Autor: untoldency

  • RAZZ im Interview: »Wir hatten nie Probleme, musikalische Inspiration zu finden«

    Heute gibt es mal einen Artikel, der nicht straight aus der untoldency-Redaktion stammt. Denn Annekatrin (ihr kennt sie bestimmt von ihrem Blog abgefreakt.de) hat sich für uns als Gast-Autorin mit Niklas und Christian von RAZZ virtuell zum Interview getroffen und mit ihnen u.a. über ihren Sound, den Entstehungsprozess der im Juni 2021 erschienenen EP „Might Delete Later„ und vergangene Konzerte gequatscht. Das, und warum RAZZ inzwischen wohl ein eher schwieriges Verhältnis zu Fisch haben, lest ihr jetzt.


    Das Setting

    Es ist ein Donnerstag im Juni 2021, Punkt 11:00 Uhr vormittags. In einem weiß gestrichenen Raum vor einem etwas größer als kniehohen Holzschränkchen, auf dem eine Monstera-Pflanze ihre Blätter in alle Richtungen streckt und kleine Kakteen in Tontöpfen stehen, sitzen zwei Personen auf Stühlen mit gemütlich aussehenden Rückenlehnen. Sie sind für eine dritte Person nur über den Laptopbildschirm zu sehen, durch welchen per Videoanruf ein fast unmittelbar scheinendes Gespräch zwischen den drei Personen initiiert wird.


    Die Personen

    Niklas Keiser: Sänger, 1/4 der Band RAZZ, bestellt bei Umami immer die Shaolin Bowl.

    Christian Knippen: Gitarrist, ebenfalls 1/4 der Band RAZZ, hat noch Tickets für Bon Iver, von dem er hofft, dass es sein erstes After-Pandemie-Konzert wird.


    RAZZ im Interview

    Annekatrin: Lasst uns mal mit einer etwas banalen Fragen beginnen – Was habt ihr heut zum Frühstück gegessen?

    Christian: Spätzle mit Champignon-Rahmsoße! (lacht)

    Niklas: … hast du wirklich?!

    Christian: Jaa…

    Niklas: Wtf, alter?! (lacht) Aber du hast es nicht gekocht, sondern noch von gestern übrig, oder?

    Christian: Meine Mitbewohnerin hat gestern Abend gekocht und wir waren so spät zuhause, dass ich keine Lust mehr hatte, was zu essen. Dann hab ich’s halt heute Morgen zum Frühstück gegessen.

    Niklas: Ich hatte nur einen Kaffee und ein halbes Käsebrötchen…

    Christian: Oah ja, ich hatte das auch in Verbindung mit einem Kaffee! Also Champignon-Rahmsoße mit Spätzle und einen Kaffee dazu.

    Alle anwesenden Personen schmunzeln.

    Niklas: Annekatrin, was hast du denn zum Frühstück gegessen?

    Annekatrin: Haferbrei mit Himbeeren.

    Niklas: Das hört sich nach der ausgewogensten Variante von uns dreien an.

    Annekatrin: Ja… das mag sein. Aber seid ihr denn sonst gut in den Tag gestartet?

    Niklas: Wir waren gestern lang unterwegs, weil wir eine Show und auch ein Interview hatten. Ich war noch bis 1 oder 2 Uhr wach und bin heute Morgen um 7 Uhr wieder aufgestanden. Auf jeden Fall merke ich schon, dass der eine Kaffee noch nicht ausreichend war.

    Christian: Also ich fühle mich ganz gut!

    Annekatrin: Was war das denn für eine Show gestern?

    Niklas: Das war so eine Art Tiny-Desk-Konzert vom Konzept her. Wir waren dafür in Hildesheim und das wurde aufgezeichnet. Also ohne Publikum.

    Annekatrin: Und wie lief’s? War’s gut?

    Christian: Es war etwas weird, nur in der Zweierkonstellation zu spielen, aber trotzdem ganz cool!

    Niklas: Wir haben uns auf jeden Fall einen schönen RAZZ-Buddytag gemacht, Christian und ich. (lacht)

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    „Wir haben versucht, jeden Song so zu schreiben, dass er mit Klavier und den Vocals gut funktioniert“

    Annekatrin: Das hört sich doch schön an! Vor allem nach so langer Zeit mal wieder ein Konzert zu spielen, wenn auch ohne Publikum… Die „Might Delete Later“-EP ist überwiegend im letzten Jahr entstanden, als keine Konzerte möglich waren. Hat es euren Songwriting-Prozess beeinflusst, dass ihr die Songs noch nicht auf der Bühne ausprobieren konntet, um Resonanz vom Publikum zu bekommen? Oder war das überhaupt etwas, das ihr vor Corona für die ersten beiden Alben gemacht habt?

    Christian: Ja voll! Die Songs der ersten beiden Alben hatten wir live irgendwann ausprobiert und konnten dann nochmal Sachen verändern, weil wir gemerkt haben, was live gut funktioniert. Das haben wir aber quasi beibehalten, indem wir die Songs immer wieder bei den Proben durchspielen. Wir haben versucht, jeden Song so zu schreiben, dass er mit Klavier und den Vocals gut funktioniert und dann versucht, ihn in das Bandbild reinzubauen, dieses „Drumherum“ zu bilden…

    Niklas: (nickt zustimmend) Aber es fehlt auf jeden Fall! Ich finde es gut, die Songs vorher live auszuchecken und direkte Response von den Leuten zu bekommen. Man merkt es auch meistens selbst, wenn man auf der Bühne steht und die Leute gerade mega Bock hätten und ich selbst auch – dann muss da jetzt nochmal so und so ein Part hin. Das fehlt schon ein bisschen. Bei den ersten beiden Alben „With Your Hands We’ll Conquer“ und „Nocturnal“ hingegen haben wir das, was Christian meinte, nicht so krass gemacht – die Songs an sich, wie sagt man, auf Herz und Nieren zu überprüfen. Bei den aktuellen Songs ist uns das ganz gut gelungen, glaub ich. Dass die Songs auch basic funktionieren. Dass man sie nur mit Klavier oder nur mit Gitarre begleiten könnte und dass die Harmonien stimmig sind.


    „Es war super erleichternd zu sehen, dass diese Songs funktionieren“

    Annekatrin: Auf Herz und Niere habt ihr ja auch den Sound von RAZZ überprüft und in Frage gestellt. Was war das für ein Gefühl, als ihr nach dieser relativ langen Zeit des Experimentierens gemerkt habt: „Das ist es“?

    Niklas: Erleichterung! Also ich glaube „1969 – Conrad“ oder auch „Ocean (Without Any Waves)“ waren die Meilensteine bei dieser EP. Aufgrund dieser beiden Songs haben wir gecheckt, dass es das ist, was wir jetzt gerade machen wollen. Obwohl auch vorher gute Songs dabei waren, haben wir vier uns nicht immer zu 100% wohl damit gefühlt. Und deswegen war es super erleichternd zu sehen, dass diese Songs funktionieren. Daraufhin hat sich der Rest entwickelt. Das ging auf einmal relativ fix.

    Annekatrin: Stumpft man nicht nach ’ner Zeit ab, wenn man so viele Songs schreibt und sich dann irgendwann mit einem Sound „arrangiert“? Wie bringt ihr da wieder frischen Wind rein?

    Christian: Wir hatten sehr viel weirdes Zeug dabei, das wir verworfen haben. Niklas, der schreibt so viele Songs und wenn er mir die zeigt, sage ich manchmal schon: „Ey das ist geil, aber passt nicht aufs neue Album. Heb’ das mal für ein RAZZ-Techno-Projekt oder Keiser-irgendwas-Soloding auf!“ Ich glaube nicht, dass wir da zu wenig Input haben, oder zu wenig Output.

    Niklas: Was mir immer ganz gut geholfen hat, ist mit irgendwelchen random Sounds anzufangen. Das ist auch das Schöne, wenn man neues Equipment oder gerade etwas Neues gelernt hat, das direkt einfließen zu lassen. Dabei bleibt man auch inspiriert. Aber wir haben auch nie Probleme gehabt, musikalische Inspiration zu finden. Das Problem ist eher der Text, das habe ich auch in der Corona-Zeit gemerkt. Wenig Input umgehe ich meistens so, dass die Songs mit irgendwas Denglischem anfangen – Hauptsache eine Melodie. Erst wenn wir dann ins Studio gehen und die Songs von uns vorsortiert sind, schreibe ich die Texte, sodass ich nicht mein spärliches Pulver verschieße. (schmunzelt)


    „Meine Hoffnung war, dass ich die Songs nach Monaten noch gut finde“

    Annekatrin: Jetzt, wo ihr auf das fertige Werk blickt – haben sich eure Hoffnungen, die ihr damit verbunden habt, erfüllt? Oder gibt es vielleicht auch eine Hoffnung, die ihr während des Prozesses aufgeben musstet?

