Kategorie: untold premieres

  • Exklusive Videopremiere: Lazarus Dance & The Great Swindle und „Commander Blue“

    Wir haben heute eine ganz besondere Videopremiere für alle Fans von Lassie, Kommissar Rex oder Susi und Strolch: Lazarus Dance & The Great Swindle veröffentlichen nämlich exklusiv bei uns das Musikvideo zu ihrer neuen Single Commander Blue. Warum Jule beim Schauen des Videos wild mit Leckerlies um sich geworfen hat (metaphorisch gemeint) und warum dieses Musikvideo trotz Diebstahl eine unfassbar süße Story erzählt, erfahrt ihr jetzt.


    Können wir zu allererst einmal über den vielleicht besten Bandnamen des Jahres 2021 sprechen? Allein den Namen des Sängers, Lazarus Dance – kann man sich nicht ausdenken. Die restliche Band, bestehend aus Lars, Christian und Nico, dann aber noch The Great Swindle (sprecht mal Swindle laut aus, was für ein geil klingendes Wort auch) zu nennen – ich find’s mega. Und wer sich die Jungs mal genauer anschaut, dem könnten einige Gesichter vielleicht sogar bekannt vorkommen: Lars und Christian sind nämlich auch Teil der Band Leopard, mit denen ich mich im Sommer letzten Jahres zum Interview, das ihr hier nachlesen könnt, getroffen habe. Außerdem haben Leopard auch eine after-christmas-Livesession für uns gespielt, die ihr euch auf unserem IGTV anschauen könnt. Aber das nur am Rande für die Freaks wie mich, die solche Hintergrundinfos lieben.

    Bevor wir aber gleich zum Musikvideo kommen, checken wir natürlich erstmal den Song selbst ab,. Commander Blue ist erst die zweite Single der Berliner Band und beginnt mit einer entspannten Surf-Rock-Melodie und einer geilen mystischen E-Gitarre. Die leichten Psychedlic-Sounds projizieren mir direkt einen Arthouse-Film vor mein inneres Auge. Nach einer durchzechten Nacht sitzt man in der S-Bahn, die Sonne geht gerade auf. Und im Hintergrund läuft eben jener Song. Meine Vorstellungen machen total Sinn, wenn man weiß, dass Lazarus Dance selbst auch Visual Artist ist – der es offensichtlich sogar schafft, allein mit Musik richtig schöne Bilder zu erzeugen. Ich mag die Vocals total gerne, die irgendwie magisch-verrückt und gleichzeitig sehr wohlig klingen. Gerade im Zusammenspiel mit den Instrumenten ergibt das eine völlig eigene Sphäre. Und immer wenn er „Commander Blue“ singt, zieht irgendwo auf der Welt ein:e Zauberkünstler:in ein Kaninchen aus dem Hut.

    Ich will es jetzt aber auch nicht weiter hinauszögern. Schließlich habe ich noch viele Dinge zum Video zu sagen, das ihr euch hier anschauen könnt:


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    Am Anfang sehen wir neben Sänger Lazarus und Gitarrist Christian, der das Video auch written and directed hat, die Hauptfigur des Videos: Eine junge Frau, die in ihren Träumen eine gute Zeit mit EINEM HUND HAT AND I CAN RELATE THAT SO BAD (sorry, aber wenn ich Hunde sehe, werde ich eine ganz andere Jule). In der nächsten Szene sehen wir sie die Straße entlanglaufen und einem Doggo begegnen, der dem vorgenannten wie aus dem Hundegesicht geschnitten aussieht. Selbstverständlich, dass man ihm folgt. Als die Hundebesitzerin diesen für einen kurzen Einkauf vor dem Supermarkt anbindet, ergreift sie ihre Chance und naja, nimmt ihn mit. Das ist natürlich irgendwie Diebstahl, den ich nicht gutheißen kann, aber naja irgendwie… doch schon.

    So macht sie sich mit dem dog of her dreams auf den Weg, um eine ebenso gute Zeit zu haben, wie sie sie in ihrem Traum hatten. Leider hat Doggo gar nicht mal so viel Bock. Eigentlich echt gar keinen. Krampfhaft versucht sie das Herz des Vierbeiners zu gewinnen, täuscht sogar einen Badeunfall vor, um irgendeine Emotion hervorzurufen – vergeblich. Es ist ein bisschen heartbreaking für mich das mit anzusehen, weil ich ihre Gefühle völlig nachvollziehen kann. Wie mies ist es, wenn man von einem süßen Wuff nicht beachtet wird? Resigniert und akzeptierend, dass dieser Hund eben doch nicht der aus ihrem Traum ist, bringt sie ihn am Ende wieder zurück zum Supermarkt.

    Während dieser fast schon traurigen Geschichte tauchen auch immer wieder Lazarus und Christian auf. Mal als Erinnerungsfoto schießende Passanten, mal auf einer Parkbank sitzend. Dieses Video ist voll von kleinen süßen und witzigen Details, dass sich aufmerksames Anschauen wirklich lohnt. Meine Lieblingsszene: Lazarus, der aus dem Netto-Supermarkt mit zwei Edeka-Tüten stapft. Das ist die Art von Humor, die ich gerne habe. Das Video spiegelt optisch auch ziemlich genau die Vibes wider, die mich Commander Blue akustisch schon erahnen ließ.

    Es könnte sein, dass Lazarus Dance & The Great Swindle mit diesem Musikvideo schon jetzt eines meiner liebsten des Jahres gezaubert haben. Und ich hoffe, ihr seht das genauso. I mean, es geht hier immerhin um Hundecontent, wer liebt das denn nicht?

    Falls ihr euch nach dem Video den Song in eure liebste Playlist packen wollt, verstehe ich das voll. Hier gibt’s Commander Blue zum direkt auf Spotify abspeichern:

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    Fotocredit: Domink Endreß

  • Exklusive Videopremiere: Tropikel Ltd und „Monsun“

    Heute gibt’s mal ein bisschen Fusion für die eingestaubten Ohren – und Augen: Tropikel Ltd veröffentlichen heute exklusiv bei uns vorab das Musikvideo zu ihrer neuen Single „Monsun“, bevor diese dann morgen auch bei eurem Streamingdienst des Vertrauens erscheint. Wie „Monsun“ klingt, wie das Video aussieht und vor allen Dingen, was das mit Fahrradfahren und einem trockenen Feld am Waldrand zu tun hat, erfahrt ihr jetzt.


