Manchmal treten wir hier gern einen Schritt beiseite und lassen die Künstler*innen selbst über ihre Musik philosophieren – im weitesten Sinne. Als es Feng Suavedas letzte Mal getan haben, hat uns das sehr zum Lachen gebracht, Paula Carolina stößt uns heute sehr zum Nachdenken an. Am 22.04. (also übermorgen) kommt ihre Debüt-EP „Aus der Blüte des Lebens“ raus, auf der sie sehr persönlich aber auch sehr empowerend ihre Entwicklung zu einer Frau vertont. Musikalisch vielfältig, irgendwo zwischen Indie und Pop, und lyrisch Teil der sehr, sehr spannenden und aufblühenden (ha, Wortwitz) Generation von jungen Künstlerinnen, die endlich mal sagen, was Sache ist. In diesem Fall geht es um das vermeintliche Tabu-Thema der Menstruation und was da noch so alles passiert in „Gerlindes Garten„.
Paula Carolina über die menstruierenden Blumen in „Gerlindes Garten“
Es ist Freitagabend, der 21. Juni 2023. Die Menge atmet erwartungsvoll auf, als Paula Carolina die Bühne betritt. „Paula, Paula, Paula!“, schreit das Publikum.
Die Künstlerin steht in der Mitte der Bühne und sucht nach den richtigen Worten:
„Hey Leute! Schön, dass ihr heute alle gekommen seid. Ich freu mich riesig auf den Abend. Erwartet nur nicht meine normale Energie. Ich habe meine Periode.“
Schon mal diesen Satz gehört? Ich nicht. Und deswegen werden wir heute darüber sprechen.
Hier ein paar Fakten zu unserer Stimme während des Zyklusses von menstruierenden Menschen:
Forscher der University of California in Los Angeles fanden heraus, dass die Stimme vor und nach dem Eisprung höher, während des Eisprungs ungewollt tiefer klingt.
Während der Menstruation wird die Stimme rauer und ungleichmäßiger.
In diesem Zeitraum schwellen die Schleimhäute der Stimmlippen an. Die Stimmlippen verfestigen sich etwas, sodass es schwerer wird hohe Töne anzusingen.
Zudem kann die Stimme grundsätzlich von dem psychischen und körperlichen Zustand der singenden Person beeinflusst werden. Das erschwert die stimmliche Performance während der Periode.
Die Vorstellung auf einer Bühne zu stehen, stimmlich nicht 100 Prozent geben zu können und zusätzlich Periodenschmerzen zu haben, kann überfordernd sein. Genauso wie viele andere Situationen während der Periode. Und deshalb ist es wichtig, dass „Ich habe meine Periode“ zu einem ganz normalen, alltagstauglichen Satz wird. Manchmal muss einfach darüber gesprochen werden, damit Akzeptanz entsteht.
„Gerlindes Garten“, mein Song über die Periode, macht genau das.
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Ich habe „Gerlindes Garten“ während meiner Periode einsingen müssen. Also habe ich mich vor jeder Aufnahme auf das Bett meiner Produzentin gelegt, kurz durchgeatmet und dann ging es weiter. Was mir hier den Tag gerettet und den Song zu einem ganz besonderen gemacht hat, war ihr Verständnis.
In ein paar Tagen könnt ihr hier in die EP reinhören, bis dahin erstmal „nur“ diese fantastische Single:
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Wir stehen ja bekanntlich mit unserem Namen dafür, dass ihr hier immer die beste, neuste Musik vor allen anderen entdeckt – auch live. Deshalb dürfen wir euch heute in Kollaboration mit W.A.S. Entertainement und Better Things ganz stolz das exklusive Konzert der angesagtesten Künstler*innen aus Kopenhagen, Dänemark ankündigen und präsentieren. Am 09. Juni bringen Brimheim, GRETA und Rebecca Lou absolute Frauenpower auf die Bühnen des Privatclubs, in Berlin.
Doch ein bisschen was zu den einzelnen Künstlerinnen.
Brimheim bedeutet übersetzt „Heimat der brechenden Wellen“ und ist der Künstlername der dänisch-färöischen Singer-Songwriterin Helena Heinesen. Was hier auf die Bühne kommt ist treibender Indie-Rock, der verzaubert. Charmant eingängig, melancholisch verletztlich und aufrichtig interllektuell – also genau die Dinge, die die ganzen Knöpfe auch bei uns drücken.
https://www.youtube.com/watch?v=v2ahdshq1WY
Dann: die in Kopenhagen lebende deutsche Künstlerin GRETA. Schillernde Pop-Songs treffen auf volle Nostalgie. Es ist pure Disco-Nostalgie, wenn man so will. Ihre Sehnsucht nach vielen Dingen (Clubs, soziale Kontakte, einen Weg aus der emotionalen Dunkelheit) können nicht nur wir absolut nachvollziehen. Doch wir können ihr 1-2 davon am 09.06. nehmen – denn wenn der leicht futuristisch klingende Dream/Elektro-Pop durch die Boxen schallen wird, wird getanzt als hätten wir es ganze zwei Jahre nicht gemacht (ha).
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Und zu guter Letzt gibt es einen frischen Take an Rock und Punk – da dürfte es doch manchen von euch auch in den Fingerspitzen kribbeln. Und wenn das dann noch die richtige, melodische Prise von poppigen Hooks bekommt – hui. Rebecca Lou macht genau das. Und on top vermittelt sie in ihrer Musik starke Botschaften der Selbstliebe, immer in der Hoffnung, andere zu ermutigen, so zu sein, wie sie wirklich sind.
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Schöner könnten wir die kleine Vorstellungsrunde auch nicht beenden. Also kommt am 09.06.22 in Privatclub, Berlin, und seid ihr wie seid <3
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Mit Blick auf den kommenden Sommer freuen wir uns vor allem wieder auf regelmäßige Konzertbesuche – heißt, es wird Zeit für weitere Konzertpräsentationen. Seit letztem Jahr stellen wir euch in Zusammenarbeit mit loft concerts ausgewählteKonzerte in Berlin vor, die ihr nicht verpassen solltet. Um das Warten ein wenig erträglicher zu machen, präsentieren wir euch die Indie-Rock Band INHALER am 17. April im Hole 44 in Berlin. Das ist aber noch nicht alles – zusammen mit loft concerts verlosen wir außerdem 2×2 Tickets für das Konzert. Wie ihr an der Verlosung teilnehmen könnt, erfahrt ihr im Beitrag auf Instagram.
