Es ist wieder soweit – die Zeit der (musikalischen) Jahresrückblicke. Hier bekommt ihr eine Zusammenfassung meines Hörverhaltens aus dem Jahre 2023 – kurz & knackig.
Am Ende jeden Jahres erstelle ich mir eine Playlist, die mein Jahr musikalisch widerspiegelt. Wie eine Art Tagebuch, auf das ich immer wieder zugreifen kann, nur halt mit Musik. Und wenn ich mal gefragt werde, mit wem ich 2019 so meine Zeit verbracht habe: zack, Playlist! Das hat die letzten Jahre ziemlich gut funktioniert und deshalb gab es auch in diesem Jahr eine. Naja, und dann gibt es natürlich noch eine zweite Playlist, aber nur mit Songs, die auch im besagten Jahr veröffentlicht wurden. Meine Top 2023 Alben bekommen hier selbstverständlich auch ihren wohlverdienten Platz, aber dazu später.
Vertraute Konstanten
Kommen wir nun zu meiner ersten Playlist. Ich versuche mich kurz zu halten, denn hier wiederholt sich vieles aus den letzten Jahren. Die Band Blaenavon begleitet mich schon eine Weile und auch in diesem Jahr sind Songs wie „I Will Be The World“ oder „Skin Scream“ in meinen Playlisten gelandet. Mittlerweile hat sich die Band zu meinem Bedauern aufgelöst *schnief*, aber zum Glück bleibt die Musik.
Songs, die jedes Jahr auftauchen, sind zum Beispiel „Inside Of Love“ von Nada Surf (einer meiner absoluten Lieblingssongs) und „Bright Blue Berlin Sky“ von The Shutes, mit dem ich emotional sehr viel verbinde. An dieser Stelle soll gesagt sein, dass es okay ist, nicht immer nur nach Neuem zu suchen, sondern auch auf Vertrautes zurückzugreifen.
Alles neu in 2023?
Um Veröffentlichungen aus dem Jahr 2023 von bereits bekannten Künstler*innen, aber auch von Neuentdeckungen meinerseits, soll es in der zweiten Playlist gehen. Während Arlo Parks ihr zweites Album „My Soft Machine“ veröffentlicht hat, auf das ich mich sehr gefreut habe, (zu Recht), konnten Two Door Cinema Club mit ihrer Single „Sure Enough“ zeigen, dass sie es definitiv noch können. Und wie gut war bitte der Soundtrack zu Daisy Jones & The Six?
Viele Neuentdeckungen sind mal wieder dem Reeperbahn Festival geschuldet: Blush Always, Sophie May, Marissa Burwell, Temples, Art School Girlfriend oder Soft Loft, um mal ein paar zu nennen. Dass ich diese tollen Künstler*innen bisher verschlafen habe, versuche ich jetzt zu kompensieren.
Olivia Dean hat mich dieses Jahr nicht nur mit ihrem Song „Dive“ umgehauen, der mich mit seiner Leichtigkeit bis heute in seinen Bann zieht, sondern auch mit ihrem grandiosen Debütalbum „Messy“.
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Zwei Alben haben es mir in diesem Jahr besonders angetan, die ich hier mehr als nur nennen möchte. Das Debütalbum „Good Riddance“ von Gracie Abrams war mein persönlicher Dauerbrenner in diesem Jahr. Da kann ich wirklich von Glück sprechen, dass es bereits im Februar veröffentlicht wurde und mir somit in jeglichen Situationen in diesem Jahr zur Seite gestanden hat. Dabei hat mich nicht nur ihre unfassbar schöne Stimme angesprochen, sondern vor allem der Charakter des Albums – irgendwie wohltuend und umarmend, aber dennoch schmerzvoll.
Der Band Nothing But Thieves habe ich mein Herz schon vor längerer Zeit geschenkt, zuletzt nach dem Release ihres Albums „Moral Panic“ im Jahr 2020. Auch wenn ich denke, dass „Dead Club City“ diesen Platz nicht einnehmen kann, hat das neue Album sehr viele Banger zu bieten – typischer NBT-Sound, der zumindest mich überzeugt hat. Das Album gehört als einer meiner meist gehörtesten Alben natürlich in meine Top 3. Nächstes Jahr darf ich die Band dann endlich live sehen, wuhu!
Das war’s von mir, wir sehen uns in 2024!
Eine Playlist mit meinen liebsten Neuerscheinungen aus 2023? Here you go:
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2023 war ein sehr emotionales und langes Jahr für mich. Ich habe viel erlebt, viele tolle Menschen kennenlernen dürfen und mir wurden unfassbar tolle Chancen geboten. Ich war mit Höme auf dem Roskilde Festival. Die erste Ausgabe unseres eigenen Festivals, dem For A Change in Passau, hat stattgefunden. Ich bin mal wieder umgezogen. Meine musikalischen Highlights spiegeln dementsprechend mein Jahr ziemlich gut wider: emotionally all over the place. Und zwei Worte stechen dabei besonders hervor: Taylor Swift.
Der Elefant im Raum (Taylor’s Version)
Fangen wir doch einfach direkt mit dem Elefanten im Raum an – Taylor Swift. Man kann es auch eigentlich nicht anders nennen als einen Elefanten, weil sie so viel Platz in meinem Leben einnimmt. Es gibt keine*n andere*n Künstler*in, die mich bisher in meinem Leben so lange begleitet hat wie Taylor. Und vermutlich auch niemanden, bei dem meine Freund*innen so schnell an mich denken wie bei dem Namen Taylor Swift. Ich wurde dieses Jahr sehr oft gefragt, was ich an ihr und ihrer Musik so toll finde. Und auch, wenn ich darüber jetzt einen ganzen Essay schreiben könnte, will ich das auf die zwei prägnantesten Punkte zusammenfassen: ihr Songwriting und Nostalgie. Mit wie vielen Referenzen sie in ihren Songs arbeitet. Die Bilder, die sie damit malt. Für mich ist das Wichtigste bei Musik, was in den Songs gesagt wird, welche und wie die Geschichte erzählt wird. Und das kann Taylor verdammt gut. Der andere Grund: ich höre ihre Musik seit 14 Jahren. Das sind so gut wie zwei Drittel meines Lebens, ich bin praktisch damit aufgewachsen.
(c) Martha Asencio-Rhine / Tampa Bay T / Martha Asencio-Rhine
2023 war ein sehr gutes Jahr, um Swiftie zu sein. Es gab zwei neue Taylor’s Version Alben (Speak Now und 1989). Die ganze Eras Tour ist praktisch eine nostalgische Zeitreise – Fans haben die Möglichkeit, Songs aus ihren Lieblings-Eras zu hören, wenn sie (wie ich) damals zu jung für die Konzerte waren. „1989 (Taylor’s Version)“ hat mich zu meinem ersten TikTok Tanz gebracht („Is It Over Now?“) und „Speak Now (Taylor’s Version)“ durch die Klausurenphase. Es gab alte und neue Songs, ein Musikvideo voller Easter Eggs. Mit “You’re Losing Me” wurde im Dezember einer ihrer lyrisch genialsten Songs (in meiner Ansicht) veröffentlicht. Wie gesagt, ich könnte auch einen ganzen Liebesbrief alleine über Taylor Swift Songs schreiben. Aber auch, wenn ich mit 12.500 Minuten dieses Jahr sehr viel Zeit mit ihrer Musik verbracht habe, gibt es noch andere Künstlerinnen und Songs, die in diesem Liebesbrief auftauchen sollten.
That’s a slay
Die zweite Künstlerin, die mein Jahr bestimmte und einen großen Einfluss auf meine Stimmung nahm, ist Upsahl. Ich kannte den Namen Upsahl zwar schon länger, aber was mich endgültig in ihren Bann gezogen hat, war der Song (und um ehrlich zu sein der TikTok Content dafür) “Good Girl Era”.
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Man könnte jetzt sagen, ich habe ein Muster: Upsahl, Fletcher, Cloudy June. Alles Künstlerinnen, die sehr selbstbewusst auftreten, starke Persönlichkeiten sind und dies auch in ihren Lyrics widerspiegeln. Ich will auch gar nicht widersprechen, da meine Lieblingsplaylist dieses Jahr “rich bitch energy only” hieß. Songs wie “Naked” von Sam Short, “Double Denim” von Skylar, “People I Don’t Like” von Upsahl oder “Greedy” von Tate McRae (deren Album “THINK LATER” übrigens auch zu meinen Lieblingsveröffentlichungen 2023 gehörte) waren darin enthalten und sie lief die ganze Zeit rauf und runter. Und genau deswegen gehört Upsahl auch so ein großer Anteil dieser Playlist. Ihre Musik kann auch getrost als mein diesjähriger Soundtrack bezeichnet werden.
In einem Interview sagte die Sängerin aus Arizona einmal: “I crave change, I live for intensity, I’m extremely passionate (sometimes to a fault), I exert power in as many aspects of my life as I can, and I’m unbothered as fuck” und das fasst meine Einstellung dieses Jahr sehr zusammen. Also kein Wunder, dass ihre Musik mich das ganze Jahr über begleitete.
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Dua Lipa bestimmte zwar mein 2023 nicht so stark wie in den letzten Jahren, trotzdem beschreibt der Titel ihres Albums am besten, wie ich dieses Jahr Musik gehört habe. Taylor Swift legte mit ihren Re-Recordings den Grundbaustein für diese Nostalgie – Songs aus meiner Kindheit, die ich aber mittlerweile teilweise mit ganz anderen Erinnerungen und Situationen verknüpfe. Diese Nostalgie erstreckt sich aber nicht nur so weit zurück wie in diesem Fall, sondern auch gerade auf die letzten sechs Jahre. Zum Beispiel “Worst Of You” von Maisie Peters (2018), “I Might” von Tom Grennan (2018), “85% – Acoustic” von Loote (2019) oder “Mess It Up” von Gracie Abrams (2021) sind alles nicht mehr die neuesten Titel, aber waren Dauerbegleiter im letzten Jahr für mich.
