Autor: Anna

  • Sinu im Interview: »Ich war schon immer eher ein Oversharer, mit der Flucht nach vorne.«

    Sinu im Interview: »Ich war schon immer eher ein Oversharer, mit der Flucht nach vorne.«

    Für Fans von RY X, HALLER oder Ben Howard kommt jetzt eine ganz große Herzens-Empfehlung: Sinu. Direkt aus Köln macht der deutsch-türkische Singer-Songwriter Indie-Pop mit tiefgehenden Vibes und poetischen Texten. „und doch“ ist eine Ansammlung von Songs aus den letzten drei-vier Jahren und fließt genau so smooth über die Seele wie sich Wasser um den Körper schmiegt. Es ist ein Debütalbum für die ruhigen Momente, aber auch die energetischen – zwischen minimalistischen Gitarren und treibenden Beats hat alles kurz Platz.

    Wir haben uns mit Sinu über seine Songs unterhalten, was hinter ihnen steht, was er an der Türkei & Köln so liebt, wieso deutsche Singer-Songwriter Tradition oft ein wenig „hölzern“ ist und wo die Magie eines falsch gehalteten Mikros liegt.

    Sinu im Interview

    Anna: Hey Sinan, seit letzter Woche ist dein Debütalbum draußen! Wer dich schon länger verfolgt, würde wahrscheinlich sagen, “ENDLICH!” Wie geht’s dir damit, das erste Mal deine Musik in einem Album zu veröffentlichen? Fühlt es sich anders an?

    Sinu: ENDLICH, ja, das trifft es ganz gut, haha! Ich freue mich sehr, diese intensive Phase voller Veränderungen in meinem Leben in meinem Album zusammengefasst zu haben. Ich war die letzten Jahre einfach immer am machen und habe auch mal verschiedene Ansätze und Stile musikalisch ausprobiert. Aber da lagen dann auf einmal ein Stapel neuer Songs vor mir, die mit einigen meiner Songs, die mich auch schon ein paar Jahre begleitet haben, total resoniert haben. Ich hab drauf geschaut und gemerkt, „Ah krass, das ist ein Vibe, das ist also, wo ich hingegangen bin und wo ich hinwill“. Deshalb heißt das Album und doch, weil ich eben nicht mit der klaren Idee eines Albums losgezogen mit, sondern mich eher ins Getümmel geworfen haben und ausprobiert habe. Die Songs auf dem Album sind das, was sich im Schaffen dann herauskristallisiert hat. Sie sind das, was mich in den Fluten des Lebens über Wasser gehalten hat und mir Auftrieb geben hat 🙂

    Das erste Mal bist du in meinen Playlisten mit Salzwasser aufgetaucht. Das war vor vier Jahren, nun ist er auch mit auf deinem ersten Album. Was bedeutet dir der Song?

    Salzwasser ist einfach ein Türöffner gewesen. Durch den kleinen Mini-Hit im Sommer damals, hab‘ ich einfach so viele tolle neue Leute kennengelernt, vor der Bühne, hinter den Kulissen und online.

    Salzwasser war auch der erste Song, indem wir bewusst unperfekte Sounds benutzt haben. Die Gitarre schnarrt -> noice!, die Stimme bricht -> uhhhhh. Wir sind damals einfach bewusst weg davon, die Sachen zu hart zu produzieren. Viele der Percussions in dem Song sind einfach Töpfe aus der Küche im Studio, die wir an Stativen mit Schnüren aufgehängt und dann wie ein Schlagzeug gespielt haben. Also Salzwasser ist einfach definierend für meinen Stil aus sehr echten, mal zerbrechlichen mal brachialen Vocals, kleinen einzigartig-unperfekten und großen sphärischen Sounds. Ich lieb‘ die Nummer nach wie vor und freue mich, sie jetzt im Sommer wieder neu zu fühlen 🙂

    Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

    Mehr Informationen
    Die deutsche Singer-Songwriter Tradition klingt öft hölzern.“

    Schon der erste Track auf deinem Album, Sonne, geht unter die Haut mit wunderschönen Lyrics, die die Tiefe des Verlusts eines Menschen versuchen zu fassen. Fällt es dir schwer oder leicht, Emotionen in Worte zu fassen? Ist es anders, als die Musik zu komponieren?

    Danke für das Lob! Hmm, also das hat sich auf jeden Fall sehr geändert. Als ich als Teenager angefangen habe zu schreiben und überhaupt Musik zu machen, da war ich glaube ich viel verschlossener. Aber ich war schon immer eher ein Oversharer, mit der Flucht nach vorne. Und irgendwie hat mir das immer gut getan, das was in mir vorgeht, mit anderen zu Teilen. Für mich ist das ganz klar ein Ventil. Und wenn dann meine Texte mit anderen resonieren, dann ist das ein tolles Gefühl von Community und sich verstanden und weniger allein fühlen.

    Für mich sind Text und Musik ziemlich untrennbar. Also manchmal schreibe ich erst die Musik, dann muss der Text dazu passen. Ich mag es, wenn die Melodie zu den Vokalen, wenn die Sounds zur Message passen – das ist auch tatsächlich etwas, das mir bei deutscher Musik oft nicht gefällt. Unsere Singer&Songwriter Tradition vor allem in Deutschland ist extrem auf Message fokussiert und ich finde viele Sachen klingen hölzern, überladen, so als wäre der Song nur das Medium für den Text. Für mich ist das nicht trennbar und vielleicht bin ich da beeinflusst von internationalen Vorbildern. Andere musikalischen Kulturen sind da nämlich irgendwie runder, weicher, schöner?

    Manchmal schreibe ich auch zuerst den Text, aber im Prozess verändern sich Musik und Text bei mir immer wechselseitig. Für mich ist Schönheit, wenn es dann gemeinsam organisch wirkt 🙂

    Es ist wichtig zu wissen, wo man herkommt.“

    Auch Linien ist ein sehr persönlicher Song, der über Familien-Dynamiken und weitergereichte Traumata spricht. Wie navigierst du dich durch solche Sachen?

    Sinu, Haller, "und doch", Sinu Debütalbum, Linien, Sinu feat. Haller, untoldency, interview, untold stories

    Puh! Reden mit Freunden hilft, und genau so ist auch Linien entstanden. Martin (Haller) und ich haben uns im Studio getroffen und hatten dann erstmal ne Stunde Deeptalk über unser Aufwachsen und unsere Familiengeschichte. Ich finde, in so Gesprächen merkt man eigentlich immer, dass wir alle super unterschiedlich und dann doch wieder ähnlich sind. Es ist wichtig zu wissen, wo man herkommt und was im eigenen Leben und bei den Vorfahren so passiert ist. Es ist eben auch so, dass es in unserer Hand liegt, andere Wege zu gehen und Herkunft und Aufwachsen nicht als Schicksal, sondern als Startpunkt (komplett aware of allen Vor-und Nachteilen) zu begreifen. Genau davon handelt auch Linien. Ich komme aus einer Familie, in der ganz sicher nicht über Probleme geredet wurde und in der unvorstellbare Dinge passiert sind. Aber ich bin ja hier im Jetzt und kann die Richtung, in die es weitergeht, durch mein Handeln komplett beeinflussen (positiv, yay!)

    Ich mag es explorativ.

    Du hast auch mit vielen Menschen für dieses Album zusammengearbeitet. Wie wichtig ist dir Kollaboration und Zusammenarbeit in der Musik? Ziehst du daraus nochmal eine andere Art von Inspiration?

    Teamwork makes the dream work. Ich finde das so wichtig, mit anderen zusammen zu arbeiten! Ich hab da einfach mit Lukas Neckritz (hat die meisten Songs auf dem Album produziert) jemanden gefunden, mit dem ich auf einer Wellenlänge musikalisch und darüber hinaus bin. Wenn wir schreiben, dann passiert das schon auch mal, dass ich eine Stunde was anderes mache und Lukas und machmal auch Sevinj (macht meine Videos, spielt in meiner Band live) einfach machen lasse. Wir sind alle sehr gut darin, einen Vibe zu fühlen. Ich habe selten, wenn ich einen Song schreibe, eine unumstößliche Vision davon. Ich mag es explorativ und auch mit dem Zufall oder dem Zauber eines jeden Tages zu arbeiten und bin da immer offen für neuen Input. Weil ganz ehrlich, manchmal hört jemand anderes einen anderen Akkord, ein anderes Instrument, ein anderes Wort und dann macht auf einmal alles Klick.

    Manche Songs brauchen lange, manche sind direkt fertig, manchmal gehen wir in eine Richtung, die sich nicht richtig anfühlt und fangen neu an. Das ist alles super aufregend und toll. Meistens habe ich etwas Text und etwas Musik als Ausgangspunkt und dann bin ich einfach offen für alles, was passiert. Ich glaube da fest an den Moment, und das macht jeden der Songs auf dem Album auch so besonders. Ich weiß, dass Mut anders klingen würde und anders geworden wäre, wenn wir an einem anderen Tag, dran gearbeitet hätten und das ist gut so! Weil Life is ever changing und exciting!

    Auch wenn du wahnsinnig schöne deutsche Texte schreibst, so tragen die türkischen Lyrics eine nochmal andere Ebene von Poesie bei. Schreibst du lieber auf deutsch oder auf türkisch, und wie fühlt sich der Unterschied für dich an?

    Ich kann mich auf deutsch besser ausdrücken, wenn es um kleine Details geht. Aber auch türkisch ist eine Sprache, die mir am Herzen liegt, die ich seit meiner Kindheit spreche. Es ist auf jeden Fall einfacher gut klingende Wörter auf türkisch zu finden. Ich schreibe aber auf beiden Sprachen und auch auf anderen Sprachen gerne, ich will mich da nicht festlegen 🙂

    Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

    Mehr Informationen
    Köln vs Istanbul

    Was vermisst du an meistens aus der Türkei in Deutschland?

    Das Meer, die Olivenhaine, die milden Winter, die Spontanität der Menschen.

