Autor: Anna

  • Sanfter Indie-Pop aus Österreich: OSKA mit „Somebody“

    Sanfter Indie-Pop aus Österreich: OSKA mit „Somebody“

    Wir sind wieder im Indie-Pop unterwegs, der vielleicht schönsten Art von Pop. Mit einer sanften Stimme, eingängiger Chorus-Melodie, leichten Indie-Gitarren und trotzdem tiefer Bedeutung. Das alles ist „Somebody“von OSKA.

    Hinter OSKA steckt die 23-Jährige Newcomerin Maria aus Österreich, die warmherzige Geschichten in einfach nur schöne Lieder verpackt. Von irischen Folk-Balladen, die ihre Mutter gerne hörte, beeinflusst, schreibt sie fröhliche Lieder mit ernsten Themen und immer einer leichten Brise Melancholie. Perfekte Mischung, wenn ihr mich fragt. Somebody fängt an mit ein paar simplen Chords, die dann aber ganz schnell Platz machen für gezupfte Melodien, die die erste Strophe einleiten und mich auch direkt melodisch mitschwingen lassen. Es mag einfach wirken, aber die Kombi aus OSKAS angenehmer Stimme und nach Sommer klingenden Gitarrentönen kriegt mich ziemlich schnell. Man merkt, dass hier jemand mit Erfahrung (oder gutem Riecher) an der Produktion beteiligt war: ganz leichte Percussions und sogar mehrere Back-Up Vocals bauen die Spannung für den Refrain auf. Ohne dass ich es merke, schleichen sich sogar kleine Klaviertöne mit hinein. Hier ist wirklich alles am Start, was eineneingängigen Indie-Pop Sommer-Song ausmacht.

    „I wonder if you are my somebody and if you can see someone in me. Or are you in love with a fantasy to be someone for somebody”

    Geheimtipp mit Ohrwurmpotential (und schönem Video!)

    Ich versprech euch, am Ende des Songs habt ihr einen Ohrwurm von genau dieser Stelle und ihr werdet es auch nicht bereuen. Somebody hat nicht nur das Potential, in eurem Lieblingsradio auf und ab zu spielen (@FluxFm what’s up), sondern auch euer kleiner Geheimtipp für den Picknick-Ausflug mit Freunden zu werden. Alles an Somebody fühlt sich an, als würde man ohne die alltäglichen Sorgen, die einen runterziehen, einfach frei schweben. Setzt euch auf euren Balkon, in euren Garten oder einfach in die Sbahn, schließt die Augen, ein bisschen Sonne schadet nicht, und lasst OSKA und Somebodyin eure Herzen.

    Kurzer Exkurs am Ende zu sowohl inhaltlicher Bedeutung als auch dem Musikvideo, welches sich absolut lohnt anzugucken. OSKA selbst beschreibt die Bedeutung des Songs so: „Du weißt nicht, ob der andere tatsächlich dich mag oder nur einer Idee hinterjagt, die er von dir hat“. Diese Unsicherheit in einer Beziehung existiert vor allem am Anfang und drückt sich in einer Weise in ihrem Musikvideo aus, von der ihr euch nur selbst überzeugen könnt:

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  • KID DAD im Interview: »Das Album ist wie eine protokollierte Selbsttherapie.«

    KID DAD im Interview: »Das Album ist wie eine protokollierte Selbsttherapie.«

    Bei der Band KID DAD sollte jetzt wirklich jeder aufpassen, der sich nach guten alten spannungsgeladenen und emotionalen Gitarrenrock sehnt. KID DAD sind vier Jungs aus Paderborn, die uns mit „In A Box“ ihr Debütalbum präsentieren und wirklich unfassbar abgeliefert haben. Also wirklich. Für eine noch so kleine und neue Band hört sich In A Box an, als wären KID DAD schon lange in der Szene etabliert, dabei hat sich diese Energie nur sehr, sehr lange angestaut und kommt jetzt gebündelt in unsere Hände. Anna hat sich mit Marius (Frontman) und Max (Bassist) getroffen und ein viel zu langes aber auch viel zu gutes Interview kurz vor Release geführt. Es geht um die eigene Genrezuordnung, das Album natürlich inklusive Anspieltipps, Konzertvermissung und tatsächlich Buchempfehlungen. KID DAD könnten tatsächlich meine persönliche Musikentdeckung des Jahres sein, also lest mal rein, lacht ein bisschen, kauft Merch (dessen Erlös zu 100% an Hilfsorganisationen geht und der auch einfach unfassbar ästhetisch ist) und checkt das Album aus!

    Anna: Hey! Also erstmal, Marius, dein Skype-Name ist „idrinkcheapbeer“. Wieso? (lacht)

    Marius: Ja (lacht). Ich hatte vor drei oder vier Jahren als ich den Skype-Account gemacht hab, hab ich sehr viel FIDLAR gehört, die machen so neMischung aus Hardcore, Surf-Punk und Alternative Rock. Und die haben halt so einen Song, der heißtCheap Beerund da singen sie „I drink cheap beer so what fuck you“ und das fand ich irgendwie witzig. Ich hab dann auch nicht Lust gehabt, lange nach einem Skype Namen zu suchen und hab deswegen dann einfach den genommen, der lustigerweise noch frei war (lacht). Also natürlich trink ich auch selbst gerne das ein oder andere leckere Paderborner, aber billig ist ja nicht immer schlecht!

    Anna: Und jetzt zur „normalen“ Vorstellung: Ihr seid eine Rockband aus Paderborn und macht unter dem Namen KID DAD laut eigenen Angaben „Sad Music“. Was verbirgt sich hinter euerm Bandnamen?

    Marius: Ursprünglich haben wir den Namen gewählt mit dem Ansporn, die Erwartungen an junge und alte Personen zu verwischen. Es wird ja häufig gesagt, „du bist jung, du darfst das nicht“ oder „du bist schon erwachsen, du musst das und das machen“. Wir wollten die Grenzen da so ein bisschen verschwimmen und Mensch einfach Mensch sein lassen. Wir beziehen uns eher auf die Inhalte als auf das Genre, weil es uns schwerfällt, uns selbst in Schubladen zu stecken oder mit anderen Künstlern zu vergleichen. Ich mein, wir haben superviele verschiedene Einflüsse, aber das sorgt irgendwie auch wieder dafür, dass wir keine Einflüsse haben, weil alles und nichts ist irgendwie fast das gleiche (lacht). Wir machen sehr viel einfach intrinsisch aus uns heraus und weil es halt meistens Themen sind, die von der Gesellschaft als „negativ“ oder „traurig“ betitelt werden, haben wir uns auf diesen Begriff geschmissen so „Okay, dann machen wir halt sad music!“ (lacht). Uns ist irgendwie nichts Treffenderes eingefallen, weil wir halt hauptsächlich über solche Themen singen.

    Anna: In a Box ist euer langerwartetes Debütalbum, diese Woche kommt es raus. Ich durfte schon reinhören und find es unglaublich gut. Ich will nicht zu viel spoilern, aber was könnt ihr schon über die Songs sagen, die am Freitagdebütieren werden?

    Max: Aww, danke!

    Marius: Danke! Was irgendwie einfach unsere Prämisse war, war, dass kein Song klingt wie der andere. Dass wir aus der Masse an Songs, die wir geschrieben haben, zwar die rausnehmen, die uns am besten gefallen, aber aucheher zwei gleiche gegeneinander antreten lassen, wovon dann einer aufs Album kommt. Sonst hätten wir vielleicht 16 Songs auf dem Album gehabt, aber letztendlich ist uns halt wichtig, dass es abwechslungsreich ist, so ist es dazu gekommen, dass jeder Song für sich was ganz Eigenes ist. Und dann haben wir überlegt, „okay, wie können wir dem Song das geben, was er verdient?“ und haben einfach mit verschiedenen Set-Ups recordet. Happy zum Beispiel haben wir live eingespielt, wohingegen wir Songs wie Window Track-By-Track aufgenommen haben. Somit hat jeder Song einen eigenen Touch bekommen.

    Anna: Habt ihr einen Lieblingssong vom Album im Moment?

    Max: Oh, letztens hatten wir eine Diskussion und jeder von uns hatte einen anderen Lieblingssong. [Fragt Marius] Was war’s bei dir?

    Marius: Bei mir war’s glaub ich Window… Window oder A Prison Unseen. Aber ich will mich da nicht festlegen, das ist ziemlich schwierig, das ist wie zu sagen, „was ist dein Lieblingskind?“ (lacht)

    Max: Ich glaub, bei mir war’s Happy, aber unter dem Gesichtspunkt, dass ich mir vorgestellt habe: Was wäre mein Lieblingssong, wenn ich die Musik nicht selbst machen würde? Zum Live Spielen zum Beispiel gibt’s Songs, die machen einem mehr Spaß, weil die irgendwie freier sind vom Runterspielen und bei manchen muss man sich halt mehr konzentrieren, aber ich glaub, vom reinen Hörvergnügen als Außenstehender wär’s für mich wirklich Happy.

    Anna: Dann hab ich noch die Frage: Wofür steht der Albumtitel?

