Heute gibt es ein weiteres Interview in Kooperation mit den Acoustics Concerts und zwar mit Maxim! Er spielt in Hamburg, Hannover und Essen vom 14. bis 16.7. Der deutsche Singer-Songwriter sollte wohl so ziemlich jedem bekannt sein. Ich verbinde vor allem mit seinem Song „Meine Soldaten“ eine große Portion Nostalgie, die mich zurück in die Jugend und den ersten Liebeskummer versetzt. Aber auch seine neuen Songs und Alben, wie zum Beispiel das neueste Album „Grüne Papageien“ gehen nach ein paar Mal Hören nur schwer aus dem Kopf. Im Interview habe ich mit Maxim über die Veränderungen des Musikbusiness und seinen Umgang mit motivationslosen Phasen gesprochen.
Maxim im Interview
Anna:Hi, danke, dass du dir die Zeit nimmst. Wie geht’s dir?
Maxim: Danke, mir geht’s gut!
Anna:Zu Beginn direkt mal eine harte Entweder-Oder-Frage: Bist du ein Herz- oder Kopfmensch?
Maxim: Definitiv Kopfmensch. Ich denke immer erst einmal nach und entscheide nicht so oft aus dem Affekt.
Anna:Was kommt bei dir meistens zuerst: Text oder Musik?
Maxim: Das kommt bei mir immer gleichzeitig. Ich trenne es nicht so wirklich, weil es für mich immer zusammen aufkommt.
„Ein Album ist für mich ein Gesamtwerk“
Anna:Was ist deine Meinung zu Features? Ich habe auf deinen Alben nur einen Feature Song mit Marteria gefunden.
Maxim: Ein Album ist für mich eher ein Gesamtwerk und das macht es schwierig andere Features mit einzubringen. Ich mag es aber auch gerne mit anderen Künstler:innen zusammen an Songs zu arbeiten. Da wird auch in Zukunft noch etwas kommen. Es gibt allerdings auch noch ein paar mehr Features, die halt nur nicht auf den Alben zu finden sind, zum Beispiel auch ein paar Reggae Tracks oder Features von mir auf Alben anderer Künstler:innen.
Anna: Das kann ich gut verstehen. Deine Reggae-Songs kenne ich noch gar nicht, da werde ich nachher erst einmal reinhören. Anderes Thema: Wie stehst du zu deinem Song “Meine Soldaten”? Wahrscheinlich wirst du ziemlich oft auf das Lied angesprochen, da du dadurch ja irgendwie bei den meisten erst so richtig auf der Bildfläche erschienen bist. Nervt es dich, dass du manchmal darauf reduziert wirst?
Maxim: Ehrlich gesagt passiert das gar nicht so oft. Journalist:innen bereiten sich ja auf Interviews vor und gehen durch meine gesamte Musik, recherchieren Hintergründe und so weiter. Klar, werde ich dann auch mal was zu dem Song gefragt, aber meistens geht es eher um das aktuelle Album. Außerdem ist „Meine Soldaten“ auch ein guter Song. Ich mag ihn immer noch. Hab schon schlechtere Songs geschrieben, aber natürlich auch schon bessere.
Das Video zu „Meine Soldaten“ ist genauso ergreifend wie der Song selbst
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Anna: Was hat sich in dem Musikbusiness verändert seitdem du angefangen hast?
Maxim: Das ist ja jetzt schon ein so langer Zeitraum: Sehr viel, eigentlich alles. Alleine in den letzten zwei Jahren hat sich mit der Pandemie und der Nutzung von Spotify ja einfach grundlegend schon so viel verändert. Aber ich hab noch nie darauf geachtet, irgendwas gerecht zu machen, also meine Songs an den Algorithmus und die Streaming-Gewohnheiten anzupassen. Das kann ich nicht, entspricht nicht meinem Charakter und ist meiner Meinung nach auch zum Scheitern verurteilt. Die Songs werden dadurch nicht besser oder schlechter. Ich bewerte den Song danach, ob er geil ist oder nicht. Ich bin auch einfach ein 3:30 Minuten Mensch. Für mich ist das dramaturgisch für den Song sinnvoll und ich bin es gewohnt, weil ich damit aufgewachsen bin. Eine Sache, die mir in letzter Zeit auch extrem aufgefallen ist, ist Autotune. Das ist gerade auch ganz groß. Ich finde es meistens eher nervig, nicht schlecht generell, aber mich nervt es größtenteils. Die Stimmen klingen dadurch schnell so ähnlich und der Charakter geht total flöten. Andererseits muss ich auch sagen, dass zum Beispiel die Amy Winehouse Platte „Back to black“ einfach richtig gut ist, da stört es mich gar nicht.
Motivationslosigkeit als Quelle der Inspiration
Anna: Ohja, da stimme ich dir zu! Auf dich bezogen: Gab es in den letzten Jahren öfters mal Phasen, in denen du überlegt hast mit der Musik aufzuhören?Und was machst du in so einem Motivationstief gegen die fehlende Inspiration?
Maxim: Sowas passiert immer mal wieder, also solche Phasen.Ich mache es ja wirklich schon sehr lange, fast 20 Jahre und da bleiben solche Momente nicht aus. Es gibt immer eine Existenzangst. In dem Sinne, dass ich denke, das nächste Album ist das letzte und danach geht nichts mehr. Das ist dann so ein Schema im Kopf, das man wegbekommen muss. Ich versuche das dann auch als Motivationsquelle zu sehen und mir selbst zu sagen: ‚Ich würd‘s am liebsten anders machen können‘ und dann schauen wie das geht. Das passiert auf jeden Fall alles nicht bewusst. Wie mit allen negativen Gefühlen ist es ja so, dass man das nicht steuern kann. Kann man es in dem Moment nicht analysieren. Ich versuche dann meine schlechte Laune mit Musik schreiben zu vertreiben. Mir ist das auch kürzlich erst klar geworden, dass ich da so mit umgehe. Vielleicht sollte ich es nicht mehr so machen und mir eine andere Art suchen mit diesen motivationslosen Phasen umzugehen.
„Man kann negative Gefühle nicht steuern“
Anna: Solange zu weiterhin Musik machst und nicht aufhörst gerne! Zum Abschluss habe ich noch unsere typische Frage: Was ist deine untold story?
Maxim: Ich habe keine, sowas sollte besser ungesagt bleiben. Überleg mal, wenn ich in jedem Interview eine Story rauskloppen sollte, müsste ganz schön viel Interessantes passieren in meinem Leben. Ich bin nicht so der Typ, der von stories mit den Freunden erzählt, das behalte ich dann doch lieber privat. Das einzige, was mir gerade spontan einfällt ist, dass letzte Woche ein Igel in unserer Nachbarschaft überfahren wurde. Das war traurig.
Anna: Oh, das ist wirklich traurig, RIP Igel. Ich hoffe, dass du die gedämpfte Stimmung bis zum Konzert wieder vergessen kannst und wünsch dir ganz viel Spaß auf der Bühne bei den Acoustic Konzerten und bedank mich für’s Interview!
Wer sich schonmal auf das Konzert vorbereiten möchte, kann hier in das neueste Album von Maxim reinhören!
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Spotify. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Die Acoustics Concertssind bereits im vollen Gange und wir bei untoldency haben die Ehre euch mit geilem Content zu allen wundervollen Künstler:innen zu versorgen! How exciting für uns, wie für euch! 😍 Auch die Hamburger Songwriterin Lina Maly ist am Start. Mit ihrer gefühlvollen Stimme wird sie euch am 11.07. in Offenbach und am 18.07. in Dresden verzaubern. Ich habe mit ihr über die anstehenden Konzerte sowie über ihr im Oktober erscheinendes drittes Album gesprochen. Wenn es euch jetzt schon in den Fingern juckt, bestellt das Album hier bereits vor.
Lina Maly im Interview
Evelin: Hey Lina, so langsam geht es jetzt ja auch für dich in Richtung Normalität los mit ein paar Konzerten. Wie sehr freust du dich auf deine zwei Shows mit Acoustics Concerts?
Lina: Ich bin total aufgeregt, wie das alles wird! Ich habe letztens schon zwei Shows gespielt und es war sehr, sehr schön. Ich habe das Gefühl die Leute sind dankbarer als vorher. Sie haben supergut zugehört und waren ganz aufmerksam. Die kamen danach auch zu mir und haben gesagt, dass sie es so schön finden, dass es das jetzt wieder gibt. Man merkt, dass die Leute auch mega Bock darauf haben, dass sie es fast brauchen. Und das freut mich natürlich, dass ich ihnen das wieder geben kann.
„Es sind sehr intime Texte“
Evelin: Kommen wir zum neuen Album. Nach und nach kommt jetzt Single für Single raus und am 29.10.2021 dann das Album Nie zur selben Zeit. Das ist alles bestimmt super aufregend! Willst du mir erklären, worum es in dem Album gehen wird?