Mitreißender Indie-Rock und eine Ladung Hoffnung
Gut aufgepasst an all diejenigen, die Inhaler noch nicht kennen – und natürlich auch an alle eingeschweißten Fans: Endlich dürfen wir die Band wieder auf Tour in Deutschland begrüßen! Diesmal hat die vierköpfige Band ihr letztes Jahr veröffentlichtes Debütalbum „It Won’t Always Be Like This“ mit im Gepäck. Eine große Fangemeinde konnte Inhaler bereits vor dem großen Album-Release vorweisen, denn seit den Anfängen der Band folgte ein Hit nach dem nächsten. Mit ihrem Debüt haben Inhaler einen hoffnungsvollen Soundtrack kreiert, der vor allem gute Laune bereitet. Während ihre Texte ernstere Themen rund um das Erwachsen werden ansprechen, bleibt die Musik positiv und energiegeladenen. Der Albumtitel bringt es dabei auf den Punkt: Es wird nicht immer so sein, wie es jetzt ist.
Die Review zum kompletten Album findet ihr übrigens hier.
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Inhaler bringen neben ihren zahlreichen Hits wie „Honest Face“, „Cheer Up Baby“ oder „Ice Cream Sundae“ jede Menge Power mit auf die Bühne und sorgen für gute Laune und einen unglaublichen Drang zum Tanzen. Nun, habt ihr Lust auf Indie-Rock vom Feinsten? Dann sehen wir uns am 17.04. im Hole 44 in Berlin. Wir können es kaum abwarten.
Zu guter Letzt noch eine Playlist zum Einstimmen auf das Konzert in Berlin:
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Dass wir alle mehr als bereit sind, endlich wieder auf Konzerten abtanzen zu können, steht wohl außer Frage. Deswegen freuen wir uns auch umso mehr, euch eine Tour präsentieren zu dürfen, bei der ihr garantiert nicht still stehen bleiben werdet: Iuna Lux geht ab Ende April 2022 mit seiner neuesten EP „Chemicals and Gold“ auf Tour! Hier gibt’s alle Infos zu den Konzerten.
Christoph Hundhammer war bis vor zwei Jahren als Gittarist mit Telquist auf Tour. Jetzt geht er mit seinem Solo-Projekt Iuna Lux selbst auf Tour. Der Künstler aus der Regensburger Indie-Bubble liefert eine ordentliche Portion gute Laune-Tracks mit ganz viel Synthesizern.
„Chemicals and Gold“
Irgendwo zwischen tanzbarer Melancholie, verträumten Bedroom-Pop und einer fetten Ladung spacigem Electro Sounds entführt Iuna Lux auf „Chemicals and Gold“ in eine Parallelwelt – fernab der Realität, tief versunken in Träumen. Der Synth-Pop à la 80er-Jahre lädt zum Mitgrooven ein – perfekt also für ein Konzert.
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Ab dem 28.04.2022 könnt ihr Iuna Lux live auf der Bühne erleben. In 5 Städten in Bayern und der Österreicher Hauptstadt Wien ist er mit seiner Band unterwegs. In Erlangen könnt ihr die Musik sogar kostenfrei auf dem „Umsonst & Draußen“-Festival hören.
Hier sind die Tourdates:
28.04.2022: Regensburg, Alte Mälzerei 30.04.2022: Wien, B72 „soda. mit himbeer – Sommerfest“ 05.05.2022: Erlangen, E-Werk „Umsonst & Draußen“ 06.05.2022: Würzburg, Cairo 07.05.2022: München, Lost Weekend 04.06.2022: Dormitz, Tellerrand Festival
Bis die Tour anfängt, könnt ihr Iuna Lux nochmal fleißig auf Instagram stalken und die Songs auf Spotify rauf und runter spielen:
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Es gibt mal wieder Konzert-News für euch, von denen wir ganz doll hoffen, dass sie genau so stattfinden werden, wie wir sie euch hier verkünden: Leopard aus Berlin gehen nämlich schon Ende März 2022 auf „Blaulicht“-Tour durch 9 Städte in Deutschland. Welche Besonderheit es beim Ticketkauf gibt und wo ihr Leopard am besten live erleben könnt, erfahrt ihr hier und jetzt.
Als treue untoldency-Leser*innen dürfte euch Leopard inzwischen schon ein Begriff sein, entweder habt ihr nämlich das Interview zur Videopremiere ihres Songs „20.000 Sternis“ von Jule gelesen oder ihr hattet Ende 2020 eine richtig gute Zeit bei ihrer Livesession auf unserem Instagram gehabt – ja, oder halt beides. Inzwischen ist ein bisschen Zeit vergangen und es ist viel passiert, u.a. ist die „Blaulicht“-EP ist erschienen und wir können es kaum erwarten, endlich mal wieder auf Konzerten zu eskalieren. Da bietet sich eine Tour von Leopard übrigens extrem gut an, wir sprechen da aus Erfahrung. Und weil das so ist, lassen sich die vier Jungs aus Berlin nicht lumpen und spielen Ende März 2022 eine Tour mit 9 Terminen, einmal quer durch Deutschland und wieder zurück. Wo, wann, wie? Na da:
24.03.2022 | Dortmund, Subrosa 25.03.2022 | Köln, Tsunami Club (mit Bush.ida) 26.03.2022 | Nürnberg, MUZ (mit Leiden) 27.03.2022 | Augsburg, City Club (mit Leiden) 28.03.2022 | Darmstadt, Goldene Krone 29.03.2022 | Dresden, Kukulida 30.03.2022 | Jena, Carla e.V. 31.03.2022 | Leipzig, Noch Besser Leben 01.04.2022 | Berlin, Schokoladen (mit Baby Of The Bunch)
Und wisst ihr, was das Coole ist? Einen Ticketvorverkauf wird es nur für 1-2 Konzerte geben, den Rest regeln Leopard nämlich komplett über die gute alte Abendkasse. Also seid einfach pünktlich bei der jeweiligen Location, dann verpasst ihr auch nichts – sagt nicht, wir hätten euch nicht gewarnt.
Bis es in knapp 3 Wochen dann losgeht, könnt ihr Leopard gerne bei Instagramoder Bandcamp auschecken. Und für diejenigen, die bis jetzt immer noch nicht komplett textsicher sind (haltet euch ran), gibt’s hier natürlich auch noch eine kleine Hilfestellung:
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Das Jahr beginnt für uns mit so vielen guten Nachrichten, die wir hier einfach so spreaden können, wir sind ganz aufgeregt. Die heutige super gute Nachricht, ohne viel Gelaber: Anoki und Kaltenkirchen gehen auf Tour. Und weil das alleine nur halb so schön ist, machen die beiden das gemeinsam und damit eine Doppelheadliner-Tour, die auf den Namen „Irgendwann“ hört und euch mehr als feierlich von untoldency präsentiert wird. Leider musste die Tour von April 2022 in den September 2022 verlegt werden. Aber wann ihr wo sein müsst, verraten wir euch jetzt.
