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  • Cloudy June im Interview: Mental Health und Bad Bitch Vibes

    Cloudy June im Interview: Mental Health und Bad Bitch Vibes

    Dienstagmittag, das Wetter grau und verregnet, aber der Sonnenschein am anderen Ende von Zoom strahlt trotzdem! Die Rede ist von Cloudy June – mit der sich Sarah anfang der Woche unterhalten hat. Und der Titel sagt schon alles aus: wer Bad Bitch Anthems zum Beispiel von UPSAHL, Doja Cat oder Kali Uchis liebt, ist genau richtig hier!

    Sarah: Freut mich mega, dass es geklappt hat! Wie geht’s dir denn?

    Cloudy June: Ja mich auch! An sich geht’s mir gut, bin nur ein bisschen krank – aber kein Corona! Ich glaub fast jeder, der ich kenne hat gerade irgendwie ne Erkältung. Gut, dass es Zoom gibt! Dann kann ich dich wenigstens nicht anstecken.

    Sarah (lacht): Dann schon mal gute Besserung! … Möchtest du dich vielleicht kurz vorstellen, für alle unsere Leser:innen, die dich vielleicht noch nicht kennen?

    Cloudy June: Helloooo, ich bin Cloudy June und ich schreibe Songs und mache Musik seit ich 10 Jahre alt bin. In den letzten Jahren hab ich meinen Sound gefunden – Popmusik. Davor hab ich drei Jahre in einer Death Metal Band gesungen.

    Sarah: Damit wollte ich auch überleiten zur nächsten Frage! Ich hab dich nämlich durch ein Insta Reel gefunden, und dann hab ich weiter gescrollt und rausgefunden, dass du mal bei einer Death Metal Band warst. Genretechnisch ist das ja schon ein ziemlicher Sprung, wie kam es dazu?

    Cloudy June: Ich hab schon vor der Metal Band Gitarre gespielt und meine eigenen Songs geschrieben – und die waren dann natürlich nicht Metal, sondern mehr so Singer/Songwriter Folk Vibes.

    Meine erste richtige Lieblingsband waren die Killerpilze.

    Das ist jetzt auch kein Metal – aber das hab ich gehört als ich so 8 Jahre alt war. Das heißt eine Rock-Affinität war schon immer da. Irgendwann hab ich mir dann ein AC/DC Album geholt und bin in die Schulband gegangen. Am Anfang haben wir noch Hardrock gemacht, aber es hat sich dann ziemlich schnell verdüstert, bis wir wirklich, full on, Death Metal gemacht haben. Arch Enemy oder Jinjer fand ich ziemlich nice, und die haben ja auch female Sängerinnen, die krass growlen… Und dann wollte ich das auch können! Irgendwann hab ich dann aber mit der Band aufgehört, weil ich Musik zu meinem Hauptding machen wollte, und für die anderen war das mehr so ein Hobby. 

    Sarah: Seit wann gibt es das Projekt Cloudy June dann? Weil ich auf Spotify gesehen hab, dass die ältesten Songs von Anfang 2020 sind.

    Cloudy June: Es gab bis vor einem Monat noch mehr Songs, ich hab tatsächlich alte Sachen runtergenommen! Ich hab anfangs noch unter einem anderen Namen Musik gemacht, unter meinem Nachnamen – den konnte aber keiner aussprechen, deswegen bin ich jetzt Cloudy June. 2018 hab ich meine erste EP rausgebracht, die ich jetzt aber von Spotify runtergenommen hab, weil ich gar nicht mehr damit zufrieden war. Seit High Waist To Hell weiß ich: das ist das was ich machen will.

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    Sarah: Ich hab auch gesehen du sprichst sehr offen über Mental Health und Queerness, welche Themen verarbeitest du denn sonst noch in deiner Musik?

    Cloudy June: Ich will eigentlich noch viel mehr Songs machen über Mental Health, aber das ist manchmal auch ein richtig schweres Thema um einen Song drüber zu schreiben. Da ist einmal Monsters in my Mind, der aber mehr so Bad Bitch Vibes hat, und eigentlich geht’s ja irgendwie darum, dass die Gedanken in deinem Kopf die Monster sind.

    Wir haben einen Song, der diesen Monat noch rauskommt! Da geht’s um Sucht und Drogen, um Substance Abuse – zwei Menschen, die damit zu kämpfen haben. Mehr sag ich noch nicht… aber es wird tatsächlich ein Rock-Song! Das ist ein neues Thema, und ein bisschen so zu den Roots zurück.

    Sarah: Ja cool! Dann bin ich auf jeden Fall schon mal gespannt. Und, wenn wir schon beim Thema sind: Was inspiriert dich denn? Gibt es Künstler:innen von denen du sagen würdest, dass sie dich sehr beeinflusst haben? Als ich deine Musik das erste Mal gehört hab, musste ich zum Beispiel direkt an UPSAHL denken, die mag ich auch sehr gerne.

    Cloudy June: Jaaaaa, same! UPSAHL wär so ein krasser Traum, mit ihr mal ne Session zu machen und nen Song zu schreiben, irgendwann mal nen Song zusammen zu machen. Das wär krass. Also sie find ich super cool, einfach weil ich ihre Attitude feier und sie richtig talentiert ist. Mothica find ich mega cool, weil sie auch krass offen über Mental Health spricht und kein Blatt vor den Mund nimmt – und das find ich voll bewundernswert, das inspiriert mich sehr! Und Yungblud zum Beispiel, von ihm bin ich auch großer Fan just cause the music slaps und er ist auch so unapologetically himself. Ja, das sind Artists die ich super cool finde.

    Sarah: Also da würde ich auf jeden Fall mitziehen! … War für dich dann eigentlich von Anfang an klar, dass du deine Musik auf Englisch machen möchtest? Oder könntest du dir vorstellen, auch mal auf Deutsch oder einer anderen Sprache zu singen?

    Cloudy June: Das ist echt ne gute Frage, weil ich denke in letzter Zeit oft darüber nach – dass meine Musik voll gut im englischsprachigen Raum ankommt, und ich aber als deutscher Artist gar nicht mal eben in Amerika auf Tour gehen kann. Sondern eher eine größere deutsche Audience bräuchte sozusagen, damit ich da gute Shows spielen kann.

    Deswegen hab ich drüber nachgedacht „soll ich Songs auf Deutsch machen?“, aber ich hör eigentlich fast nur englischsprachige Musik und ich fühl das auch daher viel mehr.

    Ich hab mal Songs auf Deutsch geschrieben, aber es ist irgendwie einfach nicht so das Richtige für mich. Einer meiner ersten Songs, die ich geschrieben habe – mit 8 Jahren – war auf Deutsch. Aber selbst in der Grundschule hab ich schon auf Englisch geschrieben! Was ich mal überlegt habe war, irgendwann in der Zukunft einen Song auf Spanisch zu machen. Ich kann zwar noch kein perfektes Spanisch, aber meine Mutter kommt aus Kuba und da dachte ich es wäre cool. Aber jetzt ist erst mal Englisch das Hauptding. Deutsch wahrscheinlich eher nicht.

    Sarah: Kann ich auch verstehen! Ich hab tatsächlich auch sehr lange gebraucht um meinen Weg zu deutschsprachiger Musik zu finden.

    Cloudy June: Same! Ich hab so ein paar Songs, ein paar Artists gefunden, die ich ganz gerne mag. Es hat sich auch etwas geändert, dass ich jetzt mehr höre. Ich hätte auch echt Bock, mit deutschsprachigen Artists zusammenzuarbeiten und gemeinsam Songs für deren Projekte zu machen. Das wär cool!

    Sarah: Auf jeden Fall! Dann hab ich noch eine etwas schwierigere Frage für dich. Für Musiker:innen ist es ja meistens nicht so einfach, wenn man seine eigenen Babys betrachtet da einen favourite rauszuziehen. Aber wenn du dich entscheiden müsstest: Für welchen deiner Songs würdest du dich denn entscheiden, und warum?

    Cloudy June: Es ändert sich immer, aber gerade ist es Monsters in my Mind. Der Vibe macht grade einfach am meisten Spaß, und das Intro. Ich stell mir vor, wenn wir den live spielen… das würde richtig Bock machen. Wir haben alle Songs ja auch schon geprobt für ein Live-Set, und der macht schon RICHTIG Spaß. Aber oft ist es auch so, dass ich den Song am meisten feier, der auch als nächstes rauskommt. Bei dem Song, der jetzt als nächstes released wird, da haben wir auch ein Feature drauf von ner Band die ich sehr feier! Deswegen ist das gerade so mein Baby.

    Sarah: Ein Feature mit ner Band? Da bin ich jetzt aber gespannt.

    Cloudy June: Sameee! Ich frag mich wie der ankommt, weil es ist einfach ein bisschen anders dieses Mal.

    Zwischendurch richtig auf die Fresse und… i love it!

    Sarah: Geil! Du meintest ja ihr seid schon fleißig am Proben. Wie sieht es denn im Moment aus mit Liveshows?

    Cloudy June: Damals, als ich noch alleine mit Gitarre auf der Bühne stand und es noch gar nicht so viel Produktion und Backing Tracks gab… da hab ich ein paar Konzerte gespielt. Aber jetzt wo ich die Band hab mit der ich die ganzen Live Songs probe, fühlt es sich schon an als wäre das jetzt der Anfang, als würden wir die ersten Konzerte spielen. Deswegen ist nächstes Jahr, wenn dann die Shows los gehen, quasi auch gleich die Premiere!

    Sarah: Dann hoffe ich mal, dass ich es nächstes Jahr auch zu einer deiner Shows schaffe! Und ich seh gerade, du hast meine nächste Frage tatsächlich vorhin schon beantwortet. Die war: Deine letzte Single „Kill Your Darling“ wurde ja am 23. September released – darf man sich schon auf weitere neue Musik freuen oder ist das alles noch top secret?

    Cloudy June: Nicht mehr top secret! Am 19. November kommt die neue Single!

    Sarah: Yeahhh!! Dann sind wir auch schon bei unserer letzten Frage, eine „Untold Story“, irgendwas das du noch nie in einem Interview erzählt hast. Etwas, das du jetzt gerne teilen möchtest. Das kann eine witzige Geschichte sein, ein random Fun Fact, ein Motto das du unseren Lesern gerne mitgeben möchtest…

    Cloudy June: Okay bei Motto hast du mich! Ich hatte gerade kurz Panik und dachte „Oh Gott, ich hab nichts cooles zu erzählen“. Aber ich hab in letzter Zeit voll viel Erfahrung gemacht wie es ist, wenn du als Artist anfängst, dich mit anderen Artists zu vergleichen. Das kann ja sein ob du jetzt Musiker:in bist oder ob das einfach im Job ist. Und da hat UPSAHL tatsächlich ein Zitat gepostet, was ich super cool finde und mir immer wieder in Erinnerung rufe, und vielleicht hilft das ja jemandem:

    Vergleiche dich nicht mit anderen Menschen, sondern mit dir selbst vor einem Jahr.

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    Fotos: Frank Koppen

  • Blanks im Interview: „When I learned about „saudade“ I related to the feeling immediately“

    Blanks im Interview: „When I learned about „saudade“ I related to the feeling immediately“

    Simon de Witt, besser bekannt unter dem Namen Blanks, ist, wie er sich selbst beschreibt, ein „overexcited music boy“. Meiner Meinung nach, kann man ihn aber nicht nur als „music boy“, sondern auch als „YouTube boy“ betiteln. Denn mittlerweile hat der niederländische Musiker über 1,3 Millionen Abos auf der Videoplattform. Auf seinem YouTube Kanal kann man nicht nur „normale“ Musikvideos finden, sondern auch die unterschiedlichsten Videoformate. Angefangen mit normalen V-Logs, hat Blanks vor allem durch Formate wie „Style Swap“ oder der „One Hour Song Challenge“ die Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Vor allem seine Version des Songs „Better Now“ von Post Malone war und ist so erfolgreich, dass der Song auf Spotify veröffentlicht wurde und mittlerweile über 20 Millionen Streams hat. Letzten Freitag war es dann so weit. Am 30. Oktober brachte Blanks nun endlich sein Debütalbum „Nothing Lasts Forever And That’s OK“ raus. Ich durfte ihm ein paar Fragen stellen.


    Blanks im Interview

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    Lara: Hi Simon! How are you, shortly before the album release?

    Blanks: Nervous and excited!!! I can’t wait to share all the music with my fans!!

    Lara: Your EP „Never Have I Ever“ just came out in September. How come, your debut album is released this soon after?

    Blanks: The EP is actually the first 4 singles of the album, so some sort of teaser! We decided to bundle them with the release of “Never Have I Ever” .

    Lara: The music videos for the EP build on each other and tell a story. Where did the idea come from and how far will this be continued in the upcoming album?

    Blanks: My coming of age memories are heavily intertwined with the music I listened to at that time. You could say they were the soundtrack of my coming of age era. With that idea me team and I came up with the storyline for the music video. I wanted to write a coming of age storyline were my album is the soundtrack of the story. About continuing the story: I haven’t given that any thought yet! I am focusing on the release of this album right now, but I don’t rule out the possibility the story might continue…

    Lara: Do you have a favorite song or a favorite music video on your album?

    Blanks: This is the hardest question!! I love every song, but if I had to pick I’d say “I’m Sorry” and “What You Do To Me”, where the music video for “I’m Sorry” is one of my favorites.

    Lara: How long did it take to create the entire album? Did the lockdown disturb the progress? Or was it maybe even helpful?

    Blanks:Much longer than I expected haha! The first song I wrote was 1,5 years ago. The lockdown did definitely not disturb the process: it started it. I was releasing singles every 2/3 months, and when covid hit, I decided it was time to start working on an album. So you could say it was helpful!

    Lara: The name of the album will be “Nothing Lasts Forever And That’s OK”. Where did the inspiration for this title come from?

