Autor: Anna

  • Mighty Oaks – Headline Stop in Berlin, Huxleys

    Mighty Oaks – Headline Stop in Berlin, Huxleys

    Mighty Oaks sind ein kleines Indie-Folk-Phänomen aus Berlin. Die Band, die aus den Mitgliedern Ian Hooper (USA), Claudio Donzelli (Italien) und Craig Saunders (England) besteht,machen schon zehn Jahre lang Musik. In dieser Zeit standen sie schon mit Kings of Leon, Milky Chance, The Lumineers und Chvrches auf der Bühne, hatten ein Top 10 Album und scheinen trotzdem noch immer ein kleines Stückchen unter dem Radar zu fliegen. Falls ihr euch auch gerade fragt „Mighty Oaks, hab ich bestimmt schon mal gehört, aber kann ich gerade nicht zuordnen“, dann hört einfach kurz in die Single Brother rein. Ein paar Sekunden anspielen und ihr wisst, um wen es hier geht. Im Zuge ihrer Headline Tour war ich für euch (und auch irgendwie für mich selbst) auf ihrem Konzert in Berlin.

    Vibing mit Jackson Dyer

    Als Musikliebhaber bedeuten Headline Konzerte einer Band, die man selbst sehr feiert, auch immer die Möglichkeit, den Supporting Act auszuchecken. Meistens sind das Bekannte der Band, Künstler*innen, die beim gleichen Label sind oder die die Band musikalisch sehr mag. In diesem Fall ist es ersteres, der Australier Jackson Dyer war auch schon 2014 auf der Mighty Oaks Tour mit unterwegs.

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    Jackson Dyer am Viben, Photo by me

    Sein Bühnen Set-Up ist sehr minimalistisch, nur ein Mikro, eine Beatstation (oder wie diese Dinger heißen, auf denen man automatisch Sachen abspielen kann) und einem Koffer mit seinem Namen drauf. Hinter ihm ist leider kein Vorhang oder Ähnliches angebracht, sondern alles sieht ein bisschen einsam in dem schon aufgebauten Set-Up der Mighty Oaks Jungs aus. Nichtsdestotrotz überzeugt der sympathische Australiermit seiner leichten und positiven Art. Die One-Man-Show ist ja auch in den letzten Jahren bedeutend einfacher geworden. Mit der richtigen Technik (a.k.a. die „Beatstation“) lässt sich die Musik (fast) genau so gut live einspielen, wie mit einer richtigen Band. Zwar fehlt die Energie einer Live-Band, aber das merkt man Jackson Dyer gar nicht an. Selbstbewusst spielt er sich Song für Song in unsere Herzen, die alle ein bisschen Melancholie der australischen Ozeane vertragen können. Meine persönliche Musikempfehlung, die ich mitgenommen habe und euch hier nicht vorenthalten möchte: The Absolute.

    Darf sie das?
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    professionelles Foto aus dem Fotograben by me

    „Darf sie das?“ Das fragen sich bestimmt vieleLeute in den ersten Reihen, als ich mich sohalb an ihnen vorbeigezwänge und mich mit meinem fresh gedruckten (es war ein Aufkleber mit meinem Namen drauf) Presseausweis direkt vor die Bühne positioniere. Es ist das erste Mal, dass ich auf einem Konzert so richtig professionell Fotos mache, und es ist schon ziemlich cool. Ich war unfassbar nah und frei, mir die perfekten Perspektiven zu suchen. Mighty Oaks eröffnen mit Driftwood Seat und Sänger Ian spielt sich auf der Ukulele warm. Der Song, der erst letztes Jahr auf der gleichnamigen EP erschien, ist schon lange ein Fan-Favorit und wird auf jedem Konzert gespielt. Was manche nämlich nicht wissen, ist, dass die EP eigentlich die erste war, die die drei Wahlberliner im Wedding vor 10 Jahren aufgenommen haben. Veröffentlicht wurde sie aber nie. Nun haben sie sie letztes Jahr neu im Studio aufgenommen, damit wir sie auch außerhalb von Konzerten auf Spotify pumpen können. Während ich versuche, die ziemlich selten gut belichteten Momente auf der Bühne mit der Kamera einzufangen (so typische 1. Welt Konzertfotograf-Probleme), merke ich, wie ich die ersten drei Lieder gar nicht so richtig wahrnehmen kann. Die Zeit geht rasend schnell vorbei und bevor ich mich versehe, bin ich wieder zurück in der Crowd, um das Konzert „normal“ zu erleben.

    So low,…

    Mighty Oaks haben Anfang Februar ihr neues Album All Things Go veröffentlicht und spielen auch viele der neuen Songs. Mich persönlich hat das Album, bis auf ein paar Ausnahmen, zwar nicht so ganz abgeholt, nichtsdestotrotz genieße ich die neuen Songs, die sie in ihrem Set spielen. Ian, Claudio und Craig versprühen live so eine gute Stimmung, dass sie bei jedem Einzelnen hier auch ankommt. Man kann ihnen anmerken, wie viel es ihnen bedeutet, ihre Heimshow in Berlin ausverkauft zu haben.

    Mit So low, so high spielen sie einen weiteren Song der neu aufgenommenen EP Driftwood Seat. Der langsame Part des Sets hat begonnen. Zu diesem Zeitpunkt fällt mir auch erst richtig bewusst auf, wie gemischt das Publikum eigentlich ist. Ich sehe fast mehr Eltern als Jugendliche; die Chance auf einen möglichen Moshpit: -20% (so beschreib ich meine Altersbilanz auf Konzerten). Aber Mighty Oaks Konzerte sind auch kein Platz für Moshpits. Sie sind Platz für ein bisschen Melancholie, für Augen zu und Entspannen, für gut gelauntes Tanzen und Wippen mit relativ viel Platz. Jetzt gerade befinden wir uns aber im ruhigen und langsamen Part und ich muss sagen, ich fühle es komplett. Vor allem Storm berührt mich live sehr. Ich bin auch wirklich beeindruckt von der gesamten Live-Performance der drei Dudes von Mighty Oaks (und des sehr sympathischen Schlagzeugers, dem ich hier nicht seinen Credit unterschlagen will). Sie schaffen es, die gesamte Huxley Halle Berlins in ihren Bann zu ziehen und mehrere ruhige Lieder zu spielen, ohne dass Birgit und Ingrid hinter mir ins Plaudern geraten.

