Autor: Anna

  • Exklusive Videopremiere: Noah Elliott mit “Selling Out“

    Exklusive Videopremiere: Noah Elliott mit “Selling Out“

    Noah Elliott ist 23 Jahre alt, aus Oregon und veröffentlicht mit „Seeling Out“ seine erst zweite offizielle Single. Die erste kam im August raus, heißt Never Feels The Same und lässt mir immer noch ab und zu einen Ohrwurm da. Wir haben jetzt die Ehre, das Video zur zweiten Single exklusiv zu premieren. Buckle up, denn Noah nimmt uns mit auf eine Reise rund um dieWelt –und vor einen Green Screen.
     
    Wer Noahs erste Single Never Feels The Same kennt (oder sie jetzt angehört hat), wird wissen, in welche Richtung von Musik es unsverschlägt. Ja, es ist leicht poppig, aber ja, es ist auch sehr tanzbar und bleibt einfach im Kopf. Selling Out schließt sich nahtlos daran an.
     
    Trauriger Liebeskummer mit tanzbaren Synthie

    Das Video ist vor einem Green Screen entstanden und das Konzept ist simpel: Noahs Silhouette tanzt vor abwechselnden Naturhintergründen und hat einfach eine gute Zeit –und ist dabei aber nie sich selbst. In seiner Sihoutte spielen kurze Videos von sehr zufälligen Themen ab. Von Hunden über Cookies zu Vintage bildern: Noah stellt alles mit seiner Silhouette dar, außer sich selbst. Das geht auch inhaltlich Hand in Hand. Selling Out beschreibt die toxische Situion, in der man sich befindet, wenn man zu sehr verliebt in eine Person ist, die diese Liebe nicht (mehr) erwidert, man das aber nicht so ganz verstehen will. Die Verweigerung, diese Situation zu akzetieren, geht so weit, dass man Teile seiner Selbst dafür aufgibt. Es ist eigentlich der perfekte Song für den Moment genau nach dem Break-Up, wenn alles, was vorherrscht, Betäubung, Verleugnung und eine Prise Selbstzerstörung ist.

    „Where’d you hide my self esteem? Did I leave it in your bedroom like a t-shirt on a floor?”

    Anfangs taumelt Noah noch halb durch dunkle Wüsten, begleitet von sanften melodischen Tönen. Der Refrain hat nicht so viel Sonntags-durch-die-Wohnung-tanzen-Potential wie Never Feels The Same, ist aber dennoch ein starker Vibe, zu dem auch Noah, trotz Herzschmerz, über Felsen bei Sonnenuntergang oder auf einem Van vor sich her tanzt. In seiner Silhoutte sind immer wieder mal mehr, mal weniger deutliche Fotos zu erkennen, die die Erinnerungen an die Beziehung widerspiegeln. Ist das alles, was ihn jetzt ausmacht?

    Guckt euch das Video selbst an, lasst euch ein bisschen von den melancholischen tanzbaren Tönen von Noah Elliott anstecken und seid gespannt, denn eine EP ist auf dem Weg. Und: Verrennt euch nicht in einer toxischen Liebe, denn da kommt nie was Gutes raus. Das war mein Wort zum Donnerstag.

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  • Exklusive Videopremiere: MADANII & LLUCID mit “Daffodil”

    Exklusive Videopremiere: MADANII & LLUCID mit “Daffodil”

    MADANII & LLUCID könnten euch schon mal über den Weg gelaufen sein. Mit ihrem sehr eingängigen, aber auch abwechslungsreichen R’n’B haben sie sich schon das ein oder andere Mal auf unseren Radar geschlichen. Und das mit gutem Grund. Das Duo, welches aus, ihr könnt es euch denken, MADANII und LLUCID besteht, hat Anfang des Jahres ihre Debüt EP “ILLEGAL ALIEN” veröffentlicht und ist jetzt schon mit weiteren Single-Veröffentlichungen am Start –Daffodil ist ab heute die brandneue. Wir haben die Ehre, euch den offiziellen Visualiser dafür präsentieren zu dürfen.

    Daffodil übersetzt sich aus dem Englischen in Narzisse, welche, wie wir alle wissen, eine im Frühling manchmal weiß oder gelb blühende, schöne Blume ist (ich musste googlen). Und als ich da so googelte, fand ich eine sehr passende mythologische Geschichte hinter der Wortfamilie Narziss:

    “Narziss verliebte sich insein in einer Quelle spiegelndes Bild und starb an ungestillter Sehnsucht, worauf aus der Erde eine Narzisse erblühte.”

    Jaa, das ist kopiert aus Wikipedia, aber das ist hier ja auch keine Hausarbeit. Was es ist, ist ein Vorstellung der Single von MADANII& LLUCID, und diese Herleitung ist bildlich optimal dafür. In Daffodil besingen sie nämlich genau jenes narzisstisches Verhalten aus der Sicht der Blume.

    Man soll sie gießen, die Narzisse, und sich um sie sorgen, denn sie möchte wachsen. Doch zeitgleich bereut sie es, ihr Umfeld so zu manipulieren. Dieses Auf und Ab spiegelt sich nicht nur im Text wider, sondern vor allem auch in der Musik. Und darüber haben wir ja noch gar nicht geredet.

    Melancholischer UpBeat-R‘n‘B –das geht?

    Ja, das geht. Daffodil fängt langsam melancholisch an mit einem sehr, aber wirklich sehr schönem R’n’B Vibe. Und wenn ihr euch auf diesen einlasst, werdet ihr im Refrain dafür sehr belohnt. Die Melancholie macht Platz für einen tanzbaren Chorus, dem auch MADANII selbst im Video seine Upbeat-Melodie nicht absprechen kann. Das Hin und Her vom Refrain und Strophe erzeugt eine Spannung, die Daffodil zu einem einzigartigen Song macht. Ideal zu Hören beim: Kochen, Wohnung sauber Machen, zur Bahn Laufen, [insert anything else]. Der Song funktioniert einfach immer und überall.

    MADANII & LLUCID spielen mit der Musik, mit Metaphern und mit Erwartungen. Sie nehmen einfach alles und machen ihr eigenes Ding draus. Sie machen es anders. Und gerade das ist es, was sie auch so anders und einzigartig macht. Denn natürlich haben MADANII & LLUCID kein “normales” Musikvideo mit der Single released, sondern einen Visualiser. Und das ist jetzt auch kein 0815 Lyrik-Video oder Ähnliches, sondern tatsächlich sowas wie eine kleine, exklusive und ästhetische Live-Performance. Sie stehen vor einem selbst zusammengestellten Set-Up, welches ich zusammenfassend nur als schillernd bezeichnen kann. Es hängen CDs von der Decke, alles ist silber und rosa, und sogar lila Bananen liegen auf kleinen Aufstell-Boxen, welche mit rosa Tüchern bedeckt sind. Was genau dahinter steckt, offenbart sich mir direkt nicht, aber der Blick bleibt auf jeden Fall hängen und hat ordentlich was zu tun, das alles einzufangen. Alles scheint rosa und silber, abstrakt und super random –aber vielleicht ist es genau das, was gewollt ist: Andersheit. Und eine Prise Narzissmus.