    Christian: (überlegt) Also meine Hoffnung war, dass ich die Songs nach Monaten noch gut finde. Das hat sich bewahrheitet, da es bislang immer noch der Fall ist. Also dass ich, wenn ich die jetzt veröffentlichten Songs höre, kein ekliges Gefühl dabei kriege.

    Niklas: Ja, da schließe ich mich an. Ich höre unsere Songs im Gegensatz zu Christian grundsätzlich nie. Christian hört sich die immer nochmal an, wenn wir aus dem Studio kommen. Das mache ich sonst nie. Aber in den letzten Tagen habe ich mich ertappt, wie ich einen Song tatsächlich gehört habe und dachte… Cool! (schmunzelt) Es wirkt auf mich, als wären wir langfristig happier damit und haben noch mehr gefunden, womit wir uns wohlfühlen. Und eine Hoffnung, die sich nicht bewahrheitet hat, da muss ich kurz nachdenken… Also mir fällt jetzt spontan nichts ein.

    Christian: Nö, grad ist alles cool! (lacht)

    Annekatrin (lacht ebenfalls): Ich muss sagen, ich finde eure EP auch ziemlich cool!

    Niklas: Und, was ist dein Lieblingslied bisher?

    Annekatrin: Also ich mag alle sehr, doch am meisten gecatcht hat mit „Constant Flow“.

    Niklas: (erstaunt) Ach, interessant!

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    „Wenn vier oder fünf Menschen richtig Bock haben, dann erreichst du selbst Heinz-Jürgen in der letzten Reihe“

    Annekatrin: Ich freue mich auf jeden Fall, die EP endlich live zu hören! Gibt’s denn für Konzerte schon was auf dem Zettel?

    Niklas: Das Frühste ist im Januar 2022. Die erste Show auf der Might Delete Later-Tour ist in Berlin. Da habe ich noch ein bisschen Bauchschmerzen, weil Berlin sonst immer so ein guter Abschluss ist, wenn man schon eingespielt ist. Und das Berliner Publikum ist oft erst ein bisschen distanziert…

    Christian: (verwundert) Echt? Ich finde, das ist eher in München so.

    Niklas: Das kommt auch immer sehr auf die Leute an… Manchmal reicht es aus, wenn ein paar dieser Leute in der Menge sind: (Niklas imitiert begeistertes Jubeln mit entsprechender Handbewegung). Die haben eine positive Aura. Wenn allein vier oder fünf Menschen in dieser Menge richtig Bock haben, dann hast du selbst auch mehr Bock und erreichst selbst Heinz-Jürgen in der letzten Reihe.

    Alle lachen.

    Annekatrin: Und in welcher Stadt geht das Publikum am meisten ab, so aus Erfahrung?

    Christian: Hamburg!

    Niklas: Hamburg ist schon krass! Leipzig auch.

    Christian: Leipzig, Dresden, Hamburg. In Dresden waren wir mal in der Groovestation, da spielen wir jetzt auch wieder – das war das heißeste Konzert, was wir jemals gespielt haben. Ich habe bei diesem Konzert so viel Flüssigkeit verloren, dass ich wirklich dehydriert von der Bühne gegangen bin, ohne Witz.


    „Ich hasse das Warten zwischen Show und Soundcheck“

    Annekatrin: Ach ja, die schönen alten Konzerterinnerungen. Es ist ja noch ein bisschen schmerzhaft, jedenfalls für mich, an solche Momente zurückzudenken. Aber gibt es eigentlich auch etwas am Touren, das ihr gar nicht so vermisst? Wo ihr sagt, das ist gar nicht so schlimm, davon mal ein Jahr Pause zu machen?

    Niklas: Schleppen!

    Christian: (fast zeitgleich) Schleppen und warten.

    Niklas: Ja!

    Christian: Ich liebe Touren! Aber ich hasse das Warten zwischen Show und Soundcheck. Du hast einfach nichts zu tun und fühlst dich irgendwie so sinnlos. Alle arbeiten und du bist derjenige, der in drei, vier Stunden dasteht und spielen muss. Aber was machst du in der Zwischenzeit. Essen?

    Niklas: Irgendwann hat man sich auch nichts mehr zu sagen und kein Bock drei Stunden durchgängig zu lesen oder so… Und dieses Schleppen! Zeug ab- und aufbauen und ahhhh. Das vermisse ich auf jeden Fall nicht!

    Christian: Wir versuchen auch gerade unser Equipment so zu reduzieren, dass wir nur noch so wenig wie möglich schleppen müssen, wenn wir wieder auf Tour gehen.

    Annekatrin: Und, funktioniert das gut? Sich zu reduzieren?

    Christian: Na mal schauen…

    Niklas sieht in Richtung Annekatrin und schüttelt schmunzelnd den Kopf.

    Christian: …bislang noch nicht, wir kaufen eher noch neues Zeug dazu.

    Annekatrin: Apropos Tour… Habt ihr vielleicht eine untold Story von RAZZ auf Lager, die ihr uns zum Abschluss auf den Weg geben möchtet?

    Niklas: Also… Es ist schwierig, denn die meisten Dinge haben wir natürlich schon irgendwo verballert… Ich überlege, was jetzt noch untold ist. (lacht) Da fällt mir nur diese Story ein.

    Christian: Diese Story?

    Niklas: Eine Person aus der Band hat sich mal eine Lebensmittelvergiftung-

    Christian: Oh nein! (lacht und hält sich die Hand für eine nonverbale Facepalm-Geste vors Gesicht)

    Niklas: -geholt. In Flensburg.

    Christian: Auf der Kraftklub-Tour.

    Niklas: Und hat dann nach der Show das komplette Bad (kurze Pause, sucht nach dem passenden Wort) renoviert.

    Alle lachen.

    Christian: Es war übrigens verdorbener Fisch.

    Niklas: Und das war schon viel zu viel Detail (lacht). Einer von uns hat also mal ein Hotel-Badezimmer… renoviert.

    Annekatrin: Immerhin hat er damit bis nach der Show gewartet!

    Niklas: Ja, finde ich nur fair von ihm! Auch gegenüber dem Fisch… Eine gute Fisch-Aktion!

    Annekatrin: Dann danke ich euch für eure Zeit und das schöne Interview!


    Hier könnt ihr euch die „Might Delete Later“-EP von RAZZ anhören:

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    (Dickes Dankeschön und viel Liebe an Annekatrin <3 – bitte checkt abgefreakt.de ab!)

    Fotocredits: Can Wagener / Nils Lucas / studio 2712

  • untoldency proudly presents: Acoustics Concerts 2021

    untoldency proudly presents: Acoustics Concerts 2021

    Vielleicht habt ihr es schon mitbekommen: untoldency ist die erste große Kollaboration eingegangen – und sie könnte nicht schöner sein. Seit dem 23.06. dürfen wir die Acoustics Concerts begleiten und in diesem Rahmen sowohl auf ihrer eigenen Seite als auch auf unserer Plattform die Künstler:innen vorstellen, die dieses Jahr dort spielen werden. Nachfolgend findet ihr alle Infos zu den Acoustics Concerts.


    “Akustisch, hautnah, handgemacht” – das ist das Motto der Konzertreihe, die jetzt schon ins 11. Jahr geht. Falls ihr noch nie von den Acoustics Concerts gehört habt, so dürfen wir die euch (auch absolut objektiv) wirklich ans Herzen legen. Sie legen ihre Liebe für Livemusik in ein Format, das drei Monate lang verschiedene Künstler:innen auf die Sommer Open-Air Bühnen des Landes bringt (natürlich unter den derzeitigen Bestimmungen). Bei insgesamt 42 Shows in 7 Städten habt ihr in den nächsten Wochen die Möglichkeit, in intimer Atmosphäre wundervollen Acoustic-Shows zu lauschen. Die glücklichen Städte werden sein: Hamburg, Berlin, Hannover, Essen, Magdeburg, Dresden und Offenbach.

     
    Das Line-Up

    Eigentlich sollte jede:r von euch ein paar Geheimtipps der Indie-Szene auf dem Line-Up herumfliegen sehen. Von den Kytes über Lina Maly zu Luke Noa – hier ist wirklich groß und klein aus unserer geliebten Indie-/Deutsch-Pop-Szene vertreten. Auch Bands wie Provinz oder KLAN traten vor ihrem nationalen Durchbruch schon dort auf. Und wer weiß, welche zukünftigen Erfolgsgeschichten ihr im Laufe der Konzertreihe noch entdeckt.