Lina: Erst mal kann ich sagen, dass es das erste Album ist, wo ich mitproduziert habe. Es ist eine Koproduktion und deswegen ist es für mich noch viel aufregender, weil es quasi mein Produzentinnen-Debut ist. Das ist auf jeden Fall sehr besonders an diesem Album.
Es geht viel um Liebe. Ich habe die beiden Platten davor auf die Gesellschaft gestützt und mich da ausgetobt. Ich habe viele Sachen gesehen und viel thematisiert. Jetzt bin ich wahrscheinlich auch wegen der Pandemie mit mir allein gewesen und habe viele Gefühle in mir selbst gefunden, die sehr persönlich sind. Es sind sehr intime Texte, weil ich über Sehnsucht, Schmerz, unerwiderte Liebe, auch über erwiderte Liebe singe, über das Aufkeimen von Liebe, die Trauer, meine Großtante verloren zu haben. Und diese Momente, die einen auch dazu bringen, dass, wenn man Filme guckt, heult. Das ist ja nicht unbedingt, weil es dich first hand berührt. Es berührt einen, weil man das mit irgendwas verbindet. Ich habe letztens Die Wilden Hühner wieder gesehen und ich habe so geheult, weil mich das an eine Zeit erinnert hat, die vorbei ist.
In dieser Pandemie ist Berlin auch mega traurig gewesen. Es waren gar keine Touris da, die man ja normalerweise alle hasst. Aber zu diesem Zeitpunkt hätte man sie gerne gehabt, weil es so leer war. So traurig, so grau dieser Winter. Ich habe das Gefühl, dass ich emotional noch mal viel angreifbarer geworden bin. Ich bin viel isoliert gewesen, was auch eine interessante Erfahrung war. Aufgrund meines Jobs war ich natürlich immer sehr viel unterwegs, habe viele neue Leute kennengelernt und hatte diese ständig um mich rum, wahrscheinlich auch fast ein bisschen zu viel. Als dann alles weggebrochen ist, war ich mit mir allein. Was aber langfristig gesehen total die gute Erkenntnis war, weil Gefühle aufkamen, die ich ganz oft auch unterdrücke. Mein Leben lenkt mich, wie es immer war, auch jetzt wieder wird, gut von meinen eigenen Problemen ab.
„Vor sich selbst hat man keine Scham“
Evelin: Was willst du deinen Hörer:innen mitteilen? Was erhoffst du dir, dass sie aus dem Album für sich mitnehmen?
Lina: Viele Songs haben etwas Hoffnungsvolles. Ich habe einen Song darübergeschrieben, wie es sich anfühlt, Opfer von sexueller Gewalt zu sein. Das begleitet mich jetzt schon super lange. Der wird aber zum Ende hin total hoffnungsvoll. Ich habe mich damit auseinandergesetzt, was man als Opfer hören möchte; das weiß ich ja auch selbst. Der Song heißt Schmerz vereint und da erhoff ich mir natürlich, dass es den Leuten Halt und Kraft gibt oder dass man sich nicht so alleine fühlt. In einem anderen Song geht es darüber, dass du in einer grauen Stadt wohnst und alle anderen Städte sind für dich auch grau. Bis diese eine Person kommt, die das alles aufbricht und ein Kuss kann halt alles verändern. Ein anderer Song heißt Wir bleiben wach. Er fängt zwar auch sehr düster an, aber bricht dann auf mit diesem Kuss im Refrain.
Wahrscheinlich ist es alles das, was ich selbst gebraucht habe (lacht). Ich habe noch nie ein Konzeptalbum gemacht. Das ist einfach eine Sammlung von Songs, die entstanden sind und mir viel bedeuten. Ich glaube dadurch, dass es eine düstere Zeit für uns alle war, vor allem für die Kulturbranche, habe ich auch viele hoffnungsvolle Enden und Teile versteckt.
Evelin: Du hast ja schon erwähnt, dass du generell sehr persönlich schreibst. Ist das manchmal besonders kraftraubend und erschöpfend?
Lina: Nein, es ist überhaupt nicht kraftraubend für mich. Es schenkt mir total viel, es ist eine Art Therapie. Als würde man einer Freundin ein Geheimnis gestehen: Wenn man es ausspricht, ist es wirklich schon besser. Es tut mir total gut, darüber zu singen. Manchmal hat man ein Gefühl und weiß nicht, wo das herkommt. Ich mache das so, dass ich einfach drauf losschreibe oder spiele und dann kommt irgendwas raus, was mich gerade beschäftigt. Ich merke in dem Moment manchmal erst, wie doll mich das beschäftigt. Das Unterbewusstsein macht so viel und es ist gut darüber zu reden, es auszusprechen und darüber einen Song zu schreiben, weil es einen dann auch erleichtert. Für mich ist es das Gegenteil. Und dazu kommt noch, dass man vor sich selbst ja gar keine Scham hat, das ist mega befreiend. Selbst bei der besten Freundin hast du Themen, worüber du nicht reden kannst.
„Ich kann das doch!“
Evelin: Nie zur selben Zeit handelt ja von einer Art Reifeprozess. Was gibt dir Kraft, dich weiterzuentwickeln und nicht auf einer Stelle stehen zu bleiben?
Lina: Ich habe mega Bock, Musik zu machen. Es macht mir Spaß, Musik zu hören, neue Musik zu entdecken, mich inspirieren zu lassen, mich in Genres weiterzubilden. Ich habe im Moment voll die Neo-Soul Affinität. Ich höre super viel Cleo Sol und 1000 verschiedene Künstler:innen. Das ist einfach meine Neugierde, für alles, was noch da ist. Ich fände es total langweilig immer das gleiche zu machen. Das passt einfach nicht zu meinem Charakter. Ich würde jetzt auch nicht 50-mal hintereinander an den gleichen Ort fahren, um da Urlaub zu machen (lacht). Ich mag es neue Sachen zu entdecken. Und das macht auch total Spaß, neue Instrumente auszuprobieren, gerade am Computer. Wenn du die Tasten einigermaßen beherrschst, dann kannst du einfach Kontrabass mit einem Keyboard spielen (lacht). Das macht einfach mega Spaß, Musik zu machen. Man schreibt ja auch nicht zweimal denselben Song.
Evelin: Hast du dich deswegen entschieden, dieses Album mit zu produzieren?
Lina: Es war gar keine Entscheidung, das war von Anfang an klar. Beim ersten Album konnte ich gar nicht produzieren. Beim Zweiten habe ich angefangen, Skizzen aufzunehmen, ganz simpel. Und dann habe ich angefangen, mich da ein bisschen reinzufuchsen und habe letztes Jahr mit Dead Rabbit zusammen die EP Winterveröffentlicht. Wir haben es nicht Koproduktion genannt, aber da habe ich auch schon sehr viel mit am Computer gesessen und ausprobiert. Und jetzt habe ich einfach gedacht: „Ich kann das doch, dann kann ich das auch zugeben.“ Es war eher ein Teil des Weges, keine Entscheidung.
Ich hoffe natürlich, dass ich mit den nächsten Platten immer mehr Erfahrung sammle und irgendwann so gut bin, dass ich das vielleicht komplett alleine machen kann. Wobei das ja auch Spaß macht, wenn noch ein kreativer Kopf mit dabei ist. Wenn man die Vorproduktion fertig hat, sitzt man manchmal davor und denkt: „Ja, ist das jetzt geil? Ich weiß auch nicht, ob man das besser machen kann oder nicht“(lacht). Du hast dieses Pingpong nicht. Wenn du das in dem Moment hast, hast du direkte Rückmeldung, dass es mindestens einer Person schon mal gut gefallen hat. Es gibt mir eine Gewissheit, dass es gut ist.
Evelin: Ja, wenn du immer ein und dasselbe machst und nur du die Augen darauf hast, dann verschiebt das auch deine Wahrnehmung total.
Lina: Volle Kanne! Aber das hatte ich jetzt auch schon wieder, auch als Koproduktion. Zweifeln kann ich auch sehr gut (lacht). Ich habe nicht selten Songs komplett verworfen und gesagt: „Nein, die Produktion ist falsch! Noch mal neu machen!“ Aber das gehört ja dazu.
„In einer Gruppe von Menschen können wir auch etwas bewegen“
Evelin: Gibt es einen Song auf dessen Reaktionen du am meisten gespannt bist?
Lina: Ja, bei Schmerz vereint, wo es um sexuelle Gewalt geht. Mir geht es darum, dass die, die nicht wissen, wie sich das anfühlt, verstehen, wie sich das anfühlen könnte. Und für die, die es wissen, sich nicht allein fühlen. Sondern, dass sie wissen: „Jemand teilt den Schmerz und wir sind viele. In einer Gruppe von Menschen können wir auch etwas bewegen und uns gegenseitig helfen. Wir sind füreinander da.“ Emotional ist das für mich der wertvollste Song auf dem Album, weil es schwer war darüber zu schreiben.
