Autor: Anna

  • ENGIN im Interview: »Es ist dieses miesepetrige Geschrei des Populismus, das uns wütend macht.«

    ENGIN im Interview: »Es ist dieses miesepetrige Geschrei des Populismus, das uns wütend macht.«

    ENGIN sind eine Dauer-Empfehlung aus der untoldency Redaktion. Mit ihrem charakterstarken Alternative-Rock, der zwischen deutschen und türkischen Lyrics und Einflüssen wechselt, haben sie uns schon vor Jahren als loyale Fans gewonnen. Mit „Sag Mir Almanya“ hat die Band aus Mannheim nun ihr neues Album draußen und wir haben Sänger Engin kurz vor Release im Interview dazu befragt!

    ENGIN im Interview

    Anna: Hey Engin, wie geht’s dir? Wie sieht ein normaler Tag gerade bei dir aus?

    Engin: Mir geht’s gut! Wir sind für das Albumrelease top vorbereitet und schreiben gerade schon wieder an neuen Sachen. Wir sind ja auf einer ausgedehnten Tour ab Ende März und dann noch auf Sommerfestivals und wollten als Ziel davor jetzt im Winter einfach schon mal anfangen, neues Material zu schreiben. Damit das alles ein bisschen gären kann. Dieses Album jetzt haben wir in der Zeit geschrieben, wo wir wirklich sehr viel unterwegs waren, das war alles ein wenig unter kreativem Druck. Das waren so anderthalb Jahre, die wir am Stück durchgeackert haben, und das war krass! Und cool, dass wir das gemacht und geschafft haben! Aber jetzt wollen wir schon früher anfangen, damit wir mehr Zeit haben.

    Ihr steht also auf jeden Fall noch voll auf Gas.

    Ja, wir drücken voll auf’s Gas! Da führt auch kein Weg dran vorbei. Also es ist wirklich gut, da dranzubleiben und in diesem Spirit immer weiter zu machen. Das hält einen bei der Stange und hilft auch so mit diesem Wahnsinn im Musikbusiness einfach. Wir sind die ganze Zeit produktiv und es kommt ständig neues Zeug zusammen. Das macht Spaß!

    “Das ist meine Geschichte.”

    Ihr seid auf der kommenden Tour auch sehr viel in der Türkei unterwegs! Wie fühlt sich das für dich an, mit eurer Musik da immer mehr Bühnen zu bespielen und Leute zu erreichen?

    Es ist immer wieder einfach ein schönes Gefühl! Mit dem letzten Album Mesafeler waren wir in Ankara und Istanbul, dieses Jahr spielen wir Konzerte in neun verschiedenen Städten. Das ist auf jeden Fall unsere größte Türkei-Tour bisher und wir sind sehr gespannt darauf. Vor allem mit dem neuen Album, das jetzt wirklich 50/50 deutsch-türkisch ist! Bis auf zwei eigene Interpretationen von existierenden Songs sind es alles Eigenwerke. Das dann auch live zu spüren und zu sehen, wie es ankommt, da bin ich sehr gespannt.

    Gehst du an Songs unterschiedlich ran, wenn du weißt, du möchtest auf deutsch oder türkisch schreiben?

    Wir jammen ja oft und dann existiert da ein Stück Musik, das eigentlich schon ein wenig sagt, was es wird. Da ist wie so ein innerer Kompass, der uns in die Richtung zeigt. Man kann da aber auch ein wenig spielerisch mit umgehen. Zum Beispiel bei den neuen Sachen, die wir jetzt gerade schreiben, können wir uns vorstellen, eine Version auf Deutsch und eine auf Türkisch zu schreiben und einfach beides in die Welt zu blasen und zu schauen, was passiert. Es ist wie ein weiteres Stilelement, was wir nutzen, das ist super schön.

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    Es ist auch das erste Mal, dass du auf Türkisch geschrieben hast!

    Ja! Das war auf jeden Fall eine große Herausforderung. Ich bin auch da echt stolz darauf.

    Die Songs sind auch wirklich sehr poetisch geworden.

    Danke! Es war auch sehr viel Arbeit und sehr viel Überwindung. Auch dieses “Klingt das jetzt zu deutsch? Kann ich das so sagen?”. Das abzuschütteln und zu sagen “Ich stehe dazu”. Das ist meine Geschichte. Ich bin sehr deutsch sozialisiert und hole mir auch darüber den Zugang zur Sprache. Und dann ist es auch etwas sehr Eigenes, was man daraus macht.
    Früher in den Sechzigern zum Beispiel, da kamen die französischen Sänger und Sängerinnen, und haben ihre Chansons dann auf Deutsch gesungen, um sie hier zu verkaufen, in einem ganz heavy französischen Akzent (lacht). Ich fand das immer sehr sympathisch.

    Es hat auch sehr viel Spaß gemacht, eure Social Media Kampagnen zu den Releases zu beobachten. Wie war die Experience für dich im Teppich eingerollt im Kofferraum rumgefahren zu werden?

    Sehr befremdlich kurz. Aber nach dem fünften Reel war ich dann schon so “Hey, wo ist mein Teppich? Ich vermiss ihn!” (lacht). Das war auf jeden Fall viel über die eigene Komfortzone hinausgehen, aber hat auch super viel Spaß gemacht.

    “Das ist ein sehr wichtiges Album für uns.”

    Welcher der vorab veröffentlichten Songs ist dein Favorite?

    Also ich bin ganz stolz auf den Song Kırlangıçlar, weil das der erste selbstgeschriebene türkischsprachige Song ist. Und auch diese Psychedelic-Elemente und so, es hat auch so was Sehnsuchtsvolles. Ich find Şeker auch cool, weil sich das deutsch-türkische da so schön miteinander verwebt. Ich bin aber insgesamt auf dieses Album stolz, dass es überhaupt existiert unten den Umständen und in der Zeit, in der wir das gemacht haben. Wir haben etwas sehr Eigenständiges produziert, was sehr organisch nach uns live auch klingt, haben den Sound weiterentwickelt,.. Das ist ein sehr wichtiges Album für uns einfach und ich bin sehr froh, dass wir das gemacht haben.

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    Sag Mir Almanya ist eine Ansammlung offener Fragen an Deutschland. Welche Fragen sind das genau?

    Es sind Fragen wie: In welche Richtung geht es jetzt? Also wo wollen wir hin? Machen wir weiter auf dem Weg der Spaltung und des gegenseitig Fertigmachens, Niederbrüllens, Niederschimpfens? Oder gibt es da vielleicht einen besseren Weg, der weniger negativ ist? Der nach mehr Zusammenhalt schaut, nach Toleranz und gegenseitigem Respekt? Es ist dieses miesepetrige Geschrei des Populismus, das mich wütend macht. Deswegen ist es eigentlich auch mehr eine Aufforderung als eine Frage.

    Kannst du das Album in einem Satz zusammenfassen?

    Es ist ein psychedelischer, bunter Blumenstrauß.

    Das klingt mega.

    Ja, es ist sehr vielfältig! Es ist rockiger geworden, psychedelischer geworden. Auch ein bisschen krautig. Wir haben viel experimentiert, haben Anadolu-Rock reingebracht, Chansons, sehr geradlinigen Rock,.. Es ist sehr vielfältig und gitarrenlastig. Es macht Bock!

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    Habt ihr mal über Features nachgedacht?

    Ja! Bisher hatten wir das noch keine, aber wir sind gerade tatsächlich auch in Gesprächen für ein türkischsprachiges Feature, aber wir können da noch nichts zu verraten. Wir haben aber generell Lust, uns da weiter zu vernetzten mit Acts, die wir mögen und wo wir auch persönlich Bock drauf haben.

    Bewegung ist wichtiger als Perfektion.“

    Es ist ein vollgepacktes Jahr für euch. Was wird euer Highlight?

    Auf jeden Fall die Tour, die ist riesig. Wir spielen jetzt neun Termine in der Türkei, insgesamt haben wir 34 Tourstops, von Ende März bis Ende Mai, das ist auf jeden Fall viel. Und da liegt unser Fokus drauf. Parallel dann natürlich auch die Festivalsaison, in der Türkei und auch in Deutschland, da sieht man dann noch, wo genau wir da spielen. Und währenddessen halt immer weiter schreiben, produktiv sein. Da freuen wir uns riesig drauf.

    Macht ihr auch mal Urlaub zwischendurch?

    Wir machen auch mal Urlaub, eine Woche oder zwei, das geht schon so im Winter. David war jetzt drei Wochen in Thailand! Der hat genug Urlaub gemacht für dieses Jahr, da darf er jetzt von zehren (lacht).

    Aber wir gucken da schon drauf. Man muss sich bewusst Freiräume schaffen, um Musik zu machen, das erfordert viel Planung. Und da werden wir immer besser drin, die realistischen Zeitfenster dafür abzustecken. Es kommt eine Art Routine rein. Und wir merken, je früher wir anfangen, desto besser. Wenn man früh mit Sachen startet, kann man ihnen die Liebe und Aufmerksamkeit widmen, die sie brauchen.

    Müsst ihr manchmal aufpassen, dass ihr dann nicht zu perfektionistisch seid?

    Die Idee der Perfektion ist eigentlich schlecht, wenn man sich ständig denkt “ah, das kann man nicht rausbringen, das muss so und so sein”. Es geht um den Output. Man muss machen, machen, ausprobieren. Kreative Energie muss fließen und es muss Bewegung drin sein, das ist viel wichtiger als Perfektion.

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    Die untold story von ENGIN, die eine 12-Minütige Abwesenheit auf der Bühne beinhaltet, könnt ihr hier auf unserem Tik Tok-Kanal schauen!

    Und hier gibt es alle Infos & Tickets zur Sag Mir Almanya-Tour 2026! Wir können es wirklich ganz, ganz doll empfehlen.

  • Büyük Ev Ablukada im Interview: »It reminds you that music can cross a lot without losing where it came from.«

    Büyük Ev Ablukada im Interview: »It reminds you that music can cross a lot without losing where it came from.«

    Büyük Ev Ablukada aus Istanbul sind ein Kollektiv, das Länderübergreifende Musik macht – mal chaotisch, mal melancholisch, aber immer ein Vibe. Wir haben mit Bandfrontmann Bartu über ihr aktuelles Album und die Umstände und Restriktionen rund um die Musik in der Türkei gesprochen. Es gibt ein paar Teaser auf neues Material sowie ein Konzert am 18. April in Berlin – aber auch einfach eine ganz ehrliche Musikempfehlung von uns! Für ein paar anatolische Vibes, die sich mit Neugier in euer Hörverhalten einschleichen werden, empfehlen wir Büyük Ev Ablukada! Checkt sie aus!

    Büyük Ev Ablukada im Interview

    Anna: Hey Bartu, I hope you’re good! Since we just came across your cosmos, can you maybe start with introducing yourself and your music?

    Bartu: Hi Anna, of course. I’m Bartu, and I’m one of the people behind Büyük Ev Ablukada. We’re a band from Istanbul, but it never felt like just a band to me. It’s more like a living thing that grew out of friendship, noise, curiosity, and a need to make sense of life in our own way.

    Musically, we’ve never really stayed in one lane. There’s indie rock in it, there’s pop, electronics, spoken word, weird little turns, tenderness, chaos. We like songs that feel human, a bit messy, emotional, playful, and alive.

    How did you all find each other?

    The band came together in a pretty organic way. Aslan and Galvan are childhood friends of mine. Cembir and Galvan were already working in the same theatre, and then Cembir and I started working together, too. So a lot of it grew out of friendship, theatre, and people already being around each other for years.