    Tropikel Ltd dürften euch vielleicht schon mal über den musikalischen Weg gelaufen sein. Mit Songs wie Schatzkiste“, „Sie will mit mir küssen oder zuletzt Puls 1000 hat sich die dreiköpfige Band aus Berlin inzwischen eine beachtliche Hörer:innenzahl ersungen und so manchen Playlist-Platz erspielt. Tropikel Ltd. stehen für big feelings, die sie in gepflegten 80er-Pop packen und mit kessem Indie-Rap, funkigen Disco-Beats und Synthie-Elementen verfeinern. Und die Leute liebens einfach. Ein Blick in ihre YouTube-Kommentarsection reicht da schon aus: Von „Da geht mir einer ab! Bin nicht mehr so in der Szene drin, aber das find ich heftig innovativ!“ bis „Gerade das erste Mal gehört & sofort verliebt“ ist da alles dabei. Fast schon spielerisch hebeln sie verkapptes Genredenken aus und haben sich so ihren ganz eigenen unverkennbaren Sound geschaffen. Wenn ihr „Monsun“ gleich hört (und ihr ihren Sound bereits kennt), wird euer erster Gedanke zu einem hohen Prozentsatz „Ah ja klar, das sind Tropikel Ltd.sein.


    A heartbreak song needs a healing beat

    „Monsun“ beginnt mit einem soften fade-in eines oldschool midtempo Synthie-Beats, der eine herzliche Umarmung an die ebenfalls ertönenden Drums sendet. Wenn man sich dann auf die Lyrics konzentriert wird schnell klar, dass wir es hier mit einem Heartbreak-Song zu tun haben. Es geht um nicht erwiderte Liebe, obwohl man doch so ready dafür war, sich mit Haut und Haar hinzugeben. In der Mitte des Songs unterbrechen Tropikel Ltd diese Harmonie aus Synthies und Drums mit einem süßen Gitarrenriff, das in einen absolut retro klingenden 80er Synthie-Ausbruch mündet. Das ist schon ziemlich geil gemacht, muss ich zugeben.


    „Stell mir vor wie du springst in den Bach
    und lässt dich treiben immer flussabwärts
    und innerhalb von paar Tagen wärst du dann in meinen Armen“


    Wer sich dann aber nochmal auf die Lyrics konzentriert (Beispiel siehe oben), dem werden relativ schnell auch die lyrischen Natur-Anspielungen auffallen. Und damit sind wir dann auch schon beim bildlichen Thema des Musikvideos von „Monsun“ angekommen:

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    Das Musikvideo spielt äußerst Virus-dessen-Name-nicht-genannt-werden-darf-konform in eben jener Natur. Gedankenverlorenes Fahrradfahren, leicht verlorenes Rumstehen im Feld. Wohin mit mir? Ich gebe zu, das ist schon deep analysiert, deeper wirds dann aber auch nicht mehr. Denn wenn man sich auf den Tropikel Ltd-Vibe erstmal einlässt, dann ist dieses Video hauptsächlich wirklich einfach sehr lustig.

    Die Jungs sind ganz offensichtlich große Fans von Bild-in-Bild, denn das nutzen sie, wie hier, regelmäßig. Kennt ihr noch diese „Wir sind seit einem Monat zusammen, ich liebe dich mein Schatz <3“-Videos auf YouTube, in denen sich verliebte Teenager mit einer Diashow aus den besten Selfie-Kuss-Fotos ihre unendliche Liebe geschworen haben, während im Hintergrund ein romantischer Klaviersong lief? Das war meine erste Assoziation, als ich das Video gesehen habe. Ich finde es einfach witzig, wie Tropikel Ltd sowohl mit dem bildlichen Stilmittel, als auch mit Kleidung, Mimik und Gestik spielen und dem Ganzen mit ihrem generellen Prestige einen absolut eigenen Stempel aufdrücken. Das macht irre Fun!

    Und hier noch ein Profitipp: Gerne mal ab Minute 1:37 des Videos etwas genauer aufpassen. Wissenschaftler hassen diesen Trick.


    Morgen kommt „Monsun“ dann auch ganz offiziell raus (presave it here) und ist ready für eure liebste Playlist. Bis dahin könnt ihr euch hier noch mit der letzten Single von Tropikel Ltd ein bisschen auf den Release einstimmen:

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    Fotocredit: Valentin Seuss

  • Exklusive Videopremiere: Eveline und „Sexual“

    Exklusive Videopremiere: Eveline und „Sexual“

    Wir starten mit super viel Power in die folgende Videopremiere: sowohl musikalisch als auch inhaltlich zeigt Eveline in ihrer neuen Single Sexualwie wichtig es ist, vermeintliche Tabu-Themen auch auf musikalische Weise zu verarbeiten. Sexual ist eine elektronisch aufgeladene Ballade und allein dieser Gegensatz sollte aufhorchen lassen. Denn das hier ist wirklich ziemlich gut. Doch warum, welches Tabu-Thema Eveline hier verarbeitet und welche metaphorischen Ebenen das Video aufmacht, erfahrt ihr alles jetzt.

     
    „I’m no longer sexual“

    Wir alle haben in unserem Leben schon Millionen Begegnungen mit Clickbait gemacht. Unter all diesen zerreißenden Überschriften, die darauf abzielen, dass wir sie anklicken, ist die Einbindung des Worts „Sex“ wahrscheinlich die häufigste. Und auch wenn die Diskussion hinter dem warum Inhalt für eine ganze Hausarbeit wäre (ihr dürft sie gerne hier klauen), so kann man es aber auch ganz kurz und knapp auf den Punkt treffen: Menschen (meist Frauen tho, let’s be honest) werden in jedem möglichen gesellschaftlichen Kontext sexualisiert. Alles in unserem Leben dreht sich mehr oder weniger um Sex. Wir werden in so viele Situationen damit konfrontiert, von Kind auf, dass man sich dem eigentlich gar nicht entziehen kann. Und dieser vermeintliche Status Quo reproduziert natürlich auch Erwartungen. Erwartungen, auch sexual zu sein und das zu wollen, was alle wollen. Sex.

    Eveline zeigt in ihrem sehr persönlichen Song, dass sie das eben nicht will. Sie widerspricht diesen sozialisierten Erwartungen, sexuelle Zuneigungen zu empfinden und nachzugehen. Sie ist nicht sexual.

