Kategorie: untold premieres

  • Exklusive Videopremiere: [LEAK] und „Screaming Underwater”

    Exklusive Videopremiere: [LEAK] und „Screaming Underwater”

    Auch bei der heutigen Videopremiere möchten wir die Chance nutzen, euch wieder absolute Newcomer-Musik vorzustellen. [LEAK] kommen aus Nürnberg, machen melancholischen Elektro-Pop und das schon eine kleine Weile. 2017 mit ihrer Debüt-EP Noise from the Void haben sie für November 2021 nun ihr Debütalbum Ghost im Gepäck. Die Singles dieses Jahr könnten euch schon in unseren new untold releases entgegengestolpert sein, die letzte vor dem Album werden wir euch hier vorstellen. Als ganz exklusive Videopremiere gibt es also jetzt die neue Single Screaming Underwater von [LEAK].

     
    Dystopische Stimmungen aus 2021

    Doch vorab eine kleine Reise durch die [LEAK] Diskografie, weil es lohnt sich. Spotify mit 200.000 Streams anführend ist Chuckle, die Debütsingle der Band aus 2017 und ein guter Startpunkt, um sich in der Musik der fünf zu verlieren. Wenn ihr danach in Queendom reinhört, werdet ihr den Sprung merken, die die Band in diesen paar Jahren gemacht hat. Queendom ist genauso empowerend wie der Titel vermuten lässt, geballte Riffs entladen den Song immer wieder, und auch das Video zum Song ist sehr kryptisch-mystisch-geil. Zuletzt erschienen ist Wall, der sich mit dynamischen Drums und dystopischen Synths immer weiter aufbaut, bis die Gitarre am Ende das ganze wieder seinen melancholischen Rahmen steckt.

    So viel zur musikalischen Reise. Auch wenn es ein paar Jahre ruhig um die Band war, hat sich das Kollektiv wieder zusammengefunden und an ihrem Projekt in allen Bereichen geschliffen – vom Sound zum Visuellen baut alles eine dystopische Welt als Realität auf und macht [LEAK] damit zu einem wahnsinnig spannenden Projekt. Doch genug Kontext, hier geht’s endlich zum neuen Song, mit exklusiven Video auf Untoldency:

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    „I’m tired of screaming underwater“

    Passend zu dieser Videopremiere ist auch, dass Screaming Underwater meine bisher Lieblingsauskopplung des Debütalbums ist. Ich hab offen zugegeben eine ganz große Schwäche für Songs, die sich melancholisch aufbauen und am Ende dann völlig explodieren. Und genau das macht Screaming Underwater. Mit Rauschen fängt es an, dumpfer Bass gesellt sich dazu und die Stimme der Sängerin leitet durch die erste Strophe:

    “I try to drown

    But the bubbles scream

    Leave me in peace

    Leave me at ease”

    Percussions kommen dazu und eine wunderschöne Gitarre, die alles in einen schönen, melancholischen Rahmen setzt. Sie hört sich auch ein bisschen anals würde sie der Welt unter Wasser ihren ganz eigenen Soundtrack geben.

    Und das passt auch zum Visuellen: Wasser ist ganz offensichtlich das Leitthema des Videos. In digitalen Kunstcollagen legt es sich übers Video und stiehlt sich schon direkt am Anfang in die Reflektion einer Scherbe. Kunstaffine Menschen werden das hier lieben. Voll mit Symmetrien und abstrakten Körperteilen, die ihr ganz eigenes Ding machen, werden dystopische, leerstehende Orte gezeigt, überflutet von den überliegenden Einspielungen von Wasser: „I’m tired of screaming underwater“ singen [LEAK] immer und immer wieder und ich kann’s praktisch fühlen.

    Ab der Mitte des Songs treffen auf diese melancholischen Gitarren plötzlich aufbauende Drums und der Song entlädt sich auf ganzer Breite – spätestens ab hier sollte man euch auch abgeholt haben. Der Song bekommt seine Dynamik, und man spürt die verzweifelte Wut über den Zustand immer mehr. Ohne hier für euch zu viel reininterpretieren zu wollen, aber das Leben, vor allem in 2020, hat sich sehr verstärkt nach genau so was angefühlt – jedenfalls für mich. Schreie unter Wasser, die niemand hört, weil wie auch, wenn jede:r in ihrer eigenen Lockdown-Bubble lebt. Ob das genau das ist, was die Band mit dem Video aussagen wollte, kann ich sicher nicht ganz sagen, aber ist das nicht das Schöne an Kunst? Offen für Interpretationen, sowohl für eure als auch meine. Dystopisch wirkt Screaming Underwater aber allemal.

     

    Fotocredit: Alexander Hill

  • Exklusive Videopremiere: Dennis Kiss & The Sleepers und „Rome“

    Exklusive Videopremiere: Dennis Kiss & The Sleepers und „Rome“

    Heute präsentiere ich euch mal wieder eine Band, die relativ neu auf unserem Radar ist: Dennis Kiss & The Sleepers. Das sind Sänger Dennis Kiss, Bassist Andreas Meyer, Schlagzeuger Manuel Neuhaus und Gitarrist Nicolas Ruedin. Die Songs der Schweizer Band sind klassischer Indie-Rock-Sound, der an britische Bands wie The Kooks, Circa Waves und The Vaccines erinnert. Anfang Oktober haben Dennis Kiss & The Sleepers ihr Debüt-Album „Poco Bono“ veröffentlicht. Der Song „Rome“ und das Musikvideo, um das es sich heute dreht, ist Teil des Albums.

    “teenage angst hymns in a major key”

    Rome“ klingt nach einer verzechten Nacht und dem Morgen danach. Gebrochene Gedankenschnipsel der letzten Nacht und die Frage danach, wie man nochmal in dem Club gelandet ist und warum man auf dem Badezimmerboden aufwacht – wer kennt es nicht. Unterstützt wird dieses Gefühl durch entspannte Gitarrenriffs und ein eher zurückhaltendes Schlagzeug, die eine positiv bedrückende Stimmung aufrechterhalten. Gegen Ende des Songs steigert sich Dennis gesanglich stärker in den Text und erinnert daran, Gedanken manchmal einfach nicht loslassen zu können.

    mysteriöse Begegnungen

    Im Musikvideo zu „Rome“ träumt Sänger Dennis sich in eine fiktive Welt, fantasierend über die Ereignisse der letzten Nacht. Zu sehen sind ungewöhnliche Begegnungen, die Dennis und Zuschauer:innen in einen mysteriösen Bann ziehen. So wird er nicht nur sehr eindringlich von einer Person angestarrt auf dem Nachhauseweg, sondern begegnet unter anderem auch einem Tänzer und einer Feuerkünstlerin. Die Frage „Wie bin ich hier eigentlich hingekommen?“ bekommt durch diese seltsamen Aufeinandertreffen einen noch tieferen Nachklang.