„I feel like myself right now“
Die letzten Highlights sind – wie angekündigt – emotionally all over the place. Ich finde nicht den einen roten Faden darin, aber ich glaube, es gibt ihn und er nennt sich erwachsen werden oder auch being in my 20s. Angefangen mit “Right Now” von Gracie Abrams – im Oktober konnte ich sie live sehen und obwohl ich das Album natürlich nach Veröffentlichung auch hoch und runter gehört hatte, zog mich das Finale beim Konzert nochmal besonders in den Bann.
„I’m so high, but can’t look down Left my past life on the ground Think I’m more alive, somehow I feel like myself right now„
Die Verletzlichkeit und die Hoffnung, die dieser Song gleichzeitig ausstrahlte, ließen mich nicht mehr los und haben mich sehr verzaubert. Das Vermissen und die Nostalgie gepaart mit einer grundlegenden Zufriedenheit mit sich selbst. Dieser Song und die Performance haben mich auf jeden Fall noch sehr lange begleitet.
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Und solche Songs waren meine Lieblingsfundstücke dieses Jahr – Songs, die davon erzählten, irgendwie verloren zu sein, aber gerade in der starken Intensität dieser Emotionen auch komplett aufgehen – wie Fletcher in “20 something”. Oder “The View Between Villages – Extended Version” von Noah Kahan. Ich hatte dieses Jahr einen ganz großen soft spot für nostalgische Songs mit einer Prise Hoffnung. Songs, in denen die Sehnsucht mitschwingt, sich selbst zu kennen, und die gleichzeitig eine tiefe Zuversicht für die Zukunft ausdrücken.
Im Januar habe ich ein Visionboard für 2023 erstellt. Darauf waren unter anderem Zitate wie “I’m fucking special”, “I don’t care” oder “Do it for you”. Und ich glaube, die Songs, die für mich mein 2023 am meisten geprägt haben, spiegeln die Schwankungen zwischen diesem Self Empowerment und den Momenten, in denen ich mich empowern musste, ziemlich deutlich wieder. Es war teilweise eine Achterbahn, aber hört am besten einfach selbst:
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Der Anfang des Jahres 2023 ist gefühlt schon wieder deutlich mehr als 12 Monate her. Es ist auch mal wieder so viel passiert, dass es mir unendlich schwer fällt, mich überhaupt an alles zu erinnern. Und auch zu entziffern, wann denn überhaupt was nochmal war. Und als ich letztes Wochenende meine Konzertliste in den Handynotizen durch die zwei neusten Konzerte ergänzt habe, kam mir die Idee:
Ich könnte doch einfach einen Konzert-Jahresrückblick machen!
Da ich dieses Jahr ordentlich Gas gegeben hab, und WIRKLICH alles mitgenommen habe was ging, habe ich es geschafft meinen bisherigen Rekord an Konzerten in einem Jahr (50 Konzerte in 2019) zu überbieten, und bin – Stand heute, 15.12.2023 – bei 61 Konzerten in 2023.
Und das, obwohl ich sehr langsam in’s Jahr gestartet bin: in den ersten drei Monaten war ich nur auf einem einzigen Konzert: Circa Waves am 18. Februar. Dafür aber ein absolut würdiger Einstieg in ein neues Konzertjahr! Circa Waves kannte ich schon seit Jahren dank ihres Indie-Bangers T-Shirt Weather, ich hatte es allerdings bis dato nie geschafft, sie auch live zu sehen. Meine neuen Loop Konzertohrstöpsel, die ich im Vorjahr zu Weihnachten bekommen hatte, hab ich an dem Abend vergessen. Was ich schnell bereuen sollte, denn es war unfassbar laut. (Zum Glück konnte man an der Garderobe billig welche kaufen)
Circa Waves sind eine Band, die wirklich Hit an Hit an Hit spielen können (und es auch tun). Und so landet das Konzert auch in meinen Top 5 des Jahres 2023!
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Im April folgt dann genau das Gegenteil: Spontan hatte mich eine Freundin gefragt, ob ich nicht mit zu Paula Hartmann auf’s Konzert kommen wollte. Aber natürlich! Auch wenn ich zu dem Zeitpunkt nur Babyblau kannte, war ich sofort am Start. Und es war rückblickend das beste Konzert im April. Die Fans in Augsburg waren alle zu 100% textsicher, und LAUT! Paula selbst war mir auch sofort sympathisch und hat eine 10/10 Performance abgeliefert. Würde ich sofort wieder auf’s Konzert gehen.
Direkt nach diesem Konzert starteten auch schon die ersten Aufbautage für’s Modular Festival in Augsburg (26.-28. Mai), bei dem ich seit mehreren Jahren im Artist Care bin. Da unser Team 2023 deutlich größer war, hatte ich auch endlich mal die Chance, einige Artists anzuschauen. Mit dabei waren DAMONA, orbit, und natürlich das große Heimspiel von Roy Bianco & die Abbrunzati Boys – die ja aus Augsburg kommen. Und obwohl das restliche Lineup sehr Deutschrap-lastig war, fanden sich mit dem Modular Festival doch die Highlights des Mai für mich.
Kurzer Disclaimer zwischendurch: Festivals werden in meiner Konzertauflistung als ein (1) Konzert gezählt. Keine einzelnen Tage oder Sets, sondern das Ganze als eines.
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Für den Juni wusste ich schon mindestens ein halbes Jahr im voraus, welches Konzert mein Favorit werden würde, weil es sich um eine absolute Bucket-List Band handelte. Und zwar: Depeche Mode. Mit dem erst im März erschienenen Album „Memento Mori“ auf Tour, fand ich mich zusammen mit meinem Dad und noch etwa 70.000 anderen Menschen im Olympiastadion München wieder. Da ich mit der Musik von Depeche Mode aufgewachsen bin und genau wie mein Dad sehr 80s vernarrt bin, hatte ich mich monatelang auf das Konzert gefreut – und es hat trotzdem jegliche Erwartungen übertroffen. ZWEIEINHALB STUNDEN ging das Set! Weil ich keinen Vergleichswert aus den jüngeren Jahren der beiden hatte, konnte ich nur schätzen… aber nur anhand der Performance hätte man Dave, Martin und co. das Alter auf keinen Fall angemerkt.
Das einzige das die Laune etwas gedrückt hatte war der Regen, der circa eine Stunde vor Ende auf einmal eingesetzt hatte… bzw. eher die ganzen Middle Aged Männer um mich herum, die meinten ihre Tshirts ausziehen zu müssen. Mein Dad behielt seins zum Glück an. Wenn ich so drüber nachdenke war der Regen an sich sogar sehr angenehm, da es tagsüber nie weniger als 38 Grad hatte, und die Blitze am Himmel in der Ferne waren eine coole zusätzliche Lichtershow. Und so war ich lange noch am Ringen mit mir selbst, da ich gerne zum Depeche Mode Konzert in der Olympiahalle nächstes Jahr gehen wollte, die Tickets waren allerdings 150€ aufwärts. Zum Vergleich: das Konzert dieses Jahr hat 100€ pro Ticket gekostet und die Venue war 5x größer. (pain)
Bei der Suche nach dem richtigen Video für Depeche Mode bin ich auf das Live-Video zu Enjoy the Silence live aus Berlin 2013 gestoßen. Es hat keine 30 Sekunden gedauert da hatte ich überall Gänsehaut und Tränen in den Augen. Schaut es euch an, es ist der reine Wahnsinn.
Außerdem – und ich sag es immer wieder – Dave Gahan walked so Harry Styles could run.
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Unter anderem im Juli, aber eigentlich den ganzen Sommer über war ich viel mit Lonely Spring als Tourmanagerin auf Festivals unterwegs, und hatte eine wundervolle Zeit. Pop-Punk Banger vom feinsten, die auch Platz eins und zwei meiner Top Songs 2023 auf Spotify Wrapped geschafft haben. Während die letzten Monate einige Singles (wie zum Beispiel ein Anti-Oktoberfest-Song) gedroppt wurden, folgt 2024 das self proclaimed „beste Emo-Album aller Zeiten“. Also bleibt dran!
Auf den August hatte ich auch lange hingefiebert. Nicht nur war ich die erste Woche in Italien in meinem ersten richtigen Sommerurlaub seit ca. 2016, sondern kurz danach stand noch ein Berlin-Kurztrip an. Für MUNA & boygenius, das wohl queerste Lineup ever. Und während boygenius zwar Headliner waren, hatte ich mir das Ticket überhaupt erst gekauft, weil ich MUNA seit mehr als 6 Jahren live sehen wollte – und das auch das erste Mal war, dass sie jetzt nach Europa kamen.
Als dann schließlich die Lichter aus gingen und MUNA die Bühne betraten, musste ich mit den (happy) Tränen doch etwas kämpfen. Gleich der erste Song war mein Liebling What I Want, ein Song über’s queer sein und erst im Erwachsenenalter zu lernen, wirklich man selbst zu sein und zu sich zu stehen- und einiges nachzuholen: I want the full effects / I want to hit it hard / I want to dance in the middle of a gay bar / Ooh, that’s what I want / There’s nothing wrong / With what I want
Ich glaube so laut hatte ich noch nie ein ganzes Set lang mitgesungen. Der ganze Abend an sich hat sich einfach wie eine warme Umarmung angefühlt, und um es in den Worten eines Freundes zu sagen: „this is what authentic queer joy looks like.“
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Das Reeperbahnfestival im September war natürlich auch ein Highlight – besonders, weil es mein allererstes RBF war! Seit Jahren wollte ich hin, und 2023 hat es endlich geklappt! Den Artikel dazu (und über meine Lieblinge BIBIZA und Dottie Andersson) könnt ihr hier lesen.