    „Right now, I don’t feel it at all. And I think that is absolutely fine. People shouldn’t feel uncomfortable talking about it. It’s not a taboo.”

    Und da hat Eveline absolut Recht. Es ist kein Tabu und das möchten wir mit diesen paar Worten vor der eigentlichen Videopremiere (dafür sind wir ja hier) auch betonen. Man muss auch gar nicht groß darum diskutieren, warum manche Menschen sich so fühlen. Denn ob aus traumatischen Erfahrungen oder persönlichen Identitätszuschreibungen, das ist ja genau so privat wie die Gründe, aus denen man Sex haben möchte. Easy as that. Und damit präsentieren wir: Das Musikvideo zu Evelines neuen Single Sexual:

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    „Superficial attraction is my soul’s enemy”

    Musikalisch beginnt Sexual mit einem eingesprochenen Intro, das mit so viel Hall, wie da drauf liegt, fast schon cinematisch wirkt: „When I was a kid, I was hoping, someday he would come to save me.”

    Das lassen wir erstmal für eine Sekunde sacken. Eveline erzählt das anscheinend immer noch nicht auserzählte Märchen von der hilflosen Prinzessin und dem großen männlichen Helden, der sie rettet– männlich wie er ist und hilflos wie sie ist. Das Märchen, das, so dumm es auch ist, immer wieder und wieder und wieder in allen möglichen Konstellationen reproduziert wird. Und der Ursprung der ganzen gesellschaftlichen Erwartungen ist, die auf denen lasten, die ihnen nicht entsprechen.

    Nach dieser Sekunde aufkommenden Grolls auf das Patriachat steigt Sexual dann richtig ein – Synths fliegen mir um die Ohren, dass ich das Gefühl habe, Eveline holt mit all ihrer Power zum Gegenschlag aus. Und das tut sie. Fette und vor allem laute Drums stoßen auf eine ansonsten absolute Ruhe in dem Song und lassen mich einfach nur absolut gebannt am Seitenrand zuhören. Und das ist es, was der Song will. Er will gehört werden. Er möchte raus in die Welt und mit all den vermeintlichen Tabus brechen, die auf uns liegen. Sagen, was nicht gesagt werden „darf“ und validieren, was obwohl so totgeschwiegen, trotzdem gefühlt wird. Empowerment in seiner pursten Form.

    „Is it just you

    Guess it’s on me

    Let’s stop it anyways

    Oh, i know what you

    What you want me to do

    Just wanna hideaway”

     

    Zu guter Letzt ein paar Worte zum Video selbst. Zusammen mit Director Jonas Unden hat Eveline sich zu dem Musikvideo ein besonderes Konzept ausgedacht: Sexualität dargestellt in Form von gemeinsamen Essen. Lässt man sich auf diese metaphorischen Ebenen ein, macht das auf den ersten Blick vielleicht verwunderliche Video super viel Sinn. Die angespannte und nervöse Energie vorm Essen, die fast schon schüchtern wirkt. Das langsame und widerwillige Herantasten an das sterile Essen. Mein Lieblingssatz im ganzen Lied ist und bliebt aber eindeutig „Too much male energy simply disgusts me“ und damit schließe ich auch diese Videopremiere ab.

     

    Fotocredit: Laurina Pettke

  • Exklusive Videopremiere: Kicker Dibs und „Schmetterlinge“

    Es gibt zur Abwechslung mal wieder etwas zu feiern, das kommt in letzter Zeit schließlich viel zu kurz: Kicker Dibs veröffentlichen heute nämlich das Musikvideo zu ihrer neuen Single Schmetterlinge. Und wir erstrahlen vor Freude in den buntesten Farben, weil wir euch eben jenes exklusiv präsentieren dürfen. Worum es im Song geht, wie er klingt und natürlich vor allen Dingen, wie das Video aussieht – das alles erzählt euch Jule im nachfolgenden Artikel.


    Eines meiner letzten richtigen Clubkonzerte war tatsächlich das der Kicker Dibs gemeinsam mit Tombola im Berliner Badehaus. Das war am 09.01.2020… Seitdem ist ganz schön viel, aber auch echt extrem wenig passiert (eine kleine Träne kullert über meine Wange). Den Kennern der Szene, also euch, sind Niki, Tingel und Lenny sicher schon lange ein Begriff. Schließlich reicht die Diskografie der Jungs bis ins Jahr 2016 zurück. Wer bei der neuen Single aber einen saftig-rockigen E-Gitarren-Hit á la Ohne dich oder Sterne oder Häuser erwartet, der wird jetzt von einem fast schon Kicker Dibs-untypischen Popsong überrascht. Denn genau wie ein Schmetterling selbst hat hier auch der Sound eine gewisse Metamorphose durchgemacht.


    Was wäre, wenn wir wieder werden was wir waren?

    In dem Song geht es um das Reflektieren einer Beziehung, die ganz offensichtlich am Ende zu sein scheint. Und ist das allein nicht schon hart genug einzusehen, macht es die aktuelle Zeit gerade noch ein ganzes Stück schwerer, ein solches Ende zu akzeptieren. Die Lyrics sind nachdenklich, melancholisch aber eben auch knochenehrlich. Gerade das ist es, was die Geschichte wahrscheinlich für viele absolut nachvollziehbar macht. Aus Schmetterlingen im Bauch werden Schmetterlinge im Rauch. „Es ist ein Lied über das Loslassen, das einen nicht mehr loslässt“ sagt Sänger und Songwriter Niki über den Song.

    Und genau diese Phase haben die Kicker Dibs in dem dazugehörigen Musikvideo, das sie in ihrem Studiohaus in Berlin zeigt, in eine wunderbar passende Bildsprache übersetzt, die ihr euch hier und jetzt anschauen könnt:


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    Im Video sieht man Sänger Niki, wie er, mit Kopf und Herz offensichtlich völlig woanders, versucht, seine Gefühle zu ordnen. Aus Zeitunglesen wird ein abwesendes Löcher-in-die-Luft-Gucken. Der Versuch auf dem Sofa zu entspannen endet in einem gedankenverlorenen Beobachten des Himmels. Und auch die mögliche Ablenkung, Backgammon mit sich selbst zu spielen, macht überraschend wenig Spaß – wobei ich ihm das ehrlicherweise auch schon vorher hätte sagen können. Trotzdem kommt mir jede einzelne der von den Kicker Dibs dargestellten Situationen bekannt vor. Manchmal ist es eben genau das was man braucht, um eine schwierige Phase zu verarbeiten. Aber genauso kann es manchmal das Allerbeste sein, sich mit seinen Freunden von einfach allem abzulenken. Diesen Eindruck macht Niki, als er mit seinen Bandkollegen musizierend im Wohnzimmer steht. In genau diesem Moment ist die Lebensfreude zurück in seinem Gesicht und vor allem seinen Augen.