Die Geschichte, die so schön mit dem gemeinsamen Song „PANIK“, der Jule im letzten Jahr extrem abgeholt hat (könnt ihr hier nachlesen) begonnen hat, wird 2022 weitergeschrieben. Im September 2022 gehen unser forever-artist-to-watch Anoki und Kaltenkirchen gemeinsam auf Tour. Ihr könnt euch denken, dass solche Tour-News ein paar Tage Vorlaufzeit benötigen. Es wundert also hoffentlich niemanden, dass wir seit einem Monat auf heißen Kohlen saßen, weil wir es nicht erwarten konnten, diese Info mit euch zu teilen.
Für all diejenigen unter euch, die trotz massiger Berichterstattung unsererseits noch nicht wissen, wer Anoki und Kaltenkirchen sind, sind die folgenden Abschnitte genau das Richtige:
Kaltenkirchen, Emotionsgranate aus Wien
Wir wollen niemanden bevorzugen, aber wenn sich jemand im Laufe der letzten drei Jahre (oh Gott, das sind schon drei Jahre?) in unsere Herzen musiziert hat, dann wohl Kaltenkirchen. Das Projekt, das aus Philip Maria Stoeckenius und Niklas Pichler besteht, hat sich in dieser Zeit musikalisch so extrem weiterentwickelt, wie es nur wenige geschafft haben. Vom Debütalbum „Im Namen der Liebe“ aus 2019 bis zu den im letzten Jahr erschienenen „PANIK“-EPs hat sich da wirklich eine Menge getan. Aber nicht nur in der Musik, auch in der Persönlichkeit. Schonungslos hat Kaltenkirchen in diesen EPs Erfahrungen, den Umgang und sämtliche Ups and Downs mit seinen Panikattacken geteilt. Und sich selbst, aber sicher auch vielen Zuhörer:innen damit eine wichtige Tür geöffnet.
Unsere Kaltenkirchen-Liebe ist unermüdlich eine wirklich große und wird seit offensichtlich wirklich schon drei Jahren (mind = blown) immer größer. Eine bedingungslose Anhör-Empfehlung für alle, die sich mit dem musikalischen Werdegang und dem Umgang mit Panikattacken auseinandersetzen können und wollen ist hiermit ausgesprochen.
Anoki, Textgewalt aus Berlin
Wir haben es oben schon erwähnt: Anoki ist unser forever-artist-to-watch, weil wir niemals keine Empfehlung für seine Musik aussprechen können. Bereits 2020 haben wir ihn in höchsten Tönen gelobt, nachdem Jule ihn in Berlin entdeckt und lieben gelernt hat. 2021 haben wir diese Liebeserklärung wiederholt, weil er bewiesen hat, was für ein krasser Musiker und vor allem Texter er ist. Und auch seine Geschichte ist auch äußerst spannend: In Utrecht geboren und in Schweinfurt aufgewachsen, landete Anoki nach mehreren Zwischenstopps letztlich in Berlin. In seiner Jugend von Indie und Punk umgeben, experimentiert der Rapper heute mit Hip Hop-Beats, der seine früheren Einflüsse aber keineswegs verschweigt (ja, da haben wir uns kurz bisschen selbst zitiert). Wer ganz aufmerksam ist, hat vielleicht auch schon mal entdeckt, dass er als Songwriter an vielen Songs in eurem Spotify Wrapped 2021 beteiligt ist.
Mit den Singles „Sie bauen eine Mall“ und zuletzt „Is Ok“ hat Anoki zu Recht aber auch endlich selbst die Aufmerksamkeit bekommen, die ihm unserer bescheidenen Meinung nach absolut zusteht. Wir wollen auch nicht unnötig spoilern, aber sich den Release seiner EP schon mal vorzumerken ist viel mehr als nur ein gut gemeinter Tipp unsererseits.
Finally: Die Tourdates
Nachdem wir euch jetzt also auf den Stand der Dinge gebracht haben, folgen hier jetzt die hard facts zur „Irgendwann“-Tour. In insgesamt 9 Städten in Deutschland und Österreich könnt ihr Anoki und Kaltenkirchen also schon bald live sehen. Welche das sind? Na die hier:
04.09.2022 | Rostock, M.A.U. Club 05.09.2022 | Hannover, Lux (verlegt vom 04.04.2022) 06.09.2022 | Köln, Yuca (verlegt vom 06.04.2022) 07.09.2022 | Berlin, Kantine am Berghain (verlegt vom 03.04.2022) 08.09.2022 | Hamburg, Häkken (verlegt vom 07.04.2022) 09.09.2022 | Oldenburg, umBAUbar 10.09.2022 | Erfurt, Engelsburg (verlegt vom 09.04.2022) 12.09.2022 | Wien (AT), B72 (verlegt vom 23.04.2022) 15.09.2022 | Stuttgart, Wizemann (verlegt vom 27.04.2022)
Wir wissen nicht, wie es euch geht, aber wir können den September 2022 kaum abwarten und freuen uns, jede*n Einzelne*n von euch dort zu sehen. Ihr solltet auf jeden Fall schon deshalb kommen, weil ihr dann unsere Liebe zu beiden Acts viel besser verstehen könnt. Klingt logisch, oder?
Bis dahin könnt ihr Anoki bei Instagram und auch Kaltenkirchen bei Instagramabchecken.
Und für die ganz Fleißigen unter euch, die noch fix alle wichtigen Songs auswendig lernen wollen, gibt’s hier noch zwei kleine Helferlein:
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Wer uns den Sommer 2021 über verfolgt hat (wer nicht?), kann sich vielleicht noch an die Acoustics Concerts erinnern. Bei insgesamt 42 Shows in 7 Städten haben wir wunderbare Künstler:innen auf den Open Air-Bühnen erleben und wenigstens ein paar Wochen über das Gefühl von Normalität spüren dürfen. Aber weder wir noch die Acoustics Concerts selbst haben Bock, auf dieses Gefühl bis zum Sommer 2022 zu warten. Denn auf Konzerte warten haben wir in den letzten Jahren wirklich durchgespielt. Und deshalb freuen wir uns umso mehr, euch die Acoustics Winter Session am 02.02.2022 in der Elbphilharmonie in Hamburg präsentieren zu dürfen. Alle wichtigen Infos dazu lest ihr hier und jetzt.
