Der Stadtkern der schwedischen Großstadt Göteborg wird jeden Sommer für ein Wochenende zum Festivalgelände. Im großen, weitläufigen Stadtpark Slottskogen findet das Way Out West statt. Das Line-Up kann mit großen Festivals, wie dem Sziget, Roskilde oder sogar Coachella mithalten und lockte 2025 rund 80.000 Besucher*innen pro Jahr an. In diesem Jahr findet es vom 13. Bis zum 15. August statt.
Der Unterschied zu anderen Festivals: Hier wird nicht gezeltet, die Schweden scheinen auf erholsamen Schlaf zu setzen. Dafür wird die Energie vom Festivaltag voll und ganz beim Abendprogramm, dem „Stay Out West“ rausgelassen – den DJ-Sets, die nach dem Ende auf den großen Bühnen erst in den Clubs anfangen.
Ein Blick auf das diesjährige Line-up zeigt schnell, das Way Out West seine eigene Logik verfolgt. Es geht hier weniger darum, möglichst viele große Namen aneinanderzureihen, sondern darum, ein in sich stimmiges Programm zu kuratieren, das verschiedene Generationen und Genres miteinander verbindet. Viele bekannte Künstler*innen sind natürlich trotzdem dabei.
Unsere Highlights im Line-Up
Mit Lorde steht eine Künstlerin im Zentrum, die Pop nicht einfach reproduziert, sondern immer wieder neu denkt. Ihre Musik bewegt sich zwischen Intimität und Größe, zwischen persönlichen Momenten und kollektiver Erfahrung – eine Spannung, die auf einem Festival wie diesem bestimmt besonders gut funktioniert.
Mit The Cure kommt eine Band dazu, die längst über jede Nostalgieschublade hinausgewachsen ist – spätestens seit dem Auftritt von Sänger Robert Smith mit Olivia Rodrigo auf dem Glastonbury Festival. Ihre Musik wirkt heute genauso relevant wie vor Jahrzehnten, vielleicht sogar mehr, weil sie eine Form von Melancholie transportiert, die zeitlos geblieben ist.
Und schließlich sind da noch die Gorillaz, ein Projekt, das sich ja sowieso konsequent jeder klassischen Einordnung entzieht. Zwischen Animation, Kunstfigur und musikalischem Kollektiv entsteht hier eine Form von Pop, die gleichzeitig verspielt und reflektiert ist. Wir sind sehr gespannt, wie das auf der Bühne in Göteborg rüberkommt.
Nicht nur Pop-Größen
Was das Festival aber auch besonders gut kann: Die Abwechslung im Line Up. So sind beispielsweise mit dem Ezra Collective oder Nu Genea jazzige Livebands am Start, die zwischen den Pop-Ikonen etwas Ruhe reinbringen.
Und wenn wir schonmal in Schweden sind, dürfen natürlich auch die Stars des Landes nicht vergessen werden: Neben Zara Larsson und Lykke Li ist in Schweden auch Veronica Maggio eine DER großen Namen. Auch wenn sie auf schwedisch singt, sind ihre Songs auch für ein deutsches Publikum wärmstens zu empfehlen.
Unser Appell: Lasst euch auf diesen Festival auf keinen Fall die euch unbekannten Acts entgehen!
Neben der Musik öffnet das Festival bewusst weitere Räume – zum Beispiel Kinosäle. Ein eigenes Filmprogramm ergänzt die Konzerte und schafft Momente zum Aufatmen, in denen man kurz aus dem Strom der Live-Auftritte heraustreten kann.
Mal abgesehen vom Way Out West lohnt sich auch ein Besuch in der zweitgrößten Stadt Schwedens. Was es dort alles zu sehen gibt und was wir euch besonders empfehlen: Darauf müsst ihr euch noch etwas gedulden – denn das gibt’s erst nach unserem Besuch auf dem Way Out West. Wenn ihr aber jetzt schon hooked seid und dieses Festival nicht verpassen wollt, dann schnappt euch schnell eins der letzten Tickets, denn das Way Out West ist schon so gut wie ausverkauft.
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Musik macht und veröffentlicht Philine Sonny schon seit einigen Jahren. Auf ihr Debütalbum hat sie uns allerdings ziemlich warten lassen, doch jetzt können wir es endlich hören. „Virgin Lake“ ist eine Sammlung musikalischer Werke der Bochumer Künstlerin, die alles alleine produziert in ihrem Wohnzimmer. Mit viel Liebe zum Detail und vor allem einer stets großen Portion Ehrlichkeit kommen die 14 Songs auf dem Album daher.
Philine Sonny spricht im Interview unter anderem darüber, wie Therapie, eine Beziehung und ein persönlicher Wendepunkt ihre Musik verändert haben. Es geht um Rückblicke, Kontrollverlust und den Versuch, sich selbst zu verstehen.
Philine Sonny im Interview
Hey, schön, dass du dir die Zeit genommen hast. Wie geht’s dir?
Mir geht’s ganz gut. Ich bin im Moment ein bisschen im Handysumpf und das stört mich ein bisschen. Aber ich versuche, mit Stricken dagegen anzukämpfen.
Das klingt nach einer sehr guten Ablenkung. Was ist dein aktuelles Strickprojekt?
Ich fange gerade erst richtig an. Ich habe ein bisschen geübt und jetzt mache ich direkt einen Pulli. Ich dachte mir: Ich mache direkt etwas, das ich auch wirklich trage. Man macht sonst so oft Sachen, die man eh nicht anzieht oder nutzt.
Fair. Ich habe letztes Jahr versucht, mit Häkeln anzufangen, und mein erster Topflappen war so schräg, dass mich das komplett demotiviert hat.
Dann ist Stricken vielleicht einfach was für dich.
Ich werd’s mal testen! In letzter Zeit ging ja dieser „2016“-Nostalgie-Trend rum. Erinnerst du dich noch an das Jahr?
Ich habe tatsächlich schon nach Fotos gesucht, aber keine mehr gefunden auf meinem Handy. Aber es war das Jahr nach dem Tod meines Opas, zu dem ich sehr eng war. Deshalb war es eher schwierig für mich. Gleichzeitig war es aber auch das Jahr, in dem ich angefangen habe, mehr Musik zu machen. Ich war so 14 oder 15 Jahre alt und habe angefangen, Songs zu schreiben. Aber insgesamt war es eher ein schwieriges Jahr.
Verständlich. Kommen wir lieber wieder zurück in die Gegenwart. Gibt es Artists, die dich gerade inspirieren?
Das Album von Rosalía fand ich richtig krass. Es ist total anders als das, was ich sonst höre, aber gerade deshalb so spannend. Ihre Stimme und die Vocal Production – ich glaube, sie macht das auch selbst – finde ich extrem beeindruckend. Und sonst höre ich gerade Saya Grey. Die finde ich auch sehr cool.
„Durch Therapie habe ich verstanden, dass es nicht nur um mich geht, sondern um ein größeres Ganzes“
Lass uns über dein Album sprechen. Du hast es in vier Teile aufgeteilt, aber es erzählt trotzdem eine durchgehende Geschichte. Worum geht es?
Für mich ist die Geschichte ein bisschen rückwärts aufgerollt. Das Album fängt eher laut und chaotisch an und wird dann ruhiger und vielleicht auch erwachsener. Chronologisch ist das aber eigentlich umgekehrt. Ein bestimmtes Event in meinem Leben war so eine Art Auslöser – eine Krise, ein Wake-up-Call. Darauf ist vieles hinausgelaufen. Und von diesem Punkt aus habe ich angefangen zurückzuschauen: Was ist eigentlich passiert? Wo kommt das alles her? Wie bin ich geworden, wer ich bin? Wie sind die Menschen um mich herum zu dem geworden, was sie sind? Am Anfang geht es viel um meine eigenen Gefühle, um Frust und Traurigkeit. Aber durch Therapie habe ich irgendwann verstanden, dass es nicht nur um mich geht, sondern um ein größeres Ganzes. Gegen Ende kommt mehr Verständnis dazu, mehr Perspektive auf das Gesamte. Es ist ein bisschen kompliziert, aber im Kern geht es um dieses Zurückblicken und Verstehen.
Wenn du jetzt auf deine erste EP zurückblickst – wie fühlt sich das für dich an?
Es ist krass zu sehen, wie viel sich soundmäßig verändert hat. Ich habe ja alles selbst produziert, und deshalb bin ich besonders stolz darauf, wie ich mich entwickelt habe. Der Sound kommt jetzt viel näher an das ran, was ich mir damals schon vorgestellt habe. Ich bin aber auch stolz auf mein jüngeres Ich, das einfach gesagt hat: „Ich mache das jetzt.“ Und ich bin sehr dankbar für die Leute um mich herum, die mich darin bestärkt haben, das alleine zu machen.
Du hast mal – ich glaube in einem Video – gesagt, dass du durch Therapie erst lernen musstest, wütend zu sein. Gibt es Gefühle, die dir immer noch schwerfallen?
Ja, auf jeden Fall. Ich bin jetzt mit 24 zum ersten Mal in einer Beziehung, und dadurch merke ich Dinge, die vorher gar nicht hochgekommen sind. Ich dachte immer, ich wäre sehr offen mit meinen Gefühlen. Aber jetzt merke ich, dass es mir gar nicht so leicht fällt, mich wirklich verletzlich zu zeigen oder nicht perfekt zu sein. Mit Freund*innen ist das einfacher, weil sich die Gefühle weniger intensiv anfühlen. In einer Beziehung ist das nochmal eine ganz andere Ebene.
