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  • untoldency proudly presents: Cari Cari Live! 2022

    Heute rutscht uns eine Band mit Cowboy bzw. Cowgirl Feeling in die Tourpräsentation. Das österreichische Duo Cari Cari, das das Sommergefühl für ihre Songs gepachtet hat, tourt im November und Dezember diesen Jahres durch nahezu ganz Deutschland. Ob eure Stadt dabei ist, seht ihr wenn das Licht angeht (bzw. wenn ihr weiter runterscrollt).


    30 Grad und es wird noch heißer!

    Ihr sitzt im Cabrio auf einem sommerlichen Roadtrip über die Landstraßen und Offroad-Pisten eures Lieblingslandes, aber euch fehlt die passende Musik? Kein Problem seit es die Band Cari Cari gibt. Die Songs des Duos bringen euch durch jede mögliche Situation auf eurem Sommertrip. Sei es morgens wenn die ersten Sonnenstrahlen in den verschlafenen Campervan scheinen, bei der spontanen Erfrischung am See oder abends am Lagerfeuer mit Stockbrot. Ihr wollt, dass sich eure Reise durch die Hitze wie im Film anfühlt, ihr bekommt es!

    Den Sommersoundtrack diesen Jahres haben Sängerin und Schlagzeugerin Stephanie Widmer sowie der ebenfalls singende Gitarrist Alexander Köck mit ihrer EP „Welcome To Kookoo Island“ bereits veröffentlicht. Es gibt nie einen unpassenden Moment, um sich die Sonne musikalisch ins Zimmer zu holen. Insbesondere wenn uns die sommerlichen Tage des überschwänglichen Genuss langsam zwischen den Fingern zerrinnen. *cryemoji*

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    Tourdates

    Die lange Liste der Konzertdaten in Deutschland findet ihr im Folgenden. Vergesst darüber hinaus nicht Cari Cari auf dem Streaming-Dienstleister eurer Wahl sowie auf Instagram zu folgen. Eine Verlinkung zum Spotify Profil findet ihr weiter unten.

    Meanwhile, stay calm and listen to Cari Cari!

    03.11.2022 | Dresden, Beatpol
    04.11.2022 |
    Würzburg, Cairo
    05.11.2022 | Nürnberg, Korns
    06.11.2022 |
    Wiesbaden, Schlachthof
    08.11.2022 | Bochum, Riff
    09.11.2022 |
    Münster, Skaters Palace
    10.11.2022 | Dortmund, FZW
    11.11.2022 | Osnabrück, Kleine Freiheit

    12.11.2022 | Bremen, Lagerhaus
    15.11.2022 |
    Saarbrücken, Garage
    17.11.2022 | Augsburg, Kantine
    28.11.2022 | Leipzig, Werk 2
    29.11.2022 | Berlin, Astra Kulturhaus

    30.11.2022 | Hamburg, Uebel & Gefährlich
    01.12.2022 | Hannover, Paugt

    05.12.2022 |Stuttgart, Im Wizemann
    06.12.2022 | Frankfurt, Zoom

    07.12.2022 | Köln, CBE
    08.12.2022 | München, Muffathalle

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    Fotocredits: Andreas Jakwerth

  • Yeshi singt sich mit seidenweicher Stimme ihre „Confessions“ von der Seele

    Endlich muss ich für seidenweiche Soulstimmen nicht mehr nach London oder LA reisen. Denn die gebürtige Berlinerin und in Wien lebende Sängerin Yeshi hat vergangenen Freitag ihre Debüt-EP „Confessions“ veröffentlicht. Inhaltlich trifft sie mit der Innenschau in das eigene Ich den Geist der Zeit. Gesanglich schwebt ihre Stimme federleicht über die vier von Christoh produzierten Soul Beats. Show some love und hüpft in Windeseile zur Streamingplattform eurer Wahl für Yeshi‘s neue EP namens „Confessions“!

    It’s all about mental health

    „Confessions“ nimmt sich das Thema zur Brust, das unserer Generation und ganz sicher auch den folgenden ganz besonders auf dem Herzen liegt: Mental Health und die Suche nach der eigenen Balance. Neben ihrer musikalischen Auseinandersetzung mit der Thematik, kann Yeshi auch auf die Skills ihres Psychologie-Studiums zugreifen. Dabei setzt sie auf dem ersten Track ihrer EP auf die vermutlich beste Taktik: Vertrauen aufbauen, und zwar zu sich selbst! „It’s all about love“ vergewissert uns darin, dass der Weg zur emotionalen Gesundheit bei sich selbst anfängt. Jeder erste Schritt kann nur ein echter Schritt nach vorne sein, wenn die Liebe und das Vertrauen zu uns selbst auf festen Beinen stehen. Und dabei nie vergessen: Kein Schritt ist zu klein, zu langsam oder zu spät! Take the time you need! Und wie verinnerlichen wir dieses Mantra? Indem wir „It’s all about love“ in Dauerschleife hören.

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    Ein Sommer aus Seifenblasen

    Mein absoluter Favorit auf dem Tape und mein Titeltrack zum diesjährigen Sommer heißt “Bubble Bath“. Endlose und doch zu kurze Nächte in knappen Klamotten und mit viel Wein wiederholen sich zu diesem Song. Und anstatt nach dem lauen Sommerabend Schlafen zu gehen, rutschen wir mit der Zigarette in der Hand in die Badewanne. Der Refrain bringt es auf den Punkt: „Charge me up, charge me up, charge me uuuuuup!“ Stimme, Beat und Lyrics treten in eine unglaublich stimmige Symbiose, die eine ganz besondere Atmosphäre schaffen. Eine groovige Bassline, dazu die warme Kick und die Lo-Fi type Drums, darüber schweben die souligen Keys und im Refrain blüht alles durch die sommerliche Gitarre und den funkelnden Synth auf. Die Klangfarbe der Vocals und die super eingängigen Melodien ebnen sich zudem butterweich in den Mix ein. Nichts an diesem Song ist fragwürdig, alles ist perfekt! Ab sofort benötige ich kein Bubble Bath mit blubbernder Badekugel mehr zur Entspannung, ich lege mich einfach in diesen Song rein und lasse mich von seiner Wärme umarmen.

    Songs für eure Sommerplaylist!

    Auch die letzten beiden Songs der EP „Everywhere I go“ und „Too Broke for Therapy“ bleiben der Linie dieses Projekts treu. Songs für die Sommerplaylist meets Self Care. Während ersterer den Selbstwert manifestiert, stellt sich der zweite Track die Frage, weshalb Frauen neben ihren eigenen seelischen Sorgen auch die ihrer (männlichen) Lebenspartner mittragen sollen. Dieses Projekt stellt nicht nur Fragen zur mentalen Gesundheit, sondern auch feministische. We like that! And on a sidenote: Ich wünschte, ich hätte die Zeile „You’re too broke for therapy, why are you using me” selbst geschrieben. 

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    Singing Star in the Making

    Yeshi beweist mit ihrer Debüt-EP auf allen Ebenen unglaublich viel Potenzial. Beginnend mit der unglaublich schönen Stimme und den catchy Melodien bis hin zu der inhaltlichen Auseinandersetzung mit sich Selbst und Self Love im Allgemeinen. Regelmäßig scheinen bei der Stimmfarbe von Yeshi außerdem leichte ABRA vibes durch, was in keinem Fall eine schlechte Charakteristik ist. 