    Mit Istanbul hast du ja auch einen Song der bevölkerungsreichsten Stadt der Türkei gewidmet. Bist du oft da? Wie würdest du deine Beziehung mit der Stadt und dem Land beschreiben im Gegensatz zu Köln?

    Ja, ich bin oft in Istanbul, ein Teil meiner Familie lebt dort. Ich habe durch meine Kindheit an der Westküste der Türkei eine tiefe Verbindung zum Land, zum Meer und zur mediterranen Mentalität dort. Zu Istanbul habe ich so richtig erst ab 2015 eine Beziehung aufbauen können. Als erwachsener Mensch ist es einfach anders, wenn man auf einmal alles selbst erkunden und erfahren kann. Istanbul ist krass, und auch vor allem krass laut. Es ist eine Millionenmetropole mit schnellem Leben, viel Geschichte, toller Architektur und schlimmem Verbau. Das Meer ist immer spürbar und die Überfahrten mit den Fähren sind wunderschön. Man muss es aber wollen, die Stadt bietet von streng religiös bis progressiv Hipster alles. Es gibt viel Kultur, aber es ist eben schon eine Großstadt. Sie hat ihre absolut romantischen und schönen Momente mit ihrer Meereskulisse, aber im Allgemeinen mag ich es ruhiger.

    Köln ist meine Wahlheimat. Ich bin hier, weil ich finde, das die Stadtkultur so gesprächig, gesellig und positiv ist, wie sonst nirgendwo in Deutschland. Ich habe das Gefühl, dass sich in Köln und vor allem in Ehrenfeld und drum herum die Kulturen wirklich toll mischen. Es ist irgendwie egal, wo man herkommt, das Kölsche steht im Vordergrund und ist auch für Leute von woanders zugänglich. Und Köln ist so krassssss grün. Die Grüngürtel und die vielen Parks machen die Stadt zu Fuß und auf dem Fahrrad so lebenswert.

    „Allem zum Trotz, lässt die Musik mich schweben.“

    Wenn du einen Lieblingssong vom Album picken müsstest – welcher wäre das und warum?

    Wenn ich müsste, und das fällt mir schwer, dann wäre das vibe. Mein Favorit auf dem Album wechselt ständig, aber ich liebe die Mehrsprachigkeit in dem Song. Die zweite Strophe fühlt sich mit ihrem Mix so an, wie das, was ich glaube, in Zukunft sprachlich machen zu wollen 🙂

    Ein besonderes Shoutout muss an dein Cover gehen – wo & wie ist das Foto entstanden? Warum wolltest du es auf deinem Cover?

    Das Foto hat Sevinj Yusifova gemacht, die auch das Cover und die Vinyl designed hat. Das Foto wollten wir ursprünglich in Assos in der Westtürkei aufnehmen, aber am Ende lag ich auf einem Feld auf dem Boden. Das Wasser ist digital, ich habe es einfach nicht über das Herz gebracht, die 130 Jahre alte Gitarre, die ich auf dem Cover halte, mit ins Wasser zu nehmen. Das hätte sie nicht überstanden.

    Sinu, Haller, "und doch", Sinu Debütalbum, Linien, Sinu feat. Haller, untoldency, interview, untold stories

    Für mich zeigt das Foto, wie ich selbst in der weite eines dunklen Meeres, oben auf der Oberfläche treibe. Wie die Musik mir Auftrieb und Sicherheit gibt, obwohl ich geworfen bin ins ungewisse. Deshalb heißt das Album auch „und doch“. Weil allem zum trotz, die Musik mich schweben lässt 🙂

    Die letzte Frage bezieht sich bei uns immer auf eine untold story. Das kann eine Musik- oder Filmempfehlung sein, ein Lieblingsrezept oder ein Funfact zu dem Album, den noch niemand kennt.

    Ich habe als wir Drei Stück Zucker aufgenommen haben das Mikrofon falsch rum gehalten. Und dann saßen wir da im Mix und haben uns die ganze Zeit gefragt, warum meine Stimme so anders klingt. Sowas passiert mal, aber ich hab es dann richtig rum nen ganzen Tag versucht nochmal einzusingen, aber der Vibe, den hab ich einfach nicht genau so, wie ich wollte, hinbekommen. Also haben wir die Vocals gelassen, wie sie sind 😀 Ich sage euch, seit der Grundschule ist der Flüchtigkeitsfehler mein Endgegner! Das ist was, was ich mittlerweile einfach akzeptiert habe 😀

    Foto: Merve Seçkin, Sevinj Yusifova

  • Mia Berg im Interview: »I think there are a lot of things to learn from going through a breakup.«

    Mia Berg im Interview: »I think there are a lot of things to learn from going through a breakup.«

    Wir sind schon eine Weile Fan von Mia Berg. Wir hatten die Singer Songwriterin aus Norwegen 2022 im Interview und haben auch davor schon von ihrer Art geschwärmt, intime Emotionen in einem inspirierten Pop-Kontext zu verarbeiten.

    Nach ihrem Debütalbum Sleepwalkers at noon musste wir aber ein wenig warten, bis neue sanfte Mia Berg-Klanglandschaften unsere Seele besalmen sollten. Auf ihrem zweiten Album Aftermath hat die Norwegerin ehrliche Texten gesammelt, die vor allem wenn man sich gerade mitten im Herzschmerz verliert, sehr nahe gehen. Still und herzzerreißend, aber auch irgendwie heilend begleiten sie den dreijährigen Prozess einer Trennung und die Phase danach. Wir haben mit Mia über diesen Prozess gesprochen und warum sie immer Wollsocken dabei hat.

    Mia Berg im Interview

    Anna: Hey Mia, very happy to get the chance to talk to you! Last month, you released your new album Aftermath – how does it feel now that it’s finally out in the world now?

    Mia: It feels so good to share the album with the world and everyone who wants to listen <3

    The second album is always a big step for an artist. How did you feel about your debut album and how did you approach this new one?

    Since my debutalbum was released in 2022, I started working with producer Mikhael Paskalev, even though I didn’t think too much about what we were gonna create in the studio. It started as a couple of ideas and songs and ended as an album. 

    I got lost somehow.“

    I fell for your music a couple of years ago and am so happy you’re finally back! This album tells a lot about what you were going through in this time. You made acquaintance with a painful heartbreak.. and you accompanied it with music. How did it help you through this whole process?

    For me, writing songs was a way of processing my thoughts and emotions. As a songwriter or artist I think whatever we experience in life, we bring into our art and thats what makes it real and truthful. But it’s also scary to open up about such raw and painful emotions. 

    You mentioned that you also thought about quitting music in the middle of it all. What made you hold on?

    At one point in the process I didn’t feel that connected to making music and got lost somehow. I didn’t feel that what I did mattered in a way, and also felt confused about my own intuition. But I chose to trust Mikhael as my closest collaborating partner, and that’s what made me hold on I think. This and finally getting back to a place where everything made sense again. 

    What are some of the learnings you can share of it all?

    I think there is a lot of things to learn going through a break up: navigating grief, loss and finding out who you are on your own and building your way forward. 

    It felt like a very natural journey from start to finish.

    From all the beautiful songs on the album, which one stands out to you and why?

    Hmm, I think I must say The city. It was such a fun song to write togheter with Bo Milli. I had been back home in Bergen (where I grew up) and we met in the studio one afternoon. After a talk about life and drinking coffee, we started playing on the guitars and the whole song just came out in an instant. As a songwriter, you can write and rewrite a song over and over again. So to suddenly be able to make a song within an hour felt quite unique.

    Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

    Mehr Informationen

    How did you approach this album musically? Did you want to change some things up or dideverything come quite naturally to you?

    It felt like a very natural journey from start to finish. Some ideas were thrown around, some ended up not making it and finally we ended up with these 9 tracks that completed the album. I started writing them on the guitar or on the piano in my parents house. But some of them were also written with some incredible songwriters and musicians that inspire me, and that I feel very grateful to be able to work with. 

    About Berlin City & warm woolen socks

    I know that your music will be a safe place for many people that go through a similar experience. Do you have an artist or an album that catches you when you’re feeling down and defeated?

    I will say Adrianne Lenker & Bon Iver!

    In June you’re gonna come to Berlin to play an intimate show at Flux Bergfest! How is your relationship to this city? Are you excited to come?

    Im so excited to come back to play in Berlin! Last time was in 2023!  I love the city, the streets, parks and just how warm and friendly the audience that comes to shows are. 

    Last but not least we ask about an untold story of yours – something you haven’t shared in an interview before. That can be a hidden meaning behind a song or a fun fact about yourself, anything really.

    Hmm, a small hidden secret is that i’m always afraid to get cold wherever I travel or go. So I always have tea and a pair of wollen socks in my backpack or bag. Always! It’s a bit strange, but I rather be safe than sorry. 

    Am 03.06. spielt Mia Berg im Fluxbau Berlin ein Konzert im Rahmen des Bergfests! Der Eintritt ist frei, es gibt also eigentlich keinen Grund, warum ihr nicht kommen solltet!

    Foto: Mikhela Greiner

  • “How Did We Get Here?” – One Evening with Louis Tomlinson in Dublin

    “How Did We Get Here?” – One Evening with Louis Tomlinson in Dublin

    On April 30, 2026, untoldency went international! For the first time, we were invited to an international concert and got to see Louis Tomlinson on his How Did We Get Here? – Tour in Dublin. As someone who was never a huge One Direction fan and isn’t deeply immersed in the Louis fandom, the entire concert experience was intense and exciting for me. And it can be summed up in one sentence: Live music connects people and changes lives. And I’m so glad to let it continue to change mine.

    How Did We Get Here?