Ansonsten bin ich irgendwie so selbstbewusst, weil ich das selbst so toll finde (lacht). Ich stelle gar nicht infrage, ob das jemand gut findet, sondern eher, wer. Wenn du selbst überzeugt bist von einer Sache, dann bist du viel weniger angreifbar, weil du einfach sagst: „Es ist egal, ob es dir nicht gefällt, weil ich find es geil.“ (lacht) Und diesen Zustand habe ich auf jeden Fall jetzt zum ersten Mal so doll. Das beschreibt das Album ganz gut.
Evelin: In Die Liebe blüht und in vielen anderen Songs sind Blumen und die Natur oft ein zentrales Thema. Selbst in deinem Bundle hast du Blumensamen miteingefügt. Woher kommt diese Faszination?
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Lina: Ich liebe Pflanzen (lacht). Das Meer und Bäume oder Pflanzen sind für mich das Heilsamste. Ich war alleine Urlaub in Norwegen, stelle mich in Wald und fange an zu heulen, weil mich das so glücklich macht, von Natur umgeben zu sein. Es erdet mich so, ich kann das gar nicht beschreiben. Ich bin so demütig und dankbar vor der Natur. Das hört sich jetzt so esoterisch an, aber etwas Tiefes in mir ist dann beruhigt. Wenn man viel in der Stadt unterwegs ist, ist das Einzige, was mich beruhigen kann, wenn ich irgendwo in Wald fahre, auf einen Berg oder ans Meer. Ich bin auch so eine Bescheuerte und schwimme immer raus. Drei Feuerquallenstiche habe ich, weil ich immer rausschwimmen muss. Ich finde das auch so magisch, wenn man Ableger von Pflanzen neu einpflanzt. Für mich ist das etwas Beruhigendes und Faszinierendes, deswegen benutze ich das viel als Bildsprache.
„Diese Momente, wenn man richtig berührt wird“
Evelin: Auf welchen Song freust du dich am meisten, ihn bei Acoustics Concerts live zu performen?
Lina: Wir spielen einen neuen Song live, den wir auch nie vorher gespielt haben: Wolken, der jetzt gerade rausgekommen ist. Und da wir gerade in den Proben stecken, weiß ich auch überhaupt nicht wie der wird (lacht). Aber da freu ich mich drauf! Man freut sich eh immer darüber, wenn man neue Songs spielt. Das erste Album ist jetzt auch schon 5 Jahre alt und es gibt Songs, die habe ich gefühlt 300-mal schon gespielt. Klar kann man die immer mal anders spielen oder in einer anderen Tonart oder akustisch. Aber wenn man dann einen neuen Song hat, freut man sich einfach darüber. Mal schauen, wie viele neue Songs wir spielen. Auf jeden Fall mindestens Wolken!
Ich gehe selbst so gerne auf Konzerte und denke dann manchmal, was das für wundervolle Momente sind, wenn man komplett abdriftet. Diese Momente, wenn man richtig berührt wird und darüber freue ich mich eigentlich, dass ich selbst diese Person sein darf, die das wiederum bei anderen auslöst. Ich kenne mich ja selbst: Ich bin für mich der normalste Mensch, den es gibt. Aber dass ich für andere Leute diese Momente kreieren darf, ist für mich so absurd, aber wunderschön. Darauf freue ich mich natürlich, vor allem auch für die Leute.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
„Wenn mich das berührt, dann wird es auch anderen Leuten helfen“
Evelin: Wie gehst du mit dem Druck um, dass Leute so viel aus deiner Musik ziehen und sie ihnen durch schwere Zeiten hilft? Siehst du das überhaupt als Druck?
Lina: Nee, also das ist kein Druck, live vor allem nicht. Das Einzige, wovor ich manchmal Angst habe auf der Bühne ist, dass ich nicht loslassen kann. Am besten bin ich, wenn ich in der Musik versinke. Dann mache ich die Augen zu und singe. Man spürt selbst, wenn man singt und so eine Welle an Emotionen durchs Publikum schickt. Wenn man es wirklich fühlt, weiß man auch, dass es die anderen fühlen. Manchmal habe ich eher Angst davor, dass ich diesen Zustand nicht erreiche, weil ich selbst mit anderen Gedanken zu tun habe, sodass ich nicht abschalten kann.
Wenn ich Songs schreibe, denke ich fast gar nicht über die nach, die das hören. Ich habe es natürlich im Hinterkopf, aber ich habe immer den Gedanken: „Wenn mich das berührt, dann wird es auch anderen Leuten helfen.“ So unterschiedlich sind wir auch alle nicht. Ich habe jetzt schon einige Songs veröffentlicht, die Themen wie Tod und Trauer beinhalten. Da kriege ich viele Nachrichten dazu, dass das auf Beerdigungen gespielt wird oder Leuten bei der Trauer geholfen hat. Das ist das schönste Kompliment, das man bekommen kann.
Evelin: Am Ende jedes Interviews fragen wir nach einer untold story. Gibt es etwas, was du noch nicht mit der Welt geteilt hast und jetzt gern offenbaren würdest? 😊
Lina: Ich habe einen Song auf dem Album, der heißt Wo sind die Jahre hin. Da beschreibe ich einen Moment, wie ich einer ganz alten Person gegenübersitze und die Person hat kurz einen wachen Moment und erzählt mir Dinge und ist ganz zart, streichelt zärtlich meinen Kopf. Und alles was ich da singe, ist zu 100 % genau so passiert. Ich habe einfach nur das aufgeschrieben was passiert ist.
Evelin: Lina, vielen lieben Dank für das schöne Interview. Ich wünsche dir noch viel Spaß beim Proben und natürlich bei den Acoustics Concerts!
Hört bereits in die veröffentlichten Singles von Lina Maly rein und verpasst sie nicht bei den Acoustics Concerts: am 11.07. in Offenbach am Main und am 18.07. in Dresden! Tickets gibt es hier.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Spotify. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Throwback 2014: Ich bin wieder bereit die nächste Vampire Diaries Folge zu schauen (don‘t judge, es war eine weirde Zeit). Plötzlich ertönt ein Song im Hintergrund. Sofort checke ich das Lied: Fire Breather von LAUREL. Und so begann meine Liebe für die britische Sängerin. Damals noch etwas finsterer unterwegs, assoziiert man die britische Sängerin heute mit plüschigem Synth-Pop. Ihr Debütalbum DOGVIOLET war gezeichnet von leichter Melancholie, dagegen klingt Limbo Cherry viel leichter und träumerischer. Irgendwie retro und futuristisch im selben Ton. Zusammen mit der 80’s-Pop-Princess haben wir kurz vor dem Release über ihre neue EP Limbo Cherry (mittlerweile schon draußen), Frauen im Musikbusiness und ein Glas, das zum Verhängnis wurde, gesprochen.
LAUREL im Interview
Evelin: Hey Laurel! How are you?
Laurel: Yeah, good! Record comes out tomorrow, so things are quite busy.
Evelin: How do you feel a day before your release? Do you still get nervous since releasing has kind of become a routine for you?
Laurel: No, I don’t really get nervous. It’s funny, I get really excited a few weeks before and then the actual few days before, I don’t even think about it. You just get into a shock almost and don’t think about it. You’re just kind of on ‘go, go, go’-mode, so you’re not really thinking. But I am really excited! I am a little bit nervous for people to get the notes. There’s always that, you know.
„This side is the water emotion“
Evelin: I really enjoy the EP and have my own interpretation of it. Can you explain the meaning behind Limbo Cherry in more detail?
Laurel: It’s the second part of my previous EP Petrol Bloom, which was much more fiery and passionate and a lot of adrenaline in the emotions. This side is the water emotion, the opposite end of the spectrum for me. And this EP really represents me growing into a woman. I’m in my mid-twenties and in this limbo state of being a child, a teenager, to being a woman. And I think the emotions that you can feel in between. The Limbo Cherry is what it represents. Growing into a woman but finding yourself stuck in this limbo state in love, with the world but also coming to realize what the world really is.
Evelin: Would you say that the two EPs are two parts of your personality or that you’ve grown more into ‘Limbo Cherry Laurel’ or are you still feeling like you are in this limbo state?
Laurel: I think they’re both me. I think there’s two sides to everyone. Tracks like Scream Drive Faster on Petrol Bloom, that’s very much me as well when I’m full-charging, ready to go, full of life and just wanting to party. And then the other side of me, which is Limbo Cherry, much more innocent and naïve and maybe reflective of emotions. I wrote Limbo Cherry during the pandemic and the lockdown when I had time to be on my own and be reflective. So, I think that side of me came out more in this EP. I had a bit of space, and I think that’s probably why I wrote this vibe.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Evelin: You said that the theme of the EP revolves around you becoming a woman, stepping into these female emotions. How do you define your womanhood?
Laurel: Uh that’s hard (laughs). It’s definitely something I’m going through right now. Before now I never had any thought about my gender at all. I just was me, and I guess there’s a lot of talk in the air right now about gender and different gender roles. It’s definitely made me think about my own. Whether I identify with my own gender. And I’m not sure, to be honest. I think I’m very much exploring all of that. I’m not sure what me as a woman is yet. I think I’m growing into it. It makes me feel a bit uncomfortable actually, if anything. Figuring it all out, I’m not quite blossomed (laughs).
