Kategorie: untold premieres

  • Exklusive Videopremiere: DAVEE DEE und „Zellophan“

    Liebe Leser*innen,
    heute feiern wir die Videopremiere von „Zellophan“ von DAVEE DEE! Der Leipziger Musiker serviert uns nach seiner im Juni erschienenen Single „Liebe Grüße“ schon die zweite Single samt Video dieses Jahr. Im Fokus steht seit 2020 auch seine Band, die nicht nur live für die Prise Abriss sorgt, sondern den Sound der neuen Songs ebenfalls maßgeblich beeinflusst. Ein Mix aus düsterem Alternative-Rock und Rap, die Texte zwischen melancholischen Gedankenspielen und Gänsehaut-Storylines.


    Viel mehr als Plastik

    Zellophan? Ist das nicht das Zeug, in dem die CDs eingepackt sind? Diese Folie, die man erst halb abgelutscht und dann — wenn überhaupt — nur mit den Zähnen aufbekommen hat? Pardon, aber nein. Denn Zellophan besteht nicht (wie ich immer dachte) aus Plastik, sondern wird aus nachwachsenden Rohstoffen (wie zum Beispiel Holz) hergestellt. Somit ist es sogar kompostierbar und wasserdampfdurchlässig! Klingt verrückt, ist aber für unser heutiges Vorhaben durchaus von Vorteil. Denn das, was DAVEE DEE in seine Zellophanfolie einwickelt, darf auf keinen Fall dem Erstickungstod zum Opfer fallen!

    DAVEE DEEs markante Stimme braucht eigentlich nicht viel mehr als eine Klavierbegleitung. Und genau so beginnt auch der Song. Die ersten Sekunden von „Zellophan“ wiegen mich in den richtigen Modus, bevor Drums und Bass sich auf gemeinsamen Zählzeiten schneiden und meinen Oberkörper im Takt zucken lassen. Dezente E-Gitarren sorgen für die sphärischen Flächen und das Schwelgen in eigenen Erinnerungen, die der Text bei mir hervorruft. Darin geht es um begrabene Träume, Erwartungsdruck und um den Moment, wenn du draußen im Kalten stehst, durchatmest und merkst: irgendwie ist hier etwas aus dem Ruder gelaufen — obwohl doch eigentlich alles nach Plan läuft.

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    Zum Fliegen aufs Dach

    Die eigenen Träume in Zellophan zu verpacken ist ja eigentlich keine schlechte Idee. Noch heute ist Zellophan ein beliebtes Material zum Verpacken verderblicher Waren. So werden die Träume zwar kurzfristig artgerecht konserviert, doch leider nagt wohl auch hier der Zahn der Zeit ein Loch in die Knisterfolie. Und dieser Traum, das aufgeschobene Vorhaben, wird irgendwann einfach unappetitlich. Dann fragt man sich ja, wäre es nicht besser gewesen, die Träume direkt zu verwerfen, bevor sie noch so endlos lange auf Halde liegen und langsam verrotten? Auch hier gibt der Song Antwort: es ist nicht immer nur ein „Fingerschnippen“, aber der Wille zur Veränderung lässt diese dünne Folie leicht einreißen.


    „Nichts geplant, einfach gemacht
    In Hausschuhen zum Fliegen aufs Dach
    Und kaum bist du wieder am Boden
    Fragst du dich „Wow, wie hab ich das bloß gemacht?“


    Musikalisch passend baut sich der Song immer breiter und größer vor uns auf. Die einzelnen Szenen des Videos werden immer wieder durch keine Trickfilm Animationen ausgeschmückt und visualisieren die gesungenen Zeilen. Das vermittelt zwischen den sonst doch sehr düsteren Kulissen einen lauwarmen Hauch von Geborgenheit. In einem endlos langen Tunnel und einer Waldlichtung bei Nacht sehen wir DAVEE DEE und seine Band performen, gekonnt durch gezielte Schnitte und sanfte Blenden in Szene gesetzt.

    Die anfänglich zarten Gitarrenklänge werden im Laufe des Songs immer härter und rhythmischer. Kurz vor Schluss noch mal ein kurzer Part zum Durchatmen, wahrscheinlich der Part, bei dem live die ganze Crowd in die Hocke geht und gespannt auf den Drop zum Ausrasten wartet. Und der hat sich dann definitiv gewaschen! Dicke Gitarrenwände und ein mächtiger Breakdown-Beat sorgen zum Abschied noch für saftigen Muskelkater im Nacken. Bei mir hats definitiv nicht nur an der Folie geknistert! Viel Spaß mit „Zellophan“!

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  • Exklusive Videopremiere: Der Assistent und „W“

    Exklusive Videopremiere: Der Assistent und „W“

    Es ist wieder Premierentag bei untoldency und das bedeutet wir haben uns alle frisch geduscht und gekämmt und einen Sekt aufgemacht! Heute im Programm: Der Assistent mit seinem Musikvideo zum Song „W“. Ploppt euch doch auch schnell einen Sekt und klemmt euch mit uns vor die Glotze, los geht’s!

    Fleißigen Lesebienchen unseres Magazins wird der Name Tom Hessler auch schon bekannt vorkommen. Erst letztes Jahr hat er mit seiner Band FOTOS ein neues Album veröffentlicht und damit Kritiker und Fans gleichermaßen von seinen Songwriterqualitäten überzeugen können. Auch wir waren ein begeistertes Publikum, wie ihr in der Review nachlesen könnt. Als Der Assistent veröffentlichte Tom 2020 bereits die Single „Neue Lunge“, ein Jahr später folgte „Einsamkeit“. Entspannte, elektronische Beats untermalen mal quirlige, mal gediegene Synthesizer, in den Texten schwingt stets eine beruhigende Message mit. Das ist die richtige Musik für den Urlaub der Menschen, die nie Urlaub machen.


    „Dub-Treatment für die Seele“

    Wisst ihr noch was eine Heimorgel ist? In besonders gepflegten Partykellern der Republik sind sie bis heute anzutreffen: braune, schwere Ungetüme aus beschichtetem Pressspan, „MELODIA“ oder „CONCORDIA“ sind ihre Namen. Und aus ihnen dröhnt Musik, feinste elektronische Orgelklänge und swingende Drumpatterns.