    Kicker Dibs zeigen mit diesem dem Video zu „Schmetterling“, dass alle Arten, mit Schmerz umzugehen, okay sind. Gib dich ihm hin, lenk dich von ihm ab, verabscheue ihn, zelebriere ihn. Vielleicht interpretiere ich da zu viel rein, aber das ist einfach ein wunderbares bildliches Storytelling. Was meint ihr?

    Und zum Ende dieses Artikels gibt’s noch eine weitere gute Nachricht: Nach etlichen Jahren des gemeinsamen musikalischen Herumstreunerns veröffentlichen die Kicker Dibs am 21.05.2021 ihr Debütalbum, das den passenden Namen „Vagabund“ tragen wird. Bis dahin einfach noch bisschen das Video zu „Schmetterling“ gucken, Profi-Tipp.


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    Fotocredit: Tobias Schult

  • Exklusive Videopremiere: MORYZ und „Jupiter“

    Exklusive Videopremiere: MORYZ und „Jupiter“

    Fans von Tua, Goldroger, Olson und Majan können jetzt ein bisschen aufhorchen. Das Thema unserer heutigen Videopremiere lautet: Rap meets Pop meets ästhetische Drohnen Shots in Fuerteventura. Wenn das keine ultra coole Kombi ist, weiß ich auch nicht. MORYZ, um den es heute geht, ist ein Rapper im Blut. So würde ich das jedenfalls beschreiben, wenn man seit über 20 Jahren Musik macht und Sounddesign, Komponieren und Produzieren sogar studiert hat. Das alles trifft auf den Tübinger Rapper zu und wir haben hier die Ehre, das Musikvideo zu seiner neuen Single Jupiter zu prämieren. Und das, bevor die Single morgen auf allen Plattformen veröffentlicht wird!

     
    Gegenteile, die faszinieren

    Wer (zu Recht) vor allem bei „Drohnen Shots in Fuerteventura“ neugierig wurde, den will ich auch gar nicht lange warten lassen. Denn was MORYZ auf eigene Faust für seine Single visuell festgehalten hat, ist wirklich mehr als sehenswert. Ich muss sagen, mein Fernweh ist seit einem Jahr so groß, dass ich auch gar nicht viel brauche, um so begeistert zu werden. Aber selbst mit diesen niedrigen Ansprüchen bin ich fast den Tränen nahe als ich diese wirklich einfach nur wunderschönen Strände Fuerteventuras sehe. Dieser Ozean –. Ich bin zu 1000% neidisch auf MORYZ und sein Team, die diese Augenblicke einfangen durften. Seid die ersten, die mit mir neidisch werden:

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    Das Musikvideo zu Jupiter fängt aber nicht nur das schöne Wasser ein, sondern auch die steinigen und trocknen Flächen der Insel. Es sind mal wieder die Gegenteile, die faszinieren und die auch bei Jupiter inhaltlich eine zentrale Rolle spielen.

    Furchtlos Tanzen auf Scherben

    Angst vorm Sterben

    Können nicht mehr ändern, wer wir waren

    Doch haben in der Hand, wer wir werden

    MORYZ hat den Song in einer für ihn sehr schwierigen Zeit geschrieben, kurz nach seiner Trennung im Sommer. Jupiter verarbeitet diese Gefühle auf einer musikalisch sehr zugänglichen Art und beweist: Break-Ups sind leider immer noch die besten Inspirationen. Und Musik die beste Therapie. Und das sieht man auch im Video. Immer leicht verloren läuft MORYZ durch die trocknen und endlos erscheinenden Weiten der Insel, neben ihm das aufbrausende (und wunderschöne) Meer. Ohne richtigen Anhaltpunkt oder ein Ziel vor Augen versucht er sich selbst zu finden. Es hat auch nach außen hin, wie ich gerade merke, was sehr Therapierendes, ihm dabei zuzusehen. Denn Jupiter bezieht sich nicht nur auf den zerreißenden Liebeskummer nach einem Beziehungsaus, sondern auf alle Struggles, denen wir im Leben begegnen. Alle negativen Ereignisse oder Situationen, die einen nicht nur runterziehen, sondern auch so richtig mit Dropkick niedertreten können. Die Kunst dabei ist es, immer wieder aufzustehen.

    Ich steh auf, wenn ich lieg

    Komm wieder auf den Boden, wenn ich flieg,

    Niederlage oder Sieg

     
    Jupiter, der große Träumer

    MORYZ, Untoldency, Untoldency Magazine, Indie, Musik, Blog, Blogger, Online Indie Musik Magazin, untold music, moryz rapper, jupiter, superlifepromoMusikalisch bewegen wir uns bei Jupiter wie schon anfangs angedeutet auf einer sehr zugänglichen Balance zwischen Rap und Pop. Es beginnt mit sphärischen Synths und MORYZ Stimme, die sich vom Klang her absolut neben Tua oder Majan einreihen kann. Tiefer Bass gesellt sich im ersten Refrain dazu und obwohl es noch relativ ruhig klingt, weiß man, das hier hat großes Ohrwurm-Potential. Nach einer Minute verschwindet die satte Soundkulisse. MORYZ liegt nicht mehr am Boden, sondern steht auf und fängt an zu rennen. Passend dazu bekommt auch der Song einen musikalischen Twist. Jupiter ist auf einmal upbeat, MORYZ rappt und auch ich wippe melodisch meinen Kopf mit. Tatsächlich ist die Soundkulisse trotz poppiger Melodie sehr elektronisch gehalten und man merkt, hier versteht einer was, von dem, was er macht. Macht auch Sinn, immerhin ist Jupiter eine straight up Referenz zu dem größten Planeten unseres Sonnensystems.