Evelin: That’s definitely happening to a lot of us at the moment. There’s both female and male energies in us. But I don’t know if you really have to find an answer to that, if you have to decide on something.
Laurel: I think that defining things sometimes makes it harder to understand. People always try to understand things and put them into words and thought. Whereas a lot of these things are actually just feelings, and they don’t need to be ever defined. So, I quite like living in this space where I don’t need to ever define certain things, and that’s kind of where I’m at now. It feels good.
Evelin: I think sometimes when you define things, you can feel restricted or stuck. There might not be room for exploration.
Laurel: I guess for some people, defining themselves in roles of gender is very important and really understanding that as well. I guess because I was born into being a woman and I do feel somewhat like a woman, I feel there’s more room in me to explore those feelings. Rather than having to decide anything, because it’s kind of decided for me.
„I fought to prove that I was more than something to look at“
Evelin: So, there’s definitely not enough recognition for female artists and producers. Since you have produced most of your work completely on your own, did you ever feel pressure to DIY everything, because you felt like you had to prove yourself as a woman in the industry? And how did that change now, with you collaborating with Chrome Sparks on both EPs?
Laurel: There probably was a part of me which felt pressured to prove myself. I definitely experienced a lot of people saying “you’re attractive”. I also have a big interest in fashion, I do a lot of photoshoots and there’s a whole other side to me. Which I think some people don’t think is always compatible with being intelligent, being skilled or having your own mind. And I think I definitely fought to prove that I was more than something to look at, which is a shame because I don’t think you have to do that with men, actually.
I think there was a part of me that was doing that, and another part of me which is just very, very stubborn and strong-minded. I just knew exactly what I wanted and I wasn’t finding it with anybody else. So, I just decided to take it on myself. I was very open to working with people at some point, but I just never found the right collaborator. And that made me realize that I was meant to do the record on my own. And so, I did.
Now working with Chrome Sparks there probably is a part of me that has grown up, matured a bit and realized I don’t need to do everything on my own. My art is as valuable and as credible with the help of people. And I was open to collaborate on this record, that was my intention. Jeremy (Chrome Sparks) being a friend, we were sitting around one day, and it really clicked. I got quite lucky there. It was a bit by accident, but I feel very liberated by working with other people now. Before, I was very closed-off to it.
„It really shows my true personality“
Evelin: My personal favourite is Obsessed. Especially because initially, it came from a very negative perspective, and you switched to a more positive one. What is one song that means the most to you and for what reason?
Laurel: Obsessed is my favourite track on the record, because it’s so fun. The one that means the most to me is Drown in Sunlight, the last track. I tried so hard to write a happy song with this one and I really felt happy at the time and like I needed to write something very different. But these lyrics kept coming to my head, they were unchangeable. I tried so many times to rewrite the lyrics, but they just worked so perfectly. In the end, I gave up and came back to it about a year later. These lyrics are so true to me and everything I’ve been through. It’s funny, I was revisiting them so much, trying to write something happy. But they mean the most to me. It really shows my true personality in the way that the lyrics are written, it really feels like me.
Evelin: Drown in Sunlight is very interesting to me as well. I can relate to a lot of the things you say, but I can’t really pinpoint the exact meaning of the song. Can you explain it in more detail?
Laurel: For me there’s two sides. The first is, being in a long-term relationship. There’s these waves that you get, where there’s times of relation and there’s times of doubt. For me, I’m on the other side of the world from my boyfriend. The song is about love, blind love. That no matter what, you’re so in love with somebody. All you can see is that you love them. But there’s so much going on around you, and this is in on these phases of doubt.
Where you’re really not sure where you’re at with somebody at all. But no matter how unsure you are of the logical situation; you know your true feelings. So, I think this song is about meeting somebody in the middle and finding out where you both are and also being realistic. A lot of songs – especially some of mine – are very romantic and like “oh, we’re so toxic but so in love, it’s amazing”. But this one’s really like “let’s be real about where we are as humans” and at the moment I’m doubting. You always get those waves. It’s never just one thing, it’s always changing.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Evelin: Over the whole EP, but especially in the song You’re the One you explore this ambivalence of emotions, this teenage state of mind. Are these emotions that we feel in lust, in ecstasy, while we drink more genuine and truer because we don’t overthink them? Or are they rather deceiving?
Laurel: I think they’re very deceiving. They’re feelings more in the ego than the heart. But that’s not a bad thing, because sometimes that’s where you’re at, and you just want something that is lighter because you can’t always handle that. It’s not that they’re bad or good. But I would say they’re not totally true. We’re talking about the more addictive side of personality where you want something, but your brain is like “no, you shouldn’t have that” but you want it so much. And that for me is very much based on our egos. It’s fun but it’s not lasting.
Evelin: You’ve grown a lot, in the past year and that’s amazing. Do you feel the pressure to achieve substantial growth with every release? That it has to show something different, something new and bigger?
Laurel: 100%. I’m always going to make what I make, that’s just what happens. I’m not thinking about what other people are going to think when I’m writing a song. But at some point, when you’re about to release something, you get nervous, because you know what they say: “You’re only as good as your last song, book or painting”. Everybody wants to grow. We never want to stay the same, that’s boring. I don’t want to be in limbo forever. Of course, every record, I want to do better than my last. And every record feels more like me. Of course you want that version of you to be liked as much as every other version, because it’d be like rejecting yourself. You can’t get too attached, but there’s no way you’re not. It’s your art, it’s who you are. So, I hope you like it. No pressure (laughs).
Evelin: (laughs) I do, I really enjoy it.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Evelin: When you do feel that pressure, what do you do to reconnect with yourself?
Laurel: For me, I have to get off my phone. Every Sunday I have a tech-sabbath. I don’t use technology on Sunday and it’s life changing. Monday I’m so renewed, I feel like a different person. It forces you to do a lot of things where you can’t use your phone. It’s also not that easy to suddenly meet up with a friend on Sunday. I’m spending a lot of time reading. I love reading, it’s my big thing. I like doing arts and crafts and play music. Getting out of the city is a big one for me also. The city (London) is a major overload with all the senses, they build up on top. You need to bring that down again. So, I have to leave the city as much as I can. I can’t always do it. And when I can’t do it, I take my tech-sabbath.
Evelin: I get you, this hustle culture is very toxic, with people working on weekends next to their actual work for example.
Laurel: Yeah, I’m not like that. I’m the opposite. My life needs to replicate a holiday, otherwise I’m not having a good time. So, I’m more for working less.
„If it doesn’t come quite instant, I drop it“
Evelin: Do you tend to overthink your songs and sit on some details more than you maybe should?
Laurel: I’m not a detailed person, I’m a really quick worker. I don’t work for a long time, I probably have a bit of ADHD to be honest. I just can’t do details, I write pretty quickly, and then maybe I’ll come back and have a look at it again and I’ll try and rework something. But if it doesn’t come quite instant, then I drop it. My attention span is not good for that. But that’s why I like working with Jeremy (Malvin, Chrome Sparks), because he’s the opposite. He has all the attention in the world for the details. We’re balancing out.
Evelin: I know that you love poetry and you write it yourself. Is there any collection you can recommend? Something you’ve read recently or one of your all-time favourites?
Laurel: I haven’t read a lot of poetry recently. I’m about to read a poetry book. My favourite poem ever is The Love Song of J. Alfred Prufrock by T.S. Eliot, which is just the best poem in the world.
Evelin: Next to the EP, is there something else that you’re excited about? A new book, a craft that you took up?
Laurel: I’m writing another book. I’m just trying to finish it right now. I’m not sure when we will put that out, but I’d hope not too far away, because I’ve been writing it for a while now. So yeah, I want to release another book and I’m starting to write for my next album, That’s the next big project on the horizon.
The exclusive on the broken tooth
Evelin: That’s a good project to have! We always ask for an untold story at the end, is there anything that comes to mind?
Laurel: I don’t know if this is even relevant at all, but it just happened. I think I’ve broken my tooth, I promise I haven’t told anyone. But I hit my glass with water, a really thick glass, on my tooth. And I looked in the mirror before this interview and it’s got a crack down there. So, I’m quite upset. I don’t know whether it’s going to fall off or not. You might see me looking quite different after this interview.
Evelin: Oh my god, I didn’t expect that.
Laurel: I didn’t expect it either, and I really like my teeth. So, I’d be really upset if this actually happens. I couldn’t tell and then I looked and was like “omg, it’s terrible“. So yeah, that’s my untold story. Because I’ll tell you what: I tell everyone everything. So, I’m pretty sure that’s probably the only thing that’s worth talking about that hasn’t been told to someone. Because I talk a lot. So you got the exclusive on my broken tooth.
Evelin: That’s going to be the headline: “Singer Laurel lost her tooth!” Though it didn’t happen doing something cool, it was just a glass of water.
Laurel: No, I know! It’s so annoying. It was just a glass of water. It was a really thick glass. So, I’m not going to use that glass again, that’s for sure.
Evelin: I guess you have to call your dentist now, but thank you and good luck with everything. I had a wonderful time!