    Mit einer ähnlichen Klangästhetik begegnet uns die neue Single „W“. Ein verträumter Reggaegroove, dauerhaft in die Knie gebeugt, schnipst uns auf die 2 und die 4 in eine ausgeglichene Grundstimmung. Genau die richtigen Vibes bei diesen Temperaturen.

    Doch genug der Worte vorerst, hier gibt es jetzt erstmal das Video:

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    Traurige Songs im Sommer

    Im Musikvideo wurde nach guter alter Meme-Manier montiert was das Zeug hält. Wie zufällig zusammen gewürfelt, wird uns hier eine Fülle an kleinen Videoschnipseln geboten, die man sich sonst auf Clipfish über Jahre mühevoll selbst kuratieren musste. Von lustigen Pannen bis süßen Katzenvideos ist hier alles dabei. Allerdings auch solche Sequenzen, bei denen mir nur das Lachen im Halse stecken bleibt. Kontextualisiert werden diese einzelnen Szenen durch wechselnde Bildtexte, immer bestehend aus jeweils einem Wort. Manchmal passgenau wie ein Stichwort, manchmal allerdings nur über zwei oder drei Ecken mit dem Bewegtbild verknüpfbar. „Wadenkrampf“ oder „Wolfsbegegnung“ lesen wir dort, und was diese schönen Worte gemeinsam haben, lernen wir relativ bald: das „W“.

    Dieses „W“ ist nicht nur ein Schlüsselelement des Videos, auch der Song lebt von diesem einzelnen Buchstaben. „Ich tat mir selber WEH“ heißt es da nämlich im Refrain. Diese prägnante Zeile lässt nichts Gutes vermuten, muss man sich hier ernsthaft Sorgen machen? Nein, denn hier wurde und wird bereits verarbeitet. Im Song geht es um die Vernachlässigung der eigenen Person – andersrum könnte man es als shout-out für mehr self care betrachten. Ein Thema, das in Anbetracht von Leistungsdruck, Home-Office-Versklavung und strikten Deadlines gesellschaftlich immer wichtiger wird. Eine zugegeben ernste Angelegenheit in einem wirklich fast schon übertrieben fröhlich wirkenden Reggaesong? Ja! Ich kann mir ehrlich gesagt nichts schöneres vorstellen, als traurige Songs im Sommer. Da stimmt einfach der Kontrast!


    Will Smith und Selbstreflexion

    Auch Der Assistent legt den Fokus auf den Kontrast, denn im Video blitzt immer wieder ein dunkler, manchmal fast zynischer Humor durch. So ist eine Razzia von Polizeispezialkräften mit „Wohnungsbesichtigung“ oder das gescheiterte Abfeuern einer Flak mit „Wehrdienst“ untertitelt. Dadurch wird man das Gefühl nicht los, hier den bösen Zwilling eines TikTok-Feeds vor sich zu haben. Unter dem Deckmantel alberner Kurzvideounterhaltung bildet sich hier im Kern die destruktive und schmerzvolle Realität ab. Und ist deswegen nicht nur auf persönlicher, sondern auch auf gesellschaftlicher Ebene als Kritik im Umgang mit Selbstwertschätzung zu verstehen. Was Will Smith damit zu tun hat? Findet es selbst heraus und schaut euch das Video an!

    Diese „Pop-Therapie“ von Der Assistent ist eine inspirierende Motivation zur Selbstreflexion und eine herzliche Empfehlung, euch selbst mal wieder auf die Schulter zu klopfen. Und es gibt noch eine gute Nachricht obendrauf: das Album ist für November 2022 beim Label Papercup Records angekündigt und birgt hoffentlich noch viel mehr davon.

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    Fotocredit: Maximilian König

  • Exklusive Videopremiere: Tóke X FLKS und „Blue Lagoon“

    Exklusive Videopremiere: Tóke X FLKS und „Blue Lagoon“

    Wir nehmen euch im Rahmen unserer heutigen Premiere auf eine wunderschöne musikalische Reise mit. Tóke lässt uns im Musikvideo zu „Blue Lagoon“ an all der emotionalen und menschlichen Wärme teilhaben, die er auf seinem Trip nach Portugal erfahren hat. Bilder aus dem Paradies und lebensfrohe Begegnungen lassen unsere Vorfreude auf den kommenden Sommer steigen, insbesondere mit diesem Sommerhit im Gepäck.

    Tóke’s musikalische Mission ist klar: positive Vibes in die Welt schicken und das Leben ein bisschen lebenswerter machen. Warme Instrumentals mit sanften, nachdenklichen Texten sind der perfekte Ersatz für eine dringend gebrauchte Umarmung. Der sympathische Musiker springt ungezwungen zwischen eingängigen Popmelodien und Rap-Parts hin und her und vereint verschiedene musikalische Einflüsse. Regelmäßig scheinen Reggae Vibes durch die Musik hindurch und jetzt wird uns auch klar, woher all die good Energy kommt!

    Auf seiner zuletzt erschienenen EP „Ethereal“ mit dem Berliner Produzenten FLKS führt Tóke seine positive Lebensaustrahlung fort. Das Tape erinnert klanglich stark an LoFi und bietet den perfekten Soundtrack für den nächsten Chillout, ob im Park, zu Hause oder in der Wohlfühlzone eurer Wahl. Die aktuelle Videoauskopplung „Blue Lagoon“ bezeichnet Tóke als Mantra, das besonders in gesungener Form seine Kraft entfaltet.

    „Grateful for the life I live
    Yes, I’m grateful!“

    Mit diesem Song hat sich Tóke den emotionalen Ballast von der Seele geschrieben und ist einem neuen hoffnungsvolleren Lebensabschnitt entgegengetreten. Wir können die manifestierte Lebensfreude in dem Lied spüren und freuen uns über diesen kreativen Schatz!

