiner Lobeshymne.


    Akt 3: Die Reise ins Weltall

    Weiter geht es mit Dynamit, die erste Single-Auskopplung dieser EP. Es geht darum, dem Alltagstrott zu entfliehen. Um die Sehnsucht nach Größerem. Und wenn es auch nur gedanklich ist, indem man sich auf Juri Gagarins Spuren begibt und ins Weltall träumt. Mit rauer Stimme besingt Betterov, wie er durch den Flur fliegt. Ich fühle mich direkt in meine Kindheit zurückversetzt, als Abenteuer-Rollenspiele einfach der absolute Shit waren – do you remember?


    Wenn ich wiederkomm‘, werd‘ ich ein Anderer sein
    Vielleicht komm‘ ich ja auch gar nicht wieder heim


    Etwas, was Betterov bemerkenswert gut beherrscht, sind Melodien. Dynamit ist ein beschwingter Song, den man spätestens nach dem zweiten Mal hören mittrommeln kann. Als Großstadtmädchen ist es für mich super spannend, ein Gefühl für das Landleben zu bekommen. Die Vorstellung, dass es Freunde gibt, die sich gemeinsam aus ihrem trostlosen Leben wegträumen und zusammen spannende Geschichten erfinden – irgendwie beruhigt mich das. Auch dieser Song ist auf seine einzigartige Art ein echter Hinhörer, so kann es weitergehen.


    Akt 4: Verwundbarkeit – eine leise Peripetie

    Das nächste Lied heißt Das Tor geht auf. Die erste langsame und zurückhaltende Nummer – was natürlich nicht bedeutet, dass es hier nicht ebenfalls geile Gitarren-Sounds gibt. Mir persönlich fällt es echt schwer, die genaue Bedeutung des Textes zu verstehen. Ich habe schon einmal erwähnt, dass ich nicht die krasseste Analytikerin bin. Die Lyrics sind zwar aussagekräftig und bildlich, aber dennoch so flexibel, dass ich nicht genau weiß, was Betterov mir hier erzählen will. An dieser Stelle wird’s mal interaktiv: Mich würde interessen, wie ihr diesen Song deutet. Slidet dafür gerne mal in unsere DM’s auf Instagram und lasst mich an euren Interpretationen teilhaben!


    Das Tor geht auf. Das alles dreht sich.
    Ich würd‘ gern noch bleiben.
    Doch hier ist kein Platz für mich.


    Mal von der Interpretation abgesehen habe ich ehrlicherweise auch etwas länger gebraucht, um den richtigen Zugang zu Das Tor geht auf zu finden. Er fällt ein wenig aus dem Rahmen, was den sonst so nach vorne gerichteten Sound der EP angeht. Inzwischen finde ich ihn im Gesamtpaket aber sehr schlau gewählt und platziert. Und irgendwie macht für mich den Song erst so richtig aus, dass ich seine Bedeutung noch nicht zu 100 % durchschaut habe. Dadurch bleibt er auf viele Emotionen und Situationen spiegelbar.


    Akt 5: Wenn die Liebe gegangen ist 2.0

    Irrenanstalt heißt der nächste Song, in dem es wieder um die Liebe geht. Gewohnt lethargisch beginnt der Gesang von Betterov. Dann kicken Gitarren, Bass und Drums rein und es folgt einer der vielen wunderschönen Sätze in diesem Song: „Der Plan, der mal mein Leben war, ist jetzt ein Stück Papier“. Mit dieser Zeile singt er sich sein Herz aus der Brust und wirft es mir mit voller Wucht an den Kopf. Das ist wieder der Moment, in dem ich es nicht fassen kann, wie viel Emotionen man mit seiner Stimme in nur einen Satz packen kann.


    „Doch falls ich irgendwo unter die Räder komm‘,
    dann möcht‘ ich neben dir bestattet sein“


    Dieser Song ist für meinen Geschmack ein lyrisches Meisterwerk. Ich habe bereits zwei Sätze herausgepickt und ich muss weitermachen: „Und ich bleib‘ dabei, ich bin ab jetzt allein.“ – wie Betterov auch diese Stelle singt.. ciao. Ich liebe liebe liebe jedes einzelne Wort in diesem Stück. Ich habe zwar noch eins vor mir, aber Irrenanstalt ist auf jeden Fall mein allerliebstes Lied auf dieser EP. Hier passt einfach alles zusammen: Text, Stimme, Instrumente, Melodie, Stimmung. Alles.


