Neo-Soul, R’n’B und ein bisschen Pop – genau diesen Mix liebe ich an Amilli’s Musik. Deswegen war ich auch ziemlich hyped als ein neuer Song angekündigt wurde. Mit „Hazy Days“ knüpft die Sängerin ihren einmaligen Amilli-Sound von „Pulling Punches“ an. Was ich von dem Song halte, lest ihr hier.
Mit „Rarri“ gelang Amilli im Jahr 2018 der virale Durchbruch, sie gewann den 1Live Förderpreis und veröffentlichte ein Jahr später ihre EP „Wings“. Im Oktober 2020 folgt EP Nr. 2 mit „Pulling Punches“ und eine stetig wachsende Fangemeinde. Man kann Amilli also wohl getrost zugestehen, dass sie sich seit Anfang ihrer Musikkarriere auf keinen Fall auf die faule Haut gelegt hat.
„Ich bin so zufrieden und glücklich mit diesem Song und ich weiß, dass ich das fast immer sage, aber das ist wirklich mein liebster Song, den ich bis jetzt veröffentlicht habe. Es ist schwer zu beschreiben, aber er spiegelt irgendwie genau wider, wie ich mich momentan fühle.“
Während es thematisch in „Pulling Punches“ eher um Beziehungen und die Rolle einer Frau in der Gesellschaft geht, wie Amilli im untoldency-Interview Anfang dieses Jahres erklärt, ist „Hazy Days“ ihr selbst gewidmet. Im Song geht es um den Prozess zu sich selbst zu finden. Sie appelliert dazu, mehr Energie in die Beziehung zu sich selbst zu stecken und auf sich Acht zu geben. Ich habe beim Hören das Gefühl, dass sie mich schon fast persönlich anspricht. Vermutlich liegt das am entspannten Hintergrund-Bass, der Amilli’s Stimme in den Vordergrund rückt und auf eine positive Art aufdringlich wirken lässt.
Im Musikvideo kommt diese Message perfekt rüber! Das Video ist eher reduziert. Es ist nur Amilli zu sehen. Sie ist halt eben alleine mit sich selbst und schaut des Öfteren mal etwas verloren und lieblich in die Kamera. Ästhetisch holt mich das Video genau da ab, wo der Song bereits angefangen hat.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
„I ‚m always trying to love every inch of me but sometimes life is one step ahead of me“
Der Song startet zwar recht gedämpft, schafft es aber auf irgendeine Weise super atmosphärisch und locker ein gutes Gefühl zu hinterlassen. Dazu kommen Appelle an die Selbstliebe, formuliert durch Dinge, die Amilli sich wohlfühlen lassen. Ich fühle mich teilweise etwas ertappt und sehe mich in den Mustern wieder, die sie beschreibt. Kein Wunder bei einem so persönlichen Song!
“Mittlerweile stecke ich immer mehr von mir in meine Songs und dadurch wird es immer aufregender und auch ein bisschen beängstigend diese dann zu veröffentlichen. Es macht verletzlicher, was gleichzeitig eine sehr schöne Sache ist. Vor allem in diesen komischen Zeiten, leben wir glaube ich alle mehr in unseren Köpfen, als es vielleicht gesund ist und Hazy Days fühlt sich für mich an, wie eine große Umarmung und ich hoffe, dass der Song das gleiche auch bei dem ein oder anderen auslösen kann“
Also ich fühle mich wirklich sehr herzlich und aufrichtig umarmt von dem Song. Er hinterlässt bei mir ein wohliges Gefühl und schafft eine Komfortzone ohne zu überfordern. Für mich einfach ein richtiger Wohlfühl-Song mit einer tollen Message!
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Spotify. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Endlich gibt es neue Musik von RAZZ! Die EP „Might Delete Later“ ist am 18. Juni erschienen und beinhaltet sechs Songs, wovon drei bereits vorher als Singles released wurden. Was sich zuerst anhört als hätten die Jungs ihre alten Songs etwas zu lange mit Weichspüler im Schongang gewaschen, ist im Kern aber noch genau das, was die Band ausmacht: facettenreicher Indie-Rock mit Tiefgang – und dafür lieben wir sie doch!
Was die Generation Y gerade beschäftigt
Anfang des Jahres hat Jule eineReview zur ersten Single der EP, „1969 – Conrad“, geschrieben und auf ein drittes Album von RAZZ spekuliert. Naja, ein Album ist es dann doch nicht geworden, dafür aber sechs verdammt gute neue Songs. Die EP „Might Delete Later“ erinnert an das Meme „felt cute, might delete later“, dass unter allen Social Media-Junkies mittlerweile schon zur Alltagssprache zählt. Im Interview mit gestromterklärt Niklas, Sänger der Band, dass der Gedanke hinter dieser Floskel Inspiration für die EP war. Damit nehmen sich die Jungs den Druck ein ganzes Album produzieren zu müssen und sehen die EP vielmehr als Momentaufnahme des RAZZ-Sounds, so wie er jetzt gerade ist. Ich finde das ist ein ziemlich gutes Statement. Dieser Anti-Perfektionismus-Gedanken sollte viel mehr Platz in der Musikwelt finden und würde wahrscheinlich auch so einigen Künstler:innen zugute kommen.
Drei Jahre kam keine neue Musik von RAZZ, auch wenn die Band in der Zwischenzeit nicht auf der faulen Haut lag, sondern fleißig mit live spielen, proben und neue Songs schreiben beschäftigt war. Trotzdem kommt mir das dann doch irgendwie nach einer langen Zeit ohne Input vor. Das ist doch der perfekte Anlass ist, um mal wieder ein bisschen im alten Fangirl-Koffer zu kramen, damit ihr auch wisst, was mich (hoffentlich) qualifiziert, über die neue EP von RAZZ zu urteilen.
Kurzer Ausflug in die Historie von Anna’s Fangirl-Koffer
Ich verfolge die Musik der vier Jungs aus Schöninghsdorf schon seit 2013. Damals haben sie auf dem Abifestival gespielt, was vermutlich außerhalb des Emslands (RAZZ’s & meine Heimat) kein Mensch kennt, und noch nicht mal ihre erste offizielle Single veröffentlicht. 2017 habe ich sie dann auf dem Altstadtfest meiner Heimatstadt gesehen und lauthals in der ersten Reihe „Youth and Enjoyment“ und „Let It in, Let It Out“ mitgegrölt, nichtsahnend, dass ich mir diesen Platz auf zukünftigen Konzerten deutlich härter erkämpfen muss. In meinem Fangirl-Koffer befindet sich auch noch ein Interviewaus 2018, wo ich mit Niklas auf dem Rocken am Brocken (ganz tolles Festival) ein bisschen Emsländer:innen bonding time hatte – schön war’s. Naja, was ich hier eigentlich nur deutlich machen wollte: RAZZ begleitet mit schon seit so einiger Zeit.