    Marius: Der Albumtitel ist In A Box und beschreibt sozusagen ein

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    Szenario, wo man selbst in einer geräuschlosen und materielosen Kiste eingesperrt ist. Es ist ein imaginärer Ort, an dem man nicht gestresst oder genervt ist, nicht von anderen Personen unter Druck gesetzt wird, wo keine Gesellschaftskritik herrscht, einfach ein komplettes Nichts sozusagen. Die Songs auf dem Album sind die unterschiedlichen Emotionen, die man durchlebt, wenn man in dieser Kiste eingesperrt ist. Manchmal ist es so, da fühlt man sich komplett überladen und will einfach nur fliehen oder sich irgendwo verstecken, wo einen niemanden findet. Aber dann gibt’s halt auch Songs, die beschreibendas Gefühl eingeengt zu sein und wollen einfach ausbrechen. Wiederum andere handeln von Einsamkeit, wo man sich wünscht, man würde mal genervt werden. Es sind diese Gegensätze, dieses „Ich bin allein, aber ich wills nicht“ oder „Ich bin von tausend Leutenumgeben, aber ich wills nicht“, die uns in den letzten zwei Jahre geprägt haben. Es ist wie so ne Art protokollierte Selbsttherapie (schmunzelt). Wir wollen, dass es nicht nur „sad music“ ist, die sad macht, sondern Musik, die über traurige und schwierige Themen berichtet, aber einem auch irgendwie Kraft gibt.

    Anna: Stand der Albumtitel schon vorher fest oder kam der während des Aufnehmens?

    Max: Der Albumtitel stand glaub ich schon 2017 oder 18 fest, bevor es die Songs gab eigentlich.

    Marius: Teilweise, ja. Also wir haben halt super viele Songs geschrieben über einen langen Zeitraum und dann gemerkt, in welche Richtung es geht. Und von den Songs, die jetzt auf dem Album sind, waren viele da noch nicht geschrieben, aber die Thematiken waren die gleiche.

    Max: Genau. Wir hatten halt diese Richtung und wusste, okay, irgendwas mit Isolation und Ausgrenzung und dann hatten wir diesen Namen und es gab auch keinerlei Diskussionen darüber, weil wir alle irgendwie dachte „ja, ist cool!“ (lacht). Und um den Namen herumhat sich dann irgendwie lustigerweise diese ganze andere gebildet. Die Videos, das ganze Album-Artwork…

    Anna: Das ist übrigens mega, ich liebe das Album-Artwork! Machst du das?

    Max: Ja, ich durfte/musste mir das selbst beibringen.

    Anna: Ich wollt dich jetzt auch nicht unterbrechen, aber da wollt ich jetzt echt mal ein Kompliment dalassen, auch die Website, der Merch, das sieht alles einfach mega aus.

    Max: (muss lächeln) Danke. Wie gesagt, ich bin halt irgendwie kein Mensch, der mit Illustrator und Designs und sowas arbeiten kann, ich mach halt irgendwie immer die Videos und die Fotos für uns und dieses Minimalistische, Ästhetische, was es auch irgendwie ist, ist aber auch dem geschuldet, dass es das Maximum ist, was wir zu dem Zeitpunkt machen konnten (lacht).

    Marius: Es ist schon ästhetisch!

    Max: Ja, aber ich konnt auch nicht über diesen Minimalismus hinaus. Also wir haben uns dann irgendwann festgelegt: „Ok, es wird minimalistisch vom Aussehen…

    Marius: …aber haben wir auch Bock drauf!“ (lacht)

    Max: Genau (lacht). Ja, sorry für diesen Exkurs, aber jedenfalls hat sich dann alles um dieses Box-Thema gedreht und wir sind mittlerweile sehr vernarrt in Quadrate (lacht).

    Anna: Wieder zurück zur Musik: Was ist euer Anspieltipp für Leute, die euch noch nicht kennen, aber sich unbedingt dieses Album anhören sollten?

    Marius: Ich glaube, dass der Anspieltipp, den man sich für Leute wünscht, meistens der erste Song ist. Der erste Song muss die meisten Leute irgendwie catchen, aber irgendwie auch Spannung schaffen für den Rest des Albums. A Prison Unseen ist der erste Song auf dem Album und war ja gleichzeitig mit Ankündigung des Albums die erste Single, die wir rausgebracht haben, also glaub ich, würden wir uns alle für A Prison Unseen entscheiden.

    Anna: Hab ich tatsächlich auch selbst als erstes gehört.

    Max: Yuhu! (lacht)

    Anna: Ihr seid zum Schreiben der Songs ja ziemlich viel unterwegs gewesen, auch international –welchen Einfluss hatte das auf das Album? Hat sich das einfach so ergeben?

    Marius: Teils, teils. Es waren teilweise wirklich Songwriting-Reisen,

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    Frontsänger Marius auf Inspirationen-Suche

    teilweise hatten die Reisen aber auch private Gründe. Ich glaub, wenn man ein Album schreibt, wasdivers sein soll, braucht man unterschiedliche Inspirationen. Ich hab zuhause geschrieben, in meinem Zimmer, in der Küche, ich glaub, ich hab‘ auch in der Abstellkammer geschrieben, das sind schon mal unterschiedliche Inspirationen für mich (lacht). Wir haben im Proberaum zusammen geschrieben, ich hab in der Schweiz geschrieben, in China und mit einer Songwriterin in London und das sind jetzt schon mal so acht bis neun verschiedene Orte und es sind elf Songs auf dem Album, also da zeichnet sich schon irgendwie ab, dass unterschiedliche Orte was anderes mit einem machen.

    Anna: Parallel zur Album Release habt ihr die Safe In A Box Kampagne am Laufen, die eure Plattform nutzt, um auf das ThemaHäuslicher Gewalt von Kindern aufmerksam zu machen. Ihr produziert auf eigene Produktionskosten Merch, dessen Gewinn zu 100% an das SOS-Kinderdorf oder an die NSPCC in England geht. Wie seid ihr auf dieses Projekt gekommen? Wieso liegt es euch so am Herzen?

    Max: Wir saßen mal in einem Telefonat, und dachten uns, „lass uns mal bitte irgendwie mehr machen“. Auch wenn wir nicht die Riesen-Reichweite haben mit unserer Social Media Präsenz, wollten wir trotzdem versuchen, mehr zu machen. Dann haben wir uns Projekte überlegt, die wir unterstützen können, und das war grad so der Anfang des Lockdowns und irgendwann kamen denn auch so die ersten Meldungen bezüglich ansteigender häuslicher Gewalt. Wir hatten über mehrere Ecken sogar Kontakt zu einem SOS-Kinderdorf und so kam das dann zustande.

    Marius: Genau, die helfen einfach Fällen, denen das passiert ist, betreiben psychische Betreuung oder sowas wie Notfall-Betreuung nur auf lange Sicht. Dass man versucht, sowas zu verarbeiten, aber auch präventiv zu verhindern. Also wirklich gegen zu arbeiten und die Täter, bevor sie aktiv werden, versucht zu stoppen. Und in gewisser Weise ist es schon eine Herzenssache, aber nichts persönliches. Also soweit ich weiß waren wir nie betroffen von sowas, aber wir hatten den Eindruck,momentan brennt die Welt irgendwie. Die Ohren werden gerade krass gespitzt für jede Art von Diskriminierung, was super geil ist, aber es geht relativ wenig in Richtung Kinder unterstützen, es sei denn es war im Bereich Flüchtlingshilfe oder so.

    Max: Wir hatten leider echt die Prämisse gehabt, dass wir uns nur zwei Organisationen aussuchen wollten, weil ich glaub am liebsten hätten wir ziemlich viel Leute unterstützen wollen, aber…

    Marius: …dann landet bei jedem nur ein halber Cent.

    Anna: Eigentlich wäre ja jetzt der Zeitpunkt für euch, alles abzutouren, was geht, das könnt ihr ja grad nicht machen. Auf einer Skala von 1 bis 10, wie sehr vermisst ihr Live-Auftritte?

    Marius: (breitet seine Arme ganz weit auseinander) 11! (lacht)

    Max: 11 bis 92.

    Marius: Also wir sind glaub ich eine Band, die das Studio-Dasein sehr genießt, aber das ist nicht das, wofür wir das alles angefangen haben. Jeder

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    Von oben nach unten: Marius, Michi, Yoshi, Max

    kleine Punker, der früher mal in einer Schulband war oder so, hat irgendwann mal davon geträumt, auf Tour zu gehen. Wir schreiben Songs nicht in erster Linie für die Platte, natürlich ist das auch schön und das konserviert auch ein Momentum im Leben eines Künstlers, aber wir machen das, um es mit Leuten zu teilen können, so richig face-to-face. Und das ist gerade das Schlimmste, was uns und der Industrie hätte passieren können, aber ich finde, wir machen das zumindest in Deutschland aktuell größtenteils sehr gut. Wir nutzen die Zeit, in der keine Konzerte stattfinden können, um einfach das Konzerterlebnis nach den ganzen Einschränkungen so aufregend wie möglich zu gestalten. Ich glaub, das ist alles, was uns bleibt. Wenn es wieder losgeht, sind wir da.

    Max: …ich vermiss es auch sehr (lacht). Live ist halt so das, wo man eigentlich hinwollte als man angefangen hat, Musik zu machen. Ich hab mir eher vorgestellt, dass ich vor Leuten spiele als dass ich im Studio sitze und irgendwas einspiele. Man ist sich als Band auf der Bühne auch näher als im Proberaum und den Leuten, denen man das dann vorspielt, sowieso.Marius: Es ist sehr viel wert, wenn man das Gesicht von der Person sieht und wie sie reagiert auf den Song. Wenn man live spielt, weiß man wirklich, das macht was mit der Person. Die kommt dann danach zum Merch und sagt „ey, ich war mega berührt, ich will die CD kaufen, meine Freunde sind auch voll begeistert, können wir ein Foto machen einfach, weil ich diesen Tag nie vergessen will?“. Und das ist halt eine ganz andere Hausnummer, das ist das, wo wir wieder hinwollen.

    [Viel zu langer Zwischentalk über die letzten Konzerte, auf denen wir waren]

    Anna: Die letzte Frage ist bei uns ein sogenannter Blank Space, hier könnt ihr alles loswerden, was vielleicht unter gegangen ist, ihr aber unbedingt sagen wolltet. Auch Buchempfehlungen oder letzte musikalische Entdeckung sind immer gern gesehen.

