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Sarahs Jahresrückblick: Mein Jahr in Konzerten

Der Anfang des Jahres 2023 ist gefühlt schon wieder deutlich mehr als 12 Monate her. Es ist auch mal wieder so viel passiert, dass es mir unendlich schwer fällt, mich überhaupt an alles zu erinnern. Und auch zu entziffern, wann denn überhaupt was nochmal war. Und als ich letztes Wochenende meine Konzertliste in den Handynotizen durch die zwei neusten Konzerte ergänzt habe, kam mir die Idee:

Ich könnte doch einfach einen Konzert-Jahresrückblick machen!

Da ich dieses Jahr ordentlich Gas gegeben hab, und WIRKLICH alles mitgenommen habe was ging, habe ich es geschafft meinen bisherigen Rekord an Konzerten in einem Jahr (50 Konzerte in 2019) zu überbieten, und bin – Stand heute, 15.12.2023 – bei 61 Konzerten in 2023.

Und das, obwohl ich sehr langsam in’s Jahr gestartet bin: in den ersten drei Monaten war ich nur auf einem einzigen Konzert: Circa Waves am 18. Februar. Dafür aber ein absolut würdiger Einstieg in ein neues Konzertjahr! Circa Waves kannte ich schon seit Jahren dank ihres Indie-Bangers T-Shirt Weather, ich hatte es allerdings bis dato nie geschafft, sie auch live zu sehen. Meine neuen Loop Konzertohrstöpsel, die ich im Vorjahr zu Weihnachten bekommen hatte, hab ich an dem Abend vergessen. Was ich schnell bereuen sollte, denn es war unfassbar laut. (Zum Glück konnte man an der Garderobe billig welche kaufen)

Circa Waves sind eine Band, die wirklich Hit an Hit an Hit spielen können (und es auch tun). Und so landet das Konzert auch in meinen Top 5 des Jahres 2023!

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Im April folgt dann genau das Gegenteil: Spontan hatte mich eine Freundin gefragt, ob ich nicht mit zu Paula Hartmann auf’s Konzert kommen wollte. Aber natürlich! Auch wenn ich zu dem Zeitpunkt nur Babyblau kannte, war ich sofort am Start. Und es war rückblickend das beste Konzert im April. Die Fans in Augsburg waren alle zu 100% textsicher, und LAUT! Paula selbst war mir auch sofort sympathisch und hat eine 10/10 Performance abgeliefert. Würde ich sofort wieder auf’s Konzert gehen.

Direkt nach diesem Konzert starteten auch schon die ersten Aufbautage für’s Modular Festival in Augsburg (26.-28. Mai), bei dem ich seit mehreren Jahren im Artist Care bin. Da unser Team 2023 deutlich größer war, hatte ich auch endlich mal die Chance, einige Artists anzuschauen. Mit dabei waren DAMONA, orbit, und natürlich das große Heimspiel von Roy Bianco & die Abbrunzati Boys – die ja aus Augsburg kommen. Und obwohl das restliche Lineup sehr Deutschrap-lastig war, fanden sich mit dem Modular Festival doch die Highlights des Mai für mich.

Kurzer Disclaimer zwischendurch: Festivals werden in meiner Konzertauflistung als ein (1) Konzert gezählt. Keine einzelnen Tage oder Sets, sondern das Ganze als eines.

https://open.spotify.com/intl-de/track/0kyUoKAxI6UriX2nXZmmbA?si=cd40763924c246e1

Für den Juni wusste ich schon mindestens ein halbes Jahr im voraus, welches Konzert mein Favorit werden würde, weil es sich um eine absolute Bucket-List Band handelte. Und zwar: Depeche Mode. Mit dem erst im März erschienenen Album “Memento Mori” auf Tour, fand ich mich zusammen mit meinem Dad und noch etwa 70.000 anderen Menschen im Olympiastadion München wieder. Da ich mit der Musik von Depeche Mode aufgewachsen bin und genau wie mein Dad sehr 80s vernarrt bin, hatte ich mich monatelang auf das Konzert gefreut – und es hat trotzdem jegliche Erwartungen übertroffen. ZWEIEINHALB STUNDEN ging das Set! Weil ich keinen Vergleichswert aus den jüngeren Jahren der beiden hatte, konnte ich nur schätzen… aber nur anhand der Performance hätte man Dave, Martin und co. das Alter auf keinen Fall angemerkt.

