Heute gibt es ein weiteres Interview in Kooperation mit den Acoustics Concerts und zwar mit Maxim! Er spielt in Hamburg, Hannover und Essen vom 14. bis 16.7. Der deutsche Singer-Songwriter sollte wohl so ziemlich jedem bekannt sein. Ich verbinde vor allem mit seinem Song „Meine Soldaten“ eine große Portion Nostalgie, die mich zurück in die Jugend und den ersten Liebeskummer versetzt. Aber auch seine neuen Songs und Alben, wie zum Beispiel das neueste Album „Grüne Papageien“ gehen nach ein paar Mal Hören nur schwer aus dem Kopf. Im Interview habe ich mit Maxim über die Veränderungen des Musikbusiness und seinen Umgang mit motivationslosen Phasen gesprochen.
Maxim im Interview
Anna:Hi, danke, dass du dir die Zeit nimmst. Wie geht’s dir?
Maxim: Danke, mir geht’s gut!
Anna:Zu Beginn direkt mal eine harte Entweder-Oder-Frage: Bist du ein Herz- oder Kopfmensch?
Maxim: Definitiv Kopfmensch. Ich denke immer erst einmal nach und entscheide nicht so oft aus dem Affekt.
Anna:Was kommt bei dir meistens zuerst: Text oder Musik?
Maxim: Das kommt bei mir immer gleichzeitig. Ich trenne es nicht so wirklich, weil es für mich immer zusammen aufkommt.
„Ein Album ist für mich ein Gesamtwerk“
Anna:Was ist deine Meinung zu Features? Ich habe auf deinen Alben nur einen Feature Song mit Marteria gefunden.
Maxim: Ein Album ist für mich eher ein Gesamtwerk und das macht es schwierig andere Features mit einzubringen. Ich mag es aber auch gerne mit anderen Künstler:innen zusammen an Songs zu arbeiten. Da wird auch in Zukunft noch etwas kommen. Es gibt allerdings auch noch ein paar mehr Features, die halt nur nicht auf den Alben zu finden sind, zum Beispiel auch ein paar Reggae Tracks oder Features von mir auf Alben anderer Künstler:innen.
Anna: Das kann ich gut verstehen. Deine Reggae-Songs kenne ich noch gar nicht, da werde ich nachher erst einmal reinhören. Anderes Thema: Wie stehst du zu deinem Song “Meine Soldaten”? Wahrscheinlich wirst du ziemlich oft auf das Lied angesprochen, da du dadurch ja irgendwie bei den meisten erst so richtig auf der Bildfläche erschienen bist. Nervt es dich, dass du manchmal darauf reduziert wirst?
Maxim: Ehrlich gesagt passiert das gar nicht so oft. Journalist:innen bereiten sich ja auf Interviews vor und gehen durch meine gesamte Musik, recherchieren Hintergründe und so weiter. Klar, werde ich dann auch mal was zu dem Song gefragt, aber meistens geht es eher um das aktuelle Album. Außerdem ist „Meine Soldaten“ auch ein guter Song. Ich mag ihn immer noch. Hab schon schlechtere Songs geschrieben, aber natürlich auch schon bessere.
Das Video zu „Meine Soldaten“ ist genauso ergreifend wie der Song selbst
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Anna: Was hat sich in dem Musikbusiness verändert seitdem du angefangen hast?
Maxim: Das ist ja jetzt schon ein so langer Zeitraum: Sehr viel, eigentlich alles. Alleine in den letzten zwei Jahren hat sich mit der Pandemie und der Nutzung von Spotify ja einfach grundlegend schon so viel verändert. Aber ich hab noch nie darauf geachtet, irgendwas gerecht zu machen, also meine Songs an den Algorithmus und die Streaming-Gewohnheiten anzupassen. Das kann ich nicht, entspricht nicht meinem Charakter und ist meiner Meinung nach auch zum Scheitern verurteilt. Die Songs werden dadurch nicht besser oder schlechter. Ich bewerte den Song danach, ob er geil ist oder nicht. Ich bin auch einfach ein 3:30 Minuten Mensch. Für mich ist das dramaturgisch für den Song sinnvoll und ich bin es gewohnt, weil ich damit aufgewachsen bin. Eine Sache, die mir in letzter Zeit auch extrem aufgefallen ist, ist Autotune. Das ist gerade auch ganz groß. Ich finde es meistens eher nervig, nicht schlecht generell, aber mich nervt es größtenteils. Die Stimmen klingen dadurch schnell so ähnlich und der Charakter geht total flöten. Andererseits muss ich auch sagen, dass zum Beispiel die Amy Winehouse Platte „Back to black“ einfach richtig gut ist, da stört es mich gar nicht.
Motivationslosigkeit als Quelle der Inspiration
Anna: Ohja, da stimme ich dir zu! Auf dich bezogen: Gab es in den letzten Jahren öfters mal Phasen, in denen du überlegt hast mit der Musik aufzuhören?Und was machst du in so einem Motivationstief gegen die fehlende Inspiration?
Maxim: Sowas passiert immer mal wieder, also solche Phasen.Ich mache es ja wirklich schon sehr lange, fast 20 Jahre und da bleiben solche Momente nicht aus. Es gibt immer eine Existenzangst. In dem Sinne, dass ich denke, das nächste Album ist das letzte und danach geht nichts mehr. Das ist dann so ein Schema im Kopf, das man wegbekommen muss. Ich versuche das dann auch als Motivationsquelle zu sehen und mir selbst zu sagen: ‚Ich würd‘s am liebsten anders machen können‘ und dann schauen wie das geht. Das passiert auf jeden Fall alles nicht bewusst. Wie mit allen negativen Gefühlen ist es ja so, dass man das nicht steuern kann. Kann man es in dem Moment nicht analysieren. Ich versuche dann meine schlechte Laune mit Musik schreiben zu vertreiben. Mir ist das auch kürzlich erst klar geworden, dass ich da so mit umgehe. Vielleicht sollte ich es nicht mehr so machen und mir eine andere Art suchen mit diesen motivationslosen Phasen umzugehen.
„Man kann negative Gefühle nicht steuern“
Anna: Solange zu weiterhin Musik machst und nicht aufhörst gerne! Zum Abschluss habe ich noch unsere typische Frage: Was ist deine untold story?
Maxim: Ich habe keine, sowas sollte besser ungesagt bleiben. Überleg mal, wenn ich in jedem Interview eine Story rauskloppen sollte, müsste ganz schön viel Interessantes passieren in meinem Leben. Ich bin nicht so der Typ, der von stories mit den Freunden erzählt, das behalte ich dann doch lieber privat. Das einzige, was mir gerade spontan einfällt ist, dass letzte Woche ein Igel in unserer Nachbarschaft überfahren wurde. Das war traurig.
Anna: Oh, das ist wirklich traurig, RIP Igel. Ich hoffe, dass du die gedämpfte Stimmung bis zum Konzert wieder vergessen kannst und wünsch dir ganz viel Spaß auf der Bühne bei den Acoustic Konzerten und bedank mich für’s Interview!
Wer sich schonmal auf das Konzert vorbereiten möchte, kann hier in das neueste Album von Maxim reinhören!
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Immer mal wieder lass ich mich in ruhige Singer-Songwriter-Vibes entführen und verlier mich ein bisschen selbst drin. Sich zuletzt in mein Herz geschlichen hat Elena Steri. Die junge Nürnbergerin ist mir zuerst als Feature auf der A Tale Of Golden Keys Single Whirling über den Weg gelaufen (auch so schön). Dort verzaubert mich Elena das erste Mal mit ihrer Stimme und seitdem warte ich auf neuen Musik-Input. Und der kam jetzt. Mit Chaotic Energyhat Elena letzte Woche ihre Debüt EP veröffentlicht. Ich hab die Gelegenheit genutzt, um über sowohl die einzelnen Songs zu sprechen als auch ihre Heimatverbundenheit zu Sardinien und das Aufwachsen als sensible Person. Dazu gibt es die schönste untold story, die mir bisher erzählt worden ist.
Elena Steri im Interview
Anna: Hey Elena, natürlich die wichtigste Sache vorweg: Happy Release! Wie geht’s dir, wie fühlt sich das an, deine erste EP raus in die Welt gelassen zu haben?
Elena: Vielen Dank! Es fühlt sich tatsächlich ein bisschen unreal an, wir haben die Songs ja schon vor fast einem Jahr aufgenommen. Und weil sich das mit der Pandemie alles verzögert hat, mussten auch wir alles nach hinten schieben. Ich bin aber echt sehr froh, dass jetzt endlich jeder die Songs hören kann!
Anna: Auf Chaotic Energy verwebst du viele einzelne Stories und Songs miteinander. Obwohl sie alle so verschieden sind, verbindet sie das Level an Intimität, Ehrlichkeit und Mut, das du in jedes einzelne Lied steckst. Was würdest du sagen, ist die Grundaussage dieser EP? Was ist die Chaotic Energy?
Elena: Ich denke, viele Menschen verbinden mit dem Wort Chaos erstmal etwas negatives. Aber nur aus dem Chaos kann die Ordnung entstehen. Jeder fühlt sich manchmal verloren, aber ich glaube, dass aus dieser Verlorenheit auch viel Gutes entstehen kann. Mit der EP habe ich mir einen Weg durch die vielen verschiedenen Erinnerungen und Gefühle gebaut, auf dem ich alles, was jetzt kommt, beschreiten kann. Darauf bezieht sich Chaotic Energy hauptsächlich, aber auch musikalisch gesehen passiert viel Verschiedenes. Wir haben ungefähr 30 verschiedene Instrumente und Gegenstände eingespielt, beispielsweise Querflöte, Kalimba, Fidget Spinner und auch Gläser.
„Der Schreibprozess hat Themen aufgewirbelt, mit welchen ich mich weiterhin beschäftigen möchte.“
Anna: Der Opener der EP ist Pavement, ein Song, über den wir hier auch schon geschrieben haben. Ich find ihn, 4 Monate später, immer noch unglaublich powerful. Warum hast du dich entschlossen, damit die EP zu beginnen?
Elena: Pavement ist tatsächlich auch der erste Song, den ich damals für die EP geschrieben habe! Deswegen war irgendwie von Anfang an klar, dass das der Opener wird, auch weil der Song eine Art Intro hat. Außerdem hat der Schreibprozess auch in mir einige Themen aufgewirbelt, mit welchen ich mich auch weiterhin beschäftigen möchte und werde. Im Kontext der EP ist er entwicklungstechnisch gesehen auch der aktuellste Song.
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Anna: In Could You Tell? sprichst du deine Eltern an. Ist deine Beziehung zu deinen Eltern heute anders als sie früher war? Wie haben sie auf den Song reagiert?
Elena: In Could You Tell geht es ja konkret darum, dass man seinen Eltern vorspielt, dass es einem gut geht, obwohl sie sehen, dass man lügt. Beide Parteien wissen irgendwie Bescheid, aber trotzdem versucht man, dieses Konstrukt aufrecht zu erhalten. Ich habe inzwischen eine ganz gute Beziehung zu meinen Eltern, aber mir ging es auch mental nicht immer so gut wie momentan und ich hatte lange sehr starke Probleme, meine Familie damit zu belasten. Ich glaube, meine Eltern finden den Song aber ganz gut und unterstützen mich auch voll in dem, was ich mache.
Anna: Der Song bricht dann, vor allem musikalisch, noch mal völlig aus und landet fast im Grunge, wo man dich eigentlich überhaupt nicht vermuten würde. Welche musikalischen Einflüsse haben sowohl die EP als auch dich als Person und Musikerin geprägt?
Elena: Schön, dass du fragst! Als Kind habe ich fast nur Klassik gehört. Dann war ich im Rock und Hardcore beheimatet. Ich habe jahrelang nur Metal und Hardcore zum Einschlafen gehört, weil mich das entspannt hat. Irgendwann hat sich das auf Grunge, Indie und alles andere ausgeweitet. Inzwischen höre ich eigentlich alles, was mir gefällt/ mich berührt oder inspiriert. Zur Produktion der EP habe ich viel Dodie, Phoebe Bridgers, Brand New und Daughter gehört.
„Wenn ich nach Sardinien fahre fühle ich mich immer, als würde ich nach langer Zeit nach Hause kommen.“
Anna: Ich bin immer noch bei Could You Tell?, aber: „Take me back to when I was whole / Before my head broke my heart in the bedroom”, das macht unfassbar viel mit mir und anderen wahrscheinlich auch. Warum glaubst du, können sich so viele damit identifizieren, obwohl jede:r eine eigene Story dazu hat?
Elena: Es gibt ein bekanntes Zitat das lautet „Don’t think so much. You’re breaking your own heart.“, welches mich schon lange begleitet. Ich überdenke Dinge oft zehnmal und verbaue mir damit Möglichkeiten und ich versuche gerade, ein bisschen mehr davon wegzukommen. Ich glaube, damit können sich einige identifizieren, weil sensible Menschen oft dazu neigen, sich viel zu viele Gedanken um alle involvierten Parteien in einem Szenario zu machen und sich am Ende selbst die Schuld zu geben, wenn etwas nicht funktioniert. Ich habe mir früher so oft gewünscht, dass ich an den Punkt zurückgehen könnte, bevor ich angefangen habe, alles zu überdenken und meinen Selbstwert zu hinterfragen.