    Max: [fragt Marius] Hast du ne Buchempfehlung?

    Marius (überlegt)

    Max: Ich hab jetzt A Brave New World gelesen, das war sehr gut.

    Marius: Von Yoshi, ne? Wir haben uns zu Weihnachten so gegenseitig Sachen geschenkt, also gewichtelt, und unser neuer Gitarrist hat das nicht so ganz verstanden und hat uns einfach allen was geschenkt und da hat jeder ein Buch bekommen und das war echt süß (lacht). Und jetzt sind wir alle so gerade in der Phase, wo wir alle mal unsere Bücher von Yoshi gelesen haben. Ich hab In einem andern Land von Ernest Hemingway bekommen, das handelt vom ersten Weltkrieg und klingt halt irgendwie hausmütterlicher als es ist (lacht), aber ich find’s geil.

    Max: Haben wir jetzt zwei Bücher empfohlen zum Schluss? (lacht) Hast du noch irgendeine Message oder Musik oder so?

    Marius: Musik nicht, aber abschließende Message wenn wir immer noch Platz haben, ist eigentlich dass die Leute respektvoll miteinander umgehen sollen und ihre Maske tragen sollen wenn nötig, weil wir dann am schnellsten wieder bei dem Konzerterlebnis sind, was wir alle haben wollen. Das ist einfach unsere Bitte am Schluss, wir machen das auch, versprochen!

  • Exklusive Videopremiere: Adam Wendler mit „Smoking Gun“

    Exklusive Videopremiere: Adam Wendler mit „Smoking Gun“

    Videopremiere mit gleichzeitiger starker Song-Empfehlung: Adam Wendler mit seiner neuen Single „Smoking Gun“. Lasst euch vom Namen nicht abschrecken, es ist absolut keine Verbindung zu dem anderen Wendler vorhanden. Stattdessen gibt es hier einen sehr eingängigen, entspannten Folk-Pop-Song, der Anfang August rauskam und jetzt bei exklusiv bei uns Videopremiere feiert!
     
     
     
    Der Folk-Pop Song des Sommers

    Der Songwriter und Multi-Instrumentalist aus Kanada hat mit Smoking Gun nicht nur einen Sommer-Ohrwurm hervorgezaubert, sondern auch ein interessantes, ästhetisches Video vorgelegt, welches wir euch hier vorstellen. Aber guckt und hört vor allem erst einmal rein und lest dann weiter:

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    Musikalisch ist Smoking Gun von Sekunde eins an unglaublich zugänglich. Ich würde jetzt schon ein bisschen (metaphorisches) Geld drauf setzen, dass euch der einsteigende Chorus mindestens einen Tag lang im Ohr hängen bleibt. In den ersten 15 Sekunden hört man nur Adam Wendlers Stimme selbst und die ist wirklich unverkennbar. Ich ziehe ein bisschen meinen Hut, denn Adam singt die erste Zeile des Refrains in die absolute Stille hinein und es funktioniert. I’m hooked. Melodisch steigt Smoking Gun dann mit zupfenden Gitarren und ein paar leichten Percussions ein, die Indie-Folk zu dem machen, was es ist: einfach perfekt für den leicht melancholischen Sommer. Denn auch wenn Smoking Gun keinen großen musikalischen Aufbau hat und auch nicht unbedingt an die Geschwindigkeit der sogenannten „Sommerhymnen“ rankommt, so ist es definitiv in meinen privaten Playlisten des Indie-Sommers gelandet, und das kann ich euch auch nur empfehlen.

    Inhaltlich wiederum behandelt Adam Wendler keine Gute-Laune-Themen, sondern setzt sich mit den Dämonen toxischer Beziehungen auseinander. Smoking Gun handelt von einer Beziehung, in der man sich gefangen sieht und aus der man nicht rauszukommen scheint, auch wenn die Warnzeichen sich häufen. Laut Adam selbst kann die von ihm beschriebene toxische Beziehung auch die sein, die man mit sich selbst führt. Im Musikvideo ist Adam selbst zu sehen, der in verschiedenen Momentaufnahmen im Feld, im Wasser, auf der Brücke steht und singt –simple as that. Doch neben ihm steht immer sein Doppelgänger, der seine inneren Dämonen verkörpert und einfach nicht von der Seite zu weichen scheint. Adam macht mit seinem Song somit auch auf Mental Health Probleme und die toxische Beziehung, die man mit sich selbst führt, aufmerksam und zeigt: Wegrennen ist nicht immer die optimale Lösung, manchmal muss man sich seinen Problemen stellen. Oder sie stellen dich.

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    © Florentina Fien

    Und zum Schluss nochmal ein bisschen positivere Vibes und damit wir alle einen Ohrwurm haben, wenn wir diese Seite wieder verlassen:

    „I see a smoking gun, the signal’s out, you got me on the run. Girl, you’re a setting sun, there’s red flags all around you, baby”

  • RIIVA im Interview: »I wasn’t born for your demands«

    RIIVA im Interview: »I wasn’t born for your demands«

    RIIVA ist eine sympatische Newcomerin, die aber bestimmt nicht mehr allzu lange Newcomerin sein wird. Sie verpackt 2000er R’n’B mit modernem Pop und hat dazu noch wichtige feministische Botschaften, die sie mit ihrer Musik verbreiten möchte. Nach ihren Single-Auskopplungen zu So Shady, Wall of Water, Painkiller (lest hier unsere exklusive Premieren-Review) und zuletzt I’m Sorry droppt morgen ihre Debüt-EP Bold Femininity. Anna hat sie auf ein „kleines“ Zoom-Interview erwischt und mit ihr über ihre Musikvideos, ihre persönlichen Erfahrungen mit Sexismus und die Message, die hinter Bold Femininity steht, gesprochen.
     
    Anna: Hey, schön, dass es geklappt hat! Du bist jetzt ja wahrscheinlich voll in der Promo-Phase für deine erste und neue EP Bold Feminitiy, die morgen (14.08.) erscheint. Wie fühlt sich das an, das jetzt als komplettes Werk der Musikwelt zu präsentieren?
     
    RIIVA: Es ist so ‘ne Mischung aus Stress und Vorfreude. Die EP stellt wie so eine persönliche Entwicklung von mir dar und das ist natürlich immer aufregend, wenn man das denn teilt. Ich habe aber auch viele Leute, die mich unterstützen, Franca, meine Managerin, Matilda von Closer Pleasures sowieso und auch die Promoagentur aus der UK. Das macht alles super viel Spaß, wenn es so langsam voran geht. Dann hat man den Punkt erledigt und dann den Punkt und JETZT IST ES SCHON BALD SO WEIT (lacht). Das ist schon schön, dass ich da auch dran teilhaben kann und das miterlebe und nicht nur die Musik schreibe und den Rest machen dann halt irgendwelche anderen Leute.
     
    Anna: Das ist schon cool, das kann ich mir vorstellen. Wie bist du generell zum Musikmachen gekommen?
     
    RIIVA: Ich habe ganz früh schon angefangen zu singen durch meine Schwester, die hat mir die ganze Zeit die Pop Musik von damals aus den 2000ern näher gebracht. Und dann war ich halt voll der Backstreet Boys, Britney, J-Lo Fan und hab mit fünf Jahren oder so angefangen zu singen. Irgendwann habe ich mir meine erste eigene CD gekauft und war eigentlich schon da schon total in love mit Musik (guckt verträumt und lacht). Also ich war schon immer total musikinteressiert und hatte dann Gitarrenunterricht und Klavierunterricht mit acht und das erste Mal Gesangsunterricht mit elf. Als ich dann den ersten Song geschrieben hab, mit 14 oder so, hat sich das denn so angedeutet und seinen Lauf einfach genommen.
     
    Anna: Deine Musikvideos sind bisher alle unglaublich gut und detailreich, woher bekommst du die Ideen und Inspirationen dafür?
     
    RIIVA: Unterschiedlich, inhaltlich haben die ja alle alle einen anderen Background. Für Wall Of Water zum Beispiel war die Sage von Loreley, die alle Seefahrer mit ihrem Gesang in den Tod reißt, die Inspiration für das ganze Video. In dem Fall war ich eine River Goddess, also eine Meereskönigin, die ihre Energie nur aus ihren männlichen Opfern natürlich (lacht) saugt und das war halt so ein bisschen angelehnt an diese Geschichte. Ansonsten denk ich mir die Musikvideos alle selbst aus, setzt mich hin, denk nach und schau wirklich so: Wie stell ich mir mein Video vor? WieRIIVA, Untoldency, Untoldency Magazine, Indie, Musik, Blog, Blogger, Online Indie Musik Magazin, Interview, RIIVA, Bold Feminity, So Shady, Wall of Water kann ich den Inhalt noch auf eine andere Art und Weise ausdrücken als er der Song schon tut? Ich find’s manchmal auch schön, wenn man noch so ne andere Ebene in den Videos aufmacht, die auch vielleicht anders interpretiert werden könnte. Die Konzepte für Painkiller, I’m Sorry und So Shady hab ich mir in meinem Schlafzimmer ausgedacht und finde dann zum Glück aber auch immer Leute, die das dann so umsetzen können. Denn das ist dann natürlich auch noch mal so ein nächster Punkt(lacht).
     
    Anna: Würdest du sagen, dass es dir wichtig ist, gesellschaftliche Probleme mit Musik zu verknüpfen?
     
    RIIVA: Auf jeden Fall. Gesellschaftliche Probleme aber auch einfach persönliche Probleme. Generell Emotionen, emotionale Erlebnisse, einfach Aussagen treffen, die auch Leute berühren können. Bisschen weg von diesem „Heut ist alles toll und wir geh‘n feiern“ und „I love you soo much“ (lacht).
     