    Blanks: The album title is inspired by the Portuguese word ‘saudade’ which describes an emotional state of nostalgic melancholic longing for something or someone that one cares about, knowing the object of longing might never be had again. I have so many memories that I’ll never forget (summer nights with friends, going to Paris with a loved one, people you meet over summer, get really close with and then never see again) that I wish I could relive and feel exactly the same, but I can’t. So when I learned about ‘saudade’ I related to the feeling immediately. However, this feeling made me realize you have to fully enjoy every present moment – it might turn into a deeply cherished memory! When I explained this train of thought to a friend of mine (the same friend I wrote “I’m Sorry” with, the fifth track on the album) we concluded: “Nothing Lasts Forever And That’s OK”. And that just felt right the moment we said it. 

    So when I learned about „saudade“ I related to the feeling immediately.

    Blanks

    Lara: Watching your videos on YouTube, it’s easy to see how passionate you are about music. How did this passion come about? And how has it developed in your life?

    Blanks: I feel like everything I ever did, I did it with passion. Music has been the biggest challenge so far, so I continue to bring passion to it! I just keep finding new things and exciting ideas! It’s like an infinite playing field I enter when I’m in the studio!

    Lara: It’s very impressive how many instruments you can play. Is there any instrument you would love to be able to play, but you can’t (yet)?

    Blanks: Thank you! And yes, I would love to be able to play the saxophone!

    Lara: In your videos and in your songs, you can hear and see a clear preference for the 80s. How did it come that you are such an 80s fan?

    Blanks: I feel fake nostalgic whenever I think about the 80s. The music sounds so good, the sounds are so warm, and the songwriting is impeccable: I just love it! 

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    Lara: You already played a few shows after the big forced break, aka the pandemic. How was it to play in front of so many people again? What was your highlight?

    Blanks: It was AMAZING! And also strange! You aren’t used to that many people anymore, so the first show I walked on stage I was so blown away I completely forgot my first few lyrics haha! The highlight was everyone singing along to the lyrics, that is an indescribable feeling. 

    Lara: At the end of each interview, we always ask for an untold story. This could be a random fact about you, something funny what happened, etc. Anything that you haven’t shared with the world, but want to.

    Blanks: I want to give my brother a shoutout! When I started playing live with Blanks, he played the drums, but he was still studying. When our agenda started to fill up, he made the hard decision to focus on his study and leave the band, and this week he graduated!

    Lara: Thank you Simon, I wish you a happy release!

    Hier geht’s zum Debütalbum von Blanks!

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    Foto: Jantina Talsma

  • HONNE im Interview: „We stopped second-guessing ourselves“

    HONNE im Interview: „We stopped second-guessing ourselves“

    Was würdet ihr tun, wenn die Welt in einer Woche untergehen würde?

    Diese Frage haben sich Andy und James von HONNE in ihrem neusten Album gestellt. LET’S JUST SAY THE WORLD ENDED A WEEK FROM NOW, WHAT WOULD YOU DO? erschien Freitag letzte Woche, und Sarah hat mit den beiden bereits ein paar Tage vor Release zum Album gesprochen.

    Sarah: Hey, thanks for taking the time to talk to us about your new album! How do you feel, just a few days before the release?

    HONNE: Thank you for having us! We’re feeling very good. The process of creating an album from start to finish is definitely a long one, so it’ll feel great to finally put these songs out into the world and see everyone’s reaction.

    Sarah: That’s great to hear! Was the process of creating this album different to the last ones? Since you mentioned that this time you “were on a mission to make it as satisfying to listen to as possible”?

    HONNE: I think this was the first album that we’ve written where we stopped second-guessing ourselves. It’s very easy to over analyse when you’re 6 months into writing an album. But with this one we just wanted to write great songs. If the song made us feel something and took us where we wanted to go, we put it on the album. The result is quite a varied selection of songs, stylistically. And that’s been fresh and interesting for us.

    Sarah: Yeah, it’s definitely refreshing to listen to, from my outside perspective, as well! The first thing I noticed about this album were the many collabs with other artists. What made you choose to feature all these different artists  – especially after your last project not having any features at all?

    HONNE: Yeah so this is the other big change. Over the last 7 years of being in HONNE, we’ve met and become friends with so many amazing artists at festivals, on tour, on social media etc. And we wanted to bring some of these amazing voices to our music on this album.

    We are passionate about unique and interesting voices. Voices that you can hear for 2 seconds and are instantly recognisable. So that’s what we were looking for. And somehow we’ve managed to convince all these amazing artists to join us on these songs. It’s really special for us and we’re so grateful to Khalid, Griff, NIKI, Pink Sweat$ and Sofía Valdés for taking these songs to another level!

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    Sarah: I think my favourite feature is Coming Home feat. NIKI, your voices fit together so perfectly. (And the song makes me feel nostalgic for some reason) Now, I don’t wanna put you in a tough spot and ask which one was your favourite collab… but is there one that’s special in some way?

    HONNE: You know we couldn’t possibly answer that question! The way in which one of the collabs came to be is one of my favourite stories though, because it was such a coincidence. And that was NIKI (like you mentioned). We’d been big fans of NIKI for ages and messaged her on Instagram years ago but she’d never seen it or replied. Then back in January 2020 we were in LA in Gold-diggers Studios, in a session with Dâm-Funk. As he was about to leave he said ‘oh by the way, I bumped into Pomo in the hallway, he’s in a session with NIKI a couple of rooms down’. We were very excited. But it turned out that Pomo went and told NIKI the same, and she was equally as excited!

    Anyway, we ended up going into their studio and having a big chat, eating some food and sharing music with each other. We played NIKI ‘Coming Home’ and cheekily suggested that she could sing on it, and to our surprise she was up for it! A couple of days later we went back to the same studio with NIKI, and ‘Coming Home’ was born. It was one of those times that you read about happening to other artists, but never happens to you. So that was a stroke of good luck for sure.

    Sarah: That’s such a sweet story – it just seems like it was meant to be!

    Now, if we’re looking at no song without you, it is obvious that the prevalent topic is love. What are some topics you worked through on this album?

    HONNE: Having been with my partner for 14 years, of course writing about love is going to be something that comes naturally to me. So this album, like a lot of our albums, is always going to continue celebrating that. For us, love is the most important thing in our lives.

    But we delve into different aspects of relationships. The importance of communication and openness in ‘Talk To Me’, and asking for help and support in ‘Heartsong’ and ‘Easy On Me’. 

    Aside from love, ‘Three Strikes’ is one of the more reflective songs on the album. I’m sure this song will mean different things to different people, but for me it’s about those moments in life when you just don’t feel yourself and all you can think about is retreating into yourself. Speaking as an introvert these are thoughts I have quite often and it feels like you have a huge weight hanging over you. Hopefully this song will offer some comfort knowing that it’s okay to feel like this way.

    Sarah: Ahh, yes, as an introvert myself I can definitely relate to that.

    Some other thing I’ve noticed is, that ’no song without you‘ is in all lowercase letters – but LET’S JUST SAY THE WORLD ENDED A WEEK FROM NOW, WHAT WOULD YOU DO?  is in all uppercase letters. Does that add to your album concept and is there a story to it? I mean, in BACK ON TOP there’s a line that says: “I go from lower into uppercase”, so I feel like it was definitely an intentional choice made?

    HONNE: Well spotted! That’s one of our favourite lines on the album actually.

    There’s not necessarily a story to it. But with each album we think about every detail of how it will be presented, and this is one of those details. I’m not sure why, but ‘no song without you’ felt like an all lowercase album, sonically speaking. But this new album feels uppercase. It’s bright, bold and open.

    Sarah: Well I’m glad I caught it then! And yeah, that makes perfect sense!

    So… I love love love the dream edits (gotta say I’m a sucker for slow songs) – do you have any plans to release remixes of this album as well?

    HONNE: Thank you! We love making those versions of the songs. It’s really fun to have the chance to show the songs in a different light.

    We’ve already released a stripped back version of ‘Coming Home’ with Niki – it’s called ‘COMING HOME feat Niki (Long Distance Recording)’. I can’t promise anything, but it’s always possible that some acoustic versions will appear at some point.

    Album Cover / Art Director: Daisy King

    Sarah: Let’s jump to a different topic: How did you come up with the cover for this album? The colour palette is so beautifully curated.

    HONNE: So it all started with the idea of the light beam. Rather than being an alien abduction or something ‘sci-fi’, for us it represents hope – a light at the end of the tunnel. And us hugging on the album cover essentially answers the question that our album title poses. If the world was ending a week from now, we would stay close to the people we care about the most. The colour palette is beautiful isn’t it! We can’t take credit for the whole thing. We worked with an amazing creative team, led by Art Director Daisy King. She has played such an integral part in making the visual world of this album come together.

    Sarah: Your last release was in July 2020 – did covid speed up album cycles for you? (Since there were no live shows last year, and basically everyone just stayed home for a while)

    HONNE: The short answer to this is – yes most definitely! Under normal circumstances we would tour for about a year and a half to two years after releasing an album. So being at home gave us time to continue being creative in the studio.

    Sarah: Our last question is always asking for an untold story: Something you’ve never shared in an interview before but want to share now. That can be anything from a funny tour anecdote, a random fun fact or just something you really want to tell your fans in Germany.

    HONNE: Ok, here is a little story about sheep (from Andy) – I grew up on a farm and I used to go out into the barn and sing and dance amongst all the sheep. They would stare and “baaaa” at me. I honestly thought they loved it, until one day, from out of nowhere a ram came in from the side and head butted my body knocking me down onto the floor. It hurt, a lot and I ran home crying. It was way too embarrassing to tell my family about it so I just kept it quiet. There isn’t really a moral to the story but it does make me realise that I’ve always liked performing in front of an audience even if they do tackle me to the floor halfway through.

    Hier könnt ihr jetzt noch ins Album reinhören! Sarah’s favourites sind COMING HOME, BACK ON TOP, HEARTSONG.

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  • Gundelach im Interview: »I try not to be too inspired and just go with the flow«

    Gundelach im Interview: »I try not to be too inspired and just go with the flow«

    Dass Genre-Grenzen mittlerweile der Vergangenheit angehören, sollte für die meisten wohl keine Neuigkeit mehr sein. Trotzdem finde ich es immer wieder beeindruckend, wie manche Künstler:innen immer wieder neue Wege finden, Musikstile zu mixen. Ein Künstler, der diese Kunst besonders gut beherrscht, ist Gundelach. Der Norweger mischt in seiner Musik Elemente aus Pop, Electronic, R&B und Folk, inspiriert vom Sound der 80er-Jahre. Dem ganzen liegt eine Art melancholischer Schleier über. Kai Gundelach – ja, sein Nachname ist auch sein Künstlername – schafft durch diese Mischung einen einzigartigen Sound, der schwer zu vergleichen ist. Ich habe Gundelach gefragt, wie seine Musik entsteht, was in inspiriert und was wir vom neuen Album, das für das nächste Jahr geplant ist, erwarten können.

    Gundelach im Interview

    Anna: Hej Kai, thank you for taking some time for the interview. Let’s start by introducing your and your music. If you were to introduce yourself and your music to someone who doesn’t know you or your music, how would you do that?

    Kai: I usually say that I make alternative pop music. I would describe both myself and my music as quite melancholic and nostalgic as well.

    Anna: What were your main musical influences throughout the years? Did it change from the time you were a DJ until now?

    Kai: It really changes from day to day. I buy vinyl that I still DJ with and I try to keep informed and on track with all the music around me. I am really inspired by electronic music but also a lot of other genres – hip hop, pop, black metal. There’s an old Norwegian singer “Radka Toneff” who is a big inspiration to me. But in general I try not to be too inspired by things, I want to keep a distance between my music consumption and the music I make myself.

    „Seeing Bon Iver live was really emotional for me“

    Anna: What is your favourite song from your debut album and why? Did that change in the past years?

    Kai: Duck Hunting is my favourite from that album. It went through a lot of different versions – I tried working with other producers and experimented with a lot of different stuff, but eventually ended up going back and using my own version, and now it is my most streamed song!

    Anna: What was the most memorable live experience you had so far?

    Kai: I saw Bon Iver at Øyafestivalen in 2010. I had been listening to his music for 3 years really obsessively but hadn’t seen it live yet and so it was a really emotional moment for me. And they were so so good. Karpe diem were closing on another stage at the same time as Bon Iver played so most people were at the other stage which is so random. At one point he asked someone to light a cigarette and at the same time it was lit, all these fireworks went off from the other stage, which was a total coincidence and everyone thought it was planned, it was so cool.

    Gundelach hat einen Song zu einem Selbstporträt Edvard Munch’s geschrieben

    Anna: I saw that you wrote your song „Bolder“ for the opening of the (new) Munch Museum part in June 2020. Why did you choose Munch’s painting „self-portrait in hell“ for that?

    Kai: I chose that picture because it was the one that resonated the most with me. I thought it would be easier to make a self-portrait rather than interpreting the other more known images.

    Anna: How was the process of writing „Bolder“ for you? Was it different from your songs before?

    Kai: It was different because it was a commissioned piece, but it was actually really nice because I had a deadline to stick to. I made it pretty fast, I had the whole rough idea within a week. I had this drum machine called the electon analog rytm and I made the whole basis of the track with just that. It was my first time having a visual stimulus, but since then I have done some work with film and commercial stuff. But it was nice with “Bolder” because I got to use it as my own song afterwards as well.

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    Acoustic-Session von „Riverside„, der neuen Single von Gundelach
    New album – new Gundelach – new sound?

    Anna: Why did you choose to publish „Vi er nærme nå“ in Norwegian (and not like your other songs before in English)?