Jetzt aber mal zurück zum Thema: die EP „Might Delete Later“. Wie anfangs schon erwähnt, wirkt der Sound zu Beginn etwas verändert, irgendwie leichter und sanfter. Was mir aber direkt auffällt, ist die Liebe zum Detail. Die zeigt sich darin, dass ich bisher bei jedem Hören der EP ein neues kleines Detail entdeckt habe – sei es in den Texten oder im Sound. Sind euch z.B. bei „Constant Flow“ schon die Schläge bei 2:34 min. aufgefallen, die den Übergang in den rockigen Part des Songs ankündigt? Mir ist das zumindest erst beim fünften Hören aufgefallen. Schauen wir uns die Songs also mal im Einzelnen an.
Singles mit viel Hit-Potential
„Might Delete Later“ beginnt mit „1969 – Conrad“, dem Song, der als erste Single der EP schon im Dezember 2020 veröffentlicht wurde. Es ist auch der Song, der mich am meisten an den gewohnten RAZZ-Sound von „With Your Hands We’ll Conquer“ und „Nocturnal“ erinnert. Es ist auch der Song, der mich alleine in meinem Zimmer zu Lockdown-Zeiten so tanzen lässt, dass mein Nachbar in der unteren Etage wahrscheinlich ziemlich viel Hass gegenüber dem Song entwickelt hat. „Fassungslosigkeit, Wut und Resignation par excellence in einen Song umgewandelt. (Dazu) Gitarrenriffs, sanfte Synthies, sehr geile Bass-Highlights und Drums, die mich sofort mitreißen“, schreibt Jule im Januar in ihrer Review zum Song und ich finde mich jetzt – im Juli – immer noch in diesen Worten wieder und kann mich also nur anschließen.
„lately, I feel so small“
Zweiter Song, zweite Single der EP: In „Like You“ geht es um die Unzufriedenheit mit der Umwelt und mit sich selbst – eben der Wunsch, so zu sein wie jemand anderes. Thematisch schließt der Song damit sehr gut an „1969 – Conrad“ an und wirkt für mich wie eine Art Perspektivenwechsel mit dem Fokus auf sich selbst und das eigene infrage stellen. Der Titel hat echtes Ohrwurm-Potential. Kein Wunder also, dass der Song als Single genauso gut funktioniert wie als Teil der EP. Dennoch ist „Like You“ keine reine Pop-Nummer, durch Drums und Gitarren wird der rockige Vibe aufrechterhalten.
„Constant Flow“ kommt deutlich experimenteller daher. Der Song beginnt relativ langsam, aber so ab 2:30 min. kommen die gewohnten Gitarrenriffs für die ordentliche Portion Rock wieder dazu. Ich muss sagen dieser Song hat es mir irgendwie angetan. An ihm bleibe ich momentan am meisten hängen. Auch hier zieht sich das Thema der inneren Zerissenheit, Orientierungslosigkeit und Unzufriedenheit weiter durch. Die gewohnte Wärme der Stimme von Sänger Niklas gibt dem Ganzen in diesem Song meiner Meinung nach einen ganz besonderen Tiefgang und macht nachdenklich. Die Zweiteilung des Songs unterstützt die Thematik musikalisch perfekt. Dieser Song hat zudem so viele kleine Details, das ich gar nicht aufhören mag nach neuen Kleinigkeiten zu suchen. Ich lieb’s einfach!
Unangenehme Gefühle müssen ausgesprochen werden
Der nächste Song heißt „Ocean (without any waves)“. Textlich bleibt der Track im Kosmos der EP. Der Orientierungslosigkeit der vorherigen Songs folgt die nüchterne Feststellung, dass man oft leider einfach im Dunkeln tappt ohne etwas dagegen tun zu können. Ich bekomme ein Gefühl vom aufgeregt sein, wenn ich den Song höre. Irgendwie ruft es eine innere Wut in mir hervor, gemischt mit einer guten Portion Frust. Und das meine ich gar nicht negativ, ich liebe es, wenn Songs solche Gefühle in mir hervorrufen. Passend zum EP-Release hat RAZZ auch eine live session zu „Ocean (without any waves)“ auf ihrem YouTube Kanal veröffentlicht, die dem Song noch einmal seinen ganz eigenen vibe gibt. Ich finde hier kommen vor allem die Gitarrenparts noch mehr heraus und lassen den Track etwas atmosphärischer auf mich wirken.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Bei all dem Lob kommt wohl jetzt der etwas unangenehmere Teil: Meine erste Kritik. Aber hey, was wäre eine gute Review, wenn sie nur positiv wäre? Wahrscheinlich nur halb so gut, deswegen hier jetzt meine ehrliche Meinung. Track Nummer fünf, „Reverberating“, geht für mich leider total unter auf der EP. Er fügt sich zwar textlich und musikalisch perfekt in das Gesamtbild ein, aber kratzt für mich leider sehr knapp an der Linie, aber der mich ein Song langweilt. Ok, Langeweile ist vielleicht ein sehr starkes Wort in der Musikwelt, aber sagen wir es mal so: Es ist kein Song, den ich bewusst anmache, weil er mir im Kopf hängen geblieben ist. Mehr möchte ich zu dem Song auch eigentlich gar nicht sagen, weil ich die EP insgesamt schon ziemlich liebe und mir das selbst nicht zerstören will. Also wieder zurück zum Positiven.
„Say, why do we keep falling in dreams? Where we land, where we go, I don’t know“
Den Abschluss macht „Game“, ein Song, der ebenfalls vorab als Single zu hören war und mich die getrübte Stimmung durch den vorherigen Song wieder vergessen lässt. Naja, nicht komplett, denn „Game“ ist eher so vom Typ nachdenkliche, langsame Nummer, der es aber trotzdem schafft gute Laune in mir hervorzurufen. Der Text ist wieder einmal sehr nachdenklich und lässt viel Raum für eigene Interpretation – perfekt für mich, ich liebe es nämlich Songtexte zu überinterpretieren, werde euch an dieser Stelle aber mal verschonen. Grob gesagt geht es in „Game“ über die Frustration einer immer wiederkehrenden Situation, dessen Ausgang man schon kennt, aber ihr trotzdem nicht entkommt. Der RAZZ-Rock hält sich hier etwas zurück – keine Sorge nicht komplett. Der Song ist eher ruhig und simpel zu Beginn, die Gitarre steigert sich gegen Ende im Einklang mit Text allerdings etwas weiter in die Thematik rein. Perfekte Kombi und ein schöner Abschluss der EP!