Direkt im Anschluss an’s Reeperbahnfestival ging es für mich dann zur Abwechslung mal wieder nach Berlin, auch für eine Band auf die ich seit Jahren gewartet hatte: Handsome Ghost. Eine kleine, relativ unbekannte Band aus Boston. Als ich im Februar 2018 gemeinsam mit flor die USA getourt hatte, waren Handsome Ghost die Vorband, und ich hab mich direkt am ersten Abend schockverliebt. Tim und Eddie sind nicht nur die allerliebsten Menschen auf diesem Planeten, sondern ihre Musik begleitet mich seitdem auch durch’s Leben und bedeutet mir wahnsinnig viel. Für Juni 2020 waren ein paar Deutschlandshows angesetzt – die dank Corona natürlich nicht stattgefunden haben. Seitdem hatte ich auf neue Dates gewartet, und im September 2023 war es dann soweit.
Am 29. September in Berlin und am 3. Oktober in Münster konnte ich meine beiden Jungs endlich wieder live sehen, und nur für mich spielten sie ihren ganz alten Song Blood Stutter (was sie auch vor allen anderen auf der Bühne ankündigten und auf mich in der ersten Reihe zeigten).
Der Oktober war sehr wild. Man könnte fast sagen „die komplette Engleisung“. So hieß der Gig, der am 18. im Bahnwärter Thiel von Freunden (& Hip Hop Open Tracks) selbst veranstaltetet wurde. Mit meiner herzallerliebsten Blushy AM natürlich, und Headliner / Organisatoren Cloutboi Juli & Pink Stan.
UND JETZT ALLE, die so Ski Aggu Type Musik nice finden, bitte einmal reinhören:
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Auch im November gings voll ab: am 7. dachte ich mir, ich probier mal wieder was Neues und kauf mir einfach eine Konzertkarte von einer Band, die ich zwar nicht höre, aber alle in meinem Umfeld. Und dann schau ich einfach mal was passiert. Die Rede ist von Holding Absence, und der Abend war auch mal wieder eine glatte 10/10. Auch die beiden Vorbands FLOYA und Thornhill haben rasiert. Also alle, die das hier noch lesen und es gerne auch etwas heavy mögen: Gönnt euch und hört rein!
Ende November ging es dann sogar noch auf Tour! Und zwar mit Blushy AM, Marlin Beach und Peter aus der Mozartstraße! Vom VPBY gefördert waren sogar 5 Shows in 5 Tagen geplant, von denen zwei leider wegen des heftigen Schneefalls abgesagt / ins neue Jahr verschoben werden mussten. Trotzdem hatten wir drei richtig richtig gute Tage mit einem tollen Team, und ich hatte sogar meine Bühnenpremiere! Denn ich durfte für Blushy AM den DJ machen. Etwas nervös war ich bei der ersten Show, aber dann hat es einfach nur noch Spaß gemacht.
Passau und Augsburg dürfen sich besonders auf 2024 freuen, denn am 14. März (Augsburg) und am 15. März (Passau) kommt die Chaostruppe dann wirklich vorbei!
Außerdem kommt im März der gemeinsame Song von Blushy AM und Peter aus der Mozartstraße, den ich über meinen privaten Link schon ca. 150 mal angehört habe – und der wirklich unfassbar viel Potential hat. Ich glaub, das wird was Großes. You heard it here first!
Und das Highlight diesen Monats war vor genau einer Woche, als ich am Samstag dann nach Passau gefahren bin, um gemeinsam mit den Lonely Spring Jungs auf das DAMONA Konzert zu gehen. Die neuen und noch unreleasten Songs sind RICHTIG richtig gut, haltet auf jeden Fall eure Augen und Ohren offen. Passau war der Tourabschluss, wurde noch ordentlich lange und ausgiebig gefeiert. Da hat es mich gewundert, dass ich am nächsten Tag schon wieder fit genug war, um Temmis und Steintor Herrenchor live zu sehen. Aber Gott sei Dank! Denn spontan sprang noch die Raketenumschau – eine meiner liebsten Münchner Bands – als Support ein, weil dieser krank wurde.
Nach diesem Wochenende war ich wirklich fix und fertig, und ich erhole mich eigentlich immer noch davon. Was mich aber nicht davon abhalten wird, noch alle Weihnachtsmärke abzuklappern, und noch ein oder zwei weitere Konzerte dieses Jahr zu besuchen. Man lebt schließlich nur einmal!
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Alle Jahre wieder kehrt im Dezember die unvermeidbare Weihnachtsstimmung ein. Zwar hat sich über die Jahre hinweg eine Menge verändert und ein Weihnachten ist nie, wie das andere, trotzdem bleibt eine Sache bei mir immer gleich: Der Soundtrack. Deshalb möchte ich an dieser Stelle gar nicht in das turbulente Jahr 2023 zurückblicken, sondern über ganz besondere Weihnachtsongs schreiben. Von einigen habt ihr definitiv noch nicht gehört.
Ein festgeschriebenes Ritual
Vermutlich liegt es an Nostalgiegefühlen aus der Kindheit, warum gerade dieses eine Kompilationsalbum bei mir jedes Jahr aufs Neue rauf und runterläuft. Mit dem weihnachtlichen Schmücken des ganzen Hauses spätestens (!) gegen Ende November läutet meine Mutter traditionell die Weihnachtszeit ein. Das ist ein festgeschriebenes Ritual. Aber schon kurz vorher wusste ich als Kind, dass der besinnliche Zauber innerhalb der Folgeminuten erweckt werden müsste. Denn ich sah es. Das auf dem Phonoschränkchen drapierte, dunkelblaue, mit Sternen versehene CD-Hardcover. In der Mitte ein großer, nach Coca-Cola aussehender Weihnachtsmannkopf mit Sonnenbrille und oben der knallige Schriftzug: BRAVO Rock Christmas. Von diesem Augenblick wussten alle im Haus, dass bis zum Ende des Jahres kein Radio mehr gehört, sondern die Einstellung der Stereoanlage auf CD bleiben würde.
Bares für Rares
Spätestens in der ersten Weihnachtszeit nachdem ich von zuhause auszog, war ich mir um den Verlust dieses wertvollen Stücks Musik bewusst. Dieses Album brauchte ich also unbedingt selbst. Problem nur, dass ich keinen CD-Player, sondern lediglich einen Plattenspieler hatte. Denn der Gebrauchtmarkt war voller CDs, niemand aber schien eine Vinyl des Albums zu besitzen, geschweige denn loswerden zu wollen. Durch ein Angebot „eines der größten Online-Bestelldienste“ aber die Gewissheit: Dieses Album gibt es in Plattenform. Allerdings unheimlich teuer, weil selten (120€ während der Wintersaison – bekloppt!). Knauserig wie ich bin, habe ich mich von dem Preis so lange abschrecken lassen, bis auch das einzig verfügbare Exemplar aus den Anzeigen verschwunden war.
Es dauerte einige Monate – ich gab die Hoffnung längst auf – da erblickte ich ein weiteres Exemplar im Internet. Dieses Mal wesentlich günstiger als das letzte. Das war meine Chance. Ich schlug zu und hatte somit Mitten im Hochsommer eine Weihnachtsplatte gekauft. Ein wenig hat es sich angefühlt, wie die Nadel im Heuhaufen gefunden zu haben. Das nächste Weihnachten konnte kommen.
Eine Mischung aus Klassikern und purem Gold
Wer bis hierhin gelesen hat, ist sicherlich an dem Soundtrack interessiert. Tatsächlich finden sich sehr viele Klassiker, wie Last Christmas, Driving Home for Christmas, White Christmas oder Do They Know It’s Christmas? auf dem Album. Zwar sind sie auf gar keinen Fall aus einer guten Weihnachtsplaylist wegzudenken, hier lassen sich die Juwelen aber einmal mehr zwischen den bekannten Hits finden.
Viele traditionelle Lieder zeigen sich im Gewand der 80er. Schöne Beispiele sind da Little Drummer Boy von New Kids On The Block, Have Yourself A Merry Little Christmas von den Pretenders und Mike Oldfields rockige Fassung von In Dulci Jubilo. Hier trumpft aber vor allem Silent Night von Bros mit einer unfassbar guten Gesangseinlage auf. Bei 2:38 geht einem selbst beim Zuhören die Luft aus.
Das Herzstück von BRAVO Rock Christmas ist meiner Meinung nach Another Lonely Christmas von Prince. Richtig gelesen. Prince, der aus den 80ern nicht wegzudenken ist, hat einen Weihnachtssong geschrieben. Nach Weihnachten hört sich der Song aber nun wirklich nicht an und auch der Text erzählt eher eine tragische Geschichte, als dass er von Schnee, Santa und Geschenken handelt. Die fast beängstigende Virtuosität von Musik-Genie Prince, der alles an dieser Produktion selbst gemacht hat, verleiht dem Song seine ganz eigene Besinnlichkeit. Nur ein einziges Mal live aufgeführt, ist dieser Song in meinen Augen also ein wirkliches Goldstück.
Wo Rock draufsteht, ist auch Rock drin
Dafür Gary GlittersAnother Rock and Roll Christmas und Joys of Christmas von Chris Rea Paradebeispiele. Letzterer Künstler ist somit übrigens als einziger doppelt auf dem Album vertreten. Jeder kennt erwähntes Driving Home for Christmas, Joys of Christmas jedoch ist relativ unbekannt. Als gitarrenlastiger Blues-Rock Song bildet er den krönenden Abschluss des Soundtracks und ist als Rausschmeißer perfekt platziert. Der Song hört sich meines Erachtens nach genau dem Moment an, in dem man sich befindet, wenn man den Heiligen Abend gerade hinter sich gebracht hat. Leicht bis stark angetrunken, vollgegessen und allein draußen spazierend ein letztes Mal in die klare Sternennacht schauen und die Nachwirkungen des Weihnachtsstresses spüren, ehe es in den sich taub anfühlenden Zeitraum zwischen den Jahren geht.