    Kai: I don’t know really, I just felt like it. I normally have one song title in Norwegian on an album, even if the song itself is in English. But this time the chorus was in Norwegian when it came out of my head and I just decided to keep it. For me it’s not so important what language it’s in, it’s just about what I felt.

    Anna: Disclaimer: I listened to the demos of your new tracks and I feel like there are more folk elements in the new tracks compared to your previous songs. What would you say that we can expect from potential new tracks? Are there more changes in the sound?

    Kai: Yes, definitely more folk, country and guitar elements in there. With this album, I have tried to be really fluid and just have fun with friends and playing live instruments. My band mates have been a big part of the recording process this time, so you can expect a much more live approach.

    „I don’t want to push inspiration, I like to make things flow“

    Anna: That sounds very promising! What is your main inspiration for writing new songs at the moment?  

    Kai: That’s a hard question but I think I’m really inspired by life, walking, and things around me. I try to walk a lot and to absorb the scenery around me. But I also meditate a lot and practice yoga and I think that is inspirational for me. I am not so good at reading anymore, but I like to go into old books I’ve read and just take a few sentences away – I find that pretty inspiring. For me it is just about having the attitude of trying to make things flow instead of pushing it and sitting in the studio for 10 hours when you don’t want to be there. I just try to make stuff whenever I feel inspired, even if it is just for 15 minutes in one day.

    Gundelach’s Zusammenarbeit mit anderen Künstler:innen

    Anna: How important is collaborating with other artists for you?

    Kai: When I am collaborating with someone then it is very important to me, but when I’m not it is not something I feel like I have to do. It is really inspiring when someone says they are a fan of my work and want to collaborate, then it is usually a really quick process. When I work by myself it takes longer because I don’t get that instant validation. But it is really special when a good collaboration comes along.

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    Letztes Jahr veröffentlichte Gundelach den Song „Cynical Mind“ mit der norwegischen Sängerin AURORA

    Anna: How was the collaboration with AURORA?

    Kai: That was really cool. We actually wrote the song as part of this song camp in Bergen, which is not something I would normally go to, but this time I went and as a big fan of hers it was really special to work together. We wrote the song in 5 hours. She is a really special human being, so kind. I have never seen someone lay down vocal harmonies as fast and cleanly as she does.

    Anna: That really sounds like an inspiring collaboration. Thanks again for talking so openly about your music. I’m really looking forward to the new Gundelach album!

    Hier könnt ihr Gundelach’s neueste Single „Vi er nærme nå“ hören!

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    Fotocredit: Andres Dahl

  • EASY EASY im Interview: »Die besten Texte habe ich in unter 20 Minuten geschrieben«

    EASY EASY im Interview: »Die besten Texte habe ich in unter 20 Minuten geschrieben«

    Bei Indie Surf Pop denkt man jetzt nicht direkt an Köln. Die Band EASY EASY zeigt allerdings, dass entspannter Surf Pop nicht immer aus Australien kommen muss, sondern genauso gut aus NRW funktioniert. Vielleicht kommt euch die Band ja aus unserer „on the rise“-Playlist bekannt vor. Ich hab den Sänger Carlo im Interview getroffen und mit ihm darüber gesprochen, wie es zu dem Sound von EASY EASY kam und was wir in Zukunft noch so von den Newcomern erwarten können.

    EASY EASY im Interview

    Anna: Hi, cool, dass du hier bist. Magst du dich und die Band zu Beginn vielleicht einfach erst einmal vorstellen?

    Carlo: Hi, ich bin Carlo. Ich sing bei EASY EASY. Und ja, wir sind so eine Indie Band aus Köln. Es sind noch sechs andere Jungs mit am Start. Auf der Bühne sind wir aber nur zu fünft. Zwei von uns sind Producer. And that’s it.

    Anna: Ok, danke, kurzer Abriss zu eurer Bandhistorie: Ihr habt das Bandprojekt ja erst letztes Jahr gestartet. Ich würde mal sagen, das ist jetzt eher ein ungewöhnlicher Zeitpunkt. Also für mich war das eher so eine Zeit, wo irgendwie alle erst mal selbst auf sich klarkommen mussten und auf ihr Leben. War das für euch irgendwie eine Art des Umgangs mit der Pandemie, um sich auf die Musik fokussieren zu können? Oder wie ist das entstanden?

    Carlo: Ach nee, es war eigentlich eher zufällig, dass die Pandemie war. Also wir hätten uns auch zum genau gleichen Zeitpunkt wahrscheinlich gegründet, wenn die Pandemie nicht gewesen wäre. Dass die jetzt war, war insofern Fluch und Segen gleichzeitig, als dass wir viel Zeit im Studio verbringen konnten, weil wir ja uns nicht darum kümmern mussten, irgendwo live zu spielen. Genau, aber um mal an den Anfang zurückzuspringen: Ende 2019 hat Leon uns auf einer Party angesprochen, weil der so ein Song von unserer alten Band gehört hat, wo Luis und ich mitgespielt haben und Merdi. Und den fand er irgendwie gut. Das war dieser „all about u“-Song und dann wollte er den aufnehmen mit uns. Dann bin ich irgendwann zu ihm gefahren und das hat dann so viel Spaß gemacht und die andere Band zieht sich dann auch aufgelöst zu dem Zeitpunkt, dass wir gesagt haben „lass doch einfach weiter so Songs aufnehmen“. Und dann irgendwann erst nachdem wir auch die ersten Songs rausgebracht haben und alles wieder so ein bisschen gelockert wurde und man wieder Konzerte spielen konnte, da haben wir dann noch Robin und Julien in die Band geholt. Einfach, weil es mittlerweile eine Live-Band brauchte. Ja und seitdem sind wir eine große Familie.

    Aus Zufall wurde eine Band wie eine Patchwork-Familie

    Anna: Kanntet ihr euch eigentlich alle schon vorher und wart befreundet oder ist das quasi durch die Band entstanden, dass ihr jetzt so eine Familie seid?

    Carlo: Ja, den Luis kenn ich schon ganz lange, bestimmt schon seit 7 Jahren oder so. Damals in der Schule waren wir schon Homies. Und dann haben wir so vor 2 Jahren oder so angefangen Musik zusammen zu machen. Darüber haben wir Merdi, den anderen Gitarristen kennengelernt. Mit dem haben wir dann in anderen Formationen gespielt. Das war aber irgendwie alles auch super beschissen und so und dann hat sich das dann irgendwie aufgelöst. Bis wir dann auf der einen besagten Party die beiden Leons kennengelernt haben. Mit denen haben wir dann ne Weile rumgehangen und übers Internet haben wir dann erst Julien und Robin kennengelernt. Und seitdem hängen wir viel zusammen rum.

    EASY EASY beim Familienfoto

    Anna: Gibt es bei euch eine bestimmte Aufteilung: Also zum Beispiel, dass du immer die Songs schreibst und Luis sich um den Sound kümmert oder ist es eher so, dass jeder was beisteuert und dann zusammen halt geschaut wird, was man daraus macht?

    Carlo: Also jeder trägt trägt auf jeden Fall seinen Teil irgendwie bei und jeder hat so seinen kleinen Aufgabenbereich gesucht. Aber zum Beispiel die Songs schreiben Luis und ich und produzieren die dann mit den beiden Leons. Robin zum Beispiel macht den Merch Julien kümmert sich um diese ganzen Sachen wie Steuern, GbR und den ganzen Scheiß. Merdi macht viel Booking. Irgendwie hat so jeder seinen eigenen Stuff, aber schaut auch mal bei dem anderen mit über die Schulter.

    Anna: Euch gibt es jetzt seit einem Jahr und ihr haut einfach direkt eine komplette EP raus. Kam das einfach so, dass ihr so einen Schreib-Produktions-Flow hattet und gesagt habt „So, jetzt hauen wir einfach mal direkt die Songs alle raus“? Oder wie kommt das zustande?

    Carlo: Ja, wir hatten wir einfach viele Ideen rumliegen und so. Dann hatten wir wie gesagt auch echt das Glück, dass wir ja keinen externen Produzenten bezahlen mussten oder in einem Studio bezahlen mussten, sondern dass wir einfach da mit den beiden Leons produktiv sein konnten. Und die hatten irgendwie auch Bock auf ne EP. Und dann haben wir das einfach gemacht. Also ehrlich gesagt sind wir da jetzt auch gerade schon wieder so ein bisschen dabei. Wir produzieren schon wieder vor. Wir wollen, wenn’s gut läuft, vielleicht so Mitte bis Ende Dezember unsere zweite EP raushauen.

    Selbstgezeichnete Cover passend zum Song

    Anna: Sehr cool, da bin ich gespannt! Was ich bei euren Singles und EPs auch immer total cool finde ist das Artwork. Also wie kommen eure Cover zustande?

    Das Cover zu „Hony Tawk“ von EASY EASY

    Carlo: Achja, das ist das eine Freundin von mir und die ist einfach lieb genug uns ihre Zeichnungen zur Verfügung zu stellen. Sie malt generell einfach super viel und gerne und und ganz ganz toll. Und dann habe ich sie einfach ganz am Anfang mal gefragt. Mir gefallen ihre Bilder generell total gut. Seitdem hat sich das irgendwie so eingependelt, dass ich sie frage, immer wenn wir was neues releasen. Obwohl ich auch ein bisschen das Gefühl hab, dass ich sie so langsam auch ein bisschen nerve. Entweder sie hat noch so Bilder rumliegen oder sie hat gerade neue gemacht oder ob Bock was zu zeichnen. Sie ist einfach so eine sweete Person und sagt immer „klar“. Dann schicke ich ihr den Song und dann hört sie sich den an und malt. Es kommt auf jeden Fall immer was krasses dabei raus. Checkt sie mal auf Insta aus unter @artbydanai.

    Anna: Nice! Das check ich doch gleich mal aus. Ich habe gelesen, ihr labelt euer Genre von Musik Indie Surf Pop. Mal abgesehen davon, dass Genres oft Interpretationssache sind. Aber wie seid ihr auf dieses Genre gekommen? Surfen liegt ja jetzt irgendwie nicht so nahe in Köln.

    Carlo: Also wir hatten einfach das Gefühl, dass die Musik so relativ surfig klingt. Ich glaube es liegt auch daran, dass Luis und ich eine Zeit lang unglaublich viel so Mucke gehört haben, die sich im Surf Rock Genre einordnet. Zum Beispiel sowas wie Hockey Dad, Peach Pit, Skeggs oder Vanilla Gorilla, diese typischen australischen Bands. Und wenn man da guckt auf Spotify, dann werden die auch irgendwie immer in Surf Rock Playlists gepackt. Dann haben wir einfach beschlossen, dass wir uns auch dort einordnen. Aber in unserer Band fließen auch extrem viele verschiedene Musik Einflüsse zusammen, weil wir alle extrem unterschiedlichen Kram hören. Je nach Song hat dann irgendwie einer mehr Einfluss als der andere. Größtenteils machen wir aber einfach das, worauf wir Bock haben.

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    Das Video zur neuesten Single „right“ von EASY EASY

    Anna: Und wie sieht es bei den Texten aus: Habt ihr da bestimmte Themen, die ihr favorisiert? Oder gibt es sogar irgendwas, wo du sagen würdest, dass du darüber nicht schreiben kannst oder es nicht so gerne in einem Song behandeln möchtest?

    Carlo: Ich tue mich schwer mit so Love Songs, weil ich da irgendwie einfach das Gefühl habe, ich kann das nicht gut schreiben. Aber ansonsten viel Party, viel Bier trinken, Skateboard fahren, Sonnenschein. Ich mag das auch einfach manchmal, wenn man an einem Text nicht so geisteskrank lange überlegt. Ich finde die Texte, die mir am meisten Spaß machen, sind auch immer noch die, die ich in unter 20 Minuten geschrieben habe. Auch so völlig ohne, dass ich in dem Moment wusste, worüber ich die geschrieben habe. Ich mag es manchmal auch, wenn der Text sich selber nicht zu ernst nimmt. Und vor allem jetzt mal hands down: Gerade bei uns in Deutschland, wo sehr viel auch auf Deutsch veröffentlicht wird, da hört man bei einer Band wie uns mit englischsprachigen Texten ja jetzt auch nicht geisteskrank auf den Text. Und wir haben auch Songs geschrieben, wo wir einfach nur eine Strophe geschrieben haben. Oder wenn wir mit der zweiten nicht weitergekommen sind haben wir uns gesagt „fuck it, wir singen einfach die erste noch mal“ Und das ist bis heute auch keinem aufgefallen.

    „Deutsche Texte klingen sehr schnell kitschig. Da habe ich Angst vor.“

    Anna: Okay wow, das ist mir tatsächlich auch noch gar nicht so genau aufgefallen. War es für euch eigentlich eine aktive Entscheidung, dass ihr auf Englisch schreibt oder haltet ihr es euch auch offen, Songs auf Deutsch zu schreiben?

    Carlo: Ist immer noch offen, ich habe auch mit meinen Homies auch schon mal Texte auf Deutsch geschrieben. Die klingen aber irgendwie bisher immer noch blöder. Vielleicht schreiben wir mal irgendwann einen auf Deutsch. Ich glaube, dass wir uns da nicht so extrem festlegen. Aber aktuell glaube ich, fühlen wir uns ganz wohl mit Englisch. Ich glaube, Deutsch ist immer die größere Herausforderung. Ich glaube, als Muttersprachler kann dich ein deutscher Text krasser berühren als ein englischer Text. Also ich glaube, ein gut geschriebener deutscher Text ist gefühlvoller als ein gut geschriebener englischer Text für deutsche Zuhörer:innen. Aber man ist im Deutschen auch extrem dazu geneigt sehr kitschig zu klingen. Da habe ich ein bisschen Angst vor. Denn wenn man auf Deutsch singt, achtet man ja sofort viel stärker auf den Text. Das wäre doch irgendwie komisch, wenn ich mich auf die Bühne stelle und singe „Ich liebe dich unterm Sternenhimmel“. Das ist direkt so privat. Mann kann gar nichts mehr verstecken.