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    Das Video lässt sich leicht in einem Wort zusammenfassen: Sommerinportugal. Okay close … Perfektes Wetter, Traumstrände, sympathische Menschen und ganz wichtig: Pastei de Nata! Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich denken, Tóke bekommt für dieses Video eine Provision von der portugiesischen Tourismusbranche. Wie auch immer, die Werbung hat funktioniert. Mein Flug nach Portugal ist bereits gebucht und ich erwarte mindestens genauso schöne und authentische Erlebnisse wie im Musikvideo zu „Blue Lagoon“.

    Tóke hat sich für den Videodreh auf die Reise nach Lissabon zu seinem langjährigen Kollegen und Videoregisseur Alex Kleis begeben und seine Erfahrungen dokumentiert. Er beschreibt den Trip als eine einschneidende Wende aus einer anstrengenderen und unklareren Zeit in einen energiegeladenen Neuanfang. Beim Anblick dieser Bilder kaufe ich Tóke jedes Wort ab. Dieses Video ist genau das, was wir alle brauchen: Ein Reset von all dem Alltagsstress sowie ein Auftanken unserer etwas verkümmerten Solarzellen.

    All die positiven Vibes, die dieser Song inklusive Musikvideo verbreiten, lassen nur eine Schlussfolgerung zu: Unterstützt Tóke auf seinem musikalischen Weg durch diese Welt! Beispielsweise indem ihr euch die neue EP von ihm und FLKS anhört! Liked & subscribed was das Zeug hält und vergesst nicht, ihm auf seiner Instagram Seite zu folgen. Tóke ist in den kommenden Wochen in Cuba und Mexiko auf Tour und wir können kaum erwarten, welche sommerlichen Bilder er von dieser Reise mit nach Hause bringt!

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    Fotocredits: Alex Kleis

  • Exklusive Videopremiere: Kids Of Adelaide und „The Beauty And The Pain“

    Erst letzten Freitag haben Kids Of Adelaide ihre neue Single „The Beauty And The Pain“, die zeitgleich auch der zweite Vorbote für das im Herbst erscheinende neue Album ist, veröffentlicht. Und heute feiert das dazugehörige Musikvideo bei uns Premiere. Ein Musikvideo voll mit alten Dias, die die Message des Songs (auch wortwörtlich) nicht besser hätte treffen können. Wie der Song klingt und was euch im Video erwartet, das erfahrt ihr jetzt.


    Eingefleischte Indie-Hörer*innen wie ich sind in den vergangenen Jahren bestimmt schon das ein oder andere Mal über die Kids Of Adelaide gestolpert. Severin Specht und Benjamin Nolle aus Stuttgart veröffentlichen nämlich schon richtig lange gemeinsam Musik – ihr Album „Home“ wird in diesem Jahr immerhin schon sportliche 10 Jahre alt. Passend dazu veröffentlichen die beiden im Herbst ihr neues Album „The Cabin Tapes“ und gehen damit dann auch auf Tour (Tickets gibt’s hier). Nach der im März 2022 erschienenen Single „I Still Wonder“ hat letzten Freitag mit „The Beauty And The Pain“ nun schon der zweite Song des neuen Albums das Licht der Welt erblickt.

    Der Titel lässt es schon ein bisschen erahnen: In „The Beauty And The Pain“ behandeln Kids Of Adelaide Dinge und Situationen, die bedingungslos zusammengehören, obwohl sie im allerersten Augenblick nicht gegensätzlicher sein könnten. Sonne und Regen. Hinfallen und aufstehen. Salz und Pfeffer. Beauty und pain. Das eine geht ohne das andere nicht. Benjamin hat das sehr schön zusammengefasst: „Die schönen und die schmerzvollen Dinge im Leben erscheinen zunächst als Gegensätze. Aber wenn man genauer hinschaut, sieht man, dass beides Enden der gleichen Sache sind. Ich sehe den Schmerz als eine Art Rahmen, der Schönheit erst ermöglicht. Dieser Rahmen ist für jedes Leben der gleiche: die Endlichkeit. Ohne sie wäre nichts kostbar – und somit auch nichts schön.“


    The lucky I am, the sad I feel
    Being trapped in time thinking of you and me“


    Der Song wird getragen von Kids Of Adelaide-typischen Folkgitarren, die schon ganz allein für sich die nötige Prise Melancholie in den Gehörgang fräsen. Der Refrain mit seinem deutlichen Ohrwurmcharakter tut dazu dann sein Übriges und verwandelt das Ganze in einen eingängigen Popsong. Entstanden ist der Song (wie viele des kommenden Albums) in einer abgeschiedenen Hütte, irgendwo im Nirgendwo. Und ich finde, das hört man auch. Der Sound ist sehr bei sich, keine Spielerei, einfach pures Gefühl. Glück und Melancholie. Und auch hierin zeigt sich dann wieder einnmal ein Beweis für die Dualität des Songs. Und eigentlich in sowieso allem. Lasst uns daher jetzt gemeinsam das Musikvideo anschauen:

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    Als ich das Video zum ersten Mal gesehen habe, war ich gerade dabei, zu essen (Klassiker). Schon die ersten Bilder haben mich so in ihren Bann gezogen, dass ich für ein paar Minuten aufgehört habe zu essen, weil ich Angst hatte, ich würde auch nur eine kleine Sekunde verpassen. Kim Hoss, die das Video gemacht hat, hat dafür nämlich unzählige Dias zusammengesammelt und sich so KRASS GUT zum Text passende rausgesucht, dass ich fast irre geworden bin. Ich hoffe, ihr guckt euch jede einzelne Sekunde ganz aufmerksam an, dann wisst ihr, was ich meine. Keine Ahnung, wie viele Stunden Arbeit da drin stecken, aber ich ziehe ganz kompromisslos meinen Hut davor. Die Bilder erzeugen eine so emotionale Stimmung, ich bin nachhaltig beeindruckt. Und ich behaupte, dass man „The Beauty And The Pain“ in keine bessere Dia-Bildsprache hätte übersetzen können. Mic drop.


    Wer von dem Musikvideo genaus begeistert ist wie ich und nicht genug von „The Beauty And The Pain“ kriegen kann, kann ihn sich hier auch gerne nochmal 10 bis 100 Mal anhören. Und auch direkt alle anderen Songs von Kids Of Adelaide. Lohnt sich, versprochen!