Da leider nicht alle dieses Album auf CD besitzen – auf Platte sowieso nicht – und es das Album nicht zum Streamen gibt, habe ich eine Playlist erstellt damit jede*r die Reise durch den besten Weihnachtssoundtrack aller Zeiten antreten kann. Für Fans von Klassikern, Rockmusik und 80er ist BRAVO Rock Christmas definitiv ein Tipp zum Reinhören.
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Dieses Jahr war ich auf der Suche, ohne so richtig anzukommen. Viele verschiedene Genres, Artists, Singles und Alben sind durch meine Ohren geflogen, ohne dass so richtig viel hängengeblieben ist. Das müsste eigentlich gar nicht schlimm oder erwähnenswert sein, fühlt sich aber ein wenig wie eine erste musikalische Midlife Crisis an. Komme ich langsam in ein Alter, in dem mich nichts mehr überrascht, in dem mich nichts mehr von neuem begeistert? Die gute Seite daran ist allerdings, mir fällt meine musikalische Jahresauswahl ungewöhnlich leicht. Hier kommt eine Entdeckung für jeden Monat des Jahres 2023, die sich auf der Suche nach neuen Favourites doch in meinem Ohr festgesetzt haben.
Januar: maïa – tristesse
Das Jahr hat vielversprechend mit einer neuen Entdeckung angefangen. maïa trifft mit ihrem Song „tristesse“ sowie ihrer Debüt-EP „tatendrang und todmüde“ genau die musikalische Sitmmung, die ich liebe: leicht depressiv. Die zarte Stimme verschmilzt mit den organischen und zugleich modernen Produktionen. Mein Tipp: maïa wird sich durchsetzen. Die junge Künstlerin ist in ihrer künstlichen Erscheinung zu besonders, um ignoriert zu werden.
Februar: BENEE – Green Honda
Ganz abrupt wurde ich aus der Melancholie des Winters herausgerissen, als BENEE„Green Honda“ veröffentlichte. Meine Lieblings-Neuseeländerin hat ihre ADHS-Type Personality in Form eines Songs veröffentlicht. „Green Honda“ klingt wie ein tiefergelegtes neongrünes Auto mit Heck-Spoiler (ausgesprochen „Schpoiler“) und Bodenbeleuchtung, das ohne Rücksicht auf Verluste über den Nachbarsgarten driftet. Falls du ein Gartenzwerg bist: watch out!
März: Oliva Dean – Dive
Der Frühling hatte noch gar nicht so recht begonnen, da sind dank Olivia Dean bereits die ersten Schmetterlinge im Bauch umhergeflogen. Mein Celebrity Crush der letzten zwei Jahre hat die erste Single ihres Debütalbums „Messy“ im März veröffentlicht. Noch nie bin ich so geduldig und mit so viel Vorfreude den langen Single-Marathon mitgelaufen wie bei diesem Album. „Dive“ ist für alle Girls da draußen mit rosaroten Brillen und für alle, die es ab und zu im Herzen sein wollen (ich).
April: Dominic Fike – Dancing In The Courthouse
Der Sommer begann in diesem Jahr sehr früh. Dominic Fike hat mit „Dancing In The Courthouse” die perfekte Caprio-Hymne sowie das schönste Musikvideo des Jahres releast. Auf Dominic Fike ist am Ende immer Verlass. Auf jeden unbedeutenden Song folgt ein Hit zum Mitsingen. Wo auch immer Dominic Fike in den USA lebt, dort scheint es immer warm zu sein. Anders kann ich mir den perfekten Sommersong im April nicht erklären.
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Bevor Olivia Dean mein kleines Teenie-Herz eroberte, war Jorja Smith die unangefochtene Nummer eins. Dabei kann man noch immer auf ihre musikalische Schönheit vertrauen. Die engelsgleiche Stimme der Britin bezaubert immer wieder mit besonderen Momenten. Man muss ihr nur ein wenig Zeit geben. Jorja Smith ist wie Opa’s Bollo. Mit jeder Stunde, die sie länger auf dem Herd steht, schmeckt sie besser, nur mit Musik halt. Umso mehr man Jorja Smith hört, … ihr wisst schon!
Juni: Olivia Dean – Messy
Weil ein Song nicht ausreicht, um den vollen Umfang meiner grenzenlosen Liebe für Olivia Dean auszudrücken, betone ich hier erneut wie toll diese Frau und ihre Musik sind. Alles ist ein bisschen kitschig, aber ich falle voll darauf rein und bereue nichts. Wenn Olivia Dean mir vom Paradis vorsänge während ein Bär an meinem Körper knabbert, mich würde es nicht stören. Kurz: „Messy“ ist ein ganz tolles Album. Einziger Schwachpunkt: Nach dem langen Single-Marathon gab es auf dem Album gar nicht mehr soo viel zu entdecken. Aber das ist mir jetzt auch egal, solange mir mein YouTube-Algorithmus weiterhin regelmäßig neue fantastische Live-Auftritte von OliviaDean vorschlägt.
Juli: MAVICA – sometimes a person never comes back (but that’s okay)
Im Juli dachte ich kurz, ich wäre ein A&R, der das nächste große Ding entdeckt hat. Auf TikTok wurde mir ein ca. 5 Sekunden langes Video angezeigt, das mit einem Song unterlegt war. Sofort war ich hooked. Wenn normalerweise auf TikTok der einzige gute Teil eines Songs zum Trend wird, während der Rest Trash ist, wurde ich dieses Mal eines besseren belehrt. „sometimes a person never comes back (but that’s okay)“ ist so unglaublich schön, dass ich leider vermute, dass diese kleine Indie-Künstlerin nie wieder einen so schönen Song releasen wird. Aber das ist okay! Ein Meisterwerk für die Ewigkeit ist mehr als ich zu träumen wage.
August: Victoria Monét – How Does It Make You Feel?
Die amerikanische Soul und RnB Sängerin aus dem Dunstkreis von Ariana Grande hat sich schon lange von ihrer Star-Freundin emanzipiert und verkörpert einen Sound der modern ist und zugleich die Wurzeln des Souls und Disco honoriert. Das im August erschienene Album „JAGUAR II“ entdeckt noch mehr musikalische Genres als der Vorgänger und kehrt dennoch immer wieder zu Victoria Monét’s Markensound zurück: anspruchsvolle Pop-Vocals auf tanzbaren Instrumentals mit einem Funken Disco & Glamour.
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September: Levin Liam, Miksu/ Macloud – Mann vom Fach
Für den September gilt die gleiche Regel wie bei meinem Fahrschein. Die ersten paar Tage des neu angefangenen Monats darf ich noch mit der alten Karte fahren. Die erste Single der Kollaboration zwischen Miksu/ Macloud kam zwar erst Anfang Oktober raus, aber mit Sicherheit habe ich mich im September schon darauf gefreut, als auf TikTok der Song bereits intensiv beworben wurde. Wer hätte gedacht, dass das noch vor kurzem Most-Mainstream-HipHop-Producer-Duo Miksu/ Macloud mit dem aktuell Most-Indie-Up-And-Coming-Artist Levin Liam zusammenarbeiten würde. Das Ergebnis ist allerdings unbestechlich. „Mann vom Fach“ überzeugt schnell, ebenso wie die gemeinsame EP „neue Ufer“. Der darauf veröffentlichte Song „so k.o.“ ist die vermutlich schönste Deutsch-Pop-Ballade des Jahres. No cap!
Oktober: Mustafa – Name of God
Kommen wir von dem schönsten Deutschen Song des Jahres zum schönsten englischsprachigen Song des Jahres. Die erste Single zum kommenden Album „Name of God“ übertrifft all meine Erwartungen. Ich hatte nämlich erwartet, dass es nicht möglich ist noch mehr so schöne Songs zu schreiben, wie es Mustafa auf seinem ersten Album getan hatte. Doch er hat mich eines besseren belehrt. „Name of God“ steht ganz oben auf der Liste meiner Lieblingssongs 2023. Nothing more to say!
November: The Kid Laroi – BLEED
Justin Bieber 2.0 hat mich ebenfalls sehr positiv überrascht. Statt glatter Radio-Hits wie „Stay“ featuring Justin Bieber 1.0 sind die aktuellen Singles eher Indie-Pop Songs. Die durchschnittliche Songlänge von 1,51 Minuten und die stadionesken Ohrwurm-Melodien deuten zwar immer noch auf ein hohes Hitpotenzial mit Erfolgsgedanken hin, berühren aber dennoch auch die ab und zu stark geschundene Seele.
Dezember: Bee Gees – OG Keemo, Levin Liam
Den Abschluss macht mein Artist of the Year: Levin Liam. Weil ich Olivia Dean bereits im letzten Jahr neu entdeckt habe, steht Levin Liam auf der Pole Position. Wer so leichtfertig zwischen Rap und gefühlvollen Melodien, zwischen Bangern und Balladen und zwischen Punchlines und poetischen Zeilen hin und her hüpft, hat ganz viel Liebe verdient. Das dies bereits der Fall ist, haben seine letzten Konzerte bewiesen. In Berlin war die Stimmung mega! In Hamburg ebenfalls (wenn wir TikTok trauen können). Levin Liam wird mit seiner Vielseitigkeit und charakteristischen Stimme die Deutsche Pop-Landschaft ganz schnell erobern. Trust me!
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Wieder einmal sitze ich vor einer leeren Seite in WordPress und soll jetzt hier mein musikalisches Jahr 2023 zusammen. Ich sag’s wie’s ist: Das fällt mir nicht leicht – es ist doch so verdammt viel passiert. Deswegen öffne ich erst einmal Spotify und spiele meinen Nr. 1 Comfort-Song ab: „Motion Sickness“ von the one and only Phoebe Bridgers. Der Song war nicht umsonst mein meistgehörter Song des Jahres laut Spotify Wrapped. Warum ich stolz darauf bin und was das mit meinen beiden vergangenen Jahresrückblicken zu tun hat – dazu gleich mehr.