    Anna: Das kann ich sehr gut nachvollziehen. Was würdest du sagen, ist für euch so die größte musikalische Inspiration momentan?

    Carlo: Das ist schwierig so allgemein zu sagen. Also ich kann jetzt erst einmal von mir reden, das ist dabei bei uns allen sieben irgendwie bei jedem anders. Ich glaube bei mir hört man momentan die Musik, die ich gerne höre nicht aus der Musik heraus, die ich mache. Ganz am Anfang von unserer Band habe ich zum Beispiel extrem viel Skeggs gehört. Diese australischen Surf Skate Punkbands fand ich extrem cool letztes Jahr. Und dann muss ich selber mal gucken, was habe ich denn hier heute gehört? (schaut in seinem Spotify Verlauf nach) Ich habe heute die 2018er Platte gehört von Das Paradies. Kennst du die?

    Anna: Nee, sagt mir tatsächlich gerade nichts.

    Australian Surf Pop als Inspiration für den EASY EASY Sound

    Carlo: Kannst du dir auf jeden Fall mal anhören, die ist richtig nice. Ansonsten habe ich in letzter Zeit super viel Sports Team gehört. New Order finde ich im Moment aber auch wieder krass. Ja so, die Bands würde ich so aktuell nennen, aber es ist doch immer sehr tagesformabhängig bei mir. Ich. Finde schwierig zu sagen, welcher Künstler einem die größte Inspiration war. Ich glaube die erste Band, die bei mir ausgelöst hat, Musik zu machen war damals Sticky Fingers.

    Anna: Was meinst du wäre für eure Band ein Traum-Feature Artist? Oder lieber keine Features?

    Carlo: Auf jeden Fall Features! Ich glaube, man hätte eine sehr gute Zeit mit Mac DeMarco. Ich glaube, das macht Spaß mit dem zu produzieren. Ansonsten, was wäre noch krass … (überlegt) 
    Ja, LCD Soundsystem wäre für mich aktuell krass, das höre ich sehr viel im Moment und mit James Murphy im Studio zu stehenwäre schon krass. Ich glaube, dass wir mit dem einen richtigen Dance-Song produzieren könnten.

    EASY EASY auf der Bühne

    Anna: Oha, ja, das sind beides krasse Künstler! Aber zurück zu euch: Wie war für dich und euch als Band denn so der Sommer jetzt? Ich habe gesehen, dass ihr eure erste kleine Tour gemacht und die Songs live gespielt habt. Wie fühlt sich das an?

    Carlo: Es hat einfach so Spaß gemacht! Da haben wir auch wieder gemerkt, dass wir fünf Jungs einfach eine Live-Band sind. Merkt man denn auch bei allen so, dass das genau der Grund ist, warum wir das machen. Also klar, Musik im Studio machen ist auch toll, aber live ist nochmal was anderes. Das ist das geilste Gefühl, was du durch Musik bekommen kannst. Und Ende August haben wir zum Beispiel ein Konzert gespielt mit den Boys von Sakropolis zusammen hier bei uns in Köln in so einem Kiosk. Auf einmal kamen ganz viele Leute , sodass es am Ende um die 100 waren alleine in dem Kiosk! Und dann haben die auch so die Texte mitgesungen und das war krass. Das hat so Spaß gemacht und da geht man auch wirklich runter von der Bühne und ist den ganzen Abend happy. Da singen einfach Leute die Texte mit, die man teilweise nachts um 5 Uhr im Suff geschrieben hat. Darauf musst du erstmal klarkommen. Ist ein krasses Kompliment irgendwie.

    Das Glücksgefühl nach einem Live-Konzert ist nicht zu toppen

    Anna: Ist denn für die Zukunft schon mehr geplant?

    Carlo: Auf jeden Fall! Im Oktober spielen wir noch vier oder fünfmal, drei Mal in Köln und einmal (hoffentlich zweimal) in Hamburg. Und dann im Januar gehen wir auf unsere erste richtige, größere Tour. Hoffentlich. Mal schauen, ob das funktioniert, da sind wir gerade noch in der Planung.

    untold story

    Anna: Sehr cool! Okay, letzte Frage für heute: Was ist eure EASY EASY untold story? Untold stories sind bei uns in Interviews Geschichten von Bands und Künstler:innen, die sie noch nie in einem Interview erzählt haben, die aber eigentlich total lustig, spannend, interessant zu erzählen sind. Fällt dir da zufällig etwas ein?

    Carlo: Doch, es fallen mir auf jeden Fall ein paar Geschichten ein. Das Problem ist nur: Die Geschichten, die wir in Interviews nicht erzählen, die können wir auch nicht erzählen. Aber es gibt Sachen, dass man selber keinen Gefallen mit, wenn wir das erzählen, beziehungsweise die sollten wir lieber niemandem erzählen (schmunzelt). Aber du hast Glück: Da gibt es doch noch eine aktuelle Story, die ganz lustig ist. Und zwar habe ich mir den Fuß verbrannt auf der Bühne vor ein paar Wochen. Da haben wir auf auf dem Bulli Summer Festival gespielt am Freitag und das hat den Veranstaltern so sehr gefallen, dass sie uns gefragt haben, ob wir am Samstag noch einmal spielen wollen. Und natürlich hatten wir Bock! Dann sind wir noch kurz vor knapp zum Baumarkt gefahren, also Schlafsäcke hinzu geholt, uns da ein Zelt organisiert, alle da gepennt und dann am nächsten Tag mit so zwei Stunden Schlaf und übertrieben verkatert noch so drei Sets gespielt. Eins von den Sets war wirklich so extremst in der Sonne und ich war so gut drauf, da hab ich gesagt „So Leute, ich spiele jetzt barfuß“. Dann bin ich da so ein bisschen rum gezappelt, wie ich es halt immer auf Konzerten mache. Und irgendwann habe ich so gedacht, ich jetzt einen nicen Move und wollt so ganz cool, meinen Fuß so vorne auf den Monitor drauf stellen. Und dann habe ich aber nicht bedacht, dass der halt zwei Stunden lang in der prallen Sonne die ganze Zeit stand, da ich meinen Fuß so drauf und dann so direkt meinen Fuß übelst verbrannt. Es hat wirklich eine ganze Woche lang übertrieben wehgetan. Kann ich also nicht empfehlen. Aber ansonsten hat Luis sich zum Beispiel auf der Bühne einmal fast übergeben. Ich weiß nicht, ob er seine Haare oder eine Zigarette verschluckt hatte, eins von beidem. Und dann musste er fast kotzen auf der Bühne. Das war lustig – also für uns zumindest, für ihn eher weniger.

    Anna: Aua, so einen verbrannten Fuß stelle ich mir echt sehr schmerzhaft vor. Aber danke, dass du die Stories mit mir geteilt hast und danke für das Interview. Bis zum nächsten Mal!

    Hier könnt ihr in die Debüt-EP „Lemon Squeezy“ von EASY EASY reinhören!

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    Fotocredit: Marco Peters (letztes Foto)

  • School of X im Interview: »A fulfilled life does not exist for me«

    School of X im Interview: »A fulfilled life does not exist for me«

    Hinter dem charismatischen Sound von School of X steckt kein Kollektiv oder eine geheimnisvolle Vereinigung (aus irgendeinem Grund denke ich bei dem Namen an die X-Men Academy, obwohl ich gar nicht auf Marvel stehe). Nein, es steckt bloß ein Mann dahinter: Rasmus Littauer. Und Rasmus ist gar kein Unbekannter in der Szene. Der in Kopenhagen lebende Däne ist fester Bestandteil der MØ-Crew und unterstützt sie seit Jahren am Schlagzeug. Nach bahnbrechenden Releases wie Destiny und Armlock, erblickt jetzt das dritte Werk des Genre-Akrobats Dancing Through The Void das Licht der Welt. Ich habe mit dem sympathischen Dänen gequatscht und einiges Interessantes über ihn, das neue Album Dancing Through The Void und seinen Schreib-Prozess erfahren.


    School of X im Interview

    Evelin: Hey Rasmus, first thing’s first: Happy Release! How are you feeling putting out all of your work finally?

    Rasmus: It feels great. Honestly I really love cutting the ties to my music. It’s a blessing and a curse to be finished with something and only having it yourself. So releasing it feels really good to me.

    Evelin: On Dancing Through The Void you touch on different topics within life itself: love, childhood, fatherhood, the meaning of life in general. What are the main messages of the album in your eyes?

    Rasmus: I think you’re catching it quite well actually. It definitely has a more full circle storytelling then my previous work. Basically it’s about going through life and fighting for your dreams and the life you wanna live with the ups and downs it brings. Maybe mostly the downs on this album haha.

    Evelin: In this collection of songs, but also in previous work you ask these existential questions about life. I was wondering what a fulfilled life looks like for you personally and if this has changed over the years?

    Rasmus: It has changed a lot during the years. I think such thing as a fulfilled life does not exist for me. But recognizing that, is a great, if not fulfilling thought. I think throughout your whole life you’re learning and changing and moving and that should be interesting and full of emotions. Or at least trying to make it that, will make me the most happy I can be.




    „I live for those moments“

    Evelin: Your songs are generally very personal and honest. How does your writing process look like? Do you work more with fragments of unfinished songs from the past, or do you rather prefer dealing with your current feelings?

    Rasmus: On the album I’m pretty sure all the lyrics were written during 10 months from last year in March ‘til this year in January-ish. BUT I often find good things musically in previous work and also sometimes lyrics. With lyrics I write them as intuitively as possible so they are mostly really current and mostly written in one day or so. It can be about old feelings or stories from the past.

    Evelin: You love to experiment with sounds and storytelling. Which song on this album did you enjoy making the most?

    Rasmus: I think mostly it has been the song Away or If You’re Ever Gonna Be Like Me. They were both written and recorded in one day each and when that happens it is just so much fun to make music. BUT I will tell you that I had 7 terrible days in the studio where zero happened before I did IYEGBLM. And sometimes it can be many more days. It’s ups and downs and the ups are often shorter to me but they can be so magical. I live for those moments.


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    „It’s about being there for someone who’s struggling“

    Evelin: In a few songs (e.g. Away, New Friend) you talk about failed relationships and being sort of disappointed with the way things turn out after the end of any relationship. You do this from both a rational and an emotional side. Are you someone who looks back at the past more resentfully or realistically?

    Rasmus: Naaah I wouldn’t say so. I think I mostly look forward. I told myself though when I was around 20 years old that I would try and live my life so that I would never be afraid of bumping into anyone on the street. You know, have no really bad relations out there.

    Evelin: I think my favourite song on the album is Heart Turned Cold because it’s both sad and beautiful at the same time. Can you explain the meaning behind the song?

    Rasmus: I’m so glad that you’re saying that. I feel the same way too about it. To me it’s about being there for someone who’s struggling (which is beautiful). Though the point is also that being there for someone who only can solve the issues themselves can be regressive. If you uphold the hard times be stretching it because you’re there. Does it make sense?


    „Collabs open up ideas in ways I couldn’t do myself“

    Evelin: On Heart Turned Cold, other songs on the album and previously, you like to collaborate with other artists. Even the name School of X stems from this cooperative approach. What is the added value you see in this collaborative energy?

    Rasmus: I will say that collabs on this album have made quite a lot of the songs become much better. Kim Tee in Heart Turned Cold is outstanding I think. Bag of Bones was quite an unfinished piece before Søren Holm came in and made it magical. A song like 1989 was originally made with Frederik Valentin aka 1985 so that one would never have existed. I think collabs open up ideas in ways I couldn’t do myself. Also it makes it more fun to make music 😊

    Evelin: If You’re Ever Gonna Be Like Me is almost a sort of hymn addressed to your son. First of all: Congratulations on the new addition to your family! What is a trait of yourself or in general that you would like your son to inherit?

    Rasmus: Thank you! Well that song is mostly about what he shouldn’t inherit. But to answer your question then maybe I think it’s important always to be 100% open minded to everyone you meet.


    „It completely changed my way of thinking“

    Evelin: At the end of each interview, we always ask for an untold story. This could be a random fact about you, an anecdote, something funny that happened during recording, etc. Anything that you haven’t shared with the world yet, but want to now.

    Rasmus: 6 years ago I started running every second day and I still do. It completely changed my way of thinking and being creative. I think my energy level has quadrupled since then. That was around the same time I started writing the first songs for this project too.


    Verliert euch in der einzigartige Stimme von School of X und lasst euch von seinem eigensinnigen aber auch überaus sympathischen dänischen Charme auf Dancing Through The Void verzaubern. Aber nicht nur digital könnt ihr euch Rasmus gönnen, sondern auch live: am 22.11.21 in Hamburg, Häkken und am 23.11.21 in Berlin, Maschinenhaus. Das sind die einzigen Shows in Deutschland, also keine Sekunde länger warten! 😉

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    Fotocredits: Jonas Bang

  • Maple & Rye im Interview: »Playing live is addictive, you can’t get these emotions in daily life«

    Maple & Rye im Interview: »Playing live is addictive, you can’t get these emotions in daily life«

    Zum Abschluss unserer Interview-Reihe zu den Acoustics Concerts stelle ich euch die Band Maple & Rye vor. Maple & Rye – das sind Milton, Leo, Henrik und Gustav. Die vier Jungs kommen aus Göteborg, Schweden, und haben sich dort und in der Scandifolk-Szene bereits etabliert. Für die Acoustics Concerts am 06.09. in Berlin und am 08.09. in Hamburg packen die Schweden ihren Van voll Equipment und machen sich auf den Weg nach Deutschland. Ich habe Maple & Rye vorher bereits in Göteborg auf ein Interview getroffen. Ja, ihr lest richtig – so ganz in real life und vor Ort. Ihr könnt euch vorstellen, wie glücklich wir alle waren, nach über einem Jahr endlich mal wieder Interviews in Person führen zu können. Ich habe mit Milton, Leo, Henrik und Gustav über neue Musik und alte Songs gequatscht und nachgehakt, wie es ist eigentlich so ist in einer musikalischen Stadt wie Göteborg eine Band zu starten.