    Anna: Weil du gerade I’m Sorry angesprochen hast, der Song handelt ja die Thematik der männerdominierten Gesellschaft und die Macht über die Frau und ihr Wohlbefinden. Hast du in dem Kontext eine Geschichte, die du hier gerne teilen würdest?
     
    RIIVA: Mhmm. Ich glaube, ich kann für viele Frauen sprechen, dass sie schon mal so eine Erfahrung gemacht haben in irgendeiner Art und Weise. Dass sie schon mal belästigt wurden, ob verbal oder körperlich. In unserem jetzigen Alltag ist es irgendwie relativ normal, dass man sich als Frau schon irgendwie so drauf einstellt und es als „ja, so ist es halt“ abstempelt. Irgendwann hatte ich eine Erfahrung, da war ich auf einer Party und hatte ein Crop-Top an, es war langärmlig, mein ganzer Körper war bedeckt außer eine Stelle zwischen Bauchnabel und dem Top. Sonst nichts. Und an diesem Abend wurde ich einfach so oft von Männern genau an dieser Stelle berührt, aber so wirklich. Nach außen hin erscheint es vielleicht harmlos, weil es wahrscheinlich auch keine böse Absicht war. Also das passiert ja auch in einer Umarmung oder so, aber es gibt noch andere Möglichkeiten, mich zu umarmen, ohne gleich die Hände an meineTaille zu packen, sagen wir mal so. Und das ist genau dieser Punkt, wo ich mir dachte, das hier ist jetzt schon „normal“ geworden. Und das hat mich an dem Abend so schockiert, weil es so oft passiert ist, und irgendwann hab ich mich richtig schlecht gefühlt und dachte so „okay, scheiße, ich hätte irgendwas anderes anziehen sollen“. Aber dann hab ich mir im nächsten Moment gesagt (wird lauter) „nee, warum muss ich was anderes anziehen, ich glaub es hackt?!“ Nach diesem Abend hab ich gesagt, ich muss da jetzt ‘n Song schreiben. Ich hab mich dann tatsächlich auch einen Tag später hingesetzt und angefangen. Das war einfach so der ausschlaggebende Punkt, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat.
     
    Anna: Würdest du sagen, dass das auch Titel der EP Bold Femininity vereint?
     
    RIIVA: RIIVA, Untoldency, Untoldency Magazine, Indie, Musik, Blog, Blogger, Online Indie Musik Magazin, Interview, RIIVA, Bold Feminity, So Shady, Wall of WaterAuf jeden Fall! Alle Songs zeigen eine Nachzeichnung von mir im Laufe meines Lebens. Die EP zeigt meine Entwicklung von schüchtern und eher „schwach“ zu bold, strong und selbstbewusst. Das wurde von verschiedenen Erlebnissen beeinflusstund alle das ist in diesen Songs drin. Das sind alles Geschichten, die mich zu dem Menschen gemacht haben, der ich jetzt bin. Und da bin ich auch ein bisschen stolz drauf. Deswegen auch der Überbegriff Bold Femininity. Ich bin jetzt an einem Punkt, wo ich sage: Ich weiß, was ich wert bin und ich will auch, dass andere wissen, was sie wert sind. Dass man die Kraft findet, über Dinge zu stehen und daraus zu lernen, auch wenn’s negativ ist. Weil es ist ja jetzt nicht eine „Heey, ich bin eine strong und independent woman und alles ist cool!“-EP, sondern es zeigt auch schon auch die Schattenseiten und das war mir sehr wichtig.
     
    Anna: Was können wir so von den restlichen Liedern auf der EP erwarten?
     
    RIIVA: Also, es sind ja noch ein Intro-Track und zwei andere Tracks dabei…(überlegt). Ich würd sagen, dass die alle so ein bisschen mehr in ne poppigere Richtung gehen, es ist weniger R’n’B, es ist getragener, es ist ein bisschen orchestraler und ein größerer Sound als die anderen.
     
    Anna: Ich bin sehr gespannt! Corona muss dich ja genau wie alle anderen in der Musikbranche getroffen haben. Wie hat sich das auf dich ausgewirkt?
     
    RIIVA: Ja.. Wir hatten tatsächlich sehr viele Live-Termine dieses Jahr, weil ich auch einen Booker seit Ende letzten Jahres hab und der hat sich komplett ins Zeug gelegt. Das war zwar nicht umsonst, weil die Line-Ups meist auf’s nächste Jahr übertragen wurden, aber die Frage ist natürlich auch, ob die Sachen überhaupt stattfinden, auch wenn das Line Up übertragen wird. Das weiß man ja jetzt noch nicht. Aber das hat die Band schon krass getroffen, weil jedes zweite Wochenende eigentlich mehrere Sachen anstanden, und das ist natürlich dann auch hart..
     
    Anna: Oh man, das tut mir auch mega leid… Hast du dafür jetzt andere, neue Pläne gemacht?
     
    RIIVA: Also es gibt auf jeden Fall noch ein paar Live Termine geben, natürlich kleinere Rahmen und nicht mehr so viele, das steht auf jeden Fall noch an. Ich weiß nicht, ob man das alles schon announcen kann (lacht), aber ja.
     
    Anna: Die letzte Frage ist ein blank space, der nur für dich als Künstlerin ist. Du darfst hier nochmal alles loswerden, was du noch nicht loswerden konntest oder vielleicht einfach auch ein paar inspirierende Worte zum Schluss dalassen.
     
    RIIVA: Ouh, das ist ja richtig pressure hier! (lacht) Ja, also, eine Sache, die ich vielleicht sagen würde zu Leuten, die mich noch nicht kennen oder meine Musik zum ersten Mal hören: Ich hoffe, dass sie sich irgendwie in die Musik reinfühlen und sich damit auseinandersetzen können ineiner Art und Weise, die sie inspiriert und in ihrer Lebenssituation weiterbringt und Trost spendet. Das ist ein großes Ziel von mir, mit meiner Musik das zu erreichen und Emotionen zu wecken und zu verbreiten. Das hoffe ich einfach, dass ich das mit dieser EP schaffen kann, auch wenn’s nur ein oder zwei Leute werden, die’s hören würden, das würde auch schon reichen. Ich meine, ich bin Newcomerin, ich darf jetzt nicht viel erwarten, aber das ist so das größte Ziel und ich hoffe, dass ich das damit so erreichen kann und ich freu mich und ich hab‘ Bock und ja (lacht).
     
     
    Fotocredit: Anna Tiessen
     

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  • Exklusive Videopremiere: Mynolia mit “Stall Stickers“

    Exklusive Videopremiere: Mynolia mit “Stall Stickers“

    Was haben Dark Dream Folk und ein Underground Club in Berlin gemeinsam? Nicht viel sollte man meinen, aber die Newcomerin Mynolia hat es in ihrem Video zu ihrer neuen Single „Stall Stickers“ einfach mal vereint. Die Videopremiere jetzt direkt bei Untoldency!
     

    Gerade bei dem derzeitigen 32° Sommer-Wetter ploppen Party-Hymnen auf wie [insert funny joke]. Aber während sich alle streiten, welcher Hit jetzt auf Dauerschleife im Radio gepumpt wird, gibt es auch Künstlerinnen wie Mynolia, die sich einfach eine VHS Kamera schnappen und die melancholische Seite des Sommers einfangen. Stall Stickers handelt voneiner Existenzkrise, die jeder von uns im Leben einmal durchmacht. Gedreht ein paar Tage vor dem Lockdown, behandelt es aber auch die unerwartete Sanftmut, die manchmal in Isolation und Selbstreflektion liegt.

    Stall Stickers ist ein ruhiger Song, der schon mit entspannten melodischen Gitarrenklängen anfängt. Über die legt sich dann die leicht tiefe und fast schon balsame Stimme von Mynolia und das war’s eigentlich auch schon. Kein Trap-Beat, keine großen Riffs, einfach ein ehrlicher Ausdruck trauriger Gefühle. Zum Refrain wird Mynolias Stimme noch höher und ein paar Percussions kommen hinzu. Es könnte fast ein alter Mighty Oaks Track sein, in dem man sich einfach nur verliert.

    Das Video ist ganz a lá Quarantäne self-made, verschiedene Frames flackern ständig durch’s Bild, es ist alles dunkel und ein bisschen mysteriös gehalten. Stall Stickers wirkt sehr intim, die Schatten, die im Video immer wieder auftauchen, werden immer wieder eins mit Mynolia selbst, um sich dann wieder zu trennen. Dieses Hin und Her wirkt wie eine Kommunikation mit ihrem Selbst, gefangen in der Existenzkrise in einem Berliner Underground-Club:

    „Hey Baby, want some good advice? Just keep on dancing if you want to survive.”

    Und tatsächlich lädt die melodische Musik und Mnyolias hohes Summen zu Tanzen ein –alles mit einem stark melancholischen Touch: Stall Stickers ist eine Existenzkrise im Nachtleben, traurig und verträumt zugleich. Hört auf jeden Fall rein!

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  • Düstere cinematische Vibes von The King Of Cons mit „Lights Out“

    Düstere cinematische Vibes von The King Of Cons mit „Lights Out“

    Düstere Gitarren treffen auf tiefe 808s und Synthesizer: So klingt „Lights Out“, die neue Single des Pop-Duos The King Of Cons aus München. Sagt euch noch nicht so ganz was? Hört einfach rein, denn wir haben nicht nur die Review, sondern auch eine kleine Videoanalyse direkt hier bei Untoldency.

    808s pumpen in einer düsteren Bar –ob das gut geht?

