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Open Diary: 4 Monate mit Untoldency

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Manchmal macht man Sachen, die fühlen sich einfach richtig an. Hätte mir jemand vor 2 Jahren gesagt, ich würde mal Artikel über Musik schreiben und andere Leute würde die lesen, hätte ich dem nicht viel Glauben geschenkt. Es fühlt sich noch immer sehr komisch an, mich selbst als Musikjournalistin zu sehen. Immerhin ist das nur ein Hobby, oder? Im Corona-Jahr ein Musikmagazin innerhalb von 3 Wochen zu gründen ist schon crazy genug. Nach nur 4 Monaten schon von über tausend Menschen begleitet zu werden, die interessiert, was wir machen und über Untoldency neue Musik entdecken, das ist beyond crazy. Was euch hier erwartet, weiß ich auch noch nicht, aber seht es als meinen Versuch zu verarbeiten, wie sich mein Leben im letzten halben Jahr um 180° gewendet hat. Dank euch. (Ja, heute wird es cheesy).

 
Tausend!!!

Als wir Untoldency gegründet haben, haben Jule und ich nicht gedacht, dass wir so schnell so wachsen würden. Es fühlt sich jetzt, 4 Monate nach Gründung, immer noch surreal an. Unser Start war geprägt von toxischen Dramen und so unangenehm das auch war, so sehr sind wir dadurch zusammengewachsen. Wir haben anstatt uns davon einschüchtern zu lassen, einfach alles selbst in die Hand genommen. Während ich mich zur Webdesignerin durchgeschummelt hab, hat Jule die technische Struktur aufgebaut, die alles hier zusammenhält. Braucht ihr ein Girl zum Website-Bauen, ich kann’s jetzt – YouTube sei Dank. Rückblickend war es wahrscheinlich die stressigste und irgendwie auch schönste Zeit aus 2020. Wir wollten alles neu machen und einen frischen, positiven Touch in die Musikszene bringen. Und das Verrückte an der Sache ist: Wir haben das wirklich geschafft. Mit euch. Über 1000 Leser:innen im Monat und Instagram-Follower:innen, da muss ich auch kurz mal emotional werden.

Tausend!!! Was für eine verrückte Vorstellung. Als ich mich nach dem Abitur entscheiden musste, was ich mache, habe ich mich eigentlich gegen die Richtung des Journalismus entschieden. Ich habe schon immer viel und gern geschrieben, aber für mich war das irgendwie immer mit Existenzminimum assoziiert: Ein Freelance-Job an der Grenze zum Nicht-Überleben. Also habe ich Soziologie studiert (ich sehe die Ironie). Aber nachdem ich auf Jobmessen immer nur die Werbegeschenke abgesammelt habe (da gibt’s den verrücktesten Scheiß), und immer noch nicht wusste, wohin ich eigentlich will, war ich schon knee deep in meiner quarterlife crisis. Wenn dazu noch ein Pandemie-Jahr wie 2020 kickt und alles Übrige unter den Füßen wegreißt… Und trotzdem haben wir inmitten all dem Chaos etwas extrem Geiles ins Leben gerufen. Wir sind zugegeben mit ein bisschen Netzwerk-Hilfe gestartet (Liebe an euch alle), aber dass es so schnell zu tausend (tausend!!!) Leuten wächst – absolut unvorstellbar.

 
Wir haben etwas Besonderes

Auch wenn es nur Zahlen sind, die im Internet kursieren, sind es trotzdem Menschen hinter diesen Zahlen. Wenn ich mir die alle auf einem Haufen vorstelle, werd ich fast ein bisschen nervös. Aber gleichzeitig will ich jeder Person in diesem Haufen Danke sagen. Danke, dass ihr uns interessant genug findet, um da zu bleiben, dass ihr genauso viel Leidenschaft für Musik habt wie wir und all den Newcomer:innen da draußen ein Ohr bietet. Und dass wir zusammen was wirklich Positives für die graue Musikszene schaffen, in der alles so kurzlebig ist und voller Konkurrenz. Klingt cheesy, ist aber wahr. Ich hab jeden Tag das Gefühl, mit Untoldency etwas Besonderes ins Leben gerufen zu haben. Wo woanders nur Copy Paste Pressetexte ins Internet gehauen werden, sagen wir euch hier genau, was die Musik mit uns macht. Als würden wir es unseren besten Freund:innen erzählen. Denn (Achtung: cheesy), genau das seid ihr.

Wir haben in dieser kurzen Zeit auch so viele tolle Menschen kennengelernt. Von den Leuten, mit denen wir arbeiten dürfen, bis hin zu den absolut tollen Künstler:innen, die uns nah ans Herz gewachsen sind. Ihr wisst, wer ihr seid (auch ein Satz, den ich irgendwie schon immer mal sagen wollte). Euer Feedback führt uns immer wieder vor Augen, dass es sich lohnt, was wir machen. Auch wenn es nach außen immer sehr professionell wirkt (wir geben uns Mühe), ist es Stand jetzt immer noch ein Hobby. Alles, was wir hierfür machen, ist unbezahlt und in unserer Freizeit. Dass das ein Problem von vielen Musikblogs und Journalismus allgemein ist, weiß jede Person, die sich ebenfalls in dieser Position befindet oder mal befand. Auch wenn das grundsätzlich natürlich nicht optimal ist, ist es etwas, was wir gerade in Kauf nehmen. Weil die andere Seite sich so sehr lohnt.

 
Unbezahlter Musikjournalismus, er lebt.