    “if you love me take me back to the bar in Rome”

    Während die Kamera also einem durch die Nacht torkelnden Dennis durch die leergefegten Straßen der Stadt folgt, realisiere ich, dass „Rome“ hier eine Bar ist und praktischerweise in der ganzen Stadt ausgeschildert ist.

    Doch bevor ich die Bar von innen zu sehen bekomme und einen Rückblick auf die Geschehnisse dort drinnen, springt die Szenerie auf den Morgen danach. Dennis wacht auf, die Sonne blendet ihm ins Gesicht und die anderen Bandmitglieder sind um ihn herum versammelt. Alle sehen etwas mitgenommen aus. Dennis macht sich letztendlich doch noch auf den Weg nach „Rome“. Die Bar ist allerdings geschlossen und er setzt sich gefrustet auf einen Stuhl vor der Tür. Irgendwie passt diese Situation perfekt zur generellen Stimmung des Songs und dem Gefühl, nicht mit der letzten Nacht abschließen zu können.

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    Das Video zu „Rome“ bricht die bisherige Ästhetik der Musikvideos zum Debüt-Album. Denn die vier Vorab-Singles sind Stillleben. Sie halten genau dieses Moment des an einem vorbeiziehenden Lebens fest und spiegeln die grundsätzliche Stimmung auf „Poco Bono“ wider.

    Alles ist okay, aber irgendwie auch nicht mehr – poco bono eben

    Die Sehnsucht nach Ausbruch und Entschleunigung, die Bitterkeit über das Schwinden von Zeit und Halt, sowie die permanente, drückende Melancholie des bloßen Seins sind die zentralen Motive der Geschichten, welche das Album „Poco Bono“ erzählt. „Poco Bono“ ist die Stadt, in welche Du ziehst und Dich einsam fühlst. In „Rome“ ist es der Club, in welchem Du vor der Realität in die Ekstase fliehst. Dennis Kiss verarbeitet textlich all das, was ihn am Erwachsenwerden hindert und es ihm dabei zugleich ermöglicht. Eine Ode an die Jugend und das Leben, ein subjektives Weltbild, gefangen zwischen Hedonismus und Masochismus.

    robuster Indie-Rock in einer Welt, die von Flüchtigkeit geprägt ist

    Dennis Kiss & The Sleepers fangen textlich den Zeitgeist der Anfang Zwanziger ein und verpacken ihn in einen klassischen Indie-Rock-Sound, der schon seit Jahrzehnten funktioniert. Wenn ihr das Album von Dennis Kiss & The Sleepers noch nicht gehört hab, ist jetzt der perfekte Zeitpunkt es nachzuholen. Ich verlinke es euch mal ganz unverbindlich:

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    Fotocredit: Tim Wettstein

  • Exklusive Videopremiere: Iuna Lux und „Monsters“

    Exklusive Videopremiere: Iuna Lux und „Monsters“

    Anfang des Jahres hat Anna euch ja bereits Iuna Lux im Interview vorgestellt. Damals stand der Regensburger Bedroom-Producer kurz vor dem Release seiner Debüt-EP „All of my answers“. Die EP hat sich bei mir mittlerweile einen Platz in der Kategorie „Kann ich eigentlich 24/7 on repeat hören“ verschafft. Im Juli deutete sich mit dem Release der Single „Memory Lane“ dann EP Nr. 2 an. Und ich kann’s nicht anders sagen: Ich bin sehr hyped und bereit für neue Musik von Iuna Lux. I prodly present you: Die neue Single „Monsters“ von Iuna Lux und das zugehörige Musikvideo.

    “Get in your dress to dance!”

    Warum ständig in der Wirklichkeit leben, wenn man sich an so viele schönere Orte träumen kann? Genau nach dieser Devise fantasiert Iuna Lux über eine Nacht in einen Club mit der Partnerin seiner Träume. Die beiden tanzen, lachen, haben Spaß. Aber leider ist das Ganze dann doch nur ein Traum.

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    Re­gis­seu­rin Emely Hardt entführt in die Traumwelt von Hauptdarstellerin Thess Martini: Weite, staubige Landschaften und ein Geländewagen erinnern an ein Hinterland irgendwo in den Vereinigten Staaten und gehen über in neblige und düstere Club-Szenen. Hier durfte das Team in einem Regensburger Club filmen, der eigens für den Dreh aus dem Lockdown-Winterschlaf geholt wurde.

    Optik à la Stranger Things

    Von der Aufmachung des Videos bin ich sehr an einen Mix aus Stranger Things und Pulp Fiction erinnert. Das dürfte wohl hauptsächlich an dem 80er-Jahre Flair liegen. Naja, der Titel „Monsters“ trägt auch seinen Teil dazu bei. Ich feier das Gesamtpaket aber sehr. Die Stimmung des Videos löst das akute Bedürfnis zu Tanzen in mir aus.

    Bei melancholischen Texten, die mit einer ordentlichen Portion Synthesizern untermalt werden, hat man mich ja meistens sowieso schon überzeugt. Das Gefühl, das „Monsters“ in mir auslöst ist, kann ich in eigenen Worten nur schwer beschreiben. Es ist irgendwie eine ganz absurde Mischung aus Behaglichkeit, Träumen, Trauer und Zukunftsangst zugleich.

    Als würde man schon im schönsten Moment seines Lebens an die Depression danach denken, während im Hintergrund ein Feuerwerk an Synthesizern eine 80s Ballade schmettert.

    Wer sich jetzt noch fragt, wer eigentlich hinter dem Künstlernamen Iuna Lux steckt, sollte schnellstmöglich das Interview lesen. Keine Sorge, ich stell euch den Künstler natürlich auch hier kurz vor. Iuna Lux heißt eigentlich Christoph Hundhammer und ist neben seiner eigenen Musik vor allem als Live-Gitarrist des Regensburger Indie-Künstlers Telquist zu sehen. Mit seinem Bedroom-Soloprojekt Iuna Lux entwickelte er seinen ganz eigenen Stil irgendwo zwischen der Lässigkeit von MGMT und einer Melancholie, die er in eingängige Melodien verpackt.

    „ein Gefühl zwischen Rausch und Verliebtsein“

    So beschreibt Christoph seine Musik. Er therapiert sich mit der Musik selbst und lässt hier und da einen Einblick in sein nachdenkliches Innenleben zu. Das gibt seinen Songs eine extrem authentische Note.

