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  • Playlist: indie export – the sound of Asia

    Playlist: indie export – the sound of Asia

    Ich muss euch etwas gestehen: Ich habe keine Ahnung, was in der asiatischen Musik-Bubble so abgeht. Zumindest ging es mir so bevor ich die Playlist und diesen Artikel zusammengestellt habe. Bis auf K-Pop, um den man irgendwie nur schwer herumkommt, findet man auch in den europäischen Charts kaum weitere Repräsentant:innen aus Asien. Ehrlich gesagt kenne ich aus der K-Pop-Szene auch nur BTS und bin nicht gerade der größte Fan der Band zumal sie schon eher dem internationalen Markt zuspielen als dem koreanischen, aber darum soll es hier nicht gehen. Ich habe mir also die Challenge gesetzt, asiatische Künstler:innen zu finden, die den Sound ihrer heimischen Szene widerspiegeln.

    Meine Reise in die asiatische Musikwelt

    Angefangen habe ich mit Künstler:innen, die mir bekannt sind, weil sie es bereits auf den europäischen/amerikanischen Markt geschafft haben. Es stellt sich schnell heraus: Sie wohnen mittlerweile nicht mehr in Asien. Ich möchte allerdings die authentische, asiatische Atmosphäre einfangen und suche deshalb nur Artists, die momentan in einem asiatischen Land wohnen und bestenfalls auch dort aufgewachsen sind. Auch, wenn wir sie lieben, fallen dadurch schon einmal Hayley Kiyoko, Japanese Breakfast, Yaeji, beabadoobee und mxmtoon raus. Das sind alles gute Künstler:innen, die nur leider in Amerika oder Großbritannien leben. Widmen wir uns jetzt also dem asiatischen Sound.

    Kein Spotify in China

    Ich begegne meinem nächsten Problem: In China gibt es kein Spotify. Für unsere europäischen Hörgewohnheiten, die kaum eine andere Musik Streaming-Plattform in Betracht ziehen – mit Ausnahme von Apple Music – ist das ein ganz schönes Gedankenexperiment. Die Frage ist nur: Wie wird in China Musik gestreamt? KuGou Music ist die meistgenutzte Streaming-Plattform und mit mehr als 450 Millionen Nutzer:innen sogar der größte Musik Streaming-Service weltweit. Hätte ich das nicht gegoogelt, hätte ich keine Ahnung davon gehabt und weiterhin in meiner leicht naiv-ignoranten europäischen Musik-Bubble gelebt, in der Spotify das non-plus-ultra an Musik-Streaming ist.

    Die Konsequenzen

    Kein Spotify in China: Was heißt das eigentlich, außer, dass dort Musik über KuGou gehört wird? Naja, leider heißt das auch, dass die chinesischen Künstler:innen größtenteils auf KuGou veröffentlichen und nicht auf Spotify. Die richtig nischigen, authentischen Artists werde ich in der Playlist also wohl nicht präsentieren können. Zu meiner Überraschung habe ich allerdings trotzdem so einige interessante Songs aus China finden können.

    Letzter Disclaimer bevor ich dann auch endlich mal zu den Songs und Künstler:innen komme: Es sind nicht alle Länder Asiens repräsentiert und es ist mir auch bewusst, dass es nicht möglich ist, einen universellen Sound für den kompletten Kontinent festzulegen. Ich meine, stellt euch mal bitte vor, jemand würde das für Europa tun? Crazy, right? Aber ich hoffe, dass ich es geschafft habe, die essentiellen Einflüsse einzufangen. Der Fokus liegt hier auf (Süd)Ostasien. Dafür ist aber von klassischer Popmusik, Rock, New Wave, Indie Pop über (Post) Punk bis hin zu Lo-Fi so ziemlich alles an Genres vertreten.

    Stop 1: Korea

    Starten wir mit dem ersten Land, aus dem ein Großteil der Künstler:innen der „indie export: the sound of Asia“ Playlist kommt. Nehmen wir uns also mal den K-Pop vor und machen es Indie. Den Hype um Bands wie BTS oder TWICE, die das Aushängeschild des Korean Pops sind, kann ich ehrlich gesagt immer noch nicht so ganz nachvollziehen. Aber ich komme natürlich auch nicht drum herum, das Genre in die Playlist einzubeziehen, weshalb ich mich auf die Suche nach etwas unbekannteren Künstler:innen gemacht hab. Ich musste mich durch so ziemlich viele … naja nennen wir es mal interessante Songs durchhören, bis ich auf welche gestoßen bin, die ich als angebracht für diesen Zweck fand.