Für viele Menschen ist „Musikjournalismus“ ein nicht wirklich greifbarer Begriff. Und ey, ich hab das auch nicht studiert, so richtig weiß ich es auch nicht. Um euch aber mal hinter die Kulissen zu nehmen, kann ich ja ausführen, wie ich ihn innerhalb der letzten Monate versucht habe, für mich selbst zu definieren. Gerade ist er zeitlich begrenzt auf abends im Bett, weil der Rest des Tages die Erwerbsarbeit ansteht (ja, this girl ist nicht mehr arbeitslos). Aber bis auf diese unprofessionelle Zeit, strukturiert sich der Rest schon relativ professionell. Es werden Mails beantwortet, interne Sachen besprochen, neue Projekte geplant und Artikel geschrieben. Recherche zu jedem Song und Künstler:in, Vor- und Nachbereiten von Interviews, viel Musik hören, immer auf dem neusten Stand mit allem bleiben. All das sind Dinge, die man sich in jede freie Stunde des Tages quetscht. Unbezahlter Musikjournalismus, er lebt. Er macht aber auch Spaß.

Allgemein ist das Musikbuisness unfassbar kurzlebig. Alles soll immer direkt zum Release kommen und jede News eingebettet werden. Und auch wenn die meisten Agenturen und Menschen, mit denen wir arbeiten, das wissen und nachsichtig in der Kommunikation sind, so ist der Druck immer da. Weil sie ihn ja auch selbst verspüren. So wie die Künstler:innen ihn an allererster Stelle spüren. Alles hat seinen Peak in der Release-Woche und danach soll schon der Erfolg abzulesen sein. Wir sind einfach nur ein Mitglied der Kette, das von diesem kurzlebigen Druck der Musikszene lebt. Und diesem wollen wir entgegenwirken.

 
Für einen Touch mehr Liebe

Natürlich arbeiten wir auch zeitaktuell, denn uns dem Ganzen komplett entbinden können und wollen wir ja auch nicht. Aber wir nehmen uns die Zeit für die Songs. Für die Künstler:innen hinter den Songs. Wir können deshalb zwar nicht über alles schreiben, dafür aber ausführlicher und persönlicher. Denn wenn Musik was ist, dann doch persönlich. Es ist das, was jede:r Musiker:in mit ihrer Musik erreichen will: Menschen zu berühren und ein Teil ihrer persönlicher Reise zu werden. Wir haben hier nur das Ego zu hoffen, dass die Songs, die uns berühren, auch euch berühren könnten.

Es gibt so viel wahnsinnig gute und ungehörte Musik da draußen, dass uns es schon eine Ehre ist, die euch hier jeden Tag vorstellen zu dürfen. Mit Untoldency haben wir eine kleine Herzens-Plattform erarbeitet, auf der wir das, was uns die Künstler:innen mit ihrer Musik geben, zurückgeben können. Mit den new untold releases haben wir auch eine New Release Playlist, auf der wir jeden Sonntag die besten neuen Hits der Woche für euch ganz kompakt ans Herz legen. Mir ist bewusst, dass dieser Satz nach schamloser Eigenwerbung klingt (ist es ja auch), aber auch in dieser Playlist legen wir jede Woche eine Menge Liebe rein. Auch weil wir nicht über jeden geilen, neuen Song schreiben können – hier habt ihr jede Woche ein persönliches Durchstöbern der von uns approvedten Releases.

 
Be kind.

Genug Eigenwerbung. Ich drifte ja auch schon wieder ein bisschen ab. Was mir eigentlich super wichtig war, ist ein Danke an uns selbst (Ha). Nein, aber ernsthaft. Untoldency sind ja nicht nur Jule und ich. Untoldency hatte von Anfang an ein absolut sensationelles Team. Ohne Kim und Paul hätten wir es nicht geschafft, dass bei uns alles so geil aussieht, wie es aussieht. Paula hat uns all the way from Finnland mit der Untold Tea Time beschenkt: ein IGTV-Format, in dem sie Künstler:innen wie Fejwar, Kaffkiez oder Paul Weber ein bisschen zu ihrem Tee und mehr ausquetscht. Franzi, Evelin, Dascha, Lukas und Julia sind die süßen Menschen, die euch mit all den Artikeln versorgen. Auch sie investieren so viel Zeit in dieses Projekt, dass ich echt auch hier einfach nochmal Danke sagen möchte. Und nicht zu vergessen Helen, die für euch in einem Coming Soon Kontext super spannende und geile Sachen umsetzen wird.

Alle zusammen sind wir Untoldency und wer weiß, vielleicht ist ja eine:r von euch auch bald dabei (ja, das ist ein kleiner Hint darauf, dass wir bald weitere redaktionelle Unterstützung suchen). Denn – es fängt gerade erst an. Es ist ein weiterer Grund, warum mich dieser 1K-Meilenstein nach so kurzer Zeit so glücklich macht. Er bestätigt, wie viel Luft nach oben da noch ist. Unsere kleine Indie-Bubble ist so musikblogfreundlich, dass es uns wirklich jeden Tag das Herz erwärmt. Es fühlt sich einfach super schön und aufbauend an, ein Teil davon zu sein. Und die Vorstellung, dass wir erst angefangen haben, mit all den tausend Plänen, die uns im Kopf rumschwirren, ist schon ein bisschen überwältigend. Aber auch ziemlich geil.

Und damit schließ ich ab oder? Ist ja auch genug Gefühls-Duselei für so ein Open Diary. Vielleicht hab ich euch ja einen kleinen Einblick hinter die (emotionalen) Kulissen gewährt und ihr fandet‘s interessant. Mögt uns jetzt ein bisschen mehr und empfiehlt uns an euren Freundeskreis? Nein? Auch okay. Aber be kind. (Und folgt uns hier auf Instagram). (Spaß).

(Link ist hier).

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