Das einzige das die Laune etwas gedrückt hatte war der Regen, der circa eine Stunde vor Ende auf einmal eingesetzt hatte… bzw. eher die ganzen Middle Aged Männer um mich herum, die meinten ihre Tshirts ausziehen zu müssen. Mein Dad behielt seins zum Glück an. Wenn ich so drüber nachdenke war der Regen an sich sogar sehr angenehm, da es tagsüber nie weniger als 38 Grad hatte, und die Blitze am Himmel in der Ferne waren eine coole zusätzliche Lichtershow. Und so war ich lange noch am Ringen mit mir selbst, da ich gerne zum Depeche Mode Konzert in der Olympiahalle nächstes Jahr gehen wollte, die Tickets waren allerdings 150€ aufwärts. Zum Vergleich: das Konzert dieses Jahr hat 100€ pro Ticket gekostet und die Venue war 5x größer. (pain)

Bei der Suche nach dem richtigen Video für Depeche Mode bin ich auf das Live-Video zu Enjoy the Silence live aus Berlin 2013 gestoßen. Es hat keine 30 Sekunden gedauert da hatte ich überall Gänsehaut und Tränen in den Augen. Schaut es euch an, es ist der reine Wahnsinn.

Außerdem – und ich sag es immer wieder – Dave Gahan walked so Harry Styles could run.
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Unter anderem im Juli, aber eigentlich den ganzen Sommer über war ich viel mit Lonely Spring als Tourmanagerin auf Festivals unterwegs, und hatte eine wundervolle Zeit. Pop-Punk Banger vom feinsten, die auch Platz eins und zwei meiner Top Songs 2023 auf Spotify Wrapped geschafft haben. Während die letzten Monate einige Singles (wie zum Beispiel ein Anti-Oktoberfest-Song) gedroppt wurden, folgt 2024 das self proclaimed “beste Emo-Album aller Zeiten”. Also bleibt dran!

Auf den August hatte ich auch lange hingefiebert. Nicht nur war ich die erste Woche in Italien in meinem ersten richtigen Sommerurlaub seit ca. 2016, sondern kurz danach stand noch ein Berlin-Kurztrip an. Für MUNA & boygenius, das wohl queerste Lineup ever. Und während boygenius zwar Headliner waren, hatte ich mir das Ticket überhaupt erst gekauft, weil ich MUNA seit mehr als 6 Jahren live sehen wollte – und das auch das erste Mal war, dass sie jetzt nach Europa kamen.

Als dann schließlich die Lichter aus gingen und MUNA die Bühne betraten, musste ich mit den (happy) Tränen doch etwas kämpfen. Gleich der erste Song war mein Liebling What I Want, ein Song über’s queer sein und erst im Erwachsenenalter zu lernen, wirklich man selbst zu sein und zu sich zu stehen- und einiges nachzuholen: I want the full effects / I want to hit it hard / I want to dance in the middle of a gay bar / Ooh, that’s what I want / There’s nothing wrong / With what I want

Ich glaube so laut hatte ich noch nie ein ganzes Set lang mitgesungen. Der ganze Abend an sich hat sich einfach wie eine warme Umarmung angefühlt, und um es in den Worten eines Freundes zu sagen: “this is what authentic queer joy looks like.”

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Das Reeperbahnfestival im September war natürlich auch ein Highlight – besonders, weil es mein allererstes RBF war! Seit Jahren wollte ich hin, und 2023 hat es endlich geklappt! Den Artikel dazu (und über meine Lieblinge BIBIZA und Dottie Andersson) könnt ihr hier lesen.