    Underrated Indie K-Pop

    Hängeblieben bin ich bei „Retro Love“ von BOYHOOD. Der Song hat die typischen – für meinen Geschmack sehr kitschigen – Elemente des K-Pop Sounds. Der Refrain ist auf jeden Fall sehr catchy und geht so schnell nicht wieder aus dem Kopf. Ich bin besonders großer Fan der absurden Dance Moves im Musikvideo – habe noch nie jemanden so tanzen sehen, aber wahrscheinlich macht das Gen Z heutzutage so.

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    Musikvideo zu „Retro Love“ von BOYHOOD

    Natürlich sind in der koreanischen Musikszene auch andere Genres vertreten mit einer Vielzahl an verdammt guten Künstler:innen. Repräsentativ für alle diese grandiosen Artists stelle ich euch kurz die Band SE SO NEON vor. Ihre Musik ist eher Richtung Lo-Fi, hat aber auch verschiedenste Einflüsse aus Blues, Psychedelic Rock New Wave und Synth Pop. In Korea ist SE SO NEON auch nicht gerade unbekannt. Das Trio gewann bereits den Korean Popular Music Award in den Kategorien „Rockie of the Year“ und „Best Rock Song oft he Year“. Und das haben sie sich auf jeden Fall verdient!

    Stop 2: Japan

    Weiter geht’s mit dem Nachbarland Japan. Der wohl bekannteste japanische Musik-Export ist wohl CHAI. Kurzer Reminder: Ich rede hier nur von Bands und Artists, die noch in Japan leben und größtenteils dort arbeiten. Die vier CHAI-Mädels haben durch ihr Feature auf dem letzten Gorillaz-Album eine große Welle an Aufmerksamkeit auf ihre Musik gezogen. Ihre hohen, seichten Stimmen gemischt mit entspannten, einprägsamen Beats sind repräsentativ für die japanische Pop-Szene.

    Zwischen unbeschwertem Pop-Gesang und starken Rock-Gitarren

    Indie Rock Fans kommen in der japanischen Musikszene allerdings auch auf ihre vollen Kosten. Besonders ans Herz gewachsen sind mir die Bands No Buses, DYGL und mitsume. Letztere fallen wahrscheinlich eher in die Kategorie softer Indie Rock. Aber das ist ja auch nicht so wichtig, mein Punkt hier ist: Zieht euch diese Bands rein! Da steckt meiner Meinung nach sehr viel Potential drin.

    Etwas Spezielleres aus der Kategorie Indie Rock, aber trotzdem sehr nennenswert sind die Bands LITE und toe. Beide Bands sind (überwiegend) instrumental unterwegs. Die Songs der Bands gehen mir starke „Soundtrack eines melodramatischen Action Films“ Vibes. Ich kann sie mir aber auch live auf einem Konzert ziemlich gut vorstellen.

    CHAI
    Stop 3: China

    Obwohl Spotify in China kaum genutzt wird, habe ich trotzdem ein paar Schätze der dortigen Indie-Szene gefunden. Meinem Gefühl nach sind die Songs etwas ungewöhnlicher und fallen etwas heraus aus der Reihe der anderen Songs in der Playlist. Besonders leicht machen es die chinesischen Bands einem Publikum, das kein Chinesisch versteht, auch nicht gerade. Ich verstehe kein Chinesisch, kann es nicht lesen und fühle mich sowieso eher so als würde ich Hieroglyphen auf meinem Bildschirm sehen. Natürlich habe ich trotzdem ein paar Repräsentant:innen dieser Kategorie mit in die Playlist gepackt. Vielleicht versteht ihr es ja.

    Dass in China über KuGou Musik gestreamt wird, fällt besonders auf, wenn man auf die Zahlen der monatlichen Hörer:innen der Künstler:innen schaut. Denn diese liegen meist unter 1.000. Das heißt aber natürlich nicht, dass das der Qualität der Songs zuzuschreiben ist, denn die haben durchaus deutlich mehr Zuhörer:innen verdient. Von Psychedelic Rock bis Bedroom Pop ist hier wieder so ziemlich alles vertreten. Meine Empfehlung: Lonely Leary, THE HORMONES und Berlin Psycho Nurses (auch einfach, weil der Name genial ist).