Das Motto „Akustisch, hautnah und handgemacht“ der Acoustics kennen und lieben wir bereits. Bei den Konzerten treffen sich klassische Indie-, Folk- und Songwriter-Acts, Deutsch-Rap und Rock-Pop bis hin zu Fusion-Jazz-Kombos auf einer Bühne. Die Mischung ist bunt und vielseitig. Alles im akustischen Gewand und mit der Nachwuchsförderung als zentralen Gedanken. In den zwölf Jahren des Bestehens waren immer wieder Acts vor ihrem großen Durchbruch Teil der Acoustics. Alice Merton, Provinz, CATT und Lilly Among Clouds sind teils national, teils sogar international erfolgreiche Künstler:innen. Bei ihren Acoustics-Shows konnte das Publikum sie in einem intimen Rahmen erleben, bevor es auf die großen Bühnen ging.
Bei einer Sache sind wir uns wohl alle einig: Musik in akustischer Darbietung und ohne Effekthascherei ist einfach irgendwie direkter, unmittelbarer. Im Sommer genießen wir das mit einem kühlen Bier oder einer spritzigen Limonade. Aber warum eigentlich nur im Sommer? Akustische Sounds sind im Winter mindestens genauso hörenswert und wiegen uns in der Melancholie des grauen Himmels. In diesem Jahr feiert die Konzertreihe schon ihr 12-jähriges Bestehen und krönt dieses Jubiläum mit einer Winter Session am 02.02.2022 in Hamburg mit The Flavians, Novaa und KLAN.
The Flavians
The Flavians wurde 2017 in Berlin gegründet und besteht aus den Schweden Joakim Jägerhult und Liam Blomqvist, der Tschechin Anna Vaverková und dem Briten Thomas Wills. Inspiriert von den warmen, nostalgischen Klängen der 60er Jahre und der hektischen, hedonistischen Energie Berlins, verbindet die Band drei unterschiedliche Stimmen mit psychedelischen Gitarrentexturen, Barroom-Piano und stampfenden Drums zu surrealen und doch geerdeten, zugänglichen, melodischen und experimentellen Songs. Seit ihrer Gründung haben The Flavians in ihrer Wahlheimat Berlin ausverkaufte Shows, Headliner- und Supporttouren durch ganz Deutschland gespielt. Und wer super gut drauf ist, hat das internationale Quartett auch schon im Sommer bei den Acoustics Concerts live gesehen.
Novaa
Für die letzten, die diesen artist to watch 2022 noch nicht kennen, gibt’s auch hier nochmal eine kleine Stütze: Novaa ist Künstlerin, Songwriterin und Produzentin aus Berlin, die im Juli 2021 ihr drittes Album „She’s A Rose“ veröffentlicht hat. Minimalistischer Sound trifft intensive Gefühle: Aus einer radikal persönlichen Perspektive malt sie ein Bild von Geschlechterrollen und den Herausforderungen, denen Frauen* heute begegnen. In unserer Redaktion gibt es keine Person, die dieses Album nicht wunderschön findet. Aber Novaa wäre nicht Novaa, wenn sie nicht schon ein weiteres selbstproduziertes Album in der Pipeline hätte – die zweite Seite des Albums mit dem Namen „She’s A Star“ erscheint im April 2022 und zeigt ihre humoristische Sichtweise auf harte Themen, gepaart mit elektronischen Beats und ihrer unverwechselbaren musikalischen Handschrift.
KLAN
KLAN sind die Brüder Michael und Stefan Heinrich und das Chamäleon der deutschen Popmusik. Mal punkig-politisch, mal mit großem Herzschmerz, nie aber ohne intelligente und gleichzeitig emotionale Worte, zeigen die beiden, wie deutscher DIY-Pop geht. KLAN schafften es mit ihrem Debüt „Wann hast du Zeit“ und den beiden Halben „Winterseite“ und „Sommerseite“ über unbekannte Trampelpfade mitten ins Zentrum zeitgenössischer Popkultur, auf die Bühnen des Landes, in den Rundfunk und ins Feuilleton. Getrieben von Überzeugungen und mit klaren Standpunkten machten sich Michael und Stefan einen Namen im oft so inhaltslosen Musikzirkus. Bei ihren Konzerten wird die Leidenschaft greifbar, die sie antreibt – ihre Musik und ihre Geschichten sind universell, ihr Charisma einzigartig. KLAN sind alles was eine Popband sein sollte und noch viel mehr.
Also wir haben mega Bock und wissen, dass ihr es auch habt. Markiert euch also den 02.02.2022 ganz dick und mit Textmarker im Kalender und überlegt schon mal, was ihr an diesem unvergesslichen Abend im kleinen Saal der Hamburger Elbphilharmonie anziehen wollt. Tickets für die Acoustics Winter Session gibt’s hier:
Nachdem die untoldency-Redaktion euch schon ihre individuellen Jahresrückblicke nahegebracht hat (hier könnt ihr euch durchstöbern), folgt jetzt der „ultimative“ Jahresrückblick in Form der untold soundtrack of 2021 – Playlist. Viele von euch haben hoffentlich auf dem Schirm, dass wir euch jede Woche in dieser Playlist mit den besten neuen Releases versorgen. Das Kuratieren dieser Playlist hat unsere Wahrnehmung und Verarbeitung von neuer Musik dieses Jahr einen 180° Twist gegeben. Es ist unglaublich addictive, ständig auf der Suche nach diesem einen Song zu sein. Ein paar dieser Songs haben wir gefunden und sie hier für euch gesammelt.
Die zwei Pop-Ikoninnen des Jahres und der chartstürmende Abschluss eines Solo-Projekt
Auch wenn wir im Herzen alle kleine Indie-Babes sind, komm ich nicht drum rum als erstes die zwei erfolgreichsten Frauen der Pop-Musiklandschaft dieses Jahr zu küren. Olivia Rodrigo und Billie Eilish sind zusammen 38 Jahre jung, haben 14 Grammy Nominierungen (7 each) und beweisen, dass die (musikalische) Zukunft in den Händen von jungen Frauen liegt. Lucas konnte das vor allem bei Olivia Rodrigos Debütalbum sour dieses Jahr sehr fühlen, ich eher bei Happier Than Ever. Billie Eilish hält die Welt seit vier Jahren mit ihrer Stimme und dem musikalischen Genius ihres Bruders Finneas in Atem und schafft es, die Selbstreflektion und das Empowerment einer ganzen Generation auf eine berührende Art festzuhalten. Wenn ich überlege, was ich mit Anfang 20 gemacht hab..