    Zuerst das Setting. In den ersten 40 Sekunden wird sich nur auf dieses konzentriert, auf den eigentlichen Song fiebert man hin, ohne ihn zu hören. Stattdessen befinden wir uns in einer Kneipe, hören ein tiefes Brummen und die Kulissengeräusche verstärkt. Ob das Klopfen einer Zigarette, das Herumstochern in einer Nussschale auf der Bar oder das Schlürfen eines Whiskeys, alles klingt unfassbar laut in dieser brummenden Stille. Selbst eine Fliege kann man hören. Zusammen kreiert es eine fast anzufassende Spannung, die erst aufgelöst wird, als eine Frau mit einem Kassettenrekorder die Bar betritt und auf Play drückt.

    Ich denke, der Song geht los und die Szenerie in der Kneipe wird lebendig, doch ich bin nur halb richtig. Der Song geht tatsächlich los, doch statt der Kneipe beobachte ich ein Fotosetting zweier Typen, die, absolut richtig, das The King Of Cons-Duo sind. Lights Out fängt ruhig an, das Video wechselt wieder zu Kneipe und der Leadsänger an der Bar fängt an zu singen. Und damn, er singt hoch. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich das nicht so erwartet hätte, aber ich bin jetzt fast umso gespannter wie sich der Song entwickelt.

    Hallende Gitarrenklänge und leichte Beat-Akzente sagen eindeutig: Warte ab, das ist ein sich aufbauender Pop-Song. Doch auch hier werde ich wieder überrascht. Der Chorus ist kein Pop-Chorus aus dem Radio, sondern schlägt die Richtung in deepen Indie-Pop –und das find ich wirklich gut. Die Gitarren stoßen auf Synthesizer und alles wird mit einem Schlag sehr düster. Die Leute in der Bar fangen an sich zu bewegen, auch wenn ich nicht so weit gehen würde, um es tanzen zu nennen. Es ist eher so ein leicht beunruhigendes Schaukeln, was den bevorstehenden Wendepunkt anzukündigen scheint. Denn jetzt wird videomäßig schon ziemlich skurril.

    Okay, es ist ein Horrorfilm
    The King Of Cons haben alle ihre düstere Kreativität in diesen kleinen Mini-Film gesteckt. It turns out: there is a murder. Niemand anderes als der Leadsänger selbst betritt mit einer Pistole die Kneipe –und erschießt sein doppeltes Selbst an der Bar. Auch musikalisch gibt es einen Break zur Bridge, die alles in Szene Gezeigte noch einmal mehr dramatisiert. Ich bin ein bisschen verwirrt, was passiert, kann aber trotzdem weder weghören noch wegschauen, irgendwie hat es mich gepackt. Die Faszination des Bösen scheint hier auf jeden Fall ein Leit-Thema gewesen zu sein, und irgendwie funktioniert es ziemlich gut. Denn auch lyrisch ist es ziemlich creepy:
     
    I’m the shadow on your white wall, you’re afraid of every late call. You’re trying hard to stay alive, but you never know when I arrive.
     
    Fazit: Das Musikvideo von The King Of Cons zu Lights Out hätte easy Thema einer Analyse Klausur in meinem Deutsch-LK werden können. Es ist düster, es ist leicht verstörend, aber vor allem ist es vielschichtig und ausdrucksvoll. Die packende Musik und das Video fügen sich nahtlos ineinander und dafür muss ich wirklich ein kleines Kompliment dalassen.
     
    Ich hoffe, euch hat diese kleine Mini-Analyse nicht vom eigentlich Zweck abgeschreckt, der ist: Unbedingt The King Of Cons auschecken und nicht den inneren Kampf von Gut und Böse verlieren.

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  • Birdmask setzt Indie-Pop in Flammen

    Birdmask setzt Indie-Pop in Flammen

    Birdmask veröffentlichte Anfang Juni seine neue Single „Set Me On Fire“ und seitdem läuft sie bei mir auf Repeat. Nun kam auch das Musikvideo dazu und warum es den Song noch einmal auf eine neue Stufe von künstlerischer Excellenz hebt, lest ihr genau hier.

     

    Birdmask ist der Schweizer Mulitinstrumentalist Manuel Gagneux, der schon durch Projekte wie Zeal & Ardor bekannt ist. Mit Set Me On Fire ist er wieder zu seiner kreativen und musikalischen Basis zurück, und jeder, der ein Fan von Hozier und Take Me To Church ist (zu Recht), sollte hier auf jeden Fall reinhören.

    „Don’t stare into the flames“

    Lyrisch ist das Lied sehr dark, aber das lässt der Titel ja schon vermuten. Es geht um die eigenen schuldbehafteten Sehnsüchte und irgendwie auch um das innere masochistische Verlangen der eigenen Auslöschung – wordplay intended. Set me on fire and look another way. Don’t stare into the flames, ‘cause as long as I burn, I‘ll keep us warm. Alrighty.

    Musikalisch ist Set Me On Fire aber wirklich unglaublich gut. Birdmasks Stimme ist sanft und klar zugleich und leitet uns vorsichtig in die erste Strophe. Doch sobald die rhythmischen Drums zum Refrain einsteigen, bekommt der ganze Song eine komplett andere Energie. Man kann die Qualen schon fast wahrnehmen, während sich das Lied immer und immer weiter aufbaut und das fast nur durch die soulige Stimme von Manuel Gagneux, die von einem Chor aus Harmonien und einer Kirchenorgel unterstützt wird. Der Vergleich zu Take Me To Church ist tatsächlich nicht so weit weg wie gedacht. Immer wieder bekommt das Lied energetische Schübe, um dann fast schon leicht auszuklingen. Es nicht unbedingt ein typischer Pop-Song, so richtig Indie ist es auch nicht, aber irgendwo dazwischen ist versteckt sich Set Me On Fire und holt mich einfach richtig ab.

    Das Outro bekommt mich dann tatsächlich nochmal völlig neu, fast zehn Mal wiederholt Birdmask wie hypnotisiert die Zeile Burn me for goodness sake und obwohl das inhaltlich nach wie vor sehr düster scheint, ist es der perfekte theatralische Schluss zu einem packenden, theatralischen Song.

    Ausdruckstanz ist underrated

    Und jetzt: das Video. Dazu ließ sich Birdmask den gesamten Song in einem Ausdruckstanz visualisieren. Tänzer Luke Birch gibt sein ganzes Herz in die Choreographie, die emotional und zerrissen ist. Das ganze Video ist in schwarz-weiß gehalten, Kunstfanatiker wissen, wie viel Potential für eine Analyse hier drin steckt. Die erspar ich euch hier mal, aber die düstere und innerlich zerrissene Leidenschaft wird dadurch auf eine ganz andere Weise spürbar. Und die eigene Kunst, in Form von Musik oder Tanz, anderen Leuten spürbar zu machen, ist doch eigentlich das Ziel.

    Abschließend kann ich euch die Single nur sehr empfehlen und hoffen, dass sie euch genauso packt wie mich.

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  • St. South droppt das gefühlvolle Debütalbum „Get Well Soon“

    St. South droppt das gefühlvolle Debütalbum „Get Well Soon“

    St. South ist die australische Sängerin Olivia Gavranich, die am Freitag ihr Album „Get Well Soon“ veröffentlicht hat. Nach zwei EPs bildet es das Debüt, auf das Fans (including me) schon sehr lange gewartet haben. Spoiler: Es ist ziemlich gut und ich bin nicht ein Stück enttäuscht. Wer St. South nicht kennt –sie ist noch relativ unbekannt – sollte ihr auf jeden Fall eine Chance geben. Die Australierin ist in ihrer Musikproduktion komplett autark und macht Soulfoul Electro mit Bedroom-Pop-Einflüssen. Ihr seid angetan, aber wisst noch nicht ganz, ob es was für euch ist? Einfach weiterlesen, denn hier kommt die komplette Review zu einem Album, was mich sehr viele Dinge fühlen lassen hat.
    Does Your Brain Ever Get This Loud?
    Allein die Frage. Yes, it does. St. South eröffnet ihr Debütalbum mit einem starken, gefühlvollen Statement in Does Your Brain Ever Get This Loud?. Mehrere warme Stimmen-Samples legen sich aufeinander, es ist als würde der ganze Song pulsieren. Soulfoul Electro passt hier tatsächlich eins zu eins. St. Souths Stimme ist weich und führt durch ein sanftes elektronisches Arrangement. Es ist purer Chillwave. Der Song handelt von der ersten kleinen Kirse in den Mittzwanzigern, an die auch ich mich langsam heran nähere und meine kleine “quarter-life-crisis“ nenne. Ich für meinen Teil kann mich hiermit also gut identifizieren. Für den Opener auf einem lang erwarteten Debütalbum setzt Does Your Brain Ever Get This Loud? einen sehr guten Start.
     

    Can someone show me how to kill self doubt ‘cause I’m 25 and can’t work it out.

    If It’s Not You zieht das Tempo ein bisschen ran und auch wenn ich damit nicht unbedingt gerechnet habe, I am here for that. Der Song hat ein Feature von N.Y.C.K, Olivia’s besten Freund Nick, und ist ein ganz ehrlicher Break Up Song. Im Allgemeinen ist hier anzumerken,dass das Konzept hinter Get Well Soon das Überkommen einer gescheiterten Beziehung ist. St. South selbst sagt, dass es aber nicht nur um diesen Break Up geht, sondern viel mehr um das Zurückkommen zur eigenen Person. If It’s Not You ist trotz schnellerem Beat und dieser Message traurig melancholisch, aber auch das ist Part des Prozesses.
    “Squeeze my hand when you’ve had enough”
    Auch auf Growing Up nimmt uns St. South mit in eine sehr ehrliche und sehr offene Welt. Olivia hat dafür eine alte Kassette von ihrer Kindheit gesampelt, in dem man ihre Eltern und ihren Bruder sprechen hört. Es kreiert eine Nostalgie, die mich sofort ergreift. Als der Song dann richtig anfängt, wird diese Nostalgie mit Lyrics aufgegriffen, während ich es musikalisch schon fast catchy finde. Es hat auf jeden Fall Ohrwurm-Potential. Ihre Lyrics beschreiben aber nicht nur die Nostalgie einer vergangenen Beziehung, sondern ist auch auf andere emotionale Situationen übertragbar, wie zum Beispiel auf Angstzustände, die

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    St. South selbst hatte, und der Umgang mit ihnen.
     