    Schaut euch jetzt den offiziellen Visualiser von Daffodil an und macht euch ein eigenes Bild:

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  • Matt Ryder im Interview: »My music is constantly changing because I am constantly changing.«

    Matt Ryder im Interview: »My music is constantly changing because I am constantly changing.«

    Matt Ryder ist ein direkter Geheimtipp an euch. Aus England und erst 17 Jahre alt macht Matt alles rund um Lo-Fi-Electronica undhat mich vor allem mit seinen neuen Releases sehr geflasht. Ich konnte mir auch nicht ganz zu viel unter diesem Genre Namen vorstellen, aber zusammengefasst ist es einfach nur mega schöne Musik. Ein Verlieren in melancholische, stimmungsvolle selbstproduzierte elektronische Musik von einem 17-Jährigen aus Birmingham –was das Internet nicht alles möglich macht. Nach Not The Same kam vor ein paar Wochen (bin ein bisschen spät dran hiermit, verzeiht) die zweite Single Soundless Motion raus, und erst gestern die brandneue Single Feel! Alle drei sind Auskopplungen aus seiner neuen, in diesem Jahr noch erscheinenden EP und ich hatte die Ehre, Matts allererstes Interviewzu sein! Es geht um die Struggles des Erwachsenwerden (wer kennt sie nicht) und seine musikalische Weiterentwicklung.
     
    Anna: Hey! Really cool that it worked out online-meeting you! How are you?
     
    Matt: I’m good, thank you (smiles). Yeah, it’s such a weird dynamic to meet people over zoom still, but I’m good, thank you.
     
    Anna: You’re a 17 y/o newcomer from England. How would you describe your music, what are the sounds that inspire you and what stories do you want to tell?
     
    Matt: It’s all kind of an experience for me. Obviously cause I’m so young, I’m still experiencing a lot of things that tend to develop people as who they are. And it’s quite nice for me to have music as a way to express and kind of process the experiences that I have as I move through childhood and into adulthood in such a confirmative time in life. So yeah, my music is constantly changing because I’m constantly changing. Being 17, every few months there’s a new thing for you to like get your head around. My music is a big reflection of that.
     
    Anna: When did you start getting into music and when did you decide that it’s something you really wanna do?
     
    Matt: I started producing music when I was around like 9. I was playing guitar and piano before that when I was around 4, so it just kind of started from there. But I think it was when I was 9 when I first got a production piece of software and realised, actually this is whatI want to do. I can record music and can actually have like a finished product of kind of expression.
     
    Anna: That’s pretty early.
     
    Matt: Yeah, I know, it’s really weird! (laughs) I tell people that all the time and a lot of times they don’t even know that I’m 17, so yeah, it’s quite early to start. My mates were out playing in the street and like going to the park and I sat in my room, playing with my production software (laughs).
     
    Anna: Last year, you released your first EP “50FT” –later this year your second EP is going to be released. In how far would you say will your second EP sound different to your first one?
     
    Matt: It’s quite different. Quality wise, it’s definitely a step up. This music that I’m releasing now is still like a year old. I made 50FT between the age of 14/15, so that’s still quite early to make and release music. So obviously for me the quality of that is nowhere near the quality of music I’m about to release. But then again, even looking at music I’m releasing now to music I’m currently making, it’s such a different kind of thing to what I was doing before. But yeah, there’s definitely a change in dynamic. Soundless Motion, what the new EP is called, it’s not dark but it’s moving into a much more real space regards to experiences I had while I was making it. And that really inspired a much more honest record I think.
     
    Anna: So you also feel like you’ve grown production-wise?
     
    Matt: Yeah, I learned a lot. After I wrote 50FT, I had a really long time of writer’s block, which is weird and tough. Moving forward from that I just had a breakthrough and started to make this music. I was mostly just messing around and had no idea that it was actually gonna lead to something that was like a finished piece like this EP now.
     
    Matt Ryder, Untoldency, Untoldency Magazine, Indie, Musik, Blog, Blogger, Online Indie Musik Magazin, Interview, Matt Ryder, 50FT, Soundless MotionAnna: The first single release from this EP is called Not The Same and since I heard it, it’s lowkey running on repeat. The next one up is Soundless Motion, how excited are you about these releases?
     
    Matt: I’m really excited! It’s nice to finally get music out, it’s been so long since I put something out that feels really fresh for me. I’m very, very excited for people to hear it!
     
    Anna: I’m excited, too! As you said before, you draw a lot from your own teenage life and the experiences you make. What is it like to be a teenager in England right now with everything going on?
     
    Matt: I’m quite lucky, I think. I managed to keep in contact with my friends and everyone that I know has stayed safe. But I can imagine there are people in such awful positions, which is horrible. Writing music has definitely been a reflection on these situations through lockdown and the pandemic. But I think it’s also just a lot more reflective of the “normal” teenage things that I think a lot of kids just go through. That’s kinda just what I’m exploring, really. Going to the first party and just all of that “normal kid stuff”. Because when you get to this age, you’re kinda launched out in the world, you go to university or you get a job, and a lot of the time, of people don’t feel ready and it’s scary. Those experiences that lead up to it tend to be reflective of that, of that fear of what’s about to happen.
     
    Anna: It’s not getting easier, I tell you that. You’re also very interested in arts and photography telling from your Instagram. Do you also take inspirations from that?
     
    Matt: Yes, 100%. I’m very visual with the way that I make music. Especially for this music, brutal architecture from the 60’s and 70’s were some of the biggest inspirations for the visuals. And I’m really into that, that was definitely the visuals I was seeing when I was making the music. I have like these pinboards that I put photos on toand kinda see what direction the music is gonna go visually. Because, for me, it’s not just music or an audio file I got but it adds a different dimension to it.
     
    Anna: Talking about a different dimension to music, I was wondering, did you play shows live before Covid happened?
     
    Matt: No, I haven’t yet. I’ve performed a lot in bands in school and did some live stuff there, so I am kinda used to being on stage, but mainly just behind the guitar. So I’m quite nervous to get on stage and it’s just like me, but I’m excited!
     
    Anna: Well I hope when you do and can, you’ll stop by in Germany!
     
    Matt: (laughs) Yes, absolutely, of course!
     
    Anna: The last question is always a blank space for the artist, so you can leave here literally anything you want, even a good movie recommendation if you will.
     
    Matt: Definitely, a good movie and a good visual inspiration is The Shining, I feel like everyone has probably seen that film but they should go back and watch it again because it is crazy and such a good film and inspired a lot of the visuals for this new music. So yeah, I’m really excited to share new music and yeah, cool, thanks for the interview!
     
     
     
    Fotocredit: Milly Cope

  • Panda Lux und ihr einfach nur phänomenales zweites Album

    Panda Lux und ihr einfach nur phänomenales zweites Album

    Panda Lux sollte man kennen. Seit ein paar Jahren bringen sie schon frischen Wind in die deutschsprachige Indie-Szene und hauen einfach auf einem konstanten Level gute Musik raus, die mich ein bisschen verzweifeln lässt, wieso sie noch so klein sind. Aber das kann sich mit ihrem zweiten Album „Fun, Fun, Fun“ jetzt ändern. Panda Lux stehen in den Startlöchern, um uns die Faszination der deutschen Sprache lyrisch um die Ohren zu hauen. Aber und vor allem auch musikalisch setzen sie ein Zeichen für mehr Experimentierfreude und zeigen uns, was man alles mit Musik machen kann.
     