    …so high

    So schön der ruhige Part des Sets war, umso befreiender wirkt der nächste Part, den Ian mit Dreamers einleitet und uns alle zum Tanzen und Mitsingen auffordert. Er hat Recht wenn er sagt, dass die Band von der Energie der Crowd lebt und nur so viel zurückgeben kann, wie wir ihnen entgegengeben. Das muss man uns heute Abend nicht zweimal sagen. Während man zu Dreamers noch leicht verhalten mitschaukelt, spür ich bei Brother die Holzdielen unter meinen Füßen vibrieren. Ganz schöner Turn-Up für die -20% Crowd (aufmerksame Leser verstehen diesen Call Back). Mighty Oaks machen einfach gute Laune. Das Lächeln auf ihren Gesichtern steckt an und ich glaube, jeder erlebt hier gerade ein richtig gutes Konzert.

    I found my love in the great unknown
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    Sänger Ian, © me

    Weiter geht’s mit Howl. Für jeden, der das Lied nicht kennt, hab ich es hier einmal verlinkt, weil das ist nun wirklich ein Meisterstück. The Great Unknown danach ist auch richtig schön,ich spüre das Fernweh Zeile für Zeile in mir entfachen. Ich weiß es als Fan ihrer „alten“ Musik sehr zu schätzen, dass sie nicht nur ihr neues Album spielen, sondern auch die Lieder ihrer vergangenen Alben performen. Das Finale bildet Forget Tomorrow, welches eins der Lieder vom neuen Album ist, die es in meine persönliche Playlisten geschafft haben. Total unerwartet springt Sänger Ian dann auf einmal von der Bühne und bahnt sich seinen Weg zur Tontechnik am anderen Ende der Halle und performt den letzten Refrain vondort. Ich glaube, die Menschen, die dort hinten standen, haben sich sehr gefreut, den hübschen Mann mit Hut auch mal von näher zu sehen. Nach dem vermeintlichen Ende des Konzerts (und den unaufhörlichen „Zugabe“-Rufen) kommen Mighty Oaks noch einmal auf die Bühne, um eine stripped down Akustik-Version ihres Songs Aileen zu spielen. Alle drei stehen sie um ein Mikrofon herum und erklären, dass jeder ihrer Lieder genau so funktionieren muss –akustisch und mit nur einem Mikrofon. Und tatsächlich –es funktioniert. Mighty Oaks schaffen es, viele verschiedene Elemente zusammenzubringen, und kombiniert eine unverwechselbare Stimmung zu erschaffen, die jeden Einzelnen im Raum von ihnen überzeugt. Sie entlassen uns in den Abend mit When I Dream, I See, einem Song,mit dem ich persönlich viel verbinde und den ganzen Abend perfekt in sich zusammenfasst.

    Solltet ihr es bis zum Ende geschafft haben und euch denken, huh, Mighty Oaks, die check ich doch mal aus, ist hier alles, was ihr braucht:

    https://open.spotify.com/playlist/2mRfpNy9jCufdKvQYlaSLV?si=1H_15BYUSSiQpgClyOVZ4w
  • Das Indie-Trio Sama Dams spielen sich mit einem Song in meine Dauerschleife

    Das Indie-Trio Sama Dams spielen sich mit einem Song in meine Dauerschleife

    Wenn man einen Song das erste Mal hört und sich, noch während er läuft, in ihn verliebt, dann weiß man: Den hör ich jetzt nochmal und nochmal und nochmal. So war das bei mir und Sama Dams mit ihrer neuen Single Not Gonna Lie.

    Dabei sind die ersten Sekunden gar nicht so spektakulär. Doch sobald sich die Struktur der Produktion entfaltet, bin ich hooked. Sama Dams wissen, wie man einen Song aufbaut. Die Drums erinnern mich ein bisschen anein chilliges Jazzlied, aber der verzerrte Bass und alle anderen Elemente, die sich auf einmal darauf legen, verwandeln es in eine einzigartige Indie-Rock-Nummer. Mein Tipp an dieser Stelle, einfach kurz runter scrollen, auf Play drücken und dann alles nochmal lesen. Dann macht diese Beschreibung auch Sinn.

    Hier lohnt es sich auch zu sagen, dass Sama Dams ein Gesangs-Duo sind, die tatsächlich auch in einer erfolgreichen Ehe zusammen leben. Kein Wunder, die Stimmen-Harmonie der beiden ist on point. Beide verstehen es, mit ihren Stimmen den musikalischen angespannten Aufbau zu unterstützen und ihn dann energiegeladen im Refrain loszulassen. Not Gonna Lie raubt mir das Zeitgefühl und versetzt mich fast in eine andere Welt. Der Song bedient sich an allen möglichen Elementen des Jazzs, R’n’B, Indie-Rock und auch ein bisschen an der Klassik. Um die Metaphor ihres Pressetextes aufzugreifen:

    „Sie kreieren dabei einen sinnlichen Musikteppich, der ganz eindeutig ihre Handschrift trägt.“

    Besser hätte ich es nicht verbildlichen können. Falls ihr meinem Rat gefolgt seid und jetzt schon das Lied hört, wartet bis zum Ende, denn da wird’s tatsächlich noch einmal richtig spannend. Ich kann nicht genau sagen, was es ist, aber es hört sich an wie ein Solo eines Synthesizers? Jedenfalls haut es mich nochmal komplett vom Hocker und ich hab ein neues Lied in meiner Dauerschleife. Es ist Not Gonna Lie von Sama Dams. You’re welcome.

    Guckt euch am besten auch das Video zu an, denn das scheint nochmal eine ganz andere Ebene aufzumachen: Richtige Kunst halt.