    Not Angry Yet schlägt endlich in die tiefe verzweifelte Trauer, die ich seit Anfang des Albums wollte. Es ist schwierig, gute traurige Lieder zu schreiben, die mich von Anfang bis Ende abholen. Klingt komisch, aber ich bin auch sehr picky, was traurige Lieder angeht. Wenn ich’s fühle, will ich’s richtig fühlen. St. South gibt mir mit diesem Song genau das. Die Trauer, der Frust und die anschließende Resignation, alles passt perfekt zum Aufbau des Songs. Not Angry Yet fängt  langsam an, baut sich frustrierter auf und endet dann einfach so –wie im echten Leben auch. Ebenfalls interessantes Hintergrundwissen: St. South hat das Lied erst mit anderen Pronomen geschrieben, sich dann aber umentschieden. Sie identifiziert sich als queer und das ist wahrscheinlich auch ein großer Grund, warum ich das ganze Album so liebe. Es ist einfach gut und ich kann mich mit den Lyrics identifizieren, ohne die Pronomen in meinem Kopf ändern zu müssen. Representation matters.

    I hang out the washing, I’m not what she wanted. I’m folding the laundry, was my bed too hard for you, after all?

    “We can make it better”
    Der nächste Song heißt Intermission und ist mein absoluter Lieblingssong auf dem ganzen Album. Hier ist er für euch verlinkt, damit ihr ihn wie ich auf Dauerschleife hören könnt. Während ich das schreibe, höre ich ihn gerade zum dritten Mal nacheinander und mein Fazit: er ist einfach viel zu kurz. Mit knapp zweieinhalb Minuten gibt mir St. South gar keine Chance als immer und immer wieder auf Replay zu drücken. Intermission ist nicht komplex oder pompös, sondern wie eine Schlafdecke, die sich aus mehreren Stimmen Samples zusammensetzt, mich einwickelt und alles andere ausblendet. Die Lyrics sind die kürzesten auf dem ganzen Album, hauptsächlich besteht es aus übereinander gelegten und versetzten Loops von „we can make it better, again“. Die leichten Geigen bringen dann noch ein bisschen Dramatik dazu und ich treibe endgültig davon.
     
    Nachdem ich mich gerade komplett in Intermission verloren habe, geht es jetzt weiter mit I’m Still Me. Es greift den vorherigen Vibe direkt auf, ist aber wieder ein „richtiger“ Song mit Strophen und Chorus. Inhaltlich geht es um den Verlust einer geliebten Person und die Depression, in die man dadurch verfällt. Man ist während eines Break Ups meistens am härtesten zu sich selbst und das ist mental gar nicht so gesund. Dieses Gefühl greift St. South auch in A Little Alive auf. Während die erste Hälfte noch sehr niedergeschlafen und hoffnungslos wirkt, ist die zweite Hälfte des Songs, den Olivia auch mit mehreren Monaten Pause geschrieben hat, wütender und verständnisloser. Doch die Wut ist gut, denn dadurch fühlt man sich nicht nur ein bisschen mehr am Leben aber man ist auch einen Schritt weiter im Verarbeiten, was eigentlich geschehen ist. Und fühlt sich A Little Alive.
    You Loved Me Yesterday
    St. South, Untoldency, Untoldency Magazine, Indie, Musik, Blog, Blogger, Online Indie Musik Magazin, Review, St. South Music, Get Well Soon, Olivia GavranichEs sind die letzten zwei Songs und mein frühzeitiges Feedback – Get Well Soon ist ein verdammt gutes Album, und es ist sogar noch besser, wenn man ein bisschen down ist. Das ist jetzt einfach mein Geheimtipp an euch für die Zeiten, von denen man ungern online vielen fremden Menschen erzählt, die aber trotzdem jedem von uns passieren. In Can I Come Over singt St. South von dem starken Band zwischen Freunden, die für einen da sind, auch wenn man es eigentlich gar nicht will. Doch Trauer und auch Depressionen sind nichts, für das man sich schämen sollte. Ganz im Gegenteil. Jeder hat sich schon mal so gefühlt, und auch wenn das alles absolut individuelle Erfahrungen sind, sollten wir mehr darüber reden.
     

    You need to know that you’re strong, that you’re loved by someone.

    Der letzte Song auf dem Album ist You Loved Me Yesterday. St. South hat ihn einen Tag nach dem Break Up geschrieben. Er ist sehr emotional und verletzlich und stimmt auch mich nochmal ein bisschen trauriger. You Loved Me Yesterday handelt aber auch von der Hoffnungslosigkeit und Resignation, die eintritt, wenn man akzeptiert, dass es sich jetzt einfach eine Weile so anfühlen wird, bis es besser wird. Es klingt aus mit zweieinhalb Minuten eines echt schönen und ruhigen Saxophon-Solos.

    Die Message hinter Get Well Soon: Es ist in Ordnung, sich gleichzeitig gut und schlecht zu fühlen. Die Verarbeitung der Gefühle nach einem emotionalen Trauma, was ein Break Up absolut sein kann, ist vielschichtig und komplex. In den Worten von St. South selbst, ist Get Well Soon nicht nur ein Trennungsalbum, sondern viel mehr ein „self-care album –a soundtrack to self-empowerment“. Und diesem kann ich nur zustimmen. Get Well Soon ist kein Heul-Album von Anfang bis Ende, sondern im Gegensatz, es ist so vielschichtig und so kreativ produziert, dass es an Teilen fast eher beruhigt statt runterzieht. Musikalisch ist es auf jeden Fall absolut hörenswert und ich kann es euch allen nur ans Herz legen –gerade wenn ihr euch inhaltlich damit identifizieren könnt.

     

    Fotocredit geht raus an: Liam Gillie

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  • Provinz im Interview: »Ich hab diese Zeit noch nie erlebt, aber ich kann’s eigentlich auch kaum noch erwarten.«

    Provinz im Interview: »Ich hab diese Zeit noch nie erlebt, aber ich kann’s eigentlich auch kaum noch erwarten.«

    Provinz – muss man sie wirklich noch vorstellen? Die Band aus Ravensburg hat in dem letzten Jahr schneller den Status „Newcomer“ verlassen, als sie ihn betreten haben. Ohne Album und nur mit einer Handvoll Songs haben sie sich Indie-Folk-Deutschland wie in einem Rausch erspielt. Von Straßenmusik zu ausverkauften Touren in Clubs, die zu groß sind, um sie noch Clubs zu nennen. Provinz sind erst am Anfang ihrer Karriere und beweisen jetzt mit ihrem Debütalbum Wir bauten uns Amerika, dass der Hype weit weg von unberechtigt ist. Anna hat Frontsänger Vincent auf ein ausführliches Interview vor Release erwischt und ist jetzt noch größerer Fan als davor.
     
    Anna: Hey Vincent, was ein Auf und Ab um euer Debütalbum Release, doch jetzt ist es endlich so weit: „Wir bauten uns Amerika“ kommt Freitag endlich raus in die Welt! Wie fühlt sich das an?
     
    Vincent: Boah, voll komisch (lacht). Also man arbeitet an so einem Album ja ewig lang irgendwie. Wir haben die letzten zwei Jahre dran gearbeitet und jetzt hat sich das irgendwie noch länger herausgezögert wegen der Corona-Krise. Aber jetzt ist es endlich so weit und ich bin krass nervös und gerade in der Release Woche wird’s jeden Tag noch schlimmer. Ich bin mega erleichtert wenn’s draußen ist. Das ist einfach wichtig gerade, dass man das raushaut und dass es die Leute endlich mal hören können.
     
    Anna: Euch liegen alle Lieder wahrscheinlich ähnlichnah am Herzen. Gibt es welche, die sich besonders anfühlen, Lieblingslieder oder Lieder, die bei der Aufnahme/Produktion herausfordernd waren?
     
    Vincent: Der besonderste Song für mich ist glaub ich Ich baute Dir Amerika, der letzte Song auf dem Album. Der ist ganz spät entstanden, und es war eigentlich auch gar nicht so klar, ob wir den direkt draufnehmen sollen oder nicht. Der Song war sehr persönlich und auch sehr anspruchsvoll für uns alle. Deswegen sticht der so ein bisschen heraus. Live spiel ich am liebsten Wenn die Party vorbei ist, weil der halt irgendwie krass abgeht. Das sind so die zwei Favoriten im Moment, aber das wechselt die ganze Zeit, ich hab jede Woche gefühlt ‘nen neuen Lieblingssong (lacht).
     
    Anna: Wie kamt ihr auf den Titel Wir bauten uns Amerika? Das hat doch bestimmt auch was mit dem letzten Song auf dem Album zu tun oder?
     