    Die vier Jungs aus der Schweiz haben alle einen musiktheoretischen Hintergrund, der ihnen bei diesem Album und auch zukünftigen sehr zu Gute kommt. Bassist Janos hat Filmkomposition studiert, Gitarrist Samuel Jazz-Gitarre, Sänger Silvan klassische Gitarre und Schlagzeuger Moritz hat einen Master in Komposition und Theorie. Krass, ich weiß. Zusammen haben sie sich zu Panda Lux zusammengefunden und nun endlich ihr zweites Album veröffentlich. Hier die ausführliche Review.
    „Gib mir dein Herz, dazu ein Bier“
    Freunde Sein ist der Einstieg ins Album. Ich weiß gar nicht, ob ich zuerst über Musik, Texte oder das Zusammenspiel von beiden reden soll, weil mich alles ein bisschen schwer beeindruckt. Musikalisch gibt Freunde Sein auf jeden Fall die Richtung an, die man für das Album der Schweizer erwarten kann: Experimentell und stetig umfangreich. Wer Panda Lux kennt, kennt auch Silvans Stimme. Sie leitet ruhig durch die einzelnen Strophen von Freunde Sein, erreicht aber im Refrain nochmal ein ganz andere Stimmhöhe, von der mir nicht ganz bewusst war, dass er sie so souverän erreichen und halten kann. Ich versuch erst gar nicht mitzusingen, weil nope, meine Stimmhöhe ist es nicht. Textlich, da könnt ihr euch mental schon mal drauf vorbereiten, gibt es hier einiges vorzuweisen. Panda Lux eröffnen ein komplett neues Level an Storytelling, spielen mit der deutschen Sprache als wäre es nichts. Sie sind der Alligatoah im Indie-Game.

    „Schenk mir alles, was du warst in mein Glas. Schenk nochmal nach, ich habe Durst.“

    Leute. Ich hab gar keine Zeit, das sacken zu lassen, geht direkt weiter mit dem nächsten Song.
    „Ich brauch ne Massage und ein neues Hirn“
    Karambolage holt mein Indie-Pop Herz seehr ab. Leicht groovig steigt Silvan wieder mit dieser hohen Stimme ein (ich frage mich jetzt, ob ich das vorher nur einfach nicht richtig wahrgenommen habe??) und ich bin schon nach 15 Sekunden am Tanzen. Während man denkt, der Song baut sich ganz organisch auf, wird man nach knapp einer Minute mit griffigen Bilderbuch-Gitarrenriffs aus dieser Illusion geholt und der Song hat mit einem Schlag viel mehr Energie. Hier wird einfach mit allem, was Indie-Pop zu bieten hat, herumexperimentiert, um eben nicht „nur“ Indie-Pop zu sein. Karambolage kam schon im Mai raus, genau wie der folgende Song auch ein Vorbote für’s Album war:
     
     
    Leute, hört euch dieses Lied an. Ich persönlich hab bestimmt schon die 200 Plays für den Song dieses Jahr geknackt. Mir fehlen tatsächlich ein bisschen die Worte, zu beschreiben, warum genau. Staub ist Harmonie, Staub ist das, was rauskommt, wenn vier Musiker ein neues Soundkonzept brainstormen und das vom Produzenten perfekt umgesetzt wird (hier kann man schon mal Namen droppen, Aaron Ahrends). Staub ist für mich schon seit Release im März einer der Top Songs 2020.
    „Mindestens haltbar bis ich drauf geh“
    1/4 Life ist nicht nur für Silvan ein Schlüsselstück des Albums, sondern auch für mich. Passend ist es der vierte Track und beschreibt alles, was unsere Generation in den Mitte Zwanzigern empfindet. Es heißt nicht umsonst Quarter-Life-Crisis. Mit Mitte zwanzig ist auf einmal alles ernst, man wird nicht mehr erwachsen, sondern einfach nur alt.

    „Fun, Fun, ohne Euphorie, nichts turnt mich an, what the fuck, who is texting me”

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    So fresh waren die Outfits von Panda Lux im Musivideo zu 1/4 Life
    Musikalisch ist es auch ein ganz enger Kandidat für meinen Lieblingstrack. Panda Lux setzten diese dramatische Melancholie, die eigentlich gar keinen handfesten Grund hat, perfekt um. Die Gitarre, Silvans hingehauchte Stimme, ist das ein Saxophon? und ein leichter, dennoch schneller Beat, all das machen 1/4 Life zu einem einfach wunderschönen Song. Falls ihr das Gefühl kennt, mit allem ein bisschen überfordert zu sein, was auf einmal aus dem Nichts auf einen einstürzt obwohl man eigentlich noch in dem Chill-Spirit der Anfang Zwanziger ist, dann könnt ihr euch mindestens genauso mit dem Song identifizieren wie ich. Wenn nicht, ist das fast noch besser, weil ihr den Song einfach nur so genießen könnt. Ich empfehle mit Augen zu ganz leicht durchs Zimmer schwingend (dann bin ich wenigstens nicht die Einzige, die das tut).
    „Ich hab mich jahrelang belogen“
    Optimist fängt an mit einem verzerrten „Ich hab dich nie geliebt, ich hab dich jahrelang belogen“ und baut sich musikalisch relativ langsam auf. Während ich erst an eine sehr dramatische Beziehungsgeschichte denke, klärt sich ein paar Zeilen später auf, dass ich falsch liege: „Wenn ich nicht du wär, wärst du schon lange nicht mehr bei mir“. Hier steckt also eine viel tiefere Geschichte hinter als nur eine gescheiterte Liebe zweier Menschen: die gescheiterte Liebe zu sich selbst. Silvan besingt das zwiespältige Verhältnis zu sich selbst, die Sehnsucht, ständig Optimist sein zu können und nicht mit der dunklen Hälfte seiner Selbst klarkommen zu müssen.
     
    Es folgen zwei sehr beeindruckende Instrumentals, Sakamoto und Sakafunko. Was wenige wissen, ist, dass Panda Lux schon 2006 angefangen haben, Musik zu machen, damals aber noch als Instrumentalband. Und das hört man. Mir persönlich gefällt Sakafunko einen Schnuff besser, einfach weil ich eine riesengroße Schwäche für Bass-und Gitarren-Jams habe. Silvan hat Recht, wenn er sagt, dass sich im Bezug auf Panda Lux immer sehr auf die Texte fokussiert wird (trotzdem zu Recht), und diese zwei Stücke sind ein Beweis dafür, dass hinter Panda Lux mehr steckt als nur das. Sie fungieren in der Mitte des Albums nicht nur als kleine Atempause zwischen den Liedern, sondern zeigen, was die Band musikalisch drauf hat: Unfassbar viel.Nächster Punkt auf meiner Bucket List für irgendwann mal ist also mit Panda Lux im Studio hängen. Nicht um zu quatschen oder bei der Produktion dabei zu sein, sondern um ihnen einfach ein paar Stunden zuzuhören.
    „Einmal Fahrschein ins Glück“
    Fahrschein ins Glück war der erste Vorbote in diesem Jahr, der jeden Panda Lux-Fan aufhorchen lassen hat. Es war mein Lieblingslied bis Staub um die Ecke kam und ich wusste, dieses Album wird der Shit. Und das wurde es auch. Track 9 und nicht einer dabei, der mich ein bisschen von meiner Euphorie-Achterbahn runtersteigen lässt. Fahrschein ins Glück behandelt eine ähnliche Thematik wie 1/4 Life. Das stetige Suchen und Verlangen nach Glück und purer Glückseligkeit, die eigentlich nie zu erreichen ist, deren Illusion uns aber als absolut erreichbar verkauft wird.