    Maple & Rye im Interview

    Anna: Hej guys, nice to meet you, hope you’re all good! To anyone who has not listened to your music before: Describe the sound of Maple & Rye in one sentence.

    Milton: At least we get one sentence. Usually it’s like one word (laughing). There’s one description that we have previously used a little tag of folk inspired indie-pop. Yeah, I guess that’s still pretty true. We tried to combine all the genres we play into one phrase.

    Anna: So, it’s been a little bit more than a year now since you released your first album. How do you feel about it now? If you would have done the same album again, would you have done something differently? Or still completely stand behind it as it is?

    Leo: Great questions (starts thinking about it). I mean, we have better songs now.

    Gustav: Exactly. Yeah, that’s where I always go in as well. We could like replace songs with those.

    Milton: I agree, we do have some new songs that we’ve written since we recorded and released the album that we like even more, but at the same time, the package of that album makes a lot of sense. I think the songs, there’s a common theme in the entire album musically and somatically, production-wise, instrumentally. Yeah, I wouldn’t exchange any of the new ones for that album. But I’m very excited to release the new stuff. That’s gonna be a new package.

    Henrik: Yeah, no if we did the same album at the same time, like one year ago again, not like now: Then I would probably have done the same.

    Anna: It’s probably also like capturing that time, like how you felt about the music at that time.

    Henrik: Yeah, exactly. And it’s hard, I mean: Would you would you have done anything differently? Maybe, but that’s what you felt like doing at that time. So why dwell on that really?

    Milton: Any improvements we can apply to the next thing. We should write a song about that.

    „We’ve reached a point where we have a certain sound“ – Is there gonna be change in the future?

    Anna: So, when is the next album going to be released?

    Maple & Rye Untoldency Interview

    Henrik: It’s not on the horizon just yet. We have loads of material. But we haven’t started really recording and producing anything yet. But that’s next on the agenda.

    Milton: Yeah. And then we’ll see, I guess, if it is a full album that we’ll do or if we’ll do an EP. I think we feel that we’ve reached a point to a little bit where we have a certain ‚Maple & Rye‘ sound. And there still is a clear kind of common theme towards where we’re developing into, but it’s a little bit of turning a page with what we’re doing next. And it might be that maybe an EP or a couple of singles to kind of introduce this maybe slight change of genre or tweak and what we’ve done before, might be a good little taster before going for the full album. We’ll see, we have a lot of strategy discussions to that.

    Anna: At least you have a strategy!

    Henrik: Yeah! And at least we have music. That’s the baseline, that we didn’t lose our inspiration on the way.  I mean, that happens to a lot of artists.
    So we’re really lucky that we’re still creating a lot.

    Milton: Absolutely. I’m always excited to release the next thing. But it’s also slight curse, because it means that the second you release something you’re already over. You’re excited for the next idea.

    Henrik: From what I’ve heard, that’s basically always true for musicians because it takes so long from the moment you write something to the moment you finish it, and then you record it, and then produce it and mix it. And then, like, you have a release date, but then it’s like, three months until we can actually release it. And then by that time, you heard the song like 200 times. And listened to every minimal detail. So yeah, I’ve heard a lot of people working in music saying that they hate every song they release, like they love it, when they start doing it. And they had to remember that they do actually have that feeling. But then when they release it, like, I don’t want to hear that song for a long time. But then they like remarried a song after a while, and they’ve gotten some distance to it. And like, okay, yes, that was actually a great song.

    Milton: Because it kind of sucks because as soon as you release it, that’s when it’s life starts. Yeah, that’s when everyone else gets to hear it. We have to go promote it and go on tours. And that’s why it’s really important to write songs that you like playing live. Because that’s what you’re going to have to do, for the most part.

    Love stories à la Maple & Rye about relationships and remarrying songs

    Anna: Do you sometimes feel like that with songs, certain songs, that you can’t really play them anymore at concerts?

    Milton: We’ve definitely had songs like that, where we’ve been like, okay, this song is now over and done. But then we’ve often remarried to where we’ve, with a little bit of space in between that song and the present. You’re able to look back at it and think that okay, well, this is a song that at least got this reception. Or you could think back to how you felt when you released it. And then it’s okay to start playing it again. Like we’ve had one or two songs like that, which we thought, okay, we’re never playing this again. And we did stop playing them for a long time. And now already in this summer, like last, for example, our first song that we ever recorded and released. There was a time where we didn’t play it at all for two years, maybe. And now we’ve played it a little bit as like, the third encore song when you have to chuck something else out in there. Yeah, that’s been fun.

    Henrik: There’s always also, it’s been for us at least, when you go to play live, when you hear people say that they want you to play certain songs. And a lot of the time, there’s songs that we have, like not even thought about playing. Like ’no, doesn’t really fit the live set‘. But you know, people have relationships to all the songs on our album, even though we think that maybe that’s not like the most common song that people will like, there’s always some people who do like it and want to hear it live. So therefore, we kind of pick them up and need to be ready to play them anyway. And that also is a reason I think that some of them get like reintroduced to us as well. And like, okay, yeah, I actually do like the song more than I thought.

    Playing songs live vs. recording an album: the differences

    Anna: Do you have your favourites on the album? Like, very personal songs or so? That’s probably individual, I guess and differs for each one?

    Maple & Rye Untoldency Interview

    Henrik: Yeah, it does. I think we have some that are high, all of our individual lists, but they’re definitely individuals.

    Milton: I think there’s definitely a common one that we each enjoy. I think all of us like to play that one live: ‚Con of the Century‘. Now speaking for everyone, but it looks like I’m getting some nods. It’s a song that we’ve played live since before we started the band almost. You know, it’s been with us since the very beginning. And we’ve been waiting to release it to try and find the right album and the context and producer and everything like that. And then we did release it on the album. And we continued to play it live and it’s one of the highlights.

    Henrik: Yeah, it’s a very special very live song, a very good song to play live. It works well in that context. Although we have changed it quite a lot. We actually play it as it was originally played. That’s what we continue playing live, which differs from what we actually recorded, like instrumentally. It’s quite different. Both because we don’t really have brass instruments with us all the time when we go out on the road and stuff, because none of us play it. And it’s really expensive to hire musicians to go with you. We do like to have them with us when you’re playing bigger shows, because it really brings a lot of awesome stuff in a live set. But that’s one of the things that differs quite a lot. But then also when you play live, it’s more heavy drums, like more classic punk rock feel, sort of. But like the other recordings, like just a kick drum and some tambourine really is the rhythm section. And here is more like a full drum kit.

    Gustav: And it’s a drum solo as well.

    Henrik: And it’s really like a sing along song. Instead of, I don’t know if you know the song, but the hook that’s played by brass instruments on the recording, but that whole thing we just sing the melody.

    „All four of us write music and we share experiences – there is always something to write about“

    Anna: Sweet. So, this is more of like a typical question that you probably get a lot, but where do you draw inspiration for when you write songs?

    Henrik: And you’re going to get the most boring answer that everyone says: Everywhere! Life! (laughing) But I don’t know. Like, that is true, it’s sort of everywhere. But I think we have some more common ones. Like stories from other people, books, movies, stuff like that. We have a couple of songs that are written very explicitly, like, sort of, not about a book but drawn straight from a book, like the inspiration for it. Yeah, stuff like that. We have a couple of those.

    Gustav: And also emotions!

    Milton: Yeah. Like, I think they’re, they’re a couple of things that we have recurring at least were one of them is definitely you know, books or movies and stuff like that, where it could either be about the book, or it is an adaptation of the book. So like the story told by the book, the character in the book or something like that, and we write a song about that person with that story. And like you said, emotions, there’s certain times that we’ve just heard a word about an emotion. For example, ‚Monterey‘, which is about, I can’t remember it’s got a really cool word, namely, this emotion. Anyways, it’s the emotion of not feeling good enough. And always feeling like you don’t live up to your own or other people’s expectations. It’s almost like a phobia. No, it is a phobia, an inadequacy. I think it’s really interesting, just emotions. Because it’s something that absolutely everyone feels, at some point to certain degrees. You know, like, if you’re in a relationship and you’re worried that that person is gonna leave you because you’re not good enough. You’re in a job and you’re scared of not doing well enough to get a promotion or to stay in your job. Or you’re playing in a football team, and you feel like you missed a pass and you made the team lose. There are so many examples in everyday life. And I think one good thing that we have, is that there’s four of us in the band. All four of us write music, and lyrics. So we can all pick different things from our own lives or experiences we share or discussions we’ve had and stuff like that. And since it’s four people, it means that the breadth of things, the stories we want to tell, is wider. And it also means that if one of us has no inspiration, there’s three other people to kind of pick up the slack.

    Maple & Rye Untoldency Interview
    Das Interview mit Maple & Rye habe ich bei Milton im Wohnzimmer geführt. Leo war leider noch in Quarantäne und über FaceTime hinzugeschaltet. Man beachte, dass alle vier unabgesprochen im Partnerlook aufgetaucht sind!

    Anna: Would you say that maybe living in Gothenburg influences you and your music? Because I feel like there’s always lots of music around. Different types of music and lots of live music. And in general, I feel like people here are very, creative and you’re not so judged in what you do. I hope that makes sense to you.

    Milton: I think definitely, Gothenburg is a very open city where there’s people of all kinds and types and backgrounds and cultures doing different things and expressing themselves in different ways. And traditionally at least, Gothenburg has been a very open place for that. Which is I think one of the reasons which has created Gothenburg the music city or the art city. That is quite predominant, at least in Sweden. We always look at Germany and think: Hamburg and Berlin is the Mecca of creative things in Europe, you know? (grin on his face) But I think that has been very important for us. We’ve found each other here in Gothenburg. It made us Maple & Rye. It’s not like any of us really were deep in the culture scene in Gothenburg before we started playing music, but when we found each other and found this joint ambition, being in Gothenburg already opened up certain doors. In a way that there were people around us, there were music studios, we could go to. There were live music venues that we could play at. Everything from tiny little places where we had our first ever shows to the larger venues, where we’re now maybe playing and hopefully at some day, even larger arenas and stuff like that, which would be the dream.

    „People in Gothenburg were always using music as a way to tell their stories“

    Henrik: But I think in terms of getting inspiration from Gothenburg, I totally agree that it’s a very cultural city. I think it started long ago, like early 1900s. Maybe like the 20s, or something, I don’t even know. I think that sort of where Gothenburg’s music heritage started. And it’s just been present all the time. And I think that it gets out into everything around the city. And because of that, there’s so many people that really put their hearts and put a lot of effort into the music scene, to make it work, to make all these small places be able to run so that small bands and artists can get somewhere to play. That’s where they can find the crowd and then grow. So yeah, I think that really is quite inspiring, just to be in that sort of energy.

    Milton: I think it’s also very tied to the kind of political and social economic history of Gothenburg in many ways because it’s always been this working class town with the big harbour, being like the big source of income. And historically, the music scene has been very tied to that as well with like, you know, the progressive rock. People were using music as a way to tell their stories.

    „Playing live is addictive“

    Anna: That’s a lovely view of the city, I can only agree. How important is it for you to be able to play live?

    Gustav: Of course, it is a major part of playing music. And I think it’s also connected to, at least for me, motivation for writing music and everything that is connected to music – it’s playing for other people. So, yeah, it’s a major part.

    Milton: Yeah, I think, it’s been tough the last year. I think, for everyone, just getting that motivation. A lot of people have been really innovative and found different ways of sharing their music through livestream things and, you know, getting inspiration in other ways and thinking outside the box. But overall, I think it’s been shit for everyone.

    Gustav: And it’s also hard to find another place in your life where you get all these kind of emotions when you play and get that rush of adrenaline. And that’s there is a very rare thing in daily life.

    Milton: Oh yeah, it’s addictive. You kind of like you go into some heroin withdrawal and then you get reminded again of how it feels.

    Henrik: And I mean, we are a live band. We’ve always been a live band. We like to write our music so that we can play live. And therefore, the songs are organic, and are meant to be played live by us, you know. So, yeah, it’s a really big part of what we are as artists – of what Maple & Rye is.

    Anna: What would you say was your best live experience so far? Was there one that really stood out?

    Gustav: A lot of them. But I would say the show at Pustervik (concert venue in Gothenburg). When we released our EP and we didn’t realise that it was going to be sold out. That was just such an extreme experience.

    Maple & Rye Untoldency Interview
    Maple & Rye auf ihrem Konzert in Pustervik, Göteborg, 2018.

    Henrik: Yeah, definitely. That was just such a jump up from the venues we have played before. Everything was so much more professional. Everything around it, you know, all the arrangers and audio technicians and everything’s like a completely different level. So yeah, that was definitely a memory.

    Milton: Standing backstage just before going on to stage, and we’re all just sitting there scared shitless but also, just the adrenaline pumping. The doors would open sometimes with people sorting things out, and you see the crowd. That was pretty unbeatable.

    Henrik: Yeah, it was. But more of a recent one, I really remember is playing in Norway.

    Anna: Oh, yeah, I saw a video of that concert. The scenery was just incredible!

    Henrik: Yeah, when you’ve seen that footage … like, do I need to saw more? Yeah, that scenery, and just having a stage there. It’s just insane. So memorable in two completely different ways.