    Monsters“ ist nach „Memory Lane“ die zweite Single der neuen EP, die im Dezember erscheinen wird. Bis dahin könnt ihr die bisher veröffentlichten Songs von Iuna Lux auf Spotify rauf und runter hören bis ihr sie im Schlaf mitsummen könnt. Dann sind wir nächstes Jahr alle bereit für Konzerte, Deal? Ich zähle auf euch!

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    Fotocredit: Denis Mnich

  • Exklusive Videopremiere: Joy Bogat und „Sometimes (Live Session)”

    Exklusive Videopremiere: Joy Bogat und „Sometimes (Live Session)”

    Kennt ihr schon Joy Bogat? Falls nicht, braucht es nicht mehr als diese Live Session um die Newcomerin aus Hannover auf euren Radar zu bringen. Jedenfalls war das bei uns der Fall. Das neue Signing der Listenrecords Family verzaubert mit Stimme, Melodie und Charisma. Wir dürfen uns deshalb sehr glücklich schätzen, euch hier die Live Session ihrer neusten Single „Sometimes“ zu präsentieren. Buckle up, das hier geht direkt ins Soul-Herz.

     
    Ein Live-Set im Meer ist alles, was ich je wollte

    Joy Bogat ist zwar kein unbeschriebenes Blatt, nimmt aber gerade all die wichtigen Schritte, um die Musikszene auf sich aufmerksam zu machen. Und zu Recht! Vor allem für all jene, die seit letztem Freitag das neue Joy Crookes Album feiern (den gleichen Vornamen könnte man als Zeichen deuten, muss man aber nicht), ist das eine direkte Empfehlung. Zwischen Soul, R’n’B und luftigem Pop macht sich Joy Bogat in meinen Playlisten gemütlich und ich freu mich jetzt schon, mich in ein paar Jahren darauf berufen zu können, wenn sie die ganzen Clubs des Landes durchspielt.

    Doch nun zum Song und vor allem zum Video, denn das ist es ja, was wir hier präsentieren. Ohne weiteres Palaber, ist hier die Live Session von „Sometimes“:

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    Mein erstes s/o geht hier tatsächlich an die Person hinter der Kamera. Selten war ich so gefesselt von der sich entfaltenden Ästhetik eines Videos – und das als One Shot! Das Video startet in einem wunderschönen blauen Himmel, und fängt dann langsam Joy selbst ein. Es vergeht knapp eine Minute bis sich zu dem Himmelbau das Blau vom Wasser gesellt und ich muss ganz ehrlich sagen, damit hab ich irgendwie nicht gerechnet. Es ist so simpel, aber meine 24/7 bestehende Sehnsucht nach dem Meer holt das total ab. Nach weiteren Sekunden wird klar, dass Joy und ihr Laptop nicht – wie ich dachte – auf einer kleinen Mini-Plattform stehen, sondern direkt im Wasser. Ich bekomm kleine FKJ Vibes und lieb’s. Joy Bogat, Leute, habt die auf eurem Zettel.

     
    Der Wunsch, die Vergangenheit loszulassen

    Sometimes ist die zweite Single ihrer im November erscheinenden EP It’s Different Now und als jemand, die da schon vorab mal reinhören durfte, kann ich euch sagen: Ist geil.

    Die Strophen werden ziemlich lässig gerappt und in dem musikalischen Soulgeflecht des Songs gibt es dem ganzen nochmal einen anderen Twist. Und vom poetischen Level brauch ich ja gar nicht erst anfangen.

    „Now reality’s knocking on your door

    It’s been so long since you’ve had visitors

    The cupboards are dusty, the flat speaks for itself

    It has discovered how to swallow up every word you weep.

    […]

    Sometimes it’s hard to let go

    And it seems easy to hold on to your grudge

    I know it’s hard to let go

    But if you wanna meet me there, I’ll meet you there.”

    Als Sternzeichen Stier weiß ich, wie schwer es ist, angestauten Frust auf jemanden loszulassen und nicht ewig nachtragend zu sein. In dem Fall von Sometimes geht es auf eine Art zwar auch genau darum, wenn auch im Kontext von zerrissenen Familien und Generationskonflikten, zu dem ich nicht ganz relaten kann. Das macht den Song jedoch nicht einen Hauch weniger gut, im Gegenteil. Die Sehnsucht nach Vergebung und die Verzweiflung über diesen so langanhaltenden Konflikt machen den Song so emotional und persönlich, dass sie vor allem in der Live Session sehr intim rüberkommen und überzeugen.

     

    Wer sich unabhängig von der Live Session Sometimes auch auf den Streaming Diensten geben will, der:die klicke hier (ist nur Spotify, aber nutzt ihr was anderes?):

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    Foto Credit: Leon Schweer

  • Exklusive Videopremiere: Die Mode und „Coca Cola“

    Ja, wir geben es zu: Wir sind große Fans von Die Mode und inzwischen sogar sehr sicher, hier einem großen musikalischen Stern beim Aufgehen zuzusehen. Umso mehr freuen wir uns, gemeinsam mit Max, Justus und euch heute exklusiv die Videopremiere zu ihrer im Juli erschienenen Single „Coca Cola“ zu feiern. Jule hat euch alle hard facts zu Die Mode, dem Song und natürlich zum Musikvideo zusammengetragen. Werte Gemeinde, spitzet Augen und Ohren und lasset euch vom Klang des schwarzen Goldes betören.


    Manchmal tauchen aus dem Nichts Künstler:innen und Bands auf und sind einfach da, als wäre es schon immer so gewesen. So geht es mir mit Die Mode. Ihre im Februar erschienene erste Single „Spür mein <3“ habe ich wirklich absurd oft gepumpt und euch natürlich auch direkt in einer Review vorgestellt. Leider weiß ich nicht mehr, wie die Welt ohne die Musik von Max und Justus war. Irgendwie gibt es kein richtiges „davor“ für mich. Der Sound der Jungs vereint Pop, Rock, Hip Hop mit Sythies und Gitarren zu einem ganz eigenen Gewand. Die Texte sind super eingehend und locken Melodie-Mäuse wie mich ohne Probleme in die Falle.