    „Auf der Suche nach ‘ner Pille, die dich tief innen glücklich macht, auf dem Beipackzettel steht in kleinem Arial Black, Glück ist nur Gift, vergifte dich nicht, es gibt keinen Weg zurück“

    Diese musikalische Bandbreite, die Panda Lux auch in Fahrschein ins Glück beweisen, beeindruckt mich auch ein dreiviertel Jahr später. Ich weiß gar nicht, welche Instrumente hier alle mitwirken, aber sie erschaffen eine eigene Welt. Am Ende kommen sogar noch Trompeten dazu und runden alles ab. Klingt so Glück oder wird mir hier nur eine Illusion verkauft? Ich weiß es nicht, aber ich nehm diese Pille gerne, Panda Lux. Gibt keinen Weg zurück.
    „Nur bei Bar Franca schaut es alles besser aus als es ist“
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    Samuel, Moritz, Janos und Silvan
    Okay, den solltet ihr aber alle kennen. Wenn nicht, das ist eine verbindliche Underground-Indie-Empfehlung an alle eure Freunde. Eigentlich ist das Panda Lux generell, aber Bar Franca ist so gut, dass er es von der Zoo EP aus 2018 auf’s Abum 2020 geschafft hat. Und geschrieben wurde der Song sogar schon im Januar 2017! Es passt aber perfekt in das ganze Stimmungsbild von Fun, Fun, Fun und steht deshalb auch ein bisschen für den „neuen Vibe“ der Band, der in Bar Franca seinen Ursprung fand. Die Gitarren bringen eine leichte spätsommerliche Melancholie mit sich, Silvan singt von einer italienischen Bar, die nur tiefgefrorene Pizza verkauft, meint aber seine Beziehung, in der mehr fakeist als echt, und spätestens in der zweiten Strophe sollte jeder im Raum mitschwingen.
    Anekdote hierzu in Silvans eigenen Worten:
    „Die „Bar Franca“ gibt es übrigens wirklich –im italienischen Levanto. Da war ich ein paarmal als Teenager im Urlaub. Die hatten draußen Schilder, auf denen stand: „Fresh Italian Pizza!“ Es ist aber eine Bar ohne Küche. Die haben nur eine Mikrowelle, hauen die Pizzen da rein und streuen noch ein wenig Rucola und ein paar Cherry Tomaten drüber. Diese Verarschung fand ich irgendwie geil und sie passte zu der Stimmung, die ich von dieser Beziehung hatte: mehr Fake als irgendwas, es wird nicht heiß, es taut nicht auf.“
    „Sei Picasso, sei du selbst“
    Wenn ihr bis hierhin gelesen habt und euch die Songs gefallen, solltet ihr auf jeden Fall noch ein bisschen weiterhören und vor allem weiterlesen. Picasso ist ein bisschen ruhiger, aber hat dennoch den unverkennbaren Panda Lux-Jam-Stil. Der rote Faden, der bei 1/4 Life anfing, führt sich hier weiter fort. Die Erwartungen von außen, wie Picasso zu sein, abzuliefern und progressiv zu sein stoßen sich mit den immer wieder aufkehrenden Aufrufen, immer nur du selbst zu sein. Dieser Widerspruch ist nicht nur absurd, sondern wird auch mal wieder von Silvan lyrisch top festgehalten:

    „Ich mag die Skizze, die weißen Wände, mal mein Bild nie zu Ende“.

    Beuteltier und Malle stammen ebenso wie Bar Franca noch aus der ZOO EP und sorgen dafür, dass sich die älteren Goldstücke der Musik, die die vier Schweizer da produziert haben, nicht verlieren. Beuteltier steckt voller Experimentierfreude, sowohl in Musik als auch in der Sprache. Malle dagegen beschreibt viel mehr die Banalität mancher Dinge, wie zum Beispiel einen Drink mit dem besten Freund in einer trashigen Bar auf Malle. Musikalisch ist er ein bisschen zugänglicher als Beuteltier und ein idealer, emotionaler Abschluss zum Ende des Albums hin. Der eigentliche Abschluss kommt zwar mit dem instrumentalen Outro Sakautro (dieses Wortspiel versteht hoffentlich jeder), bei dem diesmal Schlagzeuger Moritz sich experiementiell ausleben durfte.
     
    Und damit schließe ich auch diese doch sehr lange, aber hoffentlich lesenswerte Review ab. Auf den, in Silvans Worten, cinematischen Filmkompositionsaspekt von Panda Lux, die mit Fun, Fun, Fun ein Album hervorgezaubert haben, das bestimmt noch ein paar Jahre lang die deutschsprachige Indie-Szene prägen wird.
     
     
     
    Fotocredits gehen raus an Nils Lucas und Anja Furrer.
  • Brye und Cavetown ergründen mit „Lemons“ toxische Maskulinität

    Brye und Cavetown ergründen mit „Lemons“ toxische Maskulinität

    Es ist wieder Single-Review Zeit, das heißt, mich hat ein Song wieder so überzeugt, dass ich darüber schreiben werde. Weil es davon aber so viele gibt und ich aber nur begrenzt Zeit habe, beschränk ich mich auf die richtig guten Songs und „Lemons“ von der 17-Jährigen Indie-Pop Künstlerin Brye (read Bree) ist einer davon. Ich bin mittlerweile auch schon 24 Jahre gealtert (quarter-life-crisis ist schon im vollen Gange) und bin immer noch sprachlos, was man mit so jungen Jahren musikalisch einfach manchmal raushaut. Ganz á la Billie Eilish glaube ich, dass wir Brye mit mindestens beiden Augen nicht aus dem Blick lassen sollten. Da kommt noch viel.
    Fragile Masculinity is ruining society
    Nun aber erstmal zum eigentlichen Song. Lemons kam als Demo schon mal im März raus, war da aber noch gar nicht auf meinem Schirm. Komisch, hat 15 Millionen Streams auf Spotify. Die neue Version von Lemons hat mit Cavetown ein neues Feature am Start und ist auch musikalisch ein kleines bisschen abgeändert. Ich zu meinem Teil find‘s durch die kleinen Veränderungen nochmal besser und bin froh, es nun doch endlich auf meinem Radar gehabt zu haben.
    Lemons ist super melodisch und instrumental sehr heruntergestrippt. Bryes klare und hohe Stimme baut mit leichten rhythmischen Klaviertönen eine Songstruktur auf, die direkt sobald das Lied startet, mich einfach abholt. Musikalisch ist alles so aufgebaut, dass es Raum für Thematik schafft. Lemons handelt von Jungs im Teenagealter, die ihre verinnerlichte toxische Maskulinität in Form vom schlichten Mobbing an schwächeren Mädchen auslassen, um sich dadurch machtvoller zu fühlen. Klingt komplex, ist aber ein solider Status Quo unserer Gesellschaft. Das sind Statements, die Brye da einfach so raushaut:
    „And I don’t wanna encourage your abusive behaviour
    But I just can’t let you win.
    I’m legitimately tired of being walked all over
    By these insecure babies who think that the’yre man.”
    I’m living. Thriving. Songs wie diese triggern alles, was ich in Gender Studies an der Uni gelernt habe. Man könnte meinen, ich sei invested. Aber Leute, es ist 2020 und Feminismus istimmer noch sehr cool und (leider) immer noch äußert angebracht.
    Cavetown als männlicher Gegenpart
    Cavetown, Untoldeny, Untoldency Magazine, Indie, Musik, Blog, Blogger, Online Indie Musik Magazin, Review,Brye, Cavetown, Lemons, Lemons Remix
    photo by marco (@ceramictoilet)

    Cavetown übernimmt mit seinem Feature den Part des Jungen und rechtfertigt seine Ausbrüche dem Mädchen gegenüber, welches man hier annehmen kann, Brye ist.