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  • Máni Orrason im Interview: »Fuck. This is what I’m gonna do.«

    Máni Orrason im Interview: »Fuck. This is what I’m gonna do.«

    Ausnahmetalent Máni Orrason aus Island veröffentlichte erst letzten Sommer seineBaby Angel EP. Nun überrascht er uns nicht nur mit seiner neuen Single I Go Up, sondern auch mit der Ankündigung einer neuen EP, die dieses Jahr noch erscheinen wird. Mánis Musik spiegelt alles wider, was er mag und ihn beschäftigt. Über Pop, Punk und Indie ist alles mit dabei. Ich hab mich mit ihm im Studio seines Produzenten getroffen und über seine Musik und Pläne für 2020gesprochen. Außerdem erzählt er mir, wie es ist, mit seinen Headlines Shows einen positiven und sicheren Ort für die LGBTQ* Szene zu schaffen. Wer Máni noch nicht kennt, hat ihn spätestens am Ende dieses Interviews ins Herz geschlossen.

    Anna: So starting with a question to introduce yourself to people who don’t know you yet: How would you describe your music?

    Máni: I describe my music as a collage of all the things that I like. Whether it’s Blink 182, My Bloody Valentine, Charlie XCX or The Clash or whatever. My music is kinda like an electronic pop soundscape build around all kinds of references in music I love.

    Anna: And how did you get into making music in the first place?

    Máni: My dad had a guitar (smiles). I remember when I was like 13 starting to play music, my dad gave me this songbook with all these classic American songs in it. There were a lot of songs I didn’t know what they sounded like in. I only had the lyrics and the chords, so I would just play the chords and make up my own melody to the words. That’s kinda how I first started playing. Then I saw Green Day playing at Woodstock ’94 or something? Their whole performance made me go … Fuck. This is what I am gonna do. It was just amazing, it was a world I didn’t know. I lived on a farm when I started playing music and there was … nothing around. In school, there were like 5 kids in my year. So I listened to everything that I could find online. And that was it. Then I started a band and writing songs.

    Anna: So you grew up on Iceland and then moved to Berlin?

    Máni: Yeah, I first moved to Spain when I was 3. Then I moved back to Iceland, lived there until I was around 13 and then moved back to Spain again. But where I lived in Spain it wasn’t like Barcelona or Madrid where there were cool things happening. So I decided to move somewhere else, somewhere where I can properly do this. And also just to move away from home and start a new chapter. I was 20 and just couldn’t stay in Spain anymore.

    Anna: Did that influence your music?

    Máni: Yeah, I think forme it was a big moment of I can do whatever I want, like I’m not chained down to any kind of image that I have of myself. Like, these things that interest me, whether it’s pop music or things I flirted with on my own in secret … I think I had to move awayto give myself the space to be whoever I wanted or inspired to be.

    Anna: That worked out pretty good.

    Máni (laughs): Yeah it worked out pretty well.

    Anna:Máni Orrason, Untoldency, Untoldency Magazine, Indie, Musik, Blog, Blogger, Online Indie Musik Magazin, Interview, Máni Orrason, Mani Orrason, Baby Angel EP, Baby Angel Loves You EP What’s your process of writing and producing your songs?

    Máni: When I’m writing by myself, I have to be in a good state of mind where I’m like present in the moment and willing to experiment. If I start writing and I’m not init, I’m not gonna do anything good. What I’ve been doing a lot lately is building good loops and going on the mic and then recording 20 minutes of just random melodies and just do that over and over again. Then I listen to it and pick out things I like and make changes. I kinda build a song out of like these random ideas and piece them together to see how they float together. I believe that all the best shit, like all the best melodies, you can’t consciously like write these things. All the things that I’m proudest of that I’ve written just come from a place of flow, where it just happens.

    Anna: You identify yourself as part of the LGBTQ* community.

    Máni: Yeah. I’m bisexual (chuckles).

    Anna: When I first saw you live, you supported Bloodhype and apologized on stage for spreading glitter in the men’s room.

    Máni (laughs): Oh yeah, I remember that.

    Anna: In that context –do you feel like it’s important to break with some unwritten rules of gender?

    Máni: I think for me personally, absolutely, like I really enjoy wearing glitter (laughs). To be on stage and to present yourself publicly as queer, can be vulnerable and a bit scary … But it feels really freeing to just do that, to just be myself. I think it would really suck if I didn’t, if I felt embarrassed or afraid do that. It’s just an aspect of me that I feel comfortable today with expressing. Especially last year after releasing the EP and the song Privilege of Time, to see how like these songs attracted a lot of queer people to the shows. To bring joy to people and queer people is like really amazing and joyful. Privilege of Time feels really good like it’s not a dark song about hating yourself for who you are, it’s a party and a celebration, it’s a love song. So yeah.

    Anna: Your next project is called Baby Angel Loves You. Is it continuing your previous EP Baby Angel?

    Máni: Yes. It’s gonna be interesting to see how things float together. There has been massive changes in production and style and everything but I kinda picture that once this next record is done and whatever comes after, it’ll be this big package, this closed solid thing.

    Anna: And what’s the meaning behind the title?

    Máni: Baby Angel originally was this necklace I got when I went with my ex-partner to Texas. We had this two-week trip and at this thrift shop I got this necklace that was basically Máni Orrason, Untoldency, Untoldency Magazine, Indie, Musik, Blog, Blogger, Online Indie Musik Magazin, Interview, Máni Orrason, Mani Orrason, Baby Angel EP, Baby Angel Loves You EPlike this angel with a cowboy hat. I started to collect new songs I was writing then under the title Cowboy Baby Angel, that slowly became Baby Angel. It felt like a good title for the EP just because of what it represented, like this trip and the time in our relationship. There’s a lot of beautiful things that you associate with angels. I think that all that people desire is to be validated and accepted. … I just want unconditional love so I think of Baby Angelas kind of like a symbol for this desire. I’m not religious or anything but I love this imagery, this idea of something bigger.

    Anna: So your Baby Angel Tour is kicking off in May, you postponed it to focus on finishing your EP.

    Máni: Yeah right. So we postponed a whole bunch of shows because of the EP production. We did two shows now and we’re doing the third one tonight in Berlin, and it was so good. Like I just got back from Dresden, it was really crazy. These are the first headline shows I played basically since we released the last EP. I’ve just been playing festivals and support shows and things and it’s like the first time that I ever played for a crowd that was shouting my lyrics. People were so into it, it was like … Because when you’re playing for an audience that doesn’t know you, it’s really such a totally different energy, like you’re not fighting for peoples attention, but they are giving you more than you are able to give them. Its such joyful thing.

    Anna: Because they only came to see you.