    Nächster Halt: Taiwan & Thailand

    Ok, genau genommen liegen diese beiden Länder weit auseinander, aber trotzdem habe ich das Gefühl, dass sich die musikalische Landschaft dort etwas ähnelt. Deswegen bin ich jetzt einfach mal so frei und fasse sie hier in einem Kapitel zusammen (in Anbetracht der Länge des Artikels legitim).

    Bedroom Pop zum Tagträumen

    Den perfekten Sound für einen entspannten Sonntag auf der Couch – das liefern die Künstler:innen aus aus Taiwan und Thailand, die stellvertretend für alle weiteren Artists der Länder ihren Sound in der Playlist präsentieren. Lo-Fi Beats, ruhige Stimmen und Texte, die nicht allzu kompliziert sind (sofern ich sie denn verstehe, weil sie auf Englisch sind und nicht in der Muttersprache). Parade-Beispiel ist die Band The Chairs, die innerhalb Taiwans schon einige Erfolge sammeln konnten.

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    The Chairs mit einer Livesession zu „Dreaming with you
    Endstation: Indonesien

    Die besten Überraschungen erwarten einen ja meistens dort, wo man sie am wenigsten erwartet. Für mich waren eindeutig die indonesische Band Modern Approach und der, ebenfalls indonesische, Künstler Halimun Triangle. Während das Trio Modern Approach sehr durch den europäischen Musikmarkt der 70er und 80er Jahre inspiriert ist und ihren eigenen Darkwave-Spin daraus basteln, wird es bei Halimun Triangle etwas abgefreakter. Der Solo-Künstler mixt nicht nur sehr maschinelle, spacige Post Punk Sound Elemente, sondern bringt auch noch philosophische Referenzen in seine Texte. Die Single „Becoming Deleuzian“ zum Beispiel bezieht sich auf Gilles Deleuze, ein Philosoph des 20. Jahrhunderts. Im Song dreht es sich unter anderem um die Kontrollgesellschaft, Disziplin und Strafe.

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    Das Musikvideo zu Halimun Triangle’s Single „Becoming Deleuzian
    Heimflug

    That’s it! Ich bin erst einmal wieder mein mein nischiges Nerd-Wissen des Tages losgeworden und hoffe, dass für euch auch der ein oder andere Song dabei ist, der es in eure persönliche Playlist schafft. Ich muss mich auf jeden Fall nochmal kurz bei allen bedanken, die mir Empfehlungen zugeschickt haben, denn ohne diese Tipps wäre die Playlist wohl lange nicht so vielfältig geworden. Was ich von der Playlist und der asiatischen Indie Musikszene halte, sollte ja mittlerweile ganz gut durchgeklungen sein. Mich würde aber mal interessieren, was ihr von den Songs haltet. Was ist euer Favorit? Was hat euch besonders überrascht? Was fehlt noch? Freue mich über jegliches Feedback!

    Hier kommt ihr zur Playlistindie export: The sound of Asia

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    Fotocredit: Kodai Ikemitsu (CHAI Foto)

  • Playlist: on the rise

    Playlist: on the rise

    Gibt es ein besseres Gefühl als einen Song zu entdecken, den du so richtig fühlst? Das ist ehrlich gesagt schwer zu toppen. Aber es gibt einen Glücksmoment, der für mich noch das Sahnehäubchen bildet. Und das ist der Moment, in dem ich entdecke, dass die Künstler:innen nur fünf monatliche Hörer:innen auf Spotify haben. Das ist meistens auch der Moment, indem meine Freund:innen die Augen verdrehen und mich wieder zurück in die Musiknerd-Schublade verfrachten. Aber ihr wäret ja nicht hier in unserer untoldency-bubble gelandet, wenn ihr nicht selber eine Schwäche für nischiges Musikwissen aus erster Hand hättet.

    Deswegen haben wir unsere geballte Teamkompetenz gesammelt und eine Playlist zusammengestellt mit Künstler:innen, die ihr nicht in jeder zweiten Indie-Playlist auf Spotify findet – sozusagen die feinste Auslese. In der Playlist findet ihr alles von Pop, Rock über New Wave bis hin zu Hip Hop und Lo Fi. Der Fokus liegt darauf, Künstler:innen und Bands vorzustellen, die unserer Meinung nach großes Potential haben und bisher erstaunlicherweise wenig Reichweite dafür.