    “Too proud to show I’ hurting

    Pushit on you ‘til you’re burning

    That’s the only thing that I know how to do.”

    Ich könnte hier wirklich Seiten darüber schreiben, wie wichtig solche Aussagen sind. Cavetown (übrigens auch erst 21) übernimmt die Narrative des Jungen mit der toxischen Maskulinität. Man wächst nicht nur als Mädchen in eine geschlechtertrennte Gesellschaft auf, in der man sich zurechtfinden muss, sondern auch als Junge. Auch wenn die Ungleichheiten nicht in ihrem Nachteil aufgebaut sind, so herrscht doch eine immense Menge an Druck, denen sich aufwachsende Jungen stellen müssen. Sätze wie „Sei ein Mann!“ oder „Boys will be Boys“ sind zwar uralt und werden immer mehr kritisch beäugt, sind jedoch die Hauptursache für das toxische Verhältnis zur eigenen Männlichkeit. Jule hat sich in der Review von Neeve’s „Bye Bye“ auch darüber aufgeregt und ich befinde mich hier in genau derselben Situation. Deshalb kürz ich das hier ab, falls jemand Interesse an meiner Bachelorarbeit hat (Die Konstruktion von Männlichkeit bei Jugendlichen + Deutschrap Bezug) holla @me (zb auf Insta).

    Fazit: Hört diesen Song.

    Fazit meines kleinen Ausbruchs: Lemons ist nicht nur thematisch ein unglaublich guter Song, sondern auch musikalisch etwas anderes zum überladenen Musikmarkt, der daran erinnert, dass weniger manchmal deutlich mehr ist. Und ja, es hat Ohrwurmpotential. Hab’s ausgetestet und laufe seit einem Tagdamit rum. Bin sehr happy

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  • Exklusive Videopremiere: Color Comic mit “It‘s What You Want That I Don’t Have”

    Exklusive Videopremiere: Color Comic mit “It‘s What You Want That I Don’t Have”

    Color Comic bringen mit ihrer neuen Single It’s What You Want That I Don’t Have jazzigen Indie-Popwieder in meine Playlist und vielleicht auch in eure. Aber anstatt euch einfach nur aufzurufen, alles von Color Comic zu abonnieren, was geht (#unbezahlte Werbung), führt euch Anna in ein paar Absätzen genau auf, warum. Und dann könnt ihr selbst entscheiden. Wenn das kein Deal ist.

    Entspannte Insel-Vibes for free

    Color Comic sind eine kleine Band aus München, die in eigenen Worten Island-Indie-Pop machen. Ich war auch etwas verwundert,wie hört sich Island-Indie-Pop an? Also hab ich einfach mal reingehört und festgestellt: gut. Color Comic haben sich einen ganz eigenen Klang erschaffen. Mit träumerisch verspielten Gitarren und groovigen Basslines eröffnen sie einen musikalisch-künstlerischen Raum, der entspannt, inspiriert und sich einfach gut anfühlt. Island-Indie-Pop. Ich bin Fan.

    It’s What You Want That I Don’t Have (ich werd das ab jetzt zu IWYWTIDH “abkürzen”) ist genau das. Entspannend und inspirierend. Mit Augen zu befindet ihr euch mit den ersten Sekunden schon an einer kleinen Insel-Bar, in einem coolen gesponserten Sierra-Strandstuhl, einem fancy Cocktail in der Hand, weil man gönnt sich ja sonst nichts, und lauscht Color Comic beim Jammen zu. Die Sonne strahlt euch leicht ins Gesicht, es ist warm, aber nicht zu warm, und alles stimmt. Das ist IWYWTIDH. Bevor ich hier in meinen eigenen Fantasien versinke, um dann frustrierend festzustellen, dass ich dieses Jahr diesen Moment nur auf der Couch nachleben kann (wie gesagt, Augen zu), hört einfach mal selbst rein. 100%ige Relax-Spätsommer-Vibes auf meinen und Color Comics Nacken.

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    Das ist hier immer noch ne Videopremiere

    Da ihr ja jetzt alle das Video gesehen habt (bin da sehr optimistisch, so don’t let me down), wollen wir da einfachmal ein bisschen drüber reden? Ich bin tatsächlich riesengroßer Fan von ästhetischen Musikvideos, die nicht unbedingt eine riesen Story haben müssen, sondern einfach den Vibe des Songs in einer eigenen Ästhetik rüber bringen. Ganz vorne mit dabei sind Videos mit schöner Farb-Ästhetik, gefolgt von Ausdruckstanz. Was sich ein bisschen nerdig anhört, ist aber einfach nur richtig, richtig schön. Color Comic haben in ihrem Musikvideo beide Sachen vereint und mich gefragt, ob wir das exklusiv premieren wollen –und jetzt sind wir hier. Die zwei Hauptdarsteller treffen sich einem fast cinematischen Setting, machen sich „bühnenfertig“ und führen ihre Unstimmigkeiten in einem dramatischen und emotionalen Tanz aus. Es ist fast hypnotisch ihnen zuzusehen, wie sie sichumeinander drehen, fast berühren und dann doch wieder nicht. Dass hier eine Geschichte erzählt wird, liegt auf der Hand.

    IWYWTIDH beschreibt das zerbrechliche Gefühl einer Beziehung, in der die Erwartungen des Anderen nicht erfüllt werden können. Nicht, weil man es nicht will, sondern weil es manchmal einfach nicht geht. Beziehungen wachsen auseinander, Menschen verändern sich und manchmal sind es auch einfach die Erwartungen an einen selbst, die man nicht zu erfüllen scheinen kann. Zu dem Thema und ähnlichen haben Comic Color die EP Aqua konzeptiert, die am 30.10.20 erscheint–also nächsten Monat. Bis dahin gönnt euch nochmal ein paar mal die Island-Indie-Vibes von It’s What You Want That I Don’t Have.

     

    Foto der schönen Tänzer von JYE.

  • Bilbao zaubern mit „Lobster“ einen Sommerhit mit Tiefe

    Bilbao zaubern mit „Lobster“ einen Sommerhit mit Tiefe

    Der Sommer ist noch nicht vorbei und ehrliche Indie-Musik noch am voll am Leben. Wir präsentieren euch eine astreine Single-Empfehlung am Donnerstag: Bilbao und „Lobster“.

    Bilbao sind die vier Jungs Jannes, Jan, Robin und Max. Auch wenn jeder von ihnen schon länger im Musikbusiness unterwegs ist, haben sie sich jetzt zu der Newcomer Indie-Band Bilbao zusammengeschlossen. Die ersten beide Singles Lifted und Tired Awake haben bereits auf die vier Multiinstrumentalisten aufmerksam gemacht, aber mit ihrer neusten Single Lobster haben sie michauf einmal 100% am Haken.