Anna: In „Just Be“ beschäftigst du dich mit deiner Kindheit auf Sardinien, in dem Video sind auch viele alte Filmaufnahmen zu sehen. Was hast du von der Zeit damals am meisten mitgenommen? Und was zieht dich vielleicht auch immer noch zurück?
Elena: Aus der Zeit habe ich auf jeden Fall die Liebe zum Meer, viel Kulturelles aber auch dieses Gefühl der Unbekümmertheit mitgenommen. Ich bin auch fast jedes Jahr auf Sardinien. Der schönste Moment des Urlaubs ist der erste Atemzug warmer, salziger Luft wenn ich aus dem Flugzeug steige. Der erste Blick auf’s Meer, sobald man vom Flughafen wegfährt. Natürlich sehe ich Deutschland erstmal als mein Heimatland an, aber es macht mich unruhig, kein Wasser in der Nähe zu haben. Und wenn ich nach Sardinien fahre fühle ich mich immer, als würde ich nach langer Zeit nach Hause kommen. Ich glaub‘ deswegen bin ich auch so gerne dort.
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„Ich weiß, du glaubst mir das nicht, aber du wirst nochmal richtig krass, Elena.“
Anna: Was steckt hinter dem Songtitel Puzzleboom?
Elena: Ein Brief, den ich auf einem Flohmarkt gefunden habe! In dem Brief beschreibt der Autor seinem Freund zwei Seiten lang, wie er eine Gehirnerschütterung hatte, die so stark war, dass er temporär verlernt hat zu sprechen und Wörter zu verstehen und zu lesen. Der Brief war mit Puzzleboom betitelt und auch die Inspiration für den Spoken Word Teil im Song. In Puzzleboom geht es um das Kind im Film „Systemsprenger“, das durch alle Hilfesysteme fällt und darum, nicht verstanden zu werden. Der Brief hat da eine ganz schöne Parallele aufgemacht.
Anna: Du konntest vor ein paar Tagen bei den Acoustics Concertsauch das erste Mal wieder live auf der Bühne stehen. Wie war das für dich?
Elena: Das war so schön! Ich kam ja leider viel zu spät, weil mein Zug so verspätet war. Dadurch hatte ich aber glücklicherweise gar keine Zeit, aufgeregt zu sein. Im Vorhinein war ich aber echt wahnsinnig nervös, weil das ja auch mein erstes Konzert seit 8 Monaten war und dann noch in so einem stripped down Setting. Das allerschönste am Live spielen ist aber echt die Energie, die die Zuschauer von außen reingeben, auch indem sie einfach zur gespannt zuhören. Das hat mir so gefehlt, weil das kein Livestream ersetzen kann. Ich freu mich sehr, dass ich bald noch ein paar Shows spielen kann!
Anna: Kurzes Abschweifen, aber ich werd dich wahrscheinlich für immer als die bessere Lena Meyer-Landrut assoziieren, nachdem mir die Jungs von A Tale Of Golden Keys die Geschichte hinter eurem Feature zu Whirlingerzählt haben. Wie hast du euer Zusammenkommen in Erinnerung?
Elena: Sehr entspannt! Das kam echt sehr zufällig und unerwartet. Ich saß gerade im Café als auf meinem Handy eine Facebooknachricht von Jonas aufploppte, in der er mich einfach direkt gefragt hat. War aber super unkompliziert, ich hab‘ einen Entwurf bekommen, meine Idee zurückgeschickt und dann sind wir nochmal in den Proben- und aufnahmespace von ATOGK gefahren und haben dort meine Vocals aufgenommen. Die Band selbst kenne ich aber lustigerweise schon viel länger. Ich habe mit 13 mal zufällig ein Konzert von ihnen auf einem Straßenmusikfestival in Nürnberg gesehen, da waren die anderen vielleicht 17 und hatten so lustige Collegejacken beim Spielen an, haha.
Anna: Die letzte Frage ist unsere, oder eher deine, untold story. Welche Geschichte hast du noch nie in einem Interview geteilt, möchtest es aber an dieser Stelle tun?
Elena: Meine untold story ist vom Anfang meiner Musikgeschichte und an die denke ich tatsächlich sehr oft, wenn ich mich unsicher fühle. Ich habe im Rahmen eines kleinen Umsonst-und-Draußen-Festivals in der Region auf einer Akustikbühne gespielt, das war so mein viertes oder fünftes Konzert überhaupt. Nach mir hat Tilman von Tigeryouth gespielt und ich weiß noch, wie er später am Abend zu mir kam mit seinem Glas Rotwein in der Hand und zu mir aus vollster Überzeugung gesagt hat: „Ich weiß, du glaubst mir das nicht, aber du wirst nochmal richtig krass, Elena. Ich weiß das einfach.“ Ich hatte zu dem Zeitpunkt noch nicht mal in Betracht gezogen Musik zu machen und hab‘ das damals nicht so richtig ernst genommen, aber inzwischen denke ich immer daran, dass jemand schon an mich geglaubt hat bevor ich es getan hab, wenn ich mich unsicher fühle.
Wer sich davon beweisen will, wie krass Elena schon ist und noch werden kann, here you go:
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Die Acoustics Concertssind bereits im vollen Gange und wir bei untoldency haben die Ehre euch mit geilem Content zu allen wundervollen Künstler:innen zu versorgen! How exciting für uns, wie für euch! 😍 Auch die Hamburger Songwriterin Lina Maly ist am Start. Mit ihrer gefühlvollen Stimme wird sie euch am 11.07. in Offenbach und am 18.07. in Dresden verzaubern. Ich habe mit ihr über die anstehenden Konzerte sowie über ihr im Oktober erscheinendes drittes Album gesprochen. Wenn es euch jetzt schon in den Fingern juckt, bestellt das Album hier bereits vor.
Lina Maly im Interview
Evelin: Hey Lina, so langsam geht es jetzt ja auch für dich in Richtung Normalität los mit ein paar Konzerten. Wie sehr freust du dich auf deine zwei Shows mit Acoustics Concerts?
Lina: Ich bin total aufgeregt, wie das alles wird! Ich habe letztens schon zwei Shows gespielt und es war sehr, sehr schön. Ich habe das Gefühl die Leute sind dankbarer als vorher. Sie haben supergut zugehört und waren ganz aufmerksam. Die kamen danach auch zu mir und haben gesagt, dass sie es so schön finden, dass es das jetzt wieder gibt. Man merkt, dass die Leute auch mega Bock darauf haben, dass sie es fast brauchen. Und das freut mich natürlich, dass ich ihnen das wieder geben kann.
„Es sind sehr intime Texte“
Evelin: Kommen wir zum neuen Album. Nach und nach kommt jetzt Single für Single raus und am 29.10.2021 dann das Album Nie zur selben Zeit. Das ist alles bestimmt super aufregend! Willst du mir erklären, worum es in dem Album gehen wird?
Lina: Erst mal kann ich sagen, dass es das erste Album ist, wo ich mitproduziert habe. Es ist eine Koproduktion und deswegen ist es für mich noch viel aufregender, weil es quasi mein Produzentinnen-Debut ist. Das ist auf jeden Fall sehr besonders an diesem Album.
Es geht viel um Liebe. Ich habe die beiden Platten davor auf die Gesellschaft gestützt und mich da ausgetobt. Ich habe viele Sachen gesehen und viel thematisiert. Jetzt bin ich wahrscheinlich auch wegen der Pandemie mit mir allein gewesen und habe viele Gefühle in mir selbst gefunden, die sehr persönlich sind. Es sind sehr intime Texte, weil ich über Sehnsucht, Schmerz, unerwiderte Liebe, auch über erwiderte Liebe singe, über das Aufkeimen von Liebe, die Trauer, meine Großtante verloren zu haben. Und diese Momente, die einen auch dazu bringen, dass, wenn man Filme guckt, heult. Das ist ja nicht unbedingt, weil es dich first hand berührt. Es berührt einen, weil man das mit irgendwas verbindet. Ich habe letztens Die Wilden Hühner wieder gesehen und ich habe so geheult, weil mich das an eine Zeit erinnert hat, die vorbei ist.
In dieser Pandemie ist Berlin auch mega traurig gewesen. Es waren gar keine Touris da, die man ja normalerweise alle hasst. Aber zu diesem Zeitpunkt hätte man sie gerne gehabt, weil es so leer war. So traurig, so grau dieser Winter. Ich habe das Gefühl, dass ich emotional noch mal viel angreifbarer geworden bin. Ich bin viel isoliert gewesen, was auch eine interessante Erfahrung war. Aufgrund meines Jobs war ich natürlich immer sehr viel unterwegs, habe viele neue Leute kennengelernt und hatte diese ständig um mich rum, wahrscheinlich auch fast ein bisschen zu viel. Als dann alles weggebrochen ist, war ich mit mir allein. Was aber langfristig gesehen total die gute Erkenntnis war, weil Gefühle aufkamen, die ich ganz oft auch unterdrücke. Mein Leben lenkt mich, wie es immer war, auch jetzt wieder wird, gut von meinen eigenen Problemen ab.
„Vor sich selbst hat man keine Scham“
Evelin: Was willst du deinen Hörer:innen mitteilen? Was erhoffst du dir, dass sie aus dem Album für sich mitnehmen?
Lina: Viele Songs haben etwas Hoffnungsvolles. Ich habe einen Song darübergeschrieben, wie es sich anfühlt, Opfer von sexueller Gewalt zu sein. Das begleitet mich jetzt schon super lange. Der wird aber zum Ende hin total hoffnungsvoll. Ich habe mich damit auseinandergesetzt, was man als Opfer hören möchte; das weiß ich ja auch selbst. Der Song heißt Schmerz vereint und da erhoff ich mir natürlich, dass es den Leuten Halt und Kraft gibt oder dass man sich nicht so alleine fühlt. In einem anderen Song geht es darüber, dass du in einer grauen Stadt wohnst und alle anderen Städte sind für dich auch grau. Bis diese eine Person kommt, die das alles aufbricht und ein Kuss kann halt alles verändern. Ein anderer Song heißt Wir bleiben wach. Er fängt zwar auch sehr düster an, aber bricht dann auf mit diesem Kuss im Refrain.
Wahrscheinlich ist es alles das, was ich selbst gebraucht habe (lacht). Ich habe noch nie ein Konzeptalbum gemacht. Das ist einfach eine Sammlung von Songs, die entstanden sind und mir viel bedeuten. Ich glaube dadurch, dass es eine düstere Zeit für uns alle war, vor allem für die Kulturbranche, habe ich auch viele hoffnungsvolle Enden und Teile versteckt.
Evelin: Du hast ja schon erwähnt, dass du generell sehr persönlich schreibst. Ist das manchmal besonders kraftraubend und erschöpfend?
Lina: Nein, es ist überhaupt nicht kraftraubend für mich. Es schenkt mir total viel, es ist eine Art Therapie. Als würde man einer Freundin ein Geheimnis gestehen: Wenn man es ausspricht, ist es wirklich schon besser. Es tut mir total gut, darüber zu singen. Manchmal hat man ein Gefühl und weiß nicht, wo das herkommt. Ich mache das so, dass ich einfach drauf losschreibe oder spiele und dann kommt irgendwas raus, was mich gerade beschäftigt. Ich merke in dem Moment manchmal erst, wie doll mich das beschäftigt. Das Unterbewusstsein macht so viel und es ist gut darüber zu reden, es auszusprechen und darüber einen Song zu schreiben, weil es einen dann auch erleichtert. Für mich ist es das Gegenteil. Und dazu kommt noch, dass man vor sich selbst ja gar keine Scham hat, das ist mega befreiend. Selbst bei der besten Freundin hast du Themen, worüber du nicht reden kannst.
„Ich kann das doch!“
Evelin: Nie zur selben Zeit handelt ja von einer Art Reifeprozess. Was gibt dir Kraft, dich weiterzuentwickeln und nicht auf einer Stelle stehen zu bleiben?
Lina: Ich habe mega Bock, Musik zu machen. Es macht mir Spaß, Musik zu hören, neue Musik zu entdecken, mich inspirieren zu lassen, mich in Genres weiterzubilden. Ich habe im Moment voll die Neo-Soul Affinität. Ich höre super viel Cleo Sol und 1000 verschiedene Künstler:innen. Das ist einfach meine Neugierde, für alles, was noch da ist. Ich fände es total langweilig immer das gleiche zu machen. Das passt einfach nicht zu meinem Charakter. Ich würde jetzt auch nicht 50-mal hintereinander an den gleichen Ort fahren, um da Urlaub zu machen (lacht). Ich mag es neue Sachen zu entdecken. Und das macht auch total Spaß, neue Instrumente auszuprobieren, gerade am Computer. Wenn du die Tasten einigermaßen beherrschst, dann kannst du einfach Kontrabass mit einem Keyboard spielen (lacht). Das macht einfach mega Spaß, Musik zu machen. Man schreibt ja auch nicht zweimal denselben Song.