    Starker Indie-Rock made in Germany

    Die erste Band, die ich euch vorstellen möchte ist VAN HOLZEN. Die drei Ulmer Florian, Jonas und Daniel erinnern mit ihrem klassischen Alternative Rock an eine deutsche Variante von den Foals. Ihre Songs sind voller Emotionen und Energie, die ein starkes Bedürfnis zum lauten Mitgröhlen auslösen. Zudem gibt es bald Neues von den drei Jungs. Das dritte Album von VAN HOLZEN erscheint am 12. November und beinhaltet unter anderem auch die Single „Gras“, die ihr in der Playlist findet.

    Cinema Nova schließt sich mit ihrem verträumten Indie-Psychedelic Sound quasi fließend an. Kein Wunder, denn die Jungs lassen sich von Bands wie VAN HOLZEN, den Foals, Tame Impala und Alt-J inspirieren. Sie haben bisher drei Singles veröffentlicht: „Wildfire„, „Metaphosis/Anïs“ und „June„. Das Album mit den Tracks steht aber bereits in den Startlöchern, wie sie mir in einem Interview für das Campusradio Hannover verraten haben, und wird „Into the Blue“ heißen. Für mich können die Songs von Cinema Nova locker mit den bekannten Indie Größen mithalten und ich bin immer wieder überrascht, dass die Band gerade einmal rund 400 monatliche Hörer:innen auf Spotify hat. Vielleicht ändert sich das ja bald!

    Alte Bekannte

    Der aufmerksamen untoldency-Leserschaft sollte der ein oder andere Song bekannt vorkommen. „Methadon“ von Lyian hat Jule euch in ihrer Review bereits einmal genauer vorgestellt. Auch Power Plush sollte euch aus dem Interview mit Dascha etwas sagen. Aber auch unsere quasi Team-eigenen Bands PBSL, mit unserem Redakteur Lukas als Sänger, und Die Mode, mit unseren Graphikern Max und Justus. Beide Bands bringen geballte Indie-Pop Kompetenz mit deutschen Texten zusammen, die gesellschaftliche Strukturen in Frage stellen und ihre Gedanken reflektieren. Für mich eindeutig ein Beweis, dass der deutsche Indie-Pop so viel mehr zu bieten hat als „nur“ die Headliner vom Reeperbahn Festival (don’t get me wrong, auch die lieben wir).

    Was geht in der europäischen Nachbarschaft so?

    Die meisten Sänger:innen in der Playlist kommen aus Deutschland, aber auch das Ausland hat so einiges zu bieten. Irgendwie habe ich oft das Gefühl, dass 80 Prozent meiner Playlists voller deutscher Künstler:innen sind. Auch wenn die meisten Songs trotzdem auf Englisch sind, ist es irgendwie schade, dass so wenige internationale Artists es in meine Favoriten schaffen. Im letzten Jahr habe ich deshalb beim Campusradio Göteborg eine Show gestartet, in der ich mit den anderen beiden Hosts zusammen Künstler:innen aus unserer europäischen Nachbarschaft raussuche, die weniger als 100 tausend monatliche Spotify-Hörer:innen haben. Das war eine ziemliche Challenge, aber dadurch kenne ich mittlerweile so einige eher unbekanntere Artists aus den verschiedensten Ländern.

    Zum Beispiel habe ich dadurch auch die italienische Künstlerin Voodoo Kid entdeckt, die mit ihrem modernen Indie-Pop beweist, dass gute Musik keine sprachlichen Grenzen kennt. Aber auch das slowenische Trio Luvver habe ich sehr ins Herz geschlossen. Wer hätte schon gedacht, dass Slowenien Musik á la The Neighbourhood, Lorde und The Weeknd zu bieten hat? Ich war zumindest gänzlich überrascht bei diesem Fund. Mein neuester Lieblingsfund ist allerdings Chez Ali aus Schweden, den ich letztens auf einem Konzert kennengelernt habe. Seine Songs klingen wie eine verträumte Hochzeit aus dem Sound von Mac de Marco und Tame Impala. Synthige Gitarren gemischt einem Hauch von Jazz und Soul zu seichten Gute-Laune Lyrics machen die Musik von Chez Ali für einem echten Highlight in jeder Playlist.