    „Eiswürfel in meinem Glas mit Coca Cola“
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    Dass es in „Coca Cola“ um das Erfrischungsgetränk geht, das wir alle (abstreiten ist zwecklos) mal ganz gerne trinken, erklärt sich wohl von selbst. Der Song teleportiert mich mit seinen sommerlichen Sounds sogar noch Ende September in Hawaiihemd-Stimmung. Ich liebs total, wie „Coca Cola“ sich selbst immer wieder aufbaut und beruhigt, um dann so richtig zu eskalieren. Der Song ist eigentlich genau wie das Eingießen einer Cola selbst: Man kippt die Flasche ins Glas. SCHAUM. Warten, bis wieder Platz im Glas ist und den Rest eingießen. SCHAUM. Geil, lecker, gleich nochmal – genau so ist dieser Song. Die Mode feiern besagtes Getränk aber nicht einfach nur unbedacht ab. Zwischen den Zeilen lässt sich sehr wohl auch eindeutige Kritik am Konzern selbst raushören. Ganz eindeutig das Highlight: Die Predigt und die Hochphase des Songs. I FUCKING LOVE IT, Leute.

    Wer sich „Coca Cola“ schon mal angehört hat wird bemerkt haben, dass der Song selbst schon so in Bildern spricht, dass es eigentlich nur einen einzigen Weg für das Musikvideo gibt. Surprise: Genau den haben Die Mode auch gewählt – auf die Jungs ist eben Verlass.


    „Komm trink mein Kind, komm trink mein Kind“

    Max und Justus, Gesandte im Namen des schwarzen Wassers, locken im Video unschuldige Menschen an, um sie in ihren „Coca Cola“-Bann zu ziehen. Schaut euch gleich mal Max an, der schon in den ersten Sequenzen wirkt wie ein wirrer Mix aus Teleshopping-Moderator und Sektenführer – der erste laute Lacher meinerseits. Anfänglich scheint die Überzeugungsarbeit nur so mittelgut zu klappen. Aber als dann das neugierigste Glied der Gruppe schwach wird, dauert es nicht lange, bis eben doch alle probieren wollen. Die Energie, die das Getränk (durch seinen UNVERSCHÄMT hohen Zuckeranteil) liefert, und das pausenlose Predigen und brainwashen von Die Mode führen schlussendlich zum Erfolg: Leider haben wir diese unschuldigen Seelen an den Zuckerwassergott verloren 🙁 1 Like 1 Pray, ich sag wie’s ist.

    Und damit ihr wisst, wovon ich spreche, gibt es hier nun auch für euch das Musikvideo:

    https://www.youtube.com/watch?v=y_q345cXGsg


    Als ich das Video das erste Mal gesehen habe, kam mir sofort „Geil, genauso habe ich mir das gewünscht“ in den Kopf. Die Mode haben „Coca Cola“ mit diesem Musikvideo einfach perfekt in Szene gesetzt. Die bildliche Umsetzung des Süchtigwerdens, das Sekten-like predigen und die kompromislose Hingabe zum Schwarzburgunder und die Extase am Ende – ich hab’s vollständig gekauft.

    Ende des Jahres veröffentlichen Die Mode dann noch ihre Debüt-EP „Erste Etage“. Wer aber schon jetzt nicht genug von den beiden bekommen kann, tobt sich am besten in dieser Playlist aus und hört sofort alle Songs von vorne nach hinten und dann gleich nochmal. Und ich hol mir jetzt erstmal ne Pepsi…

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    Videocredit: shotwithtwoeyes
    Fotocredit: Andie Riekstina

  • Exklusive Videopremiere: Tropen Tropen mit „Paola“

    Wenn bei uns eine Videopremiere ansteht, sind wir bei untoldency immer alle ganz aus dem Häuschen! Heute haben wir wieder einen Leckerbissen für euch, und zwar Tropen Tropen mit ihrer neuen Single „Paola“.

    Diese Kirschen sind sauer

    Die Band aus Bonn, bestehend aus Oleg, Linus und Simon, trumpft hier mit ihrem frischgegründeten Synth-Pop Projekt samt einer Prise tropischem Fernweh auf. Und diese Feelings tun gut, denn auch eure Käsemauken haben sich dieses Jahr wahrscheinlich eher im feuchten Kiesstrand von Kühlungsborn eingegraben, als im heißen Sand der Copacabana.

    Im Video, bei dem übrigens Studenten-Oscar Anwärter Moritz Müller-Preißer Regie geführt hat, wird uns Paola vorgestellt. Paola lebt gutsituiert in einer Suburb-Traumwelt. Das Wetter ist perfekt und die Vögel zwitschern. Paola bekommt eines Tages Besuch von drei schnieken Gärtnern mit Schlafzimmerblick. Jetzt gilt es für jene natürlich dieses anmutende Geschöpf zu erobern, mit allen zulässigen Mitteln, nach allen Regeln der Kunst. Wie im echten Leben.

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    Im echten Leben? Wirklich? Tja, das wäre doch gelacht, wenn Paola hier den Spieß nicht umdrehen würde. Denn alle Klischees, die die drei männlichen Exemplare in Paola projizieren wollen, prallen einfach an ihr ab und liegen unbeweglich am Boden. Der Vertrag, den Paola hier ganz zu Anfang mit den drei Dienstleistern unterschreibt, scheint in ihrer Realität immer mehr an Gültigkeit zu verlieren. Und da helfen auch keine coolen Posen mit schweren Werkzeugen mehr. Und auch keine Einladungen auf einen Drink.

    Der Mörder ist nicht immer der Gärtner

    „Paola, trink den Suco de Acerola mit mir“. Der Saft der Acerola-Kirsche wird hier zum Sinnbild des weiblichen Empowerments. Und zum Sinnbild männlicher Verletzlichkeit. Tropen Tropen zeigt uns, wie man mit Gepflogenheiten bricht. Und wie unangenehm aufdringlich Männer sein können, wenn sie sich mit ihrem immer gleichen Balzverhalten so durchzumogeln scheinen. Da ist es doch äußerst erfrischend, eine völlig selbstbewusste Paola zu sehen, die sich von nichts mehr beeindrucken lässt, was der alte, staubige Werkzeugkasten der Herzeroberung so hergibt. So erfrischend und bitter wie eine Dusche mit Suco de Acerola.

    Ganz besonders schön gemacht finde ich das Setting, die Farben und das entschleunigte Tempo des Videos. Zusammen mit dem in eine große Hallfahne eingewickelten Drumset und der schwebenden Basslines birgt der Song zwar auch eine gewisse Portion 80’s-Kitsch. Allerdings passt das einfach perfekt zu stereotypischen Mustern. Ein Augenzwinkern, aber ohne zweifelhafte Absichten.

    Viel Spaß mit „Paola“ von Tropen Tropen!

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  • Exklusive Videopremiere: Pink Lint und „Windhound“

    Es ist endlich mal wieder Zeit für eine Premiere! Diesmal präsentieren wir euch die neueste Single „Windhound“ samt Video von Pink Lint.