Evelin: Hast du dich deswegen entschieden, dieses Album mit zu produzieren?
Lina: Es war gar keine Entscheidung, das war von Anfang an klar. Beim ersten Album konnte ich gar nicht produzieren. Beim Zweiten habe ich angefangen, Skizzen aufzunehmen, ganz simpel. Und dann habe ich angefangen, mich da ein bisschen reinzufuchsen und habe letztes Jahr mit Dead Rabbit zusammen die EP Winterveröffentlicht. Wir haben es nicht Koproduktion genannt, aber da habe ich auch schon sehr viel mit am Computer gesessen und ausprobiert. Und jetzt habe ich einfach gedacht: „Ich kann das doch, dann kann ich das auch zugeben.“ Es war eher ein Teil des Weges, keine Entscheidung.
Ich hoffe natürlich, dass ich mit den nächsten Platten immer mehr Erfahrung sammle und irgendwann so gut bin, dass ich das vielleicht komplett alleine machen kann. Wobei das ja auch Spaß macht, wenn noch ein kreativer Kopf mit dabei ist. Wenn man die Vorproduktion fertig hat, sitzt man manchmal davor und denkt: „Ja, ist das jetzt geil? Ich weiß auch nicht, ob man das besser machen kann oder nicht“(lacht). Du hast dieses Pingpong nicht. Wenn du das in dem Moment hast, hast du direkte Rückmeldung, dass es mindestens einer Person schon mal gut gefallen hat. Es gibt mir eine Gewissheit, dass es gut ist.
Evelin: Ja, wenn du immer ein und dasselbe machst und nur du die Augen darauf hast, dann verschiebt das auch deine Wahrnehmung total.
Lina: Volle Kanne! Aber das hatte ich jetzt auch schon wieder, auch als Koproduktion. Zweifeln kann ich auch sehr gut (lacht). Ich habe nicht selten Songs komplett verworfen und gesagt: „Nein, die Produktion ist falsch! Noch mal neu machen!“ Aber das gehört ja dazu.
„In einer Gruppe von Menschen können wir auch etwas bewegen“
Evelin: Gibt es einen Song auf dessen Reaktionen du am meisten gespannt bist?
Lina: Ja, bei Schmerz vereint, wo es um sexuelle Gewalt geht. Mir geht es darum, dass die, die nicht wissen, wie sich das anfühlt, verstehen, wie sich das anfühlen könnte. Und für die, die es wissen, sich nicht allein fühlen. Sondern, dass sie wissen: „Jemand teilt den Schmerz und wir sind viele. In einer Gruppe von Menschen können wir auch etwas bewegen und uns gegenseitig helfen. Wir sind füreinander da.“ Emotional ist das für mich der wertvollste Song auf dem Album, weil es schwer war darüber zu schreiben.
Ansonsten bin ich irgendwie so selbstbewusst, weil ich das selbst so toll finde (lacht). Ich stelle gar nicht infrage, ob das jemand gut findet, sondern eher, wer. Wenn du selbst überzeugt bist von einer Sache, dann bist du viel weniger angreifbar, weil du einfach sagst: „Es ist egal, ob es dir nicht gefällt, weil ich find es geil.“ (lacht) Und diesen Zustand habe ich auf jeden Fall jetzt zum ersten Mal so doll. Das beschreibt das Album ganz gut.
Evelin: In Die Liebe blüht und in vielen anderen Songs sind Blumen und die Natur oft ein zentrales Thema. Selbst in deinem Bundle hast du Blumensamen miteingefügt. Woher kommt diese Faszination?
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Lina: Ich liebe Pflanzen (lacht). Das Meer und Bäume oder Pflanzen sind für mich das Heilsamste. Ich war alleine Urlaub in Norwegen, stelle mich in Wald und fange an zu heulen, weil mich das so glücklich macht, von Natur umgeben zu sein. Es erdet mich so, ich kann das gar nicht beschreiben. Ich bin so demütig und dankbar vor der Natur. Das hört sich jetzt so esoterisch an, aber etwas Tiefes in mir ist dann beruhigt. Wenn man viel in der Stadt unterwegs ist, ist das Einzige, was mich beruhigen kann, wenn ich irgendwo in Wald fahre, auf einen Berg oder ans Meer. Ich bin auch so eine Bescheuerte und schwimme immer raus. Drei Feuerquallenstiche habe ich, weil ich immer rausschwimmen muss. Ich finde das auch so magisch, wenn man Ableger von Pflanzen neu einpflanzt. Für mich ist das etwas Beruhigendes und Faszinierendes, deswegen benutze ich das viel als Bildsprache.
„Diese Momente, wenn man richtig berührt wird“
Evelin: Auf welchen Song freust du dich am meisten, ihn bei Acoustics Concerts live zu performen?
Lina: Wir spielen einen neuen Song live, den wir auch nie vorher gespielt haben: Wolken, der jetzt gerade rausgekommen ist. Und da wir gerade in den Proben stecken, weiß ich auch überhaupt nicht wie der wird (lacht). Aber da freu ich mich drauf! Man freut sich eh immer darüber, wenn man neue Songs spielt. Das erste Album ist jetzt auch schon 5 Jahre alt und es gibt Songs, die habe ich gefühlt 300-mal schon gespielt. Klar kann man die immer mal anders spielen oder in einer anderen Tonart oder akustisch. Aber wenn man dann einen neuen Song hat, freut man sich einfach darüber. Mal schauen, wie viele neue Songs wir spielen. Auf jeden Fall mindestens Wolken!
Ich gehe selbst so gerne auf Konzerte und denke dann manchmal, was das für wundervolle Momente sind, wenn man komplett abdriftet. Diese Momente, wenn man richtig berührt wird und darüber freue ich mich eigentlich, dass ich selbst diese Person sein darf, die das wiederum bei anderen auslöst. Ich kenne mich ja selbst: Ich bin für mich der normalste Mensch, den es gibt. Aber dass ich für andere Leute diese Momente kreieren darf, ist für mich so absurd, aber wunderschön. Darauf freue ich mich natürlich, vor allem auch für die Leute.
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„Wenn mich das berührt, dann wird es auch anderen Leuten helfen“
Evelin: Wie gehst du mit dem Druck um, dass Leute so viel aus deiner Musik ziehen und sie ihnen durch schwere Zeiten hilft? Siehst du das überhaupt als Druck?
Lina: Nee, also das ist kein Druck, live vor allem nicht. Das Einzige, wovor ich manchmal Angst habe auf der Bühne ist, dass ich nicht loslassen kann. Am besten bin ich, wenn ich in der Musik versinke. Dann mache ich die Augen zu und singe. Man spürt selbst, wenn man singt und so eine Welle an Emotionen durchs Publikum schickt. Wenn man es wirklich fühlt, weiß man auch, dass es die anderen fühlen. Manchmal habe ich eher Angst davor, dass ich diesen Zustand nicht erreiche, weil ich selbst mit anderen Gedanken zu tun habe, sodass ich nicht abschalten kann.
Wenn ich Songs schreibe, denke ich fast gar nicht über die nach, die das hören. Ich habe es natürlich im Hinterkopf, aber ich habe immer den Gedanken: „Wenn mich das berührt, dann wird es auch anderen Leuten helfen.“ So unterschiedlich sind wir auch alle nicht. Ich habe jetzt schon einige Songs veröffentlicht, die Themen wie Tod und Trauer beinhalten. Da kriege ich viele Nachrichten dazu, dass das auf Beerdigungen gespielt wird oder Leuten bei der Trauer geholfen hat. Das ist das schönste Kompliment, das man bekommen kann.
Evelin: Am Ende jedes Interviews fragen wir nach einer untold story. Gibt es etwas, was du noch nicht mit der Welt geteilt hast und jetzt gern offenbaren würdest? 😊
Lina: Ich habe einen Song auf dem Album, der heißt Wo sind die Jahre hin. Da beschreibe ich einen Moment, wie ich einer ganz alten Person gegenübersitze und die Person hat kurz einen wachen Moment und erzählt mir Dinge und ist ganz zart, streichelt zärtlich meinen Kopf. Und alles was ich da singe, ist zu 100 % genau so passiert. Ich habe einfach nur das aufgeschrieben was passiert ist.
Evelin: Lina, vielen lieben Dank für das schöne Interview. Ich wünsche dir noch viel Spaß beim Proben und natürlich bei den Acoustics Concerts!
Hört bereits in die veröffentlichten Singles von Lina Maly rein und verpasst sie nicht bei den Acoustics Concerts: am 11.07. in Offenbach am Main und am 18.07. in Dresden! Tickets gibt es hier.
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Throwback 2014: Ich bin wieder bereit die nächste Vampire Diaries Folge zu schauen (don‘t judge, es war eine weirde Zeit). Plötzlich ertönt ein Song im Hintergrund. Sofort checke ich das Lied: Fire Breather von LAUREL. Und so begann meine Liebe für die britische Sängerin. Damals noch etwas finsterer unterwegs, assoziiert man die britische Sängerin heute mit plüschigem Synth-Pop. Ihr Debütalbum DOGVIOLET war gezeichnet von leichter Melancholie, dagegen klingt Limbo Cherry viel leichter und träumerischer. Irgendwie retro und futuristisch im selben Ton. Zusammen mit der 80’s-Pop-Princess haben wir kurz vor dem Release über ihre neue EP Limbo Cherry (mittlerweile schon draußen), Frauen im Musikbusiness und ein Glas, das zum Verhängnis wurde, gesprochen.
LAUREL im Interview
Evelin: Hey Laurel! How are you?
Laurel: Yeah, good! Record comes out tomorrow, so things are quite busy.
Evelin: How do you feel a day before your release? Do you still get nervous since releasing has kind of become a routine for you?
Laurel: No, I don’t really get nervous. It’s funny, I get really excited a few weeks before and then the actual few days before, I don’t even think about it. You just get into a shock almost and don’t think about it. You’re just kind of on ‘go, go, go’-mode, so you’re not really thinking. But I am really excited! I am a little bit nervous for people to get the notes. There’s always that, you know.
„This side is the water emotion“
Evelin: I really enjoy the EP and have my own interpretation of it. Can you explain the meaning behind Limbo Cherry in more detail?
Laurel: It’s the second part of my previous EP Petrol Bloom, which was much more fiery and passionate and a lot of adrenaline in the emotions. This side is the water emotion, the opposite end of the spectrum for me. And this EP really represents me growing into a woman. I’m in my mid-twenties and in this limbo state of being a child, a teenager, to being a woman. And I think the emotions that you can feel in between. The Limbo Cherry is what it represents. Growing into a woman but finding yourself stuck in this limbo state in love, with the world but also coming to realize what the world really is.
Evelin: Would you say that the two EPs are two parts of your personality or that you’ve grown more into ‘Limbo Cherry Laurel’ or are you still feeling like you are in this limbo state?
Laurel: I think they’re both me. I think there’s two sides to everyone. Tracks like Scream Drive Faster on Petrol Bloom, that’s very much me as well when I’m full-charging, ready to go, full of life and just wanting to party. And then the other side of me, which is Limbo Cherry, much more innocent and naïve and maybe reflective of emotions. I wrote Limbo Cherry during the pandemic and the lockdown when I had time to be on my own and be reflective. So, I think that side of me came out more in this EP. I had a bit of space, and I think that’s probably why I wrote this vibe.
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Evelin: You said that the theme of the EP revolves around you becoming a woman, stepping into these female emotions. How do you define your womanhood?
Laurel: Uh that’s hard (laughs). It’s definitely something I’m going through right now. Before now I never had any thought about my gender at all. I just was me, and I guess there’s a lot of talk in the air right now about gender and different gender roles. It’s definitely made me think about my own. Whether I identify with my own gender. And I’m not sure, to be honest. I think I’m very much exploring all of that. I’m not sure what me as a woman is yet. I think I’m growing into it. It makes me feel a bit uncomfortable actually, if anything. Figuring it all out, I’m not quite blossomed (laughs).
Evelin: That’s definitely happening to a lot of us at the moment. There’s both female and male energies in us. But I don’t know if you really have to find an answer to that, if you have to decide on something.
Laurel: I think that defining things sometimes makes it harder to understand. People always try to understand things and put them into words and thought. Whereas a lot of these things are actually just feelings, and they don’t need to be ever defined. So, I quite like living in this space where I don’t need to ever define certain things, and that’s kind of where I’m at now. It feels good.
Evelin: I think sometimes when you define things, you can feel restricted or stuck. There might not be room for exploration.
Laurel: I guess for some people, defining themselves in roles of gender is very important and really understanding that as well. I guess because I was born into being a woman and I do feel somewhat like a woman, I feel there’s more room in me to explore those feelings. Rather than having to decide anything, because it’s kind of decided for me.