    Schock-Verlieben in 1,2, …

    These von mir: Ihr könnt den Song eigentlich nicht hören, ohne euch schon in den ersten Sekunden ein bisschen schock zu verlieben. Ich kenne wenige Songs, die schon in den ersten Sekunden so catchy sindwie dieser hier. Vertraut mir einfach mal:

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    Die Liedmelodie ist on point, ganz leichte Percussions und eine E-Gitarre mit nur angespielten Akkorden machen den Einstieg in Lobster perfekt: Ich hab wieder Bock auf Sommer. Und Cocktails. Und kein Corona. Dann steigt das Schlagzeug ein und ein paar Snythis, aber alles so subtil, dass die Sommer-Cocktail-Stimmung erhalten bleibt. Und auf einmal sind wir schon im Refrain, der ganz anders klingt als erwartet, aber vielleicht gerade deshalb so gut ist. Die Gute-Laune Energie aus der Strophe wird hier super komprimiert, kommt mit wenig Text aus und erinnert mich ein bisschen an das entfernte Gefühl von Live-Konzerten. Doch bevor ich mich darin verlieren, klickt der Song zurück in die Strophe, und ich höre zum ersten Mal bewusst auf den Text (vor lauter Begeisterung konnt ich das beim ersten Mal gar nicht).

    „Obsession. Think I’ll need a priest for a confession. Think that I’m in love with fucking amazon, think I sold my sister just to let the money run.”

    Thematisch sollte jetzt schon durchschimmern, worum es geht: eine Kapitalismuskritik in seinem 21. Jahrhundert-Ursprung. Bilbao erinnern uns daran, dass es sehr gefährlich ist, immer mehr zu wollen und den Bezug zur Realität zu verlieren.

    Guckt euch zur visiuellen Unterstreichung auch das obige Video noch einmal an. Ich kann es jedem nur sehr ans Herz legen: es ist einfach unterhaltsam. Ich bin aus einem ästhetischen Grund sehr angetan von der visuellen Umsetzung vor dem orangen Hintergrund, der ohne Ablenkung auf das Geschehen im Zentrum weist. Die Bilbao-Jungs als sympathische Köche richten Gericht nach Gericht an für den Gast, der nie genug zu haben scheint. Spoiler: Er erstickt.

    Trotz dieser leicht düsteren Note und der Erinnerung, dass wir alle unser Konsumverhalten stark überdenken müssen, ein paar letzte Worte von Bilbao selbst: „Lobster ist ein typischer Tanz-Song, der sommerliche Gefühle weckt und erst auf den zweiten Blick erkennen lässt, dass man Glück nicht kaufen kann“.

  • Ein Liebesgeständnis an Giant Rooks und „Rookery“

    Ein Liebesgeständnis an Giant Rooks und „Rookery“

    Giant Rooks sind plötzlich auf Platz 3 der Album Charts – was für viele wahrscheinlich aus dem Nichts gekommen ist, war für andere schon lange, lange voraussehbar. Ihr Debütalbum Rookery reißt wirklich alles ab, was Album mäßig dieses Jahr schon los war und trifft alle Erwartungen genau auf den Punkt. In diesem Artikel erwartet euch nicht nur eine abstandslos begeisterte Review, sondern auch noch ein Konzertbericht zu ihrer digitalen Record Release Show aus dem Tempodrom. Sind für mich zwei sehr gute Gründe weiterzulesen, no?
    Vor Erfolg ist immer Arbeit

    Zuerst aber eine klitze-kleine Aufarbeitung der Giant Rooks-Bandgeschichte: Die Indie-Pop Band aus Hamm besteht aus fünf einfach nur knuffigen Bandmitgliedern, die alle schon in der Schule angefangen haben, Musik zu machen: Sänger Fred, Gitarrist Finn, Synthi-Boi Jonathan, Bassist Luca und Schlagzeuger Finn. Zusammen haben sie Ende 2015 ihre erste EP The Times Are Bursting The Lines veröffentlicht, waren mit Kraftklub und Von Wegen Lisbeth auf Tour (hi an alle, die sie da entdeckt haben) und haben im darauffolgenden Festivalsommer alle Herzen der Indie-Republik live erspielt. 2017 kam die zweite EP New Estate, die ihnen in Kombination mit der dritten EP Wild Stare unter anderem den 1Live-Krone-Förderpreis und den Preis für Popkultur für den hoffnungsvollsten Newcomer bescherten. Ziemlich viel Erfolg, noch mehr geile Live-Shows, aber noch kein Debütalbum. Das sollte sich 2020 nach sechs Jahren Bandgeschichte ändern. Wir präsentieren: Rookery.

    Das Setting of Rookery

    Ich persönlich muss leider sagen, dass ich seeehr spät in den Giant Rooks-Zug zugestiegen bin. Ja, ich hab ihn nicht mal an mir vorbeifahren sehen, ehrlich gesagt. Passiert den Besten, leider. Bei der EP 2019 war ich dann aber voll mit dabei, habe mich direkt in King Thinking, Wild Stare und auch bisschen in die Stimme von Frontsänger Fred verliebt. Mit dem Albumrelease immer näher kommend wurde dann ein Corona-abgestimmtes Release-Konzert geplant, welches ich sehr gemütlich mit Gin Tonic in der Hand auf dem Sofa genossen habe. Präsentiert von zart.tv sollte hier einiges aufgefahren werden und ich war wirklich sehr gespannt. Ich muss hier ja niemandem erzählen, was der Entzug von Live-Konzerten dieses Jahr emotional ausgelöst hat. Mein Setting für dieses erste Konzert war also Gin Tonic, zart.tv, die Couch und ein zu diesem Zeitpunkt noch nicht gehörtes Debütalbum der Giant Rooks. Das erwartet euch jetzt.

    „I don’t believe in a life after death, there isn’t such a thing as regret.”

    Dem Konzertbericht folgend kommt hier also eine Review in Setlist-Reihenfolge. Der Timer läuft runter und die Band erscheint auf einer kleinen, süßen und runden Bühne im Tempodrom. Spoiler: Internetverbindung war stabil die ganze Show lang. Der Opener für das Konzert war genau wie für das Album The Birth Of Worlds. Rückblickend wird es auf seine Weise genau so gut das Album eröffnen, wie das Schlusslicht Into Your Arms das Album schließen wird, aber dazu könnt ihr weiter unten lesen (bleiben lohnt sich). Nun erstmal zu Fred’s ersten Worten als er auf die Bühne zu dem ersten Song des ersten Giant Rooks Albums tritt:

    „When you were hidin‘ in the nest, what did I do to make you feel some hope? When it was time to leave the heights, we tried to stay close but then we lost it all.”