    Our guitarist was actually our roadie at first, but he turned out to be so much better at guitar than the rest of us that he more or less forced us to retire. Zeynep originally joined to help with vocal arrangements, then realized the band had some serious vocal weak spots and decided to stay. And Can becoming our drummer is still a mystery to me, which somehow feels right.

    „Things are intense, but we’re still here.“

    Your most recent album “Defansif Dizayn” is a full good-vibe with a lot going on. In what state of mind did you write this album?

    That’s actually funny because I don’t think it came from a super peaceful headspace. The album came out of trying to stay soft and awake in a world that constantly pushes you to become defensive. So yeah, there’s energy in it, even lightness in places, but underneath that there’s tension too.

    It was written from a place of emotional overload, but also from wanting to stay connected to yourself, to other people, to joy, to humour. Maybe that’s why it moves the way it does. It’s not “everything is great” music. It’s more like “things are intense, but we’re still here.”

    How would you describe the process behind these songs? Do you have a typical approach to making music or do you like to mess around and see what happens?

    Sometimes a song starts with one line, sometimes a beat, sometimes just a weird little feeling that won’t leave the room.
    But we also care a lot about detail. So it’s loose at first, then very specific later. We like accidents, but we also like shaping those accidents into something that feels inevitable. It’s a mix of instinct and design, I guess.

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    „Life is rarely one thing.“

    Since it’s all in Turkish, you gotta help us out. What are the songs about? What topics are close to your heart and made it into songs?

    A lot of the songs are about closeness, distance, emotional confusion, city life, modern exhaustion, love, miscommunication, and the weird ways people protect themselves. Some of them are very intimate, almost like private conversations. Some of them look more at the outside world and the pressure of living in it.
    I think even when the songs sound playful, there’s usually something a bit heavier underneath. That balance feels honest to me. Life is rarely one thing. It can be sad and funny at the same time, warm and alienating at the same time. I’m interested in that space..

    Being from Turkey, how would you describe the music scene over there? What were your inspirations growing up?

    Turkey has an incredibly rich and layered musical culture. There’s a deep archive here folk traditions, arabesque, Anatolian rock, pop, protest music, experimental work and all of that exists next to a very alive contemporary underground. So the scene can be extremely creative, inventive, and emotionally direct. People make things with limited means but strong intention.

    Growing up, I was inspired by both local and international music. From Turkey, there’s always the shadow and light of artists who managed to be poetic, political, strange, and accessible at the same time. And then of course we were listening to all kinds of global music too alternative rock, post-punk, electronic music, singer-songwriters, things that gave us permission to think of songs as worlds rather than products. Our music comes from that mixture.

    „Artists always find ways.“

    Art and music are always political, but in Turkey even more. How did you experience the restrictions?

    Sometimes the restriction isn’t even a direct ban. It’s more like an atmosphere. You feel the pressure in the air. You know certain things come with consequences, and that changes the way people speak, share, or even imagine.

    But artists always find ways. Sometimes through metaphor, sometimes through humour, sometimes by saying one thing on the surface and another underneath. That kind of pressure can be exhausting, obviously, but it also sharpens people. It forces you to listen differently, write differently, mean more than one thing at once.

    Inmost all of this, you’re still making music. How important do you think it is to keep going and sharing your passion with the world?

    Very important. For me, making music is one of the ways of staying real. It keeps me connected to myself, to other people, to whatever still feels honest. And sharing it matters too, especially when it travels. When something made in Turkish, in Istanbul, under certain local conditions, reaches someone somewhere else and they still feel it; that’s powerful. That reminds you music can cross a lot without losing where it came from.

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    „New music is definitely on the way.“

    Can you teaser some new music? What are you working on right now?

    Yes, there’s always something cooking. We’re writing, collecting fragments, trying things out. I think the new material feels a bit more open in some ways, maybe a little more exposed, but also more free.

    I don’t like explaining things too early because songs change while they’re becoming themselves. But yes, new music is definitely on the way.

    I hear there might be a concert coming up in Berlin! What can you tell us about that? Have you been in Berlin before? If so, how did you like it?

    Yes, we’ve had some really memorable nights in Berlin. We’ve played there a few times over the years, including one show in a space inside the Berghain, so the city already has a strong place in our story. One of the most unforgettable memories for me was also sharing the stage in Berlin for Ezhel’s first concert outside Turkey, which made that connection even more special.

    Berlin has its own pulse. It feels open, raw, and very alive, and people really show up for music there. You can feel that energy immediately. So coming back is always exciting. What I’m looking forward to most is that moment when the crowd and the band really meet in the same frequency that’s always the best part. We’ll be playing in Berlin again on April 18, so if anyone reading this is around, come join us.

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    An untold story of Berlin

    For our last question we always ask for an untold story – is there something you haven’t told in an interview before and want to get off your chest now? Could be a random story, a good album you recently listened to or a movie we should check out!

    Hmm…I actually got beaten up pretty badly and robbed in Berlin once, which is also part of my history with the city. Oddly, I don’t even think of it as a bad memory. In a strange way, it was almost refreshing it pulled me out of everyday life and turned into one of those surreal stories you end up carrying with you.

    Kommt am 18. April in der Passionskirche vorbei und lasst euch auf ein special Live-Erlebnis mit Büyük Ev Ablukada ein!

  • Malummí im Interview: »Kunst ist immer politisch — und Schweigen oder Neutralität können genauso Schaden anrichten.«

    Malummí im Interview: »Kunst ist immer politisch — und Schweigen oder Neutralität können genauso Schaden anrichten.«

    Wir haben heute eine überfällige Empfehlung aus Basel für euch! Musiktipps aus der Schweiz, ihr kennt es, sie halten sich prinzipiell immer an ihr Versprechen. Malummí sind genau so eine Band. Mit ihrem dritten Album „Damaged By Their Silence“ lässt sich das Basler Trio um Sängerin Larissa Rapold auf eine verletztliche und intime Indie-Reise ein, die mit einer schonungslosen Konfrontation mit Schmerz, Verlust und gesellschaftlicher Müdigkeit einher geht. Musikalisch und lyrisch gehen die Songs tief und bleiben auch eine längere Weile – Versprechen gehalten!

    Wir haben Sängerin Larissa und Gitarrist Giovanni ein paar Fragen rund ums Album gestellt – lernt sie hier besser kennen und verliert euch danach in ihre Musik!

    Malummí im Interview

    Anna: Hey ihr Lieben, als erstes ein kleiner Check-In: Wie geht’s euch gerade?

    Giovanni & Larissa: Hallo Anna, danke für die Einladung zum Interview! Uns geht es sehr gut, wir sind glücklich und aufgeregt, da unser Album jetzt veröffentlicht wurde. Aber auch etwas angespannt, da es eher intime Songtexte sind, die jetzt jeder hören kann.

    Damaged By Their Silence ist euer drittes Studioalbum. Wie unterscheidet es sich zu den vorherigen? Könnt ihr uns in den Prozess des Albums mitnehmen?

    Giovanni: Wenn man unsere drei Alben nebeneinander aufreiht, merkt man schnell, dass Damaged by Their Silence und The Universe Is Black sehr eng miteinander verwandt sind. Wir spielen unsere Songs immer zuerst live an Konzerten, bevor wir sie ins Studio bringen — so kann sich ein Song wirklich entfalten und seinen eigenen Charakter finden. Larissa kommt jeweils mit einer Idee, einer Skizze, und erzählt uns von ihren Gefühlen und Vorstellungen. Daraus entwickeln wir dann gemeinsam den Sound, den wir suchen.

    „Wir erlauben uns aber auch, alles mit einer Prise Humor zu nehmen.“

    Damaged By Their Silence ist ein sehr ausdrucksstarker Album Titel – was ging euch durch den Kopf als ihr den Titel gewählt habt? Wieso ist er so passend?

    Larissa: „Damaged by Their Silence“ ist eine Zeile, die ich im Song Loneliest Heart of All singe. In diesem Song widme ich mich der Einsamkeit, die beendete Freundschaften mit sich bringen. Dieser Titel spiegelt aber auch die aktuelle Weltlage erschreckend genau wider. Kunst ist immer politisch — und Schweigen oder Neutralität können genauso Schaden anrichten.

    Was sind die Themen, die euch auf dem Album besonders beschäftigt haben?

    Einsamkeit, Selbstreflexion und Anerkennung. Wir sind immer in Bewegung, alles verändert sich konstant — so auch unsere Psyche. In diesem Album nehmen wir Abschied und sprechen die Dinge aus, die wir vor zwei Jahren noch nicht in Worte fassen konnten. Wir erlauben uns aber auch, alles mit einer Prise Humor zu nehmen.

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    Zeilen wie “My therapist told me to look for the child in me / But whenever I see it, it runs far away from me” unterstreichen wie komplex die Aufarbeitung persönlicher Themen in Therapie ist. Wie wichtig empfindest du es, offen darüber zu sprechen? Hilft dir das auch nochmal auf eine andere Art, diese Dinge mit Musik zu verarbeiten?

    Bei diesem Album ist besonders, dass ich einen direkteren Schreibstil verwende als beim letzten. Psychische Gesundheit ist so wichtig — und ich bin dankbar, dass sie in unserer Gesellschaft immer mehr an Stellenwert gewinnt. Im Grunde schreibe ich Songs, um meine Gedanken und Gefühle zu ordnen, und während des Spielens verarbeite ich gemeinsam mit der Band, was auch immer dabei herauskommt. Ich hoffe, dass es die Menschen erreicht, die es brauchen — vielleicht fühlt sich jemand genau so wie ich und findet Trost, oder was auch immer gerade wichtig ist, in der Musik.

    „Schlimme Stille ist, wenn man keine Stellung bezieht.“

    In Silent Baby gibt es die Zeile “I’m scared to release this song”. Begleitet dich die Angst so kurz vor Release immer noch?

    Nein, ganz und gar nicht — ich habe keine Angst mehr! 🙂

    Was hofft ihr, wird das Album mit den Menschen machen, die es hören?

    Larissa & Giovanni: Wir hoffen, dass es bei den Menschen ankommt, die es brauchen. Vielleicht finden wir ein paar Gleichgesinnte — wer weiß.

    Was empfindet ihr als die schlimmste Art von Stille? Und welche als die schönste?

    Larissa: Schlimme Stille ist, wenn man keine Stellung bezieht, schweigt, sich enthält und anderen Menschen nicht hilft. Wenn man sich nicht betroffen fühlt und deswegen keine Seite unterstützt. Spoiler: Damit kann man mehr Schaden anrichten, als man denkt — wie man es gerade in der Welt sieht. Deswegen: Climate change is real, pride is protest, protect the dolls, black lives matter, no one is illegal on stolen land, free Palestine und free Sudan.

    Die schönste Art von Stille ist, wenn Menschen, die sich lieben, einfach beisammen sein können — in einvernehmlichem Schweigen, ohne dass es sich seltsam anfühlt. Oder diese ganz besondere Stille kurz bevor der Mainact die Bühne betritt, wenn alle den Atem anhalten und die Vorfreude fast greifbar ist.

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    Musiktipps aus Basel

    Welches Album löst in euch ein Gefühl der absoluten Ruhe aus?

    Giovanni: Haley Heynderickxx – I Need to Start a Garden

    Larissa: Palinstar – Backtrain Places

    Ihr kommt aus Basel – was geht da so? Habt ihr Musikempfehlungen, neben euch!, die ihr uns mit auf den Weg geben wollt?