„I fought to prove that I was more than something to look at“
Evelin: So, there’s definitely not enough recognition for female artists and producers. Since you have produced most of your work completely on your own, did you ever feel pressure to DIY everything, because you felt like you had to prove yourself as a woman in the industry? And how did that change now, with you collaborating with Chrome Sparks on both EPs?
Laurel: There probably was a part of me which felt pressured to prove myself. I definitely experienced a lot of people saying “you’re attractive”. I also have a big interest in fashion, I do a lot of photoshoots and there’s a whole other side to me. Which I think some people don’t think is always compatible with being intelligent, being skilled or having your own mind. And I think I definitely fought to prove that I was more than something to look at, which is a shame because I don’t think you have to do that with men, actually.
I think there was a part of me that was doing that, and another part of me which is just very, very stubborn and strong-minded. I just knew exactly what I wanted and I wasn’t finding it with anybody else. So, I just decided to take it on myself. I was very open to working with people at some point, but I just never found the right collaborator. And that made me realize that I was meant to do the record on my own. And so, I did.
Now working with Chrome Sparks there probably is a part of me that has grown up, matured a bit and realized I don’t need to do everything on my own. My art is as valuable and as credible with the help of people. And I was open to collaborate on this record, that was my intention. Jeremy (Chrome Sparks) being a friend, we were sitting around one day, and it really clicked. I got quite lucky there. It was a bit by accident, but I feel very liberated by working with other people now. Before, I was very closed-off to it.
„It really shows my true personality“
Evelin: My personal favourite is Obsessed. Especially because initially, it came from a very negative perspective, and you switched to a more positive one. What is one song that means the most to you and for what reason?
Laurel: Obsessed is my favourite track on the record, because it’s so fun. The one that means the most to me is Drown in Sunlight, the last track. I tried so hard to write a happy song with this one and I really felt happy at the time and like I needed to write something very different. But these lyrics kept coming to my head, they were unchangeable. I tried so many times to rewrite the lyrics, but they just worked so perfectly. In the end, I gave up and came back to it about a year later. These lyrics are so true to me and everything I’ve been through. It’s funny, I was revisiting them so much, trying to write something happy. But they mean the most to me. It really shows my true personality in the way that the lyrics are written, it really feels like me.
Evelin: Drown in Sunlight is very interesting to me as well. I can relate to a lot of the things you say, but I can’t really pinpoint the exact meaning of the song. Can you explain it in more detail?
Laurel: For me there’s two sides. The first is, being in a long-term relationship. There’s these waves that you get, where there’s times of relation and there’s times of doubt. For me, I’m on the other side of the world from my boyfriend. The song is about love, blind love. That no matter what, you’re so in love with somebody. All you can see is that you love them. But there’s so much going on around you, and this is in on these phases of doubt.
Where you’re really not sure where you’re at with somebody at all. But no matter how unsure you are of the logical situation; you know your true feelings. So, I think this song is about meeting somebody in the middle and finding out where you both are and also being realistic. A lot of songs – especially some of mine – are very romantic and like “oh, we’re so toxic but so in love, it’s amazing”. But this one’s really like “let’s be real about where we are as humans” and at the moment I’m doubting. You always get those waves. It’s never just one thing, it’s always changing.
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Evelin: Over the whole EP, but especially in the song You’re the One you explore this ambivalence of emotions, this teenage state of mind. Are these emotions that we feel in lust, in ecstasy, while we drink more genuine and truer because we don’t overthink them? Or are they rather deceiving?
Laurel: I think they’re very deceiving. They’re feelings more in the ego than the heart. But that’s not a bad thing, because sometimes that’s where you’re at, and you just want something that is lighter because you can’t always handle that. It’s not that they’re bad or good. But I would say they’re not totally true. We’re talking about the more addictive side of personality where you want something, but your brain is like “no, you shouldn’t have that” but you want it so much. And that for me is very much based on our egos. It’s fun but it’s not lasting.
Evelin: You’ve grown a lot, in the past year and that’s amazing. Do you feel the pressure to achieve substantial growth with every release? That it has to show something different, something new and bigger?
Laurel: 100%. I’m always going to make what I make, that’s just what happens. I’m not thinking about what other people are going to think when I’m writing a song. But at some point, when you’re about to release something, you get nervous, because you know what they say: “You’re only as good as your last song, book or painting”. Everybody wants to grow. We never want to stay the same, that’s boring. I don’t want to be in limbo forever. Of course, every record, I want to do better than my last. And every record feels more like me. Of course you want that version of you to be liked as much as every other version, because it’d be like rejecting yourself. You can’t get too attached, but there’s no way you’re not. It’s your art, it’s who you are. So, I hope you like it. No pressure (laughs).
Evelin: (laughs) I do, I really enjoy it.
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Evelin: When you do feel that pressure, what do you do to reconnect with yourself?
Laurel: For me, I have to get off my phone. Every Sunday I have a tech-sabbath. I don’t use technology on Sunday and it’s life changing. Monday I’m so renewed, I feel like a different person. It forces you to do a lot of things where you can’t use your phone. It’s also not that easy to suddenly meet up with a friend on Sunday. I’m spending a lot of time reading. I love reading, it’s my big thing. I like doing arts and crafts and play music. Getting out of the city is a big one for me also. The city (London) is a major overload with all the senses, they build up on top. You need to bring that down again. So, I have to leave the city as much as I can. I can’t always do it. And when I can’t do it, I take my tech-sabbath.
Evelin: I get you, this hustle culture is very toxic, with people working on weekends next to their actual work for example.
Laurel: Yeah, I’m not like that. I’m the opposite. My life needs to replicate a holiday, otherwise I’m not having a good time. So, I’m more for working less.
„If it doesn’t come quite instant, I drop it“
Evelin: Do you tend to overthink your songs and sit on some details more than you maybe should?
Laurel: I’m not a detailed person, I’m a really quick worker. I don’t work for a long time, I probably have a bit of ADHD to be honest. I just can’t do details, I write pretty quickly, and then maybe I’ll come back and have a look at it again and I’ll try and rework something. But if it doesn’t come quite instant, then I drop it. My attention span is not good for that. But that’s why I like working with Jeremy (Malvin, Chrome Sparks), because he’s the opposite. He has all the attention in the world for the details. We’re balancing out.
Evelin: I know that you love poetry and you write it yourself. Is there any collection you can recommend? Something you’ve read recently or one of your all-time favourites?
Laurel: I haven’t read a lot of poetry recently. I’m about to read a poetry book. My favourite poem ever is The Love Song of J. Alfred Prufrock by T.S. Eliot, which is just the best poem in the world.
Evelin: Next to the EP, is there something else that you’re excited about? A new book, a craft that you took up?
Laurel: I’m writing another book. I’m just trying to finish it right now. I’m not sure when we will put that out, but I’d hope not too far away, because I’ve been writing it for a while now. So yeah, I want to release another book and I’m starting to write for my next album, That’s the next big project on the horizon.
The exclusive on the broken tooth
Evelin: That’s a good project to have! We always ask for an untold story at the end, is there anything that comes to mind?
Laurel: I don’t know if this is even relevant at all, but it just happened. I think I’ve broken my tooth, I promise I haven’t told anyone. But I hit my glass with water, a really thick glass, on my tooth. And I looked in the mirror before this interview and it’s got a crack down there. So, I’m quite upset. I don’t know whether it’s going to fall off or not. You might see me looking quite different after this interview.
Evelin: Oh my god, I didn’t expect that.
Laurel: I didn’t expect it either, and I really like my teeth. So, I’d be really upset if this actually happens. I couldn’t tell and then I looked and was like “omg, it’s terrible“. So yeah, that’s my untold story. Because I’ll tell you what: I tell everyone everything. So, I’m pretty sure that’s probably the only thing that’s worth talking about that hasn’t been told to someone. Because I talk a lot. So you got the exclusive on my broken tooth.
Evelin: That’s going to be the headline: “Singer Laurel lost her tooth!” Though it didn’t happen doing something cool, it was just a glass of water.
Laurel: No, I know! It’s so annoying. It was just a glass of water. It was a really thick glass. So, I’m not going to use that glass again, that’s for sure.
Evelin: I guess you have to call your dentist now, but thank you and good luck with everything. I had a wonderful time!
Laurel: Yeah, me too! Thank you so much for chatting, see ya!
Packt Limbo Cherry auf jeden Fall in eure Warteschlange und setzt eure Retro-Brille auf. Im Idealfall habt ihr einen DeLorean in der Garage stehen und fahrt dem Sonnenuntergang entgegen.
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Während die meisten von uns letztes Jahr mitten in der Lockdown-Zeit wahrscheinlich von der Sehnsucht nach Freiheit und Fernweh geplagt wurden, hat sich am Musikhimmel genau für dieses Feeling eine ganz neue musikalische Reise zusammengebraut. Das Musikprojekt Mar Malade. Alexander Hauer und Michél Martins Almeida nehmen uns nämlich zumindest mental in ihren Songs mit auf eine Reise in die Ferne, die Freiheit und die Leichtigkeit. Ab heute könnt ihr diese Atmosphäre auch auf ihrem gleichnamigen Debütalbum „MAR Malade“ genießen. Aus diesem Anlass hat Paula mit ihnen unter anderem über das Leerzeichen zwischen Mar und Malade, persönliche Lieblingssongs und aber auch ihre neue Videoreihe Cassette Sessions gesprochen. Das Alles und mehr lest ihr jetzt hier!
Mar Malade im Interview
Paula: Hey ihr beiden. Danke, dass ihr euch heute Zeit genommen habt – ca. 1,5 Wochen vor dem Release eures Albums. Wie geht es euch?
Michél: Uns geht es gut. Wir sind gerade am Proben für ein neue Cassette Sessions und ein paar erste kleine Gigs. Heute haben wir auch eine kleine Live-Session gedreht auf einem Tretboot im Park. Das heißt wir sind echt richtig in Mar Malade-Stimmung, weil gerade echt viel los ist rund um das Release.
Paula: Erst seit Kurzem gibt es ja ein Gesicht zu der Musik, die wir seit Oktober rauf und runter streamen – aber viel mehr wissen wir ja noch nicht wirklich. Also jetzt vielleicht zum Anfang: Wer ist Mar Malade eigentlich?
Alexander: Also Mar Malade sind wir beide. Es ist ein Zufallsprodukt aus dem Miteinander musizieren und dabei kam dann „Cabriolet“ zustande, der uns beide so begeistert hat, dass wir daraus einfach mehr machen wollten.
Michél: Wir kennen uns jetzt ja auch schon seit 7 Jahren und haben schon oft zusammen Musik gemacht – aber immer in anderen Konstellationen. Ich bin eigentlich Schlagzeuger und Alex spielt Klavier und so kannten wir uns auch immer als Musiker. Irgendwann haben wir uns dann aber mal hingesetzt, die Gitarren gegriffen und das war dann eine ganz neue Art sich als Musiker kennenzulernen.
Alexander: Ja und ich glaube auch, dass Mar Malade nicht zustande gekommen wäre, wenn wir beide schon Profis an der Gitarre gewesen wären.
Paula: Warum gibt es eigentlich ein Leerzeichen zwischen dem Mar und dem Malade?
Alexander: Das war Zufall! Michél hat einen Dropbox-Ordner irgendwann mal Mar Malade benannt, aus welchem Grund auch immer. Und das hat dann einfach gepasst.
Michél: Genau und alle Bedeutungen kamen später. Zum Beispiel das Wortspiel aus Mar (Meer) und Malade (krank) – also quasi „seasick“ auf der einen Seite und „Marmelade“ auf der anderen Seite als etwas Süßes.
„Vor Publikum aufzutreten ist nochmal etwas ganz anderes“
Paula: Bei euch geht ja alles gerade ziemlich schnell. Nicht mal ein Jahr nach der Veröffentlichung eurer ersten Single habt ihr bereits euer Debütalbum angekündigt. Bleibt euch da überhaupt Zeit um so richtig zu realisieren, was gerade um euch herum passiert?
Michél: Nicht so richtig, ehrlich gesagt. Gerade weil unsere ersten Veröffentlichungen auch mitten in die Hochzeit der Pandemie gefallen sind und alles nur digital stattfindet ist das schwer greifbar.
Alexander: Interviews spielen da auch eine große Rolle. Wenn man mit anderen Leuten mal über die eigene Musik sprechen kann, wird sie von einem Datenträger, den man an Spotify geschickt hat, irgendwie erst richtig zur Musik und lässt einen das Ganze auch viel mehr realisieren.
Michél: Die Streaming-Daten sind natürlich immer spannend zu sehen, aber man kann das einfach nicht so gut greifen. Live vor Publikum aufzutreten und die Resonanz quasi in Echtzeit zu spüren ist schon nochmal etwas ganz anderes.
Paula: Ich drücke euch echt die Daumen, dass die Live-Performances in den nächsten Monaten wieder ein bisschen mehr werden. Jetzt aber nochmal zurück zum Album: Habt ihr einen Lieblingssong darauf?