    Mein Gefühl sagt mir, dass sich mit zunehmender musikalischer Erfahrung die kommenden Songs von Yeshi noch runder anfühlen werden. Die unfassbare Wärme, die „Bubble Bath“ ausstrahlt (im Übrigen auch der Song „Luna Park“, der nicht auf der EP ist) deuten die anderen Songs des Tapes ebenfalls an, ohne sie in gleichem Maße zu verwirklichen. Mit zunehmendem Gespür für musikalische Stimmungen wird Yeshi wie von selbst noch viele zauberhafte Lieder schreiben und singen. Ich könnte kaum gespannter sein auf die gesangliche und musikalische Entwicklung dieser up and coming Sängerin called Yeshi

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    Fotocredits: Piotr Sokul

  • BENEE liefert uns mit „Lychee“ den Soundtrack für unsere nächste Beziehung

    It’s a Smash – no Pass! Hiermit kann dieser Artikel eigentlich enden, weil wir alles notwendige bereits wissen, nämlich: DIESES TAPE IST EIN F***ING SMASH! Die am 4. März erschienene EP „Lychee“ von der Neuseeländerin BENEE aka „viel-zu-jung-um-international-erfolgreich-zu-sein“ ist so unglaublich vielseitig, dass ich mich frage, wo alle diese Gefühle eigentlich herkommen sollen. Mit 22 Jahren war ich noch in einer post-pubertären Phase, in der Essen und (der Gedanke) an Sex all meine körperlichen Bedürfnisse abgedeckt haben. BENEE hingegen zeichnet auf 7 Songs, 7 verschiedene emotionale Nuancen, die faszinierend und relatable zugleich sind. Von den klassischen Sommergefühlen über depressives Selbstmitleid zur Bad-Bitch Attitude ist alles dabei, doch noch längst nicht alles gesagt!

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    Sommer im Cabrio

    Mit good Feels eröffnet BENEE ihre EP „Lychee“. „Beach Boy“ zeichnet einen lauen Sommertag mit offenem Cabrio Verdeck, viel Wassermelone und einer langen Nacht am Strand. Das Commitment zum Beach Boy reicht nur für einen Tag, aber das ist okay, denn die Stimmung ist genauso leicht und unbeschwert wie die Gitarren des Songs. Viel mehr gibt es nicht zu sagen, außer dass mein Drang sehr groß ist, mich zu diesem Song auf eine Wiese zu legen und stundenlang in den Himmel zu blicken.

    Die unbekümmerte Stimmung fließt nahtlos in den nächsten Song, nur dass „Soft Side“ elektronischer sowie tanzbarer klingt. Statt sonniger Gitarren, schweben wir auf Synthflächen, während die durchgehende Kick zusammen mit der housigen Off-Beat Hihat unser Blut im Rhythmus pulsieren lässt. Aus der Beach Boy Liaison für einen Tag wächst der Wunsch nach Intimität und dem besseren Kennenlernen des Gegenübers.

    »I wanna know everything that there is about you
    I wanna try to understand your mind and how you
    Weave through walls you hide behind, I wanna try«

    Soft Side

    Bye bye Beach Boy

    Doch bevor der Sommer endet, mischen sich erste kleine Zweifel in die Beziehung. „Hurt you, Gus“ führt uns in einen seichten Spätsommer, in der die Beziehung lyrisch nicht mehr felsenfest auf dem Boden steht. Die rosarote Sonnenbrille verliert an Farbe und die Gedanken werden rationaler. Musikalisch springt BENEE zum Indie. Das Einzige was hier nicht in Hall getränkt ist, sind die Drums. Die Vocals und Gitarren verschwimmen, fließen ineinander über und zeichnen ein träumerisches, etwas nachdenkliches Bild, das zum ersten Mal die gemeinsame Zeit reflektiert.

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    Female Nirvana

    Anschließend kippt die Stimmung ins Melancholische und erreicht mein persönliches Highlight der EP. Die ungetrübte Sommerstimmung färbt sich doch noch grau bis schwarz. „Never Ending“ beginnt schwermütig mit einer nirvanaesken Gitarrenmelodie. Die Stimme bekommt die Worte nur elegisch und eintönig über die Lippen, während sie das Ende der Beziehung anzweifelt. Schwer getroffen von dem überraschenden Ende der Beziehung drehen sich die Gedanken um die immer selben Fragen, weshalb jetzt plötzlich Schluss ist. Die Stimme nimmt im Refrain an Verzweiflung zu und klammert sich gezwungen am einzigen noch bleibenden Hoffnungsschimmer fest: „For what it’s worth, try moving forward.“ Der durch punchige Hip Hop Drums nach vorne schiebende Refrain mündet am Ende des Songs in einer sphärischen Bridge. Eine in Hall getränkte Gitarre und ein choraler Synth bereiten den Höhepunkt vor: das Outro! Ein wuchtiges Schlagzeug untermauert die grungige Stimmung und motiviert zum depressiven Headbanging während sich die gleichen Zeilen immer wieder und wieder im Kreis drehen. Die Rückkehr zu den Hip Hop Drums gibt uns das Gefühl, dass die Beziehung endgültig vorbei ist.

    »It’s a never-ending thing with you
    Think about your face too much
    I wanna follow every move
    Don’t like it when we’re out of touch«

    Never Ending

    Be a bad bitch they said!

    Die Trotzreaktion folgt prompt: BENEE heiratet einfach sich selbst. Die Musik von „Marry Myself“ treibt wieder nach vorne, die Beziehung scheint weitestgehend verarbeitet und der Sommer ist noch nicht ganz vorbei. Auf „Doesn’t Matter“ kommt dann zum ersten Mal die Sicht in das Innere, ohne jegliche Ablenkungen von außen. Die Lead Single des Tapes beschäftigt sich mit einem Lieblingsthema der neuseeländischen Künstlerin: Mental Health. Fragend wie es wäre von den eigenen Gedanken in Ruhe gelassen zu werden, schweben die dreamy Popvocapols über einen Slow Dance Schlagzeug-Groove. 

    Das Finale bildet der experimentellere Song „Make You Sick“, der über harte Drums zu distorted vocals und zurück zu sommerlichen Akkustikdrums führt. Aus der Unsicherheit wächst ein neues Selbstbewusstsein und wir sagen „Hi!“ zur Bad Bitch Attitude. BENEE kann ihr neu gewonnenes Mantra nicht oft genug wiederholen: No further explanation needed!

    »Bad bitch, I am a bad bitch
    I’m a bad bitch, I’m a bad bitch
    But you can’t have this
    Cannot have this, no you can’t have this, this
    No, you can’t have a bad
    bitch, bitch’«

    Make You Sick

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    TikTok meets Reality

    Auf ihrem Konzert in Berlin hat die Künstlerin nicht nur musikalisch eine Must Watch-Performance abgeliefert, sondern auch ihre Entertainer Qualitäten offenbart. Warum auch immer schafft BENEE es, auf der Bühne cringy zu sein ohne tatsächlich cringy zu sein. Würde ich mich genauso verhalten wie sie, der Fremdscham wäre grenzenlos. Doch BENEE aka die coolere Indie-Version von Billie Eilish lässt alles an ihr ganz natürlich und normal wirken. Wie kann es sein, dass sie selbst mit Clown-Makeup zweifelslos die Bad Bitch Energy verkörpert. Die Neuseeländerin hat auf der Bühne einen Ort gefunden, an dem sie aufgedreht und sensibel zugleich sein kann, ohne an Authentizität einzubüßen. Die größte Errungenschaft daran ist, dass wir dadurch eine Künstlerin mehr im Mainstream Pop-Business haben, die eine Repräsentanz für alle Persönlichkeiten schafft, die nicht zu den vermeintlich Coolen auf dem Schulhof gehören.

    Never Ending Love

    BENEE durchläuft auf ihrem Mixtape „Lychee“ das potenzielle Gefühlschaos einer Beziehung. Die sieben verschiedenen Songs umreißen sieben verschiedene Moods. Vom Beginn einer unverfänglichen Liebschaft, zur verzweifelten Liebe, bis hin zur emotionalen Neuorientierung nimmt uns die EP ohne Umwege auf eine emotionale Reise mit, die in unser aller Leben in der Dauerschleife läuft. Mit einfachen, aber nahbaren Texten, ästhetischer und inhaltlicher Vielseitigkeit bei einem zugleich homogenen Sound sowie einer unverwechselbaren Attitude trifft die Sängerin ins Schwarze. Wir haben nur eine letzte Anmerkung: Let this EP be Never Ending!