    Máni (excited): Yeah! It’s like .. fuck. It felt so amazing. Máni Orrason, Untoldency, Untoldency Magazine, Indie, Musik, Blog, Blogger, Online Indie Musik Magazin, Interview, Máni Orrason, Mani Orrason, Baby Angel EP, Baby Angel Loves You EPI was on stage and just thinking like I wrote this song in my kitchen in Spain when in was living in a shitty ass apartment, feeling so, so sad. And now people are singing it. And it’s a cheesy artist thing to say that, but I never had that before. It was really incredible. … And also so rewarding. Cause this music shit can be so lonely. I work with Nicolai, my producer, and my managers but we’re like a tiny little circle. And it’s just the four of us trying to figure out shit, and me by myself trying to write songs, and then it’s like… fuck. People are actually there. This is so much bigger than just my daily life of replying to emails and wondering what my purpose is (laughs).

    Anna: That’s really nice, I’m happy for you! So what are the next plans for this year?

    Máni: Thanks (smiles). I’m just trying to play as many shows as I can and I’m just working super hard on finishing basically a new EP. I’m just trying to figure out how I can make this go as long as possible. Cause it’s like really hard but also so, so worth it, and this year I just wanna finish all this new music I’ve been working on, play for as many people as possible, makethe best photos, take the best videos, make something of value. I just wanna keep going.

    Anna: Sounds like a good plan.

    Máni (laughs): Yeah.

    Anna: So at Untoldency, we leave a blank space in our interviews for the artist to fill out however they want. Self-promo, music recs, you name it.

    Máni (after thinking really hard about it): Hey, I just released this new song, it’s called I Go Up, it’s fast, it’s crazy, it makes me want to scream really, really loud and jump up and down really, really fast, and break windows and whatever. So, stream that shit, come to my shows, buy my posters, I’ll sign them myself, it rocks. Thank you.

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    Fotocredits: Massimiliano Corteselli.

  • NUGAT im Interview: »Somewhere between suicidal thoughts and lust for life«

    NUGAT im Interview: »Somewhere between suicidal thoughts and lust for life«

    Heute mal kein Indie-Sommer-Hit, sondern selbstproduzierter kontemporärer Urban Pop über Depressionen, Angstzustände und Realitätsverlust. Klingt ein bisschen deep, ist aber unglaublich relevant. NUGAT ist ein Künstler aus Niedersachen, der jetzt in Berlin lebt und den ihr unbedingt mal ein paar Momente eurer Aufmerksamkeit schenken solltet. Der Produzent und Sänger ist erst 22 und versucht mit seiner Musik ein Ventil für sein eigenes zerrissenes Innenleben zu schaffen. Er sucht Hoffnung und Antworten und hilft somit ein paar anderen, diese zu finden. Vor ein paar Jahren wurde NUGAT mit Borderline diagnostiziert, aufgewachsen ist er damit schon sein Leben. Anna hat ihn interviewt und mit ihm über seine Krankheit und Leidenschaft zu produzieren gesprochen.
     
     
    Anna: Standard-Frage am Anfang: Wie bist du zum Produzieren und Musik machen gekommen, was war da so dein persönlicher Entwicklungsgang?
     
    NUGAT (schmunzelt): Also ich hab immer schon viel Musik gehört, vor allem auch durch meine Eltern. Mein Dad hat immer sehr viel und mega laut Elvis gehört zuhause, meine Mum Mika. Irgendwann hab ich angefangen, Saxophon zu spielen, und dann auch Schlagzeug, Gitarre und Keyboard. Dann kam mein älterer Cousin mit Hip Hop um die Ecke und das hat mich mit 12 oder 13 mega gepackt. Also hab ich mir so ein Medi Keyboard geholt und angefangen, über den Computer eigene Beats zu machen.
     
    Anna: Cool! Und dann hast du einfach angefangen, selbst Sachen zu produzieren?
     
    NUGAT: Ja genau, dann hab ich irgendwann zum 12. oder 13. Geburtstag, weil ich mir das so sehr gewünscht hab, so ein Programm bekommen, ich glaub, das hieß Magic Music Makers. Das war auch so voll das Einsteigerprogramm und da hab ich dann angefangen, so Beats zu machen. Gesungen hab ich halt sowieso auch immer schon.
     
    Anna: Hast du das Gefühl, dass du dich so Stück für Stück weiterentwickelst?
     
    NUGAT: Absolut, ja. Also ich bin auch heute noch nicht zufrieden mit meinem Englisch, und merk aber auch von Platte zu Platte, dass meine Aussprache besser wird und dass es immer noch einfacher wird, für mich zu schreiben.
     
    Anna: Du nutzt deine Plattform als Künstler auch oft dafür, um über mental health und vor allem deine eigene Krankheit, Borderline, zu informieren und reden. Warum ist dir das persönlich wichtig?
     
    NUGAT: Mhm erstmal, weil ich selbst sehr krank bin und zweitens weil ich auch sehr viel Leute irgendwie kenne, die psychisch krank sind und ich merk, dass das es irgendwie immer noch nicht so… Es ist viel besser und so als früher so, man kann viel offener drüber reden, aber ich hab das Gefühl, dass es immer noch so ein bisschen verpöhnt ist.
     
    Anna: So ein kleines Tabu-Thema.
     
    NUGAT: Ja, genau..
     
    Anna: Bekommst du da viel positives Feedback, also hast du das Gefühl, du erreichst damit Leute?
     
    NUGAT: Absolut. Ich hab sogar Leute, die mir so schreiben, „Ey ich habmich jetzt getraut zum Arzt zu gehen, endlich“. Und das ist auch genau das, was ich erreichen will, dass Leute sich trauen, darüber zu reden, weil sonst kann einem nicht geholfen werden. Einmal ist so ein Mädchen nach einem Auftritt zum Merch Stand gekommen und hat fast geweint und mich in Arm genommen und gesagt, dass sie auch Borderline hat. Das ist schon ein gutes Gefühl. Für mich ist die Musik sowieso auch ein großes Ventil, deshalb freut es mich, dass sie anderen auch so hilft.
     
    Anna: Wie bist du selbst damit aufgewachsen?
     