    The story of Louis Tomlinson’s career is a truly fascinating one. As a member of the boy band One Direction, he became part of a phenomenon that completely captivated the UK and Ireland in particular—but also the rest of the world—in a very short time. Cast in 2011 on X Factor and winning third place, the band has become a huge and significant part of countless people’s teenage lives. For many, it’s the band they grew up with, even after they decided to take a “one-year” hiatus after just five years in 2016. Since then, the five band members haven’t reunited, but have continued making music as solo artists—with varying degrees of success. Harry Styles was the one to headline the biggest festivals and arenas, but the others have also built on the boy band’s success and expanded their careers.

    louis tomlinson, how did we get here, how did we get here tour, dublin, untoldency magazin

    Louis Tomlinson released his first album, Walls, in 2020. Two years later came Faith In The Future, and this past February, his latest album, How Did I Get Here?, was released. Six years after his debut, he has now released, in his own words, “the record I always deserved to make.” How Did I Get Here? asks how he got to where he is today. The One Direction fandom, of course, plays a central role as the starting point of his career. But the last ten years are entirely down to Louis Tomlinson himself. It’s his tireless work, his loving relationship with his fans, and his disarmingly honest way of dealing with success. If you take a closer look at the Brit, you realize: this likable underdog has more to offer than you might think.

    That’s what I learned, anyway, when I started getting into Louis Tomlinson. Without high expectations but with a touch of skepticism, I got lost in interview clips and live footage and found the down-to-earth ex-boy band singer just getting cuter and cuter. Maybe it’s his dry English humor or his laid-back nonchalance toward the media, while his love for his fans seems all the more genuine. At some point, I became a bit of a Louis fan—and was thrilled when I got to see him live in Dublin.

    “There’s beauty in the scars tonight”

    My girlfriend, who is a huge Louis Tomlinson fan, and another friend came along with me and warned me right from the start: “You have to enjoy the music because he doesn’t have any kind of stage presence.” To my surprise, they were right.

    The arena’s large stage was filled by his band and an LED screen, and Louis spent 60% of the time simply standing at the microphone. About halfway through the concert, the stage expanded to include a B-stage in the middle of the audience, but even there, the focus remained on the singer at the mic. No stage performance, no major interactions with the crowd — just a lad on a stage singing his songs. But what surprised me was that it worked. Because his songs stand on their own and reach a whole new level when thousands sing along with all their hearts. There wasn’t a single song where the entire arena didn’t hear itself. Songs from his new album were sung along to loudly as if they were already fan favorites (though you could clearly tell the difference from the actual fan favorites by the exploding decibels), and there wasn’t a moment when the concert felt monotonous.

    louis tomlinson, how did we get here, how did we get here tour, dublin, untoldency magazin

    On the contrary, there was a sense of vulnerability in the air—the kind that only arises when you open yourself up completely. Every emotion was felt openly: frustration, sadness, joy. Love for live music, love for Louis Tomlinson, love for the entire fandom. Signs were held up and fans around them pointed their flashlight on them so they could be seen from the stage. There was no pushing and shoving, no passive-aggressive jostling. That might be due to Irish friendliness or the fact that the concert wasn’t sold out, but the harmony and love that filled the entire arena that night was almost healing. Because, no matter how long or how big a fan you are of Louis Tomlinson, it’s all about the music. It’s about the moment everyone shares, and the emotions you feel together in that moment. The certainty of being able to just be yourself and be accepted for it. And that’s a little life-changing indeed.

  • “How Did We Get Here?” – mit Louis Tomlinson in Dublin

    “How Did We Get Here?” – mit Louis Tomlinson in Dublin

    Am 30. April 2026 ging untoldency international! Zum ersten Mal wurden wir auf ein internationales Konzert eingeladen und durften Louis Tomlinson auf seiner How Did We Get Here? -Tour in Dublin besuchen. Als jemand, die nie großer One Direction Fan war und auch nicht so deep im Louis Fandom drin ist, war die gesamte Konzert-Erfahrung entsprechend intensiv und spannend für mich. Und sie kann in einem Satz zusammengefasst werden: Live-Musik verbindet und verändert Leben. Und ich bin so froh, sie mein weiter Leben verändern zu lassen.

    How Did We Get Here?

    Die Geschichte von Louis Tomlinson’s Karriere ist eine wahnsinnig spannende. Als Bandmitglied der Boyband One Direction wurde er ab 2011 Teil eines Phänomens, das besonders die UK und Irland, aber auch den Rest der Welt in kürzester Zeit komplett in ihren Bann gezogen hat. Gecastet bei X-Faktor und auch nur auf den dritten Platz gelandet, ist die Band ein riesiger und bedeutender Teil der Jugend für unzählige Menschen geworden. Es ist für viele die Band, mit der sie aufgewachsen sind, auch nachdem sie nach nur fünf Jahren 2016 für “ein Jahr” pausieren wollten. Seitdem sind die fünf Bandmitglieder nicht wieder zusammengekommen, haben aber als Solokünstler weiter Musik gemacht – mit unterschiedlichem Erfolg. Harry Styles sollte bei weitem die größten Festivals headlinen und Arenen füllen, doch auch die anderen haben an den Boyband-Erfolg angeknüpft und ihrer Karriere ausgebaut.

    louis tomlinson, how did we get here, how did we get here tour, dublin, untoldency magazin

    Louis Tomlinson hat sein erstes Album Walls 2020 veröffentlicht. Zwei Jahre später Faith In The Future, und jetzt im Februar kam sein aktuelles Album How Did I Get Here? raus. Sechs Jahre nach seinem Debüt, hat er nun, in seinen Worten, “the record I always deserved to make”, rausgebracht. How Did I Get Here? stellt die Frage, wie ist er zu dem Punkt gekommen, an dem er jetzt ist? Der One Direction Fandom spielt da natürlich eine ganz zentrale Rolle für den starting point seiner Karriere. Aber die letzten zehn Jahre gehen alleine auf Louis Tomlinson’s Kappe. Es ist seine unermüdliche Arbeit, seine liebevolle Beziehung zu seinen Fans und seine entwaffnend ehrliche Art, mit Erfolg umzugehen. Wenn man sich ein bisschen mit dem Briten beschäftigt, merkt man: dieser sympathische Underdog hat mehr drauf, als man vielleicht denken könnte.

    Das hab ich jedenfalls gelernt, als ich mich auf Louis Tomlinson eingelassen hab. Ohne große Erwartungen und doch mit ein wenig Skepsis hab ich mich in Interview- und Live-Ausschnitte verloren und fand den auf den Boden gebliebenen Ex-Boyband-Sänger immer cuter. Vielleicht ist es der trockene englische Humor oder die lockere Abgeklärtheit für große Medien während seine Liebe für Fans umso ehrlicher scheint. Irgendwann wurde ich jedenfalls ein kleiner Louis Fan – und hab mich entsprechend gefreut, als ich ihn live in Dublin erleben durfte.

    “There’s beauty in the scars tonight”

    Meine Freundin, die unfassbar großer Louis Tomlinson Fan ist, und eine andere Freundin haben mich begleitet und mich von vornherein gewarnt:“You have to enjoy the music because he does not have any kind of stage presence”. To my surprise, sie hatten Recht.

    Die große Bühne der Arena wurde von seiner Band und einer LED-Wand gefüllt, und Louis stand zu 60% der Zeit nur am Mikro. Zur der Mitte des Konzerts wurde die Bühne auf eine B-Stage in der Mitte des Publikums erweitert, doch auch hier war der Fokus auf den Sänger am Mikro. Keine Bühnen-Performance, keine großen Interaktionen, just a lad on a stage singing his songs. Was mich aber überrascht hat, war, dass das funktioniert. Weil seine Songs für sich stehen und ein komplett neues Level erreichen, wenn Tausende sie aus ganzem Herzen mitsingen. Es gab keinen Song, bei dem sich die ganze Arena nicht selbst gehört hat. Songs von seinem neuen Album wurden laut mitgesungen als wären sie jetzt schon Fan-Favorites (den Unterschied zu den eigentlichen Fan-Favorites hat man aber an den explodierenden Dezibels doch deutlich gemerkt) und es gab keinen Moment, an dem sich das Konzert monoton angefühlt hat.

    louis tomlinson, how did we get here, how did we get here tour, dublin, untoldency magazin

    Im Gegenteil, es lag eine Verwundbarkeit in der Luft, die nur entsteht, wenn man sich komplett öffnet. Es wurde offen alles gefühlt: Frust, Trauer, Freude. Liebe für Live-Musik, Liebe für Louis Tomlinson, Liebe für den gesamten Fandom. Schilder wurden hochgehalten und von den Fans drum herum angeleuchtet, damit man sie von der Bühne aus sehen kann. Es gab kein Gedränge, kein passiv aggressives Rumgeschubse. Das mag an der irischen Freundlichkeit liegen oder an daran, dass das Konzert nicht ausverkauft war, aber die Harmonie und Liebe, die in der gesamten Arena in der Luft lag, war fast heilend. Weil, egal, wie lange oder doll man Fan von Louis Tomlinson ist, es geht um die Musik. Um den Moment, den alle teilen, und die Emotionen, die man gemeinsam dabei fühlt. Die Gewissheit, einfach so sein zu können wie man ist, und dafür akzeptiert zu werden. Und das ist schon ein wenig lebensverändernd.

  • Exklusive Videopremiere: FREDRIK und „Nie verstehen“

    Exklusive Videopremiere: FREDRIK und „Nie verstehen“

    FREDRIK hat heute, also genau jetzt, das Musikvideo für seine neue Single Nie verstehen veröffentlicht – und uns gefragt, ob wir es premieren wollen! Natürlich sagen wir da nicht nein, es geht doch unser ganzes Herz auf, wenn wir unsere Plattform für einen Moment komplett einem Artist und seiner Musik widmen dürfen – und dann mitsamt Musikvideo! Falls ihr noch keine Fangirls und Fanboys von FREDRIK seid, dann macht euch bereit für einen kleinen Crush und zieht schon mal eure Cowboystiefel an – gleich erfahrt ihr, warum.

    „Ich glaub, ich hab mich schon ein Stück verloren“

    Liegt ihr auch manchmal nachts wach und zögert es hinaus, einzuschlafen, einfach, damit der nächste Tag noch nicht direkt beginnt und noch ein Stückchen länger entfernt ist? Zeit ist ein absurdes Konstrukt, denn während alles so unaufhörlich schnell passiert und voranschreitet, will man manchmal nichts anderes, als einen Moment anzuhalten. Einfach Pause drücken. Keine Sorgen für Morgen haben, kein Overthinking über die Zukunft, einfach nur die Zeit für einen Moment anhalten. Doch die Tage schreiten voran, egal, was man macht oder nicht macht, wir selbst werden älter, unsere Eltern werden älter, alles verändert sich stetig.