    „Ich frage mich: Fragst du dich auch?
    Wie sieht es auf der Sonnenseite aus?
    Ist da noch Platz?
    Und reicht der auch für zwei?“


    Die letzte Band, die ich euch vorstellen möchte, nennt sich Ottolien. Die beiden Brüder Leo und Jonas machen seit ihrer Kindheit gemeinsam Musik und seit Ende 2018 auch ganz offiziell als Duo Ottolien – das ist übrigens der Nachname der beiden. Ehrliche Texte mit fast poetischen Anmutungen sind das Fachgebiet der beiden. Besonders interessant wird es durch den Mix aus Leo’s weicher Singer/Songwriter Stimme und Jonas‘ Rap-Parts, den man in deutschen Songs so eher selten findet. Irgendwie schaffen die Ottolien es, dass ich bei jedem Hören wieder eine neue Zeile entdecke, über die ich so vorher noch gar nicht nachgedacht habe. Aber hört doch einfach mal selbst rein in der Live-Session zur EP „Zwei Sekunden Pause“:

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    Leider kann ich in diesem Artikel nicht jede Band und jede Künstler:innen einzeln vorstellen, auch wenn sie es alle mehr als verdient hätten. Also lasst ein bisschen Liebe da für kumult, Dolphin Love, jesko, Branda Blitz, Sacropolis, Golf, Fritzi Ernst, Apollo Sissi, The Komets, Alehlokapi, FORWARD, THALA, Tigermilch, Annie DiRusso, Zimmer90 und viele mehr.

    Hier kommt ihr zur Playlist:

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  • Playlist: let’s talk about politics

    Playlist: let’s talk about politics

    Die Bundestagswahl steht vor der Tür. Während die einen schon wissen, welcher Partei sie am 26.09. ihre Stimme geben, wälzen andere sich noch fleißig durch die Wahlprogramme. Wir wissen, wie mühsam der Findungsprozess sein kann und können euch das leider auch nicht abnehmen. Wobei wir allerdings helfen können, ist die passende Playlist zu hören, um in Stimmung zu kommen. Mit „in Stimmung kommen“ meine ich, politisch aktiv zu werden – sei es, etwas verändern zu wollen oder bestehende Systeme zu unterstützen. Das sollt ihr ja selbst entscheiden. Die Hauptsache ist: Geht wählen!

    Musik zum Mitwippen in der Wahlkabine

    Dass es wichtig ist wählen zu gehen, sollte ja jetzt deutlich geworden sein. Die endgültige Entscheidung ist allerdings dann doch etwas sehr Persönliches. Hier findet ihr übrigens den Wahl-O-Mat zur Bundestagswahl, falls ihr noch unsicher seid, welche Partei eure Interessen am besten vertritt. Mir hilft beim Nachdenken über wichtige Entscheidungen (sowie in vielen anderen Lebenslagen) immer eine liebevoll zusammengestellte Playlist. Deswegen haben wir als Team mal eine Playlist zusammengestellt mit allen Songs, die sich für uns irgendwie politisch anfühlen. Da ist so ziemlich alles dabei von „Randale“ und „Auf die Fresse“ bis zu „Ach, eigentlich hab ich es ja ganz gut“ und natürlich alles dazwischen.

    Los geht’s mit einem Song, der in mir im letzten Jahr trotz zu viel Zuhause rumhocken direkt wieder das Bedürfnis nach Aufschrei gegen Gesellschaftsnormen und fette Demonstrationen ausgelöst hat: „Hymne gegen euch“ von Provinz. Die vier Jungs aus Baden-Württemberg sind bekannt dafür, den Zeitgeist unserer Generation in Wort und Musik festzuhalten. In „Hymne gegen euch“ drücken sie meiner Meinung nach aus, was viele Mittzwanziger so fühlen: Eine generelle Unruhe und Unzufriedenheit mit dem Status Quo. Ich fühle den Song auf jeden Fall sehr und find ihn sehr passend zur momentanen Lage. Definitiv ein Song, der mich auf die Bundestagswahl einstimmt!