    Für die Acoustics Concerts zählt deshalb ebenso der Gedanke des Newcomer:innen-Supports. Da setzen wir natürlich sofort unsere Unterschrift drunter. Ihr merkt, es lassen sich viele Gemeinsamkeiten finden. Deshalb freuen wir uns umso mehr, hier mit an Bord sein zu dürfen und euch die Bands und Künstler:innen nicht nur im Rahmen der Konzerte, sondern auch über Vorstellungen bei uns näher zu bringen. Wir haben dafür die Formate Quickfire, 3 Fakten über und 3 Fragen an ins Leben gerufen, die ihr ab sofort auf dem Instagram-Kanal der Acoustics Concerts finden könnt. Außerdem wird es auf unserer Website auch Interviews geben – damit ihr schon vor den Konzerten wisst, wie die Künstler:innen so ticken. 

    Hier gibt’s alle genauen Daten und Informationen zu den Acoustic Concerts, die ihr braucht. Und Tickets für die einzelnen Shows bekommt ihr hier.

    Wir freuen uns auf einen tollen akustischen Sommer – und vielleicht sehen wir uns ja auch auf einem der Konzerte!


    Für den schnellen Überblick haben wir euch die einzelnen Künstler:innen hier schon einmal aufgelistet:

     

    Und zum vorher einmal Reinhören gibt’s natürlich auch eine Playlist:

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  • Exklusive Videopremiere: PBSL und „Waage“

    Exklusive Videopremiere: PBSL und „Waage“

    Wir rutschen schon seit einigen Tagen ganz unruhig auf unseren Stühlen umher, denn: Es gibt wieder eine exklusive Videopremiere bei untoldency! Und dazu auch wirklich noch eine ganz besondere: Ihr kennt ihn, ihr liebt ihn. Er ist unser Backbone was ausführliche und lustige Reviews angeht und eine der liebsten Seelen überhaupt: Lukas. Doch Lukas ist nicht nur Redakteur bei uns, sondern macht auch selbst Musik. Seine Band PBSL meldet sich passend zum Sommer mit frischer Musik zurück und das feiern wir nicht nur aus persönlichen Gründen sehr, sondern finden es auch musikalisch so gut, dass wir euch das ans Herz legen müssen. Und etwas, was Lukas auch noch nicht weiß, während er diese Zeilen gerade liest: Das hier ist eine Doppel-Premiere, denn bei uns wird Teamarbeit noch groß geschrieben. Jule und Anna präsentieren nämlich in gemeinsamen Worten: PBSL, ihre neue Single „Waage“ und natürlich das Musikvideo!

     
    Ein DIY-Video mit ganz viel Charme zum Mitnehmen, bitte

    Jule: Für diejenigen, die PBSL noch nicht kennen sollten, gibt es hier erstmal eine kleine, feine Einführung: Neben unserem Lukas gibt es da nämlich auch noch lovely Jan, Nils, Patrick und Timo. Gemeinsam haben sie 2019 ihr Album “Tropfen Traenen” veröffentlicht. Wenn man mich fragt, was die Musik von PBSL ausmacht, dann würde ich absolut dazu raten, mal ganz genau auf die Lyrics zu achten. Und wer dann beim Hören nicht mindestens grinst (ich lache sogar öfter mal), der hat unsere Anlaufstelle für Humor verfehlt. No offense. Ein ganz wichtiger Aspekt, mit dem sie ihren Songs noch von einer weiteren Seite Humor einhauen, sind die Musikvideos. Wo wir dann auch schon beim Thema wären… Anna, bevor wir uns ganz offiziell das Video zu “Waage” angucken, erzähl mir mal von deinem ersten Musikvideo-Moment.

    Anna: Yes, gerne. Lukas hat mir das Video der neuen Single seiner Band mit den Worten „Sag mir mal, ob du das langweilig oder lustig findest oder was dazwischen“ geschickt. Super neugierig wie ich bin, hab ich dann das Homeoffice auf Pause geschaltet, mir Kopfhörer geschnappt und direkt reingeschaut. Und obwohl deutschsprachiger Indie-Pop und ich immer auf einer sehr schmalen Linie wandern, mochte ich’s sehr. 

    Jule: Tatsächlich war mein erstes Date mit dem Musikvideo ähnlich. Nachdem ich gefragt wurde, ob ich “unverbindlich in das Video schauen” möchte, lautete meine Antwort ganz schlicht “jaaaa gerne!”. Als ich das dann tat kam mir Lukas’ Nachfrage “Sag mal, ob du lachen musstest manchmal” sehr gelegen. Yes, musste ich – ihr erfahrt gleich auch, warum. Immer wenn ich PBSL-Videos sehe, bekomme ich einen kleinen Anflug davon, dass ich mit allen von ihnen befreundet sein möchte, weil das mein Leben um Einiges lustiger machen würde. Man sieht und hört den Fünfen sofort an, dass sie einfach süße Menschen und für jeden Spaß zu haben sind.

    Und deshalb möchte ich auch keine Sekunde länger warten. Es folgt: Ein weiterer Bewegtbild-Beweis dafür, dass deutschsprachiger Indie-Pop auch großen Unterhaltungswert haben kann, wenn er nur von der richtigen Band (PBSL) kommt:

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    Anna: Das ganze Video hat so einen süßen Charme, dem man eigentlich nur verfallen kann. Es ist 100% DIY und das versucht es auch nicht zu verstecken. Ich kann auf den ersten Blick sehen, dass das durch kein Major-Label gereicht wurde, sondern ganz ehrlich und ohne Budget entstanden ist. Genau das ist der Charme, den ich meine! Es macht einfach Spaß zu gucken. Die wirklich gut abgepassten Momente, in denen Text und Bild eine Situationskomik hervorrufen, die einen fühlen lassen, als wär man selbst dabei. Der Vibe ist einfach durchgehend ein guter. Meine Lieblingsstelle: “Und eingelaufen scheint auch unsere Stimmung zu sein” feat. Lukas in die Kamera The Office-Blick, den man eigentlich zum Meme machen müsste.

    Jule: Das sind auch genau die Momente des Videos, die es mir so richtig angetan haben. Leicht debiles Grinsen, die süßesten Tanzeinlagen 2021, ein fucking Radschlag und diese Attitüde von “wir nehmen uns nicht so ernst”. Das Ganze dann noch gepaart mit herzerwärmender Leidenschaft. Wie man es auch dreht, auch das Video zu “Waage” ist ziemlich genau das, was ich von PBSL erwartet habe. 

    Anna: Deshalb hier einfach mal die Frage sowohl an Lukas selbst als auch die ganzen anderen süßen Jungs der PBSL-Gang: Wann spielt ihr mal in Berlin? Ich würde an der Stelle gerne einen Gästelisten-Platz sowie eine Weinschorle auf euren Nacken anfragen. Bei Rückfragen kann ich euch auch gerne sagen, welcher Zeitraum mir am besten passt, weil wir wollen uns ja nicht verpassen.

    Jule: Ach, wieso auf Rückfragen warten? Ich habe im September Urlaub, da würde es ziemlich gut passen. Ansonsten auch gerne an einem Wochenende, da kann man dann nämlich mit zwei bis zwölf Bierchen und Kartoffelsalat anstoßen. Ich würde mich ansonsten auch gerne als Backstage-Gummibaum zur Verfügung stellen, falls ein solcher benötigt werden sollte.

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    „Wär jetzt Weltuntergang, würd ich glatt wieder mit dir eine Romanze anfangen“

    Anna: Wenn Weltuntergang wär, mit welcher Person würdest du wieder eine Romanze anfangen?

    Jule: Das ist eine absolut deepe Frage, über die ich erstmal nachdenken musste. Ich glaube: Mit mir selbst, in a way. Wenn ich etwas wirklich richtig beendet habe, dann hatte das immer seine Gründe. Und ich glaube, dass das bisher immer richtig war. Aber die Beziehung zu sich selbst sollte immer an erster Stelle stehen. Ich weiß zwar gerade nicht so genau, wie ich die romantisch aufbauen würde, aber naja. Was ich sagen will: Egal wie schwer oder schmerzhaft das Ende war und wie schön die gemeinsame Zeit war: Was dir einmal nicht gut getan hat, tut dir auch bei einem potentiellen zweiten Mal nicht gut. 