    „Ich hab Angst, dass ich nicht bleiben kann, wie ich grade bin“, singt FREDRIK und ich frag mich, who gave this man permission, dieses Gefühl so präzise in einem Satz auszudrücken?

    Älter werden kann einem Angst machen

    Menschen altern leise. Sie altern in den kleinsten Momenten, die, die in Sekundenschnelle vorbeiziehen und man erst Jahre später realisiert, wie schnell die Zeit doch vorbeigerast ist. Manchmal sind es Schicksalschläge, die einem keine andere Möglichkeit geben, außer von der einen auf die nächste Sekunde Verantwortung zu übernehmen, die man vorher noch von sich weggeschoben hat. Manchmal schleicht es sich über die Jahre einfach ein, dass man morgens aufwacht und sich denkt, f*ck, wo ist denn meine Kindheit hin?? So oder so, erwachsen werden müssen wir alle, auch wenn wir es nicht wollen. Sorgenfrei auf Spielplätzen schaukeln oder sich mitten in der Woche mit Freund*innen treffen, ohne über Arbeit nachzudenken – das sind die Momente, die wir immer wieder versuchen zu rekreieren, sobald uns bewusst wird, dass wir sie nicht mehr haben.

    FREDRIK fasst es in seinen eigenen Worten so zusammen:

    „Nie verstehen“ ist mein innerer Monolog über das Älterwerden. Älterwerden ist schön, gleichzeitig für mich aber auch das Verlieren vom Gefühl des Kindseins. Die Neugier, der Mut und die Leichtigkeit verschwinden. Mit 22 Jahren steht man noch relativ am Anfang und trotzdem merkt man Veränderung, die Unsicherheit mit sich bringt.“

    Es braucht Mut, erwachsen zu sein

    Ich werd in drei Tagen 30 und auch wenn das natürlich gar nichts von dem abspricht, was FREDRIK mit 22 empfindet, so ist es doch irgendwie sehr aussagekräftig, dass wir beide, mit acht Jahren Altersunterschied, das selbe empfinden. Und aber genau deshalb ist es so wichtig, dass wir präsent im Moment leben und versuchen, all diese Dinge, die manchmal ganz still und leise verschwinden, wieder ins Leben zurückzuholen. Egal, wie sehr das Erwachsenen-Leben einen niederdrückt – schaukeln kann man immer noch. Wir müssen uns Momente schaffen, in denen uns bewusst wird: wir sind hier. Wir verlieren uns nicht selbst, sondern wir finden uns selbst, jeden Tag auf’s Neue. Und das braucht Mut. Genauso valid ist es aber auch, den Moment festzuhalten, in dem man diesen Mut einfach nicht verspürt. Weil das ist leider Teil des ganzen – und wird es immer bleiben. Life is like that most of the time.

    Und nach diesen, sehr deep gewordenen zwei Gedanken über Nie verstehen, endlich, das Musikvideo. Ihr solltet euch Cowboystiefel schnappen, und das hat einen Grund. Denn während die sanften Synths auf Klavier und Gitarre treffen, kommt ein Bass dazu, zu dem ihr gar nicht anders könnt, als zu tanzen. Und wenn ihr dann die Choreo seht, dann tanzt ihr die auch mit. Und ja, ich glaube für’s Gefühl braucht man da schon die Cowboystiefel. Glaubt ihr mir nicht? Dann schaut rein:

    Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

    Mehr Informationen

    FREDRIK ist ein Künstler, den ihr euch spätestens jetzt auf den Zettel schreiben solltet – vor allem, wenn ihr eine Schwäche für deutschsprachigen Indie-Pop hat. Da kommt noch vieles auf uns zu dieses Jahr – wir können’s kaum erwarten!

  • ENGIN im Interview: »Es ist dieses miesepetrige Geschrei des Populismus, das uns wütend macht.«

    ENGIN im Interview: »Es ist dieses miesepetrige Geschrei des Populismus, das uns wütend macht.«

    ENGIN sind eine Dauer-Empfehlung aus der untoldency Redaktion. Mit ihrem charakterstarken Alternative-Rock, der zwischen deutschen und türkischen Lyrics und Einflüssen wechselt, haben sie uns schon vor Jahren als loyale Fans gewonnen. Mit „Sag Mir Almanya“ hat die Band aus Mannheim nun ihr neues Album draußen und wir haben Sänger Engin kurz vor Release im Interview dazu befragt!

    ENGIN im Interview

    Anna: Hey Engin, wie geht’s dir? Wie sieht ein normaler Tag gerade bei dir aus?

    Engin: Mir geht’s gut! Wir sind für das Albumrelease top vorbereitet und schreiben gerade schon wieder an neuen Sachen. Wir sind ja auf einer ausgedehnten Tour ab Ende März und dann noch auf Sommerfestivals und wollten als Ziel davor jetzt im Winter einfach schon mal anfangen, neues Material zu schreiben. Damit das alles ein bisschen gären kann. Dieses Album jetzt haben wir in der Zeit geschrieben, wo wir wirklich sehr viel unterwegs waren, das war alles ein wenig unter kreativem Druck. Das waren so anderthalb Jahre, die wir am Stück durchgeackert haben, und das war krass! Und cool, dass wir das gemacht und geschafft haben! Aber jetzt wollen wir schon früher anfangen, damit wir mehr Zeit haben.

    Ihr steht also auf jeden Fall noch voll auf Gas.

    Ja, wir drücken voll auf’s Gas! Da führt auch kein Weg dran vorbei. Also es ist wirklich gut, da dranzubleiben und in diesem Spirit immer weiter zu machen. Das hält einen bei der Stange und hilft auch so mit diesem Wahnsinn im Musikbusiness einfach. Wir sind die ganze Zeit produktiv und es kommt ständig neues Zeug zusammen. Das macht Spaß!

    “Das ist meine Geschichte.”

    Ihr seid auf der kommenden Tour auch sehr viel in der Türkei unterwegs! Wie fühlt sich das für dich an, mit eurer Musik da immer mehr Bühnen zu bespielen und Leute zu erreichen?

    Es ist immer wieder einfach ein schönes Gefühl! Mit dem letzten Album Mesafeler waren wir in Ankara und Istanbul, dieses Jahr spielen wir Konzerte in neun verschiedenen Städten. Das ist auf jeden Fall unsere größte Türkei-Tour bisher und wir sind sehr gespannt darauf. Vor allem mit dem neuen Album, das jetzt wirklich 50/50 deutsch-türkisch ist! Bis auf zwei eigene Interpretationen von existierenden Songs sind es alles Eigenwerke. Das dann auch live zu spüren und zu sehen, wie es ankommt, da bin ich sehr gespannt.

    Gehst du an Songs unterschiedlich ran, wenn du weißt, du möchtest auf deutsch oder türkisch schreiben?

    Wir jammen ja oft und dann existiert da ein Stück Musik, das eigentlich schon ein wenig sagt, was es wird. Da ist wie so ein innerer Kompass, der uns in die Richtung zeigt. Man kann da aber auch ein wenig spielerisch mit umgehen. Zum Beispiel bei den neuen Sachen, die wir jetzt gerade schreiben, können wir uns vorstellen, eine Version auf Deutsch und eine auf Türkisch zu schreiben und einfach beides in die Welt zu blasen und zu schauen, was passiert. Es ist wie ein weiteres Stilelement, was wir nutzen, das ist super schön.

    Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Spotify. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

    Weitere Informationen

    Es ist auch das erste Mal, dass du auf Türkisch geschrieben hast!

    Ja! Das war auf jeden Fall eine große Herausforderung. Ich bin auch da echt stolz darauf.

    Die Songs sind auch wirklich sehr poetisch geworden.

    Danke! Es war auch sehr viel Arbeit und sehr viel Überwindung. Auch dieses “Klingt das jetzt zu deutsch? Kann ich das so sagen?”. Das abzuschütteln und zu sagen “Ich stehe dazu”. Das ist meine Geschichte. Ich bin sehr deutsch sozialisiert und hole mir auch darüber den Zugang zur Sprache. Und dann ist es auch etwas sehr Eigenes, was man daraus macht.
    Früher in den Sechzigern zum Beispiel, da kamen die französischen Sänger und Sängerinnen, und haben ihre Chansons dann auf Deutsch gesungen, um sie hier zu verkaufen, in einem ganz heavy französischen Akzent (lacht). Ich fand das immer sehr sympathisch.

    Es hat auch sehr viel Spaß gemacht, eure Social Media Kampagnen zu den Releases zu beobachten. Wie war die Experience für dich im Teppich eingerollt im Kofferraum rumgefahren zu werden?

    Sehr befremdlich kurz. Aber nach dem fünften Reel war ich dann schon so “Hey, wo ist mein Teppich? Ich vermiss ihn!” (lacht). Das war auf jeden Fall viel über die eigene Komfortzone hinausgehen, aber hat auch super viel Spaß gemacht.

    “Das ist ein sehr wichtiges Album für uns.”

    Welcher der vorab veröffentlichten Songs ist dein Favorite?

    Also ich bin ganz stolz auf den Song Kırlangıçlar, weil das der erste selbstgeschriebene türkischsprachige Song ist. Und auch diese Psychedelic-Elemente und so, es hat auch so was Sehnsuchtsvolles. Ich find Şeker auch cool, weil sich das deutsch-türkische da so schön miteinander verwebt. Ich bin aber insgesamt auf dieses Album stolz, dass es überhaupt existiert unten den Umständen und in der Zeit, in der wir das gemacht haben. Wir haben etwas sehr Eigenständiges produziert, was sehr organisch nach uns live auch klingt, haben den Sound weiterentwickelt,.. Das ist ein sehr wichtiges Album für uns einfach und ich bin sehr froh, dass wir das gemacht haben.

    Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

    Mehr Informationen

    Sag Mir Almanya ist eine Ansammlung offener Fragen an Deutschland. Welche Fragen sind das genau?

    Es sind Fragen wie: In welche Richtung geht es jetzt? Also wo wollen wir hin? Machen wir weiter auf dem Weg der Spaltung und des gegenseitig Fertigmachens, Niederbrüllens, Niederschimpfens? Oder gibt es da vielleicht einen besseren Weg, der weniger negativ ist? Der nach mehr Zusammenhalt schaut, nach Toleranz und gegenseitigem Respekt? Es ist dieses miesepetrige Geschrei des Populismus, das mich wütend macht. Deswegen ist es eigentlich auch mehr eine Aufforderung als eine Frage.

    Kannst du das Album in einem Satz zusammenfassen?

    Es ist ein psychedelischer, bunter Blumenstrauß.

    Das klingt mega.

    Ja, es ist sehr vielfältig! Es ist rockiger geworden, psychedelischer geworden. Auch ein bisschen krautig. Wir haben viel experimentiert, haben Anadolu-Rock reingebracht, Chansons, sehr geradlinigen Rock,.. Es ist sehr vielfältig und gitarrenlastig. Es macht Bock!

    ENGIN, Engin, Sag Mir Almanya Tour, sag mir almanya, interview, Gurbet, Untoldency, untoldency music magazine, deutsch türkischer indierock, indie, rock, anadolu

    Habt ihr mal über Features nachgedacht?

    Ja! Bisher hatten wir das noch keine, aber wir sind gerade tatsächlich auch in Gesprächen für ein türkischsprachiges Feature, aber wir können da noch nichts zu verraten. Wir haben aber generell Lust, uns da weiter zu vernetzten mit Acts, die wir mögen und wo wir auch persönlich Bock drauf haben.

    Bewegung ist wichtiger als Perfektion.“

    Es ist ein vollgepacktes Jahr für euch. Was wird euer Highlight?

    Auf jeden Fall die Tour, die ist riesig. Wir spielen jetzt neun Termine in der Türkei, insgesamt haben wir 34 Tourstops, von Ende März bis Ende Mai, das ist auf jeden Fall viel. Und da liegt unser Fokus drauf. Parallel dann natürlich auch die Festivalsaison, in der Türkei und auch in Deutschland, da sieht man dann noch, wo genau wir da spielen. Und währenddessen halt immer weiter schreiben, produktiv sein. Da freuen wir uns riesig drauf.

    Macht ihr auch mal Urlaub zwischendurch?

    Wir machen auch mal Urlaub, eine Woche oder zwei, das geht schon so im Winter. David war jetzt drei Wochen in Thailand! Der hat genug Urlaub gemacht für dieses Jahr, da darf er jetzt von zehren (lacht).

    Aber wir gucken da schon drauf. Man muss sich bewusst Freiräume schaffen, um Musik zu machen, das erfordert viel Planung. Und da werden wir immer besser drin, die realistischen Zeitfenster dafür abzustecken. Es kommt eine Art Routine rein. Und wir merken, je früher wir anfangen, desto besser. Wenn man früh mit Sachen startet, kann man ihnen die Liebe und Aufmerksamkeit widmen, die sie brauchen.

    Müsst ihr manchmal aufpassen, dass ihr dann nicht zu perfektionistisch seid?

    Die Idee der Perfektion ist eigentlich schlecht, wenn man sich ständig denkt “ah, das kann man nicht rausbringen, das muss so und so sein”. Es geht um den Output. Man muss machen, machen, ausprobieren. Kreative Energie muss fließen und es muss Bewegung drin sein, das ist viel wichtiger als Perfektion.

    Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

    Mehr Informationen

    Die untold story von ENGIN, die eine 12-Minütige Abwesenheit auf der Bühne beinhaltet, könnt ihr hier auf unserem Tik Tok-Kanal schauen!

    Und hier gibt es alle Infos & Tickets zur Sag Mir Almanya-Tour 2026! Wir können es wirklich ganz, ganz doll empfehlen.

  • Büyük Ev Ablukada im Interview: »It reminds you that music can cross a lot without losing where it came from.«

    Büyük Ev Ablukada im Interview: »It reminds you that music can cross a lot without losing where it came from.«

    Büyük Ev Ablukada aus Istanbul sind ein Kollektiv, das Länderübergreifende Musik macht – mal chaotisch, mal melancholisch, aber immer ein Vibe. Wir haben mit Bandfrontmann Bartu über ihr aktuelles Album und die Umstände und Restriktionen rund um die Musik in der Türkei gesprochen. Es gibt ein paar Teaser auf neues Material sowie ein Konzert am 18. April in Berlin – aber auch einfach eine ganz ehrliche Musikempfehlung von uns! Für ein paar anatolische Vibes, die sich mit Neugier in euer Hörverhalten einschleichen werden, empfehlen wir Büyük Ev Ablukada! Checkt sie aus!

    Büyük Ev Ablukada im Interview

    Anna: Hey Bartu, I hope you’re good! Since we just came across your cosmos, can you maybe start with introducing yourself and your music?

    Bartu: Hi Anna, of course. I’m Bartu, and I’m one of the people behind Büyük Ev Ablukada. We’re a band from Istanbul, but it never felt like just a band to me. It’s more like a living thing that grew out of friendship, noise, curiosity, and a need to make sense of life in our own way.

    Musically, we’ve never really stayed in one lane. There’s indie rock in it, there’s pop, electronics, spoken word, weird little turns, tenderness, chaos. We like songs that feel human, a bit messy, emotional, playful, and alive.

    How did you all find each other?

    The band came together in a pretty organic way. Aslan and Galvan are childhood friends of mine. Cembir and Galvan were already working in the same theatre, and then Cembir and I started working together, too. So a lot of it grew out of friendship, theatre, and people already being around each other for years.

    Our guitarist was actually our roadie at first, but he turned out to be so much better at guitar than the rest of us that he more or less forced us to retire. Zeynep originally joined to help with vocal arrangements, then realized the band had some serious vocal weak spots and decided to stay. And Can becoming our drummer is still a mystery to me, which somehow feels right.

    „Things are intense, but we’re still here.“

    Your most recent album “Defansif Dizayn” is a full good-vibe with a lot going on. In what state of mind did you write this album?

    That’s actually funny because I don’t think it came from a super peaceful headspace. The album came out of trying to stay soft and awake in a world that constantly pushes you to become defensive. So yeah, there’s energy in it, even lightness in places, but underneath that there’s tension too.

    It was written from a place of emotional overload, but also from wanting to stay connected to yourself, to other people, to joy, to humour. Maybe that’s why it moves the way it does. It’s not “everything is great” music. It’s more like “things are intense, but we’re still here.”

    How would you describe the process behind these songs? Do you have a typical approach to making music or do you like to mess around and see what happens?

    Sometimes a song starts with one line, sometimes a beat, sometimes just a weird little feeling that won’t leave the room.
    But we also care a lot about detail. So it’s loose at first, then very specific later. We like accidents, but we also like shaping those accidents into something that feels inevitable. It’s a mix of instinct and design, I guess.

    Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Spotify. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

    Weitere Informationen
    „Life is rarely one thing.“

    Since it’s all in Turkish, you gotta help us out. What are the songs about? What topics are close to your heart and made it into songs?

    A lot of the songs are about closeness, distance, emotional confusion, city life, modern exhaustion, love, miscommunication, and the weird ways people protect themselves. Some of them are very intimate, almost like private conversations. Some of them look more at the outside world and the pressure of living in it.
    I think even when the songs sound playful, there’s usually something a bit heavier underneath. That balance feels honest to me. Life is rarely one thing. It can be sad and funny at the same time, warm and alienating at the same time. I’m interested in that space..

    Being from Turkey, how would you describe the music scene over there? What were your inspirations growing up?

    Turkey has an incredibly rich and layered musical culture. There’s a deep archive here folk traditions, arabesque, Anatolian rock, pop, protest music, experimental work and all of that exists next to a very alive contemporary underground. So the scene can be extremely creative, inventive, and emotionally direct. People make things with limited means but strong intention.

    Growing up, I was inspired by both local and international music. From Turkey, there’s always the shadow and light of artists who managed to be poetic, political, strange, and accessible at the same time. And then of course we were listening to all kinds of global music too alternative rock, post-punk, electronic music, singer-songwriters, things that gave us permission to think of songs as worlds rather than products. Our music comes from that mixture.

    „Artists always find ways.“

    Art and music are always political, but in Turkey even more. How did you experience the restrictions?

    Sometimes the restriction isn’t even a direct ban. It’s more like an atmosphere. You feel the pressure in the air. You know certain things come with consequences, and that changes the way people speak, share, or even imagine.

    But artists always find ways. Sometimes through metaphor, sometimes through humour, sometimes by saying one thing on the surface and another underneath. That kind of pressure can be exhausting, obviously, but it also sharpens people. It forces you to listen differently, write differently, mean more than one thing at once.

    Inmost all of this, you’re still making music. How important do you think it is to keep going and sharing your passion with the world?

    Very important. For me, making music is one of the ways of staying real. It keeps me connected to myself, to other people, to whatever still feels honest. And sharing it matters too, especially when it travels. When something made in Turkish, in Istanbul, under certain local conditions, reaches someone somewhere else and they still feel it; that’s powerful. That reminds you music can cross a lot without losing where it came from.

    Büyük Ev Ablukada, untoldency, untold stories, interview, untoldency magazine
    „New music is definitely on the way.“

    Can you teaser some new music? What are you working on right now?

    Yes, there’s always something cooking. We’re writing, collecting fragments, trying things out. I think the new material feels a bit more open in some ways, maybe a little more exposed, but also more free.

    I don’t like explaining things too early because songs change while they’re becoming themselves. But yes, new music is definitely on the way.

    I hear there might be a concert coming up in Berlin! What can you tell us about that? Have you been in Berlin before? If so, how did you like it?