Alexander: Das variiert oft. Am Anfang war es auf jeden Fall lange „Cabriolet“, da das auch unser erster Song war und wir da immer das Gefühl hatten: Er fasst das Projekt so gut zusammen. Aber mittlerweile bin ich vor allem von „Poster Girl“ auch sehr begeistert.
Michél: Jeder Song auf dem Album erzählt ja irgendwie so seine eigene kleine Story. Deswegen ist es wirklich total schwer zu sagen. Aber bei mir sticht meistens der Song am meisten raus, welcher als letztes released wurde. Den entdeckt man dann oft selbst nochmal irgendwie auf Neue.
„Wir sind auf dem Bauernhof vor der Welt geflohen“
Paula: Nun ist dieses musikalische Projekt ja quasi im Lockdown entstanden. Inwiefern hat die Pandemie auch das Album beeinflusst?
Alexander: Tatsächlich hat die Pandemie das Album gar nicht so sehr beeinflusst. „Cabriolet“ ist ja zum Beispiel auch davor schon entstanden und auch die anderen Songs wurden in der Pandemie eher nur noch zu Ende gebracht. Wir waren nämlich vor dem Lockdown zusammen auf einem Bauernhof und haben uns da mehr oder weniger in einem Zimmer zusammen eingeschlossen, ganz viele Lieder dort geschrieben und auch schon aufgenommen.
Michél: Und trotzdem hat die Lockdown-Zeit nochmal eine neue Perspektive auf die Songs gegeben. Die Songs bringen einen ja zumindest gedanklich schon ein bisschen zum Reisen. Und durch die Lockdown-Zeit wurde dem dann nochmal eine ganz neue Bedeutung beigemessen. Auch wenn die Musik vor der Pandemie entstanden ist, war das Ganze für uns ein bisschen wie ein privater kleiner Lockdown zu zweit, da echt super viel auf dem Bauernhof entstanden ist. Alex und ich sind quasi ein bisschen dorthin vor der Welt geflohen, um uns ganz auf die Musik zu konzentrieren.
Paula: Was ist euer ganz persönlicher Sehnsuchtsort, von dem ihr euren Liebsten gerne mal eine richtige Postkarte schicken würdet?
Alexander: Das ist schwierig zu sagen, weil sich das manchmal mehr als Gefühl ausdrückt und nicht mit einem spezifischen Ort verbunden werden kann.
Michél: Wenn man eine Postkarte bekommt, ist es oft aber auch ein bisschen egal, wo die herkommt. Das Wichtige daran ist eher, dass man einfach merkt, dass jemand an dich gedacht hat. Und irgendwie gibt es da dann auch manchmal so eine nostalgische Wärme, weil eine Postkarte schreiben heutzutage ja auch gar nicht mehr so üblich ist.
„Verschiedenste Songs mit Mar Malade-Konzept“
Paula: Seit kurzem erweitert euer Künstlerportrait ja auch noch eine visuelle Komponente, die ihr mit den Cassette Sessions auf die Beine gestellt habt. Wollt ihr mir dazu mal ein bisschen mehr erzählen?
Alexander: Das Ganze ist aus der Frage heraus entstanden, wie wir das, was wir uns in den Songs da alles zusammen gebastelt haben, auf die Bühne bekommen. Die Lösung dafür war dann einfach einen Kassettenrekorder zu benutzen, die einzelnen Teile auf Kassette aufzunehmen und dann auf der Bühne einfach abzuspielen. Michél kam dann auf die Idee, das Ganze nicht nur live zu nutzen, sondern es auch noch anderweitig zu integrieren.
Michél: Genau. Ich fand das Konzept passend, um es mit anderen Songs und Kooperationen mit anderen Künstlern zu verwenden. Also quasi verschiedenste Songs mit Mar Malade-Konzept.
Paula: Die Sessions machen auch total viel Vorfreude auf Live-Musik!
Michél: Ja, vielleicht war das auch ein bisschen so unsere Art, die Festivalstimmung im Sinne von „man trifft andere Künstler und lernt sich kennen über die Musik“ in den Lockdown reinzuholen.
Alexander: Es sind auch auf jeden Fall noch weitere Cassette Sessions geplant!
„Einflüsse kann man nie einfach ausschalten“
Paula: Wir sind gespannt! Euer Sound ist sehr frisch, neu und wirkt auch irgendwie sehr experimentierfreudig. Gibt es Künstler:innen, die euch inspiriert haben auf dem Weg zum Album?
Michél: In erster Linie ist vieles glaube ich echt aus diesem intensiven musikalischen Experimentieren zu zweit entstanden.
Alexander: Am Anfang haben wir ja auch einfach erstmal zusammen gejamed. Aber selbst da war so viel unterschiedlicher Kram dabei, der gar nicht an Mar Malade jetzt erinnert. Trotzdem kann man Einflüsse ja nie einfach ausschalten.
Michél: Oftmals hat man auch im Nachhinein erst entdeckt, woran ein Song zum Beispiel erinnert. Es war also nichts zu Beginn geplant. Aber wie Alex schon sagt, Einflüsse spielen unterbewusst ja trotzdem immer eine Rolle.
Paula: Habt ihr zum Schluss noch eine untold story für mich, die ihr vorher noch nie in einem Interview erzählt habt?
Michél: Ja! Du hast Glück, da dies erst unser zweites Interview ist und da also noch ganz viel Material vorhanden ist!
Alexander: Ein Fact über unser Album ist zum Beispiel, dass es keine einzige Snare enthält.
Michél: Ich habe auch noch einen: Oft gibt es auf dem Album auch Momente, die klingen, als hätten wir die Atmosphäre in einer Bar aufgenommen. Tatsächlich sind das aber alles nur Alex und ich.
Alexander: Stimmt! Das hört man zum Beispiel auch gut im Anfang von „Marmalade“.
Und damit auch ihr euch mal eine Bar bestehend aus zwei Personen vorstellen könnt, gibt es hier das Album von Mar Malade zum Reinhören:
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Ach, wie schwelgt man doch gerne in Erinnerungen an die guten alten Zeiten? Und zu eurer Überraschung bin ich nicht 60+, sondern erinnere mich einfach auch mal gerne an die sorgloseren Zeiten als Kind. Auch ISLAND haben sich damit auseinandergesetzt. In ihrem neuen Album Yesterday Park, welches diesen Freitag rauskommt, reflektieren sie kritisch über Nostalgie, Verantwortung und fragwürdige Gerüche im Proberaum. In meinen Augen ist es ein Unding, dass die Jungs aus London nicht schon ganze Arenen füllen. Dieser Vibe von klassischen Indie-Rock Hymnen gepaart mit so viel Emotion und Euphorie zieht mich einfach in den Bann. Zusammen mit Toby, dem Drummer und James, dem Bassist der Band, habe ich über das neue Album Yesterday Park gequatscht.
ISLAND im Interview
Evelin: Hey guys, I’m glad this worked out! Are you excited about the release of your new album Yesterday Park this Friday?
Toby: Hey, thanks for having us! People keep asking that and I think I should probably be more excited, but now that people are asking, it’s getting exciting, definitely.
James: Oh, I can’t wait! It’s been a long time coming.
Evelin: Yeah, I guess it’s been in the works for a while. Since when exactly?
Toby: We started writing this album in Summer 2019. So, it’s been a while. But we recorded it over the summer.
Evelin: Yeah, there’s a lot of things that come into play. It is the album following your debut. Do you feel the pressure?
Toby: Yeah, everyone talks about the difficult second album.
James: Most people feel the pressure of the second album because they don’t have any time to write and get it out because they need to keep up momentum, but we kind of had that with the first album (Feels like air). Because we got a deal and then didn’t have any material that we wanted to record for it. So, it was a mad rush that time and then this time we’ve had two years. So, it’s kind of the opposite, but it feels alright.
„Seeing where our actions have led us personally and as a species“
Evelin: The overall theme of the album revolves around nostalgia, reminiscing and memories. Could you go more in depth about the theme and the influences in the album?
Toby: Until we decide on a theme to write around, we don’t really have any structure. So, we decided on this nostalgia theme quite early on and then again it fell into place there. Musically, we’re trying to push for 90’s influenced music. We were listening to a lot of 90’s hip-hop and trying to get that across in some of the drums and beats. And then again, with other guitar bands from the 90’s, like Chilis (Red Hot Chili Peppers) and other old music that we grew up with. Lyrically, Rollo (singer) mainly writes the lyrics, and he had this theme of nostalgia, so a lot of the songs are written around that. But not just looking back, also current relationships and environmental issues. It touches its own topics and subjects, but all within the realms of taking responsibility and looking back and how things changed.
James: Good answer, I think you pretty much summed it up. It’s as much about nostalgia in the good things about it as well as reflection and seeing where our actions have led us personally and as a species.
Evelin: Would you say that you look more optimistic or rather resentful into the past and the future?
Toby: I would say it’s a bit of both because we look back to the past with these rose-tinted glasses on and everything seemed happy-clappy and amazing and you wish it was like this again. It reflects on how you look back positively but then also reminding yourself that it wasn’t that easy and amazing. But then at the same time looking forward to the positive future, taking the responsibility. So, it’s a mixture.
„We started making spreadsheets and getting really OCD about everything“
Evelin: I have to get the Corona question out of the way. You said that you started writing it beforehand. But still it feels like the album comes at the right time because it is centred around nostalgia and reconnecting with people. Did the current events still influence you in the process of making the album?
Toby: We definitely had had everything ready pre-Covid. We finished demoing the songs, decided on the twelve and written 95% of each. So, we definitely hit a point of Covid where we realized that actually what we’ve done was becoming even more relatable and current because of Covid. I suppose subconsciously maybe we had that in the back of our minds when we went in the studio to record and how we approached things. But because of Covid, we actually ended up having more time than we ever have to get really organised about how we were going to record. We started making spreadsheets and getting really OCD about everything. Which we would never ever (dramatic hand gesture) had done if it wasn’t lockdown.
James: It’s interesting, because you’re not the first person to say that it feels like the album is coming at the right time and it feels even more poignant because of what has happened over the last 18 months. And I guess there could be an element of the subconscious. It took part of the process in a different direction than it would’ve done, but it definitely wasn’t conscious. I don’t know if you could call it fortunate, but we got really lucky in terms of the message of it. But also in terms of the process of recording it. All of the lockdowns, we were perfectly fine to not see each other. And then every time we were out of lockdown, we needed to meet up and record. Honestly, you just couldn’t have timed it better, although it sounds bad.
„Creative music man sweat“
Evelin: In a lot of songs, you explore feelings of nostalgia, but also places that stem from childhood. Is there a specific space, smell or even just a random memory that takes you right back to your childhood?
Toby: I have a very sensitive smell. There are certain smells that sometimes I smell, and I think: „Wow, that was then“ and it’s incredible. The memory in your nose is almost more powerful than your brain in some ways. There’s this Patchouli smell, it’s this really strong, horrible smell. My mom’s living room had this fireplace and it always smelled like Patchouli and when I smell that I’m just 6 years old again and it’s amazing.
James: I can’t think of anything necessarily childhood related. Maybe if I smelled something, then I would. But we recently got back in the studio and there’s one smell that I can tell you never changes and that is the smell of a rehearsal room. Smells like sweaty dudes. If you go into a locker room that’s different sweat. It’s not like creative music man sweat, it’s different. And then the mixture of beer and crisps (laughs).
Toby: That sort of ties in with how you know everyone has their own smell, but you don’t really know what it is. I have this weird self-conscious thing when someone comes over, I’m like: “What are they smelling? What is it, is it a weird smell, is it a nice smell?” And I think when you know people really well, like your good friends, you do know how they smell and that becomes a nostalgic thing about how you remember your friends.
„Nostalgia isn’t reality, it’s abstract“
Evelin: Moving on from the smell and sweat. My favourite song is Octopus, especially because I love the video. It’s so weird, but so genius. I was wondering, is there one song, that you had the most fun making?
James: I’ve had a lot of fun with a lot of them. With the first record we basically just got in a room and recorded it as we play it live, that was how restricted we were with the first record. With this one, we really opened a door into allowing a producer in to have his creative input and to things like using a drum loop for example. Young Days took a really different structure from when we wrote it to when we laid it out in the studio. Do You Remember The Times as well. There’s all sorts of metal clangings and weirdness in the intro and throughout most of the tune. That’s Toby playing a keyboard stand with bits of metal strapped to his drum kit. We’ve never done that kind of thing before and it was nice to let the creative juices flow a bit more.
Evelin: You mentioned Young Days, the song feels like a mantra dedicated to the younger generation. Especially in that song, you explore themes of inequality, legacy and heritage and as you said taking responsibility. Can you explain the meaning behind it in more detail?