    Anna: Wow, das kam jetzt wirklich deep. Eigentlich hatte ich auf meine eigene Frage eine andere Antwort im Kopf, aber das war schon ziemlich weise. Und wahr. Das Beenden einer toxischen Beziehung ist immer die richtige Entscheidung. Das geht ja auch alles Hand in Hand mit Selfcare und Grenzen ziehen. Auf sich selbst und die eigene mentale Gesundheit zu achten und nicht wie eine Fußmatte vor der Haustür behandeln zu lassen. Denn egal ob romantisch, freundschaftlich oder beruflich – diese Beziehungen ziehen einfach so viel Energie. Und wenn man da nichts gegen tut, hat man am Ende selbst keine mehr übrig. Und deshalb ist es auch so wichtig, darüber zu sprechen…

    Jule: … und darüber zu singen. Genau das tun PBSL in “Waage” nämlich. Es ist nicht nur wichtig, sich selbst einer toxischen Beziehung bewusst zu werden. Eben auch das Gespräch darüber findet (zum Glück!) immer häufiger und offener statt. Und Musik ist auch einfach ein ganz wichtiges Ventil, um solche Themen zu behandeln. Totschweigen ist sowas von 2010, Leute. Geschrieben wurde der Song übrigens im ersten gemeinsamen Band-Urlaub in der Eifel. Nach einem harten Pandemie-Jahr wollten sie sich aufs Musikmachen konzentrieren und schauen, ob sie sich überhaupt noch mögen. Spoiler: Ich glaube, sie mögen sich noch. Auch, wenn “Waage” das textlich nur bedingt widerspiegelt.

    Anna: Ich dachte ja auch erst, dass das ein Liebessong ist. „Du bist die Waage, die sich hält“ hört sich nicht nur so ausgeglichen an, sondern hat auch einen leicht romantischen Touch. Waagen an sich, da gibt’s ja eigentlich kaum negative Assoziationen zu. Ob’s das Hilfsmittel in der Küche ist, die mir sagt, dass ich mal wieder auf das Gramm genau abgemessen habe, das Sternzeichen oder die Werkzeug-Waage. Balance ist einfach ne gute Sache. Da kann man ja nicht gegen argumentieren. 

    Jule: Ich will nicht angeben, aber ich wurde vor vielen Monden im Sternzeichen Waage geboren, deshalb: Danke für die Blumen! 

     
    Brennnnnesseltee und eingelaufene Strickpullover

    Anna: Können wir auch noch ganz kurz über die Lyrics sprechen? Weil das war tatsächlich das, dem ich beim ersten Mal hören schon total verfallen bin. Also ich meine:


    “Wir trinken Brennnesseltee
    Es sind -3 Grad, vor der Haustür liegt Schnee
    Und weil Strickpullover gerade wieder das einzige sind
    Was zwischen uns steht und was mich von dir trennt
    Zeigst du mir wie man sie wäscht denn bei mir laufen sie ein
    Und eingelaufen scheint auch unsere Stimmung zu sein
    Über Stock, über Stein und ich brech’ mir das Bein
    Dir brech’ ich das Herz und das ist was uns vereint”


    Brennnesseltee. Strickpullover. Wie on point können denn Metaphern sein. “Über Stock, über Stein und ich brech’ mir das Bein” – das werd ich jetzt zukünftig immer beim Wandern vor mir her singen. 

    Jule: Wandern ist zwar ein schwieriges Thema für mich (ungefähr so wie die vierundzwanzig n’s in dem Wort “Brennnesseltee”), aber ich verstehe den Ansatz total. Dass hier ein Mensch am Werk war, der mit seiner Wort-Jonglage viele Preise verdient hätte, ist nicht von der Hand zu weisen. Ihr könnt uns glauben, wir schätzen uns wirklich sehr glücklich, diesen Menschen in unserem Team zu haben! 


    Wenn wir euch nun erfolgreich sowohl von PBSL, den Menschen dahinter, ihrer neuen Single und natürlich dem Musikvideo überzeugen konnten, gibt’s hier “Waage” zum Streamen und zum in alle-Playlisten-Packen:

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  • untoldency proudly presents: Kicker Dibs „Vagabund“ Tour 2022 *VERSCHOBEN & NEUE TERMINE*

    Leute, alles wird gut. Also wirklich. Es sind wieder Konzerte in Aussicht. Ihr wisst schon – diese Veranstaltungen, bei denen ihr mit euren Freund:innen zu eurer liebsten Musik gesungen und getanzt habt. Im Interview von vor ein paar Tagen hat Jule ja schon angekündigt, dass es bald richtig gute News gibt. Und was wir versprechen, das halten wir auch, na klar. Deshalb verkünden wir heute feierlich: Kicker Dibs gehen auf „Vagabund“ Tour 2022 und wir dürfen euch diese mit der allergrößten Vorfreude präsentieren. Nachfolgend erfahrt ihr alles, was ihr rund um die Tour wissen müsst!

    Was früher sowas wie „normal“ war, war zuletzt undenkbar und rückt langsam wieder in die Spalte „machbar“: Auf Tour gehen, nachdem man ein Album veröffentlicht hat. Wenns danach geht, haben die Kicker Dibs alles richtig gemacht. Auch, wenn wir auf ihr Debütalbum „Vagabund“ ziemlich lange warten mussten. Uns und euch erwarten wunderbare Konzertabende, an denen es mal ruhiger sein wird, aber vor allen Dingen wird es eins: rockig. Und wer die Jungs schon etwas kennt, der weiß, dass auch der Spaß nicht zu kurz kommen wird. Einen kleinen Vorgeschmack darauf bekommt ihr zusätzlich in dem heute erschienenen Musikvideo zur gleichnamigen Single „Vagabund“, das ihr euch hier anschauen könnt:

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    Ganz schön energiegeladen, oder? Deshalb wollen wir euch gar nicht weiter zappeln lassen und verraten euch nachfolgend, wann ihr wo sein solltet, um euch die volle Dosis Kicker Dibs zu geben:


    20.03.2022 | Berlin – Kantine am Berghain
    03.06.2022 | Köln – Stereo Wonderland
    04.06.2022 | Düsseldorf – The Tube
    05.06.2022 | Worpswede – Open Air
    11.06.2022 | Göttingen – Nörgelbuff
    01.07.2022 | Braunschweig – B58
    06.08.2022 | Erlangen – E-Werk Open Air
    25.08.2022 | Hannover – Bei Chez Heinz
    07.11.2022 | Dresden – Groovestation
    08.11.2022 | Wien (AT) – Chelsea
    09.11.2022 | München – Substanz
    11.11.2022 | Jena – Rosenkeller
    12.11.2022 | Leipzig – Neues Schauspiel
    15.04.2023 | Essen – Weststadthalle


    Sind das nicht wunderbare Aussichten auf die kommende Zeit? Ja? Finden wir auch. Wir freuen uns auf euch, also erscheint zahlreich! 💚

    Hier findet ihr die Kicker Dibs auf Instagram und Facebook.

    Und bis zum Start der Tour sind ja noch ein paar Tage Zeit, um alle Songs ihres Debütalbums „Vagabund“ auswendig zu lernen, also let’s go:


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    Fotocredit: Tobias Schult

  • untoldency proudly presents: LUI HILL “Creatures” Tour 2022

    untoldency proudly presents: LUI HILL “Creatures” Tour 2022

    Wir sind super, super aufgeregt, euch folgende News mitzuteilen: untoldency fängt an, Touren zu präsentieren! Das ist nicht nur super aufregend für uns, weil das heißt, wir sind jetzt auch offiziell „cool“ im Musikbuiz unterwegs, sondern es heißt auch, es gibt wieder Touren und Konzerte zum Präsentieren! So richtige Konzerte, wie damals in 2019, wisst ihr noch. Mit anderen real life Menschen, mit Rumspringen und Tanzen, dröhnendem Bass, und einem puren Endorphinen-Level, was man nur durch Live-Musik bekommt. All das, was wir seit über einem Jahr nicht mehr erlebt haben, das kommt jetzt e-n-d-l-i-c-h wieder. Ganz echt und ganz in person. Auch wenn folgende Tour erst nächstes Jahr stattfindet, so sind wir mehr als glücklich, dabei sein zu dürfen und freuen uns sehr verkündigen zu dürfen: untoldency proudly presents LUI HILL und die „Creatures“ Tour 2022.

    LUI HILL könnte euch die letzten Wochen in unseren new untold releases über den Weg gelaufen sein. Und falls, dann seid ihr bestimmt nicht über einen Ohrwurm vorbeigekommen, jedenfalls geht uns das so. Mit dieser immer leicht unberechenbaren Mischung aus Elektronik, Indie, Jazz und Funk hat sich LUI HILL dann doch sehr beständig in unser Herz geschlichen. Denn auch wenn das Wetter gerade noch nicht so ganz anklingen lässt, dass es bald Juni ist, so tut das LUI HILL auf jeden Fall. Sommer, gute Laune, Roadtrips mit Fenster auf, all das sind die Vibes, die man vor allem auf der neusten Single Sidewinder finden kann.