    Oh ja, wir können hier viele Projekte empfehlen!

    luri, Laurel Bloom (das Projekt von unserem drummer Lucas), Lost in Lona, Glitch Baby,Tinysatelitte (Giovannis Soloprojekt), Moonpools, Sarah El Hachimi, Tiramisadness, Gina Pelosi, Claire my Flaire, Cori Nora und Tiramisdaness.

    Im Mai seid ihr für ein paar Termine auch in Deutschland! Wo kann man euch erwischen?

    Ja, ihr könnt uns hier an diesen Orten live hören:

    18.04.2026 Köln – c/o Pop Festival

    05.05.2026 Mainz – Schon Schön

    08.05.2026 Leipzig – Noch Besser Leben

    09.05.2026 München – Orangehouse

    Wir spielen an allen Daten mit der ganzen Band — wir freuen uns sehr darauf!

    Die letzte Frage bezieht sich bei uns immer auf eine untold story, etwas, was ihr in keinem Interview bisher erzählt habt. Gibt es einen Funfact, eine Empfehlung oder etwas Anderes, was euch beschäftigt und ihr in diesem Kontext noch loswerden wollt?

    Wir werden immer wieder auf Silent Baby angesprochen, und einige schlussfolgern, dass sich unser Albumtitel auf diesen Song bezieht — aber das stimmt gar nicht. Es ist eine Zeile aus Loneliest Heart of All, und dieser Song handelt von beendeten Freundschaften.

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    Hier gibt es Tickets zur Damaged By Their Silence-Tour 2026! Kommt vorbei, es wird wunderschön.

    Foto: Dshamilja Kalt

  • the wild ride of 2025: this could just be twenty one pilots but it’s more

    the wild ride of 2025: this could just be twenty one pilots but it’s more

    2025 war ein krasses Jahr. Persönlich hat es mich mitgenommen, wie kein Jahr je zuvor. Ich musste mich von meinem Papa verabschieden, der überhaupt noch gar nicht bereit war zu gehen. Das ist eine Erfahrung, die ich keinem anderen Menschen wünsche und eine, die ich selbst immer noch nicht so richtig verarbeitet habe. Ich hab mich aber auch selbstständig gemacht und die Entscheidung getroffen, mein allererstes Printmagazin zu veröffentlichen. Was einfach nur absurd ist – aber geklappt hat. Anfang Dezember sollte ich tatsächlich die allererste Printausgabe von untoldency in der Hand haben! Mit so viel Hingabe und Qualität zusammengestellt, wie ich es selbst schon immer haben wollte. Ich hab auch die Entscheidung getroffen, nach Irland zu ziehen und meinem Bauchgefühl und der Liebe zu folgen. 2025 hat mich verändert wie kein anderes Jahr je zuvor. Und durch all das hat mich verlässlich wie eh und je Musik gezogen. Und wenn ihr wollt, zeig ich euch jetzt, welche.


    I wonder where you are, I wanted you to show me

    Ich brauch keine Streamingdienst-Statistiken, die mir beweisen, dass Twenty One Pilots mein meistgehörter Artist und ihr aktuelles Album Breach mein meistgehörtes Album 2025 ist. Das wusste ich schon letztes Jahr, bevor überhaupt auch nur eine Single aus dem im September erschienenen Album veröffentlicht wurde. Das Alternative-Duo ist eine der faszinierendsten Bands, die es da draußen gibt, und die mich, und Millionen weitere Fans, mit einer über Jahre und erfolgreiche Alben erstreckenden Lore in Bann gehalten hat. Wer mich kennt, weiß, wie hoch das Feuer für Tyler Joseph und Josh Dun in mir lodert. Wer sich unser erstes Printmagazin schon geholt hat, hat das auch gelesen. Denn natürlich hab ich ganze sechs Seiten darauf verwendet, zu erklären, was genau es ist, das diese Band, ihre Musik und Beziehung zu ihren Fans so besonders macht. (Wer das lesen möchte, ich hab mir sehr viel Mühe gegeben.)
    Dementsprechend hab ich also auf das neue Album Breach hingefiebert und kaputt gehört, als es endlich rauskam. Schon der Opener City Walls – ich weiß gar nicht, wie in Worte fassen soll, was dieser Song mit mir macht. Er ist das Ende einer Ära, beschreibt den letzten (verlorenen) Kampf des fiktiven Charakters Clancy und seinen inneren Dämonen und zerreißt mich einfach komplett.

    My smile wraps around my head, splitting it in two
    I don’t have a clue how I can keep the top half glued.

    Diese Bridge ist das Beste, was ich seit September ganze 43 Mal gehört hab. Nicht nur ist es lyrisch absolut genial, es geht auch mit so viel Gefühl und Verzweiflung in mein Herz, nur um danach in fetten Riffs und Screams zu explodieren. Ich beende diesen Song jedes Mal ein wenig außer Puste und mit einer kribbelnden Gänsehaut.


    I’ve been this way, I want to change

    Drum Show ist der nächste Song, der mich auf dem neuen Twenty One Pilots Album absolut weggefegt hat. Fans wie ich bekommen jedes Mal ein kleines Herzkribbeln wenn sie Drummer Josh das erste Mal auf einem Studio-Song singen hören. Und Emo-Girls wie mir schießt das Blut in die Adern wenn Sänger Tyler ins Mikro screamt. Drum Show ist der perfekte Song für beides.

    Auch The Contract, die erste Single-Auskopplung des Albums und dementsprechend mein meistgehörter Song des Jahres, ist voller Riffs und catchiger Melodien, die sich tief in meinen Coping Mechanismen verfestigt haben. Auch Refrains wie „I feel like garbage!“ kann man grandios gut mitsingen wenn man sich genau so fühlt. Und One Way ist vielleicht der beste Pop-Song, der dieses Jahr erschienen ist. Ja, auch neben einem Olivia Dean Album würde ich immer diesen Song bevorzugen. Ob das ein bisschen biased ist? Vielleicht. Ob ich mich trotzdem jedes Mal mit ausgestreckten Armen singend durch meine Wohnung drehe? Ich kann gar nicht anders.

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    I think my skin got worse with good intentions

    Ein Song, der sehr stark für mich auf diesem Album hervorsticht, ist Center Mass. Nicht nur, weil er lyrisch so offen und verletzlich ist wie kaum ein anderer, sondern weil er einfach, entschuldigt meine Ausdrucksweise, so hart reingeht. Er hat die meisten Twists auf dem ganzen Album. Von einem rekordverdächtigen Jazz-Rap-Groove switchen Twenty One Pilots in knapp vier Minuten zu einer absoluten Hard Core Riff-Explosion, die dann einfach mit diesen Worten endet:

    I don’t wanna share what happened, I just wanna let it go

    Nothing was the same right after I went to the funeral

    I miss you so, so much, take what you want
    Take what you want from me, took you for granted

    Ich glaube, ich muss nicht groß erklären, warum ich jedes einzelne Mal Tränen in den Augen hab, wenn ich diesen Song höre.


    Dreamer, wake up

    Neben Twenty One Pilots hab ich ehrlich gesagt nicht viel bewusst gehört. Ich hab’s immer mal wieder mit neu releasten Alben versucht, aber nie den Raum gehabt, mich komplett auf eins einzulassen. Dafür sind einzelne Songs sehr hängen geblieben. Die Drums auf horcrux von Loyle Carner zum Beispiel haben sehr bestimmte Punkte in meinem Gehirn gekitzelt. Seitdem ich sie live gehört hab, muss ich den Song täglich mindestens ein Mal anspielen. Ähnlich ist es bei 1996 von RAR, dem einzigen deutschsprachigen Song auf der Playlist. Allein bei diesem Text hab ich ihn drei Mal nacheinander gehört. There’s something in it.

    There’s also something in There’s No Rush von der neuseeländischen Band Mild Orange. Es ist auf jeden Fall diese verträumte Gitarre, die nur von der anderen Seite der Welt kommen kann. Es ist aber auch das Gefühl von Zeit, die das erste Mal stehen bleibt. Auch wenn der Song bereits im Februar rauskam, war es erst November, als ich auf ihn gestoßen bin – genau dann, als ich ihn am meisten gebraucht habe. Die Druck-Deadline des Printmagazins war ein äußerst präsenter Grund sich mehr Zeit für all die Dinge zwischendrin zu wünschen. There’s No Rush hat mir das Gefühl von stehengebliebener Zeit für ganze 5 Minuten geschenkt.


    When I close my eyes, you’re standing there, in front of me

    Ein ähnliches Geschenk haben mir betterthings Ende November gemacht. Sie haben mir eins der überraschesten Konzerte dieses Jahr ermöglicht, das so spät in der zweiten Jahreshälfte kam, dass ich es nicht mehr geschafft hab, es als eins meiner Top 3 Konzerte im Printmagazin aufzunehmen. Tom Odell, Leute, ist, falls ihr es noch nicht wisst, ein absoluter Rockstar. Ende November hat der Singer Songwriter, die Uber Arena ausverkauft und ich hab sie an diesem Abend absolut baff verlassen. Während ich mich unterbewusst auf ein großes akustisches Konzert mit traurigen Songs am Klavier vorbereitet hab, hat mich der sympathische Brite mit einer von so gut konzeptionierten Live-Show und Full Band so abgeholt, dass ich mich glatt ein wenig verliebt hab. Tom Odell hat mich mal wieder daran erinnert, wie es ist, sein Herz an Live-Musik zu verlieren. Und zu sehen, wie dasselbe dem Künstler auch passiert.


    Hello darkness, my old friend

    Jens hat in seinem Jahresrückblick schon über Fear von NF geschwärmt. Aber auch ich muss extra Raum für einen der mit am meist unterschätzten Rapper der USA einräumen. Ich hab NFs Reise seit seinem Debütalbum Mansion (2015) mitverfolgt. Das heißt, zehn Jahre mach ich mir schon Sorgen um den mit Depressionen und OCD diagnostizierten Rapper, der mit schwarzen Klamotten und Cap tief im Gesicht Arena nach Arena auf der ganzen Welt ausverkauft. Auch er hat über die Jahre und vergangenen Alben eine Geschichte hinter der Musik aufgebaut und seine eigenen Dämonen personalisiert. (Hier hab ich meinen Fangirl-Schrei zum letzten Alben rausgelassen.) Fear knüpft direkt dort an und zeigt in einem Musikvideo, das mir absolut die Sprache verschlägt, wie sein Haus, in dem er mit all seinen Emotionen wohnt, abbrennt und er sich selbst zu Grabe schleift. Es gibt hunderte Easter Eggs in diesem Musikvideo, und es ist so gewohnt unverblümt offen und ehrlich, dass ich die Hälfte des Videos mit meiner Hand vor dem Mund schaue. Immer noch, jedes einzelne Mal.

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    Alle Zeit von Heisskalt ist, obwohl musikalisch in einer ganz anderen Ecke, ein überraschend anknüpfender Track. Wir bleiben beim Thema brennende Häuser und metaphorische Verletzungen durch die Umstände des Lebens:

    Das Haus steht in Flammen, die Hände sind blutig, ein Knöcheln gestaucht
    In Anbetracht der Lage der Dinge ein völlig normaler Verlauf

    Ihr wisst vielleicht nicht, was für ein großes Highlight das Heisskalt Album für manche eurer Friends gewesen ist, aber ihr solltet mal fragen. Sechs Jahre haben sie wahrscheinlich darauf gewartet, dass die Alternative Rock-Band wieder was veröffentlicht. Es hat sich mehr als gelohnt.