Direkt im Anschluss an’s Reeperbahnfestival ging es für mich dann zur Abwechslung mal wieder nach Berlin, auch für eine Band auf die ich seit Jahren gewartet hatte: Handsome Ghost. Eine kleine, relativ unbekannte Band aus Boston. Als ich im Februar 2018 gemeinsam mit flor die USA getourt hatte, waren Handsome Ghost die Vorband, und ich hab mich direkt am ersten Abend schockverliebt. Tim und Eddie sind nicht nur die allerliebsten Menschen auf diesem Planeten, sondern ihre Musik begleitet mich seitdem auch durch’s Leben und bedeutet mir wahnsinnig viel. Für Juni 2020 waren ein paar Deutschlandshows angesetzt – die dank Corona natürlich nicht stattgefunden haben. Seitdem hatte ich auf neue Dates gewartet, und im September 2023 war es dann soweit.

Am 29. September in Berlin und am 3. Oktober in Münster konnte ich meine beiden Jungs endlich wieder live sehen, und nur für mich spielten sie ihren ganz alten Song Blood Stutter (was sie auch vor allen anderen auf der Bühne ankündigten und auf mich in der ersten Reihe zeigten).

Der Oktober war sehr wild. Man könnte fast sagen “die komplette Engleisung”. So hieß der Gig, der am 18. im Bahnwärter Thiel von Freunden (& Hip Hop Open Tracks) selbst veranstaltetet wurde. Mit meiner herzallerliebsten Blushy AM natürlich, und Headliner / Organisatoren Cloutboi Juli & Pink Stan.

UND JETZT ALLE, die so Ski Aggu Type Musik nice finden, bitte einmal reinhören:

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Auch im November gings voll ab: am 7. dachte ich mir, ich probier mal wieder was Neues und kauf mir einfach eine Konzertkarte von einer Band, die ich zwar nicht höre, aber alle in meinem Umfeld. Und dann schau ich einfach mal was passiert. Die Rede ist von Holding Absence, und der Abend war auch mal wieder eine glatte 10/10. Auch die beiden Vorbands FLOYA und Thornhill haben rasiert. Also alle, die das hier noch lesen und es gerne auch etwas heavy mögen: Gönnt euch und hört rein!

Ende November ging es dann sogar noch auf Tour! Und zwar mit Blushy AM, Marlin Beach und Peter aus der Mozartstraße! Vom VPBY gefördert waren sogar 5 Shows in 5 Tagen geplant, von denen zwei leider wegen des heftigen Schneefalls abgesagt / ins neue Jahr verschoben werden mussten. Trotzdem hatten wir drei richtig richtig gute Tage mit einem tollen Team, und ich hatte sogar meine Bühnenpremiere! Denn ich durfte für Blushy AM den DJ machen. Etwas nervös war ich bei der ersten Show, aber dann hat es einfach nur noch Spaß gemacht.

Passau und Augsburg dürfen sich besonders auf 2024 freuen, denn am 14. März (Augsburg) und am 15. März (Passau) kommt die Chaostruppe dann wirklich vorbei!

Außerdem kommt im März der gemeinsame Song von Blushy AM und Peter aus der Mozartstraße, den ich über meinen privaten Link schon ca. 150 mal angehört habe – und der wirklich unfassbar viel Potential hat. Ich glaub, das wird was Großes. You heard it here first!

Und das Highlight diesen Monats war vor genau einer Woche, als ich am Samstag dann nach Passau gefahren bin, um gemeinsam mit den Lonely Spring Jungs auf das DAMONA Konzert zu gehen. Die neuen und noch unreleasten Songs sind RICHTIG richtig gut, haltet auf jeden Fall eure Augen und Ohren offen. Passau war der Tourabschluss, wurde noch ordentlich lange und ausgiebig gefeiert. Da hat es mich gewundert, dass ich am nächsten Tag schon wieder fit genug war, um Temmis und Steintor Herrenchor live zu sehen. Aber Gott sei Dank! Denn spontan sprang noch die Raketenumschau – eine meiner liebsten Münchner Bands – als Support ein, weil dieser krank wurde.

Nach diesem Wochenende war ich wirklich fix und fertig, und ich erhole mich eigentlich immer noch davon. Was mich aber nicht davon abhalten wird, noch alle Weihnachtsmärke abzuklappern, und noch ein oder zwei weitere Konzerte dieses Jahr zu besuchen. Man lebt schließlich nur einmal!

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