    „All these days, they went to waste
    Waiting for something to change
    Now we go
    Here we go“

    Das sind Zeilen aus „New 68“ von den Leoniden. In dem Song bezieht sich die Band auf die 68er-Bewegung und vergleicht den momentanen Kampf für Gerechtigkeit – sei es fürs Klima, sozial oder politisch – mit der bekannten politischen Bewegung. Der Song wurde vor dem zugehörigen Album „Complex Happenings Reduced To A Simple Design“ released und kam für mich sehr überraschend. Klar, die Leoniden setzen sich schon seit langem für Bewegungen wie Fridays for future, Sea Watch oder Viva con Agua ein, aber in ihren Texten haben sie es vorher noch nie so deutlich ausgesprochen: Jetzt ist die Zeit! Und zwar die Zeit, sich klar zu werden, wo man politisch steht und wen man unterstützen möchte. Der Song selbst ist eher weniger vom Typ „Auf die Fresse“, sondern kommt ruhiger daher und versucht den Ernst der Lage durch die Lyrics zu vermitteln. Im Musikvideo zu „New 68“ sind zudem Ausschnitte aus Interviews mit Carla Reemtsma (FFF), Mattea Weihe (Sea Watch) und Aminata Touré (Grünen) zu sehen, die ich selbst total empowernd finde. Reinschauen lohnt sich!

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    Neben den aktuellen Songs dürfen natürlich auch die Klassiker nicht fehlen. Da hätten wir zum Beispiel „Another Brick in the Wall“ von Pink Floyd im Angebot. Der Song steht seit seiner Veröffentlichung 1979 für Aufruhr gegen bestehende Systeme und dagegen, sich nur wie „ein weiterer Stein in der Mauer“ zu fühlen. An dem Song schätze ich vor allem, dass er immer wieder sehr universell in verschiedensten Lagen passt – politisch als auch privat.

    politische Musik kennt keine Genregrenzen

    Musiker:innen, die sich politisch einsetzen, sind vor allem in den letzten Jahren in Deutschland deutlich lauter geworden – und das nicht nur rund um Bundestagswahlen, Landtagswahlen und Co. Nicht nur in ihren Songs zeigen sie Solidarität und fordern zu Veränderungen auf, sondern auch auf der Straße werden sie aktiv. Sei es der Gig auf der Fridays for future Demo oder eine Spendenaktion für Vereine wie Viva con Agua. Ein großes Vorbild ist in dem Bereich auch die Band ZSK, die die Initiative „Kein Bock auf Nazis“ gestartet haben und Präventationsarbeit an Schulen leisten. Zu der ganzen Thematik habe ich in meinem Artikel „Musik gegen Rechts“ ausführlich berichtet!

    Musik war schon immer politisch

    Wenn man in der deutschen Musikgeschichte in die Vergangenheit der politischen Unruhe schaut, darf natürlich eine Band auf keinen Fall fehlen: Ton Steine Scherben. Die Band um Sänger Rio Reiser wurde in den 70er Jahren durch ihre Hymnen zur Hausbesetzerbewegung bekannt. Besonders Songs wie „Keine Nach für Niemand“ oder der „Rauch-Haus-Song“ sind auch heute einfach noch legendär. Die Thematik ebenfalls aktueller denn je durch die Diskussionen um Mietpreisbremse und Wohnungsmangel in Großstädten wie Berlin oder München. Das Thema ist ein sehr wichtiger Aspekt rund um die Bundestagswahl, wenn es darum geht, wie Deutschland eine gerechte Zukunft für alle sichern kann.

    Viel weiter will ich auch gar nicht ins Detail gehen, lasst die Playlist am besten einfach auf euch wirken. Falls die bisher vorgestellten Songs nicht so euer Ding sind, hier noch ein paar weitere Namen von Künstler:innen, die ihr in der Playlist findet:  KUMMER, Alter Kaffee, Annenmaykantereit, Die Ärzte, Green Day, Sam Fender, Mine, Oehl, Jorja Smith und noch viele mehr. Viel Spaß beim Hören unserer „Let’s talk about politics“-Playlist und denkt dran: Geht zur Bundestagswahl!

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  • Playlist: pride month anthems

    Playlist: pride month anthems

    Der Juni ist pride month und steht ganz im Zeichen der LGBTQIA*-Community. Damit ihr beim CSD am 28. Juni auch die richtigen Hymnen parat habt, haben wir eine Playlist zusammengestellt mit Songs von Künstler:innen aus der Community.

    Eine Playlist, die genauso bunt und divers ist wie alles, wofür der Pride Month steht – das war mein Ziel. Als erstes fallen mir die Klassiker ein: “Same Love” von Macklemore & Ryan Lewis mit Mary Lambert oder “I want to break free” von Queen. Aber auch deutsche Künstler:innen aus der Community kommen mir aus den tiefen meiner Spotify-Historie wieder ins Gedächtnis. Ebow, Mavi Phoenix oder Ilgen-Nur – einfach verdammt gute Musiker:innen, die meiner Meinung nach mehr Aufmerksamkeit bekommen sollten. Nächstes Ziel für die Playlist ist also: Künstler:innen unterstützen, die noch nicht in jeder zweiten LGBTQIA*-Playlist auf Spotify vertreten sind.