„Positive Songs sind oft schwerer, weil sie schnell oberflächlich wirken“
Gab es auch Songs auf dem Album, die besonders schwierig waren?
„Dog Bite“ war extrem schwierig. Mein Manager meinte: „Schreib doch mal einen fröhlichen Song.“ Das war für mich eine totale Herausforderung. Ich habe bestimmt ein Dreivierteljahr daran gearbeitet. Positive Songs sind oft schwerer, weil sie schnell oberflächlich wirken. Wenn es einem gut geht, analysiert man Dinge nicht so sehr. Bei traurigen Songs gibt es mehr Konflikt, mehr Perspektiven. Außerdem sind in dem Song viele doppeldeutige Referenzen versteckt, die sich auf andere Songs beziehen. Deshalb hat das so lange gedauert.
Wie lange hast du insgesamt am Album gearbeitet?
Der älteste Song ist von 2021. Richtig bewusst angefangen habe ich am 22. Juni 2024, da habe ich mir gesagt: Jetzt mache ich das Album fertig. Zu dem Zeitpunkt waren vielleicht 60 % der Songs schon in irgendeiner Form da. Ich arbeite nicht klassisch mit Demos – vieles fließt direkt in die finale Produktion ein. Insgesamt waren es also schon ein paar Jahre.
Du hast auch einen Song mit Shelter Boy und Brockhoff gemacht. Hast du Lust auf mehr Kollaborationen?
Ja, aber ich bin nicht so gut darin. (lacht) Ich finde es schwierig, mich mit jemandem hinzusetzen und gemeinsam etwas zu schreiben. Es war noch eine Kollab geplant, die dann zeitlich nicht geklappt hat. Aber grundsätzlich habe ich Lust, das mehr auszuprobieren.
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Dein Album hat auch einen sieben Minuten langen Song – das sieht man eher selten. Setzen dich Trends wie kurze Songs oder Social Media unter Druck?
Social Media stresst mich extrem. TikTok, Instagram, YouTube Shorts – jede Plattform funktioniert anders. Und gerade in der Release-Phase vor dem Album habe ich kaum Zeit, Musik zu machen, weil ich ständig Content produzieren soll. Das zerstört für mich den kreativen Prozess. Musik machen ist messy – und das sollte es auch sein. Aber sobald eine Kamera läuft, wird alles künstlich. Was Songlängen angeht, bin ich entspannter. Da lasse ich mir nicht reinreden.
Worauf freust du dich dieses Jahr – außerhalb des Albums?
Ich freue mich darauf, wieder neue Musik zu machen. Das Album ist sehr autobiografisch, und jetzt habe ich Lust, mal anders zu arbeiten – mich von Bildern oder Gedichten inspirieren zu lassen.
Das klingt schön, da bin ich schon gespannt. Zum Abschluss: Deine „Untold Story“ – etwas, das du noch nie erzählt hast?
Ohja, da gibt es etwas. Meine allererste Tour mit Band waren damals vier Dates, verteilt auf zwei Wochenenden. Und ich habe zu der Zeit gerade erst angefangen, Alkohol für mich zu entdecken – ich habe bis ich 21 war eigentlich gar nichts getrunken. Irgendwer hat dann aus Spaß auf unseren Rider einfach Gin Tonic geschrieben. Und ich habe das komplett unterschätzt. Es war auf jeden Fall keine gute Idee. Ich trinke seitdem auch nicht mehr, wenn ich spiele. Nach der letzten Show kam jemand zu mir und wollte, dass ich ihr ein Tattoo zeichne. Ich war wirklich ziemlich betrunken und habe noch gesagt: „Bist du dir sicher? Das ist keine gute Idee.“ Aber sie wollte unbedingt. Ich habe dann versucht, einen Briefumschlag zu zeichnen – der sah schon echt schlecht aus. Dann noch einen zweiten, der auch nicht besser war. Am Ende meinte sie: „Schreib einfach den Titel.“ Also habe ich „Postcards For Mom And Her Friends“ aufgeschrieben… allerdings mit einem Rechtschreibfehler. Ein halbes Jahr später hat sie mir ein Foto geschickt: Sie hat sich das tätowieren lassen. So relativ groß auf den Bauch. Mit den hässlichen Umschlägen – und mit dem Fehler im Wort.
Oh no.
Ja, das tat mir wirklich leid.
Für’s nächste Mal bist du dann ja vorbereitet.
Mir ist das auch nochmal passiert, dass Leute nach einem Tattoo-Motiv gefragt haben. Aber dann habe ich das Albumcover zu „Virgin Lake“ gezeichnet, da kann nichts falsch laufen.
Das klingt nach der sicheren Variante. Trotzdem danke dir, dass du diese Geschichte mit uns geteilt hast und bis bald!
Danke, Anna, das war schön.
Hier könnt ihr „Virgin Lake“ von Philine Sonny hören:
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Ich muss gestehen: Ich bin Opfer der Spotify-KI geworden. Jetzt denkt ihr vielleicht: Obviously, wenn du die App nutzt. Nur ist mir das für mich größte Problem dieser KI in diesem Jahr erst so richtig klar geworden. Ich lasse jetzt mal die schlechte Bezahlung kleiner Künstler*innen und die problematischen Finanzierungen des Unternehmens außen vor und bin ganz egoistisch. Mein Problem mit Spotify: Ich höre immer die gleiche Musik.
Bei der Vielzahl der Playlists, die der Algorithmus speziell für mich erstellt, hat mich die Bequemlichkeit überkommen. Ein Klick und es läuft Musik, die ich mag – ohne, dass ich überhaupt wusste, was ich gerade hören möchte. Entscheiden kann ich mich sowieso schon eher schlecht, da nehme ich doch gerne jede Option, mir eine Entscheidung abnehmen zu lassen.
Deswegen starte ich den Jahresrückblick direkt mit einem guten Vorsatz für das kommende: Wieder bewusster Musik hören und mir nicht so einfach vorgeben lassen, was ich höre. Zum Glück habe ich trotzdem eine Menge Musik gehört, die ich auch wirklich gut fand und auch nicht nur von der KI vorgegeben bekommen hab. Also gehen wir rein.
Nostalgie der Jugend
Dass ich 2025 wenig aus meiner Wohlfühl-Bubble rausgekommen bin, habe ich teils auch selbst zu verantworten. Denn in diesem Jahr sind einige gute Alben rausgekommen von Artists, die ich schon seit einigen Jahren nicht aus meinem Kopf bekomme. Ganz vorne mit dabei: Lorde.
Songs wie „Buzzcut Season“ oder „Perfect Places” haben mich durch meine Jugend begleitet. Und genau diese Energie aus den Alben „Pure Heroine“ und „Melodrama“ hat Lorde in „Virgin“ wieder aufleben lassen. Dieser Mix aus schnellen und tiefen gefühligen Liedern hat mich direkt gecatcht – aber vor allem die Texte. Lorde singt klar und deutlich übers Erwachsenwerden, alle Höhen und Tiefen, die es mit sich bringt. Und dabei passt sie nicht in das glattgebügelte Pop-Girly-Bild à la Taylor Swift oder Sabrina Carpenter. Lorde ist die Pop-Ikone für die weirden Girls. Unsere Queen B hat uns dieses Jahr mal wieder gezeigt, wie sch*** egal es ist, was andere denken. Genau den Spirit sollten wir uns beibehalten.
Als nächstes in meiner Wohlfühl-Bubble: Royel Otis. Die beiden Indie-Boys aus Australien haben schon im vergangenen Jahr meine Playlist bestimmt. Deswegen halte ich mich dieses Mal etwas kürzer. Aber mit dem neuen Album „hickey“ habe ich mich noch einmal mehr in die Musik von Royel Otis verliebt – und das hat gedauert. Denn als ich das Album zum ersten Mal beim Pre-Listening im Plattenladen meines Vertrauens (Green Hell Records in Münster) gehört habe, da war ich ehrlich gesagt etwas enttäuscht.
Beim ersten Hören ist mir erstmal kein Song herausgestochen (außer die Singles, die vorab released wurden). Ein klassischer Fall von „trust the process“. Ein paar Tage später lief das Album rauf und runter und mein Favorit wechselte quasi wöchentlich. „who’s your boyfriend“ und „say something“ sind mir am meisten hängen geblieben.
Am liebsten schreibe ich immer über meine Neuentdeckungen des Jahres. In diesem Jahr möchte ich euch deshalb Chloe Slater ans Herz legen. Die 22-jährige habe ich recht zufällig auf dem Appletree Garden Festival in diesem Jahr gehört, eigentlich nur, weil mich die anderen Bühnen gerade nicht überzeugt haben. Dabei habe ich Chloe Slater total unterschätzt. Sie hat mich und den Rest des Publikums von der ersten Sekunde des Gigs direkt in ihren Bann gezogen. Die Britin bringt eine unbeschreibbare Energie auf die Bühne, grölt sich ihr Herz aus der Seele und schafft es dann noch auf sympathische Weise, in fast jeden Song eine politische Botschaft zu verpacken.
„I’m sick and tired of the state of this nation”
Ein Song über ihren shitty landlord, der sie in London in einer eigentlich unbewohnbaren Wohnung hausen lässt („Death Trap“). Der nächste Song über die „War Crimes“ der britischen Regierung, gefolgt von „Nothing Shines On This Island“, das den Lifestyle der Reichen kritisiert und aufzeigt, wie es den unteren Schichten Großbritanniens immer schlechter geht.