James: If you were going to choose one tune to sum up the album, it would be Young Days for me. It encapsulates the whole theme of nostalgia. It’s not just looking back and having fond memories, thinking: „Things were so much better then“. The difference between memories and nostalgia are the rose-tinted glasses. Memories are what happened, nostalgia is looking back at what happened with perspective of today. The reason we wanted to have that living room setup in these weird places is because nostalgia isn’t reality, it’s abstract. I might look back at something in a different way to someone else who looks back at the same thing. Everyone that gets to this point, even the younger generation will do the same and everyone that went before us has already done the same. We’re all just going to do as well as we can and we’ll be fine.
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Evelin: You said it’s the first time you took a producer on board. With Yesterday Park following your debut, how would you say you evolved musically from Feels Like Air to now?
Toby: We just wanted to broaden our horizons a bit more and go from just being that 4-piece live band to actually making a studio album. Mikko (Mikko Gordon, producer)coming on board was our first step to try and release control. Normally we’re very hands-on and DIY and like to do every little detail ourselves. So, this was the first time where we had to go: „Right, someone else is going to be coming in, let’s be open to their ideas. They might be good, they might be rubbish.“ He brought some really nice ideas to the table and made us realize that we didn’t have to sweat the small stuff. Just think more about the bigger picture. Just opening our eyes to things, we had been quite stubborn about before. We wanted to be a bit looser with it. It did change our whole process quite a lot.
James: The nicest part was, that we never really had someone to direct and just say: “Today we’re gonna get this done and this” or “let’s try this”. Normally, it was us taking the reins and just ticking boxes of record the drums, record the bass, etc. So, it was nice to have a bit of a routine and let someone sort of steer the ship.
Evelin: I’m always happy to see you guys releasing stuff because I really love the music. Next to the album, is there anything you’re particularly excited about happening for ISLAND soon?
Toby: Obviously, not being able to play any shows has been a bit weird whilst trying to release music. We’ve only got a small tour in October for the UK. We’re quite sad about not having anything booked for Europe. And not just because of Covid, but Brexit-wise as well, it’s all a bit difficult at the moment. We would like to say we have a huge tour booked for early 2022 but sadly we don’t. We’ve got a couple little things this summer, a few little festivals. We’ve been getting back into the studio in the last two weeks for the first time in maybe 6 months. Just rehearsing has been really nice, playing songs together and remembering how it feels building the set together. And even though we’ve only got a few shows in October, it’s really exciting. So, fingers crossed that they go ahead.
„It was pretty rock ’n‘ roll“
Evelin: That’s still super exciting to be able to celebrate with at least some shows! At the end, we always ask for an untold story. An anecdote, a random fact, something you haven’t shared yet. Maybe something fun that happened during recording or filming or again related to childhood memories.
Toby: We’re so open, I feel like we don’t keep much secret. So bad at keeping secrets.
James: Anything untold, maybe should stay untold (laughs). Maybe something that happened on the Everyone’s The Same video. That you (Toby) liked wearing make-up a little bit too much.
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Toby: The initial idea for the Octopus video was just going to be us playing on a basketball court. But then the company we worked with found this amazing basketball court on the beach. So, we added these beach elements. We were doing weird things in the sea. I’ve been doing some hoovering, Jack was doing some ironing and Rollo felt a bit left out. He didn’t really have anything to do. So, towards the end and this was – bear in mind, we were shooting in December in England – freezing cold. And he was like: “Guys, just give me the mic” and he was just gone in the sea. It was like *I need to outdo these guys. I need to really show off*. He came out and was so cold. He ripped off his clothes, he was just naked, and he put on … what was it a onesie?
James: It was like ski onesie.
Toby: (laughs) Yeah, it was like a skiing outfit. It was as if he prepared, as if he knew he was going to do it but hadn’t told us. He went and sat in the van. He was shivering for the next two weeks. But it made the end of the video and it doesn’t look as extreme as it was. But at the time, it was pretty rock ‘n’ roll. Props to Rollo for doing this. So yeah, that wasn’t planned.
Evelin: So, that’s actually everything already. Thank you so much! Good luck with the release, I’m really excited for you guys!
Toby & James: Thank you, Evelin! Bye!
Hier könnt ihr in das neue Album Yesterday Park von ISLAND reinhören und in Erinnerung schwelgen.
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Ganz platter und ehrlich-direkter Einstieg: Wer von euch ist hier, weil ihr hooked wart von diesem schönen Gesicht? Oscar Anton ist wahrscheinlich einer der hübschesten Menschen da draußen (vor ein paar Tagen arbeitete er in Berlin mit anaïs zusammen – die wollen beide mein Herz zum Stillstand bringen). Dann macht er auch noch Bedroom-Pop und kommt aus Frankreich. Mich kriegt er direkt, das geb ich ganz frei zu. Und auch wenn Model-Looks auf Instagram Wunder wirkt, was Clickbait angeht, wär das ja alles weniger witzig, würde da nicht mehr hinter stecken. Doch das tut es. Einmal hooked, fällt man in diese wunderschöne Musik, die alles andere vergessen und direkt Verbindungen nach Frankreich googeln lässt. Wir stellen euch vor: Oscar Anton – Bedroom-Pop direkt aus Paris, wo Verlieben nur ein Click entfernt ist. (Hört sich an wie ne Catchphrase direkt aus dem Werbebüro einer Dating-App, aber vielleicht wirkt’s ja gerade deshalb).
Oscar Anton im Interview
Anna: Hey! How are you, how’s spring coming along in France?
Oscar: Hello Anna ! Thank you for having me ! 🙂 Well it’s nice to see the sun coming back. I’m someone who really needs to be in my underwear all day long to be truly happy. So I was waiting for this time of the year aha.
Anna: I discovered you last year and been following your musical journey ever since. But for those that don’t know who you are yet, do you want to introduce yourself and the music you’re making?
Oscar: Thanks! Yes, sure. So my name is Oscar, I’m 24 and I come from Paris, France. I make music since I’m a little kid and will probably do it till I’m very old. I write, record and produce all my songs myself, from my bedroom that I turned into a little studio. Last year, i set myself the challenge to release one pack (2 songs + a bonus) every month for a year, which has been soo hard to do but such a good experience. I just released the full playlist including every song from last year, plus a new one ophelie.
Anna: Growing up in France, what was your way into the music scene? When did you know that you wanted to do this for a living and what were your musical influences along the way?
Oscar: My parents were the first one who introduced me to music. When I was like 7 or 8, I was able to choose one record to listen to from their collection before going to school. That’s how I discovered The Police, Robbie Williams, Benny Benassi, … Then I got into a rock band, like every teenager, when I was 16 and played a lot of small gigs all around Paris. I played sooo many shows where the audience was only my mom, my girlfriend and the drunk guy at the bar ahah.
But yeah, the first time I actually realized I had to this for a living was seeing Colplday play live when I was 13. I felt so many emotions watching and listening to them, that in an instant it was very clear that I had to do this, too. One day I’ll tell them, one day 🙂
“I tried to identify: what was the music I loved the most?”
Anna: With Home of Sanityyou released an album that holds the collections of all the songs you released last year – and that were a lot. What was your concept behind Home of Sanity and how did it help you stay sane?
Oscar: The concept, beside releasing a lot of music, was really to keep growing artistically. I believe that it’s by doing that you learn the most: I wanted to try so many things, so many different genres. To write and write again and not be afraid of releasing something. I wanted to be as spontaneous as possible, and by doing that, try to identify what was the music I loved the most. So many times, in the music industry, artists need to wait a year and half before releasing the song they wrote. So then, when it’s out, it’s not even representative of the artist at that time. That’s such a weird thing for me.
Also, i was just getting out of my label contract. I had to deal with the label planning, artistic direction, promo, … I was not in control of my own project. That’s why I decided to step out to create my own label, and release my music how and whenever I wanted. Be as free as possible. So this Home of Sanity project was exactly that: just making and releasing my music freely, thinking only about making the best songs possible.
Anna: Since we can’t possibly talk about all 28 songs – can you chose three songs and tell us about the meaning behind them?
Oscar: Sure! So Down is the first song of the year and actually talks about this specific situation of feeling a little lost. When everything you’re doing is not working out and your head falls down. I wrote it right after deciding to go independent again. But it’s kind of a motivational song as it says «I can be lost but I won’t be down ..». Think it helped me actually.
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nuits d’été is a song my sister wrote about someone that I won’t name cause I don’t know if I’m allowed ahah. But it talks about these feelings of falling for someone for the first time, during the summer time, and keeping that memories for the rest of your life. Love that song.
Sunny days is a song I wrote for one of my best-friend. He broke up with his girlfriend after a 5 year relationship, after realizing that she loved him only when everything was perfect. Whenever he was a little down she never supported him and I hated this. So I wrote « I loved you almost every day, but you loved me on the sunny days ».
“I think that me from 1 year ago would be very proud of the progress I made.”
Anna: For me, ophelie really stands out and has been my favorite song from the album since its release. This song is also special to you, why?
Oscar: Thank you! Yes, for sure, it’s the only song I wrote in 2021, after this whole year has passed. For me, it’s kind of a good resume of everything I went through that year. It kinda sums up all my influences, in one song. I’m so proud of it because it’s really where I wanted to go! I think that me from 1 year ago would be very proud to see that I came up with such a song, and the progress I made. Still have a lot to do but still, I love it.
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Anna: Something that really surprised me (in a good way) was your latest feature for your song nuits d’été with MAJAN, a german rapper. How did that collab start and what, in your eyes, did it add to the song that wasn’t there before?
Oscar: It’s crazy, MAJAN is such an amazing artist. Since nuits d’été came out, I got to meet (mostly on zoom) a lot of other artists, from all around the world really. It was so cool to make those kind of connections, and discover new music! I heard he really liked the song and we thought it could be fun to make a little EP with some international version of nuits d’été, featuring different artists. His voice is so cool, he took the song somewhere we never expected, adding a powerful, impactful rhythm to it. My sister and I feel very lucky to have him on the track!
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“I just recorded my favorite song ever on an Iphone.”
Anna: Telling from your Instagram, you are someone who loves discovering new music. Can you rec us some songs or artists that have inspired you lately?
Oscar: Yes, I love it!! I love sharing new music that I discovered and also getting advices on what to listen. So recently, I’ve really been inspired by an artist called ELIO or Light Year by Adam Melchor and Lennon Stella, or Miel by November Ultra, a really cool french artist. But feel free to join me on Instagram, I usually share a lot of new music here 🙂
Anna: With that, we’re already at the last question that we always use to ask for an untold story. Something you haven’t shared in an interview yet. That can be an anecdote about the album process, a fun fact about yourself, anything really.
Oscar: One of my favorite song of this year is «reflet» that I made with my little sister. We wanted to record the ukulele part but nothing was working. The microphones I had weren’t working, I couldn’t get a good sound. So I just hit record on my iphone while playing and used only the iphone recording in the final song. I love how a lot of people are telling you that you’re not going to get a proper sound if you don’t use this mic or this thing .. when I just recorded my favorite song ever on an iphone.
There’s absolutely no rules, only feelings. That’s what I love the most about music.
Thanks for having me, and see you soon !
Anmerkung am Ende: ophelie ist wirklich meine absolute Herzensempfehlung, das Video dazu kam erst gestern Abend raus und es ist – Überraschung – auch wunderschön. Passenderweise ist es auch der Opener Track des gesamten Home of Sanity Albums. Also startet mit ophelie, hörts euch durch, verliebt euch, bleibt dran. Hab gerade auch gesehen, dass er irgendwas mit Fil Bo Riva gemacht hat, also habt Oscar Anton jetzt schon auf dem Schirm, um dann den Lieblingssatz eurer Freund:innen sagen zu können: „Ach den? Klar, kenn ich schon lange.“
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Gibt es coole Bands mit Zwillingen? Diese Frage hab ich mir in dem Kontext der heutigen Band gestellt und bin irgendwie auf keine super coole Antwort gekommen. Natürlich darf man mich hier jederzeit korrigieren, aber andersrum geht’s auch. Denn kennt ihr LIONLION? Das ist eine coole Band mit Zwillingen. Eineiigen Zwillingen, um genau zu sein. Die Band um Michael und Matthias Rückert sind eine coole Band mit Zwillingen – eineiigen um genau zu sein. Zusammen mit Schlagzeuger André und Bassist David machen sie als LIONLION Indie-Rock, der jetzt seit Freitag auch in Form ihres zweiten Albums „Perspective“ überzeugt. Worum’s da geht, wie geil Musikvideos aussehen können, wenn man mit der Symmetrie von Zwillingen spielt und welchen kulturellen Sommer-Tipp sie uns ans Herz legen, all das könnt ihr hier lesen:
LIONLION im Interview
Anna: Hey ihr! Unsere kleine Standard-Frage am Anfang ist immer eine kleine Bandvorstellung. Könnt ihr euch und eure Musik vielleicht á la „Fans, die xx mögen, mögen auch LIONLION“ vorstellen?
Michi: Jemand, der die Beatles für ihre Diversität in Songwriting und Arrangement schätzt, wird auch Perspective dafür mögen. “Indietronica” hat uns neulich mit Lex Audrey und außerdem mit Death Cab For Cutie, Phoenix, Keane, Mutemath und The Eels verglichen. Kann man machen, finden wir, und ergänzen als deutsche Referenzen Slut und The Notwist.