    Akt 6: Leben – ein lautes Finale

    Kennt ihr diese Szenen in Filmen, in denen die jungen Protagonisten nachts auf Fahrrädern durch’s Dorf hechten? Weil das letzte Bier vielleicht eins zu viel war. Einer fährt, einer sitzt hinten drauf und manchmal findet auch noch jemand einen Platz auf dem Lenker. Das sind die Bilder, die ich im Kopf habe, wenn ich den letzten Song der Platte höre: Nacht. Für mich erzählt er von einer lauen Sommernacht, in der man einfach nur geschehen lässt. Die Augenblicke so nimmt, wie sie kommen.


    „Die Leute in den Häusern kommen nach Haus‘.
    Wir ziehen uns an, die Nacht lockt uns raus.“


    Das ist der erste Song, der für mich mehr von den Drums lebt, als von den Gitarren. Wenn die loslegen, fühle ich genau die oben beschriebene Heiterkeit – auch wenn „heiter“ nicht unbedingt das passende Adjektiv für die Lyrics ist. Auch hier gibt es wieder eine Textzeile, die es mir völlig angetan hat: „Drück den Schalter an der Wand und die Sonne ist am Start. Strahlt mit 60 Watt und hängt an einem Draht“. Fürs Songwriting gibt es von mir einfach eine glatte 1.


    Eine EP, die dein Freund sein kann – mein Fazit

    Obwohl es sein Debüt ist, lässt sich schon nach dem ersten Hören feststellen, dass Betterov einen ganz eigenen Sound hat. Eine klare Linie, die sich von Lied zu Lied zieht, ohne langweilig zu werden. Prägnante Gitarren-Riffs, die sich sofort ins Hirn bohren. Massive Drums, die eine einmalige Stimmung erzeugen. Texte, die gesungen werden, als wäre es das Letzte, was man tun kann. Der Sound ist strikt, geradeaus und nach vorne. Dass Viertel vor Irgendwas mega gut produziert sein würde, war mir ab dem Moment klar, als ich gelesen habe, dass the one and only Tim Tautorat seine Finger im Spiel hat. Der Titel passt für mich übrigens auch wie die Faust auf’s Auge – wenn ich es mir explizit gemütlich mache, um sie zu hören, dann verliere ich jegliches Gefühl für Raum und Zeit. Wann ich mich hier hingesetzt habe? Muss so Viertel vor irgendwas gewesen sein…

    Solltet ihr euch Betterovs Debüt noch nicht angehört haben, dann folgender Tipp: In Zeiten von Quarantäne und social distancing gibt es sicher die eine oder andere ruhige Minute, in der Viertel vor Irgendwas der so dringend gebrauchte Freund sein kann. Bitte schenkt dieser Platte all eure Aufmerksamkeit und lasst jedes einzelne Wort in euer Herz – das hat sie wirklich verdient. Und wenn ihr soweit seid, dann klickt ihr einfach nur noch hier auf Play:

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  • Das Indie-Trio Sama Dams spielen sich mit einem Song in meine Dauerschleife

    Das Indie-Trio Sama Dams spielen sich mit einem Song in meine Dauerschleife

    Wenn man einen Song das erste Mal hört und sich, noch während er läuft, in ihn verliebt, dann weiß man: Den hör ich jetzt nochmal und nochmal und nochmal. So war das bei mir und Sama Dams mit ihrer neuen Single Not Gonna Lie.

    Dabei sind die ersten Sekunden gar nicht so spektakulär. Doch sobald sich die Struktur der Produktion entfaltet, bin ich hooked. Sama Dams wissen, wie man einen Song aufbaut. Die Drums erinnern mich ein bisschen anein chilliges Jazzlied, aber der verzerrte Bass und alle anderen Elemente, die sich auf einmal darauf legen, verwandeln es in eine einzigartige Indie-Rock-Nummer. Mein Tipp an dieser Stelle, einfach kurz runter scrollen, auf Play drücken und dann alles nochmal lesen. Dann macht diese Beschreibung auch Sinn.