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    Heute hat LUI HILL seine EP Creatures veröffentlicht und eigentlich gibt es keinen schöneren Aufhänger. Während Sidewinder als volles Energiebündel hervorsticht, so wird’s auf dem gleichnamigen Track Creatures ein bisschen funkiger, während How Many Moons und Loving To Lose You die melancholischen Seiten der Creatures EP anspielen. 6 Tracks,  6 „Creatures“ und zusammen gehen sie nächstes Jahr auf Tour:


    27.04.2022 | Berlin, Berghain Kantine
    28.04.2022 | Hamburg, Häkken
    29.04.2022 | Darmstadt, 802qm
    30.04.2022 | München, Heppel & Ettlich


    Vier süße Dates und wir sind überall dabei. Hier gibt’s Tickets.

    Und hier könnt ihr LUI HILL auf Instagram und Facebook stalken.

     

    Ansonsten, pumpt die EP oder? Und dann sehen wir uns auf Tour, wir freuen uns!!

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  • Lord.SYE im Interview: »Ich bin in das Image reingewachsen.«

    Lord.SYE im Interview: »Ich bin in das Image reingewachsen.«

    Die modernen, tanzbaren Instrumentals und der positive Vibe des Gesangs sind für mich die beiden markantesten Merkmale der Musik von Lord.SYE aka Simon Klar. Mit seiner letzten Veröffentlichung „…Is Not Gold“ vervollständigte der 24-jährige seine Dance-Pop-Doppel-EP zusammen mit dem ebenfalls 2020 erschienenen „All That Glitters…“. Ich hatte das große Glück, mit ihm über die EPs reden zu dürfen und bekam weitere Einblicke in bisher unveröffentlichtes Material und in die Gefühlswelt des jungen Songwriters.


    Lord.SYE im Interview

    Vince: Hi Simon! Ich freue mich, dass du hier bist und natürlich, dass du deine Doppel-EP rausgehauen hast, über die wir später noch reden werden. Vielleicht magst du dich erstmal kurz selbst vorstellen? Mich persönlich würde ja unheimlich interessieren, was genau hinter deinem Pseudonym steckt! Wer ist Lord.SYE?

    Lord.SYE: Hi, ja ich freu mich auch! Also, Lord.SYE bin auf jeden Fall ich. Ich heiße eigentlich Simon Klar, ich bin Songwriter und Sänger und studiere Popularmusik an der HdpK und bin damit auch fast fertig. Ich hatte mich eine Weile lang nur SYE genannt und Anfang des Jahres kam das Lord dazu. Die Geschichte dazu war, dass eine Bekannte, die in einem Restaurant arbeitet, sagte: „Wie krass wäre es denn wenn man einen Titel hätte, durch den man immer den besten Tisch bekommen würde“. Sie sagte das so und meine beste Freundin und ich haben uns direkt angeguckt und irgendwie war das dann einer dieser schrägen Telepathie-Momente. Wir haben dann beide gleichzeitig ausgedrückt, wie witzig das als Zusatz für meinen Namen wäre. Dann habe ich einfach impulsiv gesagt: „Ja, gut, dann nenne ich mich jetzt Lord.SYE„. Klingt auch gut und umso mehr ich darüber nachgedacht habe, desto vielschichtigere Bedeutungen bekam der Name für mich. Am Anfang wirkt er ja ein bisschen komisch zusammengesetzt, aber weil ich viel mit Maskulin und Feminin spiele und Gegensätze gut finde, fand ich das irgendwie cool vertreten durch das Lord.

    © Sebastian Madej


    Vince: OK und das SYE? Wofür steht das?

    Lord.SYE: Das S ist einfach eine Abkürzung für meinen Namen: „S“ wie Simon. Das Y und E war das Ergebnis einer anderen Session, von vor zwei Jahren. Da haben wir uns nach ner Probe ins Neue Ufer gesetzt und gesagt: „So, wir brauchen einen Künstlernamen“. Das kann so nicht weitergehen. Dann haben wir ein Blatt genommen, unsere Namen aufgeschrieben, die Buchstaben auseinander gezogen und dann anders wieder zusammengesetzt, so dass das einen möglichst interessanten Künstlernamen ergibt. Da kam dann irgendwann S.Y.E. dabei raus! Genau so kam der Lord.SYE zustande. Ich bin da sehr reingewachsen in diesen Namen und das Image. Wie man das manchmal bei diesen Drag-Künstlern hat; die erstellen sich eine Persona und damit eine gewisse Symbiose zwischen dieser und dem Menschen dahinter. Ich glaube nicht, dass ich da etwas erschaffen habe, was ich nicht bin. Ich würde nicht sagen, dass ich eine Kunstfigur bin oder eine erschaffen hätte. Sondern… das bin schon ich! Man kann da total viel Selbstbewusstsein draus ziehen, was ziemlich cool ist.

    Vince: Ist eine Kanalisierung von gewissen Teilen von dir, oder?

    Lord.SYE: Ja genau! Absolut! Macht einfach Spaß sich seine liebsten Merkmale zu nehmen und die auf die Spitze zu treiben. 

    Vince: (lächelt) Wie geht’s dir heute?

    Lord.SYE: Heute geht’s mir ganz gut! Ich bin jetzt nach der Arbeit tatsächlich ein bisschen erfüllter als vor der Arbeit, weil ein Kollege heute so nett war. Mit dem habe ich schon lange nicht zusammen gearbeitet. Vorm Arbeiten wusste ich nicht so ganz wie ich mich fühlen soll. Diese Lockdown-Zeit hat mich natürlich auch ein wenig mitgenommen. Ich war beruflich zwar viel unterwegs zwischen Hamburg und Berlin, aber ich habe total das Bedürfnis, mal da oder dort hinzufahren, selbst nur für ein- oder zwei Tage. Gestern ist mir etwas sehr aufgefallen: Ich kann nicht so lange an einem Ort bleiben, sonst komme ich wieder in dieses Tief. Kommt mir ein wenig so vor, als wäre das ein Weglaufen von der Pandemie. Dann habe ich noch erfahren, dass mein Ex-Freund einen neuen Partner hat. Es stört mich nicht, aber es ist ein komisches Gefühl. Und da war ich heute Morgen noch ein wenig nachdenklich und lag viel im Bett. Aber jetzt nach der Arbeit, wenn man den Kopf wieder frei hat, weil man mal nicht die ganze Zeit aufs Handy schaut, ist es schon wieder besser. Gestern war ich viel am Handy und mit jeder Minute habe ich gemerkt, es ist richtig anstrengend und macht rastlos, aber wenn man mal was zu tun hatte, dann geht’s einem danach viel besser!

    © Sebastian Madej


    Vince: Mit diesen Einschränkungen meinst du bestimmt, dass man nichts mehr so recht unternehmen kann und dass man gewissermaßen nur noch funktioniert zur Zeit? 

    Lord.SYE: Ja auf jeden Fall, genau!

    Vince: Oh ja.. Das stört mich auch ziemlich. Ich versuche mich mit verschiedenen Arbeiten abzulenken. Es ist hilfreich, wenn man mehrere Leidenschaften oder Hobbys hat.

    Lord.SYE: Ja die Musik hilft mir in so Momenten wie jetzt unheimlich! 

    Vince: Du hast ja inzwischen, die zweite Hälfte von deiner Doppel-EP „All That Glitters…“ „…Is Not Gold“ rausgebracht. Ich finde übrigens, dass dein Sound unheimlich catchy ist! Wie fühlst du dich jetzt mit der letzten EP-Hälfte: „…Is Not Gold“?