Und mit diesem deepen Einstieg gehen wir direkt zum ersten Song auf der Playlist, der ironischerweise auch der letzte ist (wer’s jetzt schon gecheckt hat, hierist dein Keks): Der letzte Song (Alles Wird Gut) von Kraftklubs Frontcutie Felix und seinem Solo-Projekt Kummer, das er mit diesem Song beendet. Der Druck war hoch, aber alle Erwartungen wurden getroffen – Top1 der Deutschen Singlecharts sollte da für sich sprechen. To be fair: sich Fred Raabe von Giant Rooks als Feature zu holen, war ein grandioser Move und direkt ins Herz. Wie kann man etwas nicht lieben, was Fred Raabe singt?
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Das schönste an unserer Plattform von untoldency war dieses Jahr das Entdecken von wahnsinnig vieler guter Musik von Newcomer:innen. (Für ausführliche Empfehlungen hier klicken). Doch anstatt sie nur für uns zu entdecken, haben wir 2021 damit verbracht, sie euch zu präsentieren. Ob Zimmer90, Die Mode, Power Plushoder Mar Malade – wir haben uns alle ganz schön viel verliebt dieses Jahr. Am meisten vielleicht in Schmyt – der Berliner erobert gerade Single für Single ganz Deutschland. Ich bin eh ständig am Schwärmen, aber auch der Rest unserer Redaktion hat ihr Herz an den süßen ehemaligen Rakede-Sänger verloren.
Ganz persönlich hab ich mich sehr in den weirden Elf, der auf den Namen RⱯHM ⚉ hört, verguckt. Ich hab schon mal versucht, in Worte zu fassen, was seine Musik bei mir auslöst, so richtig geschafft hab ich’s nicht. RⱯHM ⚉ Sound ist mein persönlicher depressiver aber trotzdem leicht therapeutischer Rave, der mich immer dann kriegt, wenn ich es am wenigsten erwarte. Passt vor allem im Winter sehr gut.
Für Jule schreib ich hier jetzt stellvertretend offiziell, dass sich untoldency in Mayberg verliebt hat und wir gerne alles präsentieren wollen, was der süße Singer Songwriter aus Kassel hervorzaubern wird.
2021 – ein Jahr voller Empowerment
Ihr merkt schon, das Grund-Thema 2021 scheint die Liebe zur Musik und zur Entdeckung von Künstler:innen zu sein. Der Rest des Jahres hat sich so halb-diabolisch dahingezogen, doch Musik hat vieles gerettet. Sie hat gesellschaftliche Diskussionen aufgegriffen und weiter angeheizt. Im Februar hab ich meinen Spotify-Algorithmus durchbrochen und mich gezielt mit mehr Musik von BPoC-Künstler:innen auseinander gesetzt (hier zu hören). In dem Zuge gefunden habe ich u.a. Berwyn. Mit seiner erschlagenden Ehrlichkeit in Songs wie I’D RATHER DIE THAN BE DEPORTED hat er mich auf mein eigenes priviligiert geprägtes Verständnis von Schmerz hingewiesen. Es ist so wichtig, sich selbst weiterzubilden und den Leuten zuzuhören, die unter den Strukturen leiden.
Das gilt auch für das aktivere Unterstützen und Fordern der Frauenquote im Indie. Im Punk. Pop. Soul. Überall. Die gesamte Untoldency Redaktion ist sich einig: wir brauchen mehr Frauen in 2022. Falls ihr das auch so seht, findet ihrin unserer women rising upPlaylist ein paar wertvolle musikalische Anstöße. Für einen full-circle Moment im R’n’B-Soul empfehlen wir die Pip Millet Diskografie,das neue Joy Crookes Album und alles, was Jorja Smith je gemacht hat.
Und weil’s wirklich mehr als gut passt:
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Das stimmt natürlich nur in Maßen. Viele von euch haben auf Open Air Konzerten und der handvoll Clubkonzerte die eigenen Lieblingskünstler:innen auf der Bühne sehen können. Ein richtiges „Konzert-Jahr“ war es aber bei Weitem nicht. Von meinen drei Konzertmomenten war das der australischen Band Tora wahrscheinlich das beste. Ja, Sam Fender in einer 700 Kapazität zu erwischen bevor er in die große Max-Schmeling huscht, war auch sehr besonders, aber es war auch sehr bedrängend voll. Tora im Prince Charles hingegen war befreiend locker, und hatte eine Live-Energie, an die ich mich nur noch ganz entfernt erinnern konnte.
Wenn ihr euch entscheidet müsstet, für wen schlägt euer Teenie-Herz mehr – Jeremias oder Provinz?
Mein Teenieherz entscheidet sich für Twenty One Pilots.True ones wissen, warum. Mein Teenieherz schlägt aber auch immer noch für Casper. TNT feat. TUA hat mich immer wieder in die hochemotionale Casper‑Phase zurückgeworfen, die wir vor zehn Jahren alle hatten. Hat die neue Ära für euch aber auch diesen leicht bitteren Nebengeschmack, der sich in folgender Frage ausdrücken lässt: Ist Casper kein Indie mehr? Alles, was ich sehe, ist ein Promowahn, der versucht zu rechtfertigen, warum man eine Vinyl zum Album in 7 verschiedenen Farben gestaffelt verkaufen muss. Willkommen im Mainstream-Musikbusiness, in dem die Verkaufszahlen einfach stimmen müssen. Naja. Wem mach ich was vor, wir sehen uns trotzdem auf den Clubshows in Berlin und Hamburg. Ich hoffe, ihr seid mit mir gealtert und ich muss nicht alleine den Teeangerschweiß der 14-18-Jährigen einatmen.
Comeback des Jahres..
*inserts Abba Album*
..und weitere random Preise
Das größte virale Wunderwerk geht an Måneskin, die meisten Gefühle an Novaa, der fetzigste Valentinssong an Pabst und Kiss Me und Danger Dan gewinnt für uns alle vor Gericht. Die vielleicht größten Tragödien des Jahres (musikalisch gesehen) gehen an die Bandauflösungen von Daft Punk (Matilda hat stellvertretend für uns alle getrauert) und FIBEL (Tränen flossen auch hier).
Wet Leg hat den englischen Staffelstabs von Arlo Parks aufgenommen, Glass Animals sind endlich auch für einen Grammy nominiert und The Wombats haben es irgendwie geschafft mir mit Method to the Madness durch ne Trennung Mitte des Jahres zu helfen. Shirin David krempelt gerade den Deutschrap auf, Trille ruft „mehr Geigen!“ und Drangsal kriegt jetzt schon (ungelesen) unseren Kritiker-Preis für sein Buch „Doch“ – allein nur des Titels wegen.