    Hier lohnt es sich auch zu sagen, dass Sama Dams ein Gesangs-Duo sind, die tatsächlich auch in einer erfolgreichen Ehe zusammen leben. Kein Wunder, die Stimmen-Harmonie der beiden ist on point. Beide verstehen es, mit ihren Stimmen den musikalischen angespannten Aufbau zu unterstützen und ihn dann energiegeladen im Refrain loszulassen. Not Gonna Lie raubt mir das Zeitgefühl und versetzt mich fast in eine andere Welt. Der Song bedient sich an allen möglichen Elementen des Jazzs, R’n’B, Indie-Rock und auch ein bisschen an der Klassik. Um die Metaphor ihres Pressetextes aufzugreifen:

    „Sie kreieren dabei einen sinnlichen Musikteppich, der ganz eindeutig ihre Handschrift trägt.“

    Besser hätte ich es nicht verbildlichen können. Falls ihr meinem Rat gefolgt seid und jetzt schon das Lied hört, wartet bis zum Ende, denn da wird’s tatsächlich noch einmal richtig spannend. Ich kann nicht genau sagen, was es ist, aber es hört sich an wie ein Solo eines Synthesizers? Jedenfalls haut es mich nochmal komplett vom Hocker und ich hab ein neues Lied in meiner Dauerschleife. Es ist Not Gonna Lie von Sama Dams. You’re welcome.

    Guckt euch am besten auch das Video zu an, denn das scheint nochmal eine ganz andere Ebene aufzumachen: Richtige Kunst halt.

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  • Indie-Entdeckung Me & The Monster aus Berlin mischen einfach aus dem Nichts im großen Game mit

    Indie-Entdeckung Me & The Monster aus Berlin mischen einfach aus dem Nichts im großen Game mit

    Me & The Monster sind eine vierköpfige internationale Indie-Band aus dem Beton-Dschungel Berlins. Nico, Andrea, Guilia und Niki sprechen verschiedene Sprachen und bringen verschiedene kulturelle Einflüsse mit sich und finden sich doch alle in der Musik zusammen. Anstatt sich ihre Unterschiede als Hürden zu stellen, profitieren sie aus ihnen und kreieren einen neuen Sound mit unterschiedlichsten Einflüssen. Anna hat ihre erste selftitled EP gehört und stellt euch hier das Review vor.

     

    Der Name der Band Me & The Monster soll den modernen Menschen und seine Verbindung zu seinem Unterbewusstsein beschreiben: Das Monster, welches im Inneren eines Jeden lebt. Dieser drückt sich bei der Band in einem Mix aus elektronischen Klängen, progressiv indigen Melodien und kraftvollen Rhythmen aus.

    my house is not where I am from, it is everywhere a little bit

    My House ist nicht nur das erste Lied auf der selftitled EP, Me & The Monster, Untoldency, Untoldency Magazine, Indie, Musik, Blog, Blogger, Online Indie Musik Magazin, Interview, Me & The Monster, Me and the monster, Me&themonster musik, selftitledsondern auch die aktuelle Single der Band. Eröffnet wird es mit ausdrucksvollen Tribaldrums, die in absoluter Stille den Rhythmus des Liedes angeben. Sie hören sich an, als würden sie den Rest der Instrumente aus dem Dschungel zusammenrufen. Ich glaube, das ist eine der komischsten Metapher, die ich je aufgemacht habe, aber genau so hört es sich an. Nach nur 12 Sekunden bin ich absolut überzeugt, eine neue musikalische Entdeckung gemacht zu haben. Ich muss erstmal kurz Pause machen. Von hier an kann sich im Song noch alles tun, also versuche ich meine Erwartung, die sich selten so schnell so hoch angesetzt hat, ein bisschen zu relativieren. Aber beeindruckt bin ich schon. Ich drücke wieder auf Play.