    In a room full of people, I look for you

    Ich bin dieses Jahr außerdem sombr und Djo verfallen. Gute Popmusik kriegt mich einfach immer wieder. Sie macht das Leben manchmal einfach ein wenig leichter. Besonders, wenn man dabei die Attitude von RAYE hat. Vielleicht guck ich nächstes Jahr das erste Mal in meinem Leben den Superbowl, nur um zu sehen, wie Bad Bunny die Kluft einer gespaltene Nation zu vereinen versucht. Wen ich auf jeden Fall 2026 live sehen werde, ist ROSALÍA in Barcelona und ich bin HYPED. Wir können ja noch gar nicht ahnen, was da mit welcher Wucht auf uns zukommen wird.


    And the sun keeps you warm

    Und das war’s eigentlich auch schon. 2025 ging seltsam schnell zu Ende und war persönlich ein großes Ab und Auf (ja, in dieser Reihenfolge). Ich möchte nicht unbedingt was zu dem allgemeinen Zustand der Welt sagen, denn er erschreckt mich so tief, ich finde keine Worte. Deshalb träum ich mich in meinen eigenen Trance-Zustand zu Blood Orange, RY X und Swimming Paul. Oder ich verlier mich in Hazlett und geb mein Bestes, nicht in all dem zu versinken.

    I’m okay, but kinda upset
    Told my mum I’m doing my best
    It’s too late to go and get rest
    So I’m gonna live in my head

    See you in 2026! Vielleicht habt ihr ja Lust bis dahin mal wieder ein richtig cooles Printmagazin zu lesen. Dann klickt hier und macht euch selbst, euren Freund*innen und uns eine Freude! Wir haben noch Magazine da, und es würde mir die Welt bedeuten, wenn eins davon zu euch finden würde.

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  • LOKI im Interview: »Cyan fühlt sich an wie ein altes Holzhaus, in dem jeder Raum einen Song portraitiert.«

    LOKI im Interview: »Cyan fühlt sich an wie ein altes Holzhaus, in dem jeder Raum einen Song portraitiert.«

    LOKI ist eine Band, von der wir uns fragen, ob ihr sie eigentlich auch alle schon kennt – und wenn nicht, warum nicht? Das achtköpfige Projekt rund um Marc Grünhäuser macht Indie-Neo-Folk fürs Herz und hat mit Cyan nun endlich (!) ihr Debütalbum released. Dazu sprechen wir nicht nur unsere Glückwünsche aus, sondern haben sie direkt auch für ein paar Fragen im Interview.

    Cyan ist ein Album, das die Reise selbst feiert. Es geht nicht um das Ankommen, sondern um die kleinen Umwege – und um das gemeinsame Erleben und Erschaffen dieser Erinnerungen. So wholesome wie sich das anhört, so klingt und ist es auch. Eine große Empfehlung von uns an euch.

    LOKI im Interview

    Anna: Hi! Wie geht’s euch? Es ist viel los bei euch, aber auch in der Welt. Wie navigiert ihr euch gerade durch die Zeit?

    Marc: Hey! Ganz gut. Danke für die Nachfrage. Es ist tatsächlich auf allen Ebenen viel los. Navigieren klingt da schon fast zu kontrolliert. Es fühlt sich eher an, als wäre man in einen Bus gestiegen, ohne wirklich zu wissen wo’s hingeht, samt all der Schönheit und all der Überforderungen die eine solche Fahrt mit sich bringen kann.

    Wenn ich mich richtig erinner, ist LOKI als ein Uni-Projekt gestartet. Was sind die Dinge, an die ihr euch jetzt noch am liebsten von der Anfangszeit erinnert? Was waren die Hürden, die ihr seitdem überkommen habt (oder noch überkommt)?

    Marc: Nicht ganz. LOKI war kein klassisches Uni-Projekt, die heutige Konstellation hat sich allerdings an einer Uni kennengelernt. Ich erinnere mich an den Anfang so gerne, weil es einfacher war äußere Umstände, wie Streaming-Zahlen, Ticketverkäufe etc., auszublenden. Mit der Zeit wird ein Projekt meist professioneller, was sehr viele Vorteile mit sich bringt, aber eben auch mit mehr Verantwortung daherkommt.

    Ich glaube die große Hürde, aber auch die große Stärke von LOKI ist die Größe und Vielseitigkeit der Gruppe. Wir sind insgesamt 8 Leute mit verschiedenen Geschmäckern, Ideen & Visionen. Das alles in einem Projekt zu vereinen kann schonmal aufreibend sein, lohnt sich jedoch jedes Mal. Heute denke ich etwas anders darüber nach – ich bin dankbar dafür, dass ich die Möglichkeit hatte, alle diese Orte zu sehen. Ich glaube tatsächlich sogar, dass all das genau richtig war, sonst hätte ich die Songs, die ich schreibe, nie so schreiben können, ohne all diese Einflüsse.

    „In jedem Raum findet sich ein neuer Song.“

    Wann habt ihr gemerkt, jetzt ist der Zeitpunkt, um an einem Album zu arbeiten?

    Marc: Wir haben einfach irgendwann gespürt, dass es nach all den EPs die wir schon veröffentlicht, hatten nun an der Zeit ist ein Album anzugehen – dieses Bauchgefühl hat vermutlich vor ca. 1 1/2 Jahren eingesetzt. Wir hatten zu diesem Zeitpunkt schon einige Demos angesammelt hatten und sobald der Prozess erstmal ins Laufen kam, waren die Unterschiede zu vorherigen Produktionen gar nicht mehr so groß.

    Eurer Album lebt (laut Pressetext) “irgendwo zwischen Blau und Grün” – wo genau ist das? In welcher Szenerie würdet ihr Cyan sehen?

    Marc: Cyan fühlt sich wie ein altes Holzhaus an, das irgendwo auf dem Land steht, aber durch einen modernen Anbau samt Tanzfläche ergänzt wird. In jedem Raum findet sich ein neuer Song, der mal die musikalische Reise von LOKI über die Jahre portraitiert, aber auch neue Einflüsse und Ideen hervorhebt.

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    Wie ist es, zu acht Musik zu machen? Habt ihr euch da mittlerweile gut eingespielt oder gibt es noch ab und zu kreative Differenzen?

    Marc: Ich denke, wir haben uns schon sehr gut eingespielt und trotzdem muss man in Bezug auf kreative Entscheidungen durchgehend Kompromisse eingehen, da es schlichtweg unmöglich ist acht Visionen, die vielleicht zu sogar konträr zueinander sind, in jedem Song zu vereinen. Wir versuchen möglichst viel zu kommunizieren, demokratisch zu handeln und haben ein Veto Recht, das jede:r ziehen kann sobald er oder sie sich mit einer Entscheidung unwohl fühlt. Natürlich benötigen solche Prozesse viel Zeit und können anstrengend sein. Die Erfahrung mit acht Freund:innen auf einer Bühne zu stehen und Musik zu machen, ist es aber auf jeden Fall wert.

    „Wenn man sich die Mühe macht, genau hinzuhören, lernt man uns ein bisschen besser kennen.“


    Was ist euer jeweilige Lieblingssong vom Album, und warum?

    Marc: Ich mag „Greedy“ sehr gerne, weil ich die Produktion und das Songwriting sowohl spannend als auch schön finde.


    Was sind die Momente eurer letzten Jahre, die ihr auf Cyan verarbeitet habt?

    Marc: Cyan verarbeitet ein breites Spektrum an Themen. Manche Texte sind beispielsweise schon ein paar Jahre alt und unterscheiden sich daher auf vielen Ebenen von den neueren. Letztlich schreiben wir immer über unser Leben bzw. unser Erfahrungen – wenn man sich die Mühe macht genau hinzuhören, lernt man uns also ein bisschen besser kennen.

    Gab es einen Song, der besonders lange gebraucht hat, bis er fertig war, bzw. einen, über den ihr gar nicht lange nachdenken musstet, und er hat gepasst?

    Kai: Viele Cyan Songs waren schon vor den Recordings relativ weit, sodass wir die Zeit im Studio zum Experimentieren nutzen konnten, um unsere Vorproduktionen aufsnächste Level zu bringen. „Greedy“ war vermutlich der Song, der am längsten gebraucht hat. Es gab viele Ideen, Parts und Richtungen, die sich erst ganz knapp vor Deadline zusammenführen ließen. Das Outro hingegen ist komplett in einer Livesession entstanden und war innerhalb von drei Takes im Kasten.

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    Ein Rezept á la LOKI

    Wie unterstützt ihr euch gegenseitig im miteinander Musik machen? Und denkt ihr, ihr hättet auch in einer anderen Realität zueinander gefunden?

    Kai: Unser Zusammenfinden ist von derartig vielen Zufällen geprägt, dass wir uns kaum vorstellen können, auf irgendeinem anderen Weg davonzukommen, wo wir jetzt sind. Das macht unsere gemeinsame Zeit so einzigartig und wertvoll. Die Dankbarkeit dafür zeigt sich vor allem, wenn wir zusammen Musikmachen, wo wir voller Respekt und Spielfreude aufeinander hören und uns gegenseitig begeistern.

     Im Oktober geht ihr auf Tour! Falls hier jemand mitliest und noch kein Ticket gekauft hat – was erwartet uns auf Tour und warum sollten wir alle kommen?

    Kai: Auf der Cyan Tour erwarten euch acht Leute, die sich nicht nur aufeinander freuen, sondern auch seit einem Jahr kaum erwarten können, die neuen Songs live zu präsentieren. Wir wollen auf der Tour aber auch eine kleine Reise in die Geschichte der Band wagen und auf die Bühne bringen, inwiefern wir als Gruppe in den vergangenen Jahren zusammengewachsen sind.

    Die letzte Frage bezieht sich bei uns immer auf eine untold story, etwas, was ihr bisher in keinem Interview erzählt habt. Das kann alles Mögliche sein, ein Fun-Fact über eine Songentstehung, euer Lieblingsrezept aus diesem Jahr oder was ihr sonst noch gerne loswollen möchtet.

    Anna: Es gibt tatsächlich ein Rezept, was wir jedes Mal, wenn wir zusammenkommen, gemeinsam kochen: nudeln mit vegetarischer Bolognese-sauce, darauf Apfelmus und ein Spiegelei nach Rezept von Marcs Oma. klingt erstmal weird aber schmeckt richtig lecker.

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    Hier gibt es mehr Infos & Tickets zur Cyan-Tour 2025! Kommt alle vorbei, es wird wunderschön.

    Foto: Caren Detje

  • untoldency proudly presents: To Athena am 16.09.2025 in Berlin

    untoldency proudly presents: To Athena am 16.09.2025 in Berlin

    Wenn am 16. September melancholische Streichinstrumente auf Synth-Pop treffen und die wunderbare Welt von To Athena genau dazwischen tanzt, dann seid ihr hoffentlich im Kesselhaus, Berlin. Denn die Magie, die genau dort entsteht, muss live erlebt werden. To Athena verbindet Kammerpop, Wehmut und wunderschöne Lyrik, die reflektiert und schmerzt. Und nächsten Dienstag reicht sie euch die Hand und lädt euch ein, in dieser Welt mitzuexistieren.

    „I’ve been a weird kid all my life“

    To Athena haben wir schon bei den Hamburger _space nights* entdeckt. Die Singersongwriterin erzählt introperspektive Gechichten auf Schweizerdeutsch und Englisch und verwandelt sie in filmischen Pop. Sie findet die Größe in den kleinen Details auf eine zugängliche und liebevolle Weise und genau das verschaffte ihr 2023 schon den Swiss Music Award in der Kategorie „Artist Award“. Nun ist sie auf Weird Kid Tour“-2025. Und in Berlin!