Wagen wir doch aber zu Beginn einen Blick in die Vergangenheit. Was habe ich die letzten beiden Jahre so gehört? 2021 – da war die Illusion meines perfekten Indie-Musikkonsums noch intakt. Auf der Eins war, wie ungefähr auch alle zehn Jahre davor schon, The Neighbourhood. In dem Jahr ist mir aber auch zum ersten Mal so richtig bewusst geworden, dass ich zu wenig Musik von Flinta Acts höre. Die danach selbst auferlegte Frauenquote für meine Playlists hat sich dann 2022 gleich durchgesetzt. Denn da entthronte BROCKHOFF meine heißgeliebten Indie-Boys (die ja mittlerweile auch ganz zurecht sehr umstritten sind, darauf werde ich hier aber nicht eingehen).
Aber weil es immer noch sehr nötig ist, möchte ich auch in diesem Jahr wieder mit den ganzen tollen Frauen reden, die mich in diesem Jahr begleitet haben. Und ja, es wäre mir natürlich noch lieber, wenn auch da noch mehr Diversität in der Repräsentation der Flinta-Artists wäre, aber das wird jetzt mein neuer Vorsatz für’s nächste Jahr.
Ein Song für alle Gefühlslagen
Ich habe eine Schwäche für zarte Frauenstimmen auf rockigen E-Gitarrensounds. 2023 hat mir da mal wieder guten Content geliefert, mich aber auch alte Lieblinge wiederentdecken lassen. So zum Beispiel der oben bereits erwähnte Song „Motion Sickness„. Ehrlich gesagt ist der Hype um Phoebe Bridgers lange Zeit spurlos an mir vorbei gezogen, weil ich mich einfach gar nicht mit ihr beschäftigt hatte. Zum Glück hat sich das in diesem Jahr geändert, denn selten hat ein Song so viele Emotionen gleichzeitig in mir ausgelöst wie „Motion Sickness„. Ich höre den Song, wenn ich traurig bin, wenn ich glücklich bin, wenn ich überfordert bin, wenn ich Sehnsucht nach etwas, jemandem oder einer Situation habe. Egal wann und wie, der Song hilft einfach.
credits gehen an @deutschband.memes auf Insta
Nachdem im letzten Jahr meinen Artikel mit einer Lobhymne auf BROCKHOFF begonnen, möchte ich euch jetzt THALA ans Herz legen. Auch sie ist quasi der Inbegriff meiner Schwäche für zarte Frauenstimmen auf rockigen E-Gitarren. Dass sie allerdings auf Platz eins meiner meistgehörten Artists in diesem Jahr landen würde, hätte ich selbst nicht gedacht. Das könnte aber auch daran liegen, dass sich THALA-Songs perfekt für genau die gleichen Gefühlslagen eignen, wie Phoebe Bridgers. Eine weitere Künstlerin, die ich an dieser Stelle natürlich auch nicht vergessen darf: Blush Always. Ebenfalls eine wunderschöne Frauenstimme, die im Vergleich zu THALA nochmal mehr das Bedürfnis nach Rocksongs stillt.
Das Spiderman-Meme beschreibt die drei Künstlerinnen schon ziemlich gut. Denn die Musik von allen drei geht perfekt ineinander über und trotzdem könnte ich auf keine der dreien in meinen Playlists verzichten. Es ist ein Kosmos, in dem ich mich einfach direkt wohlfühle.
Mal wieder ein gutes Jahr für Newcomer*innen
Aber was wäre eine gute Playlist schon bitte ohne ein,zwei nischige Newcomer*innen? Meine diesjährigen Empfehlung sind eindeutig: OSTARA, Ottolien und Moritz Ley.
OSTARA sind Amélie und Annika, zwei Schwestern und (mal wieder) hauchzarten, verzaubernden Stimmen, die mich immer wieder in ihren Bann ziehen. Vor allem schaffen die beiden es deutsche Textpassagen wie pure Poesie klingen zu lassen. Man bekommt das Gefühl einen direkten Einblick in ihre unausgesprochenen Gedanken zu bekommen.
Zu den Ottolien möchte ich an dieser Stelle gar nicht so viel schreiben, denn das Duo bekommt in ein paar Tagen noch ihre Würdigung in unserer Newcomer*innen-Playlist. Wer mich aber schon ein bisschen verfolgt, kennt die beiden Liebmäuse aber sowieso schon. Ihre Musik macht vor allem eins mit mir: Mich zurück in meine allerliebste Studien-Stadt Hannover versetzen.
Auch Moritz Ley dürfte der untoldency-Gemeinde schon ein Name sein. Der Lockenkopf aus Hamburg ist in diesem Jahr so richtig mit neuen eigenen Songs durchgestartet und erfüllt alle Sehnsüchte deutschen Indie-Pops. Mir hat es der Song „Rosarot“ besonders angetan. Zum ersten Mal habe ich den Song beim Musikvideodreh gehört, aber dann gleich die volle Dröhnung: Einen ganzen Abend lang haben wir in dem verschwitzten, kleinen Kellerraum eines Studentenwohnheims dazu getanzt. Wer das Musikvideo ganz genau anschaut, könnte mich dort eventuell entdecken.
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Neben dem ganzen deutschsprachigen Krams habe ich aber natürlich auch noch zwei fremdsprachige Songempfehlungen parat. Der erste Song hat mich auf meinen Roadtrip durch Island begleitet und deshalb einen ganz besonderen Platz in meinem diesjährigen Musikherz: „Sólblóm“ von BRÍET. Der zweite Song ist – wie könnte es auch anders sein – ein schwedischer: „Hela Tiden“ von Patino war eine Empfehlung meiner schwedischen Freundin, die mit der Band befreundet ist. Denn auch wenn ich großer Fan der deutschen Newcomer*innen-Szene bin, können unsere Nachbarländer da genauso gut mithalten.
NNDW for the win
Etwas verwundert hat mich mein laut Spotify meistgehörtes Genre: Neue Neue Deutsche Welle. Denn unter den Top 5 Songs war kein einziger dieses Genres vertreten. Trotzdem haben mich natürlich Artists wie Traumatin, easy easy, Serpentin, Paulinko und Nils Keppel auch in diesem Jahr begleitet. Dass die Szene immer weiter wächst und gedeiht, macht mich einfach nur glücklich.
Kommen wir zu der krönenden Kategorie „Album des Jahres“. Würde man mich fragen, welches Album ich momentan am meisten höre, dann würde ich ohne nachzudenken sagen können: „Goldie“ von Goldroger. Hätte man mich das gleiche vor ein paar Monaten gefragt, wäre es vermutlich „Volcano“ von Jungle gewesen. Noch ein paar Monate früher wäre es vermutlich „SOAMI“ von Amilli gewesen. Aber wenn ich wirklich ehrlich bin, dann ist es „GUTS“ von Olivia Rodrigo.
Ja, ich gebe zu, das ist nicht gerade das coolste Album und eigentlich bin ich auch ein bisschen zu alt um ein Teenie-Idol wie Olivia Rodrigo zu feiern, aber ihre Musik ist einfach zu gut, um sie nicht rauf und runter zu ballern – und deswegen stehe ich dazu. Aber schaut euch auch einfach mal diese krasse Frau an: Slay Queen einfach!
Alle Songs und Artists zu erwähnen, die mich durch das Jahr gebracht haben, würde den Rahmen sprengen, deswegen habe ich euch noch ein paar Songs, die ich trotzdem wärmstens empfehlen kann, in eine Playlist gepackt und wünsche euch ganz viel Spaß beim Hören:
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Dass ich mich ausgerechnet in dem Jahr unserem tollen Redaktionsteam anschließe und meinen ersten Jahresrückblick schreibe, in dem ich genau einen (1) Künstler on repeat gehört habe, klingt erstmal doof. Aber ich nutze die Gunst der Stunde einfach, um endlich ins Internet zu posaunen, WIE GUT ich seine Musik finde. Um welchen Künstler es geht, erfahrt ihr gleich. Greift euch ein paar Lebkuchen und/oder einen warmen Kakao (beides austauschbar durch alles, was ihr mögt) und taucht ein in mein musikalisches Jahr 2023.
Alle, die mich ein bisschen kennen oder mir auf Social Media folgen wissen es bereits und werden einmal genervt durchatmen, wenn ich jetzt schreibe, dass sich mein kompletter Jahresrückblick um Hazlett drehen wird. Nicht, weil ich ihm nicht sowieso längst einen Artikel widmen wollte, sondern, weil niemand mein musikalisches Jahr 2023 so konsequent begleitet hat wie er. Laut meinem Spotify Wrapped habe ich seine Musik 114.227 Minuten lang gehört, das sind 79,3 Tage. Was das über mich aussagt? Vielleicht bin ich 2023 endgültig verrückt geworden. Aber bin ich der Meinung, jemanden gefunden zu haben, der zu 100% Musik für mein Herz macht? Auf jeden Fall.
Eine kleine Zeitreise
Aber spulen wir zurück zum Sommer 2022, die Acoustics Concerts sind in vollem Gange und ich so oft dabei wie es geht. Am 12.07.2022 spielt Anoki, lasse ich mir natürlich nicht entgehen. Mit ihm auf der Bühne: Masha The Rich Man und… Hazlett. Hätte ich damals geahnt, was dieser Abend auslösen wird, ich hätte es mir selbst nicht geglaubt. Da steht dieser in Stockholm lebende Australier in Latzhosen mit seiner Gitarre auf der Bühne, hinter ihm die Spree und die 23. Stadtrundfahrt-Fähre, während langsam die Sonne untergeht. Ich kannte ihn und seine Musik zu diesem Zeitpunkt noch nicht, war aber wie immer mehr als offen für neue Artists. Sein Set klingt folkig, seine Stimme gefällt mir auf Anhieb extrem gut, er erzählt zwischen den Songs lustige Anekdoten und füllt die Bühne auch alleine voll aus, wirkt aber trotzdem irgendwie unbeholfen. Und dann spielt er den damals noch unveröffentlichten Song „Everybody Hates Me“ – der mich wie ein Blitz durchfährt und mir seitdem nicht mehr aus dem Kopf gehen will. Im Nachhinein denke ich, dass ich mich in diesem Moment das erste Mal wirklich in Musik verliebt habe.