…
Adele ist das Comeback des Jahres.
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Ganz viel Liebe im Allgemeinen geht raus an IDER, Alli Neumann, girl in red, Antje Schomaker und die Live-Version von What I Know Is All Quicksandvon den Giant Rooks. Oder wie ich diese unvollständige Liste nenne: Female Empowerment 2021 und die schönste Live-Version eines Songs, die dieses Jahr rauskam.
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Wer sich bis hier hat (hoffentlich) entertainen lassen, bekommt noch einen extra Tipp für 2022 in die Hand: das neue Album von Alt-J. Wir verlorenen Indie-Babes können im Februar endlich wieder unsere Lieblings-Kuscheldecke rausholen und das musikalische Genie der drei Briten uns über unsere Ohren zergehen lassen, denn es wird gut. Freut euch drauf.
An dieser Stelle vielleicht auch eine schöne Abschlussanekdote: Oehl haben das hier zu ihrer „umfangreichste, witzigste und schönste“ Review zu ihrer Platte gekürt und dafür möchte ich mich in Form von Schwärmereien bedanken. Ist irgendwie anders, wenn die Leute, über deren Musik man schreibt, sich dieselben Worte durchlesen, die ich ins Internet tippe <3
Ansonsten – 2021 war a lot, es hat sich viel verändert (ich hab jetzt einen coolen Job 👉🏼👈🏼), dieses Magazin ist 1 Jahr alt geworden und ich hab überdurchschnittlich viele liebe Menschen kennengelernt. Aber auch: ein Jahr Pandemie mehr auf dem Rücken, das in 2019 verlorene Gefühl für Zeit und die gescheiterte Beziehung mit einer Person, die mir immer noch unfassbar viel bedeutet. Diese Dinge haben mich durch mein 2021 begleitet, während folgende Songs durch sowohl mein als auch euer Leben flogen:
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Zwischen all den Jahresrückblicken von 2021 quetschen sich Anna und Jule kurz mal mit etwas Zukünftigem dazwischen und präsentieren euch die Künstler:innen, die ihrer bescheidenen Meinung nach 2022 zu ihrem Jahr machen werden. Letztes Jahr haben wir uns schon an einer Liste der 10 heißesten Musiker:innen versucht und retrospektiv haben wir da gar nicht so schlecht gelegen: Arlo Parks? 2x nominiert für einen Grammy – mit ihrem Debütalbum! Jeremias? 1Live Krone-Nominierung für “Beste:r Newcomer:in” und fette Konzerte, auf denen die Hälfte von euch doch auch war. Anaïs? Support auf der Provinz-Tour und versprechende Singles, die auf ein noch besseres 2022 erhoffen lassen. Trille, MELE, Luke Noa, MAJAN, WizTheMC – alle haben sich im Jahr 2021 extrem weiterentwickelt, tolle Songs veröffentlicht und, soweit es eben möglich war, viele Fans dazu gewonnen.
Jetzt schauen wir also auf das Jahr 2022 und geben euch auch dafür die heißesten 10+1 Tipps an die Hand, wen man als artist to watch auf dem Schirm haben sollte(hier klicken, um parallel zu hören).
2022 wird das Jahr von…
Wet Leg
Kennt ihr die Isle of Wight? Das ist ein kleiner Schnipsel von der englischen Insel, im Meer vor Hampshire. Von dort erobert ein ganz besonderes Möbelstück die ganze Welt: die “Chaise Lounge”. Mit nur dieser einen Single katapultiert sich Wet Leg über Nacht in die traurigen Herzen aufgekratzter Indieheads und auf die ganz große Bühne. Inzwischen ist klar: Rhian Teasdale und Hester Chambers, die beiden umwerfenden Frontfrauen, begeistern schlechtgelaute Post-Punk-Purist:innen und pogotanzende Popfans gleichermaßen. Nie war ein Schlafzimmerblick energiegeladener, ein Schulterzucken elektrisierender. Ohne auch nur ein einziges Album veröffentlicht zu haben, spielte Wet Leg sich 2020 in UK und Europa die Finger wund, jetzt folgt ihre erste US-Tour. Dass es live genauso gut funktioniert, beweist das gerade erschienene NPR Tiny Desk Concert! Kauft also schon mal ein Ticket für die Shows im Frühjahr, denn nächstes Jahr gehen die beiden wohl komplett durch die Decke!
Hier noch ein Youtube Kommentar, für den letzten Stupser Überzeugung: „I’ve never experienced a new band I liked so much in the modern era. Like this is the first time I’ve got to watch every little clip of ever little thing a band does. It’s fun. I’m 141 years old. The last band I liked this much was The Strokes in 2001. Internet was like 7 pages then.“
Novaa
Wir haben uns 2021 so in Novaa verliebt, dass wir gar nicht anders können als sie hier mit an die Spitze zu setzen. Sie ist zwar lange keine Newcomerin mehr, dafür hat sie einfach schon viel gute Musik released, aber gerade beobachten wir eine Musikerin und Produzentin, die all ihre Erfahrung zu etwas Purem formt – und damit immer mehr Künstler:innen um sich herum inspiriert. Das hat 2021 mit ihrem dritten Album “She’s A Rose” ordentlich an Fahrt aufgenommen und ist mehr als überfällig, auf so vielen Plattformen wie möglich stattzufinden. Denn was Novaa macht, sind nicht nur wunderschöne Melodien in einen Klangteppich zu wickeln, der 1:1 unserer comfort zone entspricht. Ihre Texte sind ehrlich verletzlich und trotzdem berührend empowernd, dass Anna schon in der Review zu “This Ain’t Your Home” die Worte gefehlt haben. Nach dem (wirklich unfassbar guten) Album kam erst vor wenigen Wochen ihre Kollaborations-EP “MooN” mit Moglii raus und mit „You Can F With Me“ auch die erste Single ihres für 2022 angekündigten Albums. Als würde das also nicht ihr Jahr werden!
Alles an Novaas Musik ist so atemberaubend ehrlich, nah und berührend, dass wir wirklich jede Person, die sie noch nicht kennt, dazu ermutigen wollen, sich das mal anzuhören. Sie könnte die deutsche Musiklandschaft mit ihrer empowernden und sensiben Art und Weise maßgeblich verändern. Ihr müsst sie nur lassen.