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  • Rock, Rattle and Roll: The Courettes und ihr neues Album „Back in Mono (B-Sides & Outtakes)“

    Rock, Rattle and Roll: The Courettes und ihr neues Album „Back in Mono (B-Sides & Outtakes)“


    POV: Es ist Mitte der 1960er Jahre. Du befindest dich mitten in den USA – genauer: Chicago, Illinois. Nach dem Frühstück bestehend aus Toast, Rührei und gebratenem Bacon trittst du aus der Tür des Diners auf den Parkplatz. Der Kaffeegeschmack liegt dir noch im Mund, als du dich auf den warmen Ledersitz deines 64er Mustangs niederlässt. Gleichzeitig zündest du den Motor und dir eine filterlose Zigarette an. Für dich geht es über die Route 66 in Richtung Westküste. Du hast einen langen Roadtrip vor dir. Durch das heruntergekurbelte Fenster fährt dir der Fahrtwind durchs Haar. Das Gefühl von Freiheit macht sich breit, du schaltest das Radio ein.

    Back To The 60ies

    Die Ästhetik eines 60ies-Soundtrack, den man zu dieser Vorstellung bekommt, liefern The Courettes. Das dänisch-brasilianische Duett hat es sich zur Aufgabe gemacht die Musik der Rock ’n‘ Roll Ära in die Gegenwart zu importieren. Wir haben Flavia Couri (Gesang, Gitarre) und Martin Couri (Gesang, Schlagzeug), eine Menge schillernde Gitarren und noch mehr Vintage Reverb.

    Mit dem neusten Album „Back in Mono (B-Sides & Outtakes)” lässt es sich in der Zeit zurückreisen. Es kam letzten Mai und scheint schon vor 55 Jahren aufgenommen zu sein. Für Leute wie mich, die sich ohnehin an der Musik der Beatles, Beach Boys etc. in Schallplattenqualität erfreuen, sind die Courettes eine gute Gelegenheit, den Spirit der 60er in zeitgenössischem Gewand zu erleben. Minder interessant ist es aber auch für alle anderen nicht.

    Das Album beinhaltet acht knackig-kurze Songs in mono. Ja, richtig gelesen, mono (also alles aus der Mitte des Lautsprechers heraus und nicht in einem Panorama verteilt, wie heutzutage üblich). Aber auch der „Wall of Sound“ Charakter der surfigen „Doo Wop“ Scheibe hat sich an den Kriterien der Musik aus der Zeit bedient. Phil Spector lässt grüßen.

    Was damals als revolutionär galt, ist heute Retro. An Charme hat aber auch die Ästhetik der 60ies nicht verloren.

    „Please don’t wake me up“

    Gleich vom Opener wird man träumend in die Höhe getragen. „Daydream“ handelt von den kurzen Pausen eines harten Alltages, in denen man sich in seinen Gedanken verliert und zu tagträumen beginnt. Im Mittelpunkt steht die Sehnsucht nach der Liebe, dem zu Hause und einem Ort oder einer Person, zu der man sich gehörig fühlt. Somit sind auch Vermissen und Distanz Themen des Songs.

    Unterstützt wird die träumerische Romantik des Textes mit der tragenden, eigentlich fast schwebenden Musik. Der Track an sich ist dabei sehr weit und fast überwältigend. Die knackige, liegende Gitarre und die obligatorischen Harmonien in den Background Chören runden das Gesamtbild ab. Teile des Songs haben, nebenbei gesagt, eine verblüffende Ähnlichkeit mit Sonny & Cher’s „I Got You Babe“.


    Nicht nur rosarot

    Wie man schon beim Titel „Only Happy When You’re Gone” erahnen kann, ist das Ganze thematisch umgedreht. Geht es hier zwar auch um eine Beziehung, scheint sie eine unglückliche zu sein. Die Zeichen der Lyrics stehen hier ganz klar auf Trennung.

    „Breaking up is hard to do

    And so is future life with you“


    Die Musik hat davon aber noch gar nichts mitbekommen. Sie schimmert im klassischen Mersey Beat weiter. Die kleinen Details in den rhythmischen Elementen erinnern an zeitweise sogar an lateinamerikanische Percussion. Zu finden sind diese beispielsweise auch im vorangegangenen „Last Dance With You“. Hinzu kommen Tremolo Gitarren, ein ganz schön bewegtes Feeling und eine Prise Echo über ALLEM. Unterm Strich gibt das dem Song den klassischen Surfsound. Sollte der Song eine Referenz sein, dann definitiv an The Ronettes.

    Bad Boy Banger

    Der größte Banger des Albums ist meiner Meinung nach „Killer Eyes“. Schnell, direkt, wild und verspielt – some proper Rock ’n‘ Roll. Endlich hören wir auch die obligatorischen Choo Wap’s in den Backing Vocals. Die Gitarren haben NOCH mehr Tremolo als vorher (sie hören sich also noch zitternder an) und das Schlagzeug prügelt einen praktisch auf die Tanzfläche. Genauso rude ist der restliche musikalische Charakter des Songs, alles ist ein wenig angezerrt und roh.

    Speaking of rude: Im Text geht’s um den Rebellen, den Trouble Maker, um Auflehnung und die Vergötterung des Bad Boy Images. Klar, die 60er halt.

    „I know his heart

    Is cold as ice

    But I fell for those

    Killer eyes“


    Der wichtigste Bestandteil eines guten Liedtextes aus jener Zeit ist ebenso wenig wegzudenken, wie die Schmalzlocke beim Teddy-Boy: Das „Yeah!“ ist in diesem Song quasi überrepräsentiert.

    Wie beim Konzert

    Den Abschluss krönt „So What“. Mit dem lebhaften Song am Schluss rundet sich das Album perfekt ab. Er strotzt vor Energie, ist fröhlich und ausgelassen und kommt einem wie eine Party vor. Gesungen wird über eine unbeschwerte Gleichgültigkeit, die Musik könnte gar nicht besser dazu passen. Tatsächlich traut sich sogar ein Gitarrensolo in die letzten Minuten des Albums auf den Track, den es sich nicht besser hätte aussuchen können. Zu guter Letzt gibt es einen wohlverdienten Applaus, als wäre das ganze Album eine Live-Show gewesen.

    Die Wurzeln von heute

    Man kann sagen, dass beinahe alles, was die Musik der frühen 1960er Jahre bewegt hat, aufgegriffen wurde. Gefühle und Romantik spielen eine große Rolle, aber auch die Unbeschwertheit und Teenie-Fantasien sind leitmotivartig eingearbeitet. Die Musik soll heute, wie damals eine gute Laune, trotz negativ gestimmten Emotionen vermitteln.

    Ein starkes Duo also, die Courettes. Erinnert mich teils sogar an die White Stripes. Und das nicht nur, weil die Besetzung die gleiche ist. Die rohe, angeraute Musik impliziert Ehrlichkeit und ist eine Hommage an ein schon längst vergangenes Zeitalter, was – und das darf man nicht vergessen – unsere heutige Sicht auf die Popmusik und -kultur maßgeblich geprägt hat.

    Für mich ist es immerhin schön, neue Musik, die nach alt klingt, zu entdecken. Das ist es nämlich, was Liebhaber von Vergangenem fehlt: Jenen Spirit in neuer Musik.

    Das Album ist natürlich unten verlinkt. Vielleicht hört ihr ja sogar für euren nächsten Roadtrip mal rein, passt wirklich gut. Also dann, Lederjacke an, Pomade in die Tolle und Nadel auf die Platte: The Fabulous Courettes!

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    Fotocredit: Morten Madsen & Marco Krenn

  • Aze im Interview: »Wir akzeptieren die Schattenseiten mit offenen Armen«

    Aze im Interview: »Wir akzeptieren die Schattenseiten mit offenen Armen«

    Aze? Den Namen hab ich doch schon mal irgendwo gehört, oder?“ Vielleicht habt ihr euch den Namen des österreichischen Pop-Duos seit unserer Review von ihrer Doppel-Single „Sweet Talk / Sidewalk“ bereits hinter die Ohren geschrieben. Wenn nicht, dann bekommt ihr hier eure nächste Chance. Selbst beschreiben die zwei ihre Musik als „sad, sexy Pop“ und dieser überzeugt auf voller Länge.