    Yes, we’ve had some really memorable nights in Berlin. We’ve played there a few times over the years, including one show in a space inside the Berghain, so the city already has a strong place in our story. One of the most unforgettable memories for me was also sharing the stage in Berlin for Ezhel’s first concert outside Turkey, which made that connection even more special.

    Berlin has its own pulse. It feels open, raw, and very alive, and people really show up for music there. You can feel that energy immediately. So coming back is always exciting. What I’m looking forward to most is that moment when the crowd and the band really meet in the same frequency that’s always the best part. We’ll be playing in Berlin again on April 18, so if anyone reading this is around, come join us.

    Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

    Mehr Informationen
    An untold story of Berlin

    For our last question we always ask for an untold story – is there something you haven’t told in an interview before and want to get off your chest now? Could be a random story, a good album you recently listened to or a movie we should check out!

    Hmm…I actually got beaten up pretty badly and robbed in Berlin once, which is also part of my history with the city. Oddly, I don’t even think of it as a bad memory. In a strange way, it was almost refreshing it pulled me out of everyday life and turned into one of those surreal stories you end up carrying with you.

    Kommt am 18. April in der Passionskirche vorbei und lasst euch auf ein special Live-Erlebnis mit Büyük Ev Ablukada ein!

  • Malummí im Interview: »Kunst ist immer politisch — und Schweigen oder Neutralität können genauso Schaden anrichten.«

    Malummí im Interview: »Kunst ist immer politisch — und Schweigen oder Neutralität können genauso Schaden anrichten.«

    Wir haben heute eine überfällige Empfehlung aus Basel für euch! Musiktipps aus der Schweiz, ihr kennt es, sie halten sich prinzipiell immer an ihr Versprechen. Malummí sind genau so eine Band. Mit ihrem dritten Album „Damaged By Their Silence“ lässt sich das Basler Trio um Sängerin Larissa Rapold auf eine verletztliche und intime Indie-Reise ein, die mit einer schonungslosen Konfrontation mit Schmerz, Verlust und gesellschaftlicher Müdigkeit einher geht. Musikalisch und lyrisch gehen die Songs tief und bleiben auch eine längere Weile – Versprechen gehalten!

    Wir haben Sängerin Larissa und Gitarrist Giovanni ein paar Fragen rund ums Album gestellt – lernt sie hier besser kennen und verliert euch danach in ihre Musik!

    Malummí im Interview

    Anna: Hey ihr Lieben, als erstes ein kleiner Check-In: Wie geht’s euch gerade?

    Giovanni & Larissa: Hallo Anna, danke für die Einladung zum Interview! Uns geht es sehr gut, wir sind glücklich und aufgeregt, da unser Album jetzt veröffentlicht wurde. Aber auch etwas angespannt, da es eher intime Songtexte sind, die jetzt jeder hören kann.

    Damaged By Their Silence ist euer drittes Studioalbum. Wie unterscheidet es sich zu den vorherigen? Könnt ihr uns in den Prozess des Albums mitnehmen?

    Giovanni: Wenn man unsere drei Alben nebeneinander aufreiht, merkt man schnell, dass Damaged by Their Silence und The Universe Is Black sehr eng miteinander verwandt sind. Wir spielen unsere Songs immer zuerst live an Konzerten, bevor wir sie ins Studio bringen — so kann sich ein Song wirklich entfalten und seinen eigenen Charakter finden. Larissa kommt jeweils mit einer Idee, einer Skizze, und erzählt uns von ihren Gefühlen und Vorstellungen. Daraus entwickeln wir dann gemeinsam den Sound, den wir suchen.

    „Wir erlauben uns aber auch, alles mit einer Prise Humor zu nehmen.“

    Damaged By Their Silence ist ein sehr ausdrucksstarker Album Titel – was ging euch durch den Kopf als ihr den Titel gewählt habt? Wieso ist er so passend?

    Larissa: „Damaged by Their Silence“ ist eine Zeile, die ich im Song Loneliest Heart of All singe. In diesem Song widme ich mich der Einsamkeit, die beendete Freundschaften mit sich bringen. Dieser Titel spiegelt aber auch die aktuelle Weltlage erschreckend genau wider. Kunst ist immer politisch — und Schweigen oder Neutralität können genauso Schaden anrichten.

    Was sind die Themen, die euch auf dem Album besonders beschäftigt haben?

    Einsamkeit, Selbstreflexion und Anerkennung. Wir sind immer in Bewegung, alles verändert sich konstant — so auch unsere Psyche. In diesem Album nehmen wir Abschied und sprechen die Dinge aus, die wir vor zwei Jahren noch nicht in Worte fassen konnten. Wir erlauben uns aber auch, alles mit einer Prise Humor zu nehmen.

    Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Spotify. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

    Weitere Informationen

    Zeilen wie “My therapist told me to look for the child in me / But whenever I see it, it runs far away from me” unterstreichen wie komplex die Aufarbeitung persönlicher Themen in Therapie ist. Wie wichtig empfindest du es, offen darüber zu sprechen? Hilft dir das auch nochmal auf eine andere Art, diese Dinge mit Musik zu verarbeiten?

    Bei diesem Album ist besonders, dass ich einen direkteren Schreibstil verwende als beim letzten. Psychische Gesundheit ist so wichtig — und ich bin dankbar, dass sie in unserer Gesellschaft immer mehr an Stellenwert gewinnt. Im Grunde schreibe ich Songs, um meine Gedanken und Gefühle zu ordnen, und während des Spielens verarbeite ich gemeinsam mit der Band, was auch immer dabei herauskommt. Ich hoffe, dass es die Menschen erreicht, die es brauchen — vielleicht fühlt sich jemand genau so wie ich und findet Trost, oder was auch immer gerade wichtig ist, in der Musik.

    „Schlimme Stille ist, wenn man keine Stellung bezieht.“

    In Silent Baby gibt es die Zeile “I’m scared to release this song”. Begleitet dich die Angst so kurz vor Release immer noch?

    Nein, ganz und gar nicht — ich habe keine Angst mehr! 🙂

    Was hofft ihr, wird das Album mit den Menschen machen, die es hören?

    Larissa & Giovanni: Wir hoffen, dass es bei den Menschen ankommt, die es brauchen. Vielleicht finden wir ein paar Gleichgesinnte — wer weiß.

    Was empfindet ihr als die schlimmste Art von Stille? Und welche als die schönste?

    Larissa: Schlimme Stille ist, wenn man keine Stellung bezieht, schweigt, sich enthält und anderen Menschen nicht hilft. Wenn man sich nicht betroffen fühlt und deswegen keine Seite unterstützt. Spoiler: Damit kann man mehr Schaden anrichten, als man denkt — wie man es gerade in der Welt sieht. Deswegen: Climate change is real, pride is protest, protect the dolls, black lives matter, no one is illegal on stolen land, free Palestine und free Sudan.

    Die schönste Art von Stille ist, wenn Menschen, die sich lieben, einfach beisammen sein können — in einvernehmlichem Schweigen, ohne dass es sich seltsam anfühlt. Oder diese ganz besondere Stille kurz bevor der Mainact die Bühne betritt, wenn alle den Atem anhalten und die Vorfreude fast greifbar ist.

    Malummi, malummí, malummi music, damaged by their silence, interview, untoldency, untold stories, musikmagazin
    Musiktipps aus Basel

    Welches Album löst in euch ein Gefühl der absoluten Ruhe aus?

    Giovanni: Haley Heynderickxx – I Need to Start a Garden

    Larissa: Palinstar – Backtrain Places

    Ihr kommt aus Basel – was geht da so? Habt ihr Musikempfehlungen, neben euch!, die ihr uns mit auf den Weg geben wollt?

    Oh ja, wir können hier viele Projekte empfehlen!

    luri, Laurel Bloom (das Projekt von unserem drummer Lucas), Lost in Lona, Glitch Baby,Tinysatelitte (Giovannis Soloprojekt), Moonpools, Sarah El Hachimi, Tiramisadness, Gina Pelosi, Claire my Flaire, Cori Nora und Tiramisdaness.

    Im Mai seid ihr für ein paar Termine auch in Deutschland! Wo kann man euch erwischen?

    Ja, ihr könnt uns hier an diesen Orten live hören:

    18.04.2026 Köln – c/o Pop Festival

    05.05.2026 Mainz – Schon Schön

    08.05.2026 Leipzig – Noch Besser Leben

    09.05.2026 München – Orangehouse

    Wir spielen an allen Daten mit der ganzen Band — wir freuen uns sehr darauf!

    Die letzte Frage bezieht sich bei uns immer auf eine untold story, etwas, was ihr in keinem Interview bisher erzählt habt. Gibt es einen Funfact, eine Empfehlung oder etwas Anderes, was euch beschäftigt und ihr in diesem Kontext noch loswerden wollt?

    Wir werden immer wieder auf Silent Baby angesprochen, und einige schlussfolgern, dass sich unser Albumtitel auf diesen Song bezieht — aber das stimmt gar nicht. Es ist eine Zeile aus Loneliest Heart of All, und dieser Song handelt von beendeten Freundschaften.

    Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

    Mehr Informationen

    Hier gibt es Tickets zur Damaged By Their Silence-Tour 2026! Kommt vorbei, es wird wunderschön.

    Foto: Dshamilja Kalt

  • the wild ride of 2025: this could just be twenty one pilots but it’s more

    the wild ride of 2025: this could just be twenty one pilots but it’s more

    2025 war ein krasses Jahr. Persönlich hat es mich mitgenommen, wie kein Jahr je zuvor. Ich musste mich von meinem Papa verabschieden, der überhaupt noch gar nicht bereit war zu gehen. Das ist eine Erfahrung, die ich keinem anderen Menschen wünsche und eine, die ich selbst immer noch nicht so richtig verarbeitet habe. Ich hab mich aber auch selbstständig gemacht und die Entscheidung getroffen, mein allererstes Printmagazin zu veröffentlichen. Was einfach nur absurd ist – aber geklappt hat. Anfang Dezember sollte ich tatsächlich die allererste Printausgabe von untoldency in der Hand haben! Mit so viel Hingabe und Qualität zusammengestellt, wie ich es selbst schon immer haben wollte. Ich hab auch die Entscheidung getroffen, nach Irland zu ziehen und meinem Bauchgefühl und der Liebe zu folgen. 2025 hat mich verändert wie kein anderes Jahr je zuvor. Und durch all das hat mich verlässlich wie eh und je Musik gezogen. Und wenn ihr wollt, zeig ich euch jetzt, welche.