    NUGAT: Borderline ist halt so, entweder kannst du es einfach so haben, wie wenn du auf die Welt kommst mit irgendeiner Krankheit, oder es kommt halt durch ein Trauma. Bei mir ist es einfach so, dass ich damit geboren bin und ich leb damit seit ich denken kann. Ich hab die Diagnose aber erst vor 3 oder 4 Jahren bekommen, was mir aber auch sehr geholfen hat, weil ich dann einen Begriff zu hatte.
     
    Anna: Das hilft einem dann, das alles einordnen zu können.
     
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    © Marius Knielin
    NUGAT: Genau. Früher hatte ich überhaupt gar keinen Begriff und auch als ganz kleines Kind hab ich mich sehr gequält und wusste überhaupt nicht, was los ist und so. Borderline ist ein Hin und Her einfach, das kann sein, dass ich dich jetzt gerade voll mag und kann sein, dass ich dich auf einmal voll hasse..
     
    Anna: Hat das auch Auswirkungen darauf, wie du so Musik machst und sie wahrnimmst?
     
    NUGAT: Ich nehm alles anders wahr, ja. Jeder Künstler hat das, dass er ‘nen Song macht und am nächsten Tag reinhört und sich denkt, das war jetzt nicht so cool, das lösch ich mal. Bei mir kann das sein, dass ich direkt denke, ich höre jetzt für immer auf. Zu Borderline gehört dieses Extrem sehr dazu. Es gibt nur extrem gut oder extrem schlecht.
     
    Anna: Wie ist das denn auf Tour?
     
    NUGAT: Mhm.. das ist nicht immer so, dass ich so befangen bin, also ich bin manchmal auch einfach ganz „normal“ (lacht). Aber es kommt auch schon vor, dass ich auf Tour eine Panikattacke kriege oder so. Da hab ich dann aber Gott sei Dank meine Jungs dabei, die wissen mittlerweile sowieso, wie die damit umgehen können und ich hab Medikamente, das geht schon alles gut.
     
    Anna: Du hast ja deine erste Headline Tour auch letztes Jahr gespielt. Generell war es ja ein erfolgreiches Jahr für dich. Wenn du jetzt zurückblickst, was waren deine Highlights?
     
    NUGAT: Definitiv die Tour (lacht). Also absolut die Tour, ja. Die Tour.. also ich glaub das ist mein riesen Highlight gewesen. Ich wollte sowieso immer schon ne eigene Tour spielen und dann ist es passiert.
     
    Anna: Gibt es Momente, an die du dich speziell zurückerinnerst?
     
    NUGAT: Also einmal das mit dem Mädel, das auf mich zukam und zusammengebrochen ist, das werd ich wahrscheinlich auch niemals vergessen. Ich hab auf jeder Show auch ein Video für meine Mum gemacht.. Ich hab einen Song, der heißt Mama und wenn ich den gespielt hab, ist immer ein Homie auf die Bühne gekommen und hat das gefilmt, das war auch jedes Mal mega schön. Aber an sich war einfach das Ganze an sich für mich einfach nur mega, mega gut.
     
    Anna: Welcher Song ballert live am meisten?
     
    NUGAT: Mhm.. Bounce.
     
    Anna: Ja?
     
    NUGAT: Mhm-hmm (lacht) Immer, ich spiel den auch immer am Ende, jetzt ist es raus, jetzt kann keiner mehr zu den Shows kommen (lacht)
     
    Anna: Ist ja auch der meistgestreamte Song, ich glaub, der hat fast 2 Millionen auf Spotify.
     
    NUGAT: Ich glaub auch, ja, fast zwei Millionen, das ist schon heftig.. Jeder kennt den und das funktioniert auf Festivals auch wenn ich da spiele. Da ist das auch so, dass die sich fragen, hä wer ist denn das überhaupt und denn kommtBounceund auf einmal sind alle am moshen. (lacht)
     
    Anna: Wenn du jetzt in einem Jahr auf dieses Jahr zurückgucken würdest, was würdest du 2020 gerne erreicht haben, was sind deine Ziele?
     
    NUGAT: Also ich würde mir auf jeden Fall wünschen, noch eine Tour zuspielen. Bis dahin werd ich mich jetzt erstmal hier einschließen und nur Musik machen und einfach Songs rausbringen, am laufenden Band.
     
    Anna: Cool! Also bei uns ist die letzte Frage so’n Blank Space, da darfst du sozusagen ganz frei raus dich selbst promoten, wenn du möchtest.
     
    NUGAT: Ich würde das einfach nutzen, um das Video meiner neuen Single Took vorzustellen und mein Instagram dazulassen.
     
    Anna: Dann danke dir für das schöne Interview!
     
    NUGAT: Danke dir.
     
     

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  • Indie-Entdeckung Me & The Monster aus Berlin mischen einfach aus dem Nichts im großen Game mit

    Indie-Entdeckung Me & The Monster aus Berlin mischen einfach aus dem Nichts im großen Game mit

    Me & The Monster sind eine vierköpfige internationale Indie-Band aus dem Beton-Dschungel Berlins. Nico, Andrea, Guilia und Niki sprechen verschiedene Sprachen und bringen verschiedene kulturelle Einflüsse mit sich und finden sich doch alle in der Musik zusammen. Anstatt sich ihre Unterschiede als Hürden zu stellen, profitieren sie aus ihnen und kreieren einen neuen Sound mit unterschiedlichsten Einflüssen. Anna hat ihre erste selftitled EP gehört und stellt euch hier das Review vor.

     

    Der Name der Band Me & The Monster soll den modernen Menschen und seine Verbindung zu seinem Unterbewusstsein beschreiben: Das Monster, welches im Inneren eines Jeden lebt. Dieser drückt sich bei der Band in einem Mix aus elektronischen Klängen, progressiv indigen Melodien und kraftvollen Rhythmen aus.

    my house is not where I am from, it is everywhere a little bit

    My House ist nicht nur das erste Lied auf der selftitled EP, Me & The Monster, Untoldency, Untoldency Magazine, Indie, Musik, Blog, Blogger, Online Indie Musik Magazin, Interview, Me & The Monster, Me and the monster, Me&themonster musik, selftitledsondern auch die aktuelle Single der Band. Eröffnet wird es mit ausdrucksvollen Tribaldrums, die in absoluter Stille den Rhythmus des Liedes angeben. Sie hören sich an, als würden sie den Rest der Instrumente aus dem Dschungel zusammenrufen. Ich glaube, das ist eine der komischsten Metapher, die ich je aufgemacht habe, aber genau so hört es sich an. Nach nur 12 Sekunden bin ich absolut überzeugt, eine neue musikalische Entdeckung gemacht zu haben. Ich muss erstmal kurz Pause machen. Von hier an kann sich im Song noch alles tun, also versuche ich meine Erwartung, die sich selten so schnell so hoch angesetzt hat, ein bisschen zu relativieren. Aber beeindruckt bin ich schon. Ich drücke wieder auf Play.