Laurel: Yeah, me too! Thank you so much for chatting, see ya!
Packt Limbo Cherry auf jeden Fall in eure Warteschlange und setzt eure Retro-Brille auf. Im Idealfall habt ihr einen DeLorean in der Garage stehen und fahrt dem Sonnenuntergang entgegen.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Spotify. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Ausländerfeindliche Übergriffe, steigende Gewaltbereitschaft und wachsende Wahlerfolge der AfD – der Rechtsruck in Deutschland ist deutlich zu spüren. Ein Großteil der Bevölkerung hat es jedoch satt. Doch wie kann rassistisches Gedankengut am effektivsten bekämpft werden? Am besten vermittelt man es durch etwas, das jedem Spaß macht: Musik. Deshalb zeigen mittlerweile viele Musiker:innen, wo sie politisch stehen. Das hört man in ihren Songs, sieht man bei ihren Konzerten und liest man auf Social Media. Das ist ihre Strategie: So mischen sich deutsche Künstler:innen in die Politik ein!
„Es gibt viele Feinde der freien Gesellschaft.“ Christoph Sell, Feine Sahne Fischfilet
#WIRSINDMEHR – Doch was bleibt nach dem Hashtag?
Es ist der 26. August 2018 und es ereignet sich auf den Straßen der Chemnitzer Innenstadt. „Volksverräter, Schweinehunde, Faschisten!“, rufen die Rechtsextremist:innen während sie auf die Polizisten einschlagen. Ihre geplante Hetzjagd auf Migrant:innen ist in vollem Gange. Alles, was sich gegen sie stellt wird angegriffen – egal, ob Polizist:in, Journalist:in oder Passant:in. Sie lassen ihrer Wut freien Lauf. Der Auslöser für ihren Zorn: Am Vortag gingen ein Syrer und ein Iraker mit einem Messer in einem Streit auf eine andere Gruppe Männer los, wobei einer tödlich verletzt wurde. Grund genug für die rechte Szene, sich mit Gewalt auf der Straße an den ausländischen Mitbürger:innen zu rächen. Die fremdenfeindlichen Ausschreitungen an diesem Tag sind gefolgt von Demonstrationen und einem Trauermarsch der AfD und Pegida an den folgenden Tagen.
Chemnitz – eine Stadt im Ausnahmezustand
Doch bevor Chemnitz den Stempel als Hochburg der rechten Gewalt aufgesetzt bekommt, meldet sich Kraftklub zu Wort. Die Band um Frontsänger Felix Brummer will nicht zusehen, wie ihre Heimatstadt von Neonazis instrumentalisiert wird. Sie organisieren zusammen mit dem Chemnitzer Stadtmarketing ein kostenloses Konzert. Das Konzept dahinter: Deutsche Musiker:innen positionieren sich klar und deutlich gegen die Rechtsgewalt und nutzen ihre große Reichweite, um den Hetzern zu zeigen, dass sie in der Unterzahl sind. Das Motto lautet „Wir sind nicht allein, wir sind mehr!“ und gibt der Veranstaltung den Namen #wirsindmehr. Unter dem Hashtag wird das Konzert innerhalb kürzester Zeit ein viraler Hit. Immer mehr Künstler:innen schließen sich der Bewegung an.
#wirsindmehr
Am 3. September 2018 ist es dann soweit. 65.000 Besucher:inneb machen sich auf den Weg nach Chemnitz um durch ihre gemeinsame Liebe zur Musik ein Zeichen gegen den Rechtsruck zu setzen. Auf der Bühne stehen neben Kraftklub weitere deutsche Künstler:innen: Die Toten Hosen, Casper, Feine Sahne Fischfilet, K.I.Z, Marteria, Nura und Trettmann. Das Konzert wird auf YouTube im Livestream und auf 3sat im Fernsehen übertragen. Alles läuft friedlich und störungsfrei ab.
Ziel erreicht!
Wenn mehr als 50 Tausend Leute „Nazis raus!“ rufen, dann hat wohl auch das dickköpfige, unbelehrbare AfD-Mitglied verstanden, dass es hier nicht willkommen ist.
Die Social Media-Gemeinde ist sich da allerdings nicht ganz so einig. n-tv kritisiert über Twitter, dass „nur die üblichen Verdächtigen“ vor Ort seien und die komplette Deutschpop-Front nicht vertreten ist. Helene Fischer kontert darauf, indem sie sich per #wirsindmehr zum Konzert bekennt. Größtenteils ist das Feedback aber positiv. Die spontane und trotzdem einwandfreie Organisation wird gelobt und die Künstler:innen sind für viele ein Vorbild. Deutschlandfunk stellt klar: Die schweigende Mehrheit Sachsens ist zwar immer noch da, wird aber so langsam wach.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von X. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von X. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Aber es bleibt nicht nur bei dem einen #wirsindmehr-Konzert. Im Juli 2019 findet in Chemnitz die nächste Veranstaltung mit Musik gegen Rechts statt. Das Kosmos-Festival unter dem Motto „Wir bleiben mehr“ zählt 50.000 Besucher:innen, die zu Künstler:innen wie Alligatoah, Herbert Grönemeyer oder Tocotronic wieder ein Zeichen setzen wollen, dass die Rechten nicht das Zepter der Stadt in ihren Händen haben.
#wirbleibenmehr
#wirsindmehr ist nicht einfach ein einmaliges Konzert. Der Hashtag ist heute Synonym für eine bunte, offene und von rechter Gewalt freie Gesellschaft. So schleicht sich #wirsindmehr immer wieder unter die Twitter-Trends, wenn es einen Angriff rechtsradikaler Gruppen gibt. Auch im Jahr 2021 ist es wichtiger denn je, der rechten Szene zu kontern und zu zeigen, dass sie nicht die Oberhand in Deutschland hat.
#wirsindschonlangemehr
Musiker:innen, die sich gegen rechte Gewalt auflehnen – das ist keine Entdeckung des 21. Jahrhunderts. In den letzten Jahrzehnten gab es immer wieder Bewegungen, Initiativen und Aktionen der linken Musikszene, die sich deutlich gegen Unruhen durch Fremdenhass, rechte Hetze und für die Freiheit aller einsetzen. Ein Großteil findet seinen Ursprung im Deutschpunk, aus dem auch das heutige Flaggschiff der linken Musik entstanden ist: der Politpunk. Hier kurz einmal einige wichtige Eckpunkte der deutschen Punkgeschichte, an die heutige Musikevents wie #wirsindmehr erinnern:
Dass Rechtsextremismus in Sachsen ein großes Problem ist, ist mittlerweile bekannt. Doch die Ausschreitungen in der ehemaligen Karl-Marx-Stadt lassen ein anderes Bundesland oft im Hintergrund stehen: Mecklenburg-Vorpommern. Der Ostsee-Bezirk bekommt von den meisten Deutschen nur einmal im Jahr Aufmerksamkeit, nämlich dann, wenn es zum Sommerurlaub nach Rügen oder an den Timmendorfer Strand geht. Doch wohnen möchten dort die wenigsten. Meilenweite freie Flächen, kleine Dörfer, abgeschottet von der Außenwelt – kein Wunder, dass sich die Einwohner:innen von der Regierung oft vernachlässigt fühlen. Das Problem an der Situation: Viele geraten dadurch in die rechte Szene. Der 35-Einwohner Ort Jamel ist sogar als Nazidorf bekannt, dort leben die Menschen nach dem Motto „frei, sozial, national“ und haben das auch auf ihren Häusern verewigt. Auch wenn Jamel ein Extremfall ist, ist der Ort leider nicht das einzige Sorgenkind in Mecklenburg-Vorpommern.
Schwer vorstellbar, in so einer Region öffentlich zu seiner antifaschistischen, linken Haltung zu stehen. Für die Politpunk-Band Feine Sahne Fischfilet aus Jarmen gibt es allerdings gar keine Alternative: Auch sie machen Musik gegen Rechts. In ihrem Musikvideo zu „Alles auf Rausch“ machen Sie das mehr als deutlich.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Das Aufwachsen auf dem Land hat die Einstellung der Band und wie sie mit bestimmten Situationen umgehen bedeutend geprägt. In Jarmen gab es nur wenige andere Punkbands und ab und zu kleine Demos der linken Szene, die die Gewaltbereitschaft der Rechten eher gefördert als gefordert hat. Laut Gitarrist Christoph gewöhnt man sich an sowas aber schnell.
„Man nimmt es immer einfach so auf. Aber eigentlich ist es total skandalös, was da abgeht.“
Den Zuständen in Jarmen haben die DIY-Punker gepflegt getrotzt und einfach ihr eigenes Ding gemacht. Von der Organisation von Veranstaltungen bis hin zum Presse-Statement, Feine Sahne Fischfilet hat sich alles selbst erarbeitet und beigebracht. Das hebt sie von vielen anderen Bands ab. Die Jungs aus dem Osten haben dabei auch gelernt, sich immer den Humor zu behalten und die Lebenslust nicht zu verlieren. Das hört man auch in ihren Songs.