    Musikalisch gesehen ist von Rap über Hip Hop bis zu Pop und (natürlich) ganz viel Indie so ziemlich alles dabei. Ganz getreu dem Motto: Je bunter desto besser. Das Genre spielt in dieser Playlist auch gar keine Rolle, hier wird alles reingepackt, was LGBTQIA*-Werte unterstützt – egal, ob auf direkte Weise im Text oder ob die Stimme dahinter sich für die queere Community ausspricht.

    Warum ist der Juni Pride Month?

    Kurzer historischer Exkurs für das fundierte Hintergrundwissen zum Pride Month: Der Name kommt von den Stonewall-Aufständen 1969, die als Anfang der heutigen LGBTQIA*-Bewegung gelten. Damals mussten queere Personen mit Strafen rechnen. Am 28. Juni 1969 fand in der Schwulenbar Stonewall Inn in der Christopher Street in New York eine Polizei-Razzia statt, die zu tagelangen Protesten gegen Polizeigewalt führte. Der Christopher Street Day am 28. Juni hat dadurch sein Datum bekommen. Im Juni wird vermehrt darauf aufmerksam gemacht, dass queere Menschen immer noch Diskriminierung erleben. Und da Kunst schon immer ein Raum für freie Entfaltung ist und zumindest im Idealfall Diskriminierungsfreie Zone ist, ist es kein Wunder, dass sich viele queere Künstler:innen in ihrer Musik ausdrücken.

    Ein queeres Vorbild unserer Generation

    Besonders interessant finde ich den österreichischen Künstler Mavi Phoenix – und das nicht nur wegen der genialen Mischung aus Rap à la Drake und Hyperpop wie Charli XCX in seinen Songs. Denn wenn man sich mal so durch die Diskographie schaut, entdeckt man auf der EP von 2014 ein Mädchen mit langen, braunen Haaren. Denn bis vor gut einem Jahr hat sich Mavi noch als Frau ansprechen lassen, auch wenn er sich schon seit seiner Kindheit nie so richtig damit wohlgefühlt hat. 2019 entscheidet er sich zum Outing als Transgender, 2020 dann, dass er nur noch mit he/him angesprochen werden möchte. Die Testosteron-Therapie verdunkelt auch seine Stimme. Aber die ganze Entwicklung löscht Mavi nicht einfach aus seiner Spotify-Historie, sondern nutzt sein Künstler-Profil als eine Art Tagebuch, indem man seine persönliche Entwicklung durch die Musik miterleben kann. Mit dem Album „Boys Toys“ setzt er ein klares Statement, wie er sein Standing in der Gesellschaft sieht. In „12 Inches“ räumt er mit allen Vorurteilen gegenüber einer Geschlechtsumwandlung auf und schafft damit eine Plattform zur weiteren Normalisierung des Themas.

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    Einige Künstler:innen in der Playlist dürften dem ein oder anderen schon aus unseren Playlists „women rising up“ und „underrated black excellence“ bekannt vorkommen. Um mal ein paar Namen zu droppen: Ashnikko, girl in red, Arlo Parks, Mia Morgan, Billie Eilish, Ebow, SOPHIE, Kevin Abstract, Japanese Breakfast. Aber dann gibt’s natürlich auch ein paar Nostalgie-Momente mit Songs wie „Fast Car“ von Tracy Chapman oder „Grace Kelly“ von MIKA.

    Eine Playlist, die so bunt ist, wie die Community

    Ob mir der bunte Mix gelungen ist und meine Ziele vom Anfang erreicht? Das müsst ihr mir schon sagen. Ich feier die Playlist auf jeden Fall und wenn ich eine Sache mitnehme, dann auf jeden Fall, dass die Musikwelt ein safe space für alle ist, egal wie er oder sie* sich identifiziert und darauf können wir auch schonmal ein bisschen stolz sein. Da bleibt mir nur noch eins zu sagen: Geht auf die Straße am 28.6. feiert den CSD!