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    Am 16.09. kommt sie dafür ins Kesselhaus vorbei. Und ihr könnt hier noch Tickets kaufen!

    Auf unserem Insta-Account verlosen wir 1×2 Tickets für das Konzert! Hier entlang wenn ihr sie gewinnen wollt.

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    Fotocredit: Vera Joder

  • „So few, so proud, so emotional. Hello, Clancy“ – Twenty One Pilots und der Blick zurück bevor es weitergeht

    „So few, so proud, so emotional. Hello, Clancy“ – Twenty One Pilots und der Blick zurück bevor es weitergeht

    “We’re excited to get back into the color red again. Because the goal the whole time was learning how to utilize the thing that we were afraid of and try to win. This is kind of what the story is all about.”
    – Tyler Joseph

    Mit diesem Zitat hab ich 2024 meinen letzten Artikel zur Twenty One Pilots-Lore abgeschlossen. Die Kick-Off Single Overcompensate zum aktuellen Album CLANCY wurde Ende Februar released. Im Mai kam dann das Album – und ich höre es seitdem auf Dauerloop. Bisher hatte ich noch keine Möglichkeit gehabt, in Worte zu fassen, was eigentlich alles auf diesem Album passiert ist. Vor dem Kontext, dass es diese Woche mit einer NEUEN SINGLE zu einem NEUEN ALBUM weitergeht (!), ist jetzt der Zeitpunkt, nochmal alles zu sammeln, was bisher passiert ist.

    Was bisher geschah

    Wir befinden uns in dem sechsten Artikel zu der Lore, die Alternative Duo Twenty One Pilots seit ihrem Erfolgsalbum Blurryface (2015) rund um ihre phänomenale Musik bauen. In jedem davon muss ich zu den vorherigen Artikeln verweisen, weil es wirklich unmöglich ist, alles bündig zusammenzufassen. Wer sich also tief in die Geschichten hinter DEMA, Trench, Clancy und Blurryface einlesen will, kann sich ab hier einmal durchklicken. Es lohnt sich.

    Und weil sich die beiden sweeten Boys aus Ohio, Columbus die Mühe gemacht haben, zur jedem Song ein absolut sehenswertes (!) Musikvideo zu drehen, gehen wir genau so durch das Album. Song by Song, Musikvideo by Musikvideo. Buckle up.

    Disclaimer: Ich habe tausende Gedanken und Gefühle zu diesem Album, aber es lohnt sich wirklichwirklichwirklich alles zu lesen und in die eigene Welt von Twenty One Pilots einzutauchen.

    Can you die of anxiousness?

    Nach Overcompensate war nicht ganz klar, in welche Richtung die Story rund um den Protagonisten Clancy gehen wird. Klar war: there’s gonna be some kind of confrontation. Denn nachdem Clancy zum zweiten Mal aus DEMA (aka die mentale Gefängnisstadt) geflohen ist, hat er beschlossen, zurückzugehen, um zu kämpfen. Im Musikvideo sieht man ihn, wie er mit Sturmmaske im Gesicht in ein Auditorium schreitet und ankündigt, entweder ganz DEMA von innen zu stürzen oder selbst zu einem Bischof zu werden. Viele Gänsehautmomente mit vielen Fragezeichen in einem wahnsinnig starken Intro Song. Ob in Tylers Bassriffs oder Joshs treibenden Drums, zu Overcompensate kann man fantastisch einen Moshpit starten.

    Dann, die zweite Singleauskopplung, Next Semester. Für Fans von Songs, deren harte Riffs sich in die Seele ballern, ein absoluter Diamant. Inhaltlich geht es um Panikattacken, die Tyler im College hatte, und den Struggle, diese zu überkommen und immer weiterzumachen. Das Musikvideo wurde in einem kleinen Punkclub mit einer 130 Kapazität in LA gedreht, mit Fans, die extra für den Dreh eingeladen wurden. Der Schweiß tropft von der Decke und von jedem Körper, der sich in der Menge befindet – einschließlich Josh und Tyler. Ja, das ist schon sexy.

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    Immer wieder gibt es einen Cut vom Club auf eine leere, dunkle Straße und ein großes Licht, das auf Tyler zugerast kommt – bis er in letzter Sekunde ausweicht. Dass das Lied dann mit einem Ukulele-Outro in einem kleinen Kreis von Fans endet und mir Flashbacks zu diesem Elvis Cover gibt, dass die Band vor 12 Jahren gespielt hat, ist einfach nur ein Extra on top. Tyler selbst sagt, dass er von diesem Musikvideo geträumt hat – wie wholesome kann es noch werden?

    I don’t wanna backslide

    Der nächste wholesome Moment wartet nicht lange, sondern ist direkt im nächsten Musikvideo zu Backslide zu finden. Mein absoluter persönlicher Lieblingssong vom Album ist fast eine Hommage an das Musikvideo von Stressed Out. Man sieht Tyler, wie er am Anfang des Videos Burger Brötchen in einem kleinen Laden kauft und sich dann auf sein Bike schwingt, um irgendwo hin zu fahren. Dabei tauscht er es entweder gegen Limonade um oder beißt ab und zu in eins rein, mag es nicht, und wirft es wieder weg. Im Refrain muss er durch Stürme und Regen radeln, nur um am Ende dann bei Josh anzukommen, der beim Grill auf ihn und die Brötchen wartet. Diese sind zu dem Zeitpunkt so gut wie nicht mehr vorhanden. Tyler muss also wieder zum Laden zurückfahren – wo all das nochmal von vorne beginnt. Wer von euch mag das interpretieren?

    Produziert hat dieses Meisterstück Josh Dun selbst. Es ist das erste Musikvideo, was der Drummer eigenständig in die Hand genommen hat. Ironisch, dass es genau das ist, welches Tyler tagelang Muskelkater im Hinterteil beschert hat, weil er über 8 Stunden Fahrrad fahren musste.

    Auch inhaltlich hat das Video sehr viele Referenzen – “Backslide” bedeutet Rückfall oder Wiederholung alter schlechter Gewohnheiten, auch mentaler. Die Referenz zu dem Stressed Out Video könnte dafür stehen, dass er wieder in die Gefühle und Themen von damals zurückfällt. Was auch Sinn ergibt mit der schwarzen Farbe an seinen Händen und Hals – diese stehen für seine Unsicherheiten und erstickenden Gefühle. Sie sind immer zu sehen, wenn er sich in den Fängen von Blurryface befindet. Zurück in DEMA und in diesen alten Mustern hat er Angst, diesen erneuten Kampf zu verlieren.

    There’s no chance I will shake this again
    ‚Cause I feel the pull, water’s over my head
    Strength enough for one more time
    Reach my hand above the tide

    Die Verzweiflung, mit der Tyler den gesamten Chorus singt, macht mich gelinde gesagt fertig. Ich fühl den Pull, ich fühl alles. Ich weiß nicht, was genau es ist, was Twenty One Pilots in diesen Song gepackt haben, aber es ist fast wie eine Droge.

    Winter in Ohio

    Der nächste Song Midwest Indigo ist wiederum eine Hommage an die Region in den USA, wo die beiden aufgewachsen sind: Columbus, Ohio. Bekannt für kalte Winter, wird das Thema der Kälte nicht nur lyrisch in jedem zweiten Vers aufgegriffen, sondern auch im Musikvideo. Ganz DIY auf einem zugefrorenen See gefilmt, mit versteckten Cameos und vielen süßen Momenten.

    Obwohl der Song eine poppige Melodie hat, die tagelang in meinem Kopf rumschwirrt, ist das Thema ein wenig darker (suprise, it’s a Twenty One Pilots Song). Es geht um Isolation, schwindende Chancen, den Drang vor den eigenen Problemen wegzulaufen und eine durchweg präsente Anxiety zu spät zu sein.

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    I’m keeping my eyelids up, no matter what

    Vor den Problemen weglaufen kann Clancy. Auch im nächsten Song Routines In The Night ist genau das Thema – diesmal nur nachts. REM Cycle nach REM Cycle wird geskipped, um nicht im Schlaf von den eigenen Dämonen heimgesucht zu werden. Schlaflosigkeit ist ein häufiges Symptom von mentalen Krankheiten. Und auch das verworrene Labyrinth im eigenen Geist eine Metapher, die wir alle kennen. In dem Musikvideo sieht man Clancy, wie er anstatt zu schlafen, durch die Räume seines eigenes Geistes wandelt. An manchen ist STAY OUT an die Tür gesprüht, in anderen sitzt Josh und spielt Schlagzeug. Interessante Easter Eggs: der Raum, in dem gelbe Blumen von den Bandidos liegen (die ihn das erste Mal aus DEMA befreit haben) und ein anderer, in dem Clancy vor einem Schrank voller Bischofs-Umhängen sitzt. Will er DEMA mit den Banditos stürzen oder will er einer der Leader werden? Wir wissen es immer noch nicht.

    So beautiful, the space bеtween
    A painful reminder and a terrible dream
    I’ve been here before and I’ve got time
    I’ll give you the tour, show you why I

    Ebenfalls empfehlen kann ich euch neben dem Musikvideo diese Live-Version von Tour. Es macht wirklich Spaß, die einzelnen mit Euphorie überforderten Gesichter der Crowd zu sehen, durch die Tyler einfach so marschiert.

    No, not me, it’s for a friend

    Der nächste Song, Vignette, ist ein Song, der nicht nur ballert, sondern tief persönlich ist, denn es geht um Abhängigkeiten:

    “There’s a few interpretations of it. I think for me, it makes the most sense when I look at it from the perspective of addiction and what that can feel like at times. A certain type of season of that and that’s why this song is very special to me.” – Tyler

    Auch wenn wir alle individuell anders dazu relaten können, bestehen Abhängigkeiten in so vielen mehr Aspekten des Lebens als wir es wahrhaben wollen. Sie sind fast immer mit Scham und defensiven Verhalten verbunden, sie haben ständige Ups and Downs. Sie sind vielleicht der schwerste Kampf in uns allen.

    Das Musikvideo ist in der dunkelsten Stunde der Nacht gedreht, auf einem zugefrorenen See, von Schnee bedeckt. Tyler hat einen roten Zettel in der Hand, der ihm zu sagen scheint, wo er hingehen soll, und malt nicht erkennbare Muster in den Schnee. Er schreit Where Do I Go From Here? und hält sich mit seinen schwarz bemalten Händen die Augen zu. Am Ende erscheint dann ein wahres Meisterwerk von Josh Dun’s Gesicht in Großaufnahme – Kunst kreiert Kunst.

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    Another Love Letter

    Eine Tradition, mit der Tyler Joseph auch auf diesem Twenty One Pilots Album nicht gebrochen hat, ist einen Song nur für seine Frau zu schreiben. Von Tear In My Heart, zu Smithereens und Formidable haben die letzten drei Alben einen Song, der nur seiner Frau Jenna gewidmet ist. The Craving (Jenna’s Version) ist dieser Song auf CLANCY. Ein paar Tage vor Album-Release kam eine Single Version raus, ebenfalls mit eigenem DIY Video. Auf dem Album wurde jedoch Jenna’s Version veröffentlicht. Viel ruhiger als die Single-Version und nur mit einer Ukulele, hat dieser Song ein Musikvideo bekommen, das genau diese Intimität einfängt. Mit alten Videos auf einer Leinwand projiziert, kommt die Nostalgie hoch, um die es in The Craving geht. Die Hoffnung, dass diese eine Person für immer im Leben bleibt und man ihr die eigene Liebe gut genug zeigt.