    Ein Klavier setzt ein und eine weibliche Stimme singt „Greetings, this is the jungle of my feelings“ ganz in dem von den Tribaldrums gesetzten Rhythmus. War die Dschungel Metapher also doch nicht so komisch, sondern umso zutreffender. Das bestätigt aber nicht nur mich, sondern viel mehr das musikalische Verständnis von Me & The Monster. Bevor ich mich in diese harmonische Drum + Klavier Melodie verliere, ist plötzlich ein Break. Nach gerade mal einer halben Minute verändert sich das Lied komplett: gezupfte und verspielte Gitarrentöne erklingen und geben dem Lied ein bisschen Tempo: Aus dem experimentellen Intro entwickelt sich in absoluter Indie-Song.Der darauffolgende Refrain greift die Drums aus dem Intro wieder auf und kombiniert diese mit den Instrumenten der Strophe. My House hört ruhig wieder auf, ich bleibe ein bisschen überrumpelt zurück.

    i won’t quit fighting

    The Shadow Me & The Monster, Untoldency, Untoldency Magazine, Indie, Musik, Blog, Blogger, Online Indie Musik Magazin, Interview, Me & The Monster, Me and the monster, Me&themonster musik, selftitledbeginnt und es ist das komplette Gegenteil vom ersten Song. Anstatt sich leicht aufzubauen, werde ich direkt in den Refrains geworfen. Alles ist lebendig, gut gelaunt und wird nicht mehr so ernst genommen. Eine ohrwurmverdächtige Catch Phrase ertönt und nach dem zweiten Mal erwische ich mich schon beim Mitsingen: ♫Ringe-Ding-Ding-Ding-Dong♫. Wie ein gut komponierter Indie-Song, klingt die Catch Phase des Refrains aus und die ruhige Strophe leitet uns ein Stück weiter hinein. Die Leadsängerin wird unterstützt von einer männlichen Stimme und ich kann nicht anders als mich an Of Monsters And Men erinnert zu fühlen. Nicht nur der Bandname, als auch das Harmonie-Konzept der sowohl weiblichen als auch männlichen Leadstimmen erinnern mich an die Indie-Band aus Island.

    Das ändert aber nichts daran, dass ich absolut wieder am Mitsingen bin, sobald der Refrain die Ruhe der Strophe aufbricht. Man hört eine E-Gitarre, die kurze Zeit später in den Vordergrund tritt, und auch hier haben mich Me & The Monster wieder gekriegt. Nichts bringt mich schneller dazu, einen Song zu lieben, als eine Gitarre, die einen mit ihrer hohen Melodie praktisch in ihren Bann zu ziehen scheint. Danach wird The Shadow auch nicht langweilig, sondern lebt von einer Variation vorheriger Elemente. Das Ringe-Ding-Ding-Ding-Dong gibt dem Lied einen leicht poppigen Dreh und ich könnte schwören, ich höre manchmal sogar ein kleines Pfeifen im Refrain. Alles in allem, ein absolut empfehlenswerter Song.

    take me to the days of when this place felt like home.

    Der dritte Song auf der selftitled EP heißt Hereund beginnt mit ruhigen Klängen, in deren Hintergrund ein Naturrauschen zu hören ist. Es klingt ein bisschen wie in einer ruhigen Therme, einfach absolute Entspannung.Leichte Drums geben einen Rhythmus vor, Gitarre und Stimmen harmonisieren und tragen mich über die erste Strophe hinweg. Ich find’s mega schön. Me & The Monster, Untoldency, Untoldency Magazine, Indie, Musik, Blog, Blogger, Online Indie Musik Magazin, Interview, Me & The Monster, Me and the monster, Me&themonster musik, selftitledDann baut sich das Lied plötzlich ein bisschen auf, die Stimmen werden nachdrucksvoller und kräftiger. Me & The Monster nehmen die Atmosphäre, die sie im ersten Teil aufgebaut haben und bauschen sie auf. Mir gefällt, wie hier alles trotzdem noch zusammenhängend erscheint und ich mich nicht der sanften Tönen beraubt fühle.