Der Beginn einer (lieb gemeinten) Obsession
Bis „Everybody Hates Me“ dann einen Monat später veröffentlicht wird, durchforste ich seine bisherige Diskografie. Und ich höre nicht einen Song, den ich nicht unfassbar schön finde? Ihr kennt das bestimmt, ihr habt eine Lieblingsband, liebt alles, aber da gibt halt auch diesen einen Song, der holt euch nicht so ab. Völlig okay, kein Problem. Aber so ist das hier nicht. Jeder einzelne Song klingt PERFEKT in meinen Ohren. Und, Spoiler: Das hat sich ein Album und eine EP später noch immer nicht geändert. Im September 2022 sehe ich Hazlett noch einmal live in Berlin, als er bei der Indiean Summer Tour 2022 im Privatclub spielt, diesmal in kleiner Bandbesetzung. Mich persönlich berührt er alleine mit Gitarre noch einen Schnuff mehr, aber auch dieses Set befeuert meine beginnende Obsession.
Im Januar 2023 erscheint dann das Debütalbum „Bloom Mountain“. Schon da war mir klar, dass das ganz oben in meiner Jahresliste stehen wird. Ich mache seitdem mit Anlauf einen Kopfsprung in alles, wo „Hazlett“ draufsteht. Ich kenne jedes verdammte Interview, das ich online finden konnte. Jedes Video auf seinem YouTube-Kanal habe ich ca. 1 Mio. mal gesehen. Ich habe mir in einem nur mittelmäßig echt aussehenden UK-Onlineshop für einen eigentlich unzumutbaren Preis seine 2020 erschienene EP „Thundering Hopes“ auf Vinyl gekauft. Dass er mir dann erzählte, sie sei eigentlich ausverkauft und er wüsste wirklich nicht, dass man die noch irgendwo bekommt, steigerte meine Hoffnung darauf, nicht auf einen Fakeshop reingefallen zu sein, nur bedingt. Aber um hier keinen unnötigen Bogen zu spannen: Ihre Ankunft dauerte zwar ewig, aber inzwischen steht sie in der front row meiner Vinylsammlung. 2023 nicht auf einen Fakeshop reingefallen, check!
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Kein Weg ist mir zu weit, aber manche halt zu teuer
Wenn ich mitbekommen habe, dass Hazlett in meiner Nähe auftritt, war ich da. Das war zugegebenermaßen leider nur ein weiteres Mal am 12.09.2023 im Berliner Privatclub, als er Support für Wild Rivers gespielt hat (woraufhin ich überdurchschnittlich lange darüber nachgedacht habe, warum er in Berlin fast immer im Privatclub spielt und ob er denkt, dass wir nur diese Location haben?). Ich hatte mich ein paar Tage vor diesem Konzert mies am Fuß verletzt, konnte kaum laufen oder stehen – aber ratet mal, wer trotzdem auf Krücken ganz vorne stand und jeden einzelnen Song laut mitgesungen (und jeden Akkord mitgesummt) hat. Na klar. Am Ende des Abends habe ich ihm noch eine „Bloom Mountain“-Vinyl abgekauft und ein wirklich liebes Gespräch über u.a. Bahnfahrten in Dänemark geführt. Klingt random, war aber so herrlich normal. Ich möchte in Ermangelung weiterer Berlin-Konzerte auch nicht abstreiten, dass ich kurz davor war, für eine Show von ihm nach Stockholm zu fahren. Konnte ich mir nicht leisten, aber der Wille war uneingeschränkt da.
How to: Mit 31 Jahren nochmal zum Fangirl werden
Wenn man mich fragt, was es ist, das mich mit meinen inzwischen 31 Jahren nochmal zu dem 14-jährigen Fangirl werden lässt (nur mit weniger Kreischen), das ich einmal war, dann kann ich darauf keine verständliche Antwort geben. Denn eigentlich, das muss ich zugeben, höre ich die Art von Musik, die Hazlett macht, gar nicht so gerne – ohne jetzt groß in Genredenken zu verfallen. Aber wenn mich Spotify aufgrund meines wahnhaften Hörverhaltens darum bittet, ENDLICH mal „ähnliche Künstler*innen“ zu hören, dann mag ich das alles gar nicht so gerne. Was mich dann so an ihn fesselt? Ich kann es nicht sagen. Aber im Laufe der Jahre habe ich festgestellt, dass ich Musik noch mehr fühle, wenn ich die Artists dahinter „kennenlerne“. Ich denke, dass das hier auch ein großer Punkt ist. Hazlett ist für mich einer der sympathischsten Künstler, die ich „kenne“. Sehr zurückhaltend, sehr dankbar, sehr nahbar. Er bezieht seine Hörgemeinschaft in so gut wie alle Prozesse ein, wenn sie denn einbezogen werden möchten. Er spricht in der Wir-Form, wenn er neue Songs veröffentlicht und meint damit seine Fans, die für ihn offensichtlich genauso zu diesem Projekt gehören, wie sein Produzent. Ich muss zugeben, dass dieses Gemeinschaftsgefühl eine Menge mit mir macht. Ein paar Tage vor dem Albumrelease im Januar hat er ein kleines Prelistening über Zoom organisiert, in der man sich ungefiltert und direkt über das austauschen konnte, was einem nach dem Hören des gesamten Albums so in den Sinn kam. Ich finde das in der heutigen Zeit einfach sehr wholesome. Vielleicht will ich als Hörerin genau so abgeholt werden.
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Egal, ob ich in diesem Jahr traurig, wütend, frustriert oder glücklich, motiviert, freudestrahlend war. Die Musik von Hazlett hat mich immer begleitet. Und sie hat auch immer gepasst. Ich weiß nicht, wie oft ich 2023 inbrünstig mitgesungen habe oder seine Songs zum Einschlafen gehört habe. Es wurde einfach nie langweilig, weil man auch nach dem 40. Mal hören noch neue Feinheiten entdeckt (glaubt mir das einfach). Und wenn ihr mich fragt, dann lege ich euch hier im Übrigen auch einen der besten Wortakrobaten ans Herz.
„I wear my heart on my sleeve / I’m sick and tired of trying to change clothes for you“ (aus „Part Time Lovers“)
„I wanted to be / A little bit more Someone you see, who you adore / But happy sleeping on your floor“ (aus „Even If It’s Lonely“)
„It’s heaven sent / Then left on read“ (aus „Slow Running“)
Ich könnte ewig so weitermachen. Es sind diese Zeilen, die ich rund um die Uhr in meinem Kopf habe und die ständig ihre Bedeutung für mich ändern. Mein bester Freund sagte vor ein paar Tagen zu mir: „Ich bin mir sicher, dass du dir über manche Songs mehr Gedanken gemacht hast, als er“. Es wäre absolut seltsam und hochnäsig, dem zuzustimmen – aber so richtig verneinen kann ich es irgendwie auch nicht, ich habe schon unangebracht viel darüber nachgedacht. Mal abgesehen davon, dass ich für untoldency natürlich viele andere Songs gehört habe, hatte ich in diesem Jahr privat wirklich nur selten das Begehren nach anderer Musik. Weil ich mich so gut mit Hazletts beschäftigen konnte und alles inhaliert habe, was ich bekommen konnte – und das war in diesem Jahr eine Menge, sein Output war wirklich wahnsinnig. An dem Wochenende, an dem das Album erschien, hat er einfach ein neues geschrieben. Wenn ihr das hier lest, dauert es noch einen Tag, bis seine neue EP „Goodbye To The Valley Low“ erscheint. Ihr könnt euch vorstellen, wer hier schon aufgeregt seine Kopfhörer auflädt.
Ich würde alles nochmal genauso machen!
2023 war insgesamt gesehen für mich ein seltsames bis schwieriges Jahr, mental und physisch. Aber dass ich jemanden gefunden habe, der ungewollt für jede Situation den richtigen Ton und die richtigen Worte für mich übrig hatte, hat schon vieles leichter gemacht. Ich weiß nicht, ob das jemand von euch nachvollziehen kann, aber ich wünsche euch allen, dass ihr Künstler*innen oder Alben findet, die euch das geben, was mir Hazlett geben kann. Ich bin unendlich dankbar für den 12.07.2022, der Tag an dem alles begann. Ich weiß nicht, ob ich 2023 so gut überstanden hätte, wenn ich diesen musikalischen Zweig nicht gehabt hätte, mit dem ich mich über Wasser halten konnte. Das klingt pathetisch, aber ich weiß nicht, wie ich es noch passender formulieren könnte. Alles, was ich damit ausdrücken möchte, ist: Danke, Haz!
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… ich möchte euch natürlich trotzdem nicht die paar wenigen Künstler*innen vorenthalten, die ich zwischendurch doch auch mal gehört habe. Ganz oben dabei ist auf jeden Fall Paula Carolina, deren EP „Heiß/Kalt“ ich sehr gefeiert habe. Auch „Gradient“ von LIN fand ich unfassbar stark. In meinen Top Artists 2023 finden sich aber auch aus vergangenen Jahren bekannte Favorites wie SALÒ, Anoki, Paula Hartmann oder Jacob Leo. Zu meinen liebsten Neuentdeckungen gehörten auf jeden Fall Serpentin, MODULAR und Fiese Luise. Aber auch mehr oder weniger Klassiker von R.E.M., Lana Del Rey oder Drangsal haben es wenigstens mal kurz in meine Ohren geschafft. Und noch ein ganz aktueller Nachtrag: Am 01.12.2023 hat MIKA sein neues, französisch-sprachiges Album „Que ta tête fleurisse toujours“ veröffentlicht und das liebe ich gerade sehr, obwohl ich kein Wort Französisch verstehe. Aber muss man eigentlich immer alles verstehen? Wahrscheinlich nicht.