Schmyt
Wir kommen hier auch absolut nicht daran vorbei, Schmyt mit Großbuchstaben und mindestens drei Ausrufezeichen (!!!) auf die Liste der artists to watch 2022 zu packen. Bei uns hat er schon öfter seinen verdienten s/o bekommen (hier im Interview und hier zur EP–Review). Und ganz offensichtlich sind wir nicht die Einzigen, die von Anfang an den Hype um den ehemaligen Rakete-Sänger glaubten – die Colors Session zu seiner Single “Ich wünschte, du wärst verloren” beweist, dass er sich zu einem waschechten kurz-vorm-Durchbruch-Newcomer durchgekämpft hat. Und das in so kurzer Zeit und mit einer Pandemie im Nacken! Schmyt wirbelt die Deutschrap- und Indie-Szene gleichermaßen auf. Wir können nur daneben stehen und wie die echten Fangirls der ersten Stunde sagen: “Den kannte ich, da war er noch ganz unbekannt”. Und damit ihr da auch noch einsteigen könnt, bevor es 2022 richtig knallt (wir sind da zuversichtlich), legen wir ihn euch auch hier nochmal nahe – für den herzzerreißenden Liebeskummer zwischendurch.
Stanovsky
Auch mit Stanovsky tun wir euch einen echten Gefallen. Nach dem Projekt KAIND war er zunächst als Songwriter für Artists wie LEA, Prinz Pi oder Celine aktiv. Im April 2021 veröffentlichte er dann die Doppelsingle “Dünnes Eis” / “Jogginghose” und startete damit gefühlt aus dem Nichts durch. Aber wer erst einmal in den Genuss seiner Musik, in der er Klavierakkorde mit elektronischen Sounds kombiniert und dieser mit seiner unvergleichbaren Stimme seinen absolut eigenen Stempel aufsetzt, gekommen ist, kommt davon nicht mehr so schnell los. Im Sommer stand er nicht nur als Support von Joris, Clueso und Lotte auf der Bühne, er hat auch einige Wochen in Portugal verbracht, um dort an neuer Musik arbeiten. Die Weichen für weitere wunderbare Songs, die Stanovsky uns 2022 präsentieren wird, sind also gestellt. Wir sind auf jeden Fall mega gespannt, was da auf uns zukommt, wissen aber eigentlich schon jetzt, dass wir nicht enttäuscht werden können.
Paula Hartmann
Wenn ihr genauso Newcomer:innen vernarrt seid wie wir, dann habt ihr bestimmt auch schon von Paula Hartmann gehört. Die eigentliche Schauspielerin hat Mitte diesen Jahres mit “Nie Verliebt” und “Truman Show Boot” die ersten musikalischen Zeichen gesetzt – und wir sind völlig hin und weg. Also völlig. Sie klingt für uns wie eine geniale Mischung aus Haiyti und Lina Maly, weil sie einfach dieses einzigartige Feingefühl hat für sowohl raumfüllende Beats und sitzende Lines als auch für emotionale Texte und wunderschöne Melodien. Dazu noch ihre ganz besondere Stimme und diese perfekt Kombination beider Welten ist bereit für die große Musikwelt da draußen. Wir wissen noch nicht, was da nächstes Jahr genau auf uns zu kommt, aber was sicher ist: Wenn das nur so halb so gut wird wie das, was 2021 angestoßen wurde, dann könnte Paula Hartmann in eine ähnliche Hype-Richtung wie die rund um Schmyt gehen. Und das wollt ihr nicht verpassen, oder? Sehr gut, wir nämlich auch nicht.
Edwin Rosen
Wer in dieser Aufzählung auch auf keinen Fall fehlen darf, ist Edwin Rosen – der laut Laras Jahresrückblick mit „leichter//kälter“ schon im letzten Jahr mietfrei Plätze in ihren Playlists bekommen hat. Und wie ihr ging es vielen von uns. War alles rund um den jungen Stuttgarter am Anfang noch sehr geheimnisvoll, hat man ihn inzwischen schon auf einigen Bühnen des Landes erspähen können. Mit seinen poetischen Texten und experimentellen Sounds hat er sich so inzwischen auch (völlig zu Recht) eine beachtliche Fangemeinschaft erspielt. Im nächsten Jahr geht’s für ihn auf große Tour durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Doch so schön das auch erstmal klingen mag, die Tour ist leider bereits restlos ausverkauft. Wenn ihr aber doch die Chance bekommen solltet, Edwin Rosen live zu sehen (fingers crossed für einen machbaren Festivalsommer), dann nehmt sie unbedingt wahr. Es wird 2022 nämlich sicherlich nicht nur neue Musik für uns, sondern auch weitere große Schritt für seine musikalische Laufbahn geben. Sagt nicht, wir hätten euch nicht darauf vorbereitet.
Panda Lux
Auch der nächste Act hier ist eigentlich nur reine Formsache. Panda Lux sind wirklich seit Jahren schon ein ewiger Newcomer-Brenner – da fehlt nur noch der kleine Stupser Glück und dann sollten die vier Schweizer in Bilderbuchs Fußstapfen treten und alle Clubs Deutschlands durchspielen. Musikalisch ist das ein absolutes hohes Level, auf dem die studierten Musiker sich bewegen. Und auch lyrisch ist das, was die vier da machen, Kunst auf jedem Level. Eigentlich hätte ihr letztes Album “Fun, Fun, Fun” 2020 die Jungs auf so viel mehr Radare bringen sollen (warum, hat Anna in ihrer Review schon einmal niedergeschrieben), aber Covid hat auch da einiges ausgebremst. Doch jetzt kam November 2021 mit “Blumen” so ein neuer Knaller-Song raus, dass da auf jeden Fall mehr in der Pipeline liegen sollte. Und wenn das alles rauskommt, dann streamt das kaputt, damit unsere Quarterlife-Crisis endlich auch auf den großen Bühnen von Panda Lux besungen werden kann, direkt mit Ensemble.
Pip Millett
Wir nehmen den internationalen Vibe aus der Schweiz mit und richten unseren Blick einmal nach England. Da hat sich Pip Millett nämlich einen Platz auf der „DSCVR Artists to Watch 2022„-Liste von vevo gesichert und wir können und wollen das auf ganzer Linie unterschreiben. Wenn es in Richtung Soul oder R’n’B geht, dann steht Pip Millett ganz oben auf der Agenda. Vor allem wenn er aus England kommt. Anna hat sie erst in diesem Jahr mit ihrem Song “Hard Life“ entdeckt und sich selten so schnell in eine ganze Diskografie verliebt wie hier. Ihre erste Single “Make Me Cry” kam 2018 raus und ist ein souliger Song über Depressionen und hat direkt eine COLORS Session bekommen. Wenn Künstlerinnen wie Jorja Smith und Joy Crookes(zu Recht, wie Lucas in beiden Reviews auch schon festgehalten hat!) in euren Jahresrückblicken 2021 zu finden waren, dann solltet ihr dieser Musikerin hier auf jeden Fall auch ein Ohr leihen. Pip Millett kann eurer musikalisches 2022 eigentlich nur noch besser machen.