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    Fotocredit + Videocredit: Kim Hoss

  • Exklusive Videopremiere: Skuppin und „Taumeln“

    Exklusive Videopremiere: Skuppin und „Taumeln“

    Verträumter Pop und Liebeshymnen, Fernweh und Poesie, Herzschmerz und Gefühle.

    Wenn man mich fragen würde, welche deutschen Newcomer*innen man dieses Jahr auf jeden Fall auf dem Radar haben sollte, dann wäre SKUPPIN auf jeden Fall unter den Top fünf. Den aufmerksamsten untoldency Leser*innen sollte der Name SKUPPIN schon ein Begriff sein. Denn, vor einiger Zeit habe ich schon von seiner ersten EP „NEUE ROMANTIK“ berichtet (Hier kannst du die Review lesen). Wer ihn noch nicht kennt, sollte spätestens jetzt die Augen und Ohren nach ihm offen halten. Mit seiner heute frisch veröffentlichten Single „Taumeln“, hat Skuppin es erneut mit Leichtigkeit geschafft, in meinem Ohr hängen zu bleiben und sich festzufahren.


    Bodenlosigkeit, Angst und Liebe
    „Taumeln“ Cover, von Max Koch

    In Taumeln besingt der Newcomer mit auffallend beruhigenderer Stimme die Bodenlosigkeit, die Angst und die Liebe. Dabei singt SKUPPIN wie gewohnt im schönsten Wortgewand. Begleitet wird er dabei von mystischen Klängen, einem Klavier und elektronischen Strings. In Taumeln lässt uns SKUPPIN in das Innerste seiner Gedanken schauen und nimmt uns mit auf eine Suche nach Halt, ohne überhaupt zu wissen was haltend ist.



    Die Stunden gehen schneller als die Welt,
    schneller als wir beide,
    Taumeln vor uns hin.“

    Das Finale zieht einen durch die kraftvolle Stimme förmlich in den Bann. Zusammen mit dem immer voller werdenden Sound, hinterlässt es bis zum zerstörerischen Schluss Eindruck.


    Zwischen Einkaufswagen und Ziellosigkeit

    Passend zum Songrelease, dürfen wir euch heute das zugehörige Musikvideo vorstellen, welches den Song nicht besser hätte unterstreichen können. Das Video startet mit einem jungen Mann in Jeansjacke. Verloren und wohl aufgewühlt zugleich, taumelt dieser ziellos durch die Welt. In diesem Falle erstmal durch ein Parkhaus. Man kann jede einzelne seiner Emotionen ohne Schwierigkeiten aus dem Gesicht ablesen.

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    Ohne recht zu wissen, wohin mit sich selbst, läuft und verläuft sich dieser junge Herr im Verlauf des Liedes. Er läuft und läuft und läuft und läuft. Zwischen Autos und Einkaufswagen die ihm nicht gehören, schlendert er nun rauchend sowie streitfreudig durch die Stadt. Es schaut nicht so aus, als würde der Protagonist innerhalb des Videos seinen Frieden finden, allerdings schafft er es seinen Emotionen endlich Luft zulassen. Das Finale des Videos ist nicht weniger kraftvoll als das des Liedes. Durch einen emotionsstarken Schrei visualisiert die Hauptperson das kräftige Ende von Taumeln so, dass man es besser kaum hätte machen können.

    Hier könnt ihr Taumeln streamen.

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  • Exklusive Videopremiere: Like Lovers und “Shaping My Shadows”

    Exklusive Videopremiere: Like Lovers und “Shaping My Shadows”

    Erst am 31.01.2022 ist das neue Album „SYNTAX“ von Like Lovers fertig gestellt geworden. 10 Songs, die der fränkische Produzent und Künstler Jan Kerscher vor knapp 3 Wochen vollendet hat, und am Freitag für genau 10 Tage auf den Streaming-Plattformen veröffentlichen wird – und dann bis zum physischen Release wieder runternimmt. Mit „Shaping My Shadows veröffentlicht Like Lovers nun seine zweite Single des kommenden Albums. Wir dürfen euch nicht nur das Musikvideo dazu exklusiv präsentieren, sondern haben auch noch ein paar persönliche Einblicke hinter dem Song und das gesamte Projekt erhaschen können. Das und warum uns das neue Video von Anfang bis Ende völlig im Bann gehalten hat, lest ihr jetzt.

     
    „Das Album passt einfach sehr gut in das gegenwärtige kollektive Fühlen.“

    Um eure größte Neugier direkt am Anfang zu stillen, haben wir die Frage, die wir uns alle stellen, direkt an Like Lovers weitergeleitet:

    „Die Songs auf „SYNTAX“ sind alle während der Covid Pandemie entstanden. Sicherlich bin ich nicht die einzige Person, die diese Zeit emotional und merkwürdig, zeitweilen aber auch als sehr schwierig empfunden hat. Dieser ungewöhnliche Release ermöglicht mir jetzt, meine Musik in frischest-möglicher Form zu präsentieren. Ich finde das Album passt einfach sehr gut in das gegenwärtige kollektive Fühlen.“

    Da muss ich ihm tatsächlich zustimmen. Wie oft ich schon darüber philosophiert habe, was diese Pandemie mit uns macht, und jetzt mach ich es wieder. This loop is just not ending. Das Leben läuft seit zwei Jahren immer noch weiter, und auch wenn es für uns alle recht individuell den Berg runter geht, geht es trotzdem weiterhin den Berg hinunter. Vielleicht passen deshalb Konzepte wie das von Like Lovers gerade deshalb so gut. Sie durchbrechen diesen vermeintlich „normalen“ Alltag und lassen ihn wieder interessant erscheinen. Wie oft hört man schon von einem Album, das nur knapp 3 Wochen nach Fertigstellung verfügbar ist? Und wenn’s nur für 10 Tage ist.