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Man könnte fast sagen, Chloe Slater verpackt ihre Gesellschaftskritik und politischen Analysen in Songs. So negativ das vielleicht klingen mag, umso schöner klingt es. Denn natürlich gehören zum Repertoire von Chloe Slater auch melancholische Liebeslieder. Und ich bin sehr gespannt, was von der vielversprechenden Indie-Rock-Sängerin als nächstes kommt.
Meine zweite Neuentdeckung, die ich euch vorstellen möchte, kommt aus Österreich und heißt Jo The Man The Music. Hier wird es jetzt weniger politisch, dafür noch emotionaler. Die super zarte Stimmung von Sängerin Johanna hört sich so warm und vertraut an, dass ich mich von Sekunde 1 verliebt habe. Ihre erste Single „Skinny Dipping“ hat mich durch den Spätsommer begleitet. Ein Mix aus leichten Strophen und starkem Chorus, der den Song niemals langweilig werden lassen könnte. Und auch die nächsten beiden Singles, die Künstlerin in diesem Jahr veröffentlichte, schlossen genau da an. Direkt im Januar erwartet uns eine EP von Jo The Man The Music – also merkt euch diesen Namen direkt mal, er wird im kommenden Jahr noch wichtig.
Weitere Alben, die ich 2025 geliebt habe:
Djo – The Crux (Deluxe): Wie könnte man sich auch nicht in die Stimme vom real-life Steve Harrington verlieben? Die klingt nämlich genauso gut wie die schauspielerischen Leistungen von Joe Kerry bei „Stranger Things“. Das zeigt sich darin, dass sich „The Crux“ wie eine Geschichte hört, die sich nur als ganzes Album richtig entfaltet.
Orbit – Countless Feelings But So Few Words: In meinen Teenie-Jahren habe ich gerne den kitschigen Spruch „Musik an, Welt aus“ benutzt. Bei der Musik von orbit passt dieser Spruch aber so perfekt, dass der Kitsch einmal wieder ausgepackt wird. Was mir diese Musik bedeutet, darüber habe ich einen ausführlichen Artikel in unserem Print-Magazin geschrieben, schaut doch da mal rein und sichert euch ein Exemplar.
Olivia Dean – The Art Of Loving: Einfach ein Meisterwerk. Alles, was diese Frau produziert, klingt unglaublich harmonisch und originell. Die Songs bleiben im Gedächtnis und verlassen es auch so schnell nicht wieder.
Wet Leg – moisturizer: Diese Band bringt eine Energie auf die Bühne, die sie im Album ganz gut konserviert. Einfach mal kreischen in einem Song? Ja, gar kein Problem. Vor allem „CPR“ hat es mir angetan.
The Neighbourhood – (((((ultraSOUND))))): DIE Band, die mich begleitet seitdem ich 12 bin. Absolute Comfort-Musik für mich. Da das Album aber erst im November rausgekommen ist, steht es im internen The Neighbourhood-Ranking noch recht weit hinten, ich bin aber zuverlässig, dass sich das noch ändern wird.
Natürlich gibt’s noch eine ganze Menge mehr Songs, die mich durch mein Jahr begleitet haben, deswegen habe ich sie euch hier in einer Playlist zusammengestellt:
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Weite Fläche, flirrendes Licht, irgendwo ganz hinten klingt Musik an – wie eine Erinnerung, die plötzlich wiederkommt. So beginnt nicht nur der Kurzfilm zur zweiten EP „Who Speaks Your Mind“ von Dolphin Love, sondern auch der Eintritt in seine Soundwelt, die irgendwo zwischen Nostalgie, Aufbruch und völliger Entrücktheit schwebt.
Seit der Debüt-EP 999 im Jahr 2022 ist klar: Dolphin Loves Musik ist keine, die sich einfach in ein Genre pressen lässt. Sie ist mal beatlastig und verspielt, mal roh und introspektiv. Zwischen Hip-Hop-Produktion, Gitarrenflächen und einer Stimme, die manchmal mehr Textur als Erzählstimme ist, entsteht eine Musik, die nicht gefallen will – sondern fühlen. Mit der dritten EP Not From Here, die am Freitag, 11. April, erschienen ist, wird dieser Eindruck noch einmal vertieft: Es geht ums Verlorensein, um das Schweben zwischen gestern und morgen, zwischen Wunsch und Wirklichkeit.
Dass Dolphin Love am liebsten alles selbst macht – von der ersten Idee bis zum finalen Mix –, merkt man der Musik sofort an. Hier wird nicht für TikTok produziert, sondern für die echten Momente: fürs Zugfahren bei Regen, fürs Rumliegen mit offenen Fenstern, fürs Da-sein (oder eben Nicht-Da-sein).
Wir haben mit Dolphin Love über das Entstehen der neuen EP gesprochen, über das Gefühl, ständig zwischen Zeiten zu hängen – und darüber, warum Musik manchmal der einzige Ort ist, an dem man wirklich hier sein kann.
Dolphin Love im Interview
Hi Coco, wie geht’s dir gerade so?
Mir geht’s echt ganz gut. Ich mache gerade wieder viel neue Musik, arbeite mit einem anderen Künstler zusammen – das ist gerade echt schön. Und die Sonne hat eben geschienen! Das hebt die Stimmung total. Und ich bin gerade auf wieder auf dem Land, das tut immer ganz gut nach einer intensiven Zeit in Berlin.
Das kann ich mir gut vorstellen! Wenn du deine Musik in drei Worten beschreiben müsstest – welche wären das?
Leicht, unkompliziert und frei. Irgendwie beschreibt das ganz gut diese Weite, wenn ich Musik mache und auch eine gewisse Leere.
Wie wird aus so einem Gefühl dann eigentlich ein Song bei dir?
Ganz unterschiedlich. Es ist total tagesformabhängig. Meistens passiert’s einfach. So ein Moment, der plötzlich da ist – und den muss man dann greifen. Die besten Songs entstehen oft ganz schnell, wenn man den Impuls direkt aufnimmt und nicht zu lange dran rumbastelt.
Hast du dann später manchmal so das Gefühl: Hätte ich das doch noch verändert…?
Früher auf jeden Fall! Aber mittlerweile bin ich da entspannter. Ich denk mir: Das war’s – besser fertig als perfekt. Das ist eigentlich viel schöner. Zu viel Feinschliff killt manchmal den ursprünglichen Vibe.
Produzierst du deshalb auch lieber alleine?
Ich liebe beides. Allein zu schreiben hat was Besonderes – aber mit anderen gemeinsam Musik machen, das ist auch richtig schön. Das ist immer ein ganz besonderer Moment. Ich produziere auch gerne für andere. Diese Momente zusammen sind total wertvoll.
Könntest du dir ein Feature vorstellen?
Auf jeden Fall! Ich plane gerade, Dolphin Love zu erweitern und mit anderen Künstler*innen zusammenzuarbeiten. Gerade mit Leuten, die musikalisch einen Kontrast bilden – das reizt mich total. Ich bin auch einfach sehr hungrig danach, Input von anderen Leuten zu bekommen.
Und wenn du träumen dürftest: Wen würdest du gerne mal featuren?
Boah, gute Frage. Vielleicht Spacey Jane, die australische Band. Oder ein Rapper wie Larry June – ich mach den Beat und er rappt drüber. Irgendwas außerhalb meiner Indie-Comfort-Zone.
Früher hast du ja viel solo gespielt, jetzt öfter mit Band – was gefällt dir besser?
Mit Band ist’s tausendmal geiler. Früher hab ich in The Attic Nights gespielt und auch Schlagzeug in anderen Bands. Live mit Leuten auf der Bühne – das ist so eine Energie, die man teilen kann. So ist das auch mit Jan, meinem Drummer. Er ist einfach ein Herzensmensch. Mit ihm ist’s auf und neben der Bühne einfach schön. Schöner als alleine.
Wie lang dauert es bei dir eigentlich, bis ein Song fertig ist?
Kommt drauf an. Bei der neuen EP hatte ich es das erste Mal, dass die Versionen teilweise ewig rumlagen. Manche Songs haben sich echt über Monate entwickelt. Ein Song kommt sogar noch von April 2023. Manchmal lagen sie einfach rum, dann kam nach zwei Monaten plötzlich die Strophe. Ich hab sie lang reifen lassen und geguckt, ob sie auch nach vier, fünf Monaten noch für mich funktionieren. Erst dann war klar: Das sind die Songs für die EP.
Ich hab beim Hören gedacht: Die neue EP klingt anders als dein Debüt. Es ist immer noch Dolphin Love, aber schon sehr anders. Wie siehst du das?
Ja, voll. Die neue EP ist soundmäßig aufgeräumter. Ich hab beim Mixen viel dazugelernt. Früher war’s mehr Trial & Error, jetzt hab ich klarere Vorstellungen. Aber ich lieb’s auch, wieder rougher zu werden – weniger glatt, eher gefühlig. Da werden die nächsten Songs auch wieder eher hingehen.
Finde ich total spannend, weil du ja auch nicht drauf zu achten scheinst, wie lang deine Songs sind. Da gibt’s zwischen einer Minute Intro und 7 Minuten Versionen ja alles. Machst du dir da manchmal Gedanken, dass du Songs besser an einen Algorithmus anpassen müsstest?
