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Exklusive Videopremiere: au‘lyla und „Furniture”

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Wir hatten schon einmal die Ehre, eine Single von au’lyla in einer exklusiven Videopremiere vorzustellen. Während „Little Dragon“ damals mit viel Charme und einem liebenswerten DIY-Schattenspiel glänzte, bringt das Musikvideo von „Furniture” viel mehr Power und Live-Action mit sich. Die vier Hamburger:innen haben erst vor Kurzem ihr Debütalbum the fertile void veröffentlicht und darauf 10 ausdrucksstarke Songs versammelt, die sowohl experimentell als auch lyrisch kunstvoll sind.

 
Kunstvolle Musikvideos sind mein Kink

Furniturekam dementsprechend als Song bereits diesen Sommer raus, bekommt jetzt aber endlich ein Musikvideo. Und wer (vorher oder jetzt) die Musikvideos von au’lyla gesehen hat, der:die weiß, dass in allen so viel Liebe zum Detail und Ästhetik steckt, dass sich das Warten lohnt – auch in dem Fall von Furniture.

Da geht’s nämlich direkt los mit Trommeln. Symmetrisch, geil beleuchtet und zentriert im Raum platziert spielen drei der vier Bandmitglieder die treibenden Drums ein und ich bin schon völlig entertained. Sobald die Strophe einsteigt, sieht man auch Sängerin Isa, aber wahrscheinlich nicht so wie man es erwartet. In der Waschmaschine oder im Regal liegend singt sie von dem Gefühl, sich ungenutzt und wie ein Möbelstück zu fühlen – einfach irgendwo abgestellt und vergessen. Und welchen besseren Videodreh-Ort gibt es, um genau das einzufangen, als eine Fabrikhalle? (Rhetorische Frage). Aber guckt’s euch selbst an, es ist nämlich wirklich einfach geil:

 
It’s always the trombone

Musikalisch erwartet euch bei au’lyla grundsätzlich immer das, was ihr nicht erwartet, aber in geiler. Die vier nehmen alles an ihrer eigenen Genrebezeichnung von Indie-Electro-Art-Pop ernst. Von melancholischen Indie-Melodien zu funkigen Posaunen, Rap-Einlagen, verzerrten Sirenen und Techno-Raves: au’lyla vereinen all das zusammen, von dem man nicht denkt, dass es zusammen funktioniert. Doch das tut es! Nicht nur läuft dadurch nicht ein Song auf dem Album in die Gefahr als eintönig betitelt zu werden, sondern im Gegenteil. Von „Slowly Destroying” über „Call Me A Beast zu „Doorway sticht einem in jedem Lied etwas aufwühlend Berührendes entgegen.

So auch in Furniture. Die treibenden und dystopischen Drums treffen auf verzerrte Gitarren und ein tiefes Klavier, bauen den Song immer wieder auf, um ihn dann wieder völlig zu entladen. Eigentlich kann man sich über die knapp vier Minuten nur in den Sound von au’lyla verlieren. Und als würden die vier meine Schwachpunkte alle abklappern wollen, gibt’s am Ende sogar noch ein Posaunen-Solo gepaart mit einem rockigen Schlagzeug/Rock-Meltdown. Ja, da fühle ich Dinge.

 
Don’t feel like furniture.

Zum Abschluss ein paar Worte zum Inhalt, auch wenn das wichtigste oben bereits angerissen wurde. Furniture ist ein Reminder daran, dass wir uns nicht wie beliebige Möbelstücke behandeln lassen sollen, sondern für unseren eigenen Wert einstehen. Alles andere ist leider toxisch:

When I see me
In your room
I’m like
Furniture

In the wrong place
Pick me up
Pull me under
Put me here
Put me there
To another place

What’s my position good for, when I can’t move anymore?
What’s this space good for, when it makes me feel caught more and more?

Fragen, die eigentlich leicht zu beantworten sind: it’s no good. Sich so zu fühlen, ist nicht gut, und wenn man es doch tut, ist das die größte red flag von allen. Wir müssen Platz schaffen und einnehmen, unseren eigenen Wert erkennen und wertschätzen und ihn nicht in toxischen Beziehungen suchen. All das lese zumindest ich aus Furniture heraus – eben genau nicht so zu sein.

 

au’lyla erzählen mit ihrer Musik Geschichten, dichten Handlungsstränge und Gefühle zum Leben und geben sich dazu noch ihren eigenen Soundtrack. Ich finds mehr als stark, ihr vielleicht auch:

 

Fotocredit: Rebekka Müller

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