    „Der Produktionsprozess von „SYNTAX“ dokumentiert retrospektiv ein allgemeines Umdenken in meiner Art Musik zu schaffen. Es ist vor Allem der Wandel von Solo-Arbeit zu dediziert kollektivem Produzieren. 6 von 10 Songs auf „SYNTAX“ sind Kollaborationen mit Freund*innen. Es gibt dieses Mal nur einen einzigen Song, auf dem keine Gastmusiker*innen zu hören sind. Insgesamt hat mich der Prozess emotional geöffnet und irgendwie auch befreit. Ich nehme mich selbst und meine Musik nicht mehr so ernst wie früher und war mehr denn je auf den Spaß an der Sache fokussiert. Und das hört sich auch, wie ich finde!“

     
    „The only fear left is the fear to grow.”

    Und weil auch ich nicht ewig herunterziehende Monologe über den Pandemie-Verdruss schreiben kann, lasst uns doch wirklich auf den angesprochenen Spaß an der Sache fokussieren. Den sieht man vor allem bei der ersten Single Antifragility, eine Kollaboration mit Singer-Songwriterin Elena Steri, von der wir ja auch absoluter Fan sind (seit „erster Stunde“ wäre hier übertrieben, aber doch auch angemessen <3)

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    Und nun zu dem Song, wegen dem wir eigentlich hier sind – Shaping My Shadows.

    Er fängt an mit einem treibenden Beat und einer verzerrten, fast dystopisch klingenden E-Gitarre. Wenn man mein Spotify kennt, weiß man: das kriegt mich in unter 10 Sekunden. Ein Blick auf die ersten Zeilen des Songs reicht auch, um mich thematisch komplett abzuholen:

    the only way out is the way way in the
    pain won’t back off if you you’re letting it in
    the only fear left is the fear to grow
    the fear of getting in touch with your own shadow

    Wer hat sie nicht, die Angst, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen, ohne recht zu wissen, was es eigentlich ist, was da alles noch in einen schlummert. Alle Leute, die wie ich alles und sich selbst dreimal hinterfragen, werden wissen, was das für ein Marathon sein kann. Ein Marathon begleitet durch die immer gleichen, nervenden Fragen: Wer sind wir eigentlich? Was macht uns als Person aus? Welche Traumata liegen da vergraben in der Vergangenheit noch rum, die wir seither mittragen und uns aber nie mit auseinandersetzen? Und was passiert, wenn wir es doch tun?

    „Shaping My Shadows beschreibt eine liebevolle Auseinandersetzung mit der eigenen Dunkelheit. Alles, wovor wir uns fürchten, alles, was wir an uns selbst nicht mögen, alles, was wir als Menschen lieber nicht wären, ist am Ende ja trotzdem ein Teil von uns – ob wir wollen oder nicht! Ich glaube, dass es sehr wichtig ist, dass wir uns als Individuen, aber auch als Kollektiv damit auseinandersetzen. Viel zu oft rennen wir vor Problemen weg oder stemmen uns aktiv gegen sie. In der Regel schmerzt es dann aber noch mehr und wir kommen nie richtig zu der Möglichkeit eines produktiven und friedfertigen Dialogs mit uns selbst (oder Anderen). „Shaping My Shadows“ bearbeitet das und präsentiert somit für mich den Weg zu mehr Selbstliebe – durch die Anerkennung der eigenen Schatten.“

     
    Und jetzt, das Video:

    Was ich aus Jan’s Worten zum Song mitnehme: let’s all just do therapy. Ironischerweise ist das gar nicht so leicht gemacht wie es gesagt ist, weil [insert rant über das verkapste System der ausreichendend vorhandenden Psychotherapeut*innen aber viel, viel, VIEL zu wenig Kassensitze, die bezahlte Therapieplätze anbieten können]. Deshalb ist stattdessen ein guter erster Schritt wie Like Lovers das Gespräch mit uns allen zu anzustoßen.

    Und jetzt, das Video:

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    Das Musikvideo zu Shaping My Shadows ist genauso dystopisch fesselnd wie der Sound. Es ist dunkel, es ist verzerrt, es ist höhst intensiv. Es begleitet die Protagonistin durch flackernde Räume, das Gesicht zentriert im Fokus der Kamera – es ist, als würden ihre Dämonen sich selbst im Spiegel angucken. Genau das soll es ausdrücken: diese innere Zerrissenheit, das Gefühl, von sich selbst verfolgt zu sein. Und herauszufinden, was es ist, das einen so von innen anschreit, kann gefährlich wirken. Diese Gefahr wird so gut in dem Video vermittelt, dass ich direkt Gänsehaut bekomme und nicht umhinkomme, kurz verstohlen über meine Schulter zu gucken – und das nur nach der ersten Minute. Shaping My Shadows wirkt jetzt viel mehr wie ein Kurzfilm, aus dem Spiegel manifestieren sich die eigene Dunkelheit auf der Bühne (Black Swan Vibes: hoch). Chapeau an Daniel Pitson, selten hat mich ein Musikvideo so bewegt wie dieses hier.

    Und zum Schluss noch ein paar Worte von Like Lovers selbst:

    „Ich glaube, dass es wahnsinnig wichtig ist, dass wir regelmäßig mit uns selbst und mit anderen einzuchecken und zu fragen: WIE denken wir, WIE sprechen wir, WIE leben wir? Ich hoffe sehr, dass mein Album dabei helfen kann.“

     

    Fotocredit: Venera Redzepi, Marius Roos

  • Exklusive Videopremiere: Figure Beach und „Waves“

    Exklusive Videopremiere: Figure Beach und „Waves“

    Figure Beach ist ein frisches Trio aus Nürnberg, welches man als Indie-Fan spätestens jetzt auf dem Schirm haben sollte. Dass die Jungs mit Waves heute erst ihren dritten Song veröffentlicht haben, hört und sieht man ihnen allerdings überhaupt nicht an. Neben Waves, haben die Nürnberger bisher die beiden Songs We Didn’t Fit Together At All und Beneath The Pines veröffentlicht. Im Gegensatz zu ihrer letzten, etwas ruhigeren Single Beneath The Pines, bedient uns Waves mit Gute-Laune-Melodien und schenkt uns damit einhergehend frische Energie, an diesen ekligen Februartagen.