    Welcome to the new way of living

    Welcome to the most underrated track on the album: Lavish. Es ist wahrscheinlich der Track, der am meisten aus dem Album hervorsticht. Es geht um den abgehobenen und verschwenderischen Lifestyle der Musikbranche, und alles wird ein wenig auf die Schippe genommen. Inmitten vieler Referenzen (wie die Capri Sonne aus dem Stressed Out Video oder die Anzüge, die sie bei ihrer 2017 Grammy-Verleihung anhatten) haben sie ein wahnsinnig cooles Musikvideo kreiert, vielleicht das coolste aus der ganzen Reihe. Die Magie von Google Maps und Straßenschilder kann einen nur zum Lächeln bringen. Welcome To The Lavish-Lifestyle:

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    Pardon my delay, I’m navigating

    Wir befinden uns im letzten Drittel von CLANCY und falls ihr hier noch dabei seid, es warten wirklich noch die besten Songs auf euch. Sobald Navigating anfängt, öffnet sich der Mosh – da ist es mir egal, ob ich in einer Arena mit 20 anderen euphorisch rumspringe, oder ob ich alleine in meinem Bad bin. Hier wird aufgestaute Energie ausgeschüttet.

    Das liegt nicht nur an den treibenden Riffs, sondern auch daran, dass die Lyrics aus dem Nichts so ins Schwarze treffen. “Pardon my delay, I’m navigating my head” beschreibt einfach perfekt das, was ich so oft fühle. In einer ewigen Dissoziation, überfordert mit allem, und immer diese Angst, dass Leute gehen.

    If you really want to know what I’m thinkin‘
    Kind of feels like everybody leaves
    Feelin‘ the reality that everybody leaves
    My dad just lost his mom, I think that everybody leaves
    And now I’m tryin‘ to hold onto you ‚cause everybody leaves

    Für Lore Zwecke müsst ihr euch das Musikvideo angucken. Es knüpft direkt an das letzte Lore-Video von The Outside an, welches ich zum Glück schon hier für euch auseinander genommen hab. Dort ist Clancy aus DEMA ausgebrochen und wurde an eine einsame Insel gespült. Mit Torchbearer Josh an der Seite, wird er ins innere der Insel geleitet und lernt seizing – das Ergreifen und Steuern eines entfernten Körpers. (Das wird dann zum Beispiel im Musikvideo von Overcompensating wieder aufgegriffen). Am Ende sieht man beide mit Fackel in die Nacht auf das Meer schauen und ganz viele andere Fackeln, die am Horizont zurückleuchten. Von diesen Personen werden beide am Anfang von Navigating am Ufer begrüßt. The rebels are preparing to fight.

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    Das Riff startet und Josh hämmert auf seine Drums ein in tiefster Nacht. Hinter ihnen ein riesen Feuer, das brennt. Dann, Szenenschnitt zu den Banditos (Rebellen, die helfen wollen, die Bischöfe zu stürzen). Sie führen Clancy und Josh durch einen Wald, durchschreiten Täler, laufen an gelben Blumen vorbei. Josh hilft Clancy einen kleinen Abhang hinauf und ermuntert ihn, weiterzulaufen, als dieser zu erschöpft war. So laufen sie scheinbar stundenlang bis in die Nacht hinein. Dann treffen sie auf eine Lichtung. Auf der anderen Seite tritt Josh in Bandito-Kleidung hinein, und Clancy schaut sich verwundert um. Der Josh, der ihn gerade noch begleitet hatte, ist nicht mehr da. Turns out: er war nie da. Man sieht Flashbacks aus den vorherigen Szenen, in denen Clancy ihn gesehen hat, in denen er aber nie da zu gewesen zu sein scheint. Ich hab Gänsehaut.

    Navigating endet mit Torchbearer-Josh und Clancy, die sich vor dem Lagerfeuer erneut zusammenschließen. Im Hintergrund hört man das Knistern des Feuers und ganz leise die Snythie-Melodie von My Blood. It’s another wholesome moment in this fandom. Take him home, Josh.

    It’s a backslide

    Während es im vorderen Teil des Albums darum ging, nicht in alte Muster zu verfallen, ist genau das, was nun passiert. Snap Back ist ein, wie ich finde, underrated Track, der mit seiner Melodie direkt im Ohr bleibt. Es knüpft an Themen von Backslide und Vignette an. Clancy will mit Muster und Abhängigkeiten zu brechen, spürt aber auch den einher kommenden Druck, nicht zu scheitern. Relatable oder?

    Got a bad feeling that I’m about to break
    Been a good streak, but the pressure’s overweight
    Is it even good for my head to keep track?
    If I’m gonna snap necks, I’m gotta snap back

    Wer sich das Musikvideo zu Snap Back anschaut, sieht Tylers braunen Haarschopf abrasiert werden. Fans wissen, das ist ein common theme, das sich schon in manch andere Musikvideos geschlichen hat. Es passiert nicht viel, aber strahlt irgendwie doch die Verzweiflung aus, die der Song inne trägt.

    Der Song für die Fans

    Fast direkt daran anknüpfend, kommt Oldies Station, der Song, den Tyler für seine Fans geschrieben hat. Es ist ein Song für alle, die auch gegen Muster, Abhängigkeiten und ihre eigene Art von Dunkelheit ankämpfen. Auch wenn Tyler mit Clancy und DEMA und allem drum herum eine komplett fiktive Welt gebaut hat, so sind es reale Probleme, die er von sich und seinem Umfeld verarbeitet. Es ist ua. diese Ehrlichkeit und Offenheit, über solche Themen zu sprechen, die Twenty One Pilots über die Jahre eine so große und loyale Fanbase beschert haben. Dieser Song ist nur ein kleines Danke, dafür aber ein sehr deutliches. Denn so wie Tyler durch seine Depressionen kämpft und nicht aufgibt, so wünscht er sich dasselbe auch für seine Fans.

    Make an oath, then make mistakes
    Start a streak you’re bound to break
    When darkness rolls on you
    Push on through

    Das Video dazu ist einfach nur wholesome. DIY, ohne viel Budget, inklusive Workout für Josh Dun. Es braucht eine Weile, weil das Video sich erstmal nur auf Tyler mit seiner Ukulele fokussiert, der einen von Schnee bedeckten Waldweg langläuft. Doch dann bekommt man einen Blick hinter die Kulissen und sieht die auf Tyler gerichtete Steadycam, die auf einer Holzplatte gezogen wird. Damit sie so gezogen werden kann, braucht sie Rohre unter sich. Diese werden von Josh selbst immer wieder vor die Holzplatte geworfen. Wie ein Hamster im Rad muss er sich Rohr für Rohr holen, hinschmeißen, das nächste holen, hinschmeißen – alles, damit das Rad weiter läuft. Ich fang beim Zuschauen schon an zu schwitzen. Und je länger man das so betrachtet, desto mehr kommt auch der Gedanke auf, dass sich so das eigene Leben anfühlt.

    It’s not worth the risk of losing a friend

    Der nächste Song beschäftigt sich ebenfalls damit wie wichtig es ist, aufeinander aufzupassen. Während es in Oldies Station eher darum ging, auf sich selbst aufzupassen, geht es in The Risk Of Feeling Dumb darum, auf andere aufzupassen, die mit ihrer Mental Health strugglen. Vor allem wenn diese das nicht wollen oder sich abgrenzen. Wir wissen, dass “Danke, gut” die Standard-Antwort auf die Frage ist, wie es einem geht. Es fällt uns allen schwer, nach Hilfe zu fragen wenn es uns nicht gut geht, weil man nicht will, dass andere deswegen ihre Pläne ändern oder sich Sorgen machen. Genauso kann es schwerfallen, die eigenen Herzensmenschen zu fragen, wie es ihnen wirklich geht. Wenn alles okay ist, fühlt man sich vielleicht ein “dumm”, gefragt zu haben. Doch umso wichtiger ist es, trotzdem da zu sein.

    Musikalisch einer der rockigsten Songs auf dem Album und definitiv einer meiner Favoriten. Das Video dazu macht auch einfach Spaß zu schauen. Die Metapher des Pläne fallen Lassens (“drop everything”) wird wörtlich genommen und im Laufe des Videos immer mehr gesteigert. Es fängt an auf Heuballen, über kleine Scheunen zu Hausdächern. Überall sieht man Josh seine Drums spielen. Ähnlich wie das Video baut sich auch der Song auf und endet fast explosiv auf dem Dach eines Hochhauses. It’s worth a watch:

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    Das Ende naht

    Wir sind am Ende. Also fast. Paladin Strait ist der abschließende Lore-Song auf CLANCY. Clancy, der sich auf den letzten Kampf seinem Endgegner Blurryface vorbereitet. Wir wissen, dass Clancy die Macht erhalten hat, tote Körper in Beschlag zu nehmen (“seizing”). Er hat den Versuch aufgegeben, aus DEMA zu fliehen. Stattdessen will er die Konfrontation suchen und den Kreislauf durchbrechen. Diese Geschichte wird im Musikvideo von Paladin Strait wie in einem Film festgehalten. Man sieht die Berg- und Tallandschaften von Trench, das Camp der Banditos, die sich mit Clancy auf die Kampf vorbereiten, die Wellen vom Paladin Strait Gewässer im Sonnenuntergang. Und: die Gefängnisstadt DEMA. An den Außenmauern treffen Banditos auf eine Armee aus Körpern, die von den Bischofs aus ihrem Turm heraus kontrolliert werden. It’s an old fashion Kriegsschlacht, die sich beide Gruppen leisten – zu einem wahnsinnig epischen Song.

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    On the ground are banditos
    Fighting while I find Nico
    Even though I’m past the point of no return
    Climb the top of the tower
    „Show yourself,“ I yell louder
    Even though I’m past the point of no ret—

    Clancy schafft es in die Stadt und erklimmt den Turm, von dem aus die Bischöfe ihre Macht ausüben. Er schaltet sie aus, doch wird dann von der plötzlichen aufspringenden Tür überrumpelt. Blurryface rast auf ihn zu und legt seine Hände würgend um seinen Hals.

    So few, so proud, so emotional
    Hello, Clancy

    Paladin Strait ist mit 6:28 Minuten der längste Song in der Diskografie von Twenty One Pilots und mit Abstand der schönste auf dem gesamten Album. Alles, was es braucht, ist diese Ukulele. Ruhig und melodisch zieht sie einen in das Outro der Geschichte, hält aber auch einen unglaublichen Cliffhanger in sich. Denn es endet genau an dieser Stelle. Es scheint, als sei das ultimative Duell zwischen Blurryface und Clancy das, was jetzt aussteht. Fans spekulieren seit über einem Jahr, dass hier noch was kommen muss. Ein Doppelalbum oder ein Nachfolgealbum? Irgendetwas, das die Geschichte weitererzählt. Denn jetzt steht noch alles offen.

    Ein Jahr später bestätigt sich diese Theorie. Nach dem Ende ihrer Welttour haben Twenty One Pilots ihre neue Single The Contract für den 12. Juni angekündigt. Das Album The Breach wird im September 2025 veröffentlicht.

    Die Geschichte ist noch nicht zu Ende.

  • ANTHI im Interview: »Musik war das einzige, was mir niemand wegnehmen konnte.«

    ANTHI im Interview: »Musik war das einzige, was mir niemand wegnehmen konnte.«

    Heute stellen wir euch eine Newcomerin vor, die was für alle sein könnte, die melancholische Musik á la Lana Del Rey mögen. ANTHI hat am Freitag ihre Debüt-EP Verwelkte Rosen veröffentlicht, auf der sie nicht nur ihren musikalischen Werdegang aufzeichnet, sondern auch viele persönliche Dinge verarbeitet. Die EP ist geprägt von toxischen Beziehungen aber auch dem Cut und dem Weg zur Heilung. Sie ist geprägt von einer Leidenschaft fürs Storytelling, tiefgründigen Reflektionen und einer Nahbarkeit und Emotionalität, die verbindet. Wir haben mit ANTHI über ihren Werdegang zur Musik und die Inhalte der EP gesprochen.