    Lord.SYE: „…Is Not Gold“ ist natürlich eine Fortsetzung zu „All That Glitters…“. Also wie der Spruch: „Es ist nicht alles Gold, was glänzt.. Das ist mir vor allem innerhalb meiner letzten Beziehung sehr klar geworden. Dass die Dinge selten so sind wie sie auf den ersten Blick scheinen und dass man oft erst durch verschiedene Zwiebelschichten durch muss, um zum eigentlichen Kern zu gelangen. Also die erste EP-Hälfte fängt etwas fröhlicher an, hat zwar auch seine ruhigeren, traurigen Parts, aber insgesamt ist es eher die fröhlichere EP. Die zweite EP-Hälfte entstand dann nach der Trennung von meinem Ex-Freund und thematisiert vor allem wie, ich mit der ganzen Situation umgegangen bin. Und wie meine Coping-Mechanismen, die nicht immer ganz gesund sind, funktionieren. Es geht ums Weglaufen, um lähmende Traurigkeit, aber auch um den Weg da wieder raus, später zum Ende der letzten EP mit „Paradise“. Ich wollte einen jeweiligen Spannungsbogen innerhalb jeder EP, aber auch, dass die beiden thematisch verbunden sind, weshalb die Idee mit der Doppel-EP ganz gut gepasst. Übrigens werden gerade CDs gemacht, durch Crowdfounding finanziert! Die wird ab April 2021 da sein und wer möchte, kann gerne bei mir eine, oder ein paar erwerben!

    Vince: Du hattest auch noch eine Single rausgebracht, zwischen den beiden EPs, richtig?

    Lord.SYE: Ja, dazwischen kam „Ritual“ raus! Das war eine Stand-Alone-Single, wie „Heartattack“, „Walk Me Home“ und „Liar“ auch. Bei „Rituals“ geht’s um die Suche nach Erfüllung in einer schwierigen Zeit. 

    © Sebastian Madej


    Vince: Ich find’s stark, wie du über diese schwierigen, persönlichen Themen so frei und offen reden kannst! Auch, weil man ganz klar merkt, dass Lord.SYE, nichts Gefälschtes ist, sondern einfach der Simon, so wie ich ihn auch kennenlernen durfte! Magst du noch ein wenig sagen, womit man bei dir in Zukunft noch rechnen kann?

    Lord.SYE: Ja, vielen Dank erstmal! Also gerade bin ich dabei meine Uni abzuschließen. Da muss ich noch ziemlich viel Arbeit reinstecken, die kommenden Monate. Deswegen kann ich leider nicht so viel Zeit in das Projekt stecken, wie ich es gerne wollen würde. Aber ich bin gerade dabei, eine Remix-EP zusammenzustellen, bestehend aus Songs von „All That Glitters Is Not Gold“. Die mache ich, weil mir in den letzten Monaten aufgefallen ist, dass die wenigen besonders schönen Momente meistens dann waren, wenn ich alleine Zuhause oder mit einer Freundin zusammen getanzt habe. Dieses Gefühl dabei möchte ich gerne weiter kultivieren und dafür habe ich ein paar befreundete DJs und Producer gefragt. Die wird wahrscheinlich Ende April, evtl. Ende Mai rauskommen. Damit hoffentlich im Sommer dazu ein bisschen getanzt werden kann! Es wird wahrscheinlich auch ein ganz neuer Track drauf sein, aber hauptsächlich Remixes. Ah, dazu noch eine kleine Sache: Ab April wird meine eigene Webseite online gehen! Da kann man dann meine CDs kaufen und Merch. Noch mehr Lord.SYE-Merch!!! (lächelt)

    Vince: Gerade auf die Remix-Sachen bin ich ziemlich gespannt! Danke für deine Zeit und den tollen Dance Pop, den du uns bescherst! 

    Lord.SYE: Sehr gerne! 

     

    Hört hier in die Doppel-EPs „All That Glitters…“ und „… Is Not Gold“ rein:

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  • artists to watch 2021: Die heißesten Künstler:innen

    artists to watch 2021: Die heißesten Künstler:innen

    Ein ereignisreiches Jahr 2020 geht zu Ende und in unseren Rückblicken haben wir es schon Revue passieren lassen. Doch anstatt in Erinnerungen zu schwelgen, wollen wir lieber in die Zukunft blicken. Genauer: In die Zukunft von 12 fantastischen Künstler:innen, die unserer bescheidenen Meinung nach 2021 richtig aufgehen werden – und deshalb unbedingt auf euren Radar sollten. Artists to watch – you heard it here first.


    2021 wird das Jahr von…


    Arlo Parks
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    Wenn wir eine Prognose für nächstes Jahr geben müssten, dann würden wir alles auf Arlo Parks setzen. Die erst 20 Jahre alte Londonerin wird vermehrt schon als heißester Newcomer gehandelt und wir schließen uns dem vollkommen an. Kein vermeintlicher Mainstream-Hype, sondern ehrliche berührende Musik, die eine einzigartige Spanne zwischen R’n’B-Vibes und cozy Dream-Indie-Klängen schafft. Einmal hören und verlieben.

    Doch wer ist sie eigentlich? „Arlo Parks is the favourite artist of your favourite artist. She’s going to be the biggest star in the world one day.” – diese Worte sind geliehen von Anna Fliege, aber so zutreffend wahr, dass wir sie zitieren mussten.


    In her words she spent most of school feeling like
    that black kid who couldn’t dance for shit, listening to too much emo music
    and crushing on some girl in her Spanish class.

    Arlos Texte sind voller ehrlicher und persönlicher Geständnisse, an die sich ihre verträumte Musik anpasst. Sie schafft einzigartige Soundwelten, in denen man sich nur verlieren kann. In England schon voll etabliert, wurde sie letztes Jahr als BBC Introducing Artist Of The Year gekürt. Wenn man ihre Songs hört, weiß man auch, warum. Der Sprung auf die große Bühne ist deshalb nicht weit – unsere Prognose: 2021 ist es so weit. Debütalbum: Collapsed In Sunbeams am 29.01.2021.


    Jeremias 
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    Ihr kennt sie alle und deshalb sind wir uns bei der nächsten Prognose auch alle einig: JEREMIAS werden nächstes Jahr ganz Deutschland erobern. Dieses Jahr haben sie sich mit einer EP und weiteren Single-Auskopplungen schon auf den großen Indie-Radar in Deutschland geschlichen. Was dieses Jahr Provinz war, sind nächstes Jahr JEREMIAS.

    Mit Liedern wie schon okay oder hdl spielen sie sich in immer mehr Herzen – und bleiben. Wer sie jetzt schon feiert, weiß, dass da ganz viel Potential für mehr drinsteckt. Die poppigen Indie-Riffs, Jeremias‘ erkennbare Stimme und das Gefühl für die richtigen Melodien – all das kombiniert macht den Sound von JEREMIAS, den man, einmal gehört, nicht mehr los wird.

    Wenn Konzerte nächstes Jahr stattfinden (fingers crossed), werden die Jungs ganz schnell ganz groß. Nervt eure Freunde jetzt schon mit ihnen, denn nächstes Jahr wird’s nur noch besser. Neue Musik in Arbeit.


    anaïs

    Aus der Bubble der Jeremias-Jungs entsprang in diesem Jahr anaïs. Im Juli 2020 veröffentlichte die erst 20-jährige ihre erste Single, die melancholische Pop-Ballade My World So Blue und hat damit so viel Zuspruch bekommen, wie ihn nur wenig Newcomer:innen bekommen. Die Hannoveranerin mit belgischen Wurzeln ist trilingual aufgewachsen und verwöhnt uns regelmäßig auf ihrem Instagram-Kanal mit Songs in englischer, deutscher und französischer Sprache.

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    Die Zerbrechlichkeit in ihrer Stimme ist wirklich einzigartig und mitreißend. Natürlich völlig zweit- oder sogar drittrangig, aber wenn man zu der akustischen Melancholie auch das bildhübsche Antlitz von anaïs erblickt, dann ist man ganz schnell verzaubert. Kurz vor Weihnachten hat sie ihre zweite Single Yellow Hearts, ein Feature mit Dillistone veröffentlicht, mit der sie eine weitere Facette von sich gezeigt hat. Es bleibt also spannend, in welche Richtung sich ihr Sound so entwickeln wird. Ihr stehen aktuell auf jeden Fall alle Türen offen.

    Wenn anaïs am Ball bleibt und uns 2021 vielleicht sogar mit einer EP beschenkt, dann dürfte ihr aus unserer Sicht eine steile Karriere sicher sein. Wir bleiben auf jeden Fall dran.


    Trille

    Genauso, wie wir das ganze Jahr über an Trille drangeblieben sind. Er ist studierter Musikwissenschaftler, Tonmeister und hat zudem auch noch einen Master in Popular Music. Und nachdem wir uns gefragt haben, wie und wann der 29-jährige das geschafft hat, erklärt genau das doch die Qualität seiner Musik. Irgendwie Indie, irgendwie Trap, irgendwie Pop und irgendwie Rap. Aber immer große Emotionen, sowohl stimmlich als auch textlich. Nicht selten haben wir gelesen, dass Hörer:innen weinen, wenn sie seine Songs hören.