    Warme Sounds für miese Tage

    Wir alle kennen, haben und hassen sie. Die Tage, an denen nichts läuft. Oder wenn dann doch etwas läuft, dann nur schief und bergab. Man ist sich nicht ganz sicher, ob sich die Welt gegen einen verschworen hat, man in einem schlechten Film gelandet, oder man einfach nur in dieser Welt verloren ist. Alles ist blöd, grau und mies.


    „my girlfriend doesn’t love me anymore
    and I planned going camping in the mountains
    and it rains and it rains and it rains“


    Glücklicherweise schenkt uns der Song warme Klänge für genau diese miesen Tage. Un das können wir momentan ja wohl alle gebrauchen. Soundtechnisch könnte Waves auch der glücklichste Summer-Indie-Banger schlechthin sein. Da dieser Titel allerdings textlich nicht ganz so passt, kröne ich ihn einfach zum Miese-Tage-Allwetter-Indie-Banger.

    Was ein Glück, dass die drei die Hoffnung trotzdem noch nicht ganz aufgegeben haben. Denn, sie erinnern uns, dass kleine Gesten, wie ein Lächeln, selbst von einer fremden Person, große Wellen schlagen und bestenfalls den noch so grauenvollen Tag, um einiges aufwerten kann. Wie lieb, oder? Der Song heisst ja nicht ohne Grund Waves.


    Eine Zeitreise durch die Dekaden

    Kommen wir jetzt zum Video. Schaut man sich dieses an, wird man, ob man will oder nicht, Teil einer Zeitreise durch die letzten Dekaden. Eingeleitet wird das Video mit einem in ein Mikrofron singenden jungen Herr, gekleidet in auffallendem Outfit inklusive runder, getönter Brille, welche doch stark an die 70er erinnert.

    Im gesamten Video switchen die Jungs immer wieder ihre Outfits, inspiriert von den eben erwähnten, vergangenen Dekaden. Ich könnte hier jetzt noch weiter jedes Detail vom Video verraten, z.B. dass es aussieht, als wäre kein Schnitt vorhanden (was ich nebenbei bemerkt supercool finde), aber dazu ist dieses wirklich schöne und wirklich sehr gut gemachte Video einfach zu schade.

    Insgesamt kann man sagen, dass das Musikvideo zu Waves den Song mehr als gut unterstreicht und ich es mir kaum passender vorstellen könnte. Also:

    Wenn du zu dieser Jahreszeit schon keine Sonnenstrahlen abbekommst, lass dich wenigstens von deinem Display anleuchten, indem du dir hier das Musikvideo zu Waves anschaust! <3

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    Foto: Florian Weichelt

  • Exklusive Videopremiere: Soft Drug und „Same“

    Exklusive Videopremiere: Soft Drug und „Same“

    Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber bin leider komplett im Winterblues gefangen. Aber da kommen die drei Jungs von Soft Drug genau zum richtigen Zeitpunkt mit ihrer ersten Singleauskopplung „Same“ ihrer Debüt-EP um die Ecke und bringen ein paar kleinen Sonnenstrahlen in mein Kopfkino. Wenn ihr auch ein bisschen Westcoast-Feelings zum Träumen gebrauchen könnt, seid ihr hier gerade genau richtig. Und eins kann ich vorab verraten: die Melodie sitzt seit einer Woche ein meinem Kopf fest!

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    Ich muss euch gestehen, als ich den Song das aller erste Mal angehört habe, hat es keine fünf Sekunden gedauert bis sich bei mir ganz große Frank Ocean-Lost-Vibes breit gemacht haben. Und das meine ich im aller positivsten Sinn überhaupt! Ich denke mal nicht, dass ich damit die einzige bin, der diese Assoziation in den Sinn kommt. Ich wünschte gerade, ich hätte mehr Ahnung von Instrumenten und Musikproduktion, damit ich euch irgendetwas über die Synthies erzählen kann. Leider muss ich da passen. Allerdings war meine erste Reaktion wortwörtlich: „Oha das hat ja doll Ohrwurmpotential„. Und tja, was soll ich sagen, die Melodie ist SOFORT in meinem Kopf hängen geblieben und hat es sich dort sehr bequem gemacht. Vor allem aber gibt sie mir so ein warmes, spätsommerliches, aber gleichzeitig auch ein melancholisches und sehnsüchtiges Gefühl.


    Eine Prise 2000er R’n’B

    Dass die Jungs von Soft Drug vielleicht selbst auch ganz gerne Frank Ocean hören, konnte ich nach einer kurzen Recherche (= das Instagram Profil der Band stalken) ohne großen Aufwand rausfinden. Diese kleine Hommage an das Album „blond“ von besagtem Künstler fand ich dabei besonders lieb. Ich bin generell immer großer Fan davon, wenn Musiker*innen teilen, welche Musik und welche Einflüsse sie selbst inspirieren und prägen.  

    Noch mehr Einflüsse aus Pop und R’n’B der 90er und 2000er inklusive Westcoast-Vibes bekommt man beim Ansehen des Musikvideos zu „Same“. Ich erzähle euch auch gleich mehrere Gründe, wieso ich nicht nur das Lied sehr gut finde, sondern auch, warum das dazugehörige Video genau das ist, was sich bei diesem Song in meinem Kopfkino abspielt.

    Erstens: die 90er Ästhetik mit dem 4:3 Bildformat und diesen analogen Touch. Wer schon mal einen anderen Text von mir gelesen hat weiß vielleicht, dass ich das persönlich einfach super nice finde. Da schwingt immer so viel Nostalgie mit, was ich liebe.

    Zweitens: der Westcoast Vibe. Wenn ich die Szenen von Brücken voller Graffiti, von Maschendrahtzäunen umgebenen Baseballplätzen und betonierten Hinterhöfen sehe und dann noch die pure Sonne dazu kommt, muss man doch einfach an irgendeine Stadt in Kalifornien denken, oder nicht?