    ANTHI im Interview

    Anna: Hey! Bald ist es so weit und deine Debüt-EP kommt in die Welt! Es ist das erste Mal, dass deine Songs gesammelt in einem Werk veröffentlicht werden. Wie fühlt sich dieser Moment für dich an? Bist du aufgeregt?

    Ich bin unfassbar aufgeregt! Die Menschen da draußen hören meine intimsten Gedanken aus meinem Tagebuch, die ich auch teilweise nicht mal meinen engsten Freunden erzählt habe. Es ist wie ein Geständnis. Es fühlt sich einerseits sehr aufregend und befreiend an, aber irgendwie macht man sich dadurch sehr verletzlich.

    Du bist als Kind mehrfach umgezogen, auch in unterschiedliche Länder. Wie war diese Zeit für dich, wie hat sie dich geprägt? Gibt es Orte, die du besonders vermisst?

    Als Kind war diese Erfahrung sehr schlimm für mich. Immer wieder neue Städte, neue Länder und neue Sprachen. Immer wieder aus allem, was mir je Halt gegeben hat, rausgerissen werden. Ich hatte nie feste Freunde oder einen Ort, den ich „Zuhause“ nennen kann. Ich wusste auch nie, dass wir umziehen werden: Ich hab mich fertig gemacht für die Schule und hab plötzlich gemerkt, dass das nicht der Schulweg ist.. Dadurch konnte ich mich nie wirklich verabschieden.

    Heute denke ich etwas anders darüber nach – ich bin dankbar dafür, dass ich die Möglichkeit hatte, alle diese Orte zu sehen. Ich glaube tatsächlich sogar, dass all das genau richtig war, sonst hätte ich die Songs, die ich schreibe, nie so schreiben können, ohne all diese Einflüsse.

    „Ich liebe einfach Melancholie.“

    Wie hast du inmitten all dem zur Musik gefunden? Und welche musikalischen Einflüsse haben dich besonders geprägt?

    Musik war das einzige was, mir niemand wegnehmen konnte als Kind. Mich hat klassische Musik wirklich geprägt – diese Dramatik und Sinnlichkeit war schon immer meins. Mein Traum war es immer in einer Oper meine Songs zu singen. Aber natürlich habe ich auch schon immer Rihanna & Adele sehr bewundert, genau so Lana del Rey. Ich liebe einfach Melancholie.

    Kannst du dich noch erinnern als du deinen ersten Song geschrieben hast? Worüber war er?

    Ich habe schon nach paar Monaten in Deutschland angefangen Gedichte zu schreiben. Meine Lehrer haben die nie bewertet, weil sie mir unterstellt haben, sie nicht geschrieben zu haben, da eine 12 jährige in der fünften Klasse nicht dazu fähig wäre – vor allem nicht nach wenn sie erst seit 2 Monaten in Deutschland lebt. In dem Gedicht ging es um Verluste und den Neuanfang des Frühlings. Jetzt, wo ich darüber nachdenke, so ein bisschen wie mein neuer Song „Nur für dich“.

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    Worum geht’s in Nur für dich?

    Letztes Jahr hat sich jemand aus meiner Vergangenheit wieder gemeldet und wollte sich entschuldigen für die Dinge, die vor langer Zeit zwischen uns passiert sind. Wir standen uns gegenüber und das einzige, was ich gehört habe, waren die Blätter und der Wind. Er fängt an sich zu entschuldigen und mir zu sagen, dass er seitdem ein sehr schlechtes Gewissen hat und nachts nicht schlafen kann. „Kannst du mir verzeihen“, fragt er mich. Und das einzige, was ist höre ist, dass er sich besser fühlen will und es nur für sich macht. Hätte ich von seinen Tagen nicht erfahren, würde es ihm nicht leid tun. Am nächsten Tag war ich im Studio und die Fenster waren auf. Und plötzlich höre ich den Wind und die Blätter der Bäume und da wusste ich, dass das der Song wird.

    „Es ist okay, nicht zu verzeihen.“

    Was hast du aus dieser zerbrochenen, toxischen Beziehung gelernt?

    Dass ich keine Verantwortung für die Fehler anderer übernehmen muss. Es ist nicht meine Schuld, dass mir das passiert ist und es ist okay nicht zu verzeihen.

    Hast du Tipps oder unterstützende Worte für Leute, die in einer toxischen Beziehung stecken und es noch nicht rausgeschafft haben oder gerade dabei sind, sie zu verlassen?

    Es ist so schwer, weil es nicht „die eine Lösung“ dafür gibt. Aber ich kenne es, wenn man sich „wertlos“ fühlt und es einem eingeredet wird. Ich kenne es, wenn man sich die Schuld an allem gibt und das tut weh. Wenn ihr selbstlos seid, werdet ihr nicht dafür „mehr“ geliebt. Die Person wird sich dadurch nicht ändern. Wenn euch jemand so behandelt, dann nicht, weil ihr es verdient habt, sondern weil er einfach ein schlechter Mensch ist. Ich wünschte, das hätte mir jemand gesagt.

    Wie hat dir Musik geholfen, das alles zu verarbeiten?

    Ich schreibe unfassbar gerne. Ich hab tagelang oder sogar wochenlang jeden Tag so viel über den Schmerz, den ich in dem Moment gefühlt habe, geschrieben, bis ich mich etwas besser gefühlt habe. Schreiben heilt – manchmal hilft aber auch einfach in ein Kissen zu schreien. Oder halt mehrmals.

    „Azadi is my story: pain, resistence, rebirth.“

    Was sind deine weiteren Pläne dieses Jahr?

    Ich möchte öfters Live singen. Mehr auf die Bühne gehen und mir die Seele raussingen mit Menschen, die es fühlen oder auch mal so etwas erlebt haben.

    Die letzte Frage bezieht sich bei uns immer auf eine untold story. Das kann alles sein, was du noch nie in einem Interview erzählt hast, aber jetzt gerne loswerden würdest.

    Ich hab jahrelang gemalt. Viel abstrakte Kunst. Ich hab überlegt, Kunst zu studieren und ich lese sehr viele naturwissenschaftliche & philosophische Bücher.

    Hört hier in Verwelkte Rosen von ANTHI rein!

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  • Faravaz im Interview: »Through music, I fight for freedom, justice, and the right to exist as we are.«

    Faravaz im Interview: »Through music, I fight for freedom, justice, and the right to exist as we are.«

    Faravaz‘ musikalische Reise begann im Iran, wo Sologesang für Frauen verboten war und sie rechtlich gesehen nur als Backgroundsängerin auftreten durfte. „Jedes Mal, wenn ich zu einem Konzert ging, habe ich geweint“, erinnert sie sich. Sie wurde als Untergrundsängerin aktiv, nutzte Social Media, um ihre Musik zu verbreiten. Das führte zu ihrer Verhaftung und sie war gezwungen, ins Exil zu fliehen. In Berlin startete sie ihre Karriere neu, und ist nun kurz vor der Veröffentlichung ihres Debütalbums! Mit kraftvollen, provokanten Texten in Englisch und einer einzigartigen Mischung aus alternativer Popmusik und orientalischen Elementen gibt sie ihrer Geschichte und ihrem Aktivismus eine Stimme. Wir haben mit ihr über all das im Interview gesprochen.

    Faravaz im Interview

    Anna: Hey Faravaz, I hope you’re good! Since not everyone will know you, do you want to introduce yourself in a few sentences?

    
Hi! I’m Faravaz, an Iranian singer, composer, and activist currently living in exile in Berlin. My journey began in Tehran, where making music as a woman was nearly impossible. But I’ve never been able to stay silent – my voice is my weapon, and through music, I fight for freedom, justice, and the right to simply exist as we are.

    You are now releasing your very first debut album but your path to it has been the opposite of an easy one. Before we get into that though, how did you find your love for music? What is it in music that touches your soul and makes you not want to do anything else?

    In school singing for other students and in the car for my parents and sister when we were on the road. They loved me singing and that’s how I learned that I have a voice for singing.
    Music was always my escape. Even as a little girl, when I wasn’t allowed to sing in public, I would hum melodies to myself, imagining a world where I could be heard. Music doesn’t just express my emotions – it becomes them. It’s my way of surviving pain, celebrating resilience, and connecting with something deeper than words.

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    „I had no choice but to go into exile.“

    Growing up as a woman in Iran, you being were heavily restricted from making music and singing on stage – unless you performed as a background singer. How did you deal with that struggle?

    
It was heartbreaking. Being told that your voice is a threat just because you’re a woman – it stays with you. But I never gave in to silence. I performed underground, behind closed doors, wherever I could. And I always knew: one day, I would sing freely. It always made me cry watching my male friends on stage singing in Iran!
    And I never could understand what is the difference between our voices. But also was hard to see that most of the men in my country didn’t really stand for us female singers. We were their friends, fan and colleagues…

    Were you scared for rebelling the restrictions by going into the underground? How did your family and friends react?

    Of course I was scared. Every performance felt like a risk. But I couldn’t live in fear forever. My family was torn – some were terrified for me, others proud. But they all knew: music is who I am.

    What happened then?

    Eventually, the fear caught up with me. I was arrested, interrogated, threatened and sentenced to one year of prison because of only singing. I knew I couldn’t stay if I wanted to keep creating, so i had to decide between going to prison or living in exile. So I left Iran. I had no choice but to go into exile.

    „It fuels my fire.“

    You’re living in exile in Berlin for a couple of years now. How did the city welcome you? What are the things you miss most about Teheran?

    
Berlin gave me space to breathe and create again. And to be me, more than ever in my life.
    I found my best friends in Berlin. I am loved and supported here. It’s a city full of contrast and courage. But I miss Tehran’s warmth, the smell of my mother’s cooking, the chaos of the bazaars, the mountains, my people and of course speaking Farsi.

    You continued to make music here, already releasing a couple of songs the last years. One of them is Ey Iran. What are the things you’re telling your home country in that song? Does it make you more angry or more sad?

    Ey Iran is my love letter and my cry. It’s filled with grief – for what we’ve lost – and rage, for what we continue to endure. It makes me sad, yes, but mostly it fuels my fire. I sing it with hope that one day we can return to a free Iran.

    Another song is Enemy Of God, where you sing “If god gave a man all the power | Then why you killing women like a coward | Condemn us to death from your tower”. How would you describe your relationship to religion?

    My relationship to religion is not good. I grew up surrounded by faith used as a tool for oppression. I believe religion always been weaponized against human specially women, flinta and queer people, and I also believe patriarchy needs religion to create more borders, taboos, hate and war! This song was dedicated by me to all the political prisoners who stands for humanity and dignity all around the world.

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    „Azadi is my story: pain, resistence, rebirth.“

    You also continue to be very passionate about human rights, especially for women and queer communities in the Middle East. As the founder of the non-profit organisation The Right to Sing e.V., you fight to make marginalised groups heard. What can you tell us about that?

    The Right to Sing is more than an organisation – it’s a movement. We work to give voice to those forced into silence. Whether you’re a woman, queer, exiled, or censored, your voice matters. We create platforms, offer workshops, and build communities that reclaim the right to be loud. Also sponsoring Iranian and Afghan female singers who are still living in Iran and Afghanistan.