    The Birth Of Worlds eröffnet mit einer theatralischen Dramatik, tiefen Klaviertönen und melodischen Klängen einer wunderschönen Leadstimme. „We fade.“ – Der Song bricht nach kaum einer halben Minute und öffnet die Türen zu der Welt in Rookery. Mag sehr cinematisch klingen, aber das ist es auch. Ich habe das Gefühl, ich betrete eine ganz andere Welt. Musikalische Rezepte sind perfektioniert und harmonieren miteinander: literally

     
    The Birth Of Worlds. Ich höre den ersten Song des Albums und weiß, das wird kein normales Album werden, bei welchem ich ein bis zwei Lieder gut finde, sondern das ist direkt für mein Herz geschrieben. Klingt kitschig, aber das empfinde nicht nur ich so, sondern auch tausende andere alte und neue Giant Rooks Fans. Das hier ist für’s Herz.
    „I’m often scared when in the rookery.”
    Die Setlist überspringt einen Song und landet bei Heat Up. Grandioser Indie-Pop. Ich beschließe, dass wenn mich jemand fragt, was Indie-Pop ist, ich ihm Heat Up zeige. Alles an dem Song macht happy, etwas, was sich für das ganze Album bestätigen wird. Ich höre es live – reminder immer noch auf dem Sofa – und bin gedanklich direkt in der Halle. Alles in mir will tanzen. Ich beginne alle glücklichen Menschen, die nicht-virtuelle Tickets (abgefahrenes 2020-Konzept) für die Show ergattert haben, zu beneiden.
     
    Es folgt Bright Lies –zwar nicht auf dem Album, aber fast umso mehr eine Empfehlung: Hört hier rein, um es nachzufühlen.
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    © zart.tv

    Es braucht ein bisschen, aber dann haut es tief ins Herz. Wie ich vorhin bereits gebeichtet hab, bin ich kein Fan der ersten Stunde, und höre Bright Lies tatsächlich zum ersten Mal richtig bewusst. Mit Song Nummer drei des Abends bin sowas von in meinem digitalen Konzerterlebnis angekommen. Cara Declares War und 100mg folgen und an der Reaktion des Publikums kann ich sehen, dass ich nicht die einzige bin. Apropos sehen. Das Konzert wurde mit einer Augmented Reality (AR) aus allen möglichen Perspektiven gestreamed, das ist so wie ein 360° Telekom-Konzert in gut. Bühnenbilder werden passend zu den Songs digital eingefügt und erwecken die Show zum Leben. Giant Rooks spielen manchmal vor einer Wüste, inmitten von Felsen oder aber auch direkt vor der Sonne. Schon dezent beeindruckend.
    „It was a Wednesday afternoon that I found out about us going to the clouds.”
    Es geht weiter. Ein neuer Song vom Album: All We Are. Der bringt mich nach nur wenigen Sekunden genauso zum Tanzen wie Heat Up und ist doch komplett anders. Die jazzigen Klaviertöne lassen mich leicht an Amy Whinehouse denken, im Giant Rooks-Style halt. Die Upbeat-Melodie des Refrains gefällt mir unglaublich gut und könnte auch gut ein Serieneinspieler für Eine schrecklich nette Familie sein (das ist als Kompliment gemeint). Die rockigen Elemente gemixt mit dem jazzigen Klavier zeigen, wie vielschichtig und genre-übergreifend gut Giant Rooks sind.
     
    Es wird melancholischer im Tempodrom. Misinterpretations kam bereits im Juli raus und hat sich schon das ein oder andere Mal in meine privaten Playlisten eingeschlichen. Es ist nicht langsam oder leise, sondern einfach nur schön. Eine schwere Ladung Instrumente und einzelne Gitarrentöne, die live immer noch so viel geiler klingen, erfüllen zum Ende des Songs die ganze Halle und reichen bis zu meiner Couch. Leute, hört euch dieses Album an.
    „I wanna break the silence but it’s so beautiful.”
    Es folgt das Live-Debüt von Silence, dem achten Lied auf dem Album. Ganz ehrlich, würde The Birth Of Worlds nicht so gut als Opener funktionieren, hätte ich Silence vorgeschlagen. Er eröffnet mit so viel Power und Vielschichtigkeit, dass ich gar nicht weiß, wohin mit meiner Begeisterung. Es wird sich herausstellen, dass es der Song ist, der nach der Show noch am präsentesten in meinem Kopf anhält.
    “I don’t need reasons to be alone.”
    Wir befinden uns noch immer im Tempodrom und erleben ein weiteres
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    Nur Liebe für dieses Album

    Live-Debüt: Very Soon You’ll See. Auf dem Album befinden wir uns beim vierten Track –und entschuldigt den Ausdruck in dieser sehr professionellen Review, aber: Fuck. Der Anfang kriegt mich direkt. Zu 1000 %. Indie kombiniert mit einem simplen aber geilen Beat, über den Sänger Fred leichtfüßig singt??? Während ich das schreibe, spule ich immer wieder zurück, live (auf der Couch) kann ich das nicht. Aber fuck, ich fühle es. Very Soon You’ll See sticht heraus. Es wird zum Refrain richtig rockig, kehrt zurück zum Anfangsbeat und fügt noch eine sommerliche Akustikgitarre hinzu. Ich habe das Gefühl, ich bin in der Verfestigung der Kombi aller Musik, die ich liebe, gelandet. Giant Rooks, danke dafür.
     
    What I Know Is All Quicksand holt mich live noch einmal ganz anders ab als vorher. Die Single aus Mai fängt melancholisch an, explodiert dann aber, ähnlich wie The Birth Of Worlds. Bei mir setzt sich langsam ein Bild zusammen.

    „They put me in a cage to see what happens when you put one in a cell without an escape plan. If I lose my mind before the first attempt, oh, I’ll never be free again.”

    Was unabhängig von der Musik auf der lyrischen Ebene abgeht, lässt mich an Stellen sehr sprachlos zurück. Genau wie die Bridge zu What I Know Is All Quicksand, die eine so pure Melancholie kreiert, dass ich Gänsehaut bekomme. Hallo, das ist ein Chor. Und das live? Excuse my feelings. Fred spielt ein ruhiges Outro, nur seine Stimme in einer viel zu leeren Halle. Doch wer den Song kennt, weiß: so geht das nicht zu Ende, da knallt’s noch einmal. Die Band steigt nach viereinhalb Minuten Liedlänge noch einmal voll ein und schließt es in einer musikalischen Umarmung ab (das klingt nur so dramatisch, weil ich wirklich, wirklich Konzerte vermisse).

    „Oh, I wanna fall into your arms, where I could hide til kingdom comes.”

    Ich weiß, ihr lest das (hoffentlich) schon eine Weile und ich wrappe jetzt up, wie man das so schön nicht sagt. Ihr alle wisst, dass Wild Stare ein Hit ist, da muss ich euch gar nichts zu erklären. Aber zu Into Your Arms muss ich dann doch ein paar Worte da lassen. Into Your Arms bildet auf dem Album das berühmt langsame Outro. Fred singt mit Autotune und Akustik-Gitarre, im Tempodrom eröffnet sich eine digitale AR-Sternengalaxie, dann erklingt die E-Gitarre und ich bin einfach emotional total offen. Zum Autotune gesellen sich elektronische Beats, um dann wieder in einen Indie-Chor fallen zu lassen, und all das macht Into Your Arms zum schönsten Outro-Song, den ich dieses Jahr gehört hab. Die Welt, die The Birth Of Worlds eröffnet hat, wird mit Into Your Arms geschlossen. Beide Songs rahmen dieses Debütalbum perfekt ein. Von vorne bis hinten stimmt alles, jeder Song harmonisiert, steht komplett für sich und drückt doch eine Vielschichtigkeit aus, die ich Giant Rooks so ehrlich gesagt nicht ganz zugemutet habe. Ich bin sprachlos begeistert.

    „You might guess I’m thinking, but I’m only blinking.”