    Milton: But there have been a couple of those where we were just in some incredible places. And then other ones where we’re just somehow ended up in some weird, incredible place, because we play music and we have to stop and be like ‚What is going on?‘ It’s been like Norway, where you’ve got this beautiful stage. And this beautiful scenery. Or when we went to California and played, there were pretty small gigs that we were playing. But we were also like, we’re on the other side of the planet. It’s 30 degrees warm, and we’re walking around Los Angeles, and we’re gonna play a pretty small gig. But we’re still playing in front of Americans all of a sudden, because we play music. Just small things like that, which are really special and memorable. In completely different ways.

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    Das ist das Video über Norwegen, von dem wir sprechen. Es ist zum Musikvideo für den Song „Monterey“ von Maple & Rye geworden. Anschauen lohnt sich!

    Anna: I’m very curious right now because I always keep asking this questions to German bands aswell if they sing in English. Was it an active decision for you to sing in English? Because I think the Swedish indie scene is even more focused on performing in their mother tongue, aka Swedish. So I feel like that’s really big thing. Was that ever up for discussion?

    Milton: I think we’ve all just naturally written in English.

    Henrik: I don’t even remember it. We have definitely talked about it. Sort of in the bypass.

    Milton: But there it’s been more: Should we write something in Swedish?

    Henrik: Yeah, maybe to just try it out. That could be fun. But it’s not really been like ‚oh, we should switch to Swedish‘. I don’t think that’s on the agenda, not for now at least. But you never know.

    Milton: I think it could be really fun to do something in Swedish. It would be a whole different process. My brain isn’t wired in that manner.

    Henrik: Yeah. You know, like one of the biggest Swedish bands ever: Kent. They used to write in English at first and trying to go big outside of Sweden. And then they switched to Swedish and became the biggest Swedish band ever. So maybe that’s what we should do. We’ll see. (laughing)

    Matching tattoos and the album cover

    Anna: Haha, keep me updated! But to wrap it up: At the end of an interview, we always have a question that we kind of established to ask in every interview by now. You can take some time to think about it. Do you have an untold story of yours? It could be band related, so a special Maple & Rye story or something you want to say privately as a group of friends that you have never mentioned in any interview before. Kind of like a fun fact or so.

    Milton: I’m always really bad at coming up with stuff like that. It’s just like my brain just freezes completely.

    Album Cover "For Everything"

    Henrik: Well, we do all have matching tattoos. That could be an interesting background story to tell. We got them before we made the album. Or kind of when we were in the decision of the cover for the album. Yeah, we were in the process of the album. And then we all got these tattoos at a festival where we played. And when we had decided … wait or was it after?

    Leo: No, I think we just made that decision when we did it. We all got small record players tattooed. And then we looked at each other and we’re like, I guess we know what we’re putting on our album cover.

    Henrik: And then we did this for the cover, but a lot more stuff. But yeah, that was like the basis on the album cover.

    Anna: Okay, cool, that’s it for me then. Thanks a lot for the interview and I’m looking forward to the next opportunity to see a live performance of Maple & Rye!

    Hier könnt ihr in das Album „For Everything“ von Maple & Rye reinhören!

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    Fotocredit: Emil Daniel (1,2 & 4), Anna Niere (3)

  • Eyeclimber im Interview: »Wenn ich mich alleine fühle, dann fängt mich Musik auf«

    Eyeclimber im Interview: »Wenn ich mich alleine fühle, dann fängt mich Musik auf«

    Anfang August hat Eyeclimber seine erste EP namens Petrichor veröffentlicht. Auf fünf Songs verhandelt er Themen wie Selbstliebe, Reflexion und das Leben im Hier und Jetzt in einem super dreamy Sound. Aber nicht nur der Sound der EP lässt Platz für Träumereien, sondern auch der nostalgische Touch der dazugehörigen Musikvideos bringt einen ganz besonderen Vibe mit sich. Darüber hinaus hat uns Dominik im Interview noch weitere Details über seinen Aufnahmeprozess und seine Liebe zu analogen Geräten verraten. Aber lest selbst:

    Franzi: Hey Dominik! Zuallererst: Happy belated Release! Wie geht’s dir, jetzt wo deine EP vor ein paar Wochen das Licht der Welt erblickt hat? Wie sind die Reaktionen bis jetzt?

    Eyeclimber: Vielen lieben Dank! Ich bin super happy, sie endlich draußen zu haben. Die Songs sind im Laufe der Pandemie entstanden in einer Zeit,  als ich mit sehr vielen Fragen und Selbstreflektion zu kämpfen hatte. Umso schöner fühlt es sich an, dass die Songs jetzt auch verstanden, geliebt und gefeiert werden.

    Franzi: Hast du einen Favoriten auf deiner EP?

    Eyeclimber: Ich persönlich habe keinen Favoriten, nein. Die Songs bedeuten mir alle die Welt und es wäre genauso, wie als Familienvater ein Lieblingskind zu nennen.

    Franzi: Deine Songs klingen alle sehr dreamy (was ich persönlich liebe) und so, als könnte man sich einfach in Träumereien fallen lassen. Würdest du dich selbst auch als Tagträumer bezeichnen oder woher kommt dieser Einfluss?

    Eyeclimber: Definitiv! Ich liebe es, mich in Musik zu verlieren und die Gedanken baumeln zu lassen. Wenn ich mich alleine fühle, dann fängt mich Musik auf. Sie gibt mir das Gefühl, verstanden zu sein und für jede Situation gibt es den richtigen Song. Genau das möchte ich auch mit meiner Musik bieten. Ich versuche die Songs so offen zu halten, dass jeder Hörer noch Raum zur Interpretation auf sein Leben hat. 

    Franzi: Bei dir ist der Produktionsprozess etwas anders, als man das gewohnt ist. Du legst viel Wert auf den Klang von analogen Geräten. Magst du uns verraten, was du daran so besonders findest und wie der Produktionsprozess bei dir ungefähr aussieht?

    Eyeclimber: Absolut. Ich finde, dass moderne Musikproduktionen oft so feinpoliert und sauber klingen, dass es unnatürlich wirkt. Wenn man sich z.B. Spuren von Queen anhört, dann sind da Atmer, Huster, und massenweise Rauschen, was heute jeder rausschneiden würde. Ich finde, dass genau das einem Song Charakter gibt. Ich will gar nicht zu technisch werden, aber ich arbeite viel mit einer Tonbandmaschine aus den 1970er Jahren, um dem Klang meiner Musik eine nostalgische Wärme zu verleihen. Ebenso versuche ich möglichst auf echte Verstärker, Drums und analoge Synths zu setzen. Einerseits, weil ich es liebe, das Zeug zu sammeln, aber auch weil es einfach eine Wärme erzeugt, die dir digitale Plugins oder Emulationen nicht bieten können.

    Franzi: Zu der analogen Aufnahmetechnik passt auch wunderbar dieser nostalgische Vibe, den man z.B. beim Video zu Acid Wash durch diese alte Camcorder Ästhetik bekommt. Gehen für dich Musik und Artworks/Musikvideos als Gesamtkonzept zusammen, oder siehst du das nur als Ergänzung?

    Eyeclimber: Es steckt definitiv ein Gesamtkonzept dahinter. Wie man vielleicht schon merkt, neige ich zu Nostalgie und ich denke, das ist auch meine Sprache in der bildlichen Welt. Das Video zu Acid Wash ist eine Mischung alter Filmaufnahmen von der Kindheit meines Vaters in den 60ern sowie meiner eigenen in den 90ern/2000ern. Es bedeutet mir viel, da es zeigt, was für eine glückliche Kindheit ich hatte und wie dankbar ich für meine Familie bin und wo ich herkomme.

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    Franzi: In deinem Song All Inside You gibt es die Zeile „don’t wait for the stars, just shine your own light“, die ich übrigens echt schön finde. Ist Selbstliebe auch ein Thema, das dich im letzten Jahr und in der Entstehungsphase der EP beschäftigt hat?

    Eyeclimber: 100%! Genau darum geht es in All Inside You, und gewissermaßen auf der ganzen EP.

    Ich denke jeder von uns hat Luft nach oben, was Selbstliebe angeht. Ich neige dazu, mich oft darin zu verlieren, andere glücklich zu machen, und merke dann, dass ich mich selbst im Stich gelassen habe. Durch die Pandemie und das viele Alleinsein habe ich gelernt, alleine glücklich zu sein und nicht auf die Liebe und Anwesenheit Anderer zu setzen.

    Franzi: Deine EP hat den Titel Petrichor. Das ist auch der Begriff für den Geruch von Regen auf trockener Erde (was ich bis jetzt noch nicht wusste :D). Darüber hinaus steht es aber auch als Metapher für Veränderungen im eigenen Leben. Magst du uns erzählen, wie du das genau meinst?  

    Eyeclimber: Ich habe diesen Duft der Natur schon immer geliebt. Menschen sehen Veränderungen meist als unangenehm an und versuchen sie zu vermeiden. Genau wie den Regen. Ich finde aber, wenn man ihnen eine Chance gibt und lernt aus der Komfortzone auszutreten, kann man genau das lieben lernen. Genau wie diesen wunderschönen Duft eines Sommerregens. Auf der EP habe ich sehr viel Veränderung in meinem Leben verarbeitet, vor allem in meinem Denken, und daher erschien mir der Titel passend.

    Franzi: Außerdem wird gemunkelt, dass du bereits an deinem ersten Album arbeitest, das nächstes Jahr erscheinen soll. Kannst du uns darüber schon etwas Kleines verraten?

    Eyeclimber: Genau, ich stecke mitten in den Aufnahmen zu meinem ersten Album und hoffe es Anfang nächsten Jahres mit einem passenden Label zu veröffentlichen. Das sind definitv die stärksten und besondersten Songs, die ich je geschrieben habe und ich kann es nicht erwarten, sie euch zu zeigen.

    Franzi: Ich finde es auch immer total spannend, was Künstler:innen selbst an Musik hören. Hast du eine Band, eine Künstlerin oder Künstler oder einen bestimmten Song, den du im Moment in Dauerschleife hörst?

    Eyeclimber: Ich höre gerade einen Künstler namens Kainalu rauf und runter. In seiner Musik kann man sich echt verlieren, ich würde den Song Kamikaze Mushroom Palace empfehlen. Außerdem das neue Album von Benny Sings für einen entspannten Sonntag Morgen mit gutem Kaffee.

    Franzi: Als letzte Frage kommt bei uns immer ein Platzhalter für eine bzw. deine untold story. Hast du eine Geschichte oder Anekdote, die du noch nie in einem Interview geteilt, aber diese jetzt erzählen möchtest?

    Eyeclimber: Ich habe nichts, außer: Liebt euch Leute. Nehmt euch Zeit für euch, seid gut zu euch und offen für unangenehme Wahrheiten. Nur wenn ihr euch selbst liebt und kennt könnt ihr jemals wen anders wirklich lieben. Ted Talk over, haha. Thanks for listening.

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    Also für alle meine dreamy people out there: klare Hörempfehlung! 🥰

  • SIND im Interview: „Live Auftritte sind nach wie vor das A und O für jede Musikerin und jeden Musiker“

    SIND im Interview: „Live Auftritte sind nach wie vor das A und O für jede Musikerin und jeden Musiker“

    Endlich wieder live Musik! Nach zwei Alben und zwei neu erschienen Singles können die Jungs von SIND es wohl auch kaum erwarten heute bei den Acoustic Concerts aufzutreten. Davor habe ich mit Hannes gesprochen und er hat lang und ausführlich geantworte. Dabei ging es um die Lieblingskneipen, Kulturförderung und Social Media. Und um einen quasi musikalischen Ritterschlag! Aber lest selbst:

    Franzi: Hi Hannes, etwas spät, aber besser als nie: Happy Release! Wie geht’s euch damit? Wie sind die ersten Reaktionen auf die ersten zwei Singleauskopplungen bis jetzt?

    Hannes: Vielen Dank! Wir sind auf jeden Fall sehr glücklich mit beiden Releases. Gerade nach einem schwierigen letzten Jahr, war es für uns wichtig, direkt weiter zu machen und neue Musik herauszubringen. Die beiden Singles haben für uns eine große Bedeutung. Um die Single „Café Miami“ haben wir eine Aktion gestartet und für das Video Bars und Kneipen in verschiedenen Städten portraitiert, dort gedreht, aber auch die Wirt*Innen erzählen lassen und das Ganze dokumentiert. Herausgekommen ist ein sehr emotionales Video und viele berührende Geschichten, die man sich auf www.cafemiami.de anschauen kann. Da gab es auch viel und tolles Feedback und einem selbst ist noch einmal bewusst geworden, welch wichtige Rolle Bars und Kneipen in den Kiezen und in den Leben der Menschen spielen.

    Mit „Deine Likes“ haben wir eine andere Seite der Pandemie beleuchtet. Die immer weiter fortschreitende Entfremdung durch den Fokus auf digitale Medien, die wir ja auch selbst intensiv nutzen. Das ganze haben wir dann versucht, im Video sehr überspitzt darzustellen. Natürlich auch, um mit dem Finger auf uns selbst zu zeigen. 😉 Mit www.sind24.tv haben wir uns den Traum eines eigenen Teleshoppingkanals erfüllt – schaut mal rein 😉

    Franzi: Könnt ihr denn schon verraten, wann das Album erscheint? Oder noch ein paar kleine Hints auf weitere Singles geben?

    Hannes: Das kommende und dritte Album wird im Frühjahr 2022 erscheinen. Vorab wird es noch weitere Singles geben, auf die wir uns schon jetzt sehr freuen. Mehr Details wollen wir vorerst noch nicht verraten. Und wenn die aktuelle Situation es erlaubt, wollen wir natürlich wieder live dazu spielen.