    On May 11th you will finally release your debut album Azadi (Freedom in Farsi) – how excited are you for the release? What are the things that were the most fun but also challenging when making it?

    ’m beyond excited—it still doesn’t feel real. Azadi is my story: pain, resistance, rebirth. The fun part was collaborating with other artists who felt the same fire. The hard part? Revisiting my traumas to turn them into sound. But that’s also what made it healing.

    This isn’t just a concert – it’s a celebration of survival.“

    On the same day, May 11th, you will perform the release concert in SO36 – it will be a beyond special moment for you, I’m sure. You’re also premiering your documentary The Orange Garden, a film that captures your imprisonment, exile and resilience. What would you tell people, who haven’t got a ticket yet – what will make this evening so special that they should come?

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You come to my concert to celebrate my residence, a women who is singing at her first solo concert after 35 years!
    I have fight with my love to see this moment.
    This isn’t just a concert – it’s a celebration of survival. It’s a night where every note carries a story of defiance. The documentary is deeply personal, and I’ve never shared this much before. If you want to witness the truth behind the headlines, and feel the power of freedom in music – come. Be part of it.

    For our last question we always ask for an untold story – is there something you haven’t told in an interview before and want to get off your chest now? Could be literally anything.

    Honestly I am truly scared and stressed when I am thinking about my future and my music career in exile!
    To be weird, loud and straight to the point! Already being a refugee, woman, fat and a person in colour make it hard to have peace and safety. And my music and character might make it even more scary…
    But that’s my goal in my life. To live and be myself as it’s possible.

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    Fotocredit: Beyond Binary

  • Soft Loft im Interview: »Wenn plötzlich irgendwo in Dänemark Menschen deine Songs mitsingen, ist das ganz verrückt – verrückt schön.«

    Soft Loft im Interview: »Wenn plötzlich irgendwo in Dänemark Menschen deine Songs mitsingen, ist das ganz verrückt – verrückt schön.«

    Soft Loft sollten alle die von euch kennen, die sich wie wir knee-deep in der Newcomer-Indie-Bubble bewegen. Wir haben sie euch auch schon als einer unserer Artists To Watch 2024 vorgestellt und eigentlich ist der Begriff „Newcomer“ auch bald überfällig. Falls ihr noch nichts von der Band mit dem wunderschönen Namen Soft Loft gehört habt, dann findet ihr hier euer nächstes Indie-Wunder aus der Schweiz, das ihr beim Durchbruch begleiten könnt. Nach ihrem Debütalbum The Party And The Mess, haben sie letzten Freitag ihre neue EP Modern Roses veröffenlicht. Wir haben mit ihnen über all das gesprochen, was die EP begleitet – unter anderem die 46 starke Sommer- und Herbst Tour, die sie letzte Woche angekündigt haben. 2025 ist das Jahr von Soft Loft und wir sind bereit!

    Soft Loft im Interview

    Anna: Hey! 🙂 Ein paar Tage vor eurem EP-Release und kurz nach Ankündigung einer riesen Welle Live-Termine, wie fühlt ihr euch gerade?

    Jorina: Wir sitzen gerade im Auto auf dem Weg ins Studio, um neue Songs aufzunehmen. Deshalb kommt gerade alles zusammen, aber alles, was passiert, fühlt sich sehr gut an. Wir freuen uns mega, dass die EP nun endlich mit der Welt geteilt werden darf und wir dann auch im Herbst groß auf Tour gehen, um sie auch live zu spielen. Die Herbsttour ist für uns ein Riesentraum und fühlt sich noch sehr surreal an.

    Ihr seid schon eine Weile zusammen Soft Loft – bisher noch in Eigenregie, mit der neuen EP jetzt bei PIAS gesigned. In wenigen Jahren seid ihr von kleinen Shows in der Schweiz zu mehreren Clubshows in ganz Europa gewachsen! Wie habt ihr selbst die Entwicklung eurer Band die letzten Jahre wahrgenommen?

    Irgendwie fliegt die Zeit gerade an uns vorbei. Es passiert super viel und wenn wir so zurückblicken, haben wir schon ordentlich Kilometer und Erfahrungen hinter uns. Und trotzdem fühlt sich auch alles noch sehr neu und aufregend an. Unser gemeinsames Wachsen fühlt sich aber sehr natürlich und nicht nach allem auf einmal an. In Gesprächen und auch in unserer Musik spüren wir die Entwicklung dann aber schon sehr, haha. Einerseits sind wir als Band in den letzten Jahren mega fest zusammengewachsen, wir kennen uns immer besser und sind durch die viele gemeinsame Zeit, die wir miteinander verbringen, auch quasi dazu gezwungen gut miteinander zu kommunizieren. Andererseits fühlt sich unsere Musik auch immer reifer und besser an über die Jahre. Und auch live wird das Ganze nach 45 Shows im Jahr natürlich schon immer besser hehe.

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    „Wenn sich Musik so anfühlt, ist das doch das Schönste.“

    Soft Loft hat schon immer als Live-Band funktioniert. Was macht euch am meisten Spaß auf der Bühne? Gibt es Momente, an die ihr euch heute noch gerne erinnert?

    Ich persönlich kann gar nicht genau beschreiben, was mir am meisten Spass macht. Ich glaube zu spüren, dass die Zuschauer*innen dabei sind und dass unsere Musik ihnen gut tut. Das ist ein schönes Gefühl. Wenn du plötzlich irgendwo in Dänemark ein Konzert spielst und Menschen deine Songs mitsingen, ist das schon ganz verrückt – verrückt schön. Erst neulich ist nach dem Konzert jemand zu mir gekommen und meinte unsere Musik hätte sie grad kurz wieder zusammengeflickt. Wenn sich Musik so anfühlt, ist das doch das Schönste. Als Band kommen wir auch immer mehr an auf der Bühne, wir fühlen uns immer wohler und es geht auch einfach darum gemeinsam Spaß auf der Bühne zu haben. Es muss nichts perfekt sein, obwohl viele in der Band zum Perfektionismus neigen 😉

    Ich hab mich letztes Jahr Hals über Kopf in euer Debütalbum The Party And The Mess verliebt. Wo setzt die neue EP Modern Roses an? Nach der Party?

    Oh wie schön! Modern Roses probiert mehr aus und ist vielleicht fast mutiger als The Party And The Mess. Auf Modern Roses stelle ich mir viele Fragen bezüglich Zuneigung, die modernen Rosen sollen aber noch immer umarmend sein, vielleicht so wie sich Zuneigung halt anfühlen soll. Nachdem wir unser Debütalbum released hatten, hat sich das Schreiben irgendwie noch freier angefühlt, der Druck von dem ersten Eindruck war weg und wir wussten, die Leute wissen jetzt irgendwie was Soft Loft ist, und wir können mit den nächsten Songs noch weiter in andere Richtungen gehen und anknüpfen.

    „Und, wie klingt es?“

    Kannst du den Prozess hinter den neuen Songs ein wenig beschreiben? War er anders als bei eurem Album?

    Es ging alles viel schneller. Wir haben uns sehr schnell ein Datum gesetzt, um ins Studio zu gehen und quasi diese 6 Momentaufnahmen mitgenommen. Es war wie oben beschrieben viel weniger Druck auf den Songs. Nicht, dass wir den beim Album sehr verspürt hätten, aber irgendwie waren wir alle befreiter von „das muss jetzt richtig gut werden, weil das unser erstes Album wird„. Die Einstellung war mehr „wir machen gerade Musik, die sich für uns gut anfühlt und wenn es verträumter, weirder ist als das Album ist das total egal“. Zum Album zurückgehen kann man ja immer. Zudem haben wir für die EP-Songs alles selbst gemacht! Wir wollten nach dem Prozess mit unserem Produzenten, mit dem wir die Arbeit geliebt hatten, auch hier aber wieder wissen: wie weit kommen wir, wenn wir das alles allein machen? Und wie klingt es?

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    Habt ihr einen Lieblingssong auf der EP? Und warum?

    Ich glaube alle haben einen anderen Lieblingssong aber Can, Paper Plane und Le Parfait sind wohl weit vorne im Rennen. Für mich persönlich fühlen sich Can und Paper Plane je nach Stimmung am besten an. Can gibt mir Comfort an einem eher nachdenklichen Tag und Paper Plane tanzt mit mir durch den sonnigen Frühling.

    In Modern Roses geht es viel um zwischenmenschliche Beziehungen. Findet ihr, dass es schwieriger geworden ist, sich zu finden und verbunden zu fühlen?

    Ich kann nur für mich sprechen, aber das passt glaub auch ganz gut, da ich die Texte schreibe, haha. Ich denke, die anderen aus der Band sehen das nicht alle gleich. In Bezug auf Dating finde ich es persönlich super schwierig, sich zu finden: es gibt zwar sehr viele Optionen, die unterstützend sein sollen, aber einfach jemanden kennenlernen da draussen ist irgendwie kein Thema mehr. Und wenn du dann nicht gerade matchst mit all den Optionen, wirds schwierig.

    Was ist das süßeste/liebste, was je jemand für dich gemacht hat?

    Ich hab eine Zeit lang Gedichte bekommen; das war sehr cute. Aber wir sind froh um jegliche Tipps für Modern Roses! (Notfalls sonst auch immer Paper Planes)

    „Wir fühlen uns alle mal verloren, aber gemeinsam verloren zu sein, ist immer besser.“

    Wir haben alle ein bisschen das Gefühl, verloren zu sein in dem Strudel des Erwachsenenwerdens – gibt es Dinge, die euch geholfen haben, die ihr teilen könnt? Mit welchen Dingen fühlt ihr euch noch immer überfordert?

    Ja! Die beste Medizin hierzu, glaube ich, ist, sich damit nicht alleine zu fühlen. Wir fühlen uns alle mal wieder verloren, aber gemeinsam verloren zu sein, ist immer besser. Und was auch hilft, ist Musik. Sich durch Musik verstanden fühlen und sich somit nicht alleine fühlen, hilft mir persönlich auch oft. Und Laufen! Ich habe die letzten Monate gemerkt, wenn ich mich schlecht fühle, kann ich das manchmal auch einfach weglaufen und fühl mich danach besser. Und wenn du dich wirklich absolut überfordert fühlst, sprich mit deinen Freundinnen oder einer Psychologin, das ist nicht schlimm, für das sind die ja da 🙂

    Vielleicht seid ihr das zu oft gefragt worden und es ist ein wenig offensichtlich, aber wie seid ihr auf den Bandnamen Soft Loft gekommen? Er geht einfach genauso schön und sanft über die Lippen.

    Werden wir tatsächlich in fast jedem Interview gefragt, aber was gibt es auch Spannenderes als die Herkunft eines Namens zu wissen, haha. Der Name ist eigentlich auch irgendwie random entstanden: Wir waren aktiv auf der Suche nach Bandnamen und ich habe damals mit meiner Mitbewohnerin mit einem Bandnamengenerator rumgespielt und plötzlich war da das Wort „soft“, das ich irgendwie sehr passend gefunden hab und dann kam noch „loft“ dazu, um den Namen zu vervollständigen und irgendwie passt der Name jetzt ganz gut.

    Die letzte Frage bezieht sich bei uns immer auf eine untold story. Das mag eine Anekdote aus dem Studio, eine Empfehlung von Herzen oder etwas komplettes Random sein. Hier ist euer Space:

    Untolder geht nicht: eine Songzeile aus einem noch unreleasten Song:


    oh love, keep calm
    the world will not stay mad
    oh love, be smart
    the world will not stay mad

    <3

    Fotocredit: Flavio Leone