Den aufmerksamen Zuhörer:innen fällt schnell auf, dass Feine Sahne in ihren Songs ganz unverblümt zu Gewalt aufrufen. Andererseits positionieren sie sich deutlich gegen rechte Gewalt. Wie passt das zusammen? Ganz einfach, gegen die rechte Szene anzureden bringt leider meistens nichts. Das mussten Feine Sahne Fischfilet selbst auf die harte Tour lernen.
„Wenn du immer noch deine andere Wange mit hinhälst, wenn du mal einen in die Fresse kriegst, dann hast du irgendwann keine Zähne mehr im Maul. Das bringt gar nichts!“
Seitdem schlagen die Jungs auch mal zurück. Dabei geht es ihnen nicht nur um die bloße körperliche Tat, sondern viel mehr die Botschaft dahinter: Wir lassen uns das nicht gefallen. Wir sind gegen euch und stehen dazu! Sie sind bereit für ihren Grundsatz zu kämpfen, nämlich für eine freie Gesellschaft, würden aber selbst nicht behaupten, dass sie für Gewalt einstehen, sondern viel mehr von den Nazis und Rechten dazu gezwungen werden, da diese sonst die Oberhand bekommen würden.
„Das finde ich total notwendig: Wenn Nazis auf dem Land aktiv sind und alles einschüchtern, was irgendwie für eine bunte Gesellschaft und eine freiheitliche Gesellschaft steht, dann muss sich diese Gemeinschaft wehren!“
Vor ihrem Konzert am 30.11.2019 in Lingen habe ich mit Feine Sahne Fischfilet über ihre Texte, den Rechtsruck und die deutsche Politik geredet. Das sind die Antworten von Christoph und Olaf:
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
„‘Wir sind mehr‘ ist für mich immer noch ein Leitsatz, an den ich glaube.“
#wirsindmehr ist nicht die einzige Kampagne, für die die Punker aus Jarmen sich bereits eingesetzt haben. Zur Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern 2016 starteten sie selbst die Kampagne „Noch nicht komplett im Arsch – Zusammenhalten gegen den Rechtsruck!“. Ihr Ziel: Das Wir-Gefühl stärken! Dass die AfD zu dem Zeitpunkt wieder neue Wahlerfolge erzielen konnte und das rassistische Klima im Land wuchs, war den Jungs bewusst. Dass sie das durch die Kampagne auch nicht aufhalten konnten, auch das war ihnen bewusst. Trotzdem war es wichtig, ein Zeichen zu setzen und der rechten Front etwas Gegenwind zu bieten – und das unabhängig von Parteien. Eine Reihe von Veranstaltungen sollte die Bürger:innen vor Ort informieren und aufmerksam machen. Lesungen, gemeinsames Singen, Gesprächsrunden und Grillen stand auf dem Plan, außerdem spielte Marteria ein Konzert in Anklam. Den krönenden Abschluss bildete das „Wasted in Jarmen“-Festival, das seitdem jährlich wiederholt wird und ein beliebter Schauplatz für Musik gegen Rechts geworden ist.
KEIN BOCK AUF NAZIS – Die Kampagne gegen Rechts
Sei es durch klare Worte oder ohrwurmverdächtige Sounds, Musik verbindet Menschen einfach. Wenn dann auch noch eine politische Message dahintersteckt, kann Musik sogar bildende Eigenschaften haben. Doch in der Politik erreicht man damit leider wenig. Das ist den Musiker:innen bewusst. Viele wollen das auch gar nicht unbedingt.
Die Punkband ZSK hat die Schnauze voll, denn sie haben Kein Bock auf Nazis und bereits 2006 die gleichnamige Kampagne ins Leben gerufen. Sie wollen vor allem die Jugend damit erreichen. Jugendliche können sich über Kein Bock auf Nazis zum Thema Rechtsextremismus informieren und sich vernetzen. Wer Hilfe beim Organisieren von Demonstrationen oder Infoständen braucht oder in der Schule das Thema behandeln möchte, findet hier Unterstützung. Dazu gibt es eine kostenlose DVD, Broschüren, Plakate, Sticker und weiteres Infomaterial. Vor allem in den Schulen wird das Angebot sehr gut angenommen. Viele Lehrer:innen bauen die Materialien und den Film mittlerweile in ihren Unterricht ein, um Präventionsarbeit zu leisten. ZSK ist dabei nur wichtig, dass sich keiner auf den Lorbeeren anderer ausruht, sondern selbst etwas startet und sich mit Freund:innen zusammentut. Jeder soll selbst die Initiative ergreifen.
Die Kampagne hat eine breite Basis an Unterstützern. Bands wie Die Ärzte, Die Toten Hosen, Fettes Brot oder Deichkind stehen hinter dem Projekt. Auch Feine Sahne Fischfilet engagiert sich aktiv für Kein Bock auf Nazis. Die Vertreter:innen von Musik gegen Rechts wollen es nicht einfach nur bei ihren Songs belassen, sondern auch Initiative ergreifen. ZSK-Sänger Joshi ist begeistert von dem Rückhalt, den seine Band und die Kampagne in der deutschen Musikszene genießt:
„Ich finde es wichtig, dass man bei ganz vielen Bands weiß, dass sie im richtigen Moment auf der richtigen Seite stehen.“
Bei der Gründung von Kein Bock auf Nazis wurde die Bands von vielen Seiten belächelt, doch das Thema der Kampagne ist mit den Jahren immer aktueller und wichtiger geworden. Was steckt also heute noch hinter dem Projekt und wer ist die Band dahinter?
„Ich hätte mir gewünscht, dass vieles, was ich damals gesungen habe, heute nicht mehr aktuell wäre. Aber so ist es nicht.“
Politische Texte mit einer klaren Message – das steht bei den Songs von ZSK im Mittelpunkt. Sie wollen nicht „einfach nur“ Musik machen, sie wollen bewusst politisch sein. Laut Sänger Joshi ist die deutsche Gesellschaft momentan in zwei Extreme gespalten: AfD, NSU und Anschläge auf der einen Seite stehen Hambi-Demos, Antifa und Ende Gelände auf der anderen Seite gegenüber. ZSK positioniert sich klar und deutlich: Alerta, Alerta, Antifacista! Sie unterstützen eine Vielzahl an antifaschistischen Organisationen und nehmen diese auch immer wieder gerne mit auf Tour. Vor ihren Konzerten findet man so gut wie immer Infostände gegen Rechtsextremismus. Sänger Joshi erinnert das Publikum auch auf der Bühne regelmäßig daran, sich gegen den Rechtsruck zu wehren. Ein gemeinsamer Antifa-Ruf darf da natürlich nicht fehlen. Man könnte also sagen, die Band lebt in ihrer Nazi-freien Blase. Damit geben sich die Punker allerdings nicht zufrieden. Ihrer Meinung nach unternimmt die Politik viel zu wenig bis gar nichts gegen den Rechtsruck in Deutschland. Deswegen nehmen die Jungs das Ganze lieber gleich selbst in die Hand. Getreu dem Motto „Do it yourself“. Mit der Kein Bock auf Nazis Kampagne haben sie ihre Filterblase aufgelöst und leisten Präventionsarbeit für die ganze Gesellschaft.
„Es hilft dir auch keine Polizei oder keine Politiker:innen, die immer sagen: „Zivilcourage finden wir ganz toll. Und wenn es dann aber beim Nazi-Aufmarsch eine Sitzblockade gibt, eine friedliche, und alle kriegen Pfefferspray ins Gesicht, dann sind die Politiker:innen nicht da.“
#WIRWERDENIMMERMEHRSEIN – Wieso das Konzert nicht einfach nur ein Konzert war
#wirsindmehr, Kein Bock auf Nazis und Noch nicht komplett im Arsch! – alle drei Projekte sind Kampagnen gegen den Rechtsruck in Deutschland, ins Leben gerufen durch Musiker:innen. Sie stehen beispielhaft für den Einsatz deutscher Künstler:innen für die politische Lage der Nation. Die Bands und ihre Musik gegen Rechts werden für ihr Engagement immer wieder gelobt, oft auch aus der Politik. Das prominenteste Beispiel dafür ist wohl Frank Walter Steinmeiers Aufruf, das #wirsindmehr-Konzert zu besuchen, für das er allerdings Kritik von Annegret Kramp-Karrenbauer einstecken musste.
Die große Frage, die seit #wirsindmehr kontrovers diskutiert und immer wieder bei Kampagnen ähnlicher Art aufkommt, ist wohl diese: Hat das Konzert eine Veränderung schaffen können? Ist nicht alles noch genauso wie vorher?
Was bleibt am Ende noch über?