    Franzi: Die erste Singleauskopplung „Café Miami“, die ihr dieses Jahr veröffentlicht habt, ist eine Art Liebeserklärung an die Lieblingsbar. Dabei schwingen viel Nostalgie und Erinnerungen mit, gerade nach diesen zwei Jahren. Ihr habt zu der Single auf eurem Social Media Kanal, sowie eurer Website, eine Fotoreihe und kleine Vorstellungsvideos geteilt, in denen verschiedene Bars und Kneipen vorgestellt werden. Worauf wolltet ihr damit aufmerksam machen? Und wieso genau diese sechs Kneipen?

    Hannes: Das “Café Miami” ist eher als Prototyp zu verstehen. Jeder von uns hat doch seine Eck- oder Stammkneipe, der Ort, an dem man sich immer wieder mit Freund*innen trifft, an dem man die Bedienung kennt, andere Gäste, der Ort, an dem man immer ins Gespräch kommt, wie ein zweites Wohnzimmer. Und uns fehlen pandemiebedingt diese Orte, welche eine bedeutende soziale Aufgabe erfüllen. Durch Corona sind sie geschlossen. Und zu diesen Orten gehören eben die Menschen, die sie betreiben und bewirtschaften, ihnen wollten wir einmal eine Stimme und die Aufmerksamkeit geben.

    Franzi: Ihr sprecht durch diese Aktion auch aktuelle Umstände in der Kulturbranche und die Auswirkungen der Pandemie an. Findet ihr Bands und Musiker:innen sollten ihre Reichweite mehr für kulturelle und kulturpolitische Themen nutzen?

    Hannes: Uns ist es immer wichtig, Themen die uns am Herzen liegen, auch in unseren Songs, Videos und Aktionen anzusprechen bzw. unsere Aufmerksamkeit zu nutzen. Man hat durch die Musik besondere Möglichkeiten und einen künstlerischen Weg, Dinge anzusprechen, wie wir es bei „Café Miami“ zum Beispiel gemacht haben.

    Und natürlich ist es gut, wenn Künstler*Innen Ihre Reichweite und den Einfluss nutzen, um auf gewisse Themen aufmerksam zu machen. Gerade jetzt in der Pandemie wurden viele in der Kulturindustrie vergessen. Es sind ja nicht nur die Menschen auf der Bühne, sondern sehr viele Beteiligte, durch die das überhaupt alles möglich wird: Licht- und Tontechnik, Booking, Management, Veranstalter*Innen usw. Jene wurden in vielen Hilfsprogrammen einfach übergangen oder vergessen und hatten nicht die Möglichkeit, sich groß Gehör zu verschaffen. Deshalb hat sich ja auch das Bündnis Alarmstufe Rot gegründet. Da war es wichtig, dass bekannte und reichweitenstarke Musiker*Innen Stellung bezogen. Und bei Themen wie Rassismus und Ausgrenzung ist es noch wichtiger!

    Trotzdem sollte man auch nicht jede/n kritisieren, der/ die nicht in jedem zweiten Song oder bei jedem Konzert nur politische Ansagen macht. Musik ist in erster Linie ein Gefühl, Denkanstoß und eine Emotion, die man teilt. Und das sollte es auch bleiben. Positionieren, Einbringen und die Stimme erheben, gehören dazu, aber das beginnt schon im Kleinen und Alltäglichen.

    Franzi: Euer drittes Album wird durch die Initiative Musik und Neustart Kultur gefördert. Wie findet ihr die Entwicklung von Kulturförderung der letzten Jahre? Sollte da im Bereich Pop Musik (auch im Vergleich zu klassischer Musik) noch mehr getan werden?

    Hannes: U.a. die Initiative Musik und das Musicboard haben schon vor der Pandemie viele Künstler*Innen unterstützt und können dies Dank der BKM Hilfe in der letzten Zeit noch einmal deutlich stärker. Wir freuen uns riesig, dass wir diesmal auch dabei sind, denn ohne diese Förderung wäre es nach einem Jahr ohne Konzerte deutlich schwieriger geworden. Auch die Music Commission hat ja viele Programme, wie zum Beispiel die Listen to Berlin Compilation, die uns zwar nicht finanziell geholfen hat, aber uns und anderen eine Plattform und letztlich eine Bühne gaben, in einer Zeit, in der wir sonst nicht spielen konnten. Darüber hinaus sind wir dabei mit unserem Song “Karlshorst” in die Rotation bei RadioEins gekommen und konnten so neue Zuhörer*innen gewinnen. 

    Wenn man wirklich eine tolle und vielfältige Indie- und Pop-Szene haben möchte, braucht es Fördertöpfe, um es Künstler*innen und kleineren Labels überhaupt zu ermöglichen, Musik zu machen und zu veröffentlichen. Und dann braucht es natürlich auch Plattformen dafür. Zum Einen das immer noch und überaus wichtige Radio, zum Anderen sind Live Auftritte nach wie vor das A und O für jede Musikerin und jeden Musiker. Nur dort lernt man neue Leute und Zuhörer*Innen kennen und nur da kann man sich wirklich richtig präsentieren. Das heißt im Umkehrschluss, dass auch viel mehr Unterstützung an Veranstalter*innen und Festivals gehen muss. Jene, die nicht von großen Marken gesponsert werden, sondern die sich darum kümmern, ein vielfältiges Programm auf die Beine zu stellen. Das Immergut Festival oder das Mayfeld Derby haben zum Beispiel eine grandiose Musikauswahl und haben schon viele Bands entdeckt, bevor sie groß waren. Das ist ein grundlegender Beitrag zu und für unsere Musiklandschaft. Aber das sind eben auch Festivals, die kaum etwas verdienen und mit sehr viel Zeit und ehrenamtlichem Engagement das Ganze umsetzen. Deshalb braucht es auch in diesem Bereich viel Unterstützung, um noch mehr zu bewirken. Es ist also einiges passiert und es gibt bereits viele gute Unterstützungsmöglichkeiten, aber es bedarf noch einiges an Arbeit.

    Franzi: „Café Miami“ ist ja nicht der erste Song, der einer Bar gewidmet ist. Auf eurem ersten Album „Irgendwas mit Liebe“ habt ihr den Song „Danke Kim“, in dem es um die KIM-Bar in Berlin geht. Spielen eure Lieblingsbars in eurer Bandgeschichte eine zentrale Rolle? Ist das so eine Art Inspirationsort für euch?

    Hannes: Die KimBar war damals unser zweites zu Hause. Wir haben uns dort oft und viel mit Freund*innen getroffen und schließlich am 16.01.2014 auch unser erstes SIND Konzert gespielt. Damals sind in der KimBar darüber hinaus auch viele Texte meines Gedichtbandes entstanden, welche dann zur Inspiration bzw. Vorlage für einige Texte von uns wurden.

    Generell sind Bars immer ein Bestandteil unseres Lebens, weil man dort auf neue Menschen und Geschichten trifft, sich selber auch mal die Zeit nimmt, einfach nur zu erzählen, mal runter- oder auch entsprechend hochzufahren.

    Franzi: Neben Bars greift ihr auch oft andere gesellschaftliche Themen auf. Wie z.B. in dem zweiten Song „Deine Likes“ des kommenden Albums redet ihr über Social Media. Dabei merkt ihr einige Punkte kritisch an. Was haltet ihr also persönlich von Social Media? Nutzt ihr das auch im privaten Bereich oder eher nur zu Band-Zwecken?

    Hannes: Das Thema Social Media ist ja durch das vergangene Jahr noch einmal mehr in den Fokus gerückt bzw. sind wir alle mehr in die durch die Isolation bedingte Abhängigkeit gerutscht. Zum Einen ist da die Sehnsucht nach anderen Eindrücken und Geschichten außerhalb der eigenen vier Wände. Und zum Anderen die Möglichkeit zu schauen, wie es Freund*innen aber auch anderen Leuten geht und was sie so treiben. Und teilweise geht das eben auch zu weit. Der Drang sich zu präsentieren und darzustellen, entfremdet dann doch so manche menschliche Beziehung, was schade ist. Und deshalb taucht dieses Thema ab und zu in unseren Songs auf. Wir selber nutzen das natürlich auch, hauptsächlich jedoch zu Bandzwecken, privat sind wir nicht ganz so aktiv und suchen da lieber das Zwischenmenschliche, verbunden mit einem Kaltgetränk. Umso mehr freuen wir uns, dass wir jetzt wieder ein paar Konzerte spielen, neue Menschen kennenlernen und alte Freund*Innen wiedersehen können. Darum geht es ja am Ende.

    Franzi: Ich finde, in eurem Song kommt der Wandel vieler Social Media Plattformen auf den Punkt: angefangen bei einem Weg mit Freunden und Bekannten in Verbindung zu bleiben, hin zu einem weiteren Kanal durch den man immer mehr mit Werbung, Promolinks und Produkten überschwemmt wird. Ist das mehr Fluch als Segen, auch wenn man sich selbst in diesem Hamsterrad befindet?

    Hannes: Gute Frage, als Band ist man natürlich stark darauf angewiesen, weil die sozialen Medien eine der wenigen Möglichkeiten sind, Musik und Inhalte zu teilen und zu verbreiten. Besonders wenn keine Konzerte möglich sind und man als Band in den sonstigen Medien nicht allgegenwärtig ist. Auf der anderen Seite sind diese Kanäle mittlerweile überfüllt, manchmal mit tollen, geistreichen oder lustigen Inhalten, meist aber leider doch einfach nur mit Werbung und Quatsch. Es ist also schwer, sich da durchzusetzen und Menschen zu erreichen, dennoch überwiegt für uns aktuell die Möglichkeit, mit Leuten direkt und persönlich in Kontakt zu kommen und das was wir machen und lieben, unsere Musik, weiter zu teilen.

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    Franzi: Aber um nicht ganz pessimistisch zu sein: Social Media hat natürlich auch Vorteile, gerade für Bands was die Interaktion mit Fans angeht. Wie seht ihr das? Macht euch das Spaß, oder seht ihr das eher als weiteren Punkt auf euren to do Listen?

    Hannes: Das ist eine der wirklich guten Seiten der sozialen Medien, das man direkt mit den Zuhörer*Innen in Kontakt treten kann bzw. sie mit uns. Man bekommt direktes Feedback und kann sich austauschen. Auch die Möglichkeit Inhalte mit seinen Freund*Innen zu teilen und Künstler*Innen auf direktem Wege zu unterstützen. Auch wir bleiben so mit anderen Bands und Wegbegleiter*Innen in Kontakt, die man jetzt nicht allzu oft sieht.

    Beim Posten selber haben wir uns in den letzten Jahren etwas schwerer getan. Vorher gab es immer Konzerte oder andere Neuigkeiten, die man teilen konnte. Durch Corona ist Vieles deutlich ruhiger geworden, auch das posten. Man muss nichts erzwingen, aber so langsam nimmt das Ganze wieder Fahrt auf.

    Franzi: Die letzte Frage ist bei uns immer ein kleiner freier Platz für eine Untold Story. Hast du/habt ihr eine Geschichte, Anekdote oder einen Fun Fact, den ihr noch nie erzählt habt, aber das an dieser Stelle mit der Welt teilen wollt?

    Hannes: Ja, da gibt es eine sehr schöne Geschichte, die auch ganz gut zum Thema „Deine Likes“ und Social Media passt. Wer uns in den letzten Jahren mal live gesehen hat, weiß, dass wir auf Konzerten oft Più Bella Cosa von Eros Ramazzotti gecovert haben. Das waren damals meine ersten Versuche am Mikrofon auf der Bühne. Auf dem zweiten Album, bei Trockeneis, haben wir dann auch eine kleine Hommage an ihn und diese Zeit eingebaut.

    Nachdem wir aber diesen Song 2018 ungefähr 50 mal gespielt hatten, spielten wir ihn bis dato zum letzten Mal im Dezember 2018 in Wien bei einem Konzert zusammen mit Flut. Und eine Dame aus dem Publikum hat diesen Auftritt gefilmt und Eros Ramazzotti bei Instagram verlinkt und Eros hat es geliked und einen Daumen hoch zurück geschickt. Da war die Freude dementsprechend groß, wir haben das einfach Mal als einen musikalischen Ritterschlag vom Schnulzenkönig verstanden. Musikalisch hatten wir ab diesem Punkt also alles erreicht. Was jetzt kommt, ist die Zugabe. 😀

    Wer auf andere Coverversionen und musikalische Ritterschläge spekuliert, sollte sich auf jeden Fall überlegen bei den zwei Auftritten von SIND bei den Acoustic Concerts vorbei zu schauen. Alle Termine gibt’s hier.

  • Bruckner im Interview: »Der Fuji-Dreh war eine einzige Party für uns«

    Bruckner im Interview: »Der Fuji-Dreh war eine einzige Party für uns«

    Vor gut einem Monat haben Bruckner ihre neue Single „Fuji“ veröffentlicht – gut ein Jahr nach dem Release ihres Debütalbums „Hier„, mit dem sie es zum Beispiel auch in unsere Pop-Playlist zum Jahresrückblick 2020 geschafft haben. Die beiden Brüder aus Bayern knüpfen mit der neuen Nummer an ihre gewohnten gute Laune Deutschpop-Vibes mit einer guten Portion Melancholie an. Im Interview habe ich mit den beiden über „Fuji“, ihre persönlichen Worst Case Bands und das Leben in ihrer 6er-WG geredet.

    Bruckner im Interview

    Anna: Hey ihr beiden, schön, dass ihr am Start seid. Ich habe natürlich euren neuen Song „Fuji“ gehört – natürlich schon seit Release – aber vorhin nochmal so ganz intensiv reingehört. Und auch Texte und Musikvideo habe ich mir angeschaut und bin sehr happy, dass jetzt nach gut einem Jahr wieder was Neues von euch kommt. Auf jeden Fall ein geiler Song, hab richtig Bock auf Sommer jetzt. Für mich hat „Fuji“ sehr viel Potenzial als Sommerhit, weil es einfach gute Laune macht und mir so ein bisschen aus dem Herzen spricht, weil wir einfach alle wieder Lust haben feiern zu gehen. Gibt es etwas, das ihr zu „Fuji“ noch loswerden möchtet, dass vielleicht aus dem Song oder aus dem Musikvideo irgendwie noch nicht so sehr transportiert wird oder was dahinter steckt?