    Die zwei Aufsteiger haben im Interview mit Evelin über ihr frisch erschienenes Debütalbum „Hotline Aze“, mentale Gesundheit und die Bedeutung ihrer engen Freundschaft gesprochen. Und was Justin Bieber mit der ganzen Sache zu tun hat, erfahrt ihr am Ende.



    Aze im Interview

    Evelin: Erstmal ein herzliches Hallo, Beyza und Ezgi! Wie geht es euch? Wie ist die Stimmung so kurz vor dem Release eures Debüt-Albums “Hotline Aze”?

    Beyza: Hiiii! Ich muss sagen, ich bin seit ein paar Tagen schon sehr aufgeregt, weil das Datum immer näher kommt. Es fühlt sich teilweise noch so surreal an, dass das jetzt wirklich passiert. Es war mir zu langsam und zu schnell zugleich haha. Aber ich würde sagen, meine Stimmung ist, trotz Nervosität, dennoch sehr positiv gestimmt – I’m simply excited for everything that is still to come!

    Ezgi: Hellooo!! Same here! Ich weiß echt nicht, was ich gerade fühlen soll. Meine Moods gehen von super exited bis super anxious und schwanken die ganze Zeit hin und her. Ich hab zwar kein Kind, aber ich schätz‘ mal, dass es sich so anfühlen muss als Elternteil, wenn ein Kind vom Elternhaus wegzieht hahah.

    Evelin: Den Vergleich mit dem Kind find‘ ich super, haha. Wie würdet ihr eure Musik denn, jemandem, der/die zum ersten Mal davor ist, eure Musik zu hören, beschreiben?

    Aze: Am liebsten würden wir sie gar nicht beschreiben wollen und uns wünschen, dass sich die Person einfach mal drauf einlässt und selbst fühlt. Uns würde es interessieren welche Gesichtsausdrücke das erste Mal Aze hören bei den Leuten auslöst. Aber wir beschreiben unsere Musik selbst immer als sad & sexy und wir finden, das trifft’s schon sehr gut.


    Hotline Aze, how can I help you?
    Aze Hotline Aze untoldency indie pop music magazine Amelie Strobl

    Evelin: Das Album dreht sich ja um das Konzept einer Art Mental Health Hotline, deswegen auch der Name. Auch durch das Album hinweg werden Sprachmemos und Telefongespräche als Stilmittel verwendet. Wie fiel die Entscheidung auf genau dieses Konzept?

    Beyza: Wir sind ins Studio gegangen, um einfach mal draufloszuschreiben und ohne viel nachzudenken, damit wir mal ein Gefühl kriegen, was überhaupt alles möglich ist. Die Idee mit den Sprachmemos war anfangs nicht ausgedacht, sondern hat sich ergeben. Ich habe ein paar Tage vor dem Studio, eine Sprachmemo mit einem Guitar Riff und einer Chorus-Idee an Ezgi geschickt, was dann zu „Sweet Talk“ geworden ist. Das war der erste Song, den wir geschrieben haben. Irgendwann sind wir auch musikalisch in diese Richtung abgeschweift und im richtigen Moment kam noch eine Sprachmemo von Ezgi’s Schwester, die perfekt auf ein Instrumental gepasst hat. Die Konzeptidee an sich hat dann eigentlich als Joke begonnen. Aber da wir eben genug Instrumentals hatten, die nach einer Warteschlange geklungen haben, haben wir diesen Joke einfach weitergeführt and here we are.

    Evelin: Wo kommt diese Affinität für die 90’s her?

    Aze (B&E): Wir wollen uns jetzt nicht so vehement auf bestimmte Jahre eingrenzen, aber wir feiern einfach die künstlerische Leichtigkeit, die die meisten Artists in den 90ern und 2000er hatten. Wir sind immer schon Riesenfans von Hip-Hop und R’n’B gewesen, und für uns ist diese Zeit sehr von diesen Genres geprägt. Nicht nur was Musik angeht, sondern auch mehr Lifestyle, Fashion, usw. Für uns sind die 90er eine perfekte Mischung aus Kitsch und Gangster and we love it. 

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    Wir wollen nicht mehr in unserer Trauer versinken

    Evelin: Gab es spezielle Momente während des Entstehungsprozesses von “Hotline Aze”, die euch in Erinnerung geblieben sind?

    Aze (B&E): Wir haben das Album in einer Woche geschrieben und für uns war der ganze Entstehungsprozess sehr besonders, da wir anfangs schon nervös waren, ob jetzt überhaupt was Gutes dabei rauskommt, aber wir dann einen Song nach dem anderen geschrieben haben, weil es so gut geflowed hat. Wir tun uns schwer einzelne spezielle Momente zu wählen, weil für uns das Ganze mit all dem Drum und Dran einfach sehr schön war. Für uns steckt im Album nicht nur Musik, die wir selbst gerne hören, sondern auch random Gespräche, die wir geführt haben oder die Chipspackung, die wir dabei gesnacked haben. Wir sagen immer, dass es sich für uns ein bisschen so anfühlt wie ein Kind auf die Welt zu setzen und dann mit 18 loslassen zu müssen. Die Freude und Aufregung in unseren Gesichtern nach jeder nicen Hook oder jedem Riff werden wir auf jeden Fall immer in Erinnerung behalten. 

    Evelin: Im Album geht es ja viel um den eigenen Struggle, toxische Verhaltensweisen, Weltschmerz etc. In welchem Mindset ist das Album entstanden?

    Aze (B&E): Das Album ist eigentlich in einem sehr lockeren und lighthearted Mindset entstanden. Es repräsentiert auch sehr gut, wo wir persönlich grade stehen. Wir wollen nicht mehr in unserer Trauer versinken und dem ganzen so viel Macht geben, sondern haben über die Jahre hinweg gelernt, dass ein lockerer Umgang mit bedrückenden Themen und ein bisschen Distanz und Humor, um das Ganze auch mal von außen betrachten zu können, sehr guttun kann. Die EP war für uns sehr intense, da es uns persönlich auch so ging. Wir haben uns weiterentwickelt und sind gewachsen, und so auch unsere Musik. Inzwischen akzeptieren wir die Schattenseiten mit offenen Armen aber wissen auch, dass sie uns nicht ausmachen.


    Eine wichtige Lektion über mentale Gesundheit
    Aze Hotline Aze untoldency indie pop music magazine Amelie Strobl

    Evelin: Ihr thematisiert den Umgang mit den eigenen mentalen Problemen ja auch teilweise ironisch. Man nehme allein schon das Konzept des Hilfetelefons, was ja eigentlich gar keins ist, sondern fast das Gegenteil. Ich finde das manchmal auch problematisch, wenn man anfängt Traurigkeit und Depression zu romantisieren. Wie sieht euer Umgang mit mentaler Gesundheit aus?

    Aze (B&E): Es ist auch irgendwo problematisch, Traurigkeit und Depressionen zu romantisieren, aber wir denken, wenn man sich so in diesen Gedanken und Gefühlen gefangen fühlt, kann es schwer sein, das zu erkennen. Mentale Gesundheit ist zwar etwas, das viele Menschen betrifft, aber dennoch sehr individuell und subjektiv. Es ist ein sehr wichtiges Thema, auf das oftmals nicht so viel Wert gelegt wird und eines, das sehr entfremdet dargestellt wird. Uns persönlich hilft Humor und Ironie, das Thema an uns ranlassen zu können, ohne dass es erdrückt. An seiner mentalen Gesundheit zu arbeiten, braucht viel Kraft und Zeit, wobei wir denken, dass man nie auslernt.

