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Exklusive Videopremiere: [LEAK] und „Screaming Underwater”

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Auch bei der heutigen Videopremiere möchten wir die Chance nutzen, euch wieder absolute Newcomer-Musik vorzustellen. [LEAK] kommen aus Nürnberg, machen melancholischen Elektro-Pop und das schon eine kleine Weile. 2017 mit ihrer Debüt-EP Noise from the Void haben sie für November 2021 nun ihr Debütalbum Ghost im Gepäck. Die Singles dieses Jahr könnten euch schon in unseren new untold releases entgegengestolpert sein, die letzte vor dem Album werden wir euch hier vorstellen. Als ganz exklusive Videopremiere gibt es also jetzt die neue Single Screaming Underwater von [LEAK].

 
Dystopische Stimmungen aus 2021

Doch vorab eine kleine Reise durch die [LEAK] Diskografie, weil es lohnt sich. Spotify mit 200.000 Streams anführend ist Chuckle, die Debütsingle der Band aus 2017 und ein guter Startpunkt, um sich in der Musik der fünf zu verlieren. Wenn ihr danach in Queendom reinhört, werdet ihr den Sprung merken, die die Band in diesen paar Jahren gemacht hat. Queendom ist genauso empowerend wie der Titel vermuten lässt, geballte Riffs entladen den Song immer wieder, und auch das Video zum Song ist sehr kryptisch-mystisch-geil. Zuletzt erschienen ist Wall, der sich mit dynamischen Drums und dystopischen Synths immer weiter aufbaut, bis die Gitarre am Ende das ganze wieder seinen melancholischen Rahmen steckt.

So viel zur musikalischen Reise. Auch wenn es ein paar Jahre ruhig um die Band war, hat sich das Kollektiv wieder zusammengefunden und an ihrem Projekt in allen Bereichen geschliffen – vom Sound zum Visuellen baut alles eine dystopische Welt als Realität auf und macht [LEAK] damit zu einem wahnsinnig spannenden Projekt. Doch genug Kontext, hier geht’s endlich zum neuen Song, mit exklusiven Video auf Untoldency:

 
“I’m tired of screaming underwater”

Passend zu dieser Videopremiere ist auch, dass Screaming Underwater meine bisher Lieblingsauskopplung des Debütalbums ist. Ich hab offen zugegeben eine ganz große Schwäche für Songs, die sich melancholisch aufbauen und am Ende dann völlig explodieren. Und genau das macht Screaming Underwater. Mit Rauschen fängt es an, dumpfer Bass gesellt sich dazu und die Stimme der Sängerin leitet durch die erste Strophe:

“I try to drown

But the bubbles scream

Leave me in peace

Leave me at ease”

Percussions kommen dazu und eine wunderschöne Gitarre, die alles in einen schönen, melancholischen Rahmen setzt. Sie hört sich auch ein bisschen anals würde sie der Welt unter Wasser ihren ganz eigenen Soundtrack geben.

Und das passt auch zum Visuellen: Wasser ist ganz offensichtlich das Leitthema des Videos. In digitalen Kunstcollagen legt es sich übers Video und stiehlt sich schon direkt am Anfang in die Reflektion einer Scherbe. Kunstaffine Menschen werden das hier lieben. Voll mit Symmetrien und abstrakten Körperteilen, die ihr ganz eigenes Ding machen, werden dystopische, leerstehende Orte gezeigt, überflutet von den überliegenden Einspielungen von Wasser: „I’m tired of screaming underwater“ singen [LEAK] immer und immer wieder und ich kann’s praktisch fühlen.

Ab der Mitte des Songs treffen auf diese melancholischen Gitarren plötzlich aufbauende Drums und der Song entlädt sich auf ganzer Breite – spätestens ab hier sollte man euch auch abgeholt haben. Der Song bekommt seine Dynamik, und man spürt die verzweifelte Wut über den Zustand immer mehr. Ohne hier für euch zu viel reininterpretieren zu wollen, aber das Leben, vor allem in 2020, hat sich sehr verstärkt nach genau so was angefühlt – jedenfalls für mich. Schreie unter Wasser, die niemand hört, weil wie auch, wenn jede:r in ihrer eigenen Lockdown-Bubble lebt. Ob das genau das ist, was die Band mit dem Video aussagen wollte, kann ich sicher nicht ganz sagen, aber ist das nicht das Schöne an Kunst? Offen für Interpretationen, sowohl für eure als auch meine. Dystopisch wirkt Screaming Underwater aber allemal.

 

Fotocredit: Alexander Hill

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