Gar nicht. Ich schreibe für Live – nicht für Algorithmen. Wenn ein Song sieben Minuten braucht, dann bekommt er die auch. Ich liebe es, mich davon freizumachen, in ein Raster passen zu müssen. Es muss einfach zu dem Lied passen. Wir haben ja vor eineinhalb Jahren auch den Kurzfilm Who Speaks Your Mind gefilmt, der ist ein gutes Beispiel dafür: Die Geschichte braucht den langen Song, um zu wirken. Zwei Minuten hätten da nichts gebracht. Dann wäre es gar nicht rübergekommen.
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Kommen wir zurück zur EP „NOT FROM HERE“: Worum geht’s thematisch?
Um das Gefühl, nicht richtig da zu sein. Deswegen heißt sie auch „Not From Here“. Ich bin oft zu weit vorne oder hinten im Leben, so zumindest mein Gefühl. Ich bin im Kopf immer wo anders – nie so richtig im Moment. Manchmal denk ich an die Zukunft und denk so: „Scheiße, wie wird das wohl?“ und dann denke ich wieder: Lebe doch einfach im Moment. An anderen Tagen hänge ich gedanklich noch total in der Vergangenheit. Aber das bringt auch nichts, weil ich das eh nicht mehr beeinflussen kann.
Klingt sehr relatable – auch ein bisschen nach dieser typischen 20er-Jahre-Existenzkrise.
Total! Dieses „Was mach ich eigentlich mit meinem Leben?“, gepaart mit dem Druck, alles absichern zu müssen. Ich versuche, im Jetzt zu leben – das bringt einfach mehr.
Okay, ich habe noch zwei Fragen zum Schluss. Nummer 1: Hast du einen Lieblingssong von dir?
Ja! Gerade ist es „BANGALOW“, der zusammen mit der EP rausgekommen ist. Ich liebe den live einfach total – der macht so viel Spaß.
Und zum Abschluss: Deine untold story.
Tatsächlich fällt mir da auch direkt eine ein. Ich war mal ziemlich betrunken und hab im Bett aus Versehen auf meinen Laptop gekotzt. Da war super viel Musik drauf. Am nächsten Morgen hab ich’s gerade noch geschafft, die Songs runterzuziehen. Dann zum Computerladen – und der Typ so: „Da ist nichts mehr zu machen.“ Ja, that’s the story. Memo an alle: Sichert eure Daten regelmäßig!
Oha, da hattest du ja gerade noch Glück im Unglück. Danke dir, Coco – für deine Zeit, deine Offenheit und natürlich deine Musik.
Danke dir! War voll schön!
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Ich hatte ja eigentlich gehofft, mich beim Schreiben dieses Artikels auf mein Spotify Wrapped verlassen zu können, aber in diesem Jahr hat sich wohl endgültig bestätigt, was ich mir schon zu lange nicht eingestehen wollte (weil ich es eigentlich ganz genau weiß): Es werden mal wieder nur die großen Künstler*innen gepusht. Schauen wir uns das also mal anhand meiner Top 5 Songs an:
„Back on 74“ von Jungle
„howling“ von nothhingspecial (der einzige Song hier, der von einer kleineren Künstlerin kommt)
„BIRDS OF A FEATHER“ von Billie Eilish
„Nothing Matters“ von The Last Dinner Party
„LUNCH“ von Billie Eilish
Ich will gar nicht abstreiten, dass ich all diese Songs nicht super viel gehört hätte, aber trotzdem beschleicht mich das Gefühl, dass bestimmten Artists da einfach der Vorrang gelassen wurde. Deswegen soll es ab jetzt um genau die Artists gehen, die nicht auf den ersten Blick ganz oben auf meiner Streaming-Liste waren.
neue Liebe entfacht
Mein absoluter Liebling war dieses Jahr eindeutig die Band Royel Otis. Das Duo aus Sydney hat mit ihrem neuen Album „PRATTS & PAIN“ einen Sound geliefert, der irgendwo zwischen Dream-Pop und Retro-Vibes schwebt. Ich liebe alles daran. Auch live haben mich die beiden total in ihren Bann gezogen. Ich durfte sie nämlich in wunderschöner Atmosphäre auf dem Appletree Garden Festival sehen. Wenn ihr zu dem Festival mehr lesen wollt, dann kann ich euch nur wärmstes meinen Artikel zu dem meiner Meinung nach familiärstem Festival mit krassem Line-Up empfehlen.
Ein Song von Royel Otis hat es mir ganz besonders angetan. Vorsicht, Tränen-Gefahr: Es geht um das Cover von „Linger“ (ja, der Cranberries-Klassiker). Ich sag’s wie’s ist: Spätestens als sie den Song auf dem Festival gespielt haben, habe ich angefangen zu weinen. Freudes-Tränen natürlich.
Mehr Frauen
Kommen wir zu wundervollen Frauen, die mich sehr inspiriert haben. Da gibt es eine ganze Menge, besonders ans Herz legen möchte ich euch da aber Olivia Dean und Jorja Smith. Die beiden sind für mich unter den Indie-Artists auf jeden Fall die Soul-Queens. Beide haben eine total warme Stimme und ihre Songs schaffen es, auf die sanfte Art ganz tief zu gehen. Und spätestens bei der Cover-Version von „You can’t hurry love“ kann man gar nicht nicht lächeln und tanzen.
Die letzten Jahre hatte ich immer ganz zuverlässig BROCKHOFF ganz oben auf meiner Liste der meistgehörten Songs. Umso überraschter war ich, als ich gesehen habe, dass sie es dieses Jahr „nur“ auf Platz 6 geschafft. Das macht aber auch Sinn, denn der Song ist der einzige, den die Künstlerin in diesem Jahr veröffentlicht hat. Die Rede ist von „Bigger Picture“ zusammen mit Blush Always (ebenfalls große Empfehlung!). Aber ist auch ok, denn ich freue mich schon ganz dolle auf das Album, was nächstes Jahr rauskommt. Bis dahin schreie ich weiterhin lauthals zu dem Banger aus 2024 mit. Die rauen Gitarren und perfekt harmonierenden Stimmen der beiden Sängerinnen – wie kann man den Song nicht lieben? Ähnlich geht’s mir mit „Shame“ von Philine Sonny und Miya Folick. Beide Songs kamen auch immer genau nacheinander in meiner Playlist. Die Energy matched einfach perfekt. Die Songs passen besonders gut, wenn man gerade wütend ist – was ich ehrlicherweise sehr oft war. Der Grund waren meistens (alte, weiße) Menners. Aber da helfen doch starke Songs von starken Frauen.
Pink Pop Pilates Girl Era
Ich muss gestehen, auch mit hat der brat summer in seine Fänge gezogen – tatsächlich aber erst so richtig mit „brat and it’s completely different but also still brat“. Kann mir irgendwer erklären, warum „Guess featuring Billie Eilish“ so hart kickt? Wie ein musikalischer Orgasmus. Was anderes fällt mir dazu auch gar nicht ein.
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Aufgrund mir mittlerweile gar nicht mehr so ersichtlichen Gründen dachte ich sehr lange Zeit, dass es zu uncool ist, mainstreamige Popmusik zu hören. Dadurch sind wohl so einige Banger an mir vorbei gegangen. Das habe ich dieses Jahr auf jeden Fall anders gemacht (vielleicht deswegen auch mein Spotify Wrapped?). Ich habe mich aber auf flinta artists beschränkt: Olivia Rodrigo, The Last Dinner Party, Billie Eilish. Ok, viel mehr waren es auch eigentlich, aber die liefen auf Dauerschleife.
Vor allem das neue Album von Billie Eilish hatte es mir angetan. Ich muss ja gestehen, dass ich vorher gar nicht so ein großer Fan war, aber das Album … puh. Neben den Songs, die sowieso am bekanntesten sind (und auch toll, keine Frage) hat mich „CHIHIRO“ auch sehr gecatched. Der Song hat einfach so viele Schichten, dass mir bei jedem Hören wieder ein neues Detail aufgefallen ist. Außerdem wirkt er wie eine Geschichte, die ihre Hörenden in den Bann zieht und erst nach Ende des Songs wieder fallen lässt.
Der Geheimtipp zum Schluss
Ich will euch aber natürlich nicht fallen lassen, ohne zumindest eine kleine, nischige Indie-Band empfohlen zu haben. Sonst hätte ich ein schlechtes Gewissen. Also: Strahlemann. Ich bin der festen Überzeugung, dass das genau die Indie-Boys sind, die euch in eurer Playlist fehlen. Strahlemann-Songs sind poetisch, süß, ein bisschen verkopft und vor allem eins: Durchdacht. Ich habe schon ein paar Mal über die Musik der vier Strahlemänner geschrieben, das könnt ihr hier lesen und hier schauen. Und wenn ihr mögt: Besucht sie doch auf Tour im Januar.
So, genug gefaselt. Ich habe meine Top 3 Songs in unsere geteilte Jahresrückblick-Playlist gepackt. Da sind auch noch ganz viele tolle andere Songs drin. Hört doch mal rein:
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Kennt ihr diese Songs, die euch immer wieder an den einem Moment erinnern? Vor allem im Sommer gewinnen solche Songs oft an Bedeutung. Der Sonnenuntergang am Strand oder der beste Party-Abend seit langem – und bei dem einen Song erinnert ihr euch immer wieder dran. Das funktioniert genauso gut wie ein Poesie Album voller schöner Momente, die dadurch auf ewig festgehalten werden.
Ein Poesie Album voller schöner Erinnerungen – so klingt „Of Daydreams And Letting Go“ von Jakob Longfield. Alle Indie Folk Liebhaber*innen aufgepasst: Vielleicht liefert diese EP ja genau den Soundtrack für euren nächsten Roadtrip? Wir sehen da auf jeden Fall großes Potenzial!
