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Exklusive Videopremiere: Pink Lint und “Windhound”

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Es ist endlich mal wieder Zeit für eine Premiere! Diesmal präsentieren wir euch die neueste Single „Windhound“ samt Video von Pink Lint.

Pink Lint alias Oliver Burghardt ist ein Berliner Art-Pop Projekt, das mit dieser mittlerweile dritten neuen Single wieder ganz frischen Wind in die Szene bringt. Im Musikvideo zum Song, welches der Musiker im Übrigen in Eigenregie produziert hat, verschmelzen Musik und Bild auf ganz wunderbare Weise miteinander. So wie es halt sein soll.


Lichtflecken und die Zehennägel einer Ära

Manchmal fühlt es sich wirklich gut an, am Arsch zu sein. Frei übersetzt könnte man so wohl eine Textstelle im Song verstehen. Habe geschmunzelt, denn irgendwie trifft es ja auch wirklich manchmal zu. Bitter und süß, das gehört einfach zusammen. Worum es in dem Song so ganz genau geht, ist schwierig zu definieren und wird wohl in Gänze auch immer etwas kryptisch bleiben. Allerdings lässt sich ganz unbeschwert einiges herauslesen, z.B. eine schmerzhafte Trennung, ein Abschied, ein Verkriechen ohne entdeckt zu werden. Aber Verkriechen vor was? Tja, vor dem Leben, Kinder! Vor dem Alltag, vor Menschen in der Mall oder vor uns selbst. Und dann heißt es einfach abwarten, bis uns irgendwer wiederfindet und sagt: ACH HIER BIST DU?!

Verstecken und Entdecktwerden — das sind sicherlich die Hauptmotive der Lyrics. Im Video verdecken analog dazu animierte Elipsen und Ovale das Geschehen. An anderer Stelle beleuchten sie einzelne Fragmente neu, wie Spot-Ons im Theater. Die verschiedenen Bildsequenzen, mal Stand- und mal Bewegtbild, orientieren sich teilweise sehr nah an der direkten Bedeutung der Songzeilen. Teilweise sind sie aber auch nur über mehrere Ecken mit dem Text verwandt und wirken völlig random zusammengewürfelt. Telefonkabel im Detail, Zugvögel und Fahrradlichter in der Nacht — das alles passt bei Pink Lint trotzdem irgendwie zusammen. Die bunten Ovale kommen mir dabei vor wie Lichtflecken, die mir häufig das Blickfeld blockieren, wenn ich mal wieder zu lange in die Sonne geglotzt habe. Vielleicht verkörpern sie mit ihrer Form aber auch die im Text erwähnten “toenails of an era” – die Zehennägel einer Ära.


Und was hat der Windhund jetzt damit zu tun?

„I am so uneasy to be found out
like the waist of a windhound“

Tatsächlich ist die Taille eines Windhundes schwer zu entdecken. Sie ist nämlich fast nicht existent. Wespe war gestern, Windhund ist das neue chique! Nicht entdeckt werden zu wollen ist natürlich das eine. Aber einfach nicht entdeckt zu werden, obwohl man es sich sehnlichst wünscht, impliziert Unsichtbarkeit. Die traurige Facette der Unsichtbarkeit und das lange Warten, endlich von der richtigen Person gefunden zu werden, schwingt im Text von Windhound mit: Ich warte hier, auch wenn mich niemand findet.

Musikalisch ist „Windhound“ ein absolutes Wimmelbild. Denn auch hier versteckt sich einiges an Detail, ohne überladen zu klingen. Im Gegenteil, der Song klingt eigentlich sogar minimalistisch instrumentiert, obwohl er doch zunehmend orchestrale Strukturen annimmt. Man findet in diesem Song Gitarren, die wie plucked Strings klingen, oder einen Kontrabass, der an den richtigen Stellen Akzente setzt. Vintage Drummachines und sogar eine asiatische Zither namens Guqin. Außerdem gibt es gleich in der ersten Strophe noch einen kleinen Gruß in Form eines charmanten musikalischen Zitats. Jeff Buckley, is that you? Das ist wahre Tüftlerarbeit und den Spaß am Experimentieren hört man Pink Lint in seiner Musik zu jeder Zeit an.

Wir sollten Pink Lint nicht mehr länger warten lassen. Dieser Song muss entdeckt werden. Viel Spaß bei „Windhound“!

Fotocredit: Marie-Luise Knauer

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