    Fazit: Das kleine Experiment-Video zu Jupiter ohne professionelles Kamerateam, sondern mit eigener Drohne ist nicht nur visuell gelungen, sondern passt auch ziemlich perfekt zum Song. Ab morgen ist die Single dann auch auf allen Streaming Plattformen zugänglich und MORYZ sowieso auch mal ein sanftes Auschecken wert.

     

    Fotocredit: Anders

  • Exklusive Videopremiere: au’lyla und „Little Dragon“

    Exklusive Videopremiere: au’lyla und „Little Dragon“

    Heute gibt es elektronisch pulsierende Beats auf die Ohren mit einem Video, das einen kleinen Drachen featured. Das ist vielleicht der beste Einleitungssatz, den ich dieses Jahr geschrieben habe. Wir dürfen präsentieren: Die offizielle Videopremiere von der neuen Single Little Dragon des Geheimtipps aus Hamburg au’lyla.

     
    Indie Elektro Art Pop – ja, das ist ein Genre

    au’lyla sind die vier Freunde Isa, Annika, Hannah und Lars aus Hamburg. Sie machen Indie Elektro Art Pop und beweisen, dass Kreativität in der Musik wirklich grenzenlos ist. Immer mit der Liebe zum Indie in der Hinterhand, spielen sie mit so viel weiteren Sounds und Gegensätzen, dass sie, so schnell kann man gar nicht gucken, mal eben was komplett Eigenes erschaffen. Ich darf ganz kurz aus dem Pressekit der Band zitieren: „Der Sound von au’lyla erinnert mal an Sylvan Esso, mal an Ätna oder Fever Rayund erzeugt dann doch ein ganz eigenes Universum“. Und in dieses Universum darf ich euch jetzt mitnehmen.

    Die neue Single Little Dragon ist wie die zwei vorherigen Single-Releases Doorway und Insights ein weiterer Vorbote für das Debütalbum der Band, das dieses Jahr erscheint. Obwohl es sich musikalisch sehr unterscheidet (dazu kommen wir gleich), knüpft es visuell an das Musikvideo von Insights an. Und nein, es war kein Clickbait, es geht wirklich um einen kleinen, süßen Drachen. Twist aber: Das Video ist in kompletter Eigenregie als Scherenschnitt-Video entstanden. Als würde das den kleinen Drachen weniger süß machen – im Gegenteil. Alle Elemente des Videos sind mit Hand gefertigt, ausgeschnitten und werden für das Video mit unsichtbarer Hand bewegt. Es ist wie ein kleines Schattenspiel mit echten Materialen. Art halt.

    In dem Musikvideo von Insights werden wir in die Geschichte des Monsters eingeführt. Ja, ihr habt richtig gelesen. Hier geht es nicht nur um einen kleinen Drachen, sondern erst um ein Monster. Ein Monster, das irgendwie immer ganz traurig aussieht, Freunde sucht, aber keine findet, und allgemein ein paar Struggles mit sich selbst durchläuft. Auch wenn das sehr nach einer Kinderstory klingt, so erwärmt sich mein Herz mit knapp 25 auch noch ganz schön doll. Am Ende des Insights Videos kommen wir zum ersten Mal in Kontakt mit dem kleinen Drachen, um den es heute geht.

     
    Posaunen zum Weltuntergang

    Das Musikvideo von Little Dragon ist ebenfalls im Scherenschnitt-Eigenregie entstanden und begleitet den kleinen Drachen auf seiner Reise. Ich muss wirklich sagen, wenn man sich drauf einlässt, ist es einfach geil. Man kann einfach sehen, wie viel Mühe und Zeit hier rein investiert wurde. Alle vier haben in ihrer WG an Zeichnungen gearbeitet und das Schattenkino zum Leben erweckt. Und das könnt ihr euch hier angucken:

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    Zum Musikalischen: Little Dragon beginnt mit einem versetzten Techno-Beat, der so pulsierend ist, dass ich, obwohl es nicht meine Szene ist, einen verschwitzten, kleinen Berliner Techno-Club herbeisehne. Hypnotisierend fügen sich immer mehr Sounds dem Gesamtklang an, dass ich nicht merke wie eineinhalb Minuten vergehen, ohne dass jemand gesungen hat. Hört man au’lyla zum ersten Mal, könnte man sich ganz verstutzt fragen, wieso da „Indie“ im Genre mit drinsteht. Aber genau das ist das Interessante an der Band. Das ist kein Song für die Charts, das ist Musik als experimentelle Kunstform. Einfach mal mit Genres spielen, Leute für eineinhalb Minuten auf einen Techno-Beat auflaufen lassen, um dann doch mit einer melodischen Leadstimme zu kontern.

    Little Dragon follow me to the sky
    The end is coming so you better learn to fly!
    More of a scream then a whisper
    You hear it coming from the centre of a wastelands heart
    fall apart, fall apart

    Was sehr düster klingt, ist es auch. Der kleine Drache muss fliegen lernen, um der Zerstörung und dem Chaos auf dem Land zu entkommen. Visuell anschaulich umgesetzt, macht der Song auch musikalisch einen Break. Die Ekstase endet und es erklingen Posaunen. P o s a u n e n! Wie geil klingen Posaunen. Mittlerweile fühl ich es voll – den Weltuntergang.

    Remember, the only thing you were given
    Are those wings to fly along
    Fly along, fly along…

    Schafft es der kleine Drache, den Flammen und der Zerstörung zu entfliehen…? Am besten Musikvideo gucken, denn dafür sind wir ja auch hier.  

     

    Fotocredit: Rebekka Müller

  • Exklusive Videopremiere: Komplizen der Spielregeln und „Mehr Fucked“

    Wir präsentieren euch heute das neue Musikvideo zu „Mehr Fucked“ der Kölner Indie-Band Komplizen der Spielregeln. Ohne Video bereits letztes Jahr auf ihrem vierten Album erschienen, legt das Trio jetzt das Bildmaterial nach. Mit dem Song „Mehr Fucked“ brechen die Komplizen der Spielregeln das Schweigen und rechnen mit Realitätsverdrehern und Ewig-Gestrigen ab.