Die Musik von Jakob Longfield reiht sich ganz unbemerkt in eine Playlist zwischen Größen wie Of Mosnsters And Men, Bon Iver und Mumford & Sons ein. Nostalgisch, verträumt und trotzdem mit einer Menge Ohrwurm-Potenzial. Jakob Longfield steht für die Höhen und Tiefen des Lebens, die sich in seiner Musik widerspiegeln. Seine Lieder vereinen introspektive Texte mit rhythmischen Gitarrenklängen und werden vom Gesang getragen. So auch auf der EP „Of Daydreams And Letting Go„, die wir für euch unter die Lupe genommen haben.
Für Fans von Of Monsters And Men, Bon Iver und Mumford & Sons
Der erste Song auf der EP ist quasi Programm „Daydreams (with M)“ start verträumt, bleibt verträumt und hinterlässt uns verträumt. Organische Indie-Folk-Elemente ziehen sich durch den Song, der in einer Berliner Wohnung als Duett entstanden ist. Und genau diese Intimität schafft es, die Spannung von der ersten bis zur letzten Sekunde aufrecht zu erhalten. Jakob Longfield erzählt von Tagträumereien und dem inneren Konflikt zwischen eigenen Vorstellungen und der Realität. Mit seinem warmen Gefühl eignet sich der Song perfekt für lange Sommerabende.
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„Not Sure Anymore„, die zweite Single, macht genau da weiter, wo der EP-Einstieg mit angefangen hat: Er verbindet ebenfalls organische Indie-Folk-Elemente mit einem treibenden und komplexen Sound. Der Song thematisiert das Erwachsenwerden, geplatzte Träume und eine Abwärtsspirale, die einer Depression gleicht. Damit werden wir aber nicht alleine gelassen. Trotz der schweren Themen vermittelt die warme Produktion eine hoffnungsvolle Botschaft, dass letztlich alles gut wird.
„we let go, if you want to“
„Morning Light“ entstand, so erzählt Jakob Longfield, inspiriert von einer spirituellen Erfahrung während einer Alpenüberquerung im Sommer 2023, die Jakob als eine der intensivsten und glücklichsten Zeiten seines Lebens beschreibt. Der Song fängt die Magie eines Wandertages ein, bei dem Jakob vor Sonnenaufgang aufbrach, um innere Ruhe zu finden – und dabei nimmt er uns mit. Durch den Song hindurch sind Geräusche von Vögeln, Schritten, Regen und Wasserfällen zu hören, die der Songwriter selbst auf seiner Wanderung aufgenommen hat.
„Good Enough“ schließt die EP mit einer klaren und ermutigenden Botschaft ab: Ich bin gut genug/“I’m good enough“. Der Song erzählt von den Herausforderungen und Unsicherheiten des Lebens, aber auch von der Erkenntnis und Akzeptanz der eigenen Stärken. Der Song hinterlässt ein Gefühl des Loslassens und der Zufriedenheit. Dieses Gefühl zieht sich wie ein roter Faden durch die EP und bringt eine magische Leichtigkeit mit sich.
Inspiration: Alpenüberquerung und viel Zeit mit sich selbst
Die Entstehung und Inspiration der EP „Of Daydreams And Letting Go“ sind eng mit Jakob Longfields persönlicher Reise und seiner Alpenüberquerung verknüpft. Diese 11-tägige Wanderung im Sommer 2023 war prägend für die EP und findet sich nicht nur in den Texten und der Bildwelt, sondern auch in der Musik und Produktion wieder. „Of Daydreams And Letting Go“ ist für Jakob eine musikalische Einladung, die eigenen Träume und Ängste zu erkunden und letztlich loszulassen, um Platz für neue Erfahrungen zu schaffen.
Egal, ob ihr euch in endlosen Tagträumen verliert oder Mut schöpft, euch Ängsten zu stellen – die EP „Of Daydreams And Letting Go“ von Jakob Longfield könnte dafür euer Begleiter werden. Von uns gibt es auf jeden Fall eine fette Empfehlung:
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Versetzt euch einmal in folgende Situation: Es ist Wochenende, ihr seid mit euren Freund*innen unterwegs in einem coolen Szene-Club. Es ist dunkel, der Bass hämmert, ihr habt eine gute Zeit. Trotzdem kreisen viele Gedanken durch euren Kopf. Euer Bewusstsein wechselt zwischen „im Moment leben“ und „jedes kleinste Detail zerdenken“. Den perfekten Soundtrack für diese Situation liefert die Indie-Rock-Band Kabinett mit ihrer EP „Blackout“. Dazu sagt die Band selbst: „Nachdem wir mit unserer „Not About Us„-EP zunächst ein sehr weites Feld an unterschiedlichen Sounds und Genres erkundet haben, wollten wir uns mit „Blackout“ mehr auf eine Stimmung und eine musikalische Idee fokussieren.“
Kabinett – wer ist das eigentlich? Fünf Jungs aus Mannheim, die Indie-Rock mit immer neuen Facetten auf die Bühne bringen. Die Band wurde Ende 2019 ins Leben gerufen. Ihre Debüt-EP „Not About Us“ erschien 2023. Mit der aktuellen EP „Blackout“ wird es düsterer und rockiger. Ein Sinneswandel? Wohl eher nicht, aber dafür eine Reise, auf die wir mitgenommen werden.
Erwachsenwerden in vier Songs
„Es klingt deutlich weniger nach Pop, eventuell auch weniger experimentell, dafür aber erwachsener und in gewisser Weise auch bestimmter. Es ist nicht nur eine Aneinanderreihung von Songs, die zufälligerweise auf einer EP landen, sondern eine emotionale Reise. Das war uns bei dieser Produktion besonders wichtig, denn wir wollten in erster Linie ein emotionales Werk schaffen. Inhaltlich ist es daher auch deutlich persönlicher als zuvor – die Geschichten haben teils autobiografische Inhalte“, erklärt Manuel Freund, der Mann hinter dem Synthesizer.
Der erste Track ist der namensgebende Song „Blackout“. Der Beat gibt das Tempo vor und bleibt garantiert hängen. Denn „Blackout“ zieht seine Hörer*innen direkt mit sich und entlässt sie nur schwer aus seinen Fängen. Das könnte dran liegen, dass die beschriebene Situation so authentisch ist, dass sich jede*r hineinversetzen kann. Der Song fängt eine belanglose Clubszene ein und wird dabei von einem durchgehenden Synth-Riff getrieben, liefert mit fetten Drums und Bass eine düstere Grundstimmung und wird vom rauchigen Gesang des Sängers vollendet wie eine Symphonie.
„Moonrise“: Die Partynacht ist vorbei. Der zweite Titel der EP von Kabinett baut eine Brücke zurück in die Realität. Sanfte Synthesizer und Gitarren-Sounds klingen wie das Aufwachen aus einem Fiebertraum. Gesang? Fehlanzeige, denn „Moonrise“ kommt komplett ohne Vocals aus. Eine Minute und 33 Sekunden gibt uns die Band, um für den Wechsel.
Weiter geht’s mit „Ama Wave“ und einem dunklen, melancholischen Song. Ich fühle mich, wie am Morgen danach: Leicht verkatert, Laune mies, alles zerdenkend. Soundlich bleibt hier alles sehr minimalistisch. Auch die Stimme des Sängers bleibt leicht gedämpft und spielt der Melancholie in die Karten. Ich kann gar nicht anders, als mich in meinen Gedanken zu verlieren. Schlagzeug und Gitarre treten immer mehr in den Vordergrund und lassen auf ein dramatisches finale des Songs deuten – das bleibt allerdings aus. Stattdessen gibt’s ein ruhiges Ende, fokusiert auf die Stimme.
Ein musicalreifer Abschluss mit „Pablo“
„Pablo“ erinnert an den Soundtrack eines Musicals. Durch den noch immer düsteren Sound und die verspielten Keys stelle ich mir eine Horde Vampire vor, wie sie auf den Streifzug zu ihrer nächsten Mahlzeit durch die dunklen Gassen einer amerikanischen Großstadt tanzen. Ein sehr spezifisches Bild, aber genau das löst „Pablo“ bei mir aus. Dabei ist der Song total persönlich. Eindringlich ruft der Sänger Sätze wie „What is wrong?“ in das Mikrofon und singt sich gegen Ende immer mehr in Rage. Im Hintergrund wird irgendetwas Unverständliches geflüstert. „Pablo, calm down“ – doch das schafft auch der Song erst in den letzten Sekunden und hinterlässt ein aufgewühltes Gefühl und offene Fragen.
Für Kabinett ist es der erste so richtig persönliche Release. Das kann erst einmal gruselig sein, aber: „Der Release fühlt sich einfach nach dem richtigen nächsten Schritt an. Auch ein bisschen wie Erwachsenwerden. Wir haben uns für unsere Verhältnisse ganz schön geöffnet und angreifbar gemacht, aber wir stehen hinter jedem Track und freuen uns, sie mit der Welt zu teilen“, so lautet das Resümee der Band.