Anna: Euch gibt es ja auch schon eine kleine Weile. Wie habt ihr euch zusammengefunden?
Michi: Matthi und ich kennen uns als eineiige Zwillinge zwangsläufig schon eine Weile … André haben wir quasi im Freibad mit 15 kennengelernt, hatten dann auch schon eine gemeinsame Band zu Schulzeiten mit dem etwas unrühmlichen Namen “The Bohemian Streetfuckers”. David hab ich im Musikstudium kennen und schätzen gelernt!
„Es ging an die Substanz.“
Anna: Euer Debütalbum The Atlas Idea kam 2017, jetzt, vier Jahre später, kommt euer zweites Album Perspective. Wie würdet ihr eure eigene Entwicklung innerhalb der vier Jahre beschreiben?
Michi: Perspective knüpft dort an wo The Atlas Idea aufgehört hat. The Atlas Idea war ja ein eher introvertiertes Konzeptalbum, es ging viel um Vertrauen und Loslassen. Perspektive beginnt für uns im Kopf: Passt mein Leben zu meinen Gedanken und Gefühlen? Wie groß ist die Deckungsgleichheit zwischen dem gelebten Traum und der Wirklichkeit? Wir haben uns im Zuge unserer Musikvideodrehs sehr viel mit Architektur und Design beschäftigt.
Matthi: Es geht um Blickwinkel, Perspektivwechsel, Reduktion und Fokus. Inspiration war die Architektur des Bauhaus und der klassischen Moderne. Die letzten 1,5 Jahre haben mit der Pandemie dann nochmal alles auf den Kopf gestellt für uns. Es ging an die Substanz. Letztlich ist das Empfinden von Glück doch vermutlich eine Frage der Perspektive und des Blickwinkels.
Anna: Wie sah der Prozess hinter der Albumentstehung aus? Gab es ein Konzept oder einen Pool an Themen, die ihr auf jeden Fall verarbeiten wolltet?
Michi: Unsere Texte sind immer ein Spiegelbild dessen, was wir erleben und was uns beschäftigt. Für mich persönlich waren die letzten 4 Jahre emotional durchaus turbulent, das hört man dem Album auch an. Und durch die Pandemie hat sich unsere Sichtweise als Kunstschaffende auf das, was wir tun und lieben, nochmal drastisch verändert. Es geht um Existenzfragen, Privilegien und Relevanz. Wie können wir Veränderung anstoßen? Kann ich überhaupt etwas verändern? Mir persönlich war es wichtig, Zuversicht zu vermitteln. Trotz aller Widerstände.
„Wir begeben uns auf die Suche nach Sinn und den Zusammenhängen des Seins.“
Anna: Was mir auf jeden Fall sehr aufgefallen ist, sind die Konzepte hinter den Musikvideos. Sie scheinen nicht nur als visuelle Untermalung zu dienen, sondern erzählen richtige Stories. Woher kommt eure Affinität zu Musikvideos?
Matthi: Wir lieben es ganzheitlich und konzeptionell zu denken. Die visuelle Ebene ermöglicht es uns, eigene Bilder zu kreieren, Assoziationen zu schaffen und zwischen den Zeilen zu kommunizieren. Man hört die Songs danach mit anderen Ohren. Insofern spiegeln diese zugegebenermaßen für uns sehr aufwändigen Videoproduktionen die Liebe zum Detail wider, welche eben auch in unserer Musik steckt.
Michi: Außerdem haben wir beginnend mit dem Dreh unseres Musikvideos Oceans Riseim Stile des Mid-Century Modernism und durch die visuelle Verknüpfung des Videos zu Languagemit dem Bauhaus eine Liebe für Architektur und Formensprache entwickelt, die natürlich einen maßgeblichen Einfluss auf unser Album hatte.
Anna: Das Musikvideo zu What Remains, dem Opener des Albums, erzählt zum Beispiel die Geschichte eines verschollenen Forschers und geht dem perspektivischen Paradoxa von M.C. Eschers auf den Grund. Könnt ihr erklären, worum genau es in der Story geht?
Matthi: Wir begeben uns auf die Suche nach Sinn und den Zusammenhängen des Seins. Machen also ein großes Fass auf. Das Musikvideo nimmt sich augenzwinkernd diesem großen Thema im Forschungslabor an und geht gleichzeitig den perspektivischen Paradoxa M.C. Eschers auf den Grund.
Michi: Ich spiele im Musikvideo den Leiter eines Instituts für Energieforschung, der mit Hilfe einer Zeitmaschine seinen verschollenen Forscherkollegen (Matthi) wiederfinden möchte. Entgegen aller Naturgesetze. Angetrieben durch das Streben nach Plausibilität und Erkenntnis lotet der Song die Grenzen des eigenen Verstands aus. Er handelt vom Zusammenspiel von Raum, Zeit, Bewegung und Glück. Die natürlich funktionale Zeitmaschine haben wir übrigens selbst zusammengebaut.
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„Er sieht mir im Spiegel noch verblüffend ähnlicher als sonst.“
Anna: Womit ihr auch in den anderen Musikvideos spielt, ist der Zwillingseffekt, der manchmal überrascht aber auch verwirrt, wenn man vorher nicht weiß, dass ihr Zwillinge seid. Hat euch das am Anfang ein bisschen genervt oder nehmt ihr das jetzt eher als Wiedererkennungswert wahr?
Michi: Zwilling abschaffen könnte schwierig werden, insofern machen wir einfach das Beste daraus. Interessanterweise sind wir ja “symmetrische” Zwillinge. Matthi ist Linkshänder, ich Rechtshänder. Und er sieht mir im Spiegel noch verblüffend ähnlicher als sonst. Das ist doch irgendwie auch faszinierend. Und wer hat schon die Möglichkeit des Dopplungseffekts ohne großen technischen Aufwand? Also für die Musikvideos ist das sehr zuträglich.
Anna: Welcher Song hält eine besondere Bedeutung für euch persönlich?
Michi: Für mich persönlich ist Sidewalkdas Herzstück des Albums. Deswegen ist er auch genau in der Mitte des Albums positioniert. Ein vielschichtiger Song über den Fortschritt, dem eine repetitive Schlichtheit innewohnt. Er handelt davon den Blick nach vorne zu richten und seinen eigenen Weg zu gehen. Das passt gerade sehr gut zu uns.
Anna: Gibt es was, was für euch als Band noch auf eurer To-Do-Liste steht? Vielleicht im Sinne von einer Venue/Festival, wo ihr auf jeden Fall mal spielen wollt, Traum-Features für zukünftige Projekte oder andere Ziele, die ihr euch gesetzt habt?
Michi: Ganz salopp gesagt: Glastonbury Festival wäre natürlich nie verkehrt.
Matthi: Außerdem wäre eine Amerika-Tour fantastisch. Andre und David sind Halbamerikaner, Michi und ich waren noch nie dort. Mal sehen wohin uns die nähere Zukunft trägt. Von der Musik leben zu können wäre schonmal ein erster Schritt. Kauft mehr Merch und Tonträger! 😉
„Shakespeare – durchaus ein Revival wert.“
Anna: Weil ich euch als sehr Kunst-affin einschätze: Habt ihr vielleicht einen „unbedingt auschecken!“-Sommer-Tipp für uns? Das kann ein richtig guter Film oder ein geiles Buch sein, bin grundsätzlich interessiert an allem.
Matthi: Ich bin neulich auf den südafrikanischen Dokumentar-Film “Mein Lehrer, der Krake” gestoßen. Er erzählt die Geschichte eines Filmemachers der sein Leben verändern möchte und um den Kopf frei zu bekommen täglich tauchen geht. Dabei trifft er auf ein Oktopus-Weibchen, dass ihn in seinen Bann zieht und ihm hilft wieder zu sich zu finden. Eine herrlich entschleunigende und gleichzeitig unglaublich berührende Geschichte die zeigt, dass es sich lohnt genauer hinzuschauen. Unbedingt ansehen und darauf einlassen, auch wenn es anfangs erstmal etwas langatmig scheint.
Michi: Ansonsten lest Shakespeare, keine klassische Neuentdeckung, aber durchaus ein Revival wert.
Anna: Zuletzt fragen wir immer nach einer untold story: Was habt ihr noch nie in einem Interview erzählt, wollt aber hier mit uns teilen?
Michi: Wir haben unsere Perspective CDs mit einem “Schönheitsfehler” auf dem Cover veredelt. Als die Lieferung letzte Woche kam, dachte ich im ersten Moment an Reklamation – ein Fehler des Presswerks. Nach dem digitalen Abgleich wurde mir dann aber schnell klar, dass wir das selbst so abgesegnet hatten. Habe die Druckdaten ja gefühlt 15 mal gecheckt, sicher ist sicher. Das Resultat: 500 Unikate. Wer von euch findet den “Fehler”?
Ein guter erster Schritt, um genannten „Fehler“ zu finden: Hier reinhören.
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Kasimp ist ein Newcomer, den es lohnt auf dem Schirm zu haben. Zwischen Indie-Pop, Soul und Hip Hop fühlt er sich wohl und das hört man auch. Wie viele versucht er, seine Liebe zu Musik in seine eigene Marke zu verpacken, immer mit dem Bewusstsein für frischen und funkigen Pop. Und was da bei rauskommt, hört sich einfach cool an. Am Freitag kam seine zweite EP „Flood“ raus und das als Aufhänger haben wir dazu genutzt, mehr über ihn und seine Musik zu erfahren.
Kasimp im Interview
Anna: Hey Lukas! Sommer steht so halb vor der Tür schon, gerade sind die Lockerungen so optimistisch wie schon lange nicht mehr und deine zweite EP ist bald draußen! Wie geht’s dir gerade, wie fühlst du dich?
Kasimp: Heya! Ich fühl mich erstaunlich energetisch dafür, dass ich gefühlt seit 100 Jahren nicht mehr auf nem Konzert war, geschweige denn eins gespielt hab. Aber: gute Zeiten sind in Sicht. Hab ein paar Gigs in Aussicht, Flood ist bald draußen, und langsam aber sicher sieht man ein großes Licht am Ende des Tunnels.
Anna:Du wirst wahrscheinlich relativ neu auf dem Radar von vielen sein, deshalb willst du dich hier kurz vorstellen? Für wen könnte deine Musik etwas sein?
Kasimp: Yea. Also ich beschreib meine Musik gerne als Indie-Pop mit einer Prise Soul und Hip Hop. Ich glaube meine Musik ist für alle, die sich selbst besser kennenlernen wollen. Unter den ganzen Beats und dem Soundgewand steckt ein großer Teil Selbstreflexion und Tiefe. Also ich würde auf jeden Fall sagen, dass sich meine Musik gut für Leute eignet, die wirklich aktiv Musik hören und sich auch damit auseinandersetzen wollen.
„Wenn ich den Song hör, fühl es sich an, als würde mir geholfen werden.“
Anna:Was ist dein musikalischer Kontext? Wie bist du zur Musik gekommen und wer beeinflusst dich heute immer noch sehr?
Kasimp: Drei Fragen über die ich ungefähr für immer reden könnte, haha.
Zur Musik gekommen bin ich erstmal durchs Gitarre spielen, hab viel so Poprock gehört als ich jünger war. Mit 12 oder 13 hat mir meine Cousine dann ne Sampler CD geschenkt wo unter anderem Channel Orange (ja, mit Bonustracks) von Frank Ocean drauf war. Das war einer der glücklichsten Zufälle ever. Ich war ganz verliebt in den Sound, in die Geschichte die ja innerhalb des Albums existiert und einfach diese für mich völlig neuen bunten Farben und Bilder die das bei mir ausgelöst hat.
Deswegen: Frank Ocean ist so von den Artists des 21 Jahrhunderts mein absoluter Hero.
Anna: Flood ist deine zweite EP – was bedeuten die Songs für dich und in welchem Headspace hast du sie geschrieben?
Kasimp: Die Writingphase für Flood war für mich eine gute und wichtige Zeit. Ich bin von zuhause ausgezogen, hab angefangen Musik zu studieren und war zum ersten Mal komplett auf mich selbst gestellt. Da hab ich auch angefangen eine große persönliche Entwicklung durchzugehen. Ich hab viel meditiert, reflektiert und meine Verhaltens- und Gedankenmuster hinterfragt.
Bei diesem „Deep Dive“ zu mir selbst kamen eigentlich alle Themen für die Songs einfach hoch. Es war wie eine Art von Selbsttherapie, weil ich wirklich über Themen Musik geschrieben habe, die mich beschäftigen und bei denen ich dann auch im Nachhinein dachte: Damn, wenn ich den Song hör, fühlt es sich so an, als würde mir geholfen werden. Weil man dieses Gefühl so von außen betrachten kann. Und dann fühlt man sich irgendwie verstanden.
„Da kommt dann auch diese Huhn- oder Ei-Frage ins Spiel.“
Anna: Für mich ist der erste Song (nach dem Intro), Can’t Quite musikalisch der Song, der mich am meisten in deinen ganzen Sound gezogen hat. Worum geht’s in dem Song?