Mein Fazit zu „Might Delete Later“ ist also (wie erwartet) sehr positiv. Es gibt eigentlich nichts, was mich auf der EP stört, denn „Reverberating“ fügt sich gut in den Lauf der Songs ein, catcht mich halt einfach als einzeln stehender Song nicht. RAZZ zeigen sich etwas erwachsener und atmosphärischer im Vergleich zu ihren vorherigen Alben, aber beweisen zugleich, dass sie ihren Sound gefunden haben. RAZZ 3.0 gefällt mir sehr und ich bin gespannt, was noch so kommt!
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Spotify. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Der Juni ist pride month und steht ganz im Zeichen der LGBTQIA*-Community. Damit ihr beim CSD am 28. Juni auch die richtigen Hymnen parat habt, haben wir eine Playlist zusammengestellt mit Songs von Künstler:innen aus der Community.
Eine Playlist, die genauso bunt und divers ist wie alles, wofür der Pride Month steht – das war mein Ziel. Als erstes fallen mir die Klassiker ein: “Same Love” von Macklemore & Ryan Lewis mit Mary Lambert oder “I want to break free” von Queen. Aber auch deutsche Künstler:innen aus der Community kommen mir aus den tiefen meiner Spotify-Historie wieder ins Gedächtnis. Ebow, Mavi Phoenix oder Ilgen-Nur – einfach verdammt gute Musiker:innen, die meiner Meinung nach mehr Aufmerksamkeit bekommen sollten. Nächstes Ziel für die Playlist ist also: Künstler:innen unterstützen, die noch nicht in jeder zweiten LGBTQIA*-Playlist auf Spotify vertreten sind.
Musikalisch gesehen ist von Rap über Hip Hop bis zu Pop und (natürlich) ganz viel Indie so ziemlich alles dabei. Ganz getreu dem Motto: Je bunter desto besser. Das Genre spielt in dieser Playlist auch gar keine Rolle, hier wird alles reingepackt, was LGBTQIA*-Werte unterstützt – egal, ob auf direkte Weise im Text oder ob die Stimme dahinter sich für die queere Community ausspricht.
Warum ist der Juni Pride Month?
Kurzer historischer Exkurs für das fundierte Hintergrundwissen zum Pride Month: Der Name kommt von den Stonewall-Aufständen 1969, die als Anfang der heutigen LGBTQIA*-Bewegung gelten. Damals mussten queere Personen mit Strafen rechnen. Am 28. Juni 1969 fand in der Schwulenbar Stonewall Inn in der Christopher Street in New York eine Polizei-Razzia statt, die zu tagelangen Protesten gegen Polizeigewalt führte. Der Christopher Street Day am 28. Juni hat dadurch sein Datum bekommen. Im Juni wird vermehrt darauf aufmerksam gemacht, dass queere Menschen immer noch Diskriminierung erleben. Und da Kunst schon immer ein Raum für freie Entfaltung ist und zumindest im Idealfall Diskriminierungsfreie Zone ist, ist es kein Wunder, dass sich viele queere Künstler:innen in ihrer Musik ausdrücken.
Ein queeres Vorbild unserer Generation
Besonders interessant finde ich den österreichischen Künstler Mavi Phoenix – und das nicht nur wegen der genialen Mischung aus Rap à la Drake und Hyperpop wie Charli XCX in seinen Songs. Denn wenn man sich mal so durch die Diskographie schaut, entdeckt man auf der EP von 2014 ein Mädchen mit langen, braunen Haaren. Denn bis vor gut einem Jahr hat sich Mavi noch als Frau ansprechen lassen, auch wenn er sich schon seit seiner Kindheit nie so richtig damit wohlgefühlt hat. 2019 entscheidet er sich zum Outing als Transgender, 2020 dann, dass er nur noch mit he/him angesprochen werden möchte. Die Testosteron-Therapie verdunkelt auch seine Stimme. Aber die ganze Entwicklung löscht Mavi nicht einfach aus seiner Spotify-Historie, sondern nutzt sein Künstler-Profil als eine Art Tagebuch, indem man seine persönliche Entwicklung durch die Musik miterleben kann. Mit dem Album „Boys Toys“ setzt er ein klares Statement, wie er sein Standing in der Gesellschaft sieht. In „12 Inches“ räumt er mit allen Vorurteilen gegenüber einer Geschlechtsumwandlung auf und schafft damit eine Plattform zur weiteren Normalisierung des Themas.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Einige Künstler:innen in der Playlist dürften dem ein oder anderen schon aus unseren Playlists „women rising up“ und „underrated black excellence“ bekannt vorkommen. Um mal ein paar Namen zu droppen: Ashnikko, girl in red, Arlo Parks, Mia Morgan, Billie Eilish, Ebow, SOPHIE, Kevin Abstract, Japanese Breakfast. Aber dann gibt’s natürlich auch ein paar Nostalgie-Momente mit Songs wie „Fast Car“ von Tracy Chapman oder „Grace Kelly“ von MIKA.
Eine Playlist, die so bunt ist, wie die Community
Ob mir der bunte Mix gelungen ist und meine Ziele vom Anfang erreicht? Das müsst ihr mir schon sagen. Ich feier die Playlist auf jeden Fall und wenn ich eine Sache mitnehme, dann auf jeden Fall, dass die Musikwelt ein safe space für alle ist, egal wie er oder sie* sich identifiziert und darauf können wir auch schonmal ein bisschen stolz sein. Da bleibt mir nur noch eins zu sagen: Geht auf die Straße am 28.6. feiert den CSD!
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Spotify. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Ich kann es nicht anders sagen: Lorde und ich – das war einfach Liebe auf den ersten Ton seit 2013. Deswegen kann ich wahrscheinlich nicht so richtig objektiv an diese Review rangehen, aber ich gebe mein Bestes. Hier also meine Gedanken zu „Solar Power„.
Vier Jahre lang war die Neuseeländische Sängerin von der musikalischen Bildfläche verschwunden. Am 11. Juni, dem einzigen Tag der Sonnenfinsternis in diesem Jahr, wurde die Single “Solar Power” released – eine weich-warme Hymne an den Sommer und die Kraft der Sonne. Es geht um die Flucht in die Natur, Leichtigkeit des Sommers und der Sonne, aber auch darum, die Winterdepression und den Alltag einfach einmal hinter sich zu lassen. Klimaaktivist:innen neben die Lyrics mit Humor und weisen darauf hin, auf mehr erneuerbare Ressourcen wie Solarenergie zu setzen.
„Solar Power“ = Sorgen und Problem ade!
Beim ersten Hören von „Solar Power“ wird klar: Lorde ist sich treu geblieben! Ihre Stimme zieht mich noch genauso in ihren Bann wie vor vier Jahren und setzt die Außenwelt kurz auf Pause. Aber trotzdem bildet der Song einen Kontrast zu dem gewohnt melancholischen Sound à la „Pure Heroine“ und „Melodrama“. Von Songs wie „Ribs“, „Royals“ oder „Green Light“ bin ich gewohnt, dass sich die Spannung immer weiter aufbaut und Lorde sie im Refrain der Songs meist wie eine Bombe platzen lässt. Das ist dieses Mal etwas anders. Man könnte fast sagen, die Sängerin wagt einen Neustart. Von der ersten Sekunde an bekommt man einfach gute Laune.