    Drittens: die Farbgebung im Video. Warm, starke Kontraste und harte Schatten und alles in einem gelblichen Ton angehaucht. Genau das meinte ich am Anfang mit warmen, spätsommerlichen, aber auch melancholischen und sehnsüchtigen Gefühlen, die der Song mir beim Anhören gibt. Und jetzt stellt euch mal vor, ihr würdet an einem Nachmittag in der Sonne allein durch die Stadt laufen mit diesem Track auf den Ohren, ich find das geht so gut zusammen. Nicht umsonst wird über die Band gesagt, sie bringen einen Hauch von L.A. in den Melting Pot Berlin, und das versteh ich komplett.

    Und wie ich mit meinen ausgezeichneten Stalking Skills rausfinden konnte, haben Soft Drug sowohl das Video in eigen Regie gefilmt als auch geschnitten. Ich finde, dass sollte zumindest kurz erwähnt werden, weil ich mir vorstellen kann wie viel Liebe und Arbeit in Song und Video reingeflossen sind.


    Von Verarbeitung und Veränderung

    Apropos Melancholie und Sehnsucht: Welches Thema passt zu diesen beiden Worten besser als eine gescheiterte Liebe? Und genau dieser Schmerz wird in „Same“ behandelt und endet mit der Einsicht, dass es nie wieder dasselbe sein wird.


    since you’re in love with a girl
    I can’t tell pleasure from hurt
    but all I know for sure is nothing’s ever gonna be the same


    Alles in Allem also ein sehr rundes Ding, wie ich finde. Und bis sich die Erde ein bisschen weiter um die Sonne gedreht hat, dass auch die me­te­o­ro­lo­gischen Begebenheiten zu dem Track passen, lieg ich hier auf meinem Sofa und stimme mich mit diesem Song schon mal auf das Sommer Gefühl für dieses Jahr ein. Außerdem kann ich es kaum abwarten, wenn im Frühsommer die erste Soft Drug EP erscheint!

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    Fotocredit: Anna Tiessen

  • Exklusive Videopremiere: Anoki und „Irgendwann wird alles leichter“

    Die Musikwelt erwacht langsam aus ihrem Winterschlaf und beglückt uns endlich wieder regelmäßig mit neuen Songs, juhu! Einer dieser neuen Songs kommt vom Berliner Rapper und Songwriter Anoki. „Irgendwann wird alles leichter“ ist der dritte Vorbote seiner gleichnamigen, am 08.04.2022 erscheinenden EP. Und es ist uns eine wahre Freude, euch jetzt (als erste Videopremiere des Jahres) exklusiv das Musikvideo zu präsentieren. Jule verrät euch nachfolgend alles Wissenswerte zum Song und natürlich auch zum Video!


    Wer „Anoki“ in die Suchmaschine des Vertrauens eingibt, wird schnell auf die Bedeutung des Vornamens, nämlich „Schauspieler“, stoßen. Wie gut das passt, werdet ihr erfahren, wenn ihr das Musikvideo seht. Aber eins nach dem anderen. Wer nämlich nach dem Treffer der Namensbedeutung weiterscrollt, findet dann auch gleichnamige Schulhefte, in denen ein süßer Junge beim Lernen hilft. Und auch das liegt hier gar nicht so fern, denn wer sich die Songs von unserem Anoki aufmerksam anhört, kann ebenfalls eine Menge lernen. Ja, das war schon sehr weit ausgeholt, um einen kleinen Bogen zu spannen.

    Wer uns schon seit allerjüngster Zeit liest, kennt Anoki natürlich längst – gehört er doch eindeutig zu den Künstler:innen, bei denen wir einfach nicht müde werden, sie euch ans Herz zu legen. Ich habe letztens den aus dem Deutschrap stammenden Begriff „Rücken“ kennengelernt, der eigentlich aus der Zoologie stammt. Denn der Silberrücken eines Gorillas symbolisiert Stärke, aber auch Schutz. Und mit Gorillas legt man sich ja bekanntlich eher ungerne an. Dass der Gorilla in der Deutschrap-Übersetzung dann letztlich von Kriminellen dargestellt wird, ist eine Tatsache, die wir jetzt wegignorieren müssen, weil meine Erklärung sonst völlig ihren Sinn verfehlt. Also, was ich eigentlich sagen will: Anoki hat untoldency-Rücken – nur halt in sehr lieb und ohne Gewalt und so blödes Zeug. Aber halt … Rücken! … Ja … Lasst das jetzt einfach mal kurz sacken … Und? … Schon ist der Bogen von Namensbedeutung und Schulheft gar nicht mehr das Weirdeste, was ihr seit langem gelesen habt, ne?

    In seiner neuen Single „Irgendwann wird alles leichter“ befasst sich Anoki mit dem ewig währenden Glücksversprechen, dass man nur lange genug warten muss, bis alles leichter wird. „Aller Anfang ist schwer“, „kommt Zeit kommt Rat“ und „die Zeit heilt alle Wunden“. Doch wann ist dieser Moment erreicht, an dem die Last abfällt? Kommt er überhaupt? Eine Sache verbindet den Großteil von uns in dieser Angelegenheit miteinander: Es ist völlig egal, wie unrealistisch der Zustand vollkommener Unbekümmertheit (gibt es die überhaupt?) auch sein mag, allein der Glaube daran treibt uns an. Und darauf kommt es doch am Ende auch irgendwie an, oder?


    „Als ich noch ein Kind war habe ich immer gedacht,
    das alles kommt mit der Zeit, mit der Zeit
    Doch wie es aussieht, kommt es anders als gedacht:
    Ich fühl mich immer noch gleich“


    In „Irgendwann wird alles leichter“ beschäftigt sich Anoki mit genau diesen Gedanken. Im Vergleich zu den vorangegangenen Singles Sie bauen eine Mall und Is Ok ist diese mehr in ein Rap-Gewand eingehüllt. Und wird umarmt von einem Vintage-Band-Sound, der am Ende überraschend ausufert. Wer wie ich großer Fan von Anokis Stimme und seinem Songwriting ist, wird sich mit hoher Wahrscheinlichkeit sehr abgeholt fühlen. Unterstrichen wird das dann aber vor allem durch das Musikvideo, das ich euch jetzt auch nicht länger vorenthalten möchte:

