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Exklusive Videopremiere: Dennis Kiss & The Sleepers und “Rome”

Heute präsentiere ich euch mal wieder eine Band, die relativ neu auf unserem Radar ist: Dennis Kiss & The Sleepers. Das sind Sänger Dennis Kiss, Bassist Andreas Meyer, Schlagzeuger Manuel Neuhaus und Gitarrist Nicolas Ruedin. Die Songs der Schweizer Band sind klassischer Indie-Rock-Sound, der an britische Bands wie The Kooks, Circa Waves und The Vaccines erinnert. Anfang Oktober haben Dennis Kiss & The Sleepers ihr Debüt-Album „Poco Bono“ veröffentlicht. Der Song „Rome“ und das Musikvideo, um das es sich heute dreht, ist Teil des Albums.

“teenage angst hymns in a major key”

Rome“ klingt nach einer verzechten Nacht und dem Morgen danach. Gebrochene Gedankenschnipsel der letzten Nacht und die Frage danach, wie man nochmal in dem Club gelandet ist und warum man auf dem Badezimmerboden aufwacht – wer kennt es nicht. Unterstützt wird dieses Gefühl durch entspannte Gitarrenriffs und ein eher zurückhaltendes Schlagzeug, die eine positiv bedrückende Stimmung aufrechterhalten. Gegen Ende des Songs steigert sich Dennis gesanglich stärker in den Text und erinnert daran, Gedanken manchmal einfach nicht loslassen zu können.

mysteriöse Begegnungen

Im Musikvideo zu „Rome“ träumt Sänger Dennis sich in eine fiktive Welt, fantasierend über die Ereignisse der letzten Nacht. Zu sehen sind ungewöhnliche Begegnungen, die Dennis und Zuschauer:innen in einen mysteriösen Bann ziehen. So wird er nicht nur sehr eindringlich von einer Person angestarrt auf dem Nachhauseweg, sondern begegnet unter anderem auch einem Tänzer und einer Feuerkünstlerin. Die Frage „Wie bin ich hier eigentlich hingekommen?“ bekommt durch diese seltsamen Aufeinandertreffen einen noch tieferen Nachklang.

“if you love me take me back to the bar in Rome”

Während die Kamera also einem durch die Nacht torkelnden Dennis durch die leergefegten Straßen der Stadt folgt, realisiere ich, dass „Rome“ hier eine Bar ist und praktischerweise in der ganzen Stadt ausgeschildert ist.

Doch bevor ich die Bar von innen zu sehen bekomme und einen Rückblick auf die Geschehnisse dort drinnen, springt die Szenerie auf den Morgen danach. Dennis wacht auf, die Sonne blendet ihm ins Gesicht und die anderen Bandmitglieder sind um ihn herum versammelt. Alle sehen etwas mitgenommen aus. Dennis macht sich letztendlich doch noch auf den Weg nach „Rome“. Die Bar ist allerdings geschlossen und er setzt sich gefrustet auf einen Stuhl vor der Tür. Irgendwie passt diese Situation perfekt zur generellen Stimmung des Songs und dem Gefühl, nicht mit der letzten Nacht abschließen zu können.

Das Video zu „Rome“ bricht die bisherige Ästhetik der Musikvideos zum Debüt-Album. Denn die vier Vorab-Singles sind Stillleben. Sie halten genau dieses Moment des an einem vorbeiziehenden Lebens fest und spiegeln die grundsätzliche Stimmung auf „Poco Bono“ wider.

Alles ist okay, aber irgendwie auch nicht mehr – poco bono eben

Die Sehnsucht nach Ausbruch und Entschleunigung, die Bitterkeit über das Schwinden von Zeit und Halt, sowie die permanente, drückende Melancholie des bloßen Seins sind die zentralen Motive der Geschichten, welche das Album „Poco Bono“ erzählt. „Poco Bono“ ist die Stadt, in welche Du ziehst und Dich einsam fühlst. In „Rome“ ist es der Club, in welchem Du vor der Realität in die Ekstase fliehst. Dennis Kiss verarbeitet textlich all das, was ihn am Erwachsenwerden hindert und es ihm dabei zugleich ermöglicht. Eine Ode an die Jugend und das Leben, ein subjektives Weltbild, gefangen zwischen Hedonismus und Masochismus.

robuster Indie-Rock in einer Welt, die von Flüchtigkeit geprägt ist

Dennis Kiss & The Sleepers fangen textlich den Zeitgeist der Anfang Zwanziger ein und verpacken ihn in einen klassischen Indie-Rock-Sound, der schon seit Jahrzehnten funktioniert. Wenn ihr das Album von Dennis Kiss & The Sleepers noch nicht gehört hab, ist jetzt der perfekte Zeitpunkt es nachzuholen. Ich verlinke es euch mal ganz unverbindlich:

Fotocredit: Tim Wettstein

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