    Mehr Fucked als Fakt

    Passend wie die Faust aufs Auge erscheint das Video zu „Mehr Fucked“ an gerade diesem heutigen Datum, dem 19. Februar. Vor genau einem Jahr tötete ein Attentäter in Hanau neun Menschen aus rassistischen Motiven, anschließend seine Mutter und sich selbst. Nicht nur diese Tat ist ein Grund dafür, einen Protestsong zu schreiben, denn sie ist kein Einzelfall. Die Lage in unserem beschaulichen Land, sowie in vielen anderen Ländern gleichfalls, ist alarmierend. Die Komplizen der Spielregeln nehmen sich diese bedrückende Stimmung zum Anlass und schreiben einen Song über den sich unverstanden fühlenden, kleinen Mann. Über die politische Selbstradikalisierung am heimischen Küchentisch. Und über die Verdrehung von Fakt und Fiktion.

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    Besonders auffällig ist die verlangsamte Geschwindigkeit des Videos. Alles läuft in Zeitlupe, langsam und zähfließend. Drei Gestalten mit wirr behangenen Kostümen aus Fetzen, Schnüren und Fäden bewegen sich langsam in einem abwechselnd farbig beleuchteten Raum. Die Stimme von Sänger Tobias Ortmanns führt uns treffsicher in die Thematik ihres Songs ein:

    „Dieses Land wurde markiert
    Vor Deiner und meiner Zeit eine Flagge gehisst“

    Seit diesem furchtbaren Ereignis vor fast 90 Jahren, leben wir in einer zutiefst gespaltenen Gesellschaft, die uns die Komplizen der Spielregeln hier näher bringen wollen. Im Text geht es um Menschen aus unserer Mitte, um unsere Nachbarn oder vielleicht sogar Bekannte. „Mehr Fucked“ zeichnet eine Karikatur derjenigen, die von Wahnvorstellungen und falschen Ängsten besessen sind.

    Getarnte Gedanken

    Während die Gestalten im Video weiter durch urbane Räume ziehen und schwerfällig voranschreiten, merke ich, dass es sich bei den Kostümen um Tarnanzüge aus dem militärischen Bereich handeln könnte. Einer in grün, einer in weiß und einer in braun. Das schafft eine bildliche Verbindung zu jenem gewaltbereiten Milieu, das für Stimmungsmache und Gewalttaten bekannt ist.

    Zum einen sind diese seltsam gekleideten Figuren vielleicht ein Symbolbild für verworrene und falsche Theorien, wie sie heute an jeder Litfasssäule zu lesen sind. Sie schlendern durch unseren Alltag, wie die giftigen Gedanken einiger Mitmenschen, unbeachtet und unerkannt. Getarnt. Wie ein „Virus“ oder ein „Infekt“ schleichen sich diese z.B. fremdenfeindlichen Gedanken in unsere Mitte und ersetzen Fakt durch Fiktion. Die Komplizen der Spielregeln stellen diesen Missstand unserer Zeit in ihrem Song ganz richtig fest und singen weiter:

    „Gift in deinen Adern
    Peinlich, langweilig, ernst
    Leider mehr fucked, als Fiktion“

    Das Wort „Fakt“ wird hier in das gleichklingende Wort „fucked“ umgewandelt und zeigt uns: Ja, leider ist es Fakt, dass diese Gedanken und Menschen, die sie verbreiten, existieren. Sie wurden zu lange verschwiegen und kleingeredet. Der ironische Twist des gesamten Textes kommt hier durch die Doppelbedeutung schön zur Geltung.

    Diese drei Gestalten, mutmaßlich in Tarnanzügen, könnten aber auch für ein viel direkteres Bild stehen. Nämlich für genau die, die sich unverstanden fühlen, radikale Gedanken entwickeln und sich in einer „normalen“ Welt wie Aliens, Alleingelassene und Vernachlässigte fühlen. Und man findet sie, wie im Video, überall. Wenn man denn hinschauen würde. Im Park, im Industriegebiet. Auf den Straßen deiner Stadt, im Freibad oder im Auto neben dir.

    Aleppo, Auschwitz, Disneyland

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    Musikalisch bewegen sich die Komplizen der Spielregeln bei „Mehr Fucked“ in Indietronic-Gefilden. Eine akustische Gitarre leitet den Song zunächst gezupft unschuldig ein und steigert sich im Laufe des Songs in eine rockige Variante. Ein tiefer Synthesizer liegt als Fläche unter dem Song und betont dessen finstere Thematik. Die verwaschenen Drumgrooves, die prägnanten Basslicks und die Stimme von Tobias Ortmanns erinnern mich immer wieder an die Pixies.
    Zum Ende des Songs hört man auch den Noisefloor aus Kllicken, Klacken und sonstigen steampunkigen Geräuschen gut heraus und die Band gerät in einen beeindruckenden Spoken Word-Teil, der die Wut über absurde und alternative Realitäten verdeutlicht:

    „Kleiner Mann – Heimat – Wut – Allein
    Die da und Du dort
    Die kriegen mehr als Du
    Aleppo, Auschwitz, Disneyland
    Macht Dir so viel Stress
    Amüsier Dich, kleiner Mann, Heimat, kleiner Mann,
    Trauriges Remake“

    Mit ihrem Video zu „Mehr Fucked“ spenden uns die Komplizen der Spielregeln Hoffnung. „Wir sind mehr“ ist zwar inzwischen auch schon ein plattgeredeter Slogan, aber er ist wahr. Fakt. Denn auch die drei getarnten Gestalten stehen in der letzten Sequenz allein auf weiter Flur. Fucked.
    Der Song und das Video werden vielleicht nicht dazu beitragen, ein verlorenes Schaf zurück zu holen. Allerdings führt er sicherlich dazu, der verbleibenden Herde bewusst zu machen, welche die einzig richtige Seite ist.

    Mehr zu den Komplizen der Spielregeln findet ihr hier!

  • Exklusive Videopremiere: Kafka Kaya und „Kyrie Eleison“

    Exklusive Videopremiere: Kafka Kaya und „Kyrie Eleison“

    Es ist wieder Zeit für eine Videopremiere. Dieses Mal kommt sie aus Berlin, genauer aus dem Homestudio von Kafka Kaya. Der Künstler hat nach der Auflösung seiner früheren Band auf „Restart“ gedrückt und ist nun mit seinem Solo-Projekt und vielversprechenden Releases zurück. Die zweite Single Kyrie Eleison prämiert exklusiv auf Untoldency.