    Jakob: Ist irgendwie crazy, dass das alle den Song so als Sommer und gute Laune Hit sehen. Ich finde in „Fuji“ ist schon sehr viel Melancholie drin, muss ich sagen. Für mich schwingt so ein bisschen dieses Gefühl mit von ‚Wir wissen nicht so richtig, wo unser Platz ist‘. Weißt du was ich meine? Unsere Generation, die so jede Möglichkeit hat und irgendwie auch so ein bisschen Verzweiflung und so der Wunsch von ‚Ich will mich mal loswerden und diesen ganzen Hirnfick, den ich habe, einfach vergessen‘ und deswegen so diese Sehnsucht nach Feiern. Also für mich ist der Song nicht nur euphorisch feiern, sondern schon auch so bisschen melancholisch. Aber geil, dass die Leute bei „Fuji“ gute Laune kriegen! (lacht)

    „Es war eine einzige Party für uns“

    Anna: Wie war der Dreh zum „Fuji„-Musikvideo für euch? Ich muss dazu sagen das Video macht was mit mir: Ich habe jetzt permanent Lust Flunkyball zu spielen.

    Matti: Es war eine einzige Party für uns. Wir hatten eine mega gute Zeit und durften die ganzen Sachen machen, die man sonst halt jetzt gerade gar nicht so machen darf. Also es wurden natürlich immer alle getestet. Aber ja, es hat mega Spaß gemacht!

    Jakob: Ja, es war alles voll gewissenhaft was die Corona-Bedingungen betraf. Ich muss sagen wir haben uns echt ein bisschen verliebt in den Regisseur Miguel und seine Crew. Wir werden bestimmt noch mehr zusammen machen.

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    Mehr Informationen
    Das offizielle Musikvideo zu „Fuji“
    „Es wird auf alle Fälle noch mehr neue Musik geben“

    Anna: Ich hab das Gefühl, man muss diese Frage immer stellen, wenn es eine neue Single nach längerer Zeit gibt und „Fuji“ lässt mich etwas hoffen: Können wir auf ein Album oder eine EP hoffen, die demnächst oder im Laufe des Jahres erscheint?

    Jakob: (zögert) Auf jeden Fall ist Hoffnung immer gut. Es wird auf alle Fälle noch mehr neue Musik geben. (schmunzelt)

    Anna: Okay, ich merke schon, dass ihr nicht mehr verraten möchtet. Um ein bisschen von den Standardfragen wegzukommen: Was ist eure persönliche Worst Case Band?

    Jakob: Ohhhh (zögert) Ich habe verschiedene!

    Anna: Top 3!

    Matti: Okay, bei mir unter den Top 3 ist auf jeden Fall Bon Iver.

    Jakob: Bei mir ist Pine Grove und Vampire Weekend auf jeden Fall unter den Top 3. Und dann noch Daft Punk!

    Matti: (überlegt ziemlich lange) Ich hör auch in solchen Phasen dann gerne mal ein bisschen was Deftiges. Ich glaube, Bring Me the Horizon ist da auch bei mir mit dabei. Auch wenn’s in eine ganz andere Richtung geht. Aber das brauche ich manchmal. Sag mal deine!

    Worst Case Band = „die Band, die einen aus dem Loch wieder rausholt“

    Anna: Oh, damit hab ich jetzt nicht gerechnet, lass mich kurz überlegen. Ich glaube Bon Iver ist bei mir auch ziemlich weit vorne dabei. Auf jeden Fall noch Alt-J. The Neighbourhood geht auch immer! Was macht eine Worst Case Band für euch eigentlich aus?

    Jakob: Eine Worst Case Band ist quasi die Band, die man rauszieht im Worst Case. Also wenn es einem so richtig mies geht. Dann ist das die Band, die einen aus dem Loch wieder rausholt und sozusagen die Wunden versorgt.

    Anna: Schöne Erklärung! Ihr habt vorhin schon gesagt, ihr seid gerade in eurer WG. Ich habe mir das Sputnik Interview angeschaut, wo ihr im März wart und von der WG erzählt habt. Und ihr habt dort gesagt, dass alles sehr harmonisch läuft. Deswegen meine Frage: Ist es immer noch so harmonisch?

    Matti: Auf jeden Fall! Das wird immer besser. Wir werden immer bessere Freunde und gehen durch dick und dünn. Es hat natürlich jeder Mal seine Ups und Downs und den Wechsel man aber dann auch immer so schön zusammen. Und es ist geil zu sehen, wie man sich gegenseitig da wieder rausholt. Unser letztes akutes Down war als unser Refi Kili seine Lehrprobe halten musste und war die zwei Wochen davor wirklich nicht zu gebrauchen und hat quasi sämtliche Aufgaben im Haushalt bis in Gänze vernachlässigt. Aber auch seine eigene Körperhygiene. Also er war echt ein Wrack. Und jetzt ist er wieder back. Er hat schon wieder Maultaschen für uns gekocht und Salat heute mittag.

    Anna: Ja, ich glaube, das kennt man aus jeder gut funktionierenden Studenten-WG.

    „Meditativste Beschäftigung aller Zeiten übrigens, wenn man Dienstagvormittags mit lauter Rentner:innen aufm Acker arbeitet“

    Matti: Ey, großes Upgrade auch gerade und der Grund, warum wir doppelt so gut drauf sind: Wir haben unsere ersten Ernte-Eträge von unserem kleinen Feld und jetzt gibt’s erstmal Salat und Kohlrabi. Also das ist so eine krasse Empfehlung in einer WG zu wohnen für jeden, der*die es noch nicht gecheckt hat. Es empfiehlt sich so krass, vor allem für uns ist es auch der Luxus. Wir könnten uns halt niemals so ne Butze leisten. So viel Fläche und so viel Freiraum und zu sechst ist das überhaupt kein Problem.

    Anna: Wait a minute, wenn ihr Feld sagt, meint ihr da ein Feld im Garten oder wie?

    Matti: Ne, am Dorfrand haben wir so 30-40 Quadratmeter Feldstück mit ganz vielen anderen Leuten zusammen. Es wird irgendwo von der Stadt vermietet oder so, glaube ich. Und genau den können wir beackern.

    Jakob: Meditativste Beschäftigung aller Zeiten übrigens, wenn man Dienstagvormittags mit lauter Rentner:innen aufm Acker arbeitet. Das ist wirklich ganz cool!

    Anna: Okay, das klingt echt ganz cool, jetzt habt ihr mich etwas angefixt (lacht). 
    Letzte Frage: Was ist eure untold story? Also eine noch nie erzählte Geschichte von euch? Irgendetwas super Absurdes, Interessantes, was ihr bisher in noch keinem Interview erzählt habt.

    Jakob: Ich habe da was, aber das ist keine richtige Geschichte, eher ein Fakt. Hast du was, Matti? Hau mal raus und ich guck mal, ob ich das dann noch erzählen will? Nee, nee, es ist zu privat. Ich müsste erst fragen, ob ich das erzählen darf.

    Matti: (lacht so vor sich hin) Ich musste nur gerade dran denken, dass wir mal eine Zeit lang in Regensburg den ‚Erzähl mir dein Geheimnis‘-Dienstag hatten. Kennst du denn noch, was du da mit dabei? Das war zusammen mit Basti, Benni und Hanni. Da haben wir uns jeden Dienstag in der Bar getroffen und haben dann den Abend damit eingeleitet, dass jeder ein Geheimnis erzählt hat, dass er davor noch niemanden erzählt hat. Jetzt bin ich natürlich geneigt dazu von Basti, Benny oder Hanni irgendein Geheimnis zu erzählen, damit ich meins nicht erzählen muss. Aber tatsächlich hab ich auch gerade kein sinniges auf Lager. Mir ist es nur gerade eingefallen. (zu Jakob) Jetzt hau deins raus!

    Jakob: Ahh neee, ich weiß echt nicht.

    Anna: Alle Namen können auch anonymisiert werden bei Bedarf.

    Dorfgeschichten aus der Jugend

    Matti: Ok, ich habe was! Ich kann die Geschichte erzählen, die ich mir im Puls Interview gespart hab. Wir kommen ja richtig vom Dorf, Jakob und ich, und da gibt’s irgendwie keine Busse oder es gab halt einen Bus, der so in die nächst Stadt nach Traunstein gefahren ist, wo wir zum Feiern waren. Und sonst muss halt immer irgendwer – die Mutter oder der Vater von irgendwem – uns abholen. Und dann dieser eine Bus, der vom Nachbardorf aus ging, wo man schon irgendwie noch zusammen hin gehen musste, so 15 Minuten. Der hatte immer denselben Busfahrer und er hat uns gehasst, als wir so 15, 16, 17 waren. Also ich verstehe auch, warum er uns gehasst hat, weil wir halt immer relativ knülle auch dann in den Bus eingestiegen sind. Der hat den Bus immer hingefahren und dann auch nachts um drei wieder zurück. Und das sag ich jetzt gleich dazu: Mittlerweile, wenn wir dann mal wieder da mit gefahren sind verstehen wir uns mit ihm echt gut. Aber so der Zenit war erreicht, als wir dann eines Nachts heim gefahren sind. Und da hatten wir noch einen Kumpel dabei, der da sonst irgendwie nicht so mit dabei war. Und der hat ihm dann so kurz bevor die Haltestelle erreicht war … Auf alle Fälle hat der Kumpel dann kurz vor der Haltestelle noch in den Bus gekotzt. Dann sind wir alle als er stehen geblieben ist und die Türen auf sind, sind alle rausgelaufen und sofort weggelaufen. Und im Weglaufen sehen wir noch, wie ihm hinten auf seinen Bus noch ein Auto drauf fährt. Und das war dann quasi sein Feierabend. Ihm wurde er in den Bus gekotzt von den asozialen Jugendlichen und es wurde ihnm noch sein Bus geschrottet, irgendwie von dem anderen Auto. Naja, aber wir haben uns bei ihnen entschuldigt und wir sind im Guten jetzt … Jakob, du hattest doch auch noch was!

    Untold Band Story

    Jakob: Ja, ich habe noch eine Band-related story! Wir haben vor kurzem Musik gemacht bei einer Veranstaltung. Da haben für die Arbeiter:innen aus der Musikbranche Geld gesammelt auf dem Hausboot von Finn und Olli. Da haben wir einen Song gespielt und in Hamburg gepennt. Wir waren an dem Abend danach halt noch bisschen um die Häuser ziehen, so in der kleinen Gruppe, haben noch gefeiert. Ich hatte nachts meinen Geldbeutel irgendwo liegen lassen. Als ins Hotelzimmer gekommen sind, habe ich dann erstmal alle Karten sperren lassen von mir. Hab dann direkt darauf die Nachricht gesehen auf Instagram ‚Hey Jacob, hier ist dein Geldbeutel, soll ich ihn dir bringen?‘ Hab ihn dann geholt, bin wieder zurück ins Hotelzimmer. Matti hat schon gepennt, als ich ins Hotelzimmer gekommen bin. Meine Karte ging nicht. Ich habe ultra laut klopfen müssen, um ihm rauszukriegen aus. Er hat mir die Zimmertür aufgemacht und ich habe ihn gefragt, wann denn der Zug morgen früh geht. Matti ist, der Organizer bei uns mit, quasi der Tourmanager. Er hat mir die Zeit für den Zug gesagt. Ich glaube, es war halb acht. Und ich stell den Wecker auf halb sieben, damit wir rechtzeitig zum Zug kommen und Matti hat sein Zeug schon gepackt. Also wache ich auf, um halb sieben, fang an mein Zeug zu packen. Wirbel rum, sag mehrmals ‚Matti, steh auf, wir müssen los, steh auf, wir müssen los‘. Irgendwann frage ich, weil ich nicht checke, warum er nicht aufsteht. Er reagiert eigentlich immer so leicht. Er steht aber nicht. Ich so: ‚Matti, wann geht nochmal unser Zug?‘ Matti: ‚Halb 10!‘ Ich: ‚Alter, ist das dein scheiß Ernst? Das kannst du mir auch mal früher sagen, ich bin jetzt hellwach!‘ Reg mich dann halt total auf. Leg mich wieder hin. Muss mich zwingen, wieder einzuschlafen. Ich zwinge mich wieder einzuschlafen. Mega schlimm. Der Wecker klingelt um dreiviertel 9. So, ich steh auf, alles gepackt. Ich versuch wieder Matti zu wecken. Er kommt wirklich wieder sehr schwer in die Gänge. Ich putz noch mal Zähne, räum das letzte Zeug ein und sag so ‚los Matti‘. Er wacht irgendwie aus seinem Schlaf, völlig überrascht und aus dem Häuschen: ‚Fuck, wie spät ist es?‘ ‚Dreiviertel 9!‘ ‚Fuck, wir haben den Zug verpasst!‘ Ich bin stinksauer und dann ging es so hin und her. Er war wohl wirklich überrascht, dass er das gesagt hatte.

    Matti: Ich habe ihn dann angemault, warum er mich denn nicht eher aufweckt, wenn er doch wach ist.

    Jakob: Dann ging es weiter mit: Der Zug hat Verspätung und er ist dann 55 Minuten später gekommen. Haben dann noch irgendeinen Anschluss verpasst. Es war die Hölle am Bahnhof. Hat viel Geld und Zeit gekostet.

    Anna: Danke für die Story und vielen Dank für’s Interview! Schönen Tag euch noch und bin gespannt auf die neue Musik, die noch kommt!

    Falls ihr „Fuji“ noch nicht gehört habt, dann könnt ihr das hier ganz schnell nachholen!

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