    Dem Outro entgegen singen Sänger und Sängerin ihre Lines im Echo versetzt und kreieren so nochmal eine weitere Tiefe des Songs. Auch hier ist es von Anfang bis Ende eine reine Musik-Empfehlung.

    give me fire, bring me fire

    Give Me Fire war die erste Single Auskopplung der EP und beginnt mit sanften Tönen aus dem Synti bevor der Bass mit so viel Wucht einsetzt, dass ich mir jetzt schon denke, was ein geiler Song. Es ist manchmal echt simpel, mich zu begeistern. In diesem Fall hat es genau 24 Sekunden gedauert. Der Song bleibt ruhig, instrumentell passiert nicht viel. Es gibt auch keinen Break zum ersten Refrain, die Hauptstruktur kommt von dem basslastigen Drums, die mich wieder an die Tribaldrums aus dem ersten Lied My House erinnern. Selbst beschreiben Me & The Monster Give Me Fire als einen Song, der vor allem live besonders schön zu spielen ist, da die ruhige Melodie zum Mitsingen einlädt. Laut eigenen Aussagen ist es musikalisch eine Mischung aus der norwegischen Aurora und dem amerikanischen Bon Iver und da kann ich nur zustimmen.

    Der Song ist die Suche nach Licht an dunklen Tagen, ein Hilferuf, wenn man alleine nicht mehr herausfindet. Und tatsächlich lässt mich Give Me Fire ein bisschen verloren fühlen, aber keinesfalls hoffnungslos. Es ist definitiv einer der ruhigeren Songs der Platte, aber absolut kein langweiliger.

    don’t lose your colours

    Den Abschluss der EP bildet Colours und auch hier wieder ein s/o an Me & The Monster. Der Song öffnet sich so harmonisch und catchy, dass ich mir direkt wieder klar ist: ich habe tatsächlich eine kleine neue Lieblingsband entdeckt. Das passiert nicht oft, dass man sich Hals über Kopf in eine gesamte EP verliebt, meistens ist es immer nur ein oder zwei Songs, von denen man total angetan ist. Bei Me & The Monster muss ich aber wirklich sagen, sie haben mich mit diesem Release komplett überzeugt. Während ich so darüber nachdenke, läuft Colours weiter. Me & The Monster, Untoldency, Untoldency Magazine, Indie, Musik, Blog, Blogger, Online Indie Musik Magazin, Interview, Me & The Monster, Me and the monster, Me&themonster musik, selftitledDie Stimmenharmonie der beiden gefällt mir immer mehr. Sie tragen mich durch den Song und spielen auch hier wieder mit vielen verschiedenen Elementen. Am besten gefällt mir die Bridge, die eine ruhige Gitarrenmelodie mit Wellengeräuschen im Hintergrund kombiniert. Es ist fast das Ende der EP und weiß, was noch kommen wird. Me & The Monster lassen den Song wieder aufbauen und geben ihm den Freiraum sich erneut selbst zu entfalten. Colours klingt ein bisschen nach dem Festhalten an sich selbst, nach Identitätsfindung und nach Überlebenswillen. Es fügt sich perfekt in den Mix aus ruhigem, energiereichen und deepen Indie-Tracks der EP ein. Für mich der ideale Abschluss einer abwechslungsreichen Reise nach mir selbst und dem Monster in mir.

    Für eine visuelle Vorstellung von Me & The Monster hier das offizielle Live-Video von My House:

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  • Kaltenkirchen mit bittersüßem Debüt: „Im Namen der Liebe“

    Am 27.12.2019 veröffentlichte Kaltenkirchen das Debüt-Album „Im Namen der Liebe„. In 11 Songs werden wir mitgenommen auf eine Reise in die 80er, voll von Liebeskummer und Verlusten, am Ende aber irgendwie auch Zuversicht. Die komplette Albumreview von Jule lest ihr hier.


    Ich war 2019 wohl auf kein Debüt mehr gespannt als auf das von Kaltenkirchen, formally known as Philip Maria Stoeckenius. Vollständigerweise möchte ich hier aber auch Niklas Pichler, der sowohl Ein-Mann-Liveband als auch Produzent ist, erwähnen. Denn die beiden sind gemeinsam Kaltenkirchen.

    Mit „Liebe auf dem Klavier“ starten wir die Platte. Der Song handelt von einer leidenschaftlichen Romanze, die zu einer tiefen Verbindung verschmelzen zu scheint. Bis man merkt, dass die andere Person es irgendwie doch nicht so ernst meint. Kaltenkirchen singt mit solch einer Dramatik, dass ich das Gefühl habe, dass er diese Geschichte nicht nacherzählt, sondern genau in diesem Moment erlebt. Mit all der Liebe und all dem Schmerz. Das nicht weniger dramatische Instrumental da sein Übriges.