     
    Manchmal braucht es einen Rebound

    Eigentlich aus einem idyllischen Dorf in der Schweiz macht Julien, der hinter Kafka Kaya steckt, melodischen Folk mit elektronischen Einflüssen. Die erste Single Morocco erschien Anfang Januar. Um einen Einblick in die Klangwelten von Kafka Kaya zu werfen, kann ich auch absolut empfehlen, hier mal reinzuhören:

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    Kafka Kaya ist aber kein unbeschriebenes Blatt. Nach der Auflösung seiner Band hat Julien 2015 nahezu nahtlos genau jenes Soloprojekt gestartet. Die sehr elektronisch geprägte EP, die folgte, war wie es sich herausstellte, ein „Rebound“: der leicht überstürzte Versuch, mit etwas Alten abzuschließen, indem man etwas Neues beginnt. So verlagerte sich Kafka Kaya aus Basel in den Großtstadtjungel Berlin. „Leicht größenwahnsinnig und chronisch unterfinanziert“ macht Kafka Kaya jetzt alles allein und mit Unterstützung von Freunden: vom Artwork bis hin zur Promotion. Die Zeit für diese Selbstfindungsphase zahlt sich nun aus. Die neuen, organischen Folk-Sounds bringen ihn wieder zurück ins Musikgame und lassen gespannt sein auf Neues.

    Doch nun zum Eigentlichen: Kyrie Eleison. Was genau der Titel bedeutet, kann ich euch leider so genau nicht sagen. Was ich aber sagen kann, ist, dass es eine absolute Empfehlung an alle Folk-Fans ist, die sich manchmal nach elektronischen Einflüssen sehnen. Einfach die gewisse Prise, die alles nochmal ein Level höher hebt. Diese Prise hat Kafka Kaya.

    Chorstimmen eröffnen das fast schon mystische Intro. Brummender Bass, viele Synths und elektronische Samples setzen Akzente und verwandeln die anfänglichen Singer-Songwriter Vibes in einen elektronisch-poppigen Folksong. Kyrie Eleison vereint wie es scheint tausend verschiedene Instrumente und Layers und doch ist es nicht zu viel. Stattdessen verbindet es sich und wird zu Einem. Es geht auf und ab, wird ruhig bevor es sich wieder aufbaut. Es ist definitiv ein Song ab von den großen Charts, aber gerade deshalb auch so gut. Die gewisse Abwechslung für’s Ohr.  

     
    Menschliche Tiefpunkte umrandet von wunderschönen Berglandschaften

    Der musikalische Rahmen ist gesetzt, nun das Video. Denn dafür sind wir ja hier. Kafka Kaya hat nicht an visuell ästhetischen Eindrücken gespart und verwöhnt uns mit einer Reise in die wunderschöne Natur. Auch wenn der Inhalt des Songs ein bisschen düsterer zu sein scheint und es der Protagonistin offensichtlich nicht ganz so gut geht, ist die Landschaft *chef’s kiss*. Schneebedeckte Berge, majestätische Tannen, was will man mehr. Kafka Kaya spielt mit abstrakter Bildsprache und lässt so Raum für Interpretationen – sowohl inhaltlich als auch visuell. Es scheint um einen Menschen am Tiefpunkt zu gehen und die verzweifelte Suche nach etwas Größeren als sich selbst.

    Und damit, lasst den Analysen freien Lauf oder begnügt euch der ästhetischen Bilder:

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    Fotocredit: Janna Strässle

  • Exklusive Videopremiere: Santans und „Mesa Verde“

    Exklusive Videopremiere: Santans und „Mesa Verde“

    Die erste Videopremiere in 2021 geht an niemand anderes als Alles-Könner und DIY-King (ganz knapp hinter Fynn Kliemann) Santans. Musiker, Producer, Videographer, Grafiker, Promoter – Chris Scott Pham ist alles. Neben seiner Band Color Comic hat Chris mit Santans nun auch sein Soloprojekt wieder zum Leben erweckt und macht da, wie sollte es anders sein, auch alles selbst. Mesa Verde ist die zweite Singleauskopplung seiner im Februar erscheinenden EP ttt – time to think.

     
    „Isolation puts me in a cage with my oldest enemy.”

    Doch alles selbst machen trägt auch seine Konsequenzen mit sich. Überarbeitet, erschöpft und konfrontiert mit kreativen Blockaden und Selbstzweifeln startet er Anfang 2020 mit seinem Film-Projekt YSEASONS einen Neubeginn. Doch kaum vier Monate später hatte auch dieser Neubeginn ein jähes Ende – ein Sturz, Hirn-OP und Intensivstation waren die Folge. Aus dieser Zeit und vor allem aus dieser aufgezwungenen Ruhe seiner Genesung brachte Chris sein Solo-Projekt Santans wieder auf den Weg. Ganz persönlich und intim nimmt er uns damit auf die Reise zurück zu sich selbst.

    Santans, Untoldency, Untoldency Magazine, Indie, Musik, Blog, Blogger, Online Indie Musik Magazin, mesa verde, yseasons, chris scott, chris scott pham, santans santansUnd diese Reise führt in dem Musikvideo zum neuen Song in den Nationalpark Colorado mit dem Namen Mesa Verde. Santans nimmt die Ästhetik des Nationalparks mit in den Süden von Bayern und inszeniert dort inmitten der Natur den Kampf mit dem eigenen Teufel. Anfangs noch sehr entspannt auf dem steinigen Boden liegend, erblickt Santans im kleinen Handspiegel die teuflische Version seiner Selbst – dämonisch grinsend und mit weißer sandiger Farbe bedeckt. Doch im Spiegel soll sich sein innerer Dämon nicht lange verstecken. Wie in Horrorfilmen, einmal im Spiegel gesehen, ist der Schritt zur realen Begegnung nicht weit. Zur zweiten Strophe dann betritt die mit weiß bedeckter Farbe teuflische Personifikation Santans die ästhetische Berglandschaft. Und wenn ich ästhetisch sage, mein ich auch ästhetisch. Berge und Tannen harmonieren mit den Farben der Protagonisten und alles scheint eins.

    Ein Tanz mit den Dämonen

    Doch kurz zum Inhaltlichen, auch wenn man viel aus dem Video herauslesen kann. Mesa Verde handelt von dem Verlust zu seinem Selbst und dem Suchen nach dem eigentlichen Zuhause. Wenn man sich selbst verliert, wo fühlt man sich dann noch wohl? Wo gehört man hin?