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    Nachdem niemand geringeres als Fynn Kliemann seinen Song Phase gesampelt hat, sind glücklicherweise noch viel mehr Menschen auf ihn aufmerksam geworden. Im Herbst erschien nach mehreren Singles dann die Phase EP – sein Jahr 2020 war daher schon ziemlich erfolgreich. Aber da schlummert noch so viel mehr in Trille, das dringend raus in die Welt und rein in unser Ohr muss.

    Wir sind auf jeden Fall große Fans von ihm und hoffen für das Jahr 2021 ganz doll auf ein Debütalbum oder eine neue EP, hauptsache voll von 808s, Vocoder- und Autotune-Sounds. Sollten unsere Hoffnungen in Erfüllung gehen, dann steht Trille mit Sicherheit ein großartiges Jahr bevor.


    Anoki

    Wo wir doch gerade bei Trille und seiner Phase EP waren.. Der folgende Künstler ist auf eben jener EP mit einem Feature vertreten: Anoki. In Utrecht geboren und in Schweinfurt aufgewachsen, landete er nach mehreren Zwischenstopps letztlich in Berlin. In seiner Jugend von Indie und Punk umgeben, macht er inzwischen urbanen HipHop, der seine früheren Einflüsse aber nicht verschweigt.

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    Jule ist auf Anoki aufmerksam geworden, als dieser aus vorgenanntem Grund bei Trille’s Release-Konzert im Oktober aufgetreten ist – und er hat sie schon in der ersten Sekunde voll von sich überzeugt. Drei Songs gibt es aktuell von ihm auszuchecken, die allesamt ziemlich geil sind (Profitipp: Winter in Berlin anhören). Er liefert ohrwurmlastige Texte und catchige Beats, gepaart mit einem krassen Flow. Und all diese Attribute begründen unseren Wunsch nach mehr Spotlight für ihn.

    Wir wissen nicht genau, was Anoki für das nächste Jahr geplant hat, aber wir halten sowohl Augen als auch Ohren offen. Egal mit was er uns dann 2021 versorgt, wir sind uns ziemlich sicher, dass es ein weiterer großer Schritt in Richtung unsäglicher Berühmtheit sein wird.



    Pessimist
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    Weiter geht’s mit Pessimist, einem Künstler aus Saarbrücken, der schon seit 2019 regelmäßig Songs veröffentlicht – aber trotzdem noch immer irgendwie unter dem Radar läuft. Seine Songs bespielen super viele Genres. Sie pendeln von schmusigem Pop in ballernde Gitarrenriffs und weiter zu funkigen Synthie-Beats, die durch seinen Gesang allesamt einen Rapflow bekommen. Es geht genauso um good times wie um bad times, alles in sehr persönlichen Texte verpackt.

    Der Grund, weshalb wir ihn in dieser Liste aufzählen, ist, wenn man sich seine Diskografie mal komplett reinzieht, ziemlich obvious: Pessimist wird einfach von Song zu Song besser. Punkt. Die Songs klingen ausproduzierter, klarer und haben für sich genommen inzwischen eine richtig straighte Linie. Es ist super spannend, Künstler:innen bei ihren Entwicklungen zuzuschauen und bei ihm macht es uns besonders viel Freude.

    Nach fast zwei Jahren kontinuierlichem Releasen darf es nun also ruhig mal soweit sein, dass Pessimist die Aufmerksamkeit bekommt, die er sich verdient hat. Und wenn er 2021 so weitermacht, wie er 2020 aufgehört hat, dann stehen die Chancen wirklich gut.


    MELE
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    Girlcrush-Alarm! Auch ein heißer Tipp fürs nächste Jahr ist MELE. Die 25-jährige, die in Osnabrück am Institut für Musik studiert, dürfte vielen bereits bekannt sein. Mit Songs wie deine cousine oder Rosalie hat sie sicherlich auch schon einen Platz in eurer Playlist gefunden. Falls nicht: dringend ändern. Sie macht unverblümte Popmusik und nimmt in ihren Songs kein bis wirklich gar kein Blatt vor den Mund.

    Wenn man ihre Musik hört, hat man einfach eine gute Zeit. Besonders gut wird die dann, wenn man MELE mit ihrer Band live spielen hört – war in diesem Jahr ja leider eher selten möglich. Aber auch abseits der Musik ist sie die Art von Mensch, die man einfach liebhaben muss. Sie ist witzig, herzlich und einfach nur sweet.

    Im Zuge unseres Adventskalenders hat sie uns im Livestream-Interview verraten, dass für das nächste Jahr eine EP geplant ist. Wir haben hohe Erwartungen aber wissen, dass die easy erfüllt werden. Und wenn dann Livespielen auch wieder möglich ist (fingers are still crossed), könnte 2021 wirklich MELEs Jahr werden.


    WizTheMC
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    WizTheMC ist auch einer unserer absoluten Newcomer-Tipps, den ihr nicht verpassen wollt. Der in Südafrika geborene und in Lüneburg aufgewachsene Rapper ist auf der Schwelle zum Durchbruch und das interessanterweise nicht unbedingt in Deutschland. Mit 17 ist er nach Kanada gegangen, mit nur einem Mikro, Laptop und Keyboard im musikalischen Gepäck. Inzwischen ist er 21 Jahre alt und kurz davor, Nordamerika zu erobern. 

    Und auch die Genre-Schublade „Rap“ scheint er immer mehr aufzubrechen. Er hat dieses Jahr zwei EPs rausgebracht, die auch immer mehr von energetischen Indie-Pop Elementen aufgemischt werden. Mit dem Ziel, sich immer weiterzuentwickeln, macht WizTheMC genau das:

    “Ich arbeite gerade an neuer Mukke und habe alleine musikalisch krasse Pläne für das nächste Jahr. Ich bin gespannt darauf, meine Musikevolution mit der Welt zu teilen.”

    WizTheMC hat als er angefangen hat, Musik zu machen, sich selbst einen 10-Jahresplan zu seinen Träumen aufgestellt. Nach 5 Jahren ist er jetzt schon bald da. Ihn jetzt schon auf dem Schirm zu haben, lohnt sich.


    MAJAN
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    Ebenfalls krasse musikalische Pläne für nächstes Jahr hat MAJAN. Als Bester Newcomer Act bei der 1Live-Krone nominiert, dürfte er auch schon das ein oder andere Mal über euer 2020 gehuscht sein. Letztes Jahr hat er schon angekündigt, dass er gerade ein bisschen mehr Wind aufnimmt und noch viel zu erwarten ist. Ein Song, der 2019 in absoluter Endlosschleife lief: Tag Ein Tag Aus.

    2020 vor allem als großer Feature-Gast unterwegs, hat er Beats von BLVTH seine Stimme geliehen, zusammen mit Ahzumjot gearbeitet und zuletzt auch eine Single mit LEA gedroppt. Wenn das keine Ansage nach oben ist, wissen wir auch nicht. Für jeden, der sich in der deutschen Indie-Rap Szene wohlfühlt, könnte MAJAN jedenfalls der nächste große Hit sein. Laut Spotify was für Fans von badchieff, Kelvyn Colt, Tua, Bruckner und JEREMIAS.

    Nächstes Jahr sollte auf jeden Fall auch das Jahr von MAJAN werden. Wir sind unfassbar gespannt, was da noch alles kommt. Auf endlich wieder guten Deutschrap abseits von Capital und Co. oder?


    Betterov

    Wir wären super inkonsequent, wenn wir Betterov in unserer watch out 2021-Liste nicht erwähnen würden, oder? Der 26-jährige ist ausgebildeter Schauspieler und hat Ende 2019 angefangen, regelmäßig Musik zu veröffentlichen – die von Tim Tautorat produziert wird, der u.a. auch mit Faber oder AnnenMayKantereit zusammenarbeitet.

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    Er hat mit seinen Songs geschafft, einen perfekten Bogen zwischen Lethargie und Herzschmerz zu spannen, ohne kitschig oder ermüdend zu wirken. Sein Sound lebt von peitschenden Gitarrenriffs, wummernden Drums, aber vor allen Dingen von seiner tiefen, unverwechselbaren Stimme. Im März erschien seine EP Viertel vor Irgendwas, die (zu Recht) großen Anklang fand. Aber sich darauf auszuruhen kam für Betterov nicht in Frage – inzwischen hat er bereits zwei weitere Singles veröffentlicht.

    Auf Instagram war zu sehen, dass er vor dem Lockdown wieder im Studio war. Vielleicht erwartet uns 2021 also eine weitere EP oder sogar ein Album von Betterov? Wir wünschen uns das jedenfalls. Und wenn das so ist und er so weitermacht, wie er angefangen hat, dann wird auch er richtig große Erfolge feiern.