    Weiter geht’s mit „Die Lichter„. Und da passiert es: Ich frage mich ernsthaft, ob Kaltenkirchen uns eigentlich alle verschaukeln will. Ich bin mir während „Die Lichter“ sicher, dass er eigentlich bereits 50 Jahre alt ist und nun die Hits, die er als Jugendlicher 1986 geschrieben hat, unters Volk bringt. So authentisch 80er klingt der Sound für mich – und als im Jahr 1992 Geborene weiß ich genau, wovon ich spreche. Zweiter Song des Albums und ich bin überaus positiv überrascht. So kann es weitergehen.


    Vorsorglich schon einmal tief durchatmen…

    Du und Ich (1990)“ ist wahrscheinlich der Song, vor dem ich am meisten Respekt hatte. Via Instagram hat Kaltenkirchen erzählt, dass es um seine Eltern geht, die 1990 die Fehlgeburt des dritten Geschwisterkindes zu verkraften hatten. Schluck. Schwere Kost. Und da Kaltenkirchen mir seine Songs bisher mit 300 % Leidenschaft vorgesungen hat, befürchte ich hier gleich einen mental breakdown.


    Du trägst die Frucht unserer Zweisamkeit in deinem Bauch.
    Die Engel nehmen sie dir weg.
    Du nimmst es wahr wie im Rausch.
    Du versucht es dir zu erklären, warum das Kind in dir starb.
    Ich nehme dich bei der Hand, bis dort wo noch
    niemand war.


    Ich lasse diese Zeilen einfach mal so stehen. Höchst aufgewühlt bin ich, dieses Lied ist eine emotionale Achterbahnfahrt. Ich hoffe wirklich, dass der nächste Song mich wieder bisschen runterholt.

    Track 4 des Albums ist (zum Glück) der Gassenhauer „Harry Haller„, den viele von uns wohl besonders nach dem Video mit Mia Morgan und Drangsal lange im Ohr hatten. Ihr wisst schon, „zwei Seelen kämpfen in meiner Brust“. Gute Texte brauchen nicht immer eigenen Hirnschmalz. Manchmal ist es auch schön, die Lyrik eines anderen zu verwenden. Die von Goethe zum Beispiel. Den hat Kaltenkirchen hier nämlich zitiert. „Harry Haller“ ist wahrscheinlich sein Signature Song, der (hoffentlich) vielen Leuten Bock auf seine Musik gemacht hat. Ich jedenfalls singe jetzt für die nächsten Tage wieder leise „zweiiiisaaaam ist besser als einsam“ vor mich hin.


    Kaltenkirchen, we’re going down…

    Der nächDer nächste Song heißt Phase Null und ist wohl der seelische Tiefpunkt dieses Albums. Es geht um jemanden, der offensichtlich gerade nicht so ‘ne geile Zeit hat. Ob Philip hier von sich selbst erzählt? Er hat schon öfter erzählt, dass Kaltenkirchen das Ventil für seine eben kalte und depressive Seite ist. Trotz des schweren Themas ist der Synthie-Sound in Phase Null (wie bei allen Songs bisher) sehr melodisch und energiegeladen. Ich habe im Moment eine ziemlich gute Zeit. Vielleicht konzentriert sich mein Kopf deshalb auch eher auf den Beat, als auf den Text, der aber auch wieder unschlagbar ist:


    Und die Zynik lässt dich immer tiefer fallen
    und vernebelt den Verstand.
    Denn du hast dich im Verharren und im Trinken
    in der Nichtigkeit verrannt.


    Ob Philip hier von sich selbst erzählt? Er hat schon öfter erzählt, dass Kaltenkirchen das Ventil für seine eben kalte und depressive Seite ist. Wenn das so sein sollte, dann hoffe ich jetzt einfach mal, dass aus Phase Null inzwischen Phase Hundert geworden ist.

    In „Die Wolke“ werden sich wahrscheinlich sehr viele Leute wiedererkennen (und es nicht zugeben). Wir, die wir in einer Gesellschaft leben, in der uns unser Look auf Social Media oft wichtiger ist, als das Wohlergehen unseres Gegenübers in der realen Welt. Kaltenkirchen kritisiert hier lautstark unsere gesellschaftliche Entwicklung. Diese Kritik wird eingehüllt vom einem heftigen 80er-Pop-Sound, der super innovativ klingt. Ich möchte dieses Lied einfach ganz doll umarmen!