Joshi von ZSK kann solche Ansichten nicht verstehen. Die Leute, die sich über so etwas beschweren, seien eigentlich nur neidisch, dass es nicht ihre eigene Idee war. Er findet, dass das Konzert wahnsinnig viel gebracht hat. Joshi bringt es auf den Punkt:
„Da waren 65 Tausend Leute. Selbst, wenn nur 1% davon danach sagt: ‚Das war so ein überwältigendes Erlebnis. Ich mach jetzt in meiner Stadt auch was gegen Nazis.‘ – Alleine dann hat sich das gelohnt. Dieses ganze Gejammer, das Konzert hätte ja gar nichts gebracht, geht mir wahnsinnig auf die Nerven. Dann macht doch was anderes, besseres. Aber ich glaube das war ein super Signal und das sollte es ruhig öfter geben!“
Feine Sahne Fischfilet macht es vor: #wirsindmehr war nicht einfach nur eine einmalige Veranstaltung. Es ist ein Leitsatz, nachdem jeder einzelne sein alltägliches Handeln ausrichten sollte. Seit dem Konzert engagieren sich deutlich mehr Bands politisch. Das ist vor allem bei der Europawahl im Mai 2019 aufgefallen, bei der ein Großteil der deutschen Musiker:innen ihre Fans zur Stimmabgabe bei der Wahl aufgerufen hat. Dadurch werden auch Leute erreicht, die sich sonst nicht aktiv politisch einsetzen und lieber stille Beobachter:innen sind. Die Aufmerksamkeit für ihren eigenen politischen Aktivitäten steigt. Es geht dabei nicht einmal darum, die Menschen in eine bestimmte Richtung zu lenken, sondern einfach Bewusstsein für das eigene Handeln zu schaffen. Natürlich ist das nichts Neues für aktive Antifa-Mitglieder oder die Supporter:innen der AfD. Aber es geht hierbei doch auch vielmehr um das schweigende Mittelfeld und die Message: Bilde dir deine Meinung und steh dazu! (und höre Musik gegen Rechts)
Dreimalumalpha aus Innsbruck in Tirol haben im Dezember 2020 das in meinen Augen beste deutschsprachige Rockalbum des Jahres herausgebracht. „Jugend ans Geld verloren“ kam aus dem Nichts und begeisterte nicht nur mich, sondern auch viele Magazine, Radiosender und Kritikerinnen. Mit einem klaren und zielstrebigen Rocksound, den ich in dieser Form lange nicht mehr gehört habe, schafft die dreiköpfige Band brutale Ohrwürmer, die noch tagelang hängen bleiben. Die absolut treffsicheren Texte runden dieses erstaunliche Debüt ab. Eine große Coming-Of-Age-Geschichte, zu der ich wieder, wie als Teenager, kopfüber im Bett liege und mit meinen dreckigen Socken gegen die weiße Dachschräge im Takt der Musik mitstampfe.
Ich konnte mit Dreimalumalpha vor ihrer Probe per Videochat sprechen. Zu Wort kamen alle Bandmitglieder, nämlich Simon (Gesang, Gitarre), Thomas (Bass, Backingvocals) und Hannes (Drums). Ich war leider nicht in der Lage den ganz zauberhaften und liebenswürdigen Akzent zu verschriftlichen, aber bitte stellt ihn euch vor:
Dreimalumalpha im Interview
Lukas:Hallo ihr drei, schön, dass das geklappt hat mit uns. Sagt mal, wie habt ihr euch kennengelernt und wie lange macht ihr Musik zusammen?
Simon: Dreimalumalpha gibt es schon seit ein paar Jahren. Die Band war zuerst personell anders besetzt, aber da hat sich kaum was ergeben für die Öffentlichkeit. Erst im April 2017 habe ich Hannes kennengelernt und dann sofort mit ihm ein Konzert gespielt. Hannes und ich kannten uns vorher auch nicht. Ein Freund rief mich an und sagte: „Du, neben mir sitzt der Hannes, der spielt Schlagzeug, das wär doch was für dich?“ Dann haben wir telefoniert, Hannes war berauscht, und gleich ausgemacht, dass wir das machen mit der Band.
Thomas: Ich hatte euch in der alten Besetzung ja zwei mal schon gebucht für die Venue, wo ich arbeite. Und als ihr am nächsten Morgen euren Stuff abgeholt habt, habt ihr mich gefragt, ob ich dabei bin.
Simon: Genau, Thomas arbeitet bei der Talstation in Innsbruck und wir waren gerade auf der Suche nach einem neuen Bassisten. Und so hat sich Dreimalumalpha geformt.
Lukas:Warum gerade Innsbruck? Ist das eure Wahlheimat oder eher eine Zwangsheimat?
Hannes: Wahlheimat, ganz klar. (allgemeine Zustimmung)
Simon: Kommt drauf an, wenn einen die Lebensumstände gezwungen haben, dann ist es auch eine Zwangsheimat. Wie viel Wahl hat man, wie viel Freiheit? Ich bin auch geflüchtet irgendwie, so eine Mischung.
Thomas: Gewählt nach Innsbruck, genau. Ich wollte zwar auch mal weg, aber dann habe ich doch etwas gefunden, was mich hier hält.
Lukas:Wie sieht denn ein typischer Tag in Innsbruck aus (Pre-Corona)?
Hannes: Innsbruck ist definitiv eine Sportlerinnen-Stadt.
Lukas: Ah, dann wahrscheinlich viel Wintersport, oder?
Hannes: Sommersport, Wintersport, Herbstsport und Frühlingssport. (lacht)
Simon: Ja, schon auch viel Bier trinken und so. Kulturelle Veranstaltungen besuchen… Auf der Bogenmeile, das sind die Viaduktbögen in Innsbruck, da fährt auch die Bahn drüber… Dort befinden sich viele Lokale. Das sind bestimmt 15-20 Lokale, die sich da erstrecken. Und dort trifft man sich halt Sonntags. Das ist eigentlich der Treffpunkt.
„Wir verfolgen nicht den Plan, konzeptmäßig da rein zu passen“
Lukas:Gibt es denn eine Musik- bzw. Indieszene in Innsbruck, der ihr euch zugehörig fühlt?
Hannes: Eine Indieszene gibt es kaum. Unser Genre ist nicht so sehr vertreten.
Simon: Ich glaub so Funpunk und politischer Punk ist ziemlich in gerade. Metal… vielleicht eher in den Proberäumen. Auf der Bühne ist es eher der Punk.
Hannes: Konservatoriums-Jazz…
Simon: Aber auch nicht ausgiebig und blumig und schwanger… So ganz verschiedene Jazzclubs nach dem Motto: „In welchen Jazz-Club gehma heute?“ sind hier aufgrund der Größe nicht anzutreffen.
Lukas:Seid ihr also vielleicht der Beginn einer „Tiroler Schule“ als Pendant zur „Hamburger Schule“ der 90er Jahre?
Hannes: Ich glaube das coole für viele Bands in Österreich ist, dass sie hier umher fahren können und dadurch der Ort vielleicht nicht die größte Rolle spielt.
Simon: Ich denke auch. Die Journalisten nehmen, um die Spalten zu füllen, gerne dieses geografische Thema auf.
Lukas: Sind die Bands der „Hamburger Schule“ denn überhaupt persönliche Vorbilder oder ist das eher ein Zufall, dass euch viele Rezensentinnen mit diesem Subgenre vergleichen?
Simon: Ich als Songwriter habe mich nicht quer durch die Hamburger Schule gehört. Ich habe schon recht viel von Tocotronic gehört, vor längerer Zeit. Ich kenne bissl was von Tomte, vielleicht vier Lieder. Und von den Sternen vielleicht auch vier, fünf Lieder. Und sonst kenne ich eigentlich nicht viel. (lacht) Aber natürlich habe ich auch das ein oder andere Stilmittel gut gefunden und das spiegelt sich sicher auch in unseren Songs wider.
Lukas:Es schwingt leicht mit, dass euch die Vergleiche zu dieser hanseatischen Rockepoche langsam nerven…
Simon: Also mich noch nicht. Noch nicht. Aber es ist halt so eine absehbare Geschichte.
Hannes: Ich glaube der Punkt ist, dass wir nicht den Plan verfolgen, konzeptmäßig da rein zu passen. Es gibt tausend andere Bands und Genres, die genau so großartig sind.
Lukas: Welche Art von Musik wäre das dann? Auf was könnt ihr euch z.B. im Tourbus einigen?
Hannes: Wir überzeugen uns gerne gegenseitig mit fremdem Material. (lachen)
Simon: Ich hör’ zum Beispiel gerne ghanesischen Funk aus den 70er Jahren…
Thomas: Hör ich auch sehr gern…
Simon: Echt jetzt? (lacht) Dann wissen wir ja schon, was wir bei der nächsten Tour im Auto hören. Aber das ist wirklich weitreichend… Von alten Klassikern aus dem Indierock bis hin zu amerikanischen Songwritern aus den 60er Jahren…
Thomas: Ich höre viel 70s Soul und auch härtere Musik aus den 70ern… Aber auch viel Modern Jazz und Neo Soul, sowas.
Hannes: Bei mir viel deutschsprachige Musik und das, was jetzt unter „moderner Punkrock“ fällt. Da bin ich eigentlich immer dabei und höre ich mich gerne durch.
Lukas: Und deutschsprachige Rockmusik? Ist Gitarrenmusik tot?