    Ein Klavier setzt ein und eine weibliche Stimme singt „Greetings, this is the jungle of my feelings“ ganz in dem von den Tribaldrums gesetzten Rhythmus. War die Dschungel Metapher also doch nicht so komisch, sondern umso zutreffender. Das bestätigt aber nicht nur mich, sondern viel mehr das musikalische Verständnis von Me & The Monster. Bevor ich mich in diese harmonische Drum + Klavier Melodie verliere, ist plötzlich ein Break. Nach gerade mal einer halben Minute verändert sich das Lied komplett: gezupfte und verspielte Gitarrentöne erklingen und geben dem Lied ein bisschen Tempo: Aus dem experimentellen Intro entwickelt sich in absoluter Indie-Song.Der darauffolgende Refrain greift die Drums aus dem Intro wieder auf und kombiniert diese mit den Instrumenten der Strophe. My House hört ruhig wieder auf, ich bleibe ein bisschen überrumpelt zurück.

    i won’t quit fighting

    The Shadow Me & The Monster, Untoldency, Untoldency Magazine, Indie, Musik, Blog, Blogger, Online Indie Musik Magazin, Interview, Me & The Monster, Me and the monster, Me&themonster musik, selftitledbeginnt und es ist das komplette Gegenteil vom ersten Song. Anstatt sich leicht aufzubauen, werde ich direkt in den Refrains geworfen. Alles ist lebendig, gut gelaunt und wird nicht mehr so ernst genommen. Eine ohrwurmverdächtige Catch Phrase ertönt und nach dem zweiten Mal erwische ich mich schon beim Mitsingen: ♫Ringe-Ding-Ding-Ding-Dong♫. Wie ein gut komponierter Indie-Song, klingt die Catch Phase des Refrains aus und die ruhige Strophe leitet uns ein Stück weiter hinein. Die Leadsängerin wird unterstützt von einer männlichen Stimme und ich kann nicht anders als mich an Of Monsters And Men erinnert zu fühlen. Nicht nur der Bandname, als auch das Harmonie-Konzept der sowohl weiblichen als auch männlichen Leadstimmen erinnern mich an die Indie-Band aus Island.

    Das ändert aber nichts daran, dass ich absolut wieder am Mitsingen bin, sobald der Refrain die Ruhe der Strophe aufbricht. Man hört eine E-Gitarre, die kurze Zeit später in den Vordergrund tritt, und auch hier haben mich Me & The Monster wieder gekriegt. Nichts bringt mich schneller dazu, einen Song zu lieben, als eine Gitarre, die einen mit ihrer hohen Melodie praktisch in ihren Bann zu ziehen scheint. Danach wird The Shadow auch nicht langweilig, sondern lebt von einer Variation vorheriger Elemente. Das Ringe-Ding-Ding-Ding-Dong gibt dem Lied einen leicht poppigen Dreh und ich könnte schwören, ich höre manchmal sogar ein kleines Pfeifen im Refrain. Alles in allem, ein absolut empfehlenswerter Song.

    take me to the days of when this place felt like home.

    Der dritte Song auf der selftitled EP heißt Hereund beginnt mit ruhigen Klängen, in deren Hintergrund ein Naturrauschen zu hören ist. Es klingt ein bisschen wie in einer ruhigen Therme, einfach absolute Entspannung.Leichte Drums geben einen Rhythmus vor, Gitarre und Stimmen harmonisieren und tragen mich über die erste Strophe hinweg. Ich find’s mega schön. Me & The Monster, Untoldency, Untoldency Magazine, Indie, Musik, Blog, Blogger, Online Indie Musik Magazin, Interview, Me & The Monster, Me and the monster, Me&themonster musik, selftitledDann baut sich das Lied plötzlich ein bisschen auf, die Stimmen werden nachdrucksvoller und kräftiger. Me & The Monster nehmen die Atmosphäre, die sie im ersten Teil aufgebaut haben und bauschen sie auf. Mir gefällt, wie hier alles trotzdem noch zusammenhängend erscheint und ich mich nicht der sanften Tönen beraubt fühle.

    Dem Outro entgegen singen Sänger und Sängerin ihre Lines im Echo versetzt und kreieren so nochmal eine weitere Tiefe des Songs. Auch hier ist es von Anfang bis Ende eine reine Musik-Empfehlung.

    give me fire, bring me fire

    Give Me Fire war die erste Single Auskopplung der EP und beginnt mit sanften Tönen aus dem Synti bevor der Bass mit so viel Wucht einsetzt, dass ich mir jetzt schon denke, was ein geiler Song. Es ist manchmal echt simpel, mich zu begeistern. In diesem Fall hat es genau 24 Sekunden gedauert. Der Song bleibt ruhig, instrumentell passiert nicht viel. Es gibt auch keinen Break zum ersten Refrain, die Hauptstruktur kommt von dem basslastigen Drums, die mich wieder an die Tribaldrums aus dem ersten Lied My House erinnern. Selbst beschreiben Me & The Monster Give Me Fire als einen Song, der vor allem live besonders schön zu spielen ist, da die ruhige Melodie zum Mitsingen einlädt. Laut eigenen Aussagen ist es musikalisch eine Mischung aus der norwegischen Aurora und dem amerikanischen Bon Iver und da kann ich nur zustimmen.