    Wir denken, es ist wichtig, es nicht als eine Aufgabe zu sehen, die einen gerade belastet und hoffentlich bald wieder vorbei ist, sondern als Gefühle und Gedanken, die, aus verschiedenen und validen Gründen, einen zurzeit begleiten und dass das okay ist. Es gibt keinen Leitfaden, wann welche Gefühle verschwinden und wann neue kommen müssen. Manchmal tut es gut es einfach mal so stehenzulassen wie es ist und es versuchen nicht zu zerdenken. Es gelingt uns natürlich auch nicht immer, aber dann erinnern wir uns, dass sowieso alles so kommt wie es kommt. Jede/r muss für sich seine Wege finden und das auch in seiner eigenen Zeit, ohne Druck und Erwartungen von anderen oder von sich selbst.

    Evelin: Richtig schöne Worte! Würdet ihr sagen, dass das Album ein optimistisches oder eher verbittertes ist?

    Aze: Es ist ein sehr lighthearded Pop Abum geworden. Ein bisschen Melancholie ist immer dabei bei uns, aber der Umgang ist auf jeden Fall optimistischer und lockerer geworden.


    „Ohne großes literarisches Ramtam

    Evelin: Gibt es einen Song, der euch am meisten Spaß gemacht hat? Ob während des Schreibens, der Produktion oder einfach beim Hören.

    Beyza: Ich hab in jedem Song so meine favourite parts und meine Lieblingssongs vom Album ändern sich auch immer wieder mal, aber „Sad Sensations“ bleibt immer in der Liste. Ich finde, mit dem Song haben wir mal ein bisschen was anderes probiert und er gibt mir so ein richtiges old school – Band Feeling. „Showbiz, Baby!“ hat beim Schreiben sehr Spaß gemacht und macht mir beim Performen auch immer gute Laune. Und „Sweet Talk“ wird natürlich auch immer einen special place in meinem Herzen haben, weil damit alles angefangen hat. 

    Ezgi: Natürlich gibt’s in jedem Song favorite Parts und für mich als die, die den Text schreibt, verschiedene Sparten des “sich ausleben”. „My own Business“ hat mir gezeigt, dass nicht jeder Song gesungen sein muss, um “belebt” zu werden. „Waterfalls“ auf der anderen Seite, hat mich beim Aufnehmen im Studio so viel Kraft gekostet und am Ende bewiesen, dass der erste Take manchmal einfach der Beste ist. „Silk“ hat mir die Mut gegeben, meine Texte so zu formulieren, wie ich mir’s denk – ohne großes literarisches Ramtam. „Showbiz“ hat mir erlaubt meine RnB-Vocalist Fantasien auszuleben, mit Slow Fade am Ende und alles und „Talk Away“ berührt mich jedes Mal, wenn ich’s hör‘. Helins und Jakobs Stimme auf dem Track sind für mich die Manifestation der Liebe und Geborgenheit. Production-technisch hat mir das Pannen am meisten Spaß gemacht – I love a good stereo experience hahah.


    Vor dem Album mussten wir immer in getrennten Räumen Musik schreiben

    Evelin: Wie hat eure Freundschaft euren Musikschaffungsprozess beeinflusst?

    Beyza: Die Innigkeit und Verbundenheit spürt man denke ich in der Musik auch. Wir harmonieren und verstehen uns, ohne viel sagen zu müssen. Vor dem Album mussten wir immer in getrennten Räumen Musik schreiben. Inzwischen haben wir gelernt, dass es auch zusammen gut funktioniert, haha.

    Ezgi: Ich bin sehr froh, dass wir zwei miteinander in einer Band sind und nicht in getrennten – auch wenn man gerade viel arbeitet und nicht großartig viele Leute außerhalb der Band treffen kann, trifft man so halt automatisch die beste Freundin, hahah. Außerdem ist es auch sehr angenehm, gemeinsam wachsen zu dürfen. Ich bin sehr dankbar für die Situation in der wir uns befinden.


    Die Geschichte beginnt und endet hier mit Justin Bieber

    Evelin: Am Ende jedes Interviews fragen wir nach einer untold story. Das kann was sein, was während des Entstehungsprozesses des Albums passiert ist, ein random fact oder alles andere, was ihr noch nicht mit der Welt geteilt habt 😊

    Aze: Most random Aze Fact ever ist, dass der Grund, warum wir überhaupt so gut befreundet sind – glauben wir jetzt retrospektiv – Justin Bieber ist. Wir waren halt wie ca. alle round 2009 hardcore Beliebers. Die meisten Songs aus seinen ersten zwei Alben trauen wir uns zu wetten heute noch plus minus zu beherrschen. Unsere Eltern haben uns damals extra vom Land zum Konzert nach Wien gefahren, wo wir ca. 6 Stunden vor Beginn schon da waren, um realistisch einen okayen Platz zu bekommen. Und wir versprechen, wir waren davon überzeugt das nächste “One less lonely girl” würde eine von uns sein hahaha.

    Evelin: Wie geil ist bitte diese Story?! Lieb’s! Danke für eure Zeit, hat mich total gefreut 😊


    Das neue Album „Hotline Aze“ von Aze möchte ich euch hiermit nochmal ganz stark ans Herz legen. Das Konzept stimmt, der Sound stimmt und man merkt wie viel Arbeit hier reingesteckt wurde. Obendrein sind die zwei auch bezaubernd. Hört definitiv unten mal rein und wählt euch selbst in die Hotline ein (so gute Musik habt ihr noch in keiner Warteschleife gehört, da bin ich mir sicher)!

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    Fotocredits: Amelie Strobl

  • flor mit „Future Shine“: „This album is a coming of age journey“

    flor mit „Future Shine“: „This album is a coming of age journey“

    Wochenlang auf Tour zu sein, nur um dann zurück zuhause ohne Pläne für neue Shows ein neues Album zu veröffentlichen? Nicht mit flor. Die vier Jungs Zach, Dylan, Kyle und McKinley aus Oregon dachten sich nämlich zur Release ihres dritten Albums „Future Shine“ etwas besonderes aus. „flor in 24“ (twenty-four) nannte sich das Ganze, und es waren nicht weniger als 3 Release-Shows in 3 verschiedenen US-Städten, alles in 24 Stunden.

    So spielte die Band am 6. Mai, Freitagabend, in New York, sprang danach sofort ins Auto um den allerletzten Flug des Tages nach Los Angeles zu erwischen (den sie dann fast auch noch verpasst hätten), um dort am nächsten Morgen eine Frühstücks-Show um 10 Uhr zu spielen. Dann ging es direkt weiter zum Flughafen und nach Hood River, Oregon, in die Heimatstadt der vier.

    Besser hätte man die Geburt dieses phänomenalen dritten flor Albums auch nicht zelebrieren können, möchte ich an dieser Stelle mal gesagt haben.

    Um Spotify da mal zu imitieren, flor ist für Fans von: guter Musik, … ähh ich meine natürlich: The Band CAMINO, joan, COIN, und Fans von gutem, solidem Indie-Rock.

    come out. you’re hiding – ein kleiner Rückblick

    Gut, wer mit mir den ein oder anderen Satz gewechselt hat in den letzten fünf Jahren, dem dürfte flor sogar bekannt sein. Wer meinen allerersten Untoldency-Artikel gelesen hat, der quasi eine Lobeshymne an flor war, den wundert jetzt auch nichts mehr. Und das ist auch gut so! Denn im Mai 2017 lieferten mir flor mit ihrem Debütalbum come out. you’re hiding mein bisheriges Lieblingsalbum. Ever! Wenn ich gefragt werde (und auch wenn nicht), beschreibe ich come out. you’re hiding immer als „dicke Umarmung in Musikform“. Denn die Musik von flor war für mich schon immer an erster Stelle etwas, in das ich mich in jeder Situation einhüllen konnte, und ich wusste… das wird schon wieder. Keine andere Band hat es geschafft, mir mit ihrer Musik so viel Zuversicht zu schenken.

    Und wenn ich dann das Gitarrenriff von warm blood mal wieder live gehört habe, war ich oft doch sehr nah am Wasser gebaut. Aber nicht, weil mich dieser Song aus irgendeinem Grund traurig gemacht hätte. Sondern, weil die Musik von flor in mir etwas berührt, dem kein anderer Artist oder keine andere Band jemals nahe gekommen sind. Klingt sehr cheesy, ich geb’s ja zu.