Fast 1.700 Zeichen später komme ich nun also zum Ende. Ich freue mich doll, dass du es bis hier hin geschafft hast. Ich weiß nicht, ob ich selbst so viel gelesen hätte. Eigentlich fügen wir hier jetzt noch eine extra für die Jahresrückblicke erstellte Playlist ein, damit ihr euch nicht nur durch unser musikalisches Jahr lesen, sondern auch hören könnt. Aber sind wir ehrlich, das wäre bei mir wirklich witzlos. Also füge ich euch einfach genau die Playlist ein, die mich 2023 eben begleitet hat – mit haargenau allen auf Spotify verfügbaren Songs von Hazlett. Ich freue mich, wenn du mal reinhörst. Und wenn dich seine Musik nur ansatzweise so kriegt, wie mich, dann slide bitte in meine DMs, damit wir uns darüber austauschen können!
Den allerletzten Absatz dieses Artikels möchte ich noch ganz besonderen Personen widmen: unserem zauberhaften untoldency-Team! Ich weiß, wie schwierig dieses Jahr für alle von uns war. Und trotzdem hat jede*r Einzelne von euch alles ihr/ihm Mögliche für dieses Magazin gegeben. Dafür bin ich euch ewig dankbar, ich hoffe, ihr wisst das! Lots of love 💚
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Willkommen zu meinem Jahresrückblick! 2023, was warst du bloß für ein wirrer Rush. Zum ersten Mal hatte ich das Gefühl, wirklich zu wenig Zeit zu haben und das nicht immer nur zu sagen. Ich glaube, deswegen erinnere ich mich auch so schlecht an alles, was länger als das die letzte Mahlzeit her ist. Doch fangen wir von vorne an.
Auch wenn Filtern hart ist und das ja auch immer heißt, sich mit sich selbst und seiner Vergangenheit zu beschäftigen (schwierig), möchte ich euch hier ein paar musikalische Highlights präsentieren. Musik hat dieses Jahr vor allem eins: connected. Und das war sehr schön. Ein paar Geschichten:
Im Schein der Schreibtischlampen
Kölsch in der Veedelskneipe
Februar. Besuch in der Heimat. Kurz vor Karneval. Im Großraumbüro einer Kölner Grafikagentur hängen bunte Girlanden über den Bildschirmen. Auf der Theke in der Teeküche steht ein Fass Kölsch. Die Ruhe vor dem Sturm, bevor die kollektive Alkoholfahne eine Woche lang durch die Straßen der Domstadt weht. Tagsüber arbeitet in diesem Büro ein alter Schulfreund von mir. Jetzt ist es Nacht und er sitzt mit einer roten Nase neben mir auf dem Bürostuhl. Arschkalt draußen. Kurz ausruhen. Gleich weiter in die Stadt.
Dort, im Halbdunkeln, an diesem Ort, der nachts so seltsam unnütz erscheint, zeigt er mir „Let’s Start Here.“ Das neue Album von Lil Yachty. Und mir wird schmerzhaft bewusst, wie lange wir das hier nicht mehr gemacht haben. Nebeneinandersitzen und uns gegenseitig die neuesten musikalischen Entdeckungen zeigen. „Album des Jahres!!“, überschlägt sich meine Stimme schon nach dem zweiten Song. Im Februar! Und ja, so etwas habe ich wirklich noch nie gehört. Das Album klingt, als hätte der Cloud-Rapper Lil Yachty eine alte Pink Floyd-Vinyl zu einem Hubba-Bubba zerkaut. „Let’s Start Here.“ – ein gutes Motto für den Rest Jahres.
Symptome der Besessenheit
„Ein Auge Blau“
Juni. Im ICE nach Hamburg. Ich sitze im Gang. Im Board-Bistro ist die Kaffeemaschine kaputt. Alle Gerüche der Menschheit sind in diesem Zug wie in einem Vakuum-Beutel konserviert und mischen sich ausgerechnet in meiner Nase. Am Tag zuvor war ich zum ersten Mal seit langer Zeit mal wieder hingefallen, mein Auge war blau und alle Gliedmaßen an den Kontaktpunkten aufgeschürft. Aus dieser Hölle holt mich nichts mehr raus. Dachte ich. Da spawnt das neue Album „WEICH“ des Berliner Rappers Peat in meinen Algorithmus. Es wird das erste von vielen Malen sein, dass ich beim Song „IRGENDWANN WIRD ALLES“ Play drücke und „AM ENDE“ noch so vieles nicht verstanden habe. Und nicht nur mir wird es so gehen. Ich schicke den Link meiner Schwester und ahne nicht, welch schwerwiegenden Folgen das haben wird.
Als meine Schwester und ich uns Monate später wieder sehen, gesteht sie mir, dass sie seitdem NICHTS mehr anderes als dieses Album gehört habe. Und irgendwie hat sie sich verändert. Gesteigerte Selbstironie, unbarmherzige Offenheit und immer wieder diese verstörenden Geschichten aus der Jugend – typische Peat-Symptomatik. Langsam mache ich mir Sorgen. Ich empfehle ihr, einen Spezialisten aufzusuchen.
Selbstverständlich habe ich sie dorthin auch begleitet. So etwas steht man am besten gemeinsam durch. Tja, und da waren wir dann – auf der WEICH-Tour von Peat im Oktober. Geheilt sind wir bis heute nicht.
Ü im Fichtenhain
Pink Lint auf dem ObenAir
September. Mitten im Weinberg. Seit meinem Umzug vor einem Jahr, vermisse ich die Mosel und die lieben Menschen von dort schmerzlich. Zum rituellen Wiedersehen treffe ich meine Trierer Freunde ab jetzt jedes Jahr hier, auf dem ObenAir-Festival. Die Luft und die Erde sind noch feucht vom Regenschauer der letzten Nacht. Die Sonne hat sich mittlerweile wieder durch die Wolkendecke gepflügt, bereit die Bühnen des süßesten Festivals Deutschlands schon einmal vorzuwärmen.
Auf einer kleinen Bühne mitten im Fichtenwald spielt Pink Lint am frühen Abend. Einige von euch erinnern sich vielleicht – 2021 hatte ich über sein Album „Ü“hier eine Review geschrieben. Überall im Wald stehen Liegestühle, in den Nadelbäumen glühen die Lichterketten. Diese Songs dort live zu hören und zu sehen, wie meine besten Freunde an seinen Lippen hängen, werde ich so schnell nicht vergessen. Genau wie den letzten Act des Festivals: Es brennt. Statt auf der Main-Stage spielen Sören und Magnus auf ihrer eigenen Bühne, direkt vorm Weinstand. Gerade mal so groß, dass Magnus mit den Drums oben drauf passt. Und Sören wirbelt mit dem Mikrofon davor, im Publikum. Schon nach dem ersten Song weiß ich nicht mehr, wie ich heiße, wie alt ich bin und wo ich wohne. „Hast du sowas schon mal gehört???“, frage ich kreischend wirklich JEDE PERSON im Mosh-Pit um mich herum. „NEIN!!!“, ist ausnahmslos die Antwort.
Meine Perle
Peat live in Hamburg
Ja, und dann war da natürlich noch meine Zeit in Hamburg im Herbst. Ich glaube, ich war noch nie auf so vielen Konzerten in so kurzer Zeit, wie in den zwei Monaten in der Hansestadt – nicht zuletzt auch wegen des Reeperbahn-Festivals. Ganz besonders im Kopf sind mir die Shows von Clipping, Uche Yara, Another Sky und joe unknown geblieben. Mittlerweile wieder in Würzburg angekommen, wirkt die Zeit in Hamburg wie ein Fiebertraum – hier holt mich der Alltag ein, hier hab‘ ich keine Zeit mehr für gar nichts.
In diesem Jahr gab es für mich viel Veränderung und verändert hat sich auch die Art, wie ich Musik höre. Es klingt schlimm, aber meist skippe ich Playlists oder Alben nur noch durch. Hängen bleibe ich mit wenigen Ausnahmen nur dort, wo mich Musik komplett überfährt und mir den letzten Nerv raubt. Ich höre nur noch Musik, die mich abfuckt, Musik, die ich nicht verstehe. Ob das gut oder schlecht ist, muss ich im nächsten Jahr herausfinden. Gefunden habe ich dadurch dieses Jahr jedenfalls zwei sehr spezielle Alben, die ich euch noch ans Herz lege: Zum einen wäre da „Vidrio“ von Titanic. Das mexikanische Jazz-Duo um Cellistin Mabe Fratti hat mit diesem experimentellen Album bei mir einen Volltreffer gelandet – unbedingt anhören. Und zum anderen wäre da Enji. Die mongolische Sängerin mischt auf ihrem zweiten Album „Ulaan“ Volksmusik aus ihrer Heimat mit Jazz – obwohl ich kein Wort verstehe, bin ich damit emotional komplett überfordert.
Darf ich euch das Tschüss anbieten?
1. Platz Alf-Look-Alike-Contest
Im letzten Jahresrückblick habe ich mir gewünscht, wieder mehr auf Konzerte zu gehen. Es waren jetzt zum Schluss so viele, dass ich gar nicht nachzählen kann. Ich habe mir auch gewünscht, dass Frank Ocean ein neues Album rausbringt. Ich hätte ihm vielleicht noch eine Erinnerungs-E-Mail schreiben sollen, denn – das hat nicht geklappt. Mein dritter Wunsch war, wieder mehr über Musik zu schreiben. Eigentlich war ich mir sicher, dass zwei der drei Wünsche in Erfüllung gehen werden. Aber das Schreiben für untoldency kam dieses Jahr so kurz, wie nie zuvor. Daher ist es für mich jetzt Zeit, vorerst den Anker zu werfen und mich aus der Redaktion zu verabschieden, bis ich wieder Zeit habe. Ich möchte euch allen danken, fürs Lesen und das liebe Feedback. Dafür, dass ihr dadurch meine beruflichen Pläne maßgeblich umgestaltet habt und ich jetzt endlich das mache, was mir gefällt. Jule, Anna, euch besonders großen Dank für euer Vertrauen und eure viele Arbeit, die ihr in uns und untoldency investiert habt. Gäbe es euch nicht, wäre ich jetzt ganz woanders.