    Der Song ist die Suche nach Licht an dunklen Tagen, ein Hilferuf, wenn man alleine nicht mehr herausfindet. Und tatsächlich lässt mich Give Me Fire ein bisschen verloren fühlen, aber keinesfalls hoffnungslos. Es ist definitiv einer der ruhigeren Songs der Platte, aber absolut kein langweiliger.

    don’t lose your colours

    Den Abschluss der EP bildet Colours und auch hier wieder ein s/o an Me & The Monster. Der Song öffnet sich so harmonisch und catchy, dass ich mir direkt wieder klar ist: ich habe tatsächlich eine kleine neue Lieblingsband entdeckt. Das passiert nicht oft, dass man sich Hals über Kopf in eine gesamte EP verliebt, meistens ist es immer nur ein oder zwei Songs, von denen man total angetan ist. Bei Me & The Monster muss ich aber wirklich sagen, sie haben mich mit diesem Release komplett überzeugt. Während ich so darüber nachdenke, läuft Colours weiter. Me & The Monster, Untoldency, Untoldency Magazine, Indie, Musik, Blog, Blogger, Online Indie Musik Magazin, Interview, Me & The Monster, Me and the monster, Me&themonster musik, selftitledDie Stimmenharmonie der beiden gefällt mir immer mehr. Sie tragen mich durch den Song und spielen auch hier wieder mit vielen verschiedenen Elementen. Am besten gefällt mir die Bridge, die eine ruhige Gitarrenmelodie mit Wellengeräuschen im Hintergrund kombiniert. Es ist fast das Ende der EP und weiß, was noch kommen wird. Me & The Monster lassen den Song wieder aufbauen und geben ihm den Freiraum sich erneut selbst zu entfalten. Colours klingt ein bisschen nach dem Festhalten an sich selbst, nach Identitätsfindung und nach Überlebenswillen. Es fügt sich perfekt in den Mix aus ruhigem, energiereichen und deepen Indie-Tracks der EP ein. Für mich der ideale Abschluss einer abwechslungsreichen Reise nach mir selbst und dem Monster in mir.

    Für eine visuelle Vorstellung von Me & The Monster hier das offizielle Live-Video von My House:

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  • Casper: Zurück zu Hause – Das Abschlusskonzert 2019

    Casper: Zurück zu Hause – Das Abschlusskonzert 2019

    Casper lädt zum achten Mal zu seinem Zurück zu Hause Festival in Bielefeld ein. Dabei sind dieses Jahr Pabst, Amilli und Kummer.

    Das Zurück zu Hause Festival findet dieses Jahr bereits zum achten Mal im Lokschuppen Bielefeld statt. Fans, die in der deutschen Indieszene unterwegs sind, wird dies mittlerweile ein Begriff sein. Etablierter Künstler Casper veranstaltet dieses Festival seit 2012 (anfangs noch unter dem Namen Willkommen Zuhause Festival) in seiner Heimatstadt. Er selbst tritt natürlich auch auf und lädt dazu mehrere Freunde ein. Zu diesen Freunden zählen in den vergangenen Jahren nicht nur bekannte und erfolgreiche KünstlerInnen sondern auch noch relativ unbekannte. So kann es auch als eine Art Sprungbrett für Newcomer bezeichnet werden. So haben auch in früheren Jahren Bilderbuch und Feine Sahne Fischfilet im Bielefelder Lokschuppen performt kurz bevor sie ihren großen kommerziellen Durchbruch erreichten. Ich fahre seit 2015 jedes Jahr kurz vor Weihnachten zwei Stunden nach Bielefeld, um dort zusammen mit meinen Freunden, Casper und Caspers Freunden den Konzertabschluss des Jahres zu feiern.

    Berliner Punkband Pabst läutet den Abend ein

    Pünktlich um 19 Uhr eröffnet die Punkband Pabst die Bühne. Kein großes Set-Up, nur einen Bassisten, den Sänger mit Gitarre und einen Schlagzeuger. Zusammen sind die drei Berliner einlautes Statement, der den Punk zurück auf die große Bühne bringt. Man hört Einflüsse von Post-Punk, Rock und ein paar Indierock-Melodien lassen das Publikum warm werden. Ich persönlich bin kein großer Punk-Fan, aber als ich sehe, wie verausgabend der Schlagzeuger auf seine Drums schlägt, muss ich doch ein bisschen lächeln. Live entwickelt man doch einen anderen Zugang zu Musik als auf Spotify. Als der Sänger zum ersten Moshpit des Abends auffordert, drängen sich sogar ein paar Menschen aus den vorderen Reihen nach hinten, um mitzumoshen. Ich bin mir sicher, dass Pabst, ähnlich wie andere Bands, denen Casper die Plattform bietet, viele neue Fans an diesem Abend gewonnen hat. Sie klingen lebendig, aufregend und hart, auf eine gute Art und Weise. Privat werde ich wahrscheinlich nicht auf sie zurückgreifen, dennoch ist es definitiv ein frischer Wind in der Punkszene und für jeden, der sich darin bewegt. Also –unbedingt auschecken! Zum Beispiel nächstes Jahr als Support von Itchy.

    Träumerischer R’n’B von und mit Newcomerin Amilli

    Amilli könnte euch schon länger bekannt sein. Erst letztes Jahr hat sie überraschenderweise den Förderpreis der 1Live Krone gewonnen und der Ohrwurm Rarri lässt uns seit dem nicht mehr los. Nun hat sie Anfang November ihre Debüt-EP Wings veröffentlicht. Das hat sie auch auf den Radar von Casper gebracht, der sie kurzerhand zum Zurück zu Hause eingeladen hat. Auch ich habe vorher schon in ihre EP reingehört und wusste, was mich zu erwarten hatte. Amilli spielt verträumten R’n’B mit einer leichten Indiemelodie, die einen auf leichte und leidenschaftliche Reisen nimmt. Ihr Bühnen Set-Up erinnert etwas an eine versteckte und verruchte Bar, in der unentdeckte, lokale Musiker ihre selbst geschriebenen Songs und Cover zum Besten geben. Aus Neonschläuchen geformt hängt ihr Namenszug über dem Schlagzeug und verstrahlt rotes Licht. Das Keyboard rechts und der Bassist links rahmen das ganze Set-Up ein. Amilli steht in der Mitte und sobald ihre klare und sanfte Stimmeerklingt, setzt sich alles zusammen. Man wird Zeuge einer intimen Performance und fühlt sich fast so wohl wie zuhause (Wortwitz). Auch wenn ich davon relativ wenig mitbekomme, weil zwei Typen, einer größer als der andere, direkt vor mir stehen bleiben. Doch anstatt mich darüber aufzuregen, schließe ich einfach meine Augen und lasse mich von den musikalischen Klängen Amillis beruhigen. Sie spielt sowohl Lieder aus Wings als auch ein paar neue, die hoffentlich nächstes Jahr erscheinen werden. Jeder einzelne Song hat mich abgeholt und auch wenn ich nicht allzu viel von ihr gesehen habe, bin ich trotzdem begeistert von so viel jungem Talent.