    Giant Rooks gehen von der Bühne und als wäre alles wieder zurück zur Normalität, schreien alle „Zugabe“, obwohl jeder weiß, dass sie kommt. Und wie sie kommt. Alle meine kleinen Träume werden erfüllt als ich die ersten Töne zu King Thinking höre. Es ist doch immer was anderes, wenn man die Songs live hört, über die man die Band lieben gelernt hat (i know: L A T E). Ich weiß, das Konzert ist gleich zu Ende und reflektiere schon mal, wie gut es war. Das waren die vielleicht schönsten eineinhalb Stunden auf der Couch seit langem. Der Abschluss bildet Watershed, die Pop-Hymne, die gerade ganz Deutschland erobert.

    Fazit: Rookery von Giant Rooks ist Anhalter auf Album des Jahres und bitte mehr Live-Konzerte über zart.tv und AR. Danke.

  • The Ella Sisters im Interview: »We wanted to make a hymn about empowerment.«

    The Ella Sisters im Interview: »We wanted to make a hymn about empowerment.«

    The Ella Sisters sind die Zwillinge Charlotte und Maren aus Norwegen, die mit ihrer ersten EP Queens frischen weiblichen Wind in die Pop-Szene bringen. Mit jeder Menge Energie und wichtigen Themen macht das Zwillings-Duo auf sich aufmerksam und macht klar: Wenn auch noch klein und unbekannt, sind sie jetzt hier, um zu bleiben. Anna hat sie in einem kleinem Mail-Interview zur EP befragt und wie es ist mit seiner Zwillingsschwester Musik zu machen – nämlich genauso cool, wie man denkt. Gebt den zwei Norwegerinnen eine Chance, um sie in euer Pop-Herz zu schließen (wir alle wissen, dass wir eins haben, auch unter all der Indie-Love).

     

    Anna: Hey you two! You’ve released your very first EP last Friday, how crazy does that feel like?

    Charlotte: It feels surreal. It is so exciting to share it after working on it for such a long time! Especially when it is an EP, we get the chance to show a bit more of who we are.

    Anna: But first a few things about you: You’re twin sisters from Norway, how did you get into making pop music? Did you know when growing up you wanna end up making music together?

    Maren: We have always had a big passion for music. We´ve been writing songs since we were 12, and have written together since we were 15. We have listened to a lot of different types of artists, and we love a good chorus that gets stuck in your head.

    Charlotte: Growing up we knew we wanted to work with music. The whole process of writing songs, recording them, releasing them and playing live shows for audiences, has always been a dream. For us it is important to be authentic and honest with the listeners, because that is something we have always appreciated when listening to music ourselves.

    Anna: What would you say are the perks of working together with your twin?

    Maren: It is incredible to have someone who is on the same journey as you are, and who understands you and respect you. We have always had such good chemistry, and we are best friends. When working together we see it as “us against the problem”, you know? When things get challenging, that is when it is most important to work with someone who gets you. We are so lucky.

    Anna: There are two new songs that are released with the EP: What can you tell us about them?

    Charlotte: That is correct. We have released Cars and Miss The Most as singles, and the new songs are the EP title track, Queens, and the last one is Don’t Worry About Us. Queens is actually the song that made us want to start writing pop music. We have written more acoustic pop and roots music earlier on, but that song needed another type of production. It has been in the works the past four years, because we knew that we had to work on an entire sonic landscape to get it where we wanted that song to be. We wanted to make a hymn about empowerment. Don’t Worry About Us is a song about the young generation and how we sometimes can feel lost. It is about mental health, and just the feeling of being human.

    Anna: The EP is called Queens. Simple as that. What is the message you hope to get across with this EP? What were the things most important to you when writing and producing it?

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    © Tobias Aasgaarden

    Maren: We hope the listeners feel empowered. That would be a dream. Our main goal when working on the EP was to be honest about our experiences as humans. We are part of a young generation trying to figure out life with all its ups and downs. The songs have variation in both lyrics and production, but it still gives a picture of how we sound as The Ella Sisters.

    Anna: Since you’re still a very small band I feel like it’s even more important to point out how good this EP is. Is there a song that feels even more special to you than the others? Or one you had the most fun writing?

    Charlotte: That is such kind words, thank you! Queens feels very special to us. It is a song that we want to share because we think it is an important message. Don’t Worry About Us was a fun song to write, because we played with sarcasm in that song. When recording it, we all just knew where we were going with it, and that is an amazing feeling.

    Anna: We have this tradition of using the last question as a blank space. So this is your very own space to say anything you want, tell people to go check you out or other great Nordic artists we aren’t aware of or literally anything else you want to get off your chest before this interview is over.

    Maren: First, we want to say thank you for such nice questions. We love to talk about the process and everything! For the readers: make sure to check out our EP, Queens, out Aug. 28th.

    Both: Second, we want to remind the beautiful humans reading this, how important it is to lift each other up and support each other. We are all trying to figure out life, so let us take care of each other, see each other, and listen to each other.

    All the love, The Ella Sisters

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  • Kalifornische Sommer-Melancholie: Margot Polo mit „This Old Thing“

    Kalifornische Sommer-Melancholie: Margot Polo mit „This Old Thing“

    Death Cab for Cutie Fans aufgepasst: Dieser Song könnte was für euch sein. Margot Polo aus Kalifornien hat mit „This Old Thing“ einen Song hervorgezaubert, der nicht nur für ihn persönlich sehr wichtig ist, sondern auch mich so begeistert hat, dass ich das hier mit euch teilen möchte.

     

    Margot Polo ist das Solo-Projekt des Kaliforniers David Provenzano. Mitte August hat er seine neue Single This Old Thing veröffentlicht, welche mich bereits beim ersten Hören so überzeugt hat, dass ich sie vielleicht oder auch nicht vielleicht seitdem immer wieder höre. Es ist vom ersten Klang der tiefen Gitarre an eine emotionale Indie-Ballade vom Feinsten. Ihr werdet merken, der Vergleich mit Death Cab for Cutie ist gar nicht so weit hergeholt. Margots Stimme ist sowohl klar als auch beruhigend und hüllt mich ehrlich gesagt direkt ein kleines bisschen ein. In diesem Song fühl ich mich wohl. This Old Thing ist auch gar nicht so langsam, wie man bei einer Ballade vielleicht denken würde, sondern im Gegenteil, der rhythmische Beat gibt eine klare Linie an und lässt einen sogar anerkennend mitnicken.

    This Old Thing ist einfach gut –kein Hype, keine zu große Melancholie. Das Rezept sind einfach ehrliche, ambientische elektrische Gitarren, eine dezente Untermalung mit dem Piano und ein bisschen subtiler Synth zum Optimieren. All das kombiniert mit Margot Polos Stimme macht This Old Thing zu einer klassischen Song-Empfehlung á la Untoldency. Wenn ihr bis jetzt noch nicht reingehört habt, solltet ihr das nun aber wirklich tun. Hier:

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    Es geht um den Versuch, etwas einmal Wichtiges und Zerbrechliches zu retten, wie eine Beziehung, einen Traum oder den Glauben an etwas. Für Margot selbst steht der Song für seine Liebe ans Songwriting, etwas zu schaffen, was ehrlich und offen ist. This Old Thing ist jetzt sein Versuch, wieder zurück zum Ursprung zu kommen, nur er und seine Gitarre. Und das klappt hervorragend. Mir hat es jedenfalls sehr gefallen und ich hoffe, euch gefällt es vielleicht auch,