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    Das Video zu „Irgendwann wird alles leichter“ wurde von Chris Schwarz gedreht und zeigt Anoki als Hilfsarbeiter in einer isländischen Hafenstadt. Das Video könnte ohne Zweifel einer Doku entstammen – das macht es irgendwie ungewöhnlich, ist im Zusammenspiel mit den Lyrics aber unfassbar passend. Das Eingesperrtsein der Figur in einem Leben, das noch so viel mehr zu bieten hat. Ein Hauch von Perspektivlosigkeit. Das Gefangensein in Strukturen, in die man gedrückt wurde und aus denen man sich nur schwer befreien kann. Ich kann euch sehr empfehlen, das Video mehrfach anzugucken. Denn mit jedem Mal wird die Bildsprache klarer, die Zerrissenheit greifbarer und die Hoffnung größer. Es müssen nicht immer explodierende Autos sein: Anoki und Chris Schwarz haben es mit diesem minimalistischen Video geschafft, auf eine sensible Art eine bedeutungsvolle Geschichte zu erzählen – denn das Leben ist immer wieder weitaus berührender als es Fiktion jemals sein könnte.

    Wenn ihr nach dem Song und dem Musikvideo jetzt auch Fans von Anoki geworden seid (Fanclub-Mitgliedschaftsanträge bitte direkt zu mir), dann hier noch ein kleiner Reminder: Im April 2022 geht Anoki gemeinsam mit Kaltenkirchen auf „Irgendwann“-Doppelheadliner Tour. Alle Infos und natürlich auch Tickets bekommt ihr h i e r.

    Und klar, ihr könnt euch „Irgendwann wird alles leichter“ auch hier anhören:

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    Fotocredit: Janos Götze

  • Exklusive Videopremiere: LYAS und „Herbst“

    Heute sliden wir mal wieder mit einer echten Newcomer-Empfehlung ins Internet: LYAS aus Stuttgart hat gestern seine neue, erst zweite Single „Herbst“ veröffentlicht. Und das Musikvideo zum Song feiert heute exklusiv Premiere bei uns. Wer LYAS ist, wie der Song klingt und wie schön das Video geworden ist, erfahrt und seht ihr jetzt.


    Wisst ihr, manchmal verliere ich mich in dem Wust an neuen Songs, die in meinem Postfach hören. Mir immer gleich alles anzuhören ist zeitlich so gut wie nicht drin – ich weiß, Jammern auf sehr hohem Niveau. Wie auch immer. Aus einem mir nicht mehr ganz erklärlichen Grund wollte ich auf gar keinen Fall mit dem Reinhören warten, als mir LYAS seine neue Single „Herbst“ vorgestellt hat. Ich hatte irgendeinen seltsamen Drang, mir den Song direkt anzuhören. Keine Ahnung wieso, vielleicht gibt’s sowas wie Schicksal ja doch. Doch bevor ich näher auf den Song eingehe, lasst uns doch erstmal den Künstler dahinter abchecken:

    LYAS ist knackige 22 Jahre jung, kommt aus Tübingen und studiert gerade an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Künste in Stuttgart. Dieser Fakt wird für das Musikvideo gleich noch spannend. Seine erste Single Clubloveveröffentlichte er diesen Sommer. LYAS schreibt und produziert Songs, die eine nahezu perfekte Symbiose aus Pop, Hip Hop und Jazz darstellen. Laut Spotify klingt seine Musik wie ein Mix aus Schmyt, Luis Ake, MAJAN und Edwin Rosen. Tatsächlich finde diese Auflistung für die erste Einordnung seines Sounds auch tatsächlich mehr als passend.


    „Und plötzlich rennt die Zeit mir wieder einfach so davon
    Ich renn‘ ihr hinterher, doch sie ist mir schon längst entkommen
    Die Blätter an den Bäumen färben sich schon leichter braun,
    es ist Herbst und ich bin immer noch hier“


    Nun hat LYAS also „Herbst“ veröffentlicht, produziert in Eigenregie in Zusammenarbeit mit dem jungen Produzenten Fata Morgana aus Stuttgart. Der Song beginnt etwas untypisch für Herbst-Melancholie mit einem treibenden Beat, der mich sofort mitwippen lässt. Ich muss dazu sagen, dass es in dem Song auch nur bedingt um die Jahreszeit selbst geht. Es geht vielmehr sinnbildlich um das Ankämpfen gegen Stillstand und das Gefühl der Vergänglichkeit. Eine zerbrochene Beziehung, das Alleinsein und die Ungewissheit, in welche Richtung man sich weiterbewegen wird. Das klingt jetzt deprimierender, als LYAS es schlussendlich verpackt hat. Der Rhythmus, der sich durch den Song zieht und besonders die Melodie im Chorus erzeugen bei mir trotz der Melancholie erstaunlich viel gute Laune.

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    Im Musikvideo hingegen kommt die Melancholie von „Herbst“ dann auch zu 100 % bei mir an. Nicht nur, dass das Setting passenderweise in eben jener Jahreszeit spielt. LYAS unterstreicht mit der Bildsprache des Videos die lyrische Komponente des Songs ganz wunderbar. Die zerbrochene Beziehung, die einen nicht loslässt, und hinter jeder Ecke mit Erinnerungen auf einen wartet. Die Ungewissheit, wie es weitergehen soll. Der Wunsch nach vorne blicken zu wollen, aber doch wieder in alte Muster geworfen zu werden. Sich damit auseinanderzusetzen, aber irgendwo zwischen Stagnation und Fluchtinstinkt gefangen zu sein.

    Die Aussagekraft des Musikvideos finde ich absolut gelungen. Für meine Augen und Ohren setzt LYAS mit „Herbst“ insgesamt ein sehr großes Ausrufezeichen hinter seinen Namen. An dem jungen Künstler dranzubleiben ist daher vielmehr eine Aufforderung, als ein lieb gemeinter Tipp meinerseits.

    Ich wünsche euch viel Spaß mit dem Musikvideo. Und wenn ihr euch das angesehen habt und euren Ohrwurm füttern wollt, gibt’s hier noch „Herbst“ von LYAS für in eure liebste Herbst-Playlist abspeichern:

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