Chillige Akustik-Gitarren ziehen sich durch das Lied ohne dabei in eine Art Trott zu verfallen und werden gegen Ende unterstützt von sanften Drums. Insgesamt ist der Song zwar relativ monoton, aber trotzdem passiert irgendwie immer etwas Neues. Produzent Jack Antonoff zeigt wieder einmal was er drauf hat. Abgerundet wird das Meisterwerk durch Hintergrund-Harmonien von Clairo und Phoebe Bridges. A match made in heaven! Gemischt mit Lorde‘s atmosphärischer Stimme ist das die perfekte Kombination für mich.
„Forget all of the tears that you’ve cried, it’s over. It’s a new state of mind — are you coming, my baby?“
Ja, ich komme! Der Song löst bei mir direkt das Bedürfnis aus, mich am Strand sonnen und dabei einen eiskalten Cocktail schlürfen zu wollen. Nicht ganz so sicher bin ich mir, ob diese Zeile auch eine Anspielung auf einen neuen Lorde-Sound sein soll. Will sie ihre Fans darauf vorbereiten, dass es in Zukunft mehr sonnige, happy vibes und weniger „Melodrama“ gibt? Diese Spekulation lässt sich wohl erst so richtig beantworten, wenn das komplette Album erschienen ist.
Die gewohnt ironische Art der 24-jährigen Neuseeländerin gibt mir allerdings direkt wieder ein wohlig warmes Gefühl vom Zuhausesein. Ihre Art, sich selbst nicht zu ernst nehmen mit Lines wie „I’m kinda like a prettier Jesus“, die mich sehr an „You can call me Queen Bee“ aus „Royals“ erinnert, kommt einfach an – ohne dabei überheblich zu wirken.
„And I throw my cellular device in the water. Can you reach me? No, you can’t“
Ok, ich weiß nicht, ob ich mein Handy jetzt unbedingt ins Meer werfen würde, aber der Gedanke dahinter gefällt mir. Einfach mal abschalten und nicht erreichbar sein – auch, wenn das im Jahr 2021 gar nicht so leicht ist, sollte ich dem Gefühl alle 2 Minuten mein Handy nach neuen Benachrichtigungen checken zu wollen mal gepflegt entgegenwirken und es einfach einen ganzen Tag lang ausschalten. Wenn wir mal ganz ehrlich sind, wissen wir alle, dass wir ohne Handy meist deutlich entspannter sind. Danke also für die Erinnerung, Lorde.
Auch wenn der Song in vielen Artikeln mit George Michaels „Freedom“ verglichen wird, liegt die eigentliche Inspiration für „Solar Power“ laut Lorde in „Loaded“ von Primal Scream. Ich kannte den Song ehrlich gesagt nicht, aber nach dem ersten Hören fällt mir direkt die große Ähnlichkeit im Beat zum Refrain von „Solar Power“ auf. Ich mag’s!
Großes Diskussionspotential
Wie ich den Song finde, ist mittlerweile deutlich geworden. Doch was sagt die Fanbase? Von tiefster Enttäuschung bis höchste Euphorie ist so ziemlich alles zu finden. Es gibt viele Fans, die finden, dass Lorde doch eigentlich viel mehr draufhat als eine eintönige Pop-Hymne für den Strandtag. Andere sehen die Weiterentwicklung ihres Idols und sehen es als eine Art coming of age. Die Twitter-Gemeinde hat von „gelungenes Comeback“, über Memes, bis hin zu Mecker-Posts über den langweiligsten Song des Jahres so ziemlich alles zu bieten.
Es gibt allerdings einen Punkt, in dem die Musikwelt sich einig ist: Wir müssen über Lorde’s Po reden. Denn den größten Diskussionsbedarf gibt es wohl über das Cover von „Solar Power“. Zu sehen ist eine gut gelaunte Lorde aus der Froschperspektive, die am neuseeländischen Strand entlangläuft oder genauer gesagt springt. Sie trägt dabei eine Bikinihose und ein sonnengelbes Oberteil. Das Foto wurde von ihrer besten Freundin Ophelia geschossen, die im Sand lag als Lorde über sie hinweg sprang. Manchen ist das zu freizügig und nicht jugendfrei. Deshalb gibt es zwei Versionen des Covers – die eigentliche Version und eine zensierte, auf der Sonnenstrahlen den Po der Sängerin bedecken. Die zweite Version wird hauptsächlich in Ländern wie China, Japan oder Saudi-Arabien genutzt. Ich bin froh, dass wir die originale Version zu sehen bekommen. Ein unbedeckter Po am Strand sollte ja mittlerweile eins der normalsten und natürlichsten Dinge sein. Aber naja, bevor ich abschweife, widme ich mich doch auch nochmal kurz dem Musikvideo.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Regisseur für das Video war Joel Kefali, mit dem Lorde auch schon für „Royals“ zusammengearbeitet hat. Für die Produktion hat sich die Crew einen privaten Strandabschnitt gemietet und Lorde hat all ihre Freunde zum Dreh ins Boot geholt. Für mich hat die Atmosphäre ein bisschen was von einer Sekte voller Sonnenanbeter:innen, die auf einer einsamen Insel gestrandet sind. Das wird wahrscheinlich auch durch die Zeile „I’m kinda like a prettier Jesus“ nochmal verstärkt wird. Und können wir mal kurz darüber reden, dass Lorde im Video aus einer Fenchelknolle raucht? Falls irgendjemand weiß, was sie uns damit sagen will, hit me up. Ich habe auf jeden Fall keine Ahnung.
Im Interview mit Triple J verrät Lorde, dass bereits eine Reihe von Musikvideos zum Album gedreht wurden. Das Video zu „Solar Power“ soll die Einleitung in das Universum des neuen Albums sein – mit ihr als Tourguide.
„Solar Power“ – Und was ist jetzt mit dem Album?
„The album is a celebration of the natural world, an attempt at immortalising the deep, transcendent feelings I have when I’m outdoors“
Eine Ode an die Natur und ihre heilende Wirkung in emotionalen Momenten – sei es bei Liebeskummer, Trauer oder in glücklichen Augenblicken. Klingt interessant, aber so richtig kann ich mir noch nicht vorstellen, in welche musikalische Richtung es geht. Bleibt also weiterhin gespannt! Lorde verrät zudem, dass das Album zur nächsten Jahreszeit erscheinen soll. Die Fanbase spekuliert: Heißt das im Herbst oder doch schon im Sommer? Denn theoretisch beginnt der Sommer laut Kalender am 21. Juni. Lorde selbst sagt dazu nur „I want this album to be your summer companion, the one you pump on the drive to the beach.“ In einem Interview hat Lorde außerdem gesagt, dass „Solar Power“ die eine Seite des Albums darstellt. Das lässt mich vermuten, dass wir uns auch auf eine melancholische, dunkle Seite des Albums freuen können.