    I wonder where you are, I wanted you to show me

    Ich brauch keine Streamingdienst-Statistiken, die mir beweisen, dass Twenty One Pilots mein meistgehörter Artist und ihr aktuelles Album Breach mein meistgehörtes Album 2025 ist. Das wusste ich schon letztes Jahr, bevor überhaupt auch nur eine Single aus dem im September erschienenen Album veröffentlicht wurde. Das Alternative-Duo ist eine der faszinierendsten Bands, die es da draußen gibt, und die mich, und Millionen weitere Fans, mit einer über Jahre und erfolgreiche Alben erstreckenden Lore in Bann gehalten hat. Wer mich kennt, weiß, wie hoch das Feuer für Tyler Joseph und Josh Dun in mir lodert. Wer sich unser erstes Printmagazin schon geholt hat, hat das auch gelesen. Denn natürlich hab ich ganze sechs Seiten darauf verwendet, zu erklären, was genau es ist, das diese Band, ihre Musik und Beziehung zu ihren Fans so besonders macht. (Wer das lesen möchte, ich hab mir sehr viel Mühe gegeben.)
    Dementsprechend hab ich also auf das neue Album Breach hingefiebert und kaputt gehört, als es endlich rauskam. Schon der Opener City Walls – ich weiß gar nicht, wie in Worte fassen soll, was dieser Song mit mir macht. Er ist das Ende einer Ära, beschreibt den letzten (verlorenen) Kampf des fiktiven Charakters Clancy und seinen inneren Dämonen und zerreißt mich einfach komplett.

    My smile wraps around my head, splitting it in two
    I don’t have a clue how I can keep the top half glued.

    Diese Bridge ist das Beste, was ich seit September ganze 43 Mal gehört hab. Nicht nur ist es lyrisch absolut genial, es geht auch mit so viel Gefühl und Verzweiflung in mein Herz, nur um danach in fetten Riffs und Screams zu explodieren. Ich beende diesen Song jedes Mal ein wenig außer Puste und mit einer kribbelnden Gänsehaut.


    I’ve been this way, I want to change

    Drum Show ist der nächste Song, der mich auf dem neuen Twenty One Pilots Album absolut weggefegt hat. Fans wie ich bekommen jedes Mal ein kleines Herzkribbeln wenn sie Drummer Josh das erste Mal auf einem Studio-Song singen hören. Und Emo-Girls wie mir schießt das Blut in die Adern wenn Sänger Tyler ins Mikro screamt. Drum Show ist der perfekte Song für beides.

    Auch The Contract, die erste Single-Auskopplung des Albums und dementsprechend mein meistgehörter Song des Jahres, ist voller Riffs und catchiger Melodien, die sich tief in meinen Coping Mechanismen verfestigt haben. Auch Refrains wie „I feel like garbage!“ kann man grandios gut mitsingen wenn man sich genau so fühlt. Und One Way ist vielleicht der beste Pop-Song, der dieses Jahr erschienen ist. Ja, auch neben einem Olivia Dean Album würde ich immer diesen Song bevorzugen. Ob das ein bisschen biased ist? Vielleicht. Ob ich mich trotzdem jedes Mal mit ausgestreckten Armen singend durch meine Wohnung drehe? Ich kann gar nicht anders.

    Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

    Mehr Informationen

    I think my skin got worse with good intentions

    Ein Song, der sehr stark für mich auf diesem Album hervorsticht, ist Center Mass. Nicht nur, weil er lyrisch so offen und verletzlich ist wie kaum ein anderer, sondern weil er einfach, entschuldigt meine Ausdrucksweise, so hart reingeht. Er hat die meisten Twists auf dem ganzen Album. Von einem rekordverdächtigen Jazz-Rap-Groove switchen Twenty One Pilots in knapp vier Minuten zu einer absoluten Hard Core Riff-Explosion, die dann einfach mit diesen Worten endet:

    I don’t wanna share what happened, I just wanna let it go

    Nothing was the same right after I went to the funeral

    I miss you so, so much, take what you want
    Take what you want from me, took you for granted

    Ich glaube, ich muss nicht groß erklären, warum ich jedes einzelne Mal Tränen in den Augen hab, wenn ich diesen Song höre.


    Dreamer, wake up

    Neben Twenty One Pilots hab ich ehrlich gesagt nicht viel bewusst gehört. Ich hab’s immer mal wieder mit neu releasten Alben versucht, aber nie den Raum gehabt, mich komplett auf eins einzulassen. Dafür sind einzelne Songs sehr hängen geblieben. Die Drums auf horcrux von Loyle Carner zum Beispiel haben sehr bestimmte Punkte in meinem Gehirn gekitzelt. Seitdem ich sie live gehört hab, muss ich den Song täglich mindestens ein Mal anspielen. Ähnlich ist es bei 1996 von RAR, dem einzigen deutschsprachigen Song auf der Playlist. Allein bei diesem Text hab ich ihn drei Mal nacheinander gehört. There’s something in it.

    There’s also something in There’s No Rush von der neuseeländischen Band Mild Orange. Es ist auf jeden Fall diese verträumte Gitarre, die nur von der anderen Seite der Welt kommen kann. Es ist aber auch das Gefühl von Zeit, die das erste Mal stehen bleibt. Auch wenn der Song bereits im Februar rauskam, war es erst November, als ich auf ihn gestoßen bin – genau dann, als ich ihn am meisten gebraucht habe. Die Druck-Deadline des Printmagazins war ein äußerst präsenter Grund sich mehr Zeit für all die Dinge zwischendrin zu wünschen. There’s No Rush hat mir das Gefühl von stehengebliebener Zeit für ganze 5 Minuten geschenkt.


    When I close my eyes, you’re standing there, in front of me

    Ein ähnliches Geschenk haben mir betterthings Ende November gemacht. Sie haben mir eins der überraschesten Konzerte dieses Jahr ermöglicht, das so spät in der zweiten Jahreshälfte kam, dass ich es nicht mehr geschafft hab, es als eins meiner Top 3 Konzerte im Printmagazin aufzunehmen. Tom Odell, Leute, ist, falls ihr es noch nicht wisst, ein absoluter Rockstar. Ende November hat der Singer Songwriter, die Uber Arena ausverkauft und ich hab sie an diesem Abend absolut baff verlassen. Während ich mich unterbewusst auf ein großes akustisches Konzert mit traurigen Songs am Klavier vorbereitet hab, hat mich der sympathische Brite mit einer von so gut konzeptionierten Live-Show und Full Band so abgeholt, dass ich mich glatt ein wenig verliebt hab. Tom Odell hat mich mal wieder daran erinnert, wie es ist, sein Herz an Live-Musik zu verlieren. Und zu sehen, wie dasselbe dem Künstler auch passiert.


    Hello darkness, my old friend

    Jens hat in seinem Jahresrückblick schon über Fear von NF geschwärmt. Aber auch ich muss extra Raum für einen der mit am meist unterschätzten Rapper der USA einräumen. Ich hab NFs Reise seit seinem Debütalbum Mansion (2015) mitverfolgt. Das heißt, zehn Jahre mach ich mir schon Sorgen um den mit Depressionen und OCD diagnostizierten Rapper, der mit schwarzen Klamotten und Cap tief im Gesicht Arena nach Arena auf der ganzen Welt ausverkauft. Auch er hat über die Jahre und vergangenen Alben eine Geschichte hinter der Musik aufgebaut und seine eigenen Dämonen personalisiert. (Hier hab ich meinen Fangirl-Schrei zum letzten Alben rausgelassen.) Fear knüpft direkt dort an und zeigt in einem Musikvideo, das mir absolut die Sprache verschlägt, wie sein Haus, in dem er mit all seinen Emotionen wohnt, abbrennt und er sich selbst zu Grabe schleift. Es gibt hunderte Easter Eggs in diesem Musikvideo, und es ist so gewohnt unverblümt offen und ehrlich, dass ich die Hälfte des Videos mit meiner Hand vor dem Mund schaue. Immer noch, jedes einzelne Mal.

    Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

    Mehr Informationen

    Alle Zeit von Heisskalt ist, obwohl musikalisch in einer ganz anderen Ecke, ein überraschend anknüpfender Track. Wir bleiben beim Thema brennende Häuser und metaphorische Verletzungen durch die Umstände des Lebens:

    Das Haus steht in Flammen, die Hände sind blutig, ein Knöcheln gestaucht
    In Anbetracht der Lage der Dinge ein völlig normaler Verlauf

    Ihr wisst vielleicht nicht, was für ein großes Highlight das Heisskalt Album für manche eurer Friends gewesen ist, aber ihr solltet mal fragen. Sechs Jahre haben sie wahrscheinlich darauf gewartet, dass die Alternative Rock-Band wieder was veröffentlicht. Es hat sich mehr als gelohnt.


    In a room full of people, I look for you

    Ich bin dieses Jahr außerdem sombr und Djo verfallen. Gute Popmusik kriegt mich einfach immer wieder. Sie macht das Leben manchmal einfach ein wenig leichter. Besonders, wenn man dabei die Attitude von RAYE hat. Vielleicht guck ich nächstes Jahr das erste Mal in meinem Leben den Superbowl, nur um zu sehen, wie Bad Bunny die Kluft einer gespaltene Nation zu vereinen versucht. Wen ich auf jeden Fall 2026 live sehen werde, ist ROSALÍA in Barcelona und ich bin HYPED. Wir können ja noch gar nicht ahnen, was da mit welcher Wucht auf uns zukommen wird.