    Gerade aber weil mir das erste Album so viel bedeutet und ich mit dem zweiten nie wirklich warm geworden bin, hatte ich etwas Bammel vor Future Shine. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich das erste Album ca. 25 Mal live gehört habe, und dadurch mehr Erinnerungen damit verknüpfen konnte. Das zweite Album, ley lines, wurde nämlich erst kurz vor Corona released.

    Eine neue Ära

    Als flor dann im Februar die erste Single Play Along gedroppt haben, war ich wieder zuversichtlich. Ich habe mich sogar getraut zu denken „Was, wenn das mein neues Lieblingsalbum wird?“. Den Gedanken hatte ich allerdings schnell wieder verworfen. Denn gleichzeitig war ich mir auch sicher, dass nichts und niemand jemals come out. you’re hiding übertreffen könnte.

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    Jede weitere Single-Auskopplung hat mich allerdings mehr und mehr begeistert. Und spätestens, als ich Play Along, Skate, und Big Shot dann in Seattle live hören durfte… war ich hin und weg. Ab April war ich mir sicher: das wird die neue Nummer 1!

    Und obwohl sich die Musik von flor seit dem Debüt gleichermaßen nostalgisch anfühlt, so bringt die Band mit Future Shine trotzdem frischen Wind. Mit 24 startet das Album in eine relativ teilnahmslose Stimmung, als Sänger Zach im Refrain singt „24 – feel like that’s the year I didn’t care anymore“. Doch der Rhythmus der Reime im Lied geht einfach ins Ohr. Und Future Shine bleibt nicht so hoffnungslos: bereits im nächsten Song Big Shot traut sich die Band, den Tagträumereien zu verfallen. Und: sich vorzustellen, wie es wohl wäre sich selbst zu verwirklichen und erfolgreich damit zu sein.


    „flor has always been about finding the hopefulness. It’s always a little bit melancholy, and touches on the reality of sadness and life, but we never wanna dwell on that and the same is true with this album. We wanted it to be this thing of hopefulness and it really comes down to the fact that you have a choice. The news every day gets worse, and it breaks your heart, but you cannot let that be enough to keep you down and keep you from fighting for a world that is good and hopeful. So we just wanted to make sure that that never gets lost even if we started our album with the most cynical, pessimistic idea.“
    – Zach Grace

    (Quelle: Returner Magazine)

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    Spätestens, wenn ihr die Musik voll aufdreht und Sänger Zach euch BIG SHOT! HOT GUY! LONG NIGHTS! SIPPING ON WHISKEY! WEST COAST LULLABY! ins Ohr schreit – Ja, spätestens dann, sollte euch dieses Album in seinen Bann gezogen haben. Und wir sind erst bei Song Nummer zwei. Big Shot ist ein unfassbar kraftvoller Song, der live sogar noch mehr abfährt.

    Und nicht nur bei den Texten und Themen auf diesem Album merkt man die Entwicklung von flor. Auch soundtechnisch ist Future Shine ein absolutes Meisterwerk. Nicht zuletzt, weil Bassist Dylan die Songs selbst produziert hat. Bei jeder Schleife des Albums hört man noch etwas heraus, das vorher nie aufgefallen ist. Da ist an der einen Ecke noch ein versteckter Synthie, hier noch eine unentdeckte Melodie.

    Deshalb meine dringlichste Empfehlung an euch: Sucht euch euer bestes Paar Kopfhörer und verbringt diese 31 Minuten und 40 Sekunden mal einfach nur mit zuhören.

    Da ich leider nicht unbegrenzt Platz für diesen Artikel habe (und auch nicht unbegrenzt Zeit, diesen zu schreiben) hier noch meine weiteren Highlights:

    Skate: Good-Vibes Song, Perfekt zum Skaten oder gedankenverloren den Gitarren-Noten hinterher zu schweben

    Future Shine: Der Title Track zum Album verspricht Hoffnung für die Zukunft, die glaube ich im Moment jeder gut gebrauchen kann. Eine Dosis Hoffnung zum Mitnehmen, bitte! „I wanna be, I wanna be like the future shine high on a new horizon / don’t wanna be like an old man looking for a hill to die on“. Flor wollen in diesem Song aktiv dem kindlichen Optimismus nachjagen, und niemals sich selbst verlieren.

    In meinem Gespräch mit Sänger Zach meinte dieser „we wanted songs that made other people feel incredible.“ – und wenn ihr bis jetzt aufmerksam gelesen habt, dann wisst ihr auch dass flor das absolut gelungen ist. Dieser kleine Hoffnungsschimmer für die Zukunft, der „Future Shine“, ist das, was dieses Album so besonders für mich macht. „The Future CAN shine bright. It CAN be worth looking forward to. The world doesn’t have to be this dark, dysmal place that sometimes it feels it can be.“

    Mit Future Shine sind flor nun endlich da angekommen, wo sie hingehören. (Zumindest meiner Meinung nach)

    Und diesen Hoffnungsschimmer könnt ihr hoffentlich auch für euch finden, möglicherweise ja durch dieses Album. Ich sag es gerne nochmal: Die Musik von flor ist einfach eine dicke, dicke Umarmung. Fühlt euch gedrückt!

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    PS: Falls ihr für den nächsten Besuch am See noch einen Soundtrack zum Wolken beobachten sucht… Dann möchte ich euch hiermit eine herzliche Empfehlung aussprechen. Habe ich natürlich für euch schon mal getestet, glatte 10/10.

    (Alle Fotos von Ashley Osborn)

  • Mia Berg mit „I’ll Never Leave You“: Eine hoffnungsvolle Hymne an die Verlorenheit einer Generation

    Mia Berg mit „I’ll Never Leave You“: Eine hoffnungsvolle Hymne an die Verlorenheit einer Generation

    Eine zarte Stimme, die auf einem verspielten Sound zum Tagträumen in eine andere Welt einlädt. Mia Berg klingt auf „I’ll Never Leave You“ unbeschwert und hoffnungsvoll. Dabei ist der Inhalt des Songs zuerst gar nicht so unbeschwert, wie er klingt. Mia singt über die Verlorenheit, die sie als junge Frau mit Mitte 20 fühlt. Aber dabei versprüht sie zugleich das hoffnungsvolle Versprechen, zusammen mit ihren Freund*innen durch diese chaotischen Zeiten zu navigieren.

    Es gibt ein starkes Element von Nostalgie in Mia’s Songs, das sich wie ein roter Faden durch ihre Musik zieht. Wie das Aufwachsen in ihrer Heimatstadt Bergen sie geformt hat und wie schwer es manchmal ist, loszulassen und sich von der Vergangenheit zu verabschieden, lenkt ihre Texte. Mittlerweile wohnt und arbeitet Mia in Oslo und schaut mit anderem anderen Blick auf die Stadt an der Westküste Norwegens. Diese Reflektion von Themen, die sie damals so wie heute beschäftigen, verarbeitet sie in ihren Songs.

    Die Vorfreude auf Mia’s Debütalbum im Herbst steigt

    Das Debütalbum von Mia Berg erscheint zwar erst im Oktober, doch um die lange Zeit bis dahin zu überbrücken, hat uns die Norwegerin jetzt mit der dritten Single des Albums versorgt. Auf „I’ll Never Leave You“ zeigt sie ihre Uptempo-Indie Seite. Wo Goodbye, for a while und „The Other Side“ noch eher langsam und melancholisch daherkamen, bringt die neue Single mit mehr Beat und Gitarre eine neue Facette der Skandinavierin zum Vorschein. Aber keine Sorge, die gewohnte Portion Nostalgie bringt Mia auch in „I’ll Never Leave You“ wieder mit – und das sieht man auch in Artwork und Musikvideo.