    Pink Lint alias Oliver Burghardt ist ein Berliner Art-Pop Projekt, das mit dieser mittlerweile dritten neuen Single wieder ganz frischen Wind in die Szene bringt. Im Musikvideo zum Song, welches der Musiker im Übrigen in Eigenregie produziert hat, verschmelzen Musik und Bild auf ganz wunderbare Weise miteinander. So wie es halt sein soll.


    Lichtflecken und die Zehennägel einer Ära

    Manchmal fühlt es sich wirklich gut an, am Arsch zu sein. Frei übersetzt könnte man so wohl eine Textstelle im Song verstehen. Habe geschmunzelt, denn irgendwie trifft es ja auch wirklich manchmal zu. Bitter und süß, das gehört einfach zusammen. Worum es in dem Song so ganz genau geht, ist schwierig zu definieren und wird wohl in Gänze auch immer etwas kryptisch bleiben. Allerdings lässt sich ganz unbeschwert einiges herauslesen, z.B. eine schmerzhafte Trennung, ein Abschied, ein Verkriechen ohne entdeckt zu werden. Aber Verkriechen vor was? Tja, vor dem Leben, Kinder! Vor dem Alltag, vor Menschen in der Mall oder vor uns selbst. Und dann heißt es einfach abwarten, bis uns irgendwer wiederfindet und sagt: ACH HIER BIST DU?!

    Verstecken und Entdecktwerden — das sind sicherlich die Hauptmotive der Lyrics. Im Video verdecken analog dazu animierte Elipsen und Ovale das Geschehen. An anderer Stelle beleuchten sie einzelne Fragmente neu, wie Spot-Ons im Theater. Die verschiedenen Bildsequenzen, mal Stand- und mal Bewegtbild, orientieren sich teilweise sehr nah an der direkten Bedeutung der Songzeilen. Teilweise sind sie aber auch nur über mehrere Ecken mit dem Text verwandt und wirken völlig random zusammengewürfelt. Telefonkabel im Detail, Zugvögel und Fahrradlichter in der Nacht — das alles passt bei Pink Lint trotzdem irgendwie zusammen. Die bunten Ovale kommen mir dabei vor wie Lichtflecken, die mir häufig das Blickfeld blockieren, wenn ich mal wieder zu lange in die Sonne geglotzt habe. Vielleicht verkörpern sie mit ihrer Form aber auch die im Text erwähnten „toenails of an era“ – die Zehennägel einer Ära.

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    Und was hat der Windhund jetzt damit zu tun?

    „I am so uneasy to be found out
    like the waist of a windhound“

    Tatsächlich ist die Taille eines Windhundes schwer zu entdecken. Sie ist nämlich fast nicht existent. Wespe war gestern, Windhund ist das neue chique! Nicht entdeckt werden zu wollen ist natürlich das eine. Aber einfach nicht entdeckt zu werden, obwohl man es sich sehnlichst wünscht, impliziert Unsichtbarkeit. Die traurige Facette der Unsichtbarkeit und das lange Warten, endlich von der richtigen Person gefunden zu werden, schwingt im Text von Windhound mit: Ich warte hier, auch wenn mich niemand findet.

    Musikalisch ist „Windhound“ ein absolutes Wimmelbild. Denn auch hier versteckt sich einiges an Detail, ohne überladen zu klingen. Im Gegenteil, der Song klingt eigentlich sogar minimalistisch instrumentiert, obwohl er doch zunehmend orchestrale Strukturen annimmt. Man findet in diesem Song Gitarren, die wie plucked Strings klingen, oder einen Kontrabass, der an den richtigen Stellen Akzente setzt. Vintage Drummachines und sogar eine asiatische Zither namens Guqin. Außerdem gibt es gleich in der ersten Strophe noch einen kleinen Gruß in Form eines charmanten musikalischen Zitats. Jeff Buckley, is that you? Das ist wahre Tüftlerarbeit und den Spaß am Experimentieren hört man Pink Lint in seiner Musik zu jeder Zeit an.

    Wir sollten Pink Lint nicht mehr länger warten lassen. Dieser Song muss entdeckt werden. Viel Spaß bei „Windhound“!

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    Fotocredit: Marie-Luise Knauer

  • Exklusive Videopremiere: Neue Deutsche Wahrheit und „Wenn Du Willst“

    Ich weiß, ihr seid sicherlich schon mal kompetenter informiert worden, aber: Es ist Sommer. Und was machen wir im Sommer gerne? Richtig. In der Sonne entspannen, mit den liebsten Freund:innen Eis essen und danach Richtung Sonnenuntergang dancen. Wenn dazu noch die passende Musik läuft, ist das doch einfach der perfekte Tag oder? Und da kommen Neue Deutsche Wahrheit ins Spiel. Letzten Freitag hat das Hamburger Duo eine wunderbar tanzbare Sommerhymne namens „Wenn Du Willst“ veröffentlicht. Und heute feiert das dazugehörige Musikvideo exklusiv Premiere bei untoldency. Wie der Song klingt und warum das Video euch umgehend in Sommerurlaub-Vibes versetzt, verrät euch Jule jetzt.


    Bevor es losgeht, gibt’s zu Beginn wie gewohnt meinen kleinen Faktencheck. Ich verfolge Neue Deutsche Wahrheit schon eine ganze Weile. Der Hauptgrund dafür ist ungefähr der oberflächlichste, den man sich denken kann (sorry). Haltet euch fest: V und P sind in meinen Augen die ästhetischsten Personen, die die deutsche Popmusik-Welt gerade so zu bieten hat. Punkt. Sie sind bunt, sie sind laut und dabei unfassbar elegant – sie sind eigentlich all das, was ich gerne wäre, mich aber nicht traue. Jetzt ist es raus. Musikalisch bewegt sich das Drama Pop-Duo irgendwo zwischen Disco und Ballade, Kerzenlicht und Feuerwerk, einfach zwischen Tristesse und Exzess. Neue Deutsche Wahrheit schaffen mit ihrer Musik eine Welt, in der wir alle willkommen sind und so sein dürfen, wie wir wollen. Ich liebe ihren Vibe und ihre Ausstrahlung sehr und bin daher umso glücklicher, gerade diese Zeilen schreiben zu dürfen.

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    Ich hab so summer city vibes

    Mit ihrer neuen Single „Wenn Du Willst“ haben die beiden Zuckermäuse nun einen astreinen Sommerhit veröffentlicht, der mich von der ersten Sekunde an komplett abgeholt und zurück in die 90er geschmissen hat. Neue Deutsche Wahrheit haben ihren ganz eigenen Stil, auch gesanglich, der sich schon in den ersten Sekunden wieder einmal offenbart. Während P liebliche Gesänge von sich lässt, steuert V königlichen Sprechgesang bei. Ich höre es total gerne, wie die beiden sich sowohl technisch als auch klanglich ergänzen. „Wenn Du Willst“ macht durch seine Energie direkt extrem gute Laune. Es geht um heiße Sommertage und den Traum, für immer mit dem neuen Herzblatt am Pool zu liegen und gemeinsam Gelato zu verputzen. Catchige Drums, fetzige Synthies – mehr brauche ich nicht für einen gelungenen Sommertag (na gut, vielleicht noch 2 Kilo Sonnencreme auf meiner Haut).