Und jetzt? „Bei uns passiert zurzeit aber einfach so viel, da bleibt leider keine Zeit, sich darauf auszuruhen oder so richtig abzuschließen mit einem Projekt – zumindest mental. Wir sind direkt an der Planung der nächsten Projekte und machen zumindest musikalisch und inhaltlich keinen Stopp auf unserer Reise.“
Alles klar, jetzt müsst ihr also nur noch die aktuelle EP „Blackout“ streamen bis neue Musik von Kabinett rauskommt. Auf geht’s:
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Sommer, Sonne, gute Laune: Genauso klingen die Songs von some sprouts. Die Indie-Band aus dem Süden Deutschlands klingt nach einem Strandtag im Urlaub an der spanischen Küste oder einem Sommer-Flirt im Campingtrip. Auf den Synthie-Sounds von some sprouts lässt es sich perfekt in die Leichtigkeit des Sommers träumen. Für das perfekte Gefühlsbad gibt es aber auch noch eine Portion Melancholie dazu.
Ja, lange haben uns die Indie-Boys aus Regensburg auf ihr Debütalbum warten lassen. Sporadisch wurden Singles oder mal eine EP veröffentlicht, aber das Album ließ warten. Dabei gehören some sprouts seit 2017 zum Repertoire einer jeden Indie-Klassiker Playlists. Mit Songs wie „Someone you love“ und „She longs for you“ wurden Ohrwürmer in die Welt gesetzt, die nur schwer wieder wegzubekommen sind. Mit ihrem Debütalbum „sweet bug“ liefern die Jungs jetzt ein volles Paket an neuen Ohrwürmern. Im Interview sprechen sie darüber, warum das Album so lange warten ließ, welcher Song eigentlich nur Zufall war und wie es zu dem Namen „sweet bug“ kam.
some sprouts im Interview
Anna: Mögt ihr euch einmal kurz vorstellen?
Jakob: Ich bin Jakob. Ich spiele Gitarre. Alek spielt Bass.
Jonny: Und ich bin der Schlagzeuger Jonny. Ich bin noch recht neu dabei.
Anna: Ihr macht jetzt seit gut 6 Jahren zusammen als some sprouts Musik. Wie kommt es, dass euer Debütalbum erst jetzt rauskommt?
Jakob: Wir haben eigentlich immer so von Song zu Song gearbeitet. Das war für uns nie so ein Ding, ein Album zu machen, wie es vielleicht früher mal wichtig gewesen ist. Das man dann mit einem Debütalbum irgendwie mal rauskommt und dass das so der Ritterschlag ist. Das war für uns irgendwie in Zeiten des Streamings gar nicht mehr so relevant. Ob es jetzt ein Album ist oder eine EP oder man geht irgendwie von Projekt zu Projekt – das war egal. Und zum Beispiel bei der letzten EP war das auch nicht konzeptionell gedacht, sondern das hat sich dann im Nachhinein so ergeben. Okay, wir haben jetzt sechs Lieder. Lass doch eine Platte machen. So ist es dann irgendwie oft gewesen. Genau. Und dieses Mal war es dann irgendwie so, dass wir eine Phase hatten, wo wir viel geschrieben haben und dann auf einmal relativ viele Songs da waren. Und dann dachten wir, das könnten wir jetzt nutzen und da gleich ein Album draus machen.
Der Kleber, der das Album zusammenhält: Das Schöne im Unperfekten
Anna: Beschreibt doch mal: Worum geht es thematisch in „Sweet bug“?
Jakob: Man macht sich dann ja irgendwie doch immer Gedanken und man könnte das jetzt schon so voll bedeutungsschwanger aufladen. Aber im Endeffekt glaube ich am Anfang stand an dem Namen so ein bisschen das Wortspiel oder der Gag. Ich glaube, es war eine Nachricht, die der Joshi mir mal geschrieben hat oder ich Joshi geschrieben habe, aber keiner konnte sich so genau dran erinnern, warum eigentlich oder wer es wem geschrieben hat. Aber irgendwie war dieses „sweet bug“ dann da und das fanden wir irgendwie witzig und auch, dass „bug“ einerseits als Käfer, andererseits wird es ja dann in der Computersprache auch als Fehler verwendet. Dieses Positive durch „sweet bug“, also das Positive in einem Fehler sehen oder dass ein Fehler auch eine Tür zu einer ganz neuen Welt sein kann. Das war dann, was uns irgendwie an dem Namen gefallen hat. Das ist eigentlich auch das, was das Album ein bisschen zusammenhält. So dieses schöne in dem Unperfekten zu sehen.
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Anna: Würdet ihr sagen, das spiegelt sich dann auch in den Songs inhaltlich wieder?
Jakob: Von den Lyrics würde ich sagen: Da ist es glaube ich gar nicht so klar, weil die dann doch tendenziell hauptsächlich über zwischenmenschliche Sachen gehen. Romantisch, aber auch platonische Beziehungen. Aber im Sound würde ich sagen, da kann man es schon auf jeden Fall raushören. Und wir haben auch zum Beispiel einen Song drauf, der das eigentlich ganz gut trifft. „My Idea 84“ – das war nur eine Demo, wo wir dann doch irgendwie gedacht haben: ganz nett, könnte man draufpacken und da haben wir zum Beispiel die Drums nur mit einem iPhone aufgenommen. Das haben wir aber bewusst so gelassen und auf die, auf die, auf die Platte gepackt. Also auch wie es entstanden ist. Es war nie dafür gedacht, dass es mal auf eine Platte kommt, geschweige denn irgendwie mal online geht. Es war eigentlich nur eine spontane Recording Session und die ist natürlich ziemlich voller Fehler. Und genau da glaube ich, kann man es auf jeden Fall raushören.
Alek: Das ist dann wieder der Vorteil an dem Album, dass du das wir halt jetzt mal so einen Song haben, der eigentlich mehr so demomäßig ist oder ein Instrumental Song. Das würde man sich bei einer fünf Song EP halt dann irgendwie zweimal überlegen.
Jakob: Ja, das stimmt. Wir haben vorher drüber geredet, wie sich das Streaming in den Recording Prozess quasi eingeschlichen hat oder die Art wie Musik gehört wird. Aber so ein Album gibt dann schon noch mal Freiheiten für unkonventionellere Sachen und aus dem Schema F ein bisschen auszubrechen.
„Wenn man nicht zu sehr auf sich selber achtet, dann feiert man den Song mehr“
Anna: Habt ihr denn einen Lieblingssong auf der auf dem Album? Und wenn ja, warum?
Jonny: Das tatsächlich der einzige, auf dem keine Drums drauf sind: „Crave„. Der ist also entstanden, bevor ich überhaupt bei euch gespielt habe. Dann habe ich irgendwann mal die Demo oder nicht die Demo, sondern ja schon den fertigen Song gehört und fand den ziemlich ziemlich nice und war dann irgendwie richtig froh, dass der das dann auch auf die Platte geschafft hat.
Alek: Ja, Witzig. Ich glaube, mein Lieblingssong ist auch einer, wo ich quasi nicht selbst drauf bin. Also da hat der Tobi Blessing in der Session den Bass eingespielt. Ich finde „Green Feather“ einfach am nicesten. Vielleicht ist es aber auch so ein Phänomen, das, wenn man nicht zu sehr auf sich selber achtet, dass man den Song mehr feiert.
Jakob: Ja, das stimmt, wenn man das Gefühl hat, man könnte noch was ändern, dann will man es auch irgendwie ändern, wenn man es jemand anders eingespielt hat, dann hat man nicht so einen kritischen Blick drauf.
Anna: Ich hab mal irgendwo gelesen, dass eure Musik nach Sommer klingt – find ich sehr passend. Was meint ihr, wie würde ein some sprouts song klingen, der sich nach Winter anhört? Was müsste der für Elemente haben?
Alek: Also ich finde der Opener ist zum Beispiel so ein herbstlich, winterlicher Song von der Stimmung her. Ich glaube nicht, dass der nur nach Sommer klingt.
Jakob: Vielleicht bräuchte es noch Glocken, um mehr nach Winter zu klingen. Müsste auf jeden Fall auch langsamer sein. Natürlich in Moll.
Alek: Die Frage ist: Welche Songs klingen generell wie Winter? Mir fallen eigentlich nur so melodische Metal Sachen ein oder irgendwie so Weihnachtssongs.
Jakob: Müssen wir mal ausprobieren. Das wäre vielleicht mal eine Challenge, um aus unserer Komfortzone rauszukommen.
Die Magie der englischen Sprache in Songs
Anna: „Es ist einfacher, Gefühle und Erfahrungen auf Englisch zu schreiben, da versteht man das nicht sofort. Wenn man auf Deutsch singt, ist man ein bisschen nackter.“ – Das ist ein Zitat aus einem Interview von 2019 (damals war ich noch bei Ernst.FM) – unterschreibt ihr das noch immer so?
Jakob: Es ist schon so, dass Yoshi schon auch in letzter Zeit, in den letzten Jahren, auch hin und wieder mal Songs auf Deutsch geschrieben hat. Von dem her würde ich sagen, da hat sich schon ein bisschen was getan, oder Ich höre jetzt auch hin und wieder mal deutschsprachige Sachen. Genau. Aber im some sprouts-Kontext kann ich mir das nicht vorstellen. Aber es gibt auf jeden Fall Songs von unserem Sänger Joshi, die auf Deutsch sind.
Anna: In besagtem Interview habt ihr auch erzählt, dass ihr teilweise noch mehr oder weniger im Studium hängt – wie sieht‘s an der Front denn jetzt 5 Jahre später aus?
Jakob: Die Phase haben wir jetzt alle überwunden. Außer Jonny. Der ist genau mittendrin, sozusagen.
Jonny: Genau, ich studiere soziale Arbeit, aber auch noch gar nicht so lang.
Jakob: Der Rest von uns ist jetzt ins Arbeitsleben eingetreten.