Badmómzjay
Schon seit einigen Jahren kommt man nicht an Badmómzjay vorbei. Die 19-jährige hat noch vor ihrer Volljährigkeit ein eigenes Label gegründet und letzten Monat ihr Album “Badmomz.” veröffentlicht, mit dem sie aufgrund ihrer musikalischen Finesse nicht nur eingefleischte Rap-Fans zufrieden gestellt hat. Mit ihrer Vielfältigkeit und mitreißenden Beats überzeugt sie auf so vielen Ebenen. Wir schauen gerade einer jungen Künstlerin dabei zu, wie sie mit großen Schritten ihren Weg ganz nach oben besteigt. Nicht umsonst betitelte hip-hip.de sie als eine der “spannendsten Nachwuchs- Rapperinnen der Szene”. Und trotz oder gerade wegen ihres Erfolges wird Badmómzjay auch nicht müde, auf Missstände in der Musikbranche (Stichwort hier: Ungleichbehandlung) aufmerksam zu machen und sich für LGBTQIA+ Community einzusetzen. Die Zeichen stehen also gut, dass 2022 sowohl musikalisch als auch menschlich ein mehr als erfolgreiches Jahr für sie wird.
Mayberg
Kommen wir zu einem Künstler, bei dem wir uns ein bisschen ärgern, dass er nicht schon früher auf unserem Radar aufgetaucht ist – immerhin veröffentlicht er bereits seit 2020 regelmäßig Songs: Mayberg ist ein junger Singer-Songwriter aus Kassel (treue Leser:innen checken: das ist der Aufgabenbereich von Jule), der inzwischen aber in Leipzig lebt und sich, als das noch möglich war, durch viele Live-Auftritte, u.a. auch als Support für Provinz bei den Picknick-Konzerten, die Herzen seiner heutigen Fans erspielt hat. Die Vergleiche mit Henning May bzw. AnnenMayKantereit und Faber sind zwar nicht von der Hand zu weisen – aber wenn man sich erstmal mit seiner Musik auseinandersetzt, merkt man schnell, dass da so viele Eigenheiten drinstecken, die diese Vergleiche unnötig werden lassen. Aktuell arbeitet Mayberg an seiner ersten EP und wir hoffen, dass wir die 2022 zu hören bekommen. Wir sehen hier auf jeden Fall riesiges Potential für eine steile Karriere und einen extrem talentierten Künstler, von dem bald alle reden werden.
Anoki
Und zuletzt noch ein kleines und untypisches Add-on. Quasi unsere 10+1, weil wir ihn auch schon als artist to watch 2021 aufgelistet haben. Aber aufgrund seiner im April 2022 erscheinenden EP “Irgendwann wird alles leichter” müssen und wollen wir das unbedingt wiederholen: Anoki. Es gibt Menschen in unserer Redaktion (Jule), die musikalisch nichts auf den in Berlin lebenden Künstler kommen lassen. Und wer sich die zuletzt erschienenen EP-Vorboten “Sie bauen eine Mall” und “Is Ok” schon angehört hat (falls nicht, gerne in unserer Playlist nachholen), wird dem sofort zustimmen. Was wir alle schon erahnen können: 2022 erwarten uns eingängige Beats, krasse Melodien und Songs, die aufgrund ihrer berührenden Texte und Geschichten einfach direkt unter die Haut gehen werden. Dazu aber zu gegebener Zeit mehr. Behaltet Anoki daher also bitte auf jeden Fall auch nächstes Jahr im Auge – ihr werdet es nicht bereuen, großes untoldency-Ehrenwort.
Weil aber Worte nur Worte sind und nur die Musik selbst so richtig überzeugen kann, ist hier die Playlist zu all den vielversprechenden Künstler:innen: (Ja, da haben wir, kitschig wie wir sind, uns selbst aus letztem Jahr zitiert, aber it’s true).
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Fotocredits: Frances Beach / Dork – Alexandra Maria – Lea Bräuer – Max Hartmann – Claudia Schröder – Vivien Staff – Anja Furrer – Jake Millers – Universal Music – Rafael Michel – Charlotte Hanner
Bei all den Touren, die wir schon ankündigen und präsentieren dürfen, ist uns natürlich auch schon aufgefallen, was fehlt: Frauenpower. Und diese gibt es jetzt. Mit Johanna Amelie, die sowohl durch die Welten des Singer-Songwriter mit den Welten des Indies durchwirbelt, dürfen wir euch endlich gute female! Musik auf den Club-Bühnen Deutschlands nächstes Jahr präsentieren. Hier gibt’s alle Infos dazu.
Fiction Forever
Aus dem Umfeld von Tristan Brusch, Die Höchste Eisenbahn und Alin Coen kommt Johanna Amelie und beweist, dass sich die deutsche Indie-Szene ein bisschen vorsehen sollte nächstes Jahr. Ihr neues Album „Fiction Forever“ (was ist das für ein cooler Albumname) erscheint im April 22, wird sich über Dream-Pop bis Folk tragen und uns poetisch, ironisch und nachdenklich in ihr Universum ziehen.
Auch wenn es nicht Johannas erstes Album ist, merkt man den deutlichen Sprung von Songs davor. Ihr letztes Album Beginnings (2020) war der erste Step aus der Newcomer:innen Szene hinaus, und auch dort konnte man schon den Drive spüren, den Johanna treibt: die Verbindung zu anderen Menschen suchen, gemeinsam spannende Projekte anstoßen und vor allem: Dinge verändern. Sie ist sehr involviert bei Music Women* Germany und bei allem, was feministisch in der doch immer noch sehr männlichen Musikbranche aufgerüttelt werden muss. Davon brauchen wir halt wirklich auch ein bisschen mehr.
Deshalb hier ohne weiteren Umschweife alle Tourdaten, auf denen ihr Johanna Amelie nächstes Jahr in Deutschland erwischen könnt:
Weil wir euch aber auch nicht ohne wenigstens einen Ohrwurm gehen lassen können, bekommt ihr hier schon mal einen Eindruck, wie das dreamig-süße Trio von Johanna live aussehen kann:
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