    Santans thematisiert die Konfrontation mit den eigenen Dämonen und dass beide schwer voneinander zu trennen sind. Man ist ständig im Kampf mit ihnen, versucht vor ihnen wegzurennen, sie zu ignorieren. Und doch sind sie da und in Zeiten, in denen es einem sowieso nicht so gut, gewinnen sie vielleicht die Oberhand. Mesa Verde zeigt dieses tanzende Zusammenspiel im roten Rauch, zwei Seiten, die man nicht voreinander trennen kann.

    Doch genug mit bedeutungsvollen Metaphern und ästhetischen Bildern. Zum musikalischen: Mit ruhigen Gitarrentönen eröffnet Mesa Verde zu einem dreamigen Indiesong. Dann setzen Bass und Gitarre ein und geben dem ganzen eine bouncige, jazzige Struktur. Als Santans mit der ersten Strophe einsteigt, ist eine ganze Minute vergangen und ich bin jetzt schon Riesen-Fan des Riffs und Mesa Verde. Das Lied bricht immer wieder mit der Struktur, die Indie-Gitarren kommen wieder, erklingen vor leerem Raum und legen sich dann mit allem zusammen. Musikalisch passiert hier echt so einiges. Der Song befindet sich stetig im Wandel, zwischen ruhigen Gitarrenparts und aufbrechenden taktgebenden Bassriffs liegen nur ein paar Sekunden. Chris, i can see what you did here. Mesa Verde ist sowohl auf lyrischer und visueller als auch auf musikalischer Ebene ein Tanz mit den eigenen Dämonen.   

    Und damit schließe ich den dann doch sehr ausführlichen Aufsatz und lege euch das Video von Mesa Verde ans Herz. Und Santans, den natürlich sowieso.

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    © Luca Kraus und Janine Brömse

  • Exklusive Videopremiere: Darcey und „Jukebox“

    Exklusive Videopremiere: Darcey und „Jukebox“

    Heute haben wir wirklich einen kleinen Rohdiamanten für euch, jedenfalls für diejenigen unter euch, die Fans von Britpop sind: Darcey aus München/Augsburg/Regensburg (wenn man zu fünft ist, darf man aus drei Städten kommen). Die Jungs kombinieren trotzigen Gitarrensound mit Indie-Pop Elementen und all dem Drum und Dran, welches sie ganz kurzerhand auf unseren Radar geholt hat. Ich sage Rohdiamant deshalb, weil sie wirklich noch ziemlich klein sind –das könnt ihr ändern. Darceys neue Single „Jukebox“ feiert bei uns heute Videopremiere und ist, meiner Meinung nach, der perfekte Song, um die Band und ihre Musik sehr lieb zu gewinnen. Und DANN kommt da ja noch das Video hinzu!

    „Jukebox ist dieses EINE Lied.“

    Tatsächlich möchte ich bevor ich mich in Schwärmereien verliere, euch erstmal das Video ans Herz legen. Alleine auch deshalb, weil ich die belegbare These (Quelle: ich) aufgestellt habe, dass ihr den Song keine fünf Sekunden hören könnt, ohne euch zu denken: geil. Das ist meine These und ich lade euch herzlich dazu ein, sie zu widerlegen:

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    Wer jetzt fünf Sekunden gehört hat und es nicht mag, muss auch nicht unbedingt weiterlesen (yes, full offense). Ich hab die These jetzt schon mehrfach getestet und bin jedes Mal, wirklich jedes Mal, auf’s neue total hin und weg. Darcey machen alles richtig, diesen Song durch so ein fettes Gitarrenriff zu eröffnen.Ich weiß nicht, wie sie die Gitarre getuned haben, dass es sich so geil anhört, aber nur diese paar Sekunden erwecken in mir sehr viele Gefühle. Und genau das soll Jukebox auslösen. Ich lass dazu mal die Jungs sich kurz selbst zitieren:

    Jukebox ist dieses eine Lied, das einen mit einem positiven Gefühl auf eine alte zerbrochene Liebe zurückschauen lässt. Musik hat etwas Intuitives, das uns dabei hilft, Beschwerlichkeiten zu vergessen und die Momente mehr zu genießen. Jukebox strahlt genau diese Intuition aus.“

    Nach dem phänomenalen Anfang gleitet Jukebox in einen Vibe, der sehr an den Indie-Rock aus den 80er und 90er in britischen Garagen erinnert: Britpop halt. Es ist unfassbar zugänglich und strahlt pure Unbeschwertheit aus. Jeder Übergang fühlt sich organisch an und macht einfach Bock, zu tanzen. Und genau darum geht es ja auch in Jukebox. Sich nicht nur melancholisch-beschwert an vergangene Momente und Beziehungen zu erinnern, sondern glücklich in Erinnerungen schwelgen, die mal waren.

    ‘xcuse me, ich muss mal kurz fühlen

    „Es gibt immer dieses eine Lied, das einen mit einem positiven Gefühl auf die alte zerbrochene Liebe zurückschauen lässt“. –Darcey

    Darcey, Untoldency, Untoldency Magazine, Indie, Musik, Blog, Blogger, Online Indie Musik Magazin, Videopremiere, Review, Darcey Band, Jukebox, BritpopDas ist meine Überleitung zurück auf’s Video, welches ihr jetzt ja schon geguckt habt. Und ganz kurz unter uns: i felt things. Das Video zu Jukebox folgt einer sehr simplen Story, ist überhaupt nicht aufwendig gedreht und spielt sich auch nur in einem einzelnen Raum ab. Das Video schafft zu zeigen, was der Song in seiner Grundessenz aussagen möchte: Musik ist intuitiv. Gefühle sind intuitiv. Es braucht keine aufwendig erzählte Geschichte, wenn es nur um das Gefühl geht, was Musik in einem auslöst. In diesem Fall war es die romantische Reise in die Vergangenheit eines alten Kegelbahnbesitzer, der mit dem bloßen Anspielen eines Songs auf der Jukebox in seine jungen Erwachsenenjahre zurückkatapultiert wurde. Sobald sich der Raum mit Musik füllt, sieht er Erinnerungen an sich selbst und seine junge Liebe. Es ist diese schöne und dennoch beschwerliche Melancholie, die Darcey da perfekt eingefangen haben. Das sprichwörtliche lachende und weinende Auge. Auch Darcey selbst sneaken sich in die romantischen Erinnerungssequenzen und spielen auf der Bühne den Song, zu dem das Paar tanzt, und machen das Video damit komplett.

    Fotocredit: Marion Botsivali und Simon Herdegen