    Steiner & Madlaina

    Zugegeben, Nora Steiner und Madlaina Pollina aus Zürich, die zusammen das Duo Steiner & Madlaina bilden, sind alles andere als Newcomerinnen. Ihre Diskografie reicht schließlich bis in das Jahr 2015 zurück. Während die ersten EPs Ready to Climb und Speak noch hauptsächlich auf Englisch gesungen wurden, haben sie mit ihrem 2018 erschienenen Album Cheers das Augenmerk auf deutsche Texte gelegt, den Song Herz vorus id Wand singen sie sogar auf Schwyzerdütsch.

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    In den vergangenen Jahren haben die beiden sämtliche Bühnen der Lande bespielt – eigene Touren und Auftritte auf diversen Festivals, wie dem Deichbrand, Kosmonaut oder auch Lollapalooza. Für Kenner sind Steiner & Madlaina also längst etabliert. Ihr Sound bewegte sich zuletzt in der folkigen Popmusik. Und da kommen wir auch schon zu dem Grund, warum wir Nora und Madlaina hier aufzählen: Die in den letzten Wochen erschienenen Singles lassen erahnen, dass sich der Sound der beiden abermals weiterentwickelt hat.

    Am 29.01.2021 erscheint dann endlich ihr neues Album Wünsch mir Glück und wir sind unfassbar gespannt, was uns darauf erwartet. Wir prognostizieren, dass dieses Album und das Jahr 2021 der Beginn einer neuen Steiner & Madlaina-Ära ist.



    Luke Noa
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    Den Abschluss unserer 2021 Prognosen bildet Luke Noa. Wer ihn jetzt noch nicht kennt, wird ihn nächstes Jahr auf jeden Fall kennen lernen, da führt wenig dran vorbei. Erst vor Kurzem hat er seine Single Roccastrada veröffentlicht, die ihn auch auf unseren Radar gebracht hat. Was sich nach astreinem britischen Indie-Rock anhört, kommt aus Süddeutschland und mischt einfach so die ganze Szene einmal ordentlich auf. 

    Luke Noa macht nicht nur mit diesem Song große Ansagen. Auch mit der Ankündigung seines Supports bei der Fil Bo Riva Tour nächstes Jahr steht fest: Wir beobachten gerade einen Senkrechtstart in unsere geliebte Indie-Szene. Mit einer rauchig-verträumten Stimme lässt er bald alle Herzen weich werden und wir müssen sagen, wir sind dem schon vollkommen verfallen.

    Luke Noa – definitiv einer der heißesten Newcomer des englischsprachigen Indies aus Deutschland. Wer jetzt nicht dabei ist, wird’s bereuen.


    Das war’s also – unsere artists to watch 2021. Von ganz groß bis klein, von bereits geliebten Künstler:innen zu noch ungeschliffenen Diamanten. In allen sehen wir das Potential, 2021 zu ihrem Jahr zu machen und Wellen von neuen Fans anzuziehen. Weil aber Worte nur Worte sind und nur die Musik selbst so richtig überzeugen kann, ist hier die Playlist zu den Prognosen.

    Watch out artists 2021 prognostiziert von eurem neuen Musikmagazin des Vertrauens – untoldency.

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    Fotocredits: BROCK / Lucio Vignolo / Lou / Haley / Anoki / MIKARI / Luisa Kummerfeld / Mica Daniels / MAJAN / Massimiliano Corteselli / Tim Wettstein / Bernhard Schinn

  • 80s-Revival plus Sozialkritik: Fly von Flyde

    80s-Revival plus Sozialkritik: Fly von Flyde

    „Ein Cyberfurby, arrogante Himmelsdudes, viel pink und ein wenig Schminke.“ – so beschreibt das Gesicht von Flyde (Lukas Przybilla) den Inhalt des entzückenden Videos zur neuen Single Fly, erschienen Ende November 2020.

    Und hinter der Schminke? – Abgründe der menschlichen Seele

    In einem kurzen Interview über den neuen Song und das Musikvideo berichtete Lukas, dass es um die Schwierigkeiten des Loslassens, z.B. von einem guten Freund, geht:

    „Wer wirklich gut für wen ist zeigt sich manchmal erst nach Jahren, aber dann ist man oft schon so dicke miteinander, dass unter Umständen, eine emotionale Trennung extrem schwierig werden kann.“

    Vielleicht ist ein genereller Grund dieses Problems die schwach ausgeprägte Fehlerkultur hier zu Lande, oder dass der Begriff der Freundschaft mehr und mehr inflationiert wird. Eins ist jedoch ganz sicher: der Song Fly ruft unmissverständlich dazu auf Fehler zu machen um daraus zu lernen, mutig zu sein und sich gegebenenfalls helfen zu lassen.

    Dass das Video es schafft diese ernsten Themen auf humoristische, augenzwinkernde Art und Weise darzustellen, macht die sozialkritische Kost leichter verdaulich und süßer als das bittere, schwermütige Wehklagen, welches man schon zu genüge bei anderen Produktionen schluckt. Stichwort: Liebeskummer in Songs.

    Tanzbare 80er Jahre Klänge vereint mit ernster Botschaft

    Auch die dufte Soundästhetik der neuen Single ironisiert und verballhornt die zum überwiegenden Teil traurige Wahrheit, die hinter vielen schnelllebigen Beziehungen steckt. Durch die Einflüsse von David Bowie, Peter Gabriel, Phil Collins, Joy Devision, Fleetwood Mac und Tears For Fears und viele, viele mehr, hat sich Flyde eine Klangwelt erschaffen, die besagte 80er Jahre Größen zwar als referenzielles Fundament nutzt, dabei aber seine ganz eigenen Regeln folgt:

    „Mir ist es sehr Wichtig dass es Abwechslung gibt. Ich stehe zwar voll auf Pop, aber ich mag so ’ne A, B, C, D Struktur. In fast keinem Song (des kommenden Albums) sind zwei identische Strophen, was die Melodie betrifft. Mir ist’s wichtig dass das nicht allzu repetitiv ist. Es ist nicht einfach 80er Sound und Text sondern eine Symbiose aus allem was ich bisher so gehört und gemacht hab.“


    Und so stellt die erste Single des im nächsten Jahr erscheinenden Albums eine Symbiose aus 80er Jahre Pop, Psychedelic – und Progressive Rock und dem ein oder anderen Dreampopeinfluss dar, welche den Schulterschluss mit einfühlsamen und persönlichen Themen übt und meiner Meinung nach auch wunderbar vollzieht.

    An dieser Stelle sollte noch gesagt sein dass die Lyrics recht allgemein gehalten sind und Raum für Interpretationen offen halten, was durchaus gewünscht ist und jeden zum Denken anregen kann, aber nicht muss. Man kann die Musik von Flyde auf verschiedenen Ebenen genießen: Entweder man hört ganz genau hin und arbeitet sich rein, oder man lässt sich von den tollen Arrangements und Sounds davontragen und hört auf seine eigene innere Stimme, welche in Fly ganz besonders angesprochen wird.

    Das Multitalent

    Mich hat besonders interessiert wie der Prozess des Songwritings bei Lukas aussieht, da er vom Arrangement, über die Aufnahmen der verschiedensten Spuren/Instrumente, bis hin zum Abmischen alles im Alleingang macht. Auf die Frage wie die Arbeit an einem Song aussähe antwortete er:

    „(…)Ich schick ’ne Gitarre durch fünf bis sechs Pedals und verfremde das und dadurch entstehen dann wieder ganz neue Dinge. Darüber jamme ich dann mit meinem Gesang. Die Texte hole ich aus meinem kleinen Textbuch.“

    Obgleich hier die Arbeit mit Synths und Drums aussen vor gelassen wird; dieses kurze Exzerpt bringt’s für mich auf den Punkt: Wenn man Talent und seinen eigenen Workflow gefunden hat, entstehen die Tracks wie von selbst. Das ganze äußert sich dann in einem homogenen Sound der kompromisslos und einzigartig ist. Lukas – das Gehirn von Flyde – hat diese Eigenschaften. Man sollte auf jeden Fall ein Auge auf den aufstrebenden Newcomer, welcher ohne Label und großem Studio tolle Musik macht, werfen. Von dem und seiner kleinen Entourage an Livemusikern wird in Zukunft noch zu hören sein! Bis dahin vertröstet die neue Single Fly und natürlich das bereits 2018 erschienene Debütalbum (Flyde) alle die bock auf 80er – PsyProgDreamPop haben!

    https://www.youtube.com/watch?v=-tM5wwlc-WQ