    Ich bin voll und ganz begeistert

    Im ersten Moment hat mich „Gib mir Deine Hand“ geschockt. Kaltenkirchen haucht mir hier im feinsten ASMR-Style ins Ohr. Gänsehaut. Aber nicht die gute, sondern die komische. Ich gewöhne mich aber zum Glück schnell daran. Der Song baut sich auf zu einem melodischen Meisterwerk. Textlich wieder ziemlich dunkel, aber für mich ist „Gib mir Deine Hand und lass dich von mir ziehen“ einfach einer der aufmunternsten Sätze, die man einem anderen sagen kann. Der prägnanten E-Gitarren-Riff in diesem Song gefällt mir auch richtig gut. In Kombination mit der Chipmunk-Stimme (das nennt man seit 2005 nicht mehr so, oder?) ist das ein Song, der etwas vereint, was meine Ohren so noch nie gehört haben.

    Von Song zu Song werde ich betrübter, weil ich mich langsam dem Ende nähere. Und auch „Testosteron“ enttäuscht mich nicht. Die Synthies in diesem Song gefallen mir bisher am besten von allen. Hier fällt mir zum wiederholten Male auf, dass ich die Wortwahl in den Texten von Kaltenkirchen wirklich unfassbar bewundere. Ich fühle die Hin- und Hergerissenheit mit jeder Sekunde des Songs mehr.

    In „Wir sind das Volk“ geht es um den oftmals schwierigen Grat von Toleranz zu Akzeptanz. Das Gefühl, alles umkrempeln und ändern zu wollen, aber nicht bei sich selbst anzufangen. Textlich ist dieses Lied einfach ein Hinhörer für alle New-Wave-Lover. Undd auch hier triggert er mich wieder mit den Emotionen in seine Stimme – ich möchte einfach mit ihm auf den Tisch hauen.

    Kommen wir zum Titelsong der Platte, der an vorletzter Position des Albums gelandet ist: „Im Namen der Liebe„. Viele von uns kennen das. Man liebt, obwohl man weiß, dass es keine Zukunft haben wird. Trennen wir uns aber dann? Nö, oftmals nicht. Anders hier: Es wird bemerkt, dass man nicht mehr so begehrt wird, wie es einmal war.


    „Im Namen der Liebe verlasse ich dich.
    Nicht weil ich das so möchte,
    es ist die Pflicht die aus mir spricht.


    Auch bei diesem Song fällt mir wieder auf, wie sehr ich Freud und Leid in Kaltenkirchens Stimme hören kann. Er catcht mich damit wie kaum ein anderer.

    Kommen wir zum letzten Song: „Demonstration“. Dieser ist ein reines Instrumental. Ich kenne mich in der elektronischen Musik nicht so gut aus, aber sind das Technobeats? Wie auch immer. Ich feier es irgendwie. Guter Song für mich, um nach dem emotionalen Auf und Ab wieder runterzukommen.


    Fazit

    Ich war super gespannt und hatte daher irgendwie aus Versehen auch ziemlich hohe Ansprüche. Ich mag Philip als Typen total gerne und meine zu wissen, was für ein kreativer und schlauer Kopf er ist. Und was soll ich sagen: Ich bin absolut hyped mit diesem Album.Im Namen der Liebe“ ist für mich eines der besten Debütalben ever. Ich möchte an dieser Stelle auch nochmal auf Niklas Pichler zurückkommen, der als Produzent unfassbar gut abgeliefert hat.

    Alle Songs erzählen auf wunderschön lyrische Art und Weise die bittersüßen Aspekte der Liebe, des Lebens und des Seins. Ohne mich jedoch mit einem schlechten Gefühl in den Tag zu entlassen. Ganz im Gegenteil. Durch die dynamischen Beats und den vielen unterschiedlichen Synthie-Sounds verkauft Kaltenkirchen geschickt seine durchaus kritischen und kompromisslosen Texte. Irgendwie hat er etwas erschaffen, was (jedenfalls in meiner Bubble) bisher noch nicht dagewesen ist.

    Und wer es bisher nicht getan hat und textsicher werden möchte, der kann sich hier das komplette Album anhören:

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