Wir lesen uns. Macht’s gut!
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Und schon wieder ist ein weiteres Jahr vorüber. Ich will jetzt nicht zu sehr in die Melancholie verfallen, aber etwas anderes geht mit diesem Artikel auch zu Ende: Meine Zeit bei untoldency. Schweren Herzens muss ich unserem Magazin zum Abschied winken. Denn schon seit einiger Zeit finde ich einfach keinen Platz mehr, um mich dem Schreiben in dem Maße zu widmen, wie ich mir und das Team es sich wünschen würde. Aber so ist es nun mal, der Alltag wird immer stressiger und man kommt seinen eigenen Hobbys gar nicht mehr hinterher. Hiermit also… meine letzten Worte (vorerst):
So chaotisch wie das letzte Jahr und das zuvor, so geht es auch weiter. Viele neue Erfahrungen, aber auch viele unerwartete Veränderungen. Dieses Jahr ist so schnell an mir vorbeigezogen, dass es mir richtig schwergefallen ist, alles, was passiert ist, zu rekonstruieren. Auch mein musikalisches Jahr war von vielem Neuen gezeichnet. Jeden Freitag pack’ ich mir alle erdenklichen Releases in meine Playlist und haste mich diese bis zum folgenden Release Friday durchzuarbeiten. Aber trotzdem haben sich so einige Stammgäste in mein Spotify Wrapped eingeschlichen…
Back to the dark side
Ich hatte ja schon angeteasert, dass das Jahr von vielen Veränderungen geprägt war. Die einen positiv, die anderen eher weniger. Und weil mich Veränderungen extrem überfordern, verliere ich mich lieber in Erinnerungen an so wie es mal war. Auch musikalisch hat es mich somit in die Vergangenheit katapultiert. Hier spielten alle meine geliebten Hardcore Bands von vor 10 Jahren (wow ich klinge hier wirklich alt) die Hauptrolle. Jetzt wo alle um einen herum heiraten und Kinder kriegen, spiel’ ich dann lieber wieder 16 sein und höre Bands wie Movements, Bring Me The Horizon, Seahaven und Citizen. Mein absolutes Highlight dieses Jahr: Meine allerliebste Band in dem Genre Balance and Composure hat nach 6 Jahren wieder eine Single veröffentlicht. Andere honorable mentions wären hier cleopatrick und Sperling.
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Neben den alten Bekannten aus meiner Hardcore-Zeit hab ich dieses Jahr eine Riesen-Neuentdeckung gemacht. Dank geht raus an Josy. Sehr late to the party, aber veliebt hab ich mich 2023 in Sleep Token. Beschreiben kann ich die Musik sehr schlecht, denn die Band, die völlig anonym auftritt, kombiniert gefühlt jedes erdenkliche Genre so gekonnt miteinander, dass jeder einzelne Song für unendliche Überraschungen sorgt. Man nehme bloß „The Summoning“…mein absoluter Favourite.
Ich weiß noch genau, wie ich reagiert hab, als ich den Song zum ersten Mal gehört hab. Auf Empfehlung einer Freundin hab ich frühs auf dem Weg zur Arbeit im Zug auf Play gedrückt und mich erstmal richtig erschrocken. Auf den Metal-achtigen Start hab ich mich überhaupt nicht vorbereitet. Ich muss sagen, dass ich von den ersten Sekunden etwas abgetan war, den aus der Zeit, wo ich das gehört hab, bin ich schon lange raus. Doch in den 6:35 Minuten wird man auf eine völlig verrückte Reise mitgenommen. Von Metal, zu leisen Klängen, über Rap bis hin zu Erotik – es ist alles dabei. Hört selbst rein!
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Obwohl mein Leben hier in Belgien sich beinahe ausschließlich in Englisch abspielt, bleib’ ich meinem Heimatland musikalisch treu. Meine Lieblingsentdeckung hier war TYM – ein Mix aus Elektro, New Wave, Pop und ordentlich Experimentierfreude. Neben TYM brachten mich auch SERPENTIN, Saiya Tiaw, NILSKEPPEL, SKUPPIN, TEMMIS und GAST an regnerischen Tagen zum Nachdenken (Weiterer Gedanke: Wieso schreiben sich eigentlich so viele New Wave Artists mit Großbuchstaben?)
International konnten distraction4ever, Death Bells, King Krule und The Drums mein New Wave-Herz erobern.
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Aber es war nicht alles so schwer verdaulich… Auch ein paar leichte Klänge haben sich in meiner Listening History zurückgefunden. Ein Wiederholungstäter hat sich dieses Jahr natürlich wieder einen Platz unter meinen Lieblingskünstler:innen gesichert: The amazing GusDapperton. Kleine Empfehlung hier: Wenn ihr die Chance habt ihn und seine Band live zu sehen, kauft euch ein Ticket. Es war eine der most wholesome Shows, die ich dieses Jahr besuchen durfte 🙂
Und eine weitere Neuentdeckung darf hier natürlich auch nicht fehlen: die Girls von TheBeaches. Ich hatte das Glück die Power-Ladies live zu sehen und bei der Souveränität und Coolness prompt den Wunsch gehabt, selbst eine Girlband zu gründen.
Ich bin raus
Und das war’s auch schon! Mit diesem Artikel, mit diesem Jahr und leider auch mit meiner Zeit bei untoldency. Ich möchte mich bei Jule und Anna für die schöne Zeit bedanken und die Möglichkeit, meine chaotischen Gedanken halbwegs verständlich runterzuschreiben und das Wort „melancholisch“ viel zu oft zu tippen. Aber auch für den Mut, dieses Magazin auf die Beine zu stellen und es gemeinsam mit dem tollen Team zu dem gemacht zu haben, was es jetzt ist: ein Safespace für alle Musikliebhaber:innen.
Danke für die schöne Zeit und auf ein hoffentlich baldiges Wiedersehen!
Jetzt bleibt mir noch ein wenig Eigenwerbung für die dazugehörige Playlist zu machen: Hört rein!
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2022 hat viel bewegt, es ist so viel passiert. Es ist der dritte Jahresrückblick post 2019, das dritte Mal Reflektieren über diese Missstände der Welt, die wir alle so viel extremer wahrnehmen – oder die extremer geworden sind? Seit Jahrzehnten herrscht Krieg auf der Welt, doch er war noch nie so nah. Es werden seit Jahrzehnten Menschenrechtsverletzungen auf der ganzen Welt begangen, doch selten stemmt sich ein halbes Volk gegen die tödliche Diktatur eines Menschenrechtsverletzers. Es haben sich auch noch nie Klimaaktivist*innen auf die Straße kleben müssen. Und wie fühlt sich die Inflation für euch an? Mietet ihr noch oder solidarisiert ihr euch mit Disarstars Aufruf nach einem Schutzraum für Menschen, die auf der Straßen leben müssen? Und habt ihr Tickets für die Tour eurer Lieblingsnewcomer*in gekauft oder um abgesagte Konzerte getrauert?
Point being: 2022 war ein sehr bescheidenes Jahr. Aber wann immer alles in der Welt den Bach runter geht, wisst ihr, auf was da immer Verlass ist so wie das Amen in der katholischen Kirche, die erst dieses Jahr ihre Verjährungsfrist auf Sexualverbrechen aufgehoben hat? Musik. Und was dieses Jahr an Musik rauskam, das mussten wir erstmal ein wenig sammeln. OG Keemo’s Album zum Beispiel, das kam am 02. Januar. Das war dieses Jahr?! Solche Momente hatten wir oft und sind zurückblickend doch sehr dankbar über jeden Song und jedes Album, das uns durch die Wochen und Monate gebracht hat.
Und all diese Songs haben wir euch in eine Playlist zusammengefasst! (Genau genommen war das unmöglich und wir haben persönliche Jahresrückblicke verfasst mit persönlich liebevoll gestickten best of-Playlisten.) Von Harry Styles und TEMMIS über FKA twigs und Elena Steri – hier könnt hier hoffentlich viele Songs wiederfinden, die euch 2022 auch vom Hocker gefegt haben, und neue direkt dazu entdecken! We did a lot of overthinking for this one so we do hope you like it:
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Normalerweise nehmen wir uns hier auch immer noch ne Minute, um wirklich das ganze Jahr kurz Revue passieren zu lassen. Die musikalischen Höhepunkte, die Songs, die uns aus dem Nichts erwischt haben, die tollen Künstler*innen und Bands, die wir entdeckt haben. Das halten wir jetzt aber ein wenig kürzer. Uns geht’s ehrlich gesagt wie vielen von euch und wir brauchen nach diesem rasanten und turbulenten Jahr kurz mal Pause. Deshalb weniger Worte, sondern mehr Musik. Die Playlist ist ein kleiner großer runder Pool geworden und wenn ihr unsere New Release Playlist ab und zu hört, wisst ihr ungefähr was ihr darin findet werdet: grandiosen Pop, fetzigen Punk, dröhnende Neue Neue Deutsche Welle, schwebenden Indie in all seinen Formen, hier und da eine Prise Soul, Hip Hop und Rap und versteckt auch der zerbrechliche Herzschmerz unserer liebsten Singer-Songwriter*innen.
Wer aber Worte mag: ihr könnt, das empfehlen wir auch ganz objektiv, die Jahresrückblicke aller unserer liebsten und coolsten Redaktionsmitglieder lesen. Hier für euch verlinkt.
Wir legen uns jetzt in den Feiertags-Kühlschrank, damit wir uns nächstes Jahr „in aller Frische“ wiedersehen. Unsere Hoffnungen für 2023 sind gerade noch gemäßigt, aber auf die Musik freuen wir uns jetzt schon.