    Ich hab diese Vision
    Wir am Pool, Meer, Strand
    Auf der Badewiese, Limo
    unter unsern Füßen Sand


    Na, seid ihr jetzt auch so richtig scharf auf das Musikvideo? Fühl ich total. Ich will euch auch gar nicht länger auf die Folter spannen, hier könnt ihr jetzt das Video anschauen:

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    Das Video beginnt mit V und P, die gemeinsam vor einem Wohnwagen sitzend ein beliebtes Kartenspiel mit drei Buchstaben spielen (UNO, Leute). Im Verlauf sehen wir die beiden, wie sie einfach einen perfekten Sommertag verbringen. Chillen am Strand, leckere Drinks und das allerbeste daran: Sie erleben das alles gemeinsam. Und wer genau hinschaut, der erkennt sofort, was ich vorhin mit der Ästhetik meinte. I mean, schaut doch mal, wie grazil die beiden sich bewegen, ich könnte ihnen stundenlang zusehen. Mit den eingebauten Selfie-Sequenzen geben Neue Deutsche Wahrheit dem Musikvideo dazu auch noch einen total persönlichen und nahbaren Vibe. Na, wer möchte jetzt sofort an den nächsten Strand flüchten? Geil, same.

    Meine Highlights sind übrigens: V, wenn sie „kiss, kiss, kiss“ singt, die super süße Tanzeinlage im Sonnenuntergangen und natürlich die Fingernägel 💚 Und eins steht ja wohl mal fest: Ich möchte bitte bald einen Sommertag mit Neue Deutsche Wahrheit verbringen, geht da was?


    Also los, wir packen unsere Sachen, schnappen uns unsere Liebsten und dann genießen wir jetzt alle einen wunderbaren Tag in der Sonne. Den perfekten Soundtrack dafür haben Neue Deutsche Wahrheit ja schon geliefert, jetzt liegt es an uns. Drückt hier einfach auf Play und dann kann‘s losgehen:

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    Fotocredit: Laura Affolter / Design: Mählerbrandt

  • Exklusive Videopremiere: Frogcodile und „Unknown Fish“

    Exklusive Videopremiere: Frogcodile und „Unknown Fish“

    Das heutige Thema der exklusiven Videopremiere: Tiere. Genauer, die eine spezielle Mischung aus einer Amphibie und einem Reptil: Frogcodile. Das ist der Bandname der Wuppertale Indie-Rock Band, um die es heute geht. Schon super catchy, oder? Bei mir blieb es auf jeden Fall hängen. Obwohl die Band schon länger Musik macht, sind sie immer noch ein kleiner Indie-Geheimtipp. Mich haben sie mit den mehreren Releases dieses Jahr überzeugt: Von Pedestal zu Doing Fine und jetzt Unknown Fish – Frogcodile lassen auf etwas Größeres hoffen and I am on board. Vielleicht sind euch auch schon mal auf unserer New Release Playlist entgegen gestolpert. Wenn nicht, dann ändert sich das jetzt hoffentlich, denn wir dürfen auf Untoldency exklusiv das Video zur ihrer neuen Single Unknown Fish präsentieren.

     
    Seid Dorie, nicht Nemo

    Ich habe gerade sehr gegen die Versuchung gekämpft, allein in der Einleitung mehrere Fisch-Emojis einzufügen. Habe mich dafür entschlossen, wenigstens den Einstieg des Artikels hier erwachsen zu schreiben. Doch damit es kurz aus unser aller System ist:  🐟 🐟 🐟 🐟 🐟 So.  Jetzt geht’s mir besser, danke. Kommen wir nun zu den ernsteren Sachen, das ist hier immerhin sehr exklusiv. Falls ihr Frogcodile generell erstmal musikalisch einordnen wollt, die Band aus Wuppertal ist laut Spotify was für Fans von ganz vielen Bands, die ich noch nicht kenne (außer Darjeeling, Grüße gehen raus). Aber um mal die big names zu droppen, Metronomy und Tame Impala helfen für die allgemeine Einordnung ziemlich gut. Und auch sonst – eigentlich fügt sich die Musik von Frogcodile gut in unsere kleine Indie-Rock Bubble ein.

    Doch jetzt lasst uns über Fische reden. Natürlich geht es in dem Song nicht um Fische per se, es wäre ja kein cooler Indie-Song, hätte das nicht eine tiefere Bedeutung. Tatsächlich geht’s in Unknown Fish um das immer wieder aufkommende Thema des Loslassens. Das begleitet sehr wahrscheinlich nicht nur mich und die Band immer wieder, sondern auch jede:n von euch. Ist ein trauriges Thema, ich geb’s zu, vor allem gerade in diesem Chaos von „Erwachsen werden“ und „eigentlich bin ich noch gar nicht so weit“ stoß ich für meinen Teil immer öfter dran (#quarterlifecrisis, hi).

    Es geht um Menschen loslassen, die nicht gut sind für uns und/oder vielleicht auch einfach die eigene Version von sich selbst loslassen. Die Version, die gut funktioniert hat, als sie 5 Jahre jünger war, aber jetzt an ihre Grenzen stößt. Denn so traurig Loslassen auch ist, so notwendig ist es auch, um sich weiterzuentwickeln und – Achtung, Wortwitz incoming – den richtigen Strom zu finden 🐟

     
    “Life ate me up and I’m its favourite dish”

    Inhaltlich holen mich Frogcodile mit Unknown Fish also schon mal völlig ab. Und dazu noch diese Lyrics, entschuldigt, aber dem muss ich jetzt einfach den verdienten Platz breittreten:

    Thought I’d like swimming with the unknown fish
    It seemed much better from my bowl
    But life ate me up and I’m its favourite dish
    The tears add a salty kind of note

    Ich glaube, Essensmetapher sind vielleicht eine meiner liebsten. „But life ate me up“ – wo kann ich das unterschreiben? Denn genau so fühlt sich das an. Wir sind alle irgendwie auf unserer eigenen Reise, raus aus unserer eigenen Bowl. Wir lassen Sachen los, um foranzukommen und meist, wenn das nicht sofort klappt, fühlen wir uns ein bisschen lost und sehnen uns zurück ins alte Leben, da, wo ja noch alles irgendwie gut funktioniert hat. Doch eigentlich ist das der key-Moment, da „muss man durch“ (gibt ja kein anderes Sprichwort, was ich mehr hasse, aber es stimmt trotzdem). In Vergangenem schwelgen geht nicht für immer, vor allem wenn man das ja aus reiner Natur sowieso schon alles romantisiert. Denn so geil war es meistens nie. Und so einschüchternd die Welt außerhalb der eigenen comfort-bowl (see what i did there) auch ist, so aufregend kann das eigentlich auch alles sein.