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    Mia Berg selbst sagt über „I’ll never leave you„: „It was initially a song I wrote about being in a chaotic place of bad choices. Being in your mid 20ies, trying to navigate your life – at the very same time as everyone around you is doing the same. There’s a lot of mistakes and stumbling, and it’s the same for everyone. But I also wanted to point out the importance of friendship, and how we find calmness and a safe space in those close to us. I guess that perspective turned the chorus into this proclamation – that no matter how dark and difficult things are, I would never abandon my friends in dark places.“

    „But no one tells you how to be okay“

    Mia beschreibt es perfekt: Dieses Gefühl, gar nicht so genau zu wissen, wie man durch’s Leben navigiert und was man manchmal überhaupt machen soll. Und damit ist sie nicht alleine. In dieser komischen Phase, wo man sich noch so gar nicht erwachsen fühlt, es aber eigentlich schon sein sollte, fragt man sich doch immer wieder: Wie verhalte ich mich als Erwachsene*r? Aber so wie Mia Berg es besingt, gibt es eben keine universelle Antwort, die mir jemand auf der Straße erzählen könnte. Irgendwie muss ich das für mich selbst herausfinden. Das ist leichter gesagt als getan. Genau da hilft es aber, zu wissen, dass man diese ungewissen Zeiten, die so manches Chaos in sich bergen, nicht alleine durchstehen muss.

    Die Vielschichtigkeit als lyrische Beschreibung der Realität

    War Mia Berg bei ihren vorangegangenen Singles am Aufarbeiten nostalgischer Gefühle. Das hört man zum Beispiel beim Verarbeiten der Kindheit und die Freunde aus dieser Zeit, die sie vermisste wie auf “The other side„. Auf „I’ll Never Leave You“ wird sie abstrakter und vielschichtiger im emotionalen Geflecht ihrer Erzählung:

    “It was a story I wanted to tell through a lot of lyrical images, where in the beginning you can picture two people standing stranded in someone’s garden and screaming at each other. They are looking at each other, not knowing what to say. I wanted the story to be based around images of chaos and some disturbing elements. At the same time the storyline is quite attached to the simplicity of being lost, at the same time as everyone else. I also think the magical balance of the song lies with the production and soundscape with its uplifting and liberating sound. The underline of the song is friendship and finding your way.”

    Es ist okay, nicht okay zu sein

    Die Botschaft: Es ist total ok und sogar gut, diese Mischung aus Verwirrung, Hoffnung und Ungewissheit zu fühlen – du bist damit nicht alleine. Danke, Mia! Dieses hoffnungsschenkende, wohlige Gefühl wird auf „I’ll Never Leave You“ durch einen aufmunternden Sound unterstrichen. Hier beweist Mia Berg, dass mitreißende Intimität, wie man sie von ihren eher langsamen Balladen gewohnt ist, genauso gut auf einem Beat funktioniert. Und so hört sich das dann an:

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    Fotocredit: Mikhela Greiner

  • Aze und die Ironie des eigenen Verhaltens in “Sweet Talk / Sidewalk”

    Aze und die Ironie des eigenen Verhaltens in “Sweet Talk / Sidewalk”

    Und schon wieder ein Stern am österreichischen Musikhimmel: Aze. Ich weiß ja nicht, was unsere Nachbarn gerade am Laufen haben, aber ein Juwel nach dem anderen wird hier poliert. Und immer mit dabei, ist dieser internationale Touch, auf den man in Deutschland meiner Meinung nach deutlich seltener stößt.

    Das beweist auch das Indie-Pop-Duo Aze. Bestehend aus den Freundinnen Ezgi und Beyza machen die zwei zusammen mit ihrem Produzenten Jakob Herber selbst bezeichneten “sad sexy Pop”, mit einer Schippe Selbsthumor, besonders wenn es um Mental Health geht.

    Vor zwei Wochen hat die Band die Doppelsingle “Sweet Talk / Sidewalk” veröffentlicht, die mich richtig verzaubert hat. On top gibt es noch ein skurriles Musikvideo mit ordentlich Retro-Feeling. Aber erstmal zum Musikalischen: 


    Toxischer Sweet Talk
    Aze Sweet Talk Sidewalk untoldency indie pop music magazine Amelie Strobl

    Dem Titel des Songs nach, würde man vielleicht erwarten, dass es um die Verträumtheit des Verliebtseins geht. Und das tut es auch, aber von einem etwas anderen Blickwinkel aus, und zwar aus dem toxischen. Beyza beschreibt die Unzufriedenheit ihrer aktuellen Beziehung. Es findet nur “Sweet Talk” statt, nichts Substanzielles oder Echtes, nur leeres Gelaber und Manipulation. Trotz dieses Bewusstseins für die Situation, “Sweet Talked” sie sich aber selbst in die Toxizität und akzeptiert zynisch, dass das Ganze zwar nicht okay ist und es nicht schlau wäre zu bleiben, aber etwas dagegen unternommen wird nicht. Da winkt die Selbstmanipulation fröhlich zur Begrüßung.

    Diese Selbst-Intrige wird musikalisch in einen sommerlichen, warmen Sound verpackt. Dieser funktioniert einerseits als Kontrast zu dem Thema, aber gleichzeitig passt er wie Faust aufs Auge dazu, wie Beyza sich selbst bewusst täuscht. Ich liebe es ja, wenn eigentlich sehr schwere, existenzielle Themen in leichte, sorgenfreie Sounds verpackt werden. Und das schaffen Aze mit der sanften Stimme und dem schwerelosen Sound, der automatisch zum leichten Mitgrooven einlädt. Azes Sound lässt mich dahinschmelzen, und zwar buchstäblich. Ich fühle mich als würde ich irgendwo am Strand in der Sonne brutzeln, mit dem Song in meinen Ohren und der Ignoranz meiner eigenen Probleme im Kopf.


    Auf dem Sidewalk der Realität
    Aze Sweet Talk Sidewalk Hotline Aze untoldency indie pop music magazine Amelie Strobl

    “Sweet Talk” endet auf den ersten Hörer sehr abrupt, geht dann aber mühelos sofort in das deutlich darkere “Sidewalk” über. Und so erzeugen Aze eine Symbiose mit den beiden Songs. Das Ende von “Sweet Talk” ist die Batterie, die leer geht, nachdem man sich selbst was vorgespielt hat. Mit “Sidewalk” setzt die schwermütige Realität ein, dass die eigene Täuschung nirgends hinführt. Wo der vorangegangene Sound unbekümmert und naiv klang, ist der Ton jetzt deutlich trauriger, was sich durch die gedämpfte Melodie und die verzerrten Stimmen deutlich macht. Zum Ende hin setzt dann nochmal “Sweet Talk” ein, zusammen mit einer Sprachnachricht feat. sympathischen Wiener-Akzent.


    Wie mentale Gesundheit und Sitcoms zusammengehen

    Der Kontrast zwischen den beiden Songs wird so auch im Video zur Doppelsingle visualisiert. Während “Sweet Talk” full-on Sommervibes gibt, ist das Video zu “Sidewalk” – genauso wie der Song selbst – völlig gegensätzlich.

    Queue: cringey Intro à la 90’s Sitcom, bei der jeden Moment ein austauschbarer weißer Dude einen völlig unpassenden Witz über Frauen im Haushalt macht. Das brauchen wir zum Glück nicht im Musikvideo zu erwarten. Dennoch schaffen Aze aus dieser cringigen Ästhetik ein sympathisches, retroesques Video, bei dem man sich nicht zu ernst nimmt. Das wird schon allein mit dem absichtlich gewählten Greenscreen-Hintergrund klar.

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    Man sieht die zwei und ihren Produzenten auf einem Roadtrip durch eine wüstenähnliche Landschaft fahren und schon da läuft alles schief, was schieflaufen kann: Das Auto gibt auf. Natürlich, wie sollte es auch anders sein. Denn das Auto steht als Metapher für die zum Scheitern verurteilte Beziehung bzw. den verklärten Umgang von Beyza mit ihrer Situation. Die drei steuern notgedrungen eine Tankstelle an, in der Hoffnung das Auto reparieren zu können und hier kommt mein Lieblingspart. Man bekommt einen Austausch zwischen Tankstelleninhaberin und Beyza mit, den ich hier einfach mal für sich stehen lassen möchte.