Kasimp: Can’t Quite ist auch für mich ein besonderer Tune. In ihm verarbeite ich eine toxische Beziehung und diesen Prozess, wie man in diese Co-Dependency Schleife reinrutscht und das im Zweifel weder merkt, noch böse meint bzw. bewusst toxisch ist. Was man aber, früher oder später, merkt ist, dass es einem nicht so gut geht wie vor der Beziehung. Der Song ist aber dahingehend speziell, dass er das nicht so sehr verurteilt und bewertet, sondern eher verbildlicht und zeigt was in den Leuten während dieses Prozesses vorgeht.
Anna: Danach geht’s mit Palmleavesdirekt weiter, du haust auf der ganzen EP mit wirklich sehr heftigen Produktionen um dich. Gibt’s da eine Person, die einen s/o für die Produktion verdient hat oder machst du das alles selbst?
Kasimp: Grundsätzlich mach ich die Produktionen selbst, ja. Aber die Sachen würden nie so klingen, wenn Dennis Keil nicht dabei gewesen wäre. Er war son bisschen mein Guide und mein zweites Paar Ohren für die Platte. Er hat mir Produktionsdetails, Vocalperformance und sogar Songauswahl gefeedbackt und obendrein die Platte gemischt und gemastered. Das hat auf jeden Fall nochmal nen guten Taste reingebracht und ich war nicht so in meinem prokrastinatorischen Perfektionismus-Film gefangen.
Anna: Hide ist die zweite Single, die du von der EP veröffentlicht hast – es ist auch dein bisher meistgestreamter Song auf Spotify. Jetzt ganz lapidar gefragt: What are you hiding from?
Kasimp: Hide ist für mich thematisch der komplexeste Song. Einerseits setz ich mich bei Hide stark mit Impulskontrolle und Aggression auseinander. Andererseits geht es auch um den Druck, den man von sich, der Gesellschaft, Familie, evtl. Partner etc. auferlegt bekommt und vor dem man sich eben verstecken möchte. Da kommt dann auch diese Huhn oder Ei Frage ins Spiel: muss ich achtsam sein, weil ich so viel externen Druck auferlegt bekomme? Oder empfinde ich Druck, weil ich nicht achtsam bin? Ich denke, es ist ne Mischung aus beidem und die Übergänge sind fließend.
„Die EP war mein Ablassrohr für alles.“
Anna: The Way beschreibst du als ganz klassischen Herzschmerz und in Hamstrung geht es darum, im „falschen“ Umfeld zu verharren und dort nicht rauszukommen. Sind diese beiden Themen miteinander verknüpft?
Kasimp: Nope, tatsächlich haben die beiden Songs gar nichts miteinander zu tun. Hamstrung bezieht sich sehr auf die Umstände und die Leute, die man um sich hat, die einem nicht geben, was man braucht. Nicht, dass die Leute „schlecht“ sind oder so, aber es ist einfach nicht der richtige Dünger für die Pflanze, da kann er noch so gut sein. The Way ist eher so der klassische Herzschmerz/Breakup song. So man hatte ne gute Zeit und es tut auch weh, aber man schaut einfach so nostalgisch auf die Zeit zurück und ist dankbar, dass man sie hatte. Eigentlich so, wie’s im Idealfall sein sollte. Für mich hat The Way voll was von diesem Harlekin, der ein lachendes und ein weinendes Auge hat.
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Anna: Und da wir jetzt so jeden Song ein bisschen angerissen haben, natürlich auch zu den Lifeskits: Sie rahmen die ganze EP ein und geben ihr sowohl Kontext als auch Closure. Hast du durch den Prozess der EP gemerkt, wie du selbst auch eine persönliche Entwicklung mitgemacht hast?
Kasimp: Auf jeden Fall. Die EP war mein absolutes Ablassrohr für alles. Sehr selbst-therapeutisch. Ich hab meine Gedanken „geflutet“. Und durch diese Flut kam alles raus, das gute und das schlechte.
Und ich hab zum ersten Mal bewusst vor mir gesehen und gehört, was so in mir war, und das hat auf jeden Fall ein Wachstum auch vorangetrieben.
Die Skits waren lustigerweise ein zweiteiliger Song, der als letztes geschrieben wurde. Und plötzlich kam mir die Idee, dass eigentlich sinnvoller wäre, ihn in zwei zu teilen und daraus den Intro bzw. Outro track zu machen.
„Wenn wir das performen, wird das auf jeden Fall ein Fest.“
Anna: Du bist ja, wie alle anderen auch, sehr von den Live-Einschränkungen letztes Jahr getroffen worden. Jetzt, wo sich alles langsam ein bisschen aufklärt, fühlst du dich da auch hoffnungsvoller, was das angeht?
Kasimp: Auf jeden Fall. Ich hab das Gefühl, der Andrang und die Lust auf Gigs ist ziemlich groß bei den Leuten. Jetzt finden ja schon so die ersten Sitzkonzerte mit Abstand statt. Meine fantastische Live Band und ich sind auch schon uuuuultra heiß auf Gigs und sind nur am Proben. Die Songs klingen auch live ganz anders, viel „Band-iger“ und vielleicht sogar ein bisschen jazziger als auf der Platte. Wenn wir dann performen, wird das auf jeden Fall ein Fest.
Anna: Mit welchen Künstler:innen würdest du denn gerne mal auf Tour gehen?
Kasimp: Alabama Shakes, Choker, Tyler the Creator.
Anna: Last but not least – unsere untold story. Was kannst du uns erzählen, über dich oder die EP, erzählen, was du so noch nie vorher in einem Interview erzählt hast?
Kasimp: Der ganze Prozess von Flood hat zwar mega Spaß gemacht, aber auch unfassbar viel Arbeit und Commitment erfordert. Das sind die Dinge die man auf Social Media nicht sieht und es auch in Interviews nicht sagen will, weil es schlicht weg „unsexy“ klingt. Ist aber die Wahrheit. Das soll aber nicht heißen, dass es keinen Spaß gemacht und ich es nicht jederzeit wieder tun würde. Und ich bin froh, das Projekt jetzt abgeschlossen zu haben und meine zweite EP Flood am 06.06. releasen zu können 😊
Hier könnt ihr Kasimps EP reinhören und vielleicht schafft er’s ja in eine eure Playlisten. Potential hat es:
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Wenn mich jemand fragen sollte, was es ist, was ich an der Arbeit für Untoldency besonders liebe, ist eine Sache definitiv, so viele junge und starke Frauen kennenzulernen. Künstlerinnen, die fünf Jahren jünger sind als ich und nicht nur musikalisch sehr viel frischen Wind reinbringen, sondern auch inhaltlich schon für so viel stehen. Musikerinnen, die mit ihrer Musik für sich selbst und ihre Fanbase den Begriff der „Weiblichkeit“ neu definieren und finden, und damit eine ganz, jüngere Generation prägen. So wie Newcomerin Greta Isaac aus England: “I don’t know what it is to be a woman, to be myself, in the way that I once knew; but I know I’d never ever want to be like the ideologies and structures that stop me from finding out.” Letzte Woche kam ihre neue EP „PESSIMIST“ raus. Die Chance haben wir genutzt, um mit ihr nicht nur über die einzelnen Songs zu sprechen, sondern auch, was es für sie bedeutet, erwachsen zu werden und sich, selbst in traurigen Momenten, selbst zu finden.
Greta Isaac im Interview
Anna: Hey Greta, first off: Happy Release! How excited are you that your EP is finally out now?
Greta: Hey! Thank you so much! I’m very excited that people get to hear what I’ve been up to the last couple years. More than anything though it’s a huge relief. I think with any project you retain its energy in your mind and body for so long that when it’s finally time for it to be released into the world, it feels more like letting go and taking one huge much needed sigh 🙂
Anna: Before we talk about the EP, can you introduce yourself and the music you’re making?
Greta: Sure! Sooo, my name’s Greta Morfudd Isaac. I’m 26 and from South Wales and I’ve been making and singing music basically my entire life I’d say. I make primarily alt pop music with harmony driven vocals and a very sarcastic playful sonic and lyrical palette 🙂
Anna: You’ve been releasing music for some time now, with every release getting closer to becoming one of the next breakout artists. When you’d have to reflect on your musical biography as an artist, how would you describe your musical progress?
Greta: I’ve gone through a few different stages – ranging from folk, pop and electronic influences. I think I’ve found a really nice middle ground of all of those influences by now that feel like a home for my music. Then again, I love reinventing myself. Finding out where my boundaries seem to naturally fall as an artist and just pushing them ever so slightly further with every project. I feel like I’m getting closer and closer to fulfilling a creative itch I have but I almost hope I never land there so that I can keep being excited.
“Writing ‚Pessimist’was a gateway in giving me accountability as a human being.”
Anna: Maybe the question I’m most curious about: What’s the story behind your EP cover?
Greta: Haha! Me and my photographer/dear friend/muse Karina Barberis wanted to create a visual that represented a stoic figure confidently standing on a stool waiting to be heard, and playfully juxtaposing that with trying to hide away in a tiny kitchen, blend into the background and disguise herself as a standing lamp. For me that image completely mirrors my attitude towards performing and making music – I feel like I can perform under very certain circumstances that I cater for myself, though the product of that is quite confusing and childlike sometimes.
Anna: And the most obvious question: Who’s the Pressimist?
Greta: I’m the pessimist! You’re the pessimist! I think writing Pessimist was a gateway in giving me accountability as a human being. Realising that I had more autonomy than I thought over the decisions I made that ultimately contributed to how happy and fulfilled I was as a person. I think I always lacked the confidence to trust my intuition. So I’d find myself reaching for other people for reassurance and acceptance. When it wasn’t given to me, because no one owes me that, I would fall into these deep pits of self doubt and helplessness. Pessimistis a song that brushes me off, pats me on the back and tells me to feel everything im feeling. To use it as a tool to have a happier and healthier life. She can be brutal but needed sometimes I think haha
Anna: “FU” made it into Spotify’s “The Most Beautiful Songs in the World” Playlist. Considering that the song came from a really sad place, did the process of writing the song help you out of that?
Greta: Definitely! I feel like every song is a bookmark or a folded page in an important time in my growth as a young woman. I’m really grateful to have these songs as reminders of a very specific turning point in the way that I used to think or feel. I think ‘FU’ is lyrically really specific, but I’m hoping that in some way people can connect to this song and feel heard. That their experiences matter, that their emotions are valid. And that sometimes you just have to feel what you feel and tell yourself “yeah I didn’t deserve that”.
“What I found on the other end was freedom and empowerment.”
Anna: The lead single to your record is “How to be a woman”. What were the inspiration behind that song? And how do you personally define your womanhood?
Greta: ‘How To Be A Woman’ was a chance for me to put into words what I ruminate on pretty much constantly every single day. Entering my mid-twenties, I think in some way I began freeing myself from the structures and people that constrained me into a very narrow and specific ideology of what someone like me should think or say or look like. What I found on the other end was freedom and empowerment. But not in the way I’d always known – I still sometimes feel lost and confused about who I should be or what I should look like. Ultimately, it’s about checking in with myself and making sure I’m happy and comfortable with every step towards finding out. I don’t know what it is to be a woman, to be myself, in the way that I once knew; but I know I’d never ever want to be like the ideologies and structures that stop me from finding out.
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Anna: Who are the women that inspire you the most and deserve a shoutout just for being awesome?
Greta: Oh god there’s just so, SO many. Countless. For music I’d say Noga Erez, Orla Gartland, FKA Twigs, Caroline Polachek, Dodie.. Photography and film I’d say Karina Barberis, Steph Wilson, Hollie Fernando, Molly Burdett.. Fashion is Suzie Walsh, Charlotte Knowles, Di Petsa.. then there’s Munroe Bergdorf, Dr. Nicole LePera, Africa Brooke, Jessica Defino. My mum Caryl, my sisters Elan and Miriam.
Anna: Also a song I’m curious about how it made it on your EP: “Tomi Losdis Bol”. What’s the story behind that?
Greta: I used to write little stories when I was about 5/6, in attempted English. Since Welsh is my first language I’d write the stories phonetically in Welsh. One was ‘Tomi Lost His Ball’. I took it and made it into a song one afternoon with my mum who’s a songwriter. I remember going into my dads little studio, standing on a chair and singing my heart out for Tomi ahahah. So the recording that’s on the EP is from that day.
Anna: Do you have plans or projects in the future that you are really excited about?
Greta: I’ve got a real life gig coming up in London on the 25th of October. And I’m still directing for other artists too – projects that should be coming out really really soon. I’m so excited!
Anna: Last but not least, we ask for an untold story. That can be an anecdote, fun fact or just something random you haven’t shared with the internet before.
Greta: I once sang so hard I got a nosebleed : )
Wen Greta mit ihrem vollen bis-zum-Nasenbluten-Committement abholen konnte, hört hier in die PESSIMIST-EP rein:
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