     
    Just keep swimming 🐟

    Okay, ich hab genug rumphilosophiert, jetzt kommt endlich das Video. Wir präsentieren: Frogcodile und Unknown Fish:

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    Ich möchte es mir natürlich nicht nehmen, auch ein paar Worte zu dem Musikvideo dazulassen, weil es vielleicht eines der süßesten Videos ist, die ich seit langem gesehen hab. Wer von euch erinnert sich noch an die Augsburger Puppenkiste? Eurer Antwort nach entscheidet sich, ob ich mich alt fühlen muss oder nicht. Ich zu meinem Teil bin direkt ins Nostalgie-Loch reingefallen. Aber auch wenn euch die Augsburger Puppenkiste als Begriff nichts sagt, so habt ihr doch alle auf euren Kindergeburtstagen oder Kinderkarnevals schon mal Puppentheater gesehen (bitte sagt jetzt nicht nein, dann fall ich in ne Krise). Kindern mit Marionetten Geschichten zu erzählen, ist tatsächlich etwas, wogegen ich mich wehren möchte, loszulassen.

    Die Augsburger Puppenkiste aside, tut das Musikvideo aber genau das: es erzählt die Geschichte von Unknown Fish mit Marionetten. Die Handlung ist super simpel und lässt, wie es sich für sowas auch gehört, viel Raum für Interpretationen. Den möchte ich euch natürlich nicht nehmen. Denn auch wenn es um das Suchen nach dem eigenen Platz in der Welt im Allgemeinen geht, so ist das doch für jede:n anders 🐟.

     

    Hier geht’s natürlich auch direkt in Spotify zu Unknown Fish von Frogcodile. Ist einen kleinen schwelgerischen Moment des Tages wert:

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  • Exklusive Videopremiere: PBSL und „Waage“

    Exklusive Videopremiere: PBSL und „Waage“

    Wir rutschen schon seit einigen Tagen ganz unruhig auf unseren Stühlen umher, denn: Es gibt wieder eine exklusive Videopremiere bei untoldency! Und dazu auch wirklich noch eine ganz besondere: Ihr kennt ihn, ihr liebt ihn. Er ist unser Backbone was ausführliche und lustige Reviews angeht und eine der liebsten Seelen überhaupt: Lukas. Doch Lukas ist nicht nur Redakteur bei uns, sondern macht auch selbst Musik. Seine Band PBSL meldet sich passend zum Sommer mit frischer Musik zurück und das feiern wir nicht nur aus persönlichen Gründen sehr, sondern finden es auch musikalisch so gut, dass wir euch das ans Herz legen müssen. Und etwas, was Lukas auch noch nicht weiß, während er diese Zeilen gerade liest: Das hier ist eine Doppel-Premiere, denn bei uns wird Teamarbeit noch groß geschrieben. Jule und Anna präsentieren nämlich in gemeinsamen Worten: PBSL, ihre neue Single Waage und natürlich das Musikvideo!

     
    Ein DIY-Video mit ganz viel Charme zum Mitnehmen, bitte

    Jule: Für diejenigen, die PBSL noch nicht kennen sollten, gibt es hier erstmal eine kleine, feine Einführung: Neben unserem Lukas gibt es da nämlich auch noch lovely Jan, Nils, Patrick und Timo. Gemeinsam haben sie 2019 ihr Album Tropfen Traenenveröffentlicht. Wenn man mich fragt, was die Musik von PBSL ausmacht, dann würde ich absolut dazu raten, mal ganz genau auf die Lyrics zu achten. Und wer dann beim Hören nicht mindestens grinst (ich lache sogar öfter mal), der hat unsere Anlaufstelle für Humor verfehlt. No offense. Ein ganz wichtiger Aspekt, mit dem sie ihren Songs noch von einer weiteren Seite Humor einhauen, sind die Musikvideos. Wo wir dann auch schon beim Thema wären… Anna, bevor wir uns ganz offiziell das Video zu “Waage” angucken, erzähl mir mal von deinem ersten Musikvideo-Moment.

    Anna: Yes, gerne. Lukas hat mir das Video der neuen Single seiner Band mit den Worten „Sag mir mal, ob du das langweilig oder lustig findest oder was dazwischen“ geschickt. Super neugierig wie ich bin, hab ich dann das Homeoffice auf Pause geschaltet, mir Kopfhörer geschnappt und direkt reingeschaut. Und obwohl deutschsprachiger Indie-Pop und ich immer auf einer sehr schmalen Linie wandern, mochte ich’s sehr. 

    Jule: Tatsächlich war mein erstes Date mit dem Musikvideo ähnlich. Nachdem ich gefragt wurde, ob ich “unverbindlich in das Video schauen” möchte, lautete meine Antwort ganz schlicht “jaaaa gerne!”. Als ich das dann tat kam mir Lukas’ Nachfrage “Sag mal, ob du lachen musstest manchmal” sehr gelegen. Yes, musste ich – ihr erfahrt gleich auch, warum. Immer wenn ich PBSL-Videos sehe, bekomme ich einen kleinen Anflug davon, dass ich mit allen von ihnen befreundet sein möchte, weil das mein Leben um Einiges lustiger machen würde. Man sieht und hört den Fünfen sofort an, dass sie einfach süße Menschen und für jeden Spaß zu haben sind.

    Und deshalb möchte ich auch keine Sekunde länger warten. Es folgt: Ein weiterer Bewegtbild-Beweis dafür, dass deutschsprachiger Indie-Pop auch großen Unterhaltungswert haben kann, wenn er nur von der richtigen Band (PBSL) kommt:

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    Anna: Das ganze Video hat so einen süßen Charme, dem man eigentlich nur verfallen kann. Es ist 100% DIY und das versucht es auch nicht zu verstecken. Ich kann auf den ersten Blick sehen, dass das durch kein Major-Label gereicht wurde, sondern ganz ehrlich und ohne Budget entstanden ist. Genau das ist der Charme, den ich meine! Es macht einfach Spaß zu gucken. Die wirklich gut abgepassten Momente, in denen Text und Bild eine Situationskomik hervorrufen, die einen fühlen lassen, als wär man selbst dabei. Der Vibe ist einfach durchgehend ein guter. Meine Lieblingsstelle: “Und eingelaufen scheint auch unsere Stimmung zu sein” feat. Lukas in die Kamera The Office-Blick, den man eigentlich zum Meme machen müsste.