Long story short: Ich feiere Lorde’s Comeback und bin umso mehr gespannt, was mich auf dem Album erwartet. „Solar Power“ ist ein bisschen wie eine Droge, die mich in permanente gute Laune versetzt und ein bisschen abhängig macht. Ich liebe die Leichtigkeit und Unbeschwertheit, die in dem Song mitschwingt. Alles wirkt sehr natürlich, pur und auf keinen Fall gespielt. Es ist quasi die Ankündigung einer neuen Ära. Lorde, ich wäre dann jetzt bereit für das Album!
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Spotify. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Musikalisch gesehen wird Hannover meist nicht so als „the place to be“ angesehen. Doch spätestens seit JEREMIAS ist die Stadt wieder auf dem Musik-Radar für aufstrebenden Newcomer:innen gelandet und hat ihr Image aufpoliert. Zusammen mit anderen Künstler:innen wie Anaïs, den Ottolien oder FORWARD wird klar: Die Vielfältigkeit der Hannoverschen Musikszene sollte nicht unterschätzt werden. Meine neueste Entdeckung aus der niedersächsischen Landeshauptstadt: jesko.
Hinter jesko steckt die 22-jährige Studentin Neele. Sie produziert mit ihren Freunden zusammen Songs, die sie bisher meist für sich behalten hat. Ihren ersten und bisher einzigen Auftritt hatte sie im August 2020 beim Livestream-Festival vom Campusradio Hannover – dort bin ich auf sie aufmerksam geworden. Damals hatte sie noch nichts veröffentlicht, kein Spotify-Profil, keine CD’s oder Demos. Ich weiß aber noch ganz genau, wie ich ganz konzentriert hinter dem Monitor saß und darauf fokussiert war die Kommentare des Livestreams zu beantworten. Als jesko auf die Bühne kam habe ich direkt Gänsehaut bekommen und musste ihr einfach gebannt zuhören (und meine eigentliche Aufgabe ignorieren). Neele hat einfach eine unglaublich fesselnde Stimme.
Deswegen hat es mich umso mehr gefreut als ich gesehen habe, dass sich seitdem einiges getan hat und jesko Ende März ihre erste EP veröffentlicht hat. Unter dem Namen „High Tide“ befinden sich auf der EP fünf Songs. Anders als das Cover der EP mit einem Bild der kleinen Neele vermuten lässt, geht es nicht um ihre Kindheit, sondern um die aktuelle Gefühlswelt. Die Songs sind eine Mischung aus eigenen Erfahrungen und Geschichten, die sie von anderen erzählt bekommen hat. Das Ganze klingt sehr atmosphärisch, melancholisch und lässt mitfühlen.
Der Name ist Programm: Der erste Song „High Tide“ ist Namensgeber der EP. Zugleich ist es auch die erste Single, die jesko veröffentlicht hat und der perfekte Einstieg in die EP. Atmosphärische Sounds und synth waves lassen mich sanft in jesko’s Klangwelt gleiten. Ihre softe Stimme trifft auf Echos aus der Ferne und ich drifte ein bisschen ab.
“You’re so close to bottom of it all, when the high tide slowly brings you down“
Inhaltlich dreht sich der Song um Rückschläge. Rückschläge, die man nicht wahrhaben möchte und realisiert, dass man aber doch nicht wegrennen kann, auch wenn es das einzige ist, was man gerade machen könnte. Es geht auch um einen gewissen Zwang an etwas wachsen zu müssen, obwohl man gedanklich eigentlich noch in der Vergangenheit feststeckt. Diese Zerrissenheit ist auch im Musikvideo zu „High Tide“ zu sehen. Dort steht jesko vor einer Wand, auf die ein Video von Wellen im Meer proviziiert wird. Sie schaut verträumt und unsicher in die Kamera oder in die Ferne. Viel passiert nicht, aber ich habe direkt das Gefühl mitzuerleben, was in ihr vorgeht. Auch wenn das ein bisschen trügerisch ist, denn die Geschichte hinter dem Lied ist nicht ihre eigene, sondern die eines Bekannten.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Ok, weiter geht’s: der nächste Song heißt „Leave me running“. Setzt er da an, wo der erste Song aufhört? So genau weiß ich das nicht, aber er passt auf jeden Fall perfekt in das sinnbildliche Konzept. Diesmal geht es weniger um den eigenen Kampf mit den Gefühlen. Hier ist eindeutig eine zweite Person mit im Spiel. Verlangen nach Nähe, Rückhalt und einer Gegenseitigkeit, bei der allerdings offenbleibt, ob sie gegeben ist. Es geht um die Unsicherheit: Fühlst du genauso wie ich? Und was ist wenn? Ich fühle mich schon fast selbst unsicher. Da hilft es auch nicht, dass der Song sehr offen endet mit „it could get cruel, it could get bad“ – na toll, und jetzt?
Mit „Raining Gold“ bricht diese ungemütliche, zerrissene Stimmung ohne eine direkte Antwort auf den vorherigen Song zu geben. Der „sunny song“ der EP klingt fast wie ein kleines Liebesgeständnis und lässt Hoffnung aufkommen. Ich werde also doch noch gerettet. Viel mehr gibt es zu der Disco-Nummer mit starkem Ohrwurm-Potential auch eigentlich nicht zu sagen. Der Sound ist sehr leicht und stimmig mit dem Konzept der EP. Ein typischer „everybody‘s darling“.
„Now it’s 2 in the morning and I still can’t find a way how I not wanna be stuck with you“
Ja, diese Situation kommt mir irgendwie bekannt vor. Man weiß nicht so genau, wo man gerade eigentlich steht mit dieser Person, aber man kann auch einfach nicht ohne. Jesko merkt, dass sie verliebt ist, sträubt sich dagegen, aber kann auch nicht so richtig etwas unternehmen. Das Ganze ist verpackt in einen eher glücklich klingenden Gitarren-Sound, der mich von der trübenden Unsicherheit ablenken lässt. Das ist „Stuck With You“.
Dieses fast schon wohlige Gefühl, dass gerade erzeugt wurde, wird mit dem letzten Song „Beautiful Disgrace“ dann auch wieder zerstört. Traurige Klavierakkorde lassen mich wieder in eine mitfühlende, melancholische Verfassung fallen. Geht es hier um eine Trennung? Zweifel werden deutlich, aber auch wieder viele Unsicherheiten. Für mich kommt der Song teilweise leider etwas konzeptlos daher und ist deshalb einer der schwächeren auf der EP.