    “My life is falling apart…”

    “So is mine.”

    “Our car is broken. Can you help us fix it?”

    “No fixing what is already broken. No one can help you“


    Beyza verlässt den Laden und fragt, was sie jetzt tun sollen. Jakob sagt: “Move on?” Und alle zucken mit ihren Schultern und Beyza geht von dannen.

    Plötzlich klingelt Beyzas Handy und wer ruft an: Bae. Nach einer wenig hilfreichen Diskussion mit Ezgi und Jakob als Engel und Teufel, gibt sie nach und hebt ab. So beginnt “Sidewalk”. Der zweite Part des Videos teleportiert uns ins Stadtleben inklusive wackeligen, Stress verursachenden Einstellungen. Ein Gefühl von Chaos und Trunkenheit äußert sich, was wiederum die vorher aufgesetzte rosarote Brille zur Realität werden lässt.

    Die Idee zu den zwei Singles entstand über eine Sprachmemo zwischen den beiden, die durch die Tracks hindurch gesampelt wird. Auch das am 24.06. erscheinende Debütalbum “Hotline Aze” spielt mit Telefonaten und der Idee einer Mental-Health Hotline, duh. Zum Release könnt ihr euch übrigens über ein Interview mit dem Duo freuen, also Ohren offen halten. Bis dahin, hört auf jeden Fall in die aktuelle Single rein und überzeugt euch von dem cuten Musikvideo.

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    Fotocredits: Amelie Strobl

  • untoldency proudly presents: SOHN „Trust“-Tour 2022

    Ein altbekanntes Gesicht ist heute in unsere Tourpräsentation gerutscht. Wir dürfen euch die „Trust“-Tour vom langjährigen Songwriter und Produzenten SOHN vorstellen! Der Brite Christopher Taylor kommt mit seinem Musikprojekt Ende November für fünf Konzerte nach Deutschland. Berlin, München, Köln, Hamburg und Dresden dürfen sich die glücklichen Städte nennen.

    Weniger ist mehr!

    2013 veröffentlichte SOHN die Single „Bloodflows“ und bekam direkt die vollkommen verdiente Aufmerksamkeit für seine besondere Musik. Außergewöhnliche elektronische Produktionen trafen den damaligen Zeitgeist. Hinzu kam ein unglaublich gutes und schönes Songwriting. Catchige Melodien trafen auf einen modernen, unverwechselbaren Sound und das Verrückte ist: alles stammt aus der Feder aus Künstlers selbst. Dieses Multitalent war auch verantwortlich für die Klangästethetik des ersten Banks Albums.

    Knappe zehn Jahre später teast SOHN neue Musik an. Die neue Single „Figureskating, Neusiedlersee“ besinnt ich auf die Singer-Songwriter-Skills des Musikers. Bereits der Titel lässt einen gewissen Minimalismus sowie eine Naturverbundenheit vermuten. Die schöne Ballade gewinnt durch ihre Unaufdringlichkeit und orientiert sich klanglich eher an Bon Iver, als an den elektronischen Klangwelten aus der Vergangenheit. Was allerdings noch nicht ist, kann noch werden. Daher freuen wir uns über die Rückkehr von SOHN und erwarten alle kommenden Songs mit großer Sehnsucht.

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    Tourdates

    Alle wichtigen Daten sowie einen Link zu den Konzerttickets findet ihr im Folgenden. Lasst euch am besten selbst von der Musik inspirieren und überzeugen. Über die neue Single seit ihr schon rüber gescrollt und unten findet ihre das Spotify Profil von SOHN. Vergesst außerdem nicht den Artist auf Instagram auszuchecken! Wir sehen uns dann im Herbst auf der „Trust“-Tour.

    27.11.2022 | Berlin, Columbiahalle
    29.11.2022 | München, Neue Theaterfabrik
    30.11.2022 | Köln, Live Music Hall
    01.12.2022 | Hamburg, Mojo Club

    02.12.2022 | Dresden, Reithalle

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  • Exklusive Videopremiere: Tóke X FLKS und „Blue Lagoon“

    Exklusive Videopremiere: Tóke X FLKS und „Blue Lagoon“

    Wir nehmen euch im Rahmen unserer heutigen Premiere auf eine wunderschöne musikalische Reise mit. Tóke lässt uns im Musikvideo zu „Blue Lagoon“ an all der emotionalen und menschlichen Wärme teilhaben, die er auf seinem Trip nach Portugal erfahren hat. Bilder aus dem Paradies und lebensfrohe Begegnungen lassen unsere Vorfreude auf den kommenden Sommer steigen, insbesondere mit diesem Sommerhit im Gepäck.

    Tóke’s musikalische Mission ist klar: positive Vibes in die Welt schicken und das Leben ein bisschen lebenswerter machen. Warme Instrumentals mit sanften, nachdenklichen Texten sind der perfekte Ersatz für eine dringend gebrauchte Umarmung. Der sympathische Musiker springt ungezwungen zwischen eingängigen Popmelodien und Rap-Parts hin und her und vereint verschiedene musikalische Einflüsse. Regelmäßig scheinen Reggae Vibes durch die Musik hindurch und jetzt wird uns auch klar, woher all die good Energy kommt!

    Auf seiner zuletzt erschienenen EP „Ethereal“ mit dem Berliner Produzenten FLKS führt Tóke seine positive Lebensaustrahlung fort. Das Tape erinnert klanglich stark an LoFi und bietet den perfekten Soundtrack für den nächsten Chillout, ob im Park, zu Hause oder in der Wohlfühlzone eurer Wahl. Die aktuelle Videoauskopplung „Blue Lagoon“ bezeichnet Tóke als Mantra, das besonders in gesungener Form seine Kraft entfaltet.

    „Grateful for the life I live
    Yes, I’m grateful!“

    Mit diesem Song hat sich Tóke den emotionalen Ballast von der Seele geschrieben und ist einem neuen hoffnungsvolleren Lebensabschnitt entgegengetreten. Wir können die manifestierte Lebensfreude in dem Lied spüren und freuen uns über diesen kreativen Schatz!

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    Das Video lässt sich leicht in einem Wort zusammenfassen: Sommerinportugal. Okay close … Perfektes Wetter, Traumstrände, sympathische Menschen und ganz wichtig: Pastei de Nata! Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich denken, Tóke bekommt für dieses Video eine Provision von der portugiesischen Tourismusbranche. Wie auch immer, die Werbung hat funktioniert. Mein Flug nach Portugal ist bereits gebucht und ich erwarte mindestens genauso schöne und authentische Erlebnisse wie im Musikvideo zu „Blue Lagoon“.

    Tóke hat sich für den Videodreh auf die Reise nach Lissabon zu seinem langjährigen Kollegen und Videoregisseur Alex Kleis begeben und seine Erfahrungen dokumentiert. Er beschreibt den Trip als eine einschneidende Wende aus einer anstrengenderen und unklareren Zeit in einen energiegeladenen Neuanfang. Beim Anblick dieser Bilder kaufe ich Tóke jedes Wort ab. Dieses Video ist genau das, was wir alle brauchen: Ein Reset von all dem Alltagsstress sowie ein Auftanken unserer etwas verkümmerten Solarzellen.

    All die positiven Vibes, die dieser Song inklusive Musikvideo verbreiten, lassen nur eine Schlussfolgerung zu: Unterstützt Tóke auf seinem musikalischen Weg durch diese Welt! Beispielsweise indem ihr euch die neue EP von ihm und FLKS anhört! Liked & subscribed was das Zeug hält und vergesst nicht, ihm auf seiner Instagram Seite zu folgen. Tóke ist in den kommenden Wochen in Cuba und Mexiko auf Tour und wir können kaum erwarten, welche sommerlichen Bilder er von dieser Reise mit nach Hause bringt!

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    Fotocredits: Alex Kleis