Alek: Also Jakob ist Arzt.David macht so Projektmanagement-Zeug. Ich bin wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Uni.
Jakob: Joshi ist auch schon fertig mit Studium und in der Medieninformatik tätig. Aber er arbeitet nicht voll und hat noch etwas mehr Zeit für die Musik.
Demos = finale Songs und warum das gut ist
Anna: Was hat sich bei euch über die Jahre verändert – entstehen die Songs auf andere Weise oder bleibt ihr da beim Altbewerten?
Jakob: Ja, hat sich schon verändert, würde ich sagen. Früher ist schon noch viel mehr im Proberaum entstanden. Das war aber auch als wir noch viel mehr live gespielt haben und da hat sich mehr ergeben. Da gab es dann mal eine Demo, die am iPad entstanden ist und jetzt genau produktionstechnisch weit gedacht war. Hatte eigentlich nur den Zweck, dass man es festhält. Dann haben wir halt die Songs gespielt und dann haben sie sich meist erst entwickelt und sind runder geworden. Erst dann sind wir ins Studio gegangen und haben die aufgenommen. Und jetzt bei dem Album ist viel mehr am PC entstanden. Und da haben wir dann noch viele Sachen, die in den Demos drin waren, auch in die finalen Versionen übernommen.
Anna: Eine Frage habe ich noch: Habt ihr eine untold story für mich parat?
Alek: Jakob dachte, dass Kraftklub an Stelle von „Wenn du mich küsst, schreibt Noel wieder Songs für Liam“ „… schreibt Bohlen wieder Songs für Liam“
Jakob: Ich habe es einfach so hingenommen. Ich dachte klar, natürlich, Dieter Bohlen macht voll Sinn. Aber jetzt macht es wirklich viel mehr Sinn.
Anna: Aber wenn man das halt einmal gehört hat, dann hört man das ja auch immer so weiter. Das Problem daran?
Jakob: Ja voll, ich hab das eine Zeit lang echt nur gehört.
Anna: Mein Beileid an dieser Stelle. Aber trotzdem danke, dass ihr diese Story geteilt habt und danke für’s Interview.
Jakob: Danke dir und viel Spaß beim Album hören!
Für alle, die es noch nicht getan haben, hier könnt ihr „sweet bug“ von some sprouts streamen:
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Musik für Außenseiter – das klingt erstmal total uncool, aber zeugt von großer Stärke. Philine Sonny bezeichnet sich selbst oft aus Außenseiterin oder Eigenbrödlerin. Sie hatte zu Schulzeiten keine feste Freundesgruppe, konnte sich nirgendwo so richtig einfinden und hat einen Großteil ihrer Freizeit in ihrem Zimmer verbracht, wo sie (zu unser aller Glück) ihre Gefühle in Songs verpackt hat und sich selbst das Produzieren beigebracht hat. Wenn ich sagen würde, Philine Sonny macht Indie-Musik, dann könnte ich wohl kaum eine allgemeinere Beschreibung finden – und das wird ihr auch nicht gerecht. Aber trotzdem reiht sich ihre Musik perfekt in die deutsche Indie-Bubble ein. Kein Wunder, dass sie zusammen mit Shelter Boy, Amillioder Brockhoff musiziert.
Ungeschönte Ehrlichkeit – verpackt in Songs
Im Februar habe ich Philine Sonny als Vorband beim Giant Rooks Konzert gesehen. Etwas abgehetzt, weil ich mal wieder viel zu spät los gefahren bin, kam ich gerade rechtzeitig zum ersten Song der Künstlerin in der Konzerthalle an. Und was soll ich sagen – ich habe direkt geweint. Ich weiß nicht einmal genau warum, aber diese Emotionalität in den Songs von Philine Sonny kickt live einfach nochmal ganz anders. Ein Moment ist mir besonders im Gedächtnis geblieben. Bevor die Band „same light“ anstimmt, erzählt Philine, welche Geschichte hinter dem Song steckt: Sie erzählt, dass es ihr oft peinlich war, mit 22 noch Jungfrau zu sein und sich komisch gefühlt hat – und genau das in dem Song verarbeitet hat.
Ganz ehrlich und ermutigend gesteht sie dann sich und dem Publikum ein, dass es doch total bescheuert ist, sich dafür zu schämen und doch jede*r das machen sollte, was und wie einem am besten passt. Diese Ehrlichkeit auf Konzerten ist nicht selbstverständlich und hat einfach ein verdammt gutes Gefühl bei mir hinterlassen. Deshalb habe ich mich auch gefühlt als würde ich in der Wolke einer wohl-warmer Umarmung liegen. Und genauso fühlt sich für mich auch die EP „Invader“ an.
Warum heißt die EP „Invader“ Invader – also Eindringling? „Ich habe gemerkt, dass das etwas ist, wo ich Angst vor habe – in verschiedenen Bereichen meines Lebens“, erklärt Philine. „Zur Therapie zu gehen hat mir geholfen das Thema aufzuarbeiten und mir gezeigt, dass es ein großes Ding ist, was mich schon lange begleitet.“ Auf der EP nimmt Philine uns mit auf eine Art Therapiestunde und zeigt uns, dass wir uns nicht zu fühlen brauchen als wären wir ein Eindringling oder alleine mit diesem Gefühl.
Mit „I wanna take drugs“ gibt es wohl kaum einen deutlicheren Einstieg in eine EP. Textlich zeichnet Philine ein klares Bild im Kopf: „Es ist eine romantisierte Idee, wie das Leben aussehen würde, wenn man ganz dreist und rücksichtlos die Angst hinter sich lassen würde und alles riskieren würde, um sich lebendig zu fühlen.“ Ganz im Gegensatz dazu zieht der Sound ein verträumtes Bild und lässt Grenzen verschwimmen. Egal, ob es gewollt ist oder nicht: Die romantisierte Idee wird zur Realität. Eine Realität in der alles schei*egal ist und das Bauchgefühl entscheidet, was richtig ist.
„Somebody out there?“
„In Denial“ ist der Weckruf. Nach der verträumten Indie-Pop-Hymne rüttelt der zweite Track auf „Invader“ uns wach aus unserem Traum. Der Fokus liegt auf dem Bass und wird durch Post-Punk-Elemente mit dem richtigen Retro-Gefühl unterstrichen – passend zur Coming-of-Age-Story, die Philine Sonny über die Lippen bringt. Immer wieder fragt sie „Somebody out there?“ und bekommt keine Antwort. Ein Gefühl, dass vermutlich viele nachvollziehen können.
Die selbsternannte Außenseiterin spricht die Gedanken eines jeden Eigenbrödlers aus. Zwischen Einsamkeit und Wohlfühlen im Alleinsein. „Es versteckt nicht den Schmerz, der mit hoffnungsvoller, jugendlicher Beharrlichkeit daherkommt, die von der Erkenntnis überschattet wird, dass einige Dinge einfach nicht sein sollen. Es ist auch eine Erinnerung daran, wie wichtig es ist, zu lernen für sich selbst einzustehen.“
Viele Fragen, wenig Antworten
Nach dem Power-Track der EP, versetzt der langsame Acoustic-Track „Stranger In Your Living Room” uns wieder zurück in eine Gedankenwelt voller Fragen. Gehöre ich hier hin? Bin ich zu viel? Geht es gerade zu schnell? Überschreite ich hier eine Grenze? Was passiert hier gerade mit mir? All diese Fragen stellt Philine Sonny sich in „Stranger In Your Living Room”. Und all diese Fragen bleiben auch offen. Der Song hinterlässt beim Hören irgendwie ein leicht schlechtes Gefühl und bringt viele dieser Fragen in einem selbst hoch. Das gilt natürlich nur, wenn man sich drauf einlässt, denn „Stranger In Your Living Room” lässt auch sehr gut nebenbei hören und die ganzen Gefühle in den Lyrics ignorieren. Denn so viele alle Songs auf der EP von Philine Sonny verlangt dieser Song besonders, dass man sich auf ihn einlässt und sich selbst hinterfragt.
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Die Gedankenwelt, in die Philine Sonny uns seit 3 Songs gesungen hört auch mit dem folgenden Track nicht auf – doch gibt mal wieder einen kleinen Lichtblick. „Take A While“ baut sich erst langsam mit atmosphärischen Gitarrenakkorden auf und geht dann über in einen offenen, treibenden Refrain. „Der Song ist ein Liebesbrief an alle, die damit strugglen, ihre Verletzlichkeit dem Schmerz überleben zu lassen“, erklärt Philine.
Etwas, das ich vorher noch gar nicht erwähnt habe, fällt bei diesem Track besonders auf: Die Stimme von Philine Sonny kommt sehr sanft daher und geleitet und quasi immer weiter rein in unsere Gedankenwelt – ohne dabei aufdringlich zu werden. Zu meiner großen Freude darf aber bei „Take A While“ die Gitarre mal wieder in den Vordergrund, was dem Song eine erstaunliche Leichtigkeit verleiht.
Die Erlösung?
Und dann es endlich: Das Piano. Gibt es ein Instrument, das besser zu einem balladigen Track mit der zarten Stimme von Philine Sonny passt? Wohl kaum. „Lovely“ ist der wohl verletzlichste Song der EP, was durch den Einstieg des Pianos wunderschön unterstrichen wird. Und dann kickt der Herzschmerz so richtig als die verzerrte Gitarre, das hämmernde Becken und Philines hemmungsloses Jammern einsetzen. Also wer jetzt den Schmerz in dem Song nicht fühlt, dem ist wohl auch nicht mehr zu helfen.