    Vincent: Genau.
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    Provinz sind krass stolz auf ihr Album und wir auch
    Amerika steht ja für sehr viel und in dem Zusammenhang steht es als Metapher für ein Ziel, auf das man hinarbeitet, was zwar ‘ne Illusion ist, aber einen antreibt. Und das war irgendwie das Album für uns und ich denke, jeder hat sein Amerika, sein Ziel und seine Illusion, die vielleicht irgendwann die Wahrheit wird, aber im Moment eben nur in weiter Ferne ist. Das Album war unser großes Ziel bzw. unsere große Herausforderung und wir haben jetzt quasi unsereigenes Amerika gebaut. Und dazu kam halt der geile Gegensatz mit unserem Bandnamen Provinz und Wir bauten uns Amerika, und deswegen haben wir uns dafür entschieden.
     
    Anna: Da steckt also noch eine zweite Ebene hinter.
     
    Vincent: Genau (schmunzelt).
     
    Anna: Eure Fanbase ist ja unglaublich gewachsen und ihr hattet ja bis jetzt nicht mal ein Album draußen. Wann habt ihr angefangen, zu realisieren, dass das alles ein bisschen schneller ein bisschen größer wird als vielleicht anfangs gedacht?
     
    Vincent: Eigentlich als wir live gespielt und die Leute mitgesungen haben, das war so letzten Sommer. Da haben dann alle Menschen angefangen Was uns high macht mitzubrüllen und so, und das war dann schon auf jeden Fall, wo ich gedacht hab „irre, wie sich das anfühlt und was daraus werden kann“. Und die Leute haben dann auch angefangen, Bilder zu wollen und so, was ich glaub ich immer noch nicht ganz verdaut hab oder was zum Glück auch noch nicht normal ist. Aber da hab ich erkannt, dass da mehr dahinter stecken kann.
     
    Anna: Wenn man plötzlich so ein bisschen aus der eigenen Bubble die Reaktion und das positive Feedback mitbekommt.
     
    Vincent: Genau. Bisher ist es ja so, dass wir in Vogt aufgewachsen sind, in so ‘nem Dorf, und da haben uns eigentlich nur die Familie gehört und vielleicht mal mit Straßenmusik ein paar Passanten. Aber als wir dann erkannt haben, dass es sogar außerhalb unseres Landkreises Leute gibt, die das hören wollen, war das auf jeden Fall verrückt.
     
    Anna: Das wäre jetzt auch meine nächste Frage gewesen: Möchtest du für die, die den frühen Sprung auf die neue Musikgröße „Provinz“ noch nicht geschafft haben, euch und eure Bandgeschichte noch einmal kurz vorstellen?
     
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    Provinz vorgestellt: Robin, Leon, Moritz und Vincent (©Maximilian Mack)
    Vincent: Ja gerne, wir sind vier insgesamt, Leon, Moritz, Robin und ich. Moritz, Robin und ich sind Cousins. Wir haben eine sehr musikalische Familie und bei uns war es früher immer so Pflicht, ein Instrument zu spielen und auch wenn man das gar nicht wollte (lacht). Irgendwann saß ich dann mit Robin zusammen, glaub‘ an Weihnachten bei Oma oder so, und dann haben wir angefangen, Songs zu schreiben, einfach so aus Spaß. Da haben wir entdeckt, hey, krass, man muss ja gar nicht immer so langweilige Noten spielen, man kann ja auch einfach spielen, wie man Bock hat. Dann haben wir angefangen, Musik zu machen, da war ich vielleicht 12… Wir haben englische Lieder geschrieben, die waren auch mega schlecht zu dem Zeitpunkt noch, und dann hat sich das so daraus entwickelt. Wir haben zu zweit Straßenmusik gemacht am Bodensee, da wo wir auch herkommen, weil da die reichen Rentner rumlaufen und uns immer gut Geld gegeben haben (lacht). Ich musste immer sehr viel schreien, bis mich jemand gehört hat, deswegen hat sich meine Stimme auch so entwickelt, glaub ich. Und irgendwann kam Mosse dazu, der dann anfangs noch Cajón gespielt hat und dann hießen wir „Twice feat. Mo“, sehr kreativ, ich weiß (lacht). Und in der Oberstufe hat sich das so ein bisschen verlaufen, Robin ging auf Weltreise, und wir haben nicht mehr so regelmäßig Musik gemacht. Als er wieder da war, haben wir Leon kennengelernt, und wollten wieder ne Band gründen und haben ihn einfach gefragt, ob er mitmachen will. Das war so vor zweieinhalb, drei Jahren und seitdem ging alles eigentlich relativ steil und relativ schnell.
     
    Anna: Was eine süße Geschichte. Wie würdest du die Zusammenarbeit eurer Band beschreiben? Macht es es einfacher, oder schwerer, dass ihr euch euer Leben lang schon kennt? Wie kann man sich das vorstellen, hinter den Kulissen, habt ihr eine Aufgabenverteilung oder harmonisiert ihr alle relativ?
     
    Vincent: Ich denke, dass es ganz gut ist, wenn man sich so gut kennt. Man ist immer krass ehrlich zueinanderund auch wenn das oft persönlich wird und es schon mal Streit geben kann, sind wir halt einfach Familie. Und ich glaub bei Freunden ist es so, dass sich das dann, wenn man sich mal nicht so gut versteht, sich auch einfach verliert, den Kontakt nicht mehr pflegt und dementsprechend auseinanderlebt. Und wir sind eben so krass verbunden, dass das nicht möglich ist, wir müssen uns jedes Mal wieder zusammensetzen und offen ansprechen, was das Problem war. Deswegen ist es glaub ich ganz gut, dass wir Cousins sind, weil der Zusammenhalt noch tiefgehender ist vielleicht.
     
    Anna: Ich hab euch selbst 2018 im kleinen Flux Bergfest gesehen und war von Sekunde eins überzeugt und riesen Fan. Ich kann mir deshalb auch vorstellen, dass eure Fans vor allem durch eure energetischen Live-Auftritte angezogen werden, bekommt ihr das Feedback direkt auch immer nach den Shows?
     
    Vincent: Ja, auf jeden Fall. Die Leute kommen meistens und wollen Autogramme, unterschriebene Platten oder CDs, und machen viele Bilder. Also es gab da auf jeden Fall schon viele verrückte Momente. Als wir zum Beispiel einmal in München waren, ich glaub, das war eins der letzten Konzerte, die wir gespielt haben, wurden wir so krass überrannt, dass die Security kurz einschreiten musste. Ich weiß nicht, wir werden auf jeden Fall viel gefeiert für unsere Liveauftritte, was am Anfang gar nicht abzusehen war. Wir waren voll die schlechte Liveband am Anfang, unsere Booking Agentur, die Landstreicher, meinten am Anfang auch zu uns „Jungs, ihr werdet halt so nicht gebooked, weil ihr einfach zu schlecht seid“ (lacht)
     
    Anna: Das ist sehr ehrlich (lacht)
     
    Vincent: Ja, ist schroff, im Nachhinein, dass sie das so gesagt haben, und für uns war das auch ein bisschen so ne Ernüchterung, wo wir gesagt haben, nee, wir müssen uns echt mal dahinterklemmen. Wir haben dann krass angefangen zu proben und wurden tighter und dass wir so am Schluss als Liveband wahrgenommen werden, ist schon schön zu sehen, ja.
     
    Anna: Da wir grad bei Live-Auftritten sind: eure erste Tour war innerhalb vier Tagen komplett ausverkauft und auch die zweite Tour, die dann im Herbst stattfinden sollte, wurde mehrfach hochverlegt und ausverkauft. Dazu erstmal Glückwunsch! Habt ihr damit gerechnet?
     
    Vincent: Null, auf gar keinen Fall, das war voll das Experiment. Die erste Tour war ja auch noch voll klein und ist aktuell immer noch so klein, so 200-300er Clubs. Und als es plötzlich ausverkauft war dachten wir, „ok krass, aber es sind auch kleine Clubs“. Deswegen haben wir das noch so eingeordnet, aber als wir dann die große Tour angesagt haben und das war auch plötzlich alles ausverkauft und hochverlegt, das war schon das Unnormalste an all dem.
     
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    Vincent kann’s kaum erwarten, wieder live zu spielen
    Anna: So viele Leute haben sich einfach so viele Karten gekauft in so schneller Zeit.
     
    Vincent: Ja, genau. So viele zahlen einfach Geld dafür, dass sie uns spielen sehen, das ist einfach ein ganz verrücktes Gefühl. Ich hab diese Zeit noch nie erlebt, aber ich kanns auch eigentlich kaum noch erwarten.
     
    Anna: Es ist dann natürlich nochmal doppelt ärgerlich, diese Konzerte jetzt wegen Corona nicht spielen zu können. Auch die ganzen Festivals sind diesen Sommer ja ins Wasser gefallen. Ihr habt aber auch schon Alternativen gefunden, wie zum Beispiel die Picknick-Konzerte in Dresden und Leipzig Anfang August. Auf einer Skala von 1 bis 10, wie viel Bock habt ihr, wieder live zu spielen?
     
    Vincent (ganz schnell): 12 (lacht). Wir wissen zwar noch nicht genau, wie das mit den Picknick Konzerten genau abläuft, aber uns ist es voll egal, wir spielen wieder live und die Leute sind da und das ist das Wichtigste. Ich glaub auch, dass das Verlangen der Leute extrem groß geworden ist, weil ja ein halbes Jahr ja gar nichts ging.Und da nimmt man ja auch, was man bekommt oder kriegt. Wir sehen das auf jeden Fall so und freuen uns daher extrem.
     
    Anna: Ein bisschen Deep-Talk zum Ende hin: Wie habt ihr die erste Jahreshälfte 2020 wahrgenommen? Was hat es mit euch persönlich gemacht?
     