Fazit: jesko nimmt uns mit in ein Wechselbad der Gefühle. Vieles ist total nachempfindbar, manches bleibt allerdings auch offen. Das ist aber auch gar nicht so schlimm. Mich haben die Songs auf jeden Fall sehr zum Nachdenken angeregt. Insgesamt kommt der Sound eher etwas getrübt daher und ist eindeutig eine der melancholischen EP’s, die man an einem regnerischen Tag rauf und runter spielt. Ich habe Lust auf mehr und bin gespannt, was jesko als Nächstes raushaut!
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Spotify. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Ausländerfeindliche Übergriffe, steigende Gewaltbereitschaft und wachsende Wahlerfolge der AfD – der Rechtsruck in Deutschland ist deutlich zu spüren. Ein Großteil der Bevölkerung hat es jedoch satt. Doch wie kann rassistisches Gedankengut am effektivsten bekämpft werden? Am besten vermittelt man es durch etwas, das jedem Spaß macht: Musik. Deshalb zeigen mittlerweile viele Musiker:innen, wo sie politisch stehen. Das hört man in ihren Songs, sieht man bei ihren Konzerten und liest man auf Social Media. Das ist ihre Strategie: So mischen sich deutsche Künstler:innen in die Politik ein!
„Es gibt viele Feinde der freien Gesellschaft.“ Christoph Sell, Feine Sahne Fischfilet
#WIRSINDMEHR – Doch was bleibt nach dem Hashtag?
Es ist der 26. August 2018 und es ereignet sich auf den Straßen der Chemnitzer Innenstadt. „Volksverräter, Schweinehunde, Faschisten!“, rufen die Rechtsextremist:innen während sie auf die Polizisten einschlagen. Ihre geplante Hetzjagd auf Migrant:innen ist in vollem Gange. Alles, was sich gegen sie stellt wird angegriffen – egal, ob Polizist:in, Journalist:in oder Passant:in. Sie lassen ihrer Wut freien Lauf. Der Auslöser für ihren Zorn: Am Vortag gingen ein Syrer und ein Iraker mit einem Messer in einem Streit auf eine andere Gruppe Männer los, wobei einer tödlich verletzt wurde. Grund genug für die rechte Szene, sich mit Gewalt auf der Straße an den ausländischen Mitbürger:innen zu rächen. Die fremdenfeindlichen Ausschreitungen an diesem Tag sind gefolgt von Demonstrationen und einem Trauermarsch der AfD und Pegida an den folgenden Tagen.
Chemnitz – eine Stadt im Ausnahmezustand
Doch bevor Chemnitz den Stempel als Hochburg der rechten Gewalt aufgesetzt bekommt, meldet sich Kraftklub zu Wort. Die Band um Frontsänger Felix Brummer will nicht zusehen, wie ihre Heimatstadt von Neonazis instrumentalisiert wird. Sie organisieren zusammen mit dem Chemnitzer Stadtmarketing ein kostenloses Konzert. Das Konzept dahinter: Deutsche Musiker:innen positionieren sich klar und deutlich gegen die Rechtsgewalt und nutzen ihre große Reichweite, um den Hetzern zu zeigen, dass sie in der Unterzahl sind. Das Motto lautet „Wir sind nicht allein, wir sind mehr!“ und gibt der Veranstaltung den Namen #wirsindmehr. Unter dem Hashtag wird das Konzert innerhalb kürzester Zeit ein viraler Hit. Immer mehr Künstler:innen schließen sich der Bewegung an.
#wirsindmehr
Am 3. September 2018 ist es dann soweit. 65.000 Besucher:inneb machen sich auf den Weg nach Chemnitz um durch ihre gemeinsame Liebe zur Musik ein Zeichen gegen den Rechtsruck zu setzen. Auf der Bühne stehen neben Kraftklub weitere deutsche Künstler:innen: Die Toten Hosen, Casper, Feine Sahne Fischfilet, K.I.Z, Marteria, Nura und Trettmann. Das Konzert wird auf YouTube im Livestream und auf 3sat im Fernsehen übertragen. Alles läuft friedlich und störungsfrei ab.
Ziel erreicht!
Wenn mehr als 50 Tausend Leute „Nazis raus!“ rufen, dann hat wohl auch das dickköpfige, unbelehrbare AfD-Mitglied verstanden, dass es hier nicht willkommen ist.
Die Social Media-Gemeinde ist sich da allerdings nicht ganz so einig. n-tv kritisiert über Twitter, dass „nur die üblichen Verdächtigen“ vor Ort seien und die komplette Deutschpop-Front nicht vertreten ist. Helene Fischer kontert darauf, indem sie sich per #wirsindmehr zum Konzert bekennt. Größtenteils ist das Feedback aber positiv. Die spontane und trotzdem einwandfreie Organisation wird gelobt und die Künstler:innen sind für viele ein Vorbild. Deutschlandfunk stellt klar: Die schweigende Mehrheit Sachsens ist zwar immer noch da, wird aber so langsam wach.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von X. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von X. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Aber es bleibt nicht nur bei dem einen #wirsindmehr-Konzert. Im Juli 2019 findet in Chemnitz die nächste Veranstaltung mit Musik gegen Rechts statt. Das Kosmos-Festival unter dem Motto „Wir bleiben mehr“ zählt 50.000 Besucher:innen, die zu Künstler:innen wie Alligatoah, Herbert Grönemeyer oder Tocotronic wieder ein Zeichen setzen wollen, dass die Rechten nicht das Zepter der Stadt in ihren Händen haben.
#wirbleibenmehr
#wirsindmehr ist nicht einfach ein einmaliges Konzert. Der Hashtag ist heute Synonym für eine bunte, offene und von rechter Gewalt freie Gesellschaft. So schleicht sich #wirsindmehr immer wieder unter die Twitter-Trends, wenn es einen Angriff rechtsradikaler Gruppen gibt. Auch im Jahr 2021 ist es wichtiger denn je, der rechten Szene zu kontern und zu zeigen, dass sie nicht die Oberhand in Deutschland hat.