Hannes: Ich glaube es wird alles gerade poliert, überproduziert und glattgebügelt, oder wie sagt man? Immer weniger so handgemachte Live-Musik.
„Man muss es auch ein bissl so hinnehmen“
Lukas:Euer Debüt „Jugend ans Geld verloren“ ist ungefähr vor einem Monat digital erschienen und bleibt der Gitarrenmusik auf jeden Fall treu. Ein Album zu produzieren ist allerdings heutzutage ja schon fast altmodisch – was hat euch dazu bewegt?
Thomas: Es war ja nicht immer so der Plan, dass wir das so veröffentlichen…
Hannes: Es gab verschiedene Pläne und Diskussionen. Und wir haben uns nach vielem Hin und Her dazu entschieden, es so zu veröffentlichen.
Simon: Wir haben vorher auch viele Singles rausgehauen eigentlich. Über ein Drittel des Albums als Single- und Videoveröffentlichung. Aber irgendwie ist das auch so unser Mindset, dass man ein Album rausbringt.
Hannes: Für uns hat es einfach einen Wert ein Album rauszubringen, was in sich stimmig ist und auch zusammengehört, von der Musik und von der Zeit her. Und das Format Schallplatte ist eben auch interessant.
Lukas:Das Album hat ja auch wahnsinnig gute Kritiken bekommen. War euch das vorher klar bzw. ist es beim Produzieren deutlich geworden, dass das ein Erfolg wird?
Thomas: Weil ich neu dazugekommen bin und die Musik schon relativ fertig war, war mir von Anfang an klar, dass diese Musik nicht dafür gemacht ist, nur in Innsbruck gespielt zu werden. Da ist Potenzial dahinter. So bin ich in die Band eingestiegen.
Simon: Natürlich gefällt einem das sehr gut, was man selbst macht. Das ist ja eine Identifikationsplattform für einen selbst. Ich habe auch gespürt, dass es ein Potenzial hat und auch für andere Leute geschrieben wurde. Also wie es gemacht ist, ist ja nicht nur rein für uns. Ich wusste, dass werde ich ja irgendwann auch jemandem vorspielen wollen. Jedenfalls war es der große Wunsch und insgeheim auch irgendwie das Wissen, dass es für viele Menschen hörbar werden könnte.
Lukas:Auch Andreas Müller, ein Moderator im Deutschlandfunk Kultur, hat ja im Interview mit euch gesagt, „Am Karussell von Ingo Blaumann“ sei der beste Song, den er je gehört habe…
Simon: Ja, stimmt… Ich habe mich da am Anfang gar nicht getraut, das noch mal zu erwähnen, weil ich nicht wusste, ob das jetzt wirklich sein kann. Aber es ist wahr anscheinend. (lacht)
Lukas:Der Titel „Jugend ans Geld verloren“ ist allein schon ein richtiger Eyecatcher und stiftet viele Assoziationen.Warum dieser Titel?
Hannes: Der Titel stammt von Simon, ich kann nur sagen wie ich ihn finde. Ich finde es beschreibt einfach eine Phase in der eigenen Biografie, die zwangsläufig stattfindet. Es ist gar nicht die Frage, ob es passiert, sondern dass es passiert und wie man damit umgeht und diesen Prozess reflektiert. Die Frage kam oft: habt ihr eure Jugend ans Geld verloren? Ich würde sagen, es passiert mehr oder weniger den meisten Menschen.
Simon (ein neues Bier öffnend): Der Titel ist nicht unmittelbar mit den Songtexten verknüpft. Songs und Titel sind auch zu einem unterschiedlichen Zeitpunkt entstanden. Das hat sich dann irgendwie als Abschluss, als Deckel… oder als Fassung dieser vielen einzelnen Nummern ergeben, dass es „Jugend ans Geld verloren“ heißen soll. Der Rest ist… Kunst. Es braucht auch eine gewisse Intimität zu diesem Kernthema, das man nicht klar aufschlüsseln kann. Es ist einfach eine Geschichte, eine große Geschichte. „Jugend ans Geld verloren“ ist halt der Titel. Es gibt sicher auch andere Titel, die gut gepasst hätten. Da ist kein definitiver Punkt auf dem Album, wo man sagt: deswegen heißt es „Jugend ans Geld verloren“. Es gibt so viele Bedeutungsebenen und Interpretationsmöglichkeiten. Man muss es auch ein bissl so hinnehmen. Man muss es so hinnehmen und das beste für sich draus machen.
„Nicht immer nur »alles super, wir wollen danzn«“
Lukas:Die Texte der Songs haben definitiv auch einen politischen Sound. Wollt ihr politisieren bzw. moralisieren?
Thomas: Man kann es so hinnehmen und sehen, dass das irgendwie politisch ist. Aber man muss es auch nicht so verstehen, weil es irgendwie nie zu direkt oder offensiv politisch ist im Sinne von „mach das nicht“ oder „pass genau auf dies und jenes auf“. Wenn man selbst diese Themen schon mal reflektiert hat, wird man es klar so verstehen. Aber wenn nicht, dann… weiß ich nicht.
Simon: Es ist sicher politisch. Weil ich auch Ohnmacht, Wut und Veränderungswillen verspürt habe in meinem Leben. Und zu dem Zeitpunkt, als ich gewisse Lieder geschrieben habe, ist das präsent gewesen und dann kommt es auch in den Liedern vor. Ich habe einfach mehr auf meinen intuitiven Schreibfluss gehorcht als jetzt gezielt politisch sein zu wollen. Denn man kann ja oft gar nicht sagen: genau dies oder jenes ist das Problem. Im Songwritingprozess ist es meistens weniger die Anklage alleine, es ist oft eine Mischung aus Anklage, einer gewissen Art von Trauer und der Ohnmacht gegenüber bestimmten Themen.
Lukas:Auch das Stichwort Zeit und ein Coming-Of-Age Konzept habe ich oft in den Texten wiedergefunden.
Simon: Die Zeit spielt für mich eine Rolle. Das hängt für mich auch sehr konkret mit dem Titel zusammen. Dieser fließende Übergang von „verliebt in die Idee und das Spiel“ und im nächsten Moment berechnend und professionell gegenüber dem Leben. Um produktiv zu sein, im wirtschaftlichen Sinne. Auch diese Spannen, wann fängt es an, wann hört das auf? Das ist natürlich ein Zeitthema.
Lukas:In den letzten zwei, drei Jahren, vor allem 2020, kam immer mehr Musik mit politischen Inhalten raus. Ist es in diesen Zeiten überhaupt möglich, ein unpolitisches künstlerisches Werk zu schaffen?
Thomas: Ich glaube es ist schon gut, dass es Musik gibt, die komplett unpolitisch ist. Es muss ja nicht immer zum Nachdenken anstiften. Musik ist auch mal ganz fein zum Entspannen. Oder mal zum Durchdrehen. Oder um alle möglichen Gefühlslagen zu durchleben. Es ist aber natürlich auch schön, wenn es irgendwo in der Musik auch ein bissl mehr Inhalt gibt und nicht immer nur „alles super, wir wollen danzn“.
Lukas:Zum Tanzen regt eure Platte dennoch an vielen Stellen an. Es klingt alles sehr organisch und nicht konstruiert in der Produktion. Wie und wo ist das Album entstanden?
Hannes: Ich glaube der Live-Charakter ist in jedem Song hörbar. Ich hoffe man hört, dass es menschengemachte Musik ist und das war auch die geplante Herangehensweise. Matthias Magerle, der Bassist vor Thomas, hat das Album mit uns in seinem Projektraum aufgenommen und produziert und es steckt auch ein großer Teil von ihm drin.
Lukas:Nun hat Corona ja das Leben vieler Künstler im letzten Jahr stark beeinflusst. Könnt ihr vielleicht auch positive Schlüsse daraus ziehen?
(Pause) Hannes: Irgendjemand hat zuletzt positiv angemerkt, dass wir trotz Corona das Album herausgebracht haben. Vielleicht gibt es auch mehr Leute die gerade sensibel für neue Musik sind. Corona hat aber dafür gesorgt, dass wir den Schwung der Albumveröffentlichung nicht direkt für Live-Konzerte nutzen können. Das ist mit Sicherheit ein Problem.
Lukas:Was sind eure Wünsche und Aussichten für Dreimalumalpha im kommenden Jahr und für die Zeit nach der Pandemie?
Simon: Wir sind guter Dinge im Februar eine Konzertreihe zu starten, beginnend zunächst in Österreich. Wir wollen natürlich viel live spielen. Am liebsten so jeden dritten Tag im Jahresschnitt. Und wir arbeiten weiter an unserer Musik.
Lukas:Danke für eure Zeit und das nette Gespräch und viel Erfolg für die Zukunft!
Die im Februar erscheinende Vinyl von Dreimalumalpha kann man hier vorbestellen.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Vimeo. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Vimeo. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Bunny Stream. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Wistia. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Facebook. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Instagram. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Instagram. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Google Maps. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von reCAPTCHA. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von X. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.