    Vincent (überlegt): Wir haben unser Album fertig aufgenommen, dann wurdendie Touren angesagt und fast ausverkauft, wir standen in den Startlöchern, haben dann noch die Fil Bo Riva-Supportshow gespielt. Dann kam auch schon der Anruf, dass das jetzt alles nicht möglich ist, die Tour abgesagt wurde und das Album wahrscheinlich verschoben werden muss. Das hat uns auf jeden Fall krass getroffen, ich mein, keiner erwartet, dass so ‘ne Pandemie um die Ecke kommt und einfach so sagt „nee, so nicht“. Deswegen waren wir so krass perplex und haben uns ein bisschen ohnmächtig gefühlt. Aber dann war‘s auch so, ey keine Ahnung, wir haben die letzten zwei Jahre durchgehustled, wenn wir jetzt mal ‘ne dreimonatige Pause haben, werden wir das schon überstehen. Aber da es sich halt auch so lange gezogen hat, nervt es nur noch. Ich werd auch immer unruhig, wenn ich nichts mache, oder wenn ich mal nicht unterwegs bin. Ich glaube, das geht vielen so, dass einem dann ein bisschen die Existenzberechtigung fehlt. Das ist schon ‘ne schwierige Phase gewesen, aber jetzt ist Sommer, jetzt ist alles wieder ein bisschen positiver. Wir bringen das Album raus, wir können jetzt wieder die Picknick-Konzerte spielen, wir haben auch nach wie vor voll viele Ticktes verkauft, viele Albumvorbestellungen, das macht schon alles Bock. Deswegen hab ich eigentlich wenig Grund, mich so richtig zu beklagen.
     
    Anna: Sind dadurch auch neue Projekte für die Zukunft schon entstanden?
     
    Vincent: Ja, wir haben viele Songs geschrieben. Im Nachhinein ist es ganz witzig, denn ich schreib Songs eher so intuitiv, was mir gefällt, schreib ich auf. Ich hab in der Zeit schon ein paar Songs geschrieben, und die meisten handeln halt einfach so um Isolation, Fernweh, Sehnsucht nach Leuten, die man wieder sehen kann. Mir war nicht so bewusst, dass das dann doch so tiefgehende Struggles sind, die mich denn auch so emotional treffen, das ist eigentlich ganz witzig. Ich check dann eigentlich erst im Nachhinein, was mich eigentlich so beschäftigt, nachdem der Songs steht, so „ah ja, klar, macht Sinn“ (lacht).
     
    Anna: Letzte Frage beim uns ist immer ein blank space für euch, die Künstler. Was möchtest du zum Schluss noch los werden?
     
    Vincent: Am 17.07. kommt unser Album raus, vielleicht wisst ihr das auch sschon (lacht)! Das solltet ihr euch auf jeden Fall anhören, ansonsten wünsche ich euch einen schönen Sommer!

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  • KAFFKIEZ im Interview: »Wir machen deutsche Musik mit Herz und ehrlichen Texten.«

    KAFFKIEZ im Interview: »Wir machen deutsche Musik mit Herz und ehrlichen Texten.«

    KAFFKIEZ – das sind fünf junge Typen aus Rosenheim, die gerade in den Startlöchern stehen, um das Deutsch-Rock-Game mit ein bisschen frischer Energie zu versorgen. Früher noch mit englischen Texten unterwegs haben sich Niklas, Flo, Bene, Janik und zwei mal Johannes dazu entschlossen, ein neues Kapitel samt neuen Bandnamen und Konzept zu starten. Nächste Woche kommt ihre erste Single „Nie allein“ mitsamt Musikvideo, welches hier auf Picky exklusiv prämieren wird. Um die Jungs davor ein bisschen kennenzulernen, haben wir sie für euch interviewt.

     

    Anna: Hey Leute, schön, dass es geklappt hat. Wollt ihr euch zum Anfang erstmal vorstellen? Wer steckt hinter KAFFKIEZ?

    KAFFKIEZ: Wir sind 5 Jungs aus sehr unscheinbaren Ecken Rosenheims in Bayern, quasi da, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen und man nachts noch die eine Laterne im Dorf austritt (ok, vielleicht nicht ganz so verlassen :D). Die Bandbesetzung ist recht klassisch würden wir sagen: Unser Niklas klopft die Trommeln weich, Flo shredded die Gitarre, Bene nickt zum Bass, Johannes ist der Master of Keys und der andere Johannes spielt Gitarre und singt. Außerdem gibt es noch den Janik unser kleines Mastermind, der uns vor allem mit neuen Ideen und beim Recorden von Demos hilft.

     

    Anna: Wie habt ihr euch kennengelernt? Wusstet ihr schon immer, dass ihr gemeinsam Musik machen wollt?

    KAFFKIEZ: Puh, lange Geschichte. Aber die beiden Johannes kennen sich schon sehr lange, quasi von der Schule. Aus Jam-Sessions nach dem Unterricht zu zweit wurden dann irgendwann ernsthafte Bandproben und die ersten Gigs rollten auf uns zu. Nach ein paar Besetzungswechseln kam dann die Konstellation zusammen, in der wir heute noch spielen. Niklas und Flo haben wir damals noch gar nicht gekannt, die Konstellation ist also eher dem Zufall, Schicksal oder wie man es auch nennen mag, zuzuschreiben.

    Anna: Eure Bandgeschichte reicht ja doch weiter zurück als gedacht: 2016 habt ihr bereits ein Album rausgebracht, damals aber noch unter dem Bandnamen „Maybe“. Seit April seid ihr „KAFFKIEZ“. Was hat euch zu diesem Neustart bewogen?

    KAFFKIEZ: Ja, uns gibt es in der Zusammensetzung jetzt echt schon ein paar Jahre und lange waren wir in der Region eben unter dem Bandnamen „Maybe“ unterwegs, haben in Bars, auf Kulturveranstaltungen, und Lokalen der Rosenheimer Party Meute eingeheizt. Vor einiger Zeit haben wir angefangen uns an eigener deutscher Musik zu versuchen und haben sie direkt live ausprobiert. Die Ideen kamen so gut an, dass wir uns bald dazu entschieden haben, unsere erste Single im Studio aufzunehmen. Tja und dann war alles auf einmal ganz neu für uns: deutsche Musik mit Herz und ehrlichen Texten. Und dazu ein neuer Bandname – KAFFKIEZ – einfach um auch zu zeigen, dass für uns ein neues Kapitel beginnt. Im Namen KAFFKIEZ steckt für uns auch einiges an Bedeutung:

    KAFF – als eine Hommage an den Arsch der Welt, von dem wir nun mal alle herkommen

    KIEZ – Wo die Reise gerne hingehen darf: in die junge, bunte Szene der Musik unserer Großstädte.

    Anna: Mit neuem Bandnamen kam auch die Entscheidung, von jetzt an auf Deutsch Musik zu machen, oder wie ihr es ausgedrückt habt: „Deutsche Musik mit Rums und ordentlich Bock aus der eigenen Küche“. Was gefällt euch so daran, Musik auf Deutsch zu machen?

    KAFFKIEZ: Wir hatten das Gefühl, mit deutscher Musik einfach einen noch direkteren Zugang zu den Leuten zu haben, sie besser zu erreichen. Live ergibt das eine ganz neue Energie und die ist bombastisch. Ich glaub, wir haben uns in der deutschen Musik echt wiedergefunden und haben einen riesen Spaß daran, sie zu komponieren.

    Anna: Weiht uns mal ein bisschen in eure Zukunftspläne ein: Was steht so an?

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    © David Gottwald & Florian Fechter

    KAFFKIEZ: Nun erstmal freuen wir uns auf den Release unserer ersten deutschen Single „Nie Allein“. Dann wird ein bisschen gefeiert und dann, tja dann laufen die Song-Schmiedeöfen wieder heiß. Wir haben noch einiges in der Hinterhand, das nur darauf wartet ins Studio zu dürfen. Von einem konkreten Plan würde ich nicht sprechen, gerade ist das alles mit der deutschen Musik noch sehr neu für uns, aber wir glauben, das könnte ein sehr, sehr spannendes Kapitel werden.

    Anna: Nächste Woche kommt eure erste Single als KAFFKIEZ raus und das Video wird hier beim Pickymag prämiert. Was bedeutet das Single Release von „Nie Allein“ für euch?

    KAFFKIEZ: Neuland, ‘n Haufen Aufregung und eine gute Portion Stolz. Wir haben in diese Single sehr viele Mühen und Arbeit gesteckt und sind jetzt umso gespannter auf die Resonanz. Wir freuen uns auf alle Fälle mega das Baby jetzt endlich der Musikwelt da draußen präsentieren zu dürfen. Hinzu kommt einfach der Aspekt, dass es zum ersten Mal etwas Deutsches und unter unserem neuen Bandnamen ist. Das macht uns schon ein bisschen aufgeregt und wir sind sehr gespannt, wie es ankommt. Gerade bei deutschen Texten, die jeder versteht, die man viel schneller hinterfragt, durchdenkt und deswegen auch schnell mal doof findet, ist für uns eine ganz neue Herausforderung beim Schreiben der Lyrics entstanden. Wir hoffen natürlich, die Leute einfach abzuholen und ihnen mit der Nummer Bock auf mehr zu machen.

    Anna: Und, allerletzte Frage, der blank space. Ist genau genommen keine Frage, sondern ein literal blank space, den ihr hier ausfüllen dürft, ganz wie ihr wollt. Wenn ihr noch was ganz wichtiges loswerden oder einfach ein bisschen Selbstpromo gestalten wollt – hier ist der Platz dafür.

    KAFFKIEZ: Checkt uns doch mal hier, um auf dem Laufenden zu bleiben:

    https://www.instagram.com/kaffkiez/

    https://www.facebook.com/kaffkiez

    Vielen Dank Freunde für dieses Interview. Wir sind hyped auf die Premiere! :*

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