#wirsindschonlangemehr
Musiker:innen, die sich gegen rechte Gewalt auflehnen – das ist keine Entdeckung des 21. Jahrhunderts. In den letzten Jahrzehnten gab es immer wieder Bewegungen, Initiativen und Aktionen der linken Musikszene, die sich deutlich gegen Unruhen durch Fremdenhass, rechte Hetze und für die Freiheit aller einsetzen. Ein Großteil findet seinen Ursprung im Deutschpunk, aus dem auch das heutige Flaggschiff der linken Musik entstanden ist: der Politpunk. Hier kurz einmal einige wichtige Eckpunkte der deutschen Punkgeschichte, an die heutige Musikevents wie #wirsindmehr erinnern:
Dass Rechtsextremismus in Sachsen ein großes Problem ist, ist mittlerweile bekannt. Doch die Ausschreitungen in der ehemaligen Karl-Marx-Stadt lassen ein anderes Bundesland oft im Hintergrund stehen: Mecklenburg-Vorpommern. Der Ostsee-Bezirk bekommt von den meisten Deutschen nur einmal im Jahr Aufmerksamkeit, nämlich dann, wenn es zum Sommerurlaub nach Rügen oder an den Timmendorfer Strand geht. Doch wohnen möchten dort die wenigsten. Meilenweite freie Flächen, kleine Dörfer, abgeschottet von der Außenwelt – kein Wunder, dass sich die Einwohner:innen von der Regierung oft vernachlässigt fühlen. Das Problem an der Situation: Viele geraten dadurch in die rechte Szene. Der 35-Einwohner Ort Jamel ist sogar als Nazidorf bekannt, dort leben die Menschen nach dem Motto „frei, sozial, national“ und haben das auch auf ihren Häusern verewigt. Auch wenn Jamel ein Extremfall ist, ist der Ort leider nicht das einzige Sorgenkind in Mecklenburg-Vorpommern.
Schwer vorstellbar, in so einer Region öffentlich zu seiner antifaschistischen, linken Haltung zu stehen. Für die Politpunk-Band Feine Sahne Fischfilet aus Jarmen gibt es allerdings gar keine Alternative: Auch sie machen Musik gegen Rechts. In ihrem Musikvideo zu „Alles auf Rausch“ machen Sie das mehr als deutlich.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Das Aufwachsen auf dem Land hat die Einstellung der Band und wie sie mit bestimmten Situationen umgehen bedeutend geprägt. In Jarmen gab es nur wenige andere Punkbands und ab und zu kleine Demos der linken Szene, die die Gewaltbereitschaft der Rechten eher gefördert als gefordert hat. Laut Gitarrist Christoph gewöhnt man sich an sowas aber schnell.
„Man nimmt es immer einfach so auf. Aber eigentlich ist es total skandalös, was da abgeht.“
Den Zuständen in Jarmen haben die DIY-Punker gepflegt getrotzt und einfach ihr eigenes Ding gemacht. Von der Organisation von Veranstaltungen bis hin zum Presse-Statement, Feine Sahne Fischfilet hat sich alles selbst erarbeitet und beigebracht. Das hebt sie von vielen anderen Bands ab. Die Jungs aus dem Osten haben dabei auch gelernt, sich immer den Humor zu behalten und die Lebenslust nicht zu verlieren. Das hört man auch in ihren Songs.
Den aufmerksamen Zuhörer:innen fällt schnell auf, dass Feine Sahne in ihren Songs ganz unverblümt zu Gewalt aufrufen. Andererseits positionieren sie sich deutlich gegen rechte Gewalt. Wie passt das zusammen? Ganz einfach, gegen die rechte Szene anzureden bringt leider meistens nichts. Das mussten Feine Sahne Fischfilet selbst auf die harte Tour lernen.
„Wenn du immer noch deine andere Wange mit hinhälst, wenn du mal einen in die Fresse kriegst, dann hast du irgendwann keine Zähne mehr im Maul. Das bringt gar nichts!“
Seitdem schlagen die Jungs auch mal zurück. Dabei geht es ihnen nicht nur um die bloße körperliche Tat, sondern viel mehr die Botschaft dahinter: Wir lassen uns das nicht gefallen. Wir sind gegen euch und stehen dazu! Sie sind bereit für ihren Grundsatz zu kämpfen, nämlich für eine freie Gesellschaft, würden aber selbst nicht behaupten, dass sie für Gewalt einstehen, sondern viel mehr von den Nazis und Rechten dazu gezwungen werden, da diese sonst die Oberhand bekommen würden.
„Das finde ich total notwendig: Wenn Nazis auf dem Land aktiv sind und alles einschüchtern, was irgendwie für eine bunte Gesellschaft und eine freiheitliche Gesellschaft steht, dann muss sich diese Gemeinschaft wehren!“
Vor ihrem Konzert am 30.11.2019 in Lingen habe ich mit Feine Sahne Fischfilet über ihre Texte, den Rechtsruck und die deutsche Politik geredet. Das sind die Antworten von Christoph und Olaf:
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
„‘Wir sind mehr‘ ist für mich immer noch ein Leitsatz, an den ich glaube.“
#wirsindmehr ist nicht die einzige Kampagne, für die die Punker aus Jarmen sich bereits eingesetzt haben. Zur Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern 2016 starteten sie selbst die Kampagne „Noch nicht komplett im Arsch – Zusammenhalten gegen den Rechtsruck!“. Ihr Ziel: Das Wir-Gefühl stärken! Dass die AfD zu dem Zeitpunkt wieder neue Wahlerfolge erzielen konnte und das rassistische Klima im Land wuchs, war den Jungs bewusst. Dass sie das durch die Kampagne auch nicht aufhalten konnten, auch das war ihnen bewusst. Trotzdem war es wichtig, ein Zeichen zu setzen und der rechten Front etwas Gegenwind zu bieten – und das unabhängig von Parteien. Eine Reihe von Veranstaltungen sollte die Bürger:innen vor Ort informieren und aufmerksam machen. Lesungen, gemeinsames Singen, Gesprächsrunden und Grillen stand auf dem Plan, außerdem spielte Marteria ein Konzert in Anklam. Den krönenden Abschluss bildete das „Wasted in Jarmen“-Festival, das seitdem jährlich wiederholt wird und ein beliebter Schauplatz für Musik gegen Rechts geworden ist.
KEIN BOCK AUF NAZIS – Die Kampagne gegen Rechts
Sei es durch klare Worte oder ohrwurmverdächtige Sounds, Musik verbindet Menschen einfach. Wenn dann auch noch eine politische Message dahintersteckt, kann Musik sogar bildende Eigenschaften haben. Doch in der Politik erreicht man damit leider wenig. Das ist den Musiker:innen bewusst. Viele wollen das auch gar nicht unbedingt.
Die Punkband ZSK hat die Schnauze voll, denn sie haben Kein Bock auf Nazis und bereits 2006 die gleichnamige Kampagne ins Leben gerufen. Sie wollen vor allem die Jugend damit erreichen. Jugendliche können sich über Kein Bock auf Nazis zum Thema Rechtsextremismus informieren und sich vernetzen. Wer Hilfe beim Organisieren von Demonstrationen oder Infoständen braucht oder in der Schule das Thema behandeln möchte, findet hier Unterstützung. Dazu gibt es eine kostenlose DVD, Broschüren, Plakate, Sticker und weiteres Infomaterial. Vor allem in den Schulen wird das Angebot sehr gut angenommen. Viele Lehrer:innen bauen die Materialien und den Film mittlerweile in ihren Unterricht ein, um Präventionsarbeit zu leisten. ZSK ist dabei nur wichtig, dass sich keiner auf den Lorbeeren anderer ausruht, sondern selbst etwas startet und sich mit Freund:innen zusammentut. Jeder soll selbst die Initiative ergreifen.