Could you really tellsomething’s off, or did you just find what you were looking for? Did you really know from thestart, or did you just never get over your fear of abandonment?
„Das sind die Fragen, die „Lovely“ nie stellt“, erklärt Philine. „Diese nicht gestellten Fragen lassen Raum für Wut und Frustration, die für einen Moment die Überhand nehmen, alles rauslassen, um dann für das nächste Kapitel bereit zu sein: Selbstbeobachtung und Wiedergutmachung.“
Mit ihrer „Invader“ EP beweist sich Philine Sonny nicht nur sich selbst eine Menge Mut, sondern ermutigt auch ihre Hörer*innen. Schmerz, Wut, miese Gefühle und ein schlechtes Gewissen – all diese Gefühle, Gedanken und Zustände sind Teil der EP, so wie sie Teil des Lebens sind. Philine Sonny besingt genau das in roher, ehrlicher und trotzdem irgendwie aufmunternder Art und Weise. Die selbsternannte Außenseiterin nimmt sich alle Außenseiter*innen da draußen und zieht sie mit sich aus ihrem Loch heraus. Und damit beweist die Künstlerin, wie relatable sie und ihre Musik sind.
Wenn es für euch diesen Text brauchte, um auch von Philine Sonny zu überzeugen, dann hört spätestens jetzt unbedingt in ihre EP „Invader“ rein:
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Wieder einmal sitze ich vor einer leeren Seite in WordPress und soll jetzt hier mein musikalisches Jahr 2023 zusammen. Ich sag’s wie’s ist: Das fällt mir nicht leicht – es ist doch so verdammt viel passiert. Deswegen öffne ich erst einmal Spotify und spiele meinen Nr. 1 Comfort-Song ab: „Motion Sickness“ von the one and only Phoebe Bridgers. Der Song war nicht umsonst mein meistgehörter Song des Jahres laut Spotify Wrapped. Warum ich stolz darauf bin und was das mit meinen beiden vergangenen Jahresrückblicken zu tun hat – dazu gleich mehr.
Wagen wir doch aber zu Beginn einen Blick in die Vergangenheit. Was habe ich die letzten beiden Jahre so gehört? 2021 – da war die Illusion meines perfekten Indie-Musikkonsums noch intakt. Auf der Eins war, wie ungefähr auch alle zehn Jahre davor schon, The Neighbourhood. In dem Jahr ist mir aber auch zum ersten Mal so richtig bewusst geworden, dass ich zu wenig Musik von Flinta Acts höre. Die danach selbst auferlegte Frauenquote für meine Playlists hat sich dann 2022 gleich durchgesetzt. Denn da entthronte BROCKHOFF meine heißgeliebten Indie-Boys (die ja mittlerweile auch ganz zurecht sehr umstritten sind, darauf werde ich hier aber nicht eingehen).
Aber weil es immer noch sehr nötig ist, möchte ich auch in diesem Jahr wieder mit den ganzen tollen Frauen reden, die mich in diesem Jahr begleitet haben. Und ja, es wäre mir natürlich noch lieber, wenn auch da noch mehr Diversität in der Repräsentation der Flinta-Artists wäre, aber das wird jetzt mein neuer Vorsatz für’s nächste Jahr.
Ein Song für alle Gefühlslagen
Ich habe eine Schwäche für zarte Frauenstimmen auf rockigen E-Gitarrensounds. 2023 hat mir da mal wieder guten Content geliefert, mich aber auch alte Lieblinge wiederentdecken lassen. So zum Beispiel der oben bereits erwähnte Song „Motion Sickness„. Ehrlich gesagt ist der Hype um Phoebe Bridgers lange Zeit spurlos an mir vorbei gezogen, weil ich mich einfach gar nicht mit ihr beschäftigt hatte. Zum Glück hat sich das in diesem Jahr geändert, denn selten hat ein Song so viele Emotionen gleichzeitig in mir ausgelöst wie „Motion Sickness„. Ich höre den Song, wenn ich traurig bin, wenn ich glücklich bin, wenn ich überfordert bin, wenn ich Sehnsucht nach etwas, jemandem oder einer Situation habe. Egal wann und wie, der Song hilft einfach.
credits gehen an @deutschband.memes auf Insta
Nachdem im letzten Jahr meinen Artikel mit einer Lobhymne auf BROCKHOFF begonnen, möchte ich euch jetzt THALA ans Herz legen. Auch sie ist quasi der Inbegriff meiner Schwäche für zarte Frauenstimmen auf rockigen E-Gitarren. Dass sie allerdings auf Platz eins meiner meistgehörten Artists in diesem Jahr landen würde, hätte ich selbst nicht gedacht. Das könnte aber auch daran liegen, dass sich THALA-Songs perfekt für genau die gleichen Gefühlslagen eignen, wie Phoebe Bridgers. Eine weitere Künstlerin, die ich an dieser Stelle natürlich auch nicht vergessen darf: Blush Always. Ebenfalls eine wunderschöne Frauenstimme, die im Vergleich zu THALA nochmal mehr das Bedürfnis nach Rocksongs stillt.
Das Spiderman-Meme beschreibt die drei Künstlerinnen schon ziemlich gut. Denn die Musik von allen drei geht perfekt ineinander über und trotzdem könnte ich auf keine der dreien in meinen Playlists verzichten. Es ist ein Kosmos, in dem ich mich einfach direkt wohlfühle.
Mal wieder ein gutes Jahr für Newcomer*innen
Aber was wäre eine gute Playlist schon bitte ohne ein,zwei nischige Newcomer*innen? Meine diesjährigen Empfehlung sind eindeutig: OSTARA, Ottolien und Moritz Ley.
OSTARA sind Amélie und Annika, zwei Schwestern und (mal wieder) hauchzarten, verzaubernden Stimmen, die mich immer wieder in ihren Bann ziehen. Vor allem schaffen die beiden es deutsche Textpassagen wie pure Poesie klingen zu lassen. Man bekommt das Gefühl einen direkten Einblick in ihre unausgesprochenen Gedanken zu bekommen.
Zu den Ottolien möchte ich an dieser Stelle gar nicht so viel schreiben, denn das Duo bekommt in ein paar Tagen noch ihre Würdigung in unserer Newcomer*innen-Playlist. Wer mich aber schon ein bisschen verfolgt, kennt die beiden Liebmäuse aber sowieso schon. Ihre Musik macht vor allem eins mit mir: Mich zurück in meine allerliebste Studien-Stadt Hannover versetzen.
Auch Moritz Ley dürfte der untoldency-Gemeinde schon ein Name sein. Der Lockenkopf aus Hamburg ist in diesem Jahr so richtig mit neuen eigenen Songs durchgestartet und erfüllt alle Sehnsüchte deutschen Indie-Pops. Mir hat es der Song „Rosarot“ besonders angetan. Zum ersten Mal habe ich den Song beim Musikvideodreh gehört, aber dann gleich die volle Dröhnung: Einen ganzen Abend lang haben wir in dem verschwitzten, kleinen Kellerraum eines Studentenwohnheims dazu getanzt. Wer das Musikvideo ganz genau anschaut, könnte mich dort eventuell entdecken.
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Neben dem ganzen deutschsprachigen Krams habe ich aber natürlich auch noch zwei fremdsprachige Songempfehlungen parat. Der erste Song hat mich auf meinen Roadtrip durch Island begleitet und deshalb einen ganz besonderen Platz in meinem diesjährigen Musikherz: „Sólblóm“ von BRÍET. Der zweite Song ist – wie könnte es auch anders sein – ein schwedischer: „Hela Tiden“ von Patino war eine Empfehlung meiner schwedischen Freundin, die mit der Band befreundet ist. Denn auch wenn ich großer Fan der deutschen Newcomer*innen-Szene bin, können unsere Nachbarländer da genauso gut mithalten.
NNDW for the win
Etwas verwundert hat mich mein laut Spotify meistgehörtes Genre: Neue Neue Deutsche Welle. Denn unter den Top 5 Songs war kein einziger dieses Genres vertreten. Trotzdem haben mich natürlich Artists wie Traumatin, easy easy, Serpentin, Paulinko und Nils Keppel auch in diesem Jahr begleitet. Dass die Szene immer weiter wächst und gedeiht, macht mich einfach nur glücklich.
Kommen wir zu der krönenden Kategorie „Album des Jahres“. Würde man mich fragen, welches Album ich momentan am meisten höre, dann würde ich ohne nachzudenken sagen können: „Goldie“ von Goldroger. Hätte man mich das gleiche vor ein paar Monaten gefragt, wäre es vermutlich „Volcano“ von Jungle gewesen. Noch ein paar Monate früher wäre es vermutlich „SOAMI“ von Amilli gewesen. Aber wenn ich wirklich ehrlich bin, dann ist es „GUTS“ von Olivia Rodrigo.
Ja, ich gebe zu, das ist nicht gerade das coolste Album und eigentlich bin ich auch ein bisschen zu alt um ein Teenie-Idol wie Olivia Rodrigo zu feiern, aber ihre Musik ist einfach zu gut, um sie nicht rauf und runter zu ballern – und deswegen stehe ich dazu. Aber schaut euch auch einfach mal diese krasse Frau an: Slay Queen einfach!
Alle Songs und Artists zu erwähnen, die mich durch das Jahr gebracht haben, würde den Rahmen sprengen, deswegen habe ich euch noch ein paar Songs, die ich trotzdem wärmstens empfehlen kann, in eine Playlist gepackt und wünsche euch ganz viel Spaß beim Hören:
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