    Jule: Das sind auch genau die Momente des Videos, die es mir so richtig angetan haben. Leicht debiles Grinsen, die süßesten Tanzeinlagen 2021, ein fucking Radschlag und diese Attitüde von “wir nehmen uns nicht so ernst”. Das Ganze dann noch gepaart mit herzerwärmender Leidenschaft. Wie man es auch dreht, auch das Video zu “Waage” ist ziemlich genau das, was ich von PBSL erwartet habe. 

    Anna: Deshalb hier einfach mal die Frage sowohl an Lukas selbst als auch die ganzen anderen süßen Jungs der PBSL-Gang: Wann spielt ihr mal in Berlin? Ich würde an der Stelle gerne einen Gästelisten-Platz sowie eine Weinschorle auf euren Nacken anfragen. Bei Rückfragen kann ich euch auch gerne sagen, welcher Zeitraum mir am besten passt, weil wir wollen uns ja nicht verpassen.

    Jule: Ach, wieso auf Rückfragen warten? Ich habe im September Urlaub, da würde es ziemlich gut passen. Ansonsten auch gerne an einem Wochenende, da kann man dann nämlich mit zwei bis zwölf Bierchen und Kartoffelsalat anstoßen. Ich würde mich ansonsten auch gerne als Backstage-Gummibaum zur Verfügung stellen, falls ein solcher benötigt werden sollte.

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    „Wär jetzt Weltuntergang, würd ich glatt wieder mit dir eine Romanze anfangen“

    Anna: Wenn Weltuntergang wär, mit welcher Person würdest du wieder eine Romanze anfangen?

    Jule: Das ist eine absolut deepe Frage, über die ich erstmal nachdenken musste. Ich glaube: Mit mir selbst, in a way. Wenn ich etwas wirklich richtig beendet habe, dann hatte das immer seine Gründe. Und ich glaube, dass das bisher immer richtig war. Aber die Beziehung zu sich selbst sollte immer an erster Stelle stehen. Ich weiß zwar gerade nicht so genau, wie ich die romantisch aufbauen würde, aber naja. Was ich sagen will: Egal wie schwer oder schmerzhaft das Ende war und wie schön die gemeinsame Zeit war: Was dir einmal nicht gut getan hat, tut dir auch bei einem potentiellen zweiten Mal nicht gut. 

    Anna: Wow, das kam jetzt wirklich deep. Eigentlich hatte ich auf meine eigene Frage eine andere Antwort im Kopf, aber das war schon ziemlich weise. Und wahr. Das Beenden einer toxischen Beziehung ist immer die richtige Entscheidung. Das geht ja auch alles Hand in Hand mit Selfcare und Grenzen ziehen. Auf sich selbst und die eigene mentale Gesundheit zu achten und nicht wie eine Fußmatte vor der Haustür behandeln zu lassen. Denn egal ob romantisch, freundschaftlich oder beruflich – diese Beziehungen ziehen einfach so viel Energie. Und wenn man da nichts gegen tut, hat man am Ende selbst keine mehr übrig. Und deshalb ist es auch so wichtig, darüber zu sprechen…

    Jule: … und darüber zu singen. Genau das tun PBSL in “Waage” nämlich. Es ist nicht nur wichtig, sich selbst einer toxischen Beziehung bewusst zu werden. Eben auch das Gespräch darüber findet (zum Glück!) immer häufiger und offener statt. Und Musik ist auch einfach ein ganz wichtiges Ventil, um solche Themen zu behandeln. Totschweigen ist sowas von 2010, Leute. Geschrieben wurde der Song übrigens im ersten gemeinsamen Band-Urlaub in der Eifel. Nach einem harten Pandemie-Jahr wollten sie sich aufs Musikmachen konzentrieren und schauen, ob sie sich überhaupt noch mögen. Spoiler: Ich glaube, sie mögen sich noch. Auch, wenn “Waage” das textlich nur bedingt widerspiegelt.

    Anna: Ich dachte ja auch erst, dass das ein Liebessong ist. „Du bist die Waage, die sich hält“ hört sich nicht nur so ausgeglichen an, sondern hat auch einen leicht romantischen Touch. Waagen an sich, da gibt’s ja eigentlich kaum negative Assoziationen zu. Ob’s das Hilfsmittel in der Küche ist, die mir sagt, dass ich mal wieder auf das Gramm genau abgemessen habe, das Sternzeichen oder die Werkzeug-Waage. Balance ist einfach ne gute Sache. Da kann man ja nicht gegen argumentieren. 

    Jule: Ich will nicht angeben, aber ich wurde vor vielen Monden im Sternzeichen Waage geboren, deshalb: Danke für die Blumen! 

     
    Brennnnnesseltee und eingelaufene Strickpullover

    Anna: Können wir auch noch ganz kurz über die Lyrics sprechen? Weil das war tatsächlich das, dem ich beim ersten Mal hören schon total verfallen bin. Also ich meine:


    “Wir trinken Brennnesseltee
    Es sind -3 Grad, vor der Haustür liegt Schnee
    Und weil Strickpullover gerade wieder das einzige sind
    Was zwischen uns steht und was mich von dir trennt
    Zeigst du mir wie man sie wäscht denn bei mir laufen sie ein
    Und eingelaufen scheint auch unsere Stimmung zu sein
    Über Stock, über Stein und ich brech’ mir das Bein
    Dir brech’ ich das Herz und das ist was uns vereint”


    Brennnesseltee. Strickpullover. Wie on point können denn Metaphern sein. “Über Stock, über Stein und ich brech’ mir das Bein” – das werd ich jetzt zukünftig immer beim Wandern vor mir her singen. 

    Jule: Wandern ist zwar ein schwieriges Thema für mich (ungefähr so wie die vierundzwanzig n’s in dem Wort “Brennnesseltee”), aber ich verstehe den Ansatz total. Dass hier ein Mensch am Werk war, der mit seiner Wort-Jonglage viele Preise verdient hätte, ist nicht von der Hand zu weisen. Ihr könnt uns glauben, wir schätzen uns wirklich sehr glücklich, diesen Menschen in unserem Team zu haben! 


    Wenn wir euch nun erfolgreich sowohl von PBSL, den Menschen dahinter, ihrer neuen Single und natürlich dem Musikvideo überzeugen konnten, gibt’s hier “Waage” zum Streamen und zum in alle-Playlisten-Packen:

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