Die Kampagne hat eine breite Basis an Unterstützern. Bands wie Die Ärzte, Die Toten Hosen, Fettes Brot oder Deichkind stehen hinter dem Projekt. Auch Feine Sahne Fischfilet engagiert sich aktiv für Kein Bock auf Nazis. Die Vertreter:innen von Musik gegen Rechts wollen es nicht einfach nur bei ihren Songs belassen, sondern auch Initiative ergreifen. ZSK-Sänger Joshi ist begeistert von dem Rückhalt, den seine Band und die Kampagne in der deutschen Musikszene genießt:
„Ich finde es wichtig, dass man bei ganz vielen Bands weiß, dass sie im richtigen Moment auf der richtigen Seite stehen.“
Bei der Gründung von Kein Bock auf Nazis wurde die Bands von vielen Seiten belächelt, doch das Thema der Kampagne ist mit den Jahren immer aktueller und wichtiger geworden. Was steckt also heute noch hinter dem Projekt und wer ist die Band dahinter?
„Ich hätte mir gewünscht, dass vieles, was ich damals gesungen habe, heute nicht mehr aktuell wäre. Aber so ist es nicht.“
Politische Texte mit einer klaren Message – das steht bei den Songs von ZSK im Mittelpunkt. Sie wollen nicht „einfach nur“ Musik machen, sie wollen bewusst politisch sein. Laut Sänger Joshi ist die deutsche Gesellschaft momentan in zwei Extreme gespalten: AfD, NSU und Anschläge auf der einen Seite stehen Hambi-Demos, Antifa und Ende Gelände auf der anderen Seite gegenüber. ZSK positioniert sich klar und deutlich: Alerta, Alerta, Antifacista! Sie unterstützen eine Vielzahl an antifaschistischen Organisationen und nehmen diese auch immer wieder gerne mit auf Tour. Vor ihren Konzerten findet man so gut wie immer Infostände gegen Rechtsextremismus. Sänger Joshi erinnert das Publikum auch auf der Bühne regelmäßig daran, sich gegen den Rechtsruck zu wehren. Ein gemeinsamer Antifa-Ruf darf da natürlich nicht fehlen. Man könnte also sagen, die Band lebt in ihrer Nazi-freien Blase. Damit geben sich die Punker allerdings nicht zufrieden. Ihrer Meinung nach unternimmt die Politik viel zu wenig bis gar nichts gegen den Rechtsruck in Deutschland. Deswegen nehmen die Jungs das Ganze lieber gleich selbst in die Hand. Getreu dem Motto „Do it yourself“. Mit der Kein Bock auf Nazis Kampagne haben sie ihre Filterblase aufgelöst und leisten Präventionsarbeit für die ganze Gesellschaft.
„Es hilft dir auch keine Polizei oder keine Politiker:innen, die immer sagen: „Zivilcourage finden wir ganz toll. Und wenn es dann aber beim Nazi-Aufmarsch eine Sitzblockade gibt, eine friedliche, und alle kriegen Pfefferspray ins Gesicht, dann sind die Politiker:innen nicht da.“
#WIRWERDENIMMERMEHRSEIN – Wieso das Konzert nicht einfach nur ein Konzert war
#wirsindmehr, Kein Bock auf Nazis und Noch nicht komplett im Arsch! – alle drei Projekte sind Kampagnen gegen den Rechtsruck in Deutschland, ins Leben gerufen durch Musiker:innen. Sie stehen beispielhaft für den Einsatz deutscher Künstler:innen für die politische Lage der Nation. Die Bands und ihre Musik gegen Rechts werden für ihr Engagement immer wieder gelobt, oft auch aus der Politik. Das prominenteste Beispiel dafür ist wohl Frank Walter Steinmeiers Aufruf, das #wirsindmehr-Konzert zu besuchen, für das er allerdings Kritik von Annegret Kramp-Karrenbauer einstecken musste.
Die große Frage, die seit #wirsindmehr kontrovers diskutiert und immer wieder bei Kampagnen ähnlicher Art aufkommt, ist wohl diese: Hat das Konzert eine Veränderung schaffen können? Ist nicht alles noch genauso wie vorher?
Was bleibt am Ende noch über?
Joshi von ZSK kann solche Ansichten nicht verstehen. Die Leute, die sich über so etwas beschweren, seien eigentlich nur neidisch, dass es nicht ihre eigene Idee war. Er findet, dass das Konzert wahnsinnig viel gebracht hat. Joshi bringt es auf den Punkt:
„Da waren 65 Tausend Leute. Selbst, wenn nur 1% davon danach sagt: ‚Das war so ein überwältigendes Erlebnis. Ich mach jetzt in meiner Stadt auch was gegen Nazis.‘ – Alleine dann hat sich das gelohnt. Dieses ganze Gejammer, das Konzert hätte ja gar nichts gebracht, geht mir wahnsinnig auf die Nerven. Dann macht doch was anderes, besseres. Aber ich glaube das war ein super Signal und das sollte es ruhig öfter geben!“
Feine Sahne Fischfilet macht es vor: #wirsindmehr war nicht einfach nur eine einmalige Veranstaltung. Es ist ein Leitsatz, nachdem jeder einzelne sein alltägliches Handeln ausrichten sollte. Seit dem Konzert engagieren sich deutlich mehr Bands politisch. Das ist vor allem bei der Europawahl im Mai 2019 aufgefallen, bei der ein Großteil der deutschen Musiker:innen ihre Fans zur Stimmabgabe bei der Wahl aufgerufen hat. Dadurch werden auch Leute erreicht, die sich sonst nicht aktiv politisch einsetzen und lieber stille Beobachter:innen sind. Die Aufmerksamkeit für ihren eigenen politischen Aktivitäten steigt. Es geht dabei nicht einmal darum, die Menschen in eine bestimmte Richtung zu lenken, sondern einfach Bewusstsein für das eigene Handeln zu schaffen. Natürlich ist das nichts Neues für aktive Antifa-Mitglieder oder die Supporter:innen der AfD. Aber es geht hierbei doch auch vielmehr um das schweigende Mittelfeld und die Message: Bilde dir deine Meinung und steh dazu! (und höre Musik gegen Rechts)
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Vimeo. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Vimeo. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Bunny Stream. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Wistia. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Facebook. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Instagram. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Instagram. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Google Maps. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von X. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.