    And the sun keeps you warm

    Und das war’s eigentlich auch schon. 2025 ging seltsam schnell zu Ende und war persönlich ein großes Ab und Auf (ja, in dieser Reihenfolge). Ich möchte nicht unbedingt was zu dem allgemeinen Zustand der Welt sagen, denn er erschreckt mich so tief, ich finde keine Worte. Deshalb träum ich mich in meinen eigenen Trance-Zustand zu Blood Orange, RY X und Swimming Paul. Oder ich verlier mich in Hazlett und geb mein Bestes, nicht in all dem zu versinken.

    I’m okay, but kinda upset
    Told my mum I’m doing my best
    It’s too late to go and get rest
    So I’m gonna live in my head

    See you in 2026! Vielleicht habt ihr ja Lust bis dahin mal wieder ein richtig cooles Printmagazin zu lesen. Dann klickt hier und macht euch selbst, euren Freund*innen und uns eine Freude! Wir haben noch Magazine da, und es würde mir die Welt bedeuten, wenn eins davon zu euch finden würde.

    Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Spotify. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

    Weitere Informationen
  • LOKI im Interview: »Cyan fühlt sich an wie ein altes Holzhaus, in dem jeder Raum einen Song portraitiert.«

    LOKI im Interview: »Cyan fühlt sich an wie ein altes Holzhaus, in dem jeder Raum einen Song portraitiert.«

    LOKI ist eine Band, von der wir uns fragen, ob ihr sie eigentlich auch alle schon kennt – und wenn nicht, warum nicht? Das achtköpfige Projekt rund um Marc Grünhäuser macht Indie-Neo-Folk fürs Herz und hat mit Cyan nun endlich (!) ihr Debütalbum released. Dazu sprechen wir nicht nur unsere Glückwünsche aus, sondern haben sie direkt auch für ein paar Fragen im Interview.

    Cyan ist ein Album, das die Reise selbst feiert. Es geht nicht um das Ankommen, sondern um die kleinen Umwege – und um das gemeinsame Erleben und Erschaffen dieser Erinnerungen. So wholesome wie sich das anhört, so klingt und ist es auch. Eine große Empfehlung von uns an euch.

    LOKI im Interview

    Anna: Hi! Wie geht’s euch? Es ist viel los bei euch, aber auch in der Welt. Wie navigiert ihr euch gerade durch die Zeit?

    Marc: Hey! Ganz gut. Danke für die Nachfrage. Es ist tatsächlich auf allen Ebenen viel los. Navigieren klingt da schon fast zu kontrolliert. Es fühlt sich eher an, als wäre man in einen Bus gestiegen, ohne wirklich zu wissen wo’s hingeht, samt all der Schönheit und all der Überforderungen die eine solche Fahrt mit sich bringen kann.

    Wenn ich mich richtig erinner, ist LOKI als ein Uni-Projekt gestartet. Was sind die Dinge, an die ihr euch jetzt noch am liebsten von der Anfangszeit erinnert? Was waren die Hürden, die ihr seitdem überkommen habt (oder noch überkommt)?

    Marc: Nicht ganz. LOKI war kein klassisches Uni-Projekt, die heutige Konstellation hat sich allerdings an einer Uni kennengelernt. Ich erinnere mich an den Anfang so gerne, weil es einfacher war äußere Umstände, wie Streaming-Zahlen, Ticketverkäufe etc., auszublenden. Mit der Zeit wird ein Projekt meist professioneller, was sehr viele Vorteile mit sich bringt, aber eben auch mit mehr Verantwortung daherkommt.

    Ich glaube die große Hürde, aber auch die große Stärke von LOKI ist die Größe und Vielseitigkeit der Gruppe. Wir sind insgesamt 8 Leute mit verschiedenen Geschmäckern, Ideen & Visionen. Das alles in einem Projekt zu vereinen kann schonmal aufreibend sein, lohnt sich jedoch jedes Mal. Heute denke ich etwas anders darüber nach – ich bin dankbar dafür, dass ich die Möglichkeit hatte, alle diese Orte zu sehen. Ich glaube tatsächlich sogar, dass all das genau richtig war, sonst hätte ich die Songs, die ich schreibe, nie so schreiben können, ohne all diese Einflüsse.

    „In jedem Raum findet sich ein neuer Song.“

    Wann habt ihr gemerkt, jetzt ist der Zeitpunkt, um an einem Album zu arbeiten?

    Marc: Wir haben einfach irgendwann gespürt, dass es nach all den EPs die wir schon veröffentlicht, hatten nun an der Zeit ist ein Album anzugehen – dieses Bauchgefühl hat vermutlich vor ca. 1 1/2 Jahren eingesetzt. Wir hatten zu diesem Zeitpunkt schon einige Demos angesammelt hatten und sobald der Prozess erstmal ins Laufen kam, waren die Unterschiede zu vorherigen Produktionen gar nicht mehr so groß.

    Eurer Album lebt (laut Pressetext) “irgendwo zwischen Blau und Grün” – wo genau ist das? In welcher Szenerie würdet ihr Cyan sehen?

    Marc: Cyan fühlt sich wie ein altes Holzhaus an, das irgendwo auf dem Land steht, aber durch einen modernen Anbau samt Tanzfläche ergänzt wird. In jedem Raum findet sich ein neuer Song, der mal die musikalische Reise von LOKI über die Jahre portraitiert, aber auch neue Einflüsse und Ideen hervorhebt.

    Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Spotify. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

    Weitere Informationen

    Wie ist es, zu acht Musik zu machen? Habt ihr euch da mittlerweile gut eingespielt oder gibt es noch ab und zu kreative Differenzen?

    Marc: Ich denke, wir haben uns schon sehr gut eingespielt und trotzdem muss man in Bezug auf kreative Entscheidungen durchgehend Kompromisse eingehen, da es schlichtweg unmöglich ist acht Visionen, die vielleicht zu sogar konträr zueinander sind, in jedem Song zu vereinen. Wir versuchen möglichst viel zu kommunizieren, demokratisch zu handeln und haben ein Veto Recht, das jede:r ziehen kann sobald er oder sie sich mit einer Entscheidung unwohl fühlt. Natürlich benötigen solche Prozesse viel Zeit und können anstrengend sein. Die Erfahrung mit acht Freund:innen auf einer Bühne zu stehen und Musik zu machen, ist es aber auf jeden Fall wert.

    „Wenn man sich die Mühe macht, genau hinzuhören, lernt man uns ein bisschen besser kennen.“


    Was ist euer jeweilige Lieblingssong vom Album, und warum?

    Marc: Ich mag „Greedy“ sehr gerne, weil ich die Produktion und das Songwriting sowohl spannend als auch schön finde.


    Was sind die Momente eurer letzten Jahre, die ihr auf Cyan verarbeitet habt?

    Marc: Cyan verarbeitet ein breites Spektrum an Themen. Manche Texte sind beispielsweise schon ein paar Jahre alt und unterscheiden sich daher auf vielen Ebenen von den neueren. Letztlich schreiben wir immer über unser Leben bzw. unser Erfahrungen – wenn man sich die Mühe macht genau hinzuhören, lernt man uns also ein bisschen besser kennen.

    Gab es einen Song, der besonders lange gebraucht hat, bis er fertig war, bzw. einen, über den ihr gar nicht lange nachdenken musstet, und er hat gepasst?

    Kai: Viele Cyan Songs waren schon vor den Recordings relativ weit, sodass wir die Zeit im Studio zum Experimentieren nutzen konnten, um unsere Vorproduktionen aufsnächste Level zu bringen. „Greedy“ war vermutlich der Song, der am längsten gebraucht hat. Es gab viele Ideen, Parts und Richtungen, die sich erst ganz knapp vor Deadline zusammenführen ließen. Das Outro hingegen ist komplett in einer Livesession entstanden und war innerhalb von drei Takes im Kasten.

    LOKI, untoldency proudly presents, untoldency, tourpräsentation, cyan, cyan tour, loki band, neuland concerts
    Ein Rezept á la LOKI

    Wie unterstützt ihr euch gegenseitig im miteinander Musik machen? Und denkt ihr, ihr hättet auch in einer anderen Realität zueinander gefunden?

    Kai: Unser Zusammenfinden ist von derartig vielen Zufällen geprägt, dass wir uns kaum vorstellen können, auf irgendeinem anderen Weg davonzukommen, wo wir jetzt sind. Das macht unsere gemeinsame Zeit so einzigartig und wertvoll. Die Dankbarkeit dafür zeigt sich vor allem, wenn wir zusammen Musikmachen, wo wir voller Respekt und Spielfreude aufeinander hören und uns gegenseitig begeistern.

     Im Oktober geht ihr auf Tour! Falls hier jemand mitliest und noch kein Ticket gekauft hat – was erwartet uns auf Tour und warum sollten wir alle kommen?

    Kai: Auf der Cyan Tour erwarten euch acht Leute, die sich nicht nur aufeinander freuen, sondern auch seit einem Jahr kaum erwarten können, die neuen Songs live zu präsentieren. Wir wollen auf der Tour aber auch eine kleine Reise in die Geschichte der Band wagen und auf die Bühne bringen, inwiefern wir als Gruppe in den vergangenen Jahren zusammengewachsen sind.

    Die letzte Frage bezieht sich bei uns immer auf eine untold story, etwas, was ihr bisher in keinem Interview erzählt habt. Das kann alles Mögliche sein, ein Fun-Fact über eine Songentstehung, euer Lieblingsrezept aus diesem Jahr oder was ihr sonst noch gerne loswollen möchtet.

    Anna: Es gibt tatsächlich ein Rezept, was wir jedes Mal, wenn wir zusammenkommen, gemeinsam kochen: nudeln mit vegetarischer Bolognese-sauce, darauf Apfelmus und ein Spiegelei nach Rezept von Marcs Oma. klingt erstmal weird aber schmeckt richtig lecker.

    Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

    Mehr Informationen

    Hier gibt es mehr Infos & Tickets zur Cyan-Tour 2025! Kommt alle vorbei, es wird wunderschön.

    Foto: Caren Detje