    Kummer reißt den Laden ab

    Das Zurück Zu Hause war dieses Jahr innerhalb weniger Minuten ausverkauft –und das bevor man wusste, wer eingeladen wird. Hätte man gewusst, dass Felix Brummer von Kraftklub mit seinem diesjährigen Solo-Projekt Kummer vorbeikommt, wäre es wahrscheinlich noch schneller ausverkauft gewesen. Mit seinem Debütalbum KIOX hat Kummer wirklich noch einmal ganz ordentlich in der Deutschrap-Szene aufgeräumt. Schon fest zu seiner Setlist gehört Lana Del Reys Song Summertime Sadness, der laut aus dem Off eingespielt wird und das ganzePublikum gemeinsam mitsingen lässt. Der letzte Ton des Songs wird dann leicht gepitcht und geloopt, bis irgendwann am Ende das Intro zu Nicht Deine Musik daraus entsteht. Es ist wirklich nicht übertrieben, wenn ich sage, dass der Laden, kaum dass Kummer die Bühne betritt, sich einmal selbst auseinander nimmt. Wo die Moshpits sind, ist eigentlich egal, weil wir alle eine springende Masse sind. Casper Fans sind KraftklubFans und Casper Fans sind Kummer Fans.

    Kummer und Casper beim ZZH, © Philipp Gladsome

    Songs wie Aber Nein oder Wie viel ist dein Outfit wert lassen niemanden ruhig stehen. Es ist, als würde Kummer ein Solo-Konzert spielen und wir alle sind nur für ihn da. Auch er ist ein bisschen überrumpelt von der Energie, die ihm entgegentritt, und bedankt sich ganz gerührt dafür. Felix ist nur am lächeln und ich kann gar nicht anders, als ihn noch ein bisschen mehr in mein Herz zu schließen. Denn eigentlich ist KIOX gar nicht so die Moshpit-Platte. Eigentlich ist sie sehr persönlich, sehr gesellschafts-und politikkritisch und an Stellen auch sehr traurig. Doch die Stimmung im Ringlokschuppen ist energiegeladen, lebendig und moshig (das ist ab jetzt ein Adjektiv). Nach diesen 40 Minuten bin ich eigentlich auch schon durch mit den Abend. Doch jetzt kommt ja erst der eigentlich Act des Abends, nämlich Casper selbst.

    Endlich angekommen

    Nachdem Kummer von der Bühne ist, ist wieder Warten angesagt. Insgesamt bin ich seit Einlass nun schon vier Stunden hier im Ringlokschuppen und merke, wie meine Knie langsam vom langen Stehen wehtun. Auch mein Rücken fühlt sich nicht mehr ganz so jung an und einen Haufen blauer Flecke habe ich auch schon. Jedes Jahr aufs Neue frage ich mich, wie ich das das Jahr davor ausgehalten habe und warum Casper nicht einfach früher als 19 Uhr mit dem ganzen Spektakel anfängt. Vielleicht spricht auch nur das Alter aus mir.

    Die Leute, die die Bühne umbauen, scheinen auch ein bisschen lange schon gearbeitet zu haben, der verkomplizierte Umbau dauert mal eben 20 Minuten länger als geplant. Nach langer Wartezeit ertönen die allbekannten Töne, die Alles ist erleuchtet einläuten und kurz danach kommt er mit Einsetzen des Basses auf die Bühne gesprungen. Obwohl ich mich noch nie so richtig mit dem Lied anfreunden konnte, ist es ein Liebling vieler und genauso wird es in der Menge auch aufgenommen. Alle springen hoch und begrüßen Casperzurück zu Hause.

    Ich muss sagen, dass ich mich mit 23 Jahren langsam immer wohler bei Casper Konzerten fühle. Viele der jungen Fans sind mittlerweile auch fast Anfang 20 und auch wenn ein paar jüngere immer noch dabei sind, hat sich der Altersdurchschnitt ein bisschen gehoben. Es wird deutlich mehr gemosht als ich es in Erinnerung hatte und allgemein ist es eine sehr angenehme, wenn auch körperlich anstrengende Stimmung.

    Casper lächelt und auch ich muss das ganze Konzert durch lächeln. Es ist immer wieder schön, ihn live zu sehen und ich merke, wie sehr ich ihn das Jahr über vermisst habe. Denn auch wenn ich ihn bewusst kaum noch höre in meinem Musik-Alltag, so kann ich immer noch alle Texte und habe unglaublich viel Spaß. Als dann zum Schluss noch Marteria, Drangsal und Felix (alle sind als Feature während des Konzerts aufgetreten) im größten Moshpit in der Mitte mitfeiern und anschließend nach vorne crowdsurfen, weiß auch Casper, das ist heute alles egal. Und wenn die Show 10 Minuten länger geht als geplant, weil auf einmal alle anfangen, sich zur Bühne tragen zu lassen, dann ist das so.

    „Heute ist alles cool, heute sind wir zuhause“.

    Genauso fühlt es sich auch an. Für Casper war es die erste Solo-Show nach langer Zeit, da er im letzten Jahr nur mit Marteria unterwegs war. Auch mit den vielen Feature Gästen (eben genannte und Ahzumjot), die er sich wie jedes Jahr einlädt, merkt man, wie nervös er ist. Doch das alles kreiert nur eine so unglaublich positive Atmosphäre, dass die vier Stunden Warten komplett vergessen sind. Es ist wahrhaft ein nach Hause kommen. Highlights des Abends sind definitiv die zwei lange nicht live gespielten Lieder Das Grizzly Lied und Endlich Angekommen. Beide sind absolute Herzensfavoriten von mir.

    Nächstes Jahr wird Casper sich weiter zurückziehen, um nach eigenen Aussagen weiter am neuen Album zu arbeiten. Wir dürfen also sehr gespannt sein. Und auf den nächsten traditionellen Jahresabschluss mit dem Zurück zu Hause Festival 2020 warten.