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  • Playlist: stuck in a daydream

    Playlist: stuck in a daydream

    Es ist Ende Mai, der Flieder blüht und der Sommer fängt so langsam an! Auch wenn das Wetter der letzten Woche das nicht so ganz vermuten lässt, heißt das ja nicht, dass wir uns nicht mental auf sonnigere Tage einstellen können. Und wenn ihr mich fragt, kann man das ziemlich gut mit einem dreampoppigen Soundtrack, der einen zumindest von warmen Sommertagen träumen lässt. Deshalb habe ich mein Bestes gegeben und meine Playlist mit rund 400 Tracks (no joke) durchforstet, um für Euch die – meiner Meinung nach – crème de la crème an Songs mit dreamy Vibes rauszusuchen. Hier ist für Euch: stuck in a daydream.

    Die Songs klingen mal etwas mehr nach Indie-Pop, mal haben sie etwas atmosphärischere Klänge mit hallendem Gesang, Gitarren und Synthie-Sounds oder auch mal mit einem melancholischen Unterton. Aber was sie alle gemeinsam haben ist, dass sie in mir zumindest ein warmes Gefühl auslösen.

    Defining a sound

    Man kann wohl keine Dreampop Playlist machen, ohne einen Song von Beach House darin aufzunehmen. Das Duo aus Baltimore haben den Sound von Dreampop ab 2006 nachhaltig geprägt, denn sie klingen ganz anders als die Dream Pop und Shoegaze Bands der 80er und 90er (wie my bloody valentine, Lush oder Cocteau Twins). Dennoch sind sie quasi zum Synonym für dieses Musikgenre geworden. Aber genug von Schubladen und Genres. Was den Sound von Beach House ausmacht ist vor allem der Vibe: viel Hall auf der eher zurückhaltenden Stimme, etwas melancholisch, aber nicht zu schwer, sondern eher bittersweet.

    peach tinted

    Zu diesem Sound lassen sich noch einige andere Bands zählen wie Men I Trust, Alvvays, peach tinted, Balue, GRAZER, Arverne, Turnover, Yot Club und noch so viele mehr. Außerdem gehört auch mein persönlicher absoluter all time favourite Song dazu: What Once Was von Her’s (rest in peace). Als ich den Song von Stephen Fitzpatrick und Audun Laading das erste Mal gehört habe, und vor allem die Melodie der Gitarre, war es um mich geschehen.

    Leider sind die beiden und deren Tourmanager viel zu früh durch einen Autounfall während ihrer USA Tour aus dem Leben gerissen worden. Deswegen lege ich es Jedem und Jeder ans Herz sich zumindest diesen Song anzuhören. Große Empfehlung hier auch das Video von deren Liveauftritt bei Paste Studios – ich meine, man kann förmlich sehen, wie sehr die beiden (aber vor allem Audun am Bass) die Musik fühlen.

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    Eine Prise melancholischer finde ich die Songs von Fellini Félin, Small Forward, Sky Days, No Vacation, Elvis Depressedly und Youth Lagoon. Etwas aus dem Raster ihrer sonstigen good Vibes Songs fällt der Track Clowns der Regensburger Band Some Sprouts, die normalerweise noch etwas mehr nach Indie Pop klingen. Trotzdem finde ich, dass Clowns ganz gut in diese Playlist passt, weil er so ein bisschen sehnsüchtig klingt.

    Worth to hear: supporting newcomer

    Um vor allem noch ein paar Bands und Musiker:innen zu unterstützen, die noch nicht allzu bekannt sind, hab ich Euch hier ein paar rausgesucht, die ihr unbedingt weiter verfolgen solltet. Fangen wir mit zwei Musikern an, die bis jetzt erst jeweils einen Song veröffentlicht haben: Niall Mutter mit You, ein grooviges Liebeslied, und Sky Days mit How It Started, etwas mehr laidback und mit tiefer Stimme. Ich bin sehr gespannt was da noch kommen wird!

    Eine weitere Künstlerin, die auch schon in unserer women rising up-Playlist auftaucht, ist die Berlinerin Ava Vegas. Letzte Jahr veröffentlichte sie ihr Debüt-Album mit einem sehr nostalgischen Sound. Außerdem kann ich Euch empfehlen in die Diskografie der Bands Pure Mids, Ultracrush, Jack Hisatomi und syrup, go on reinzuhören.

    Der Musiker mit den wenigsten monatlichen Hörer:innen (54 um genau zu sein) in der Liste ist Kyoto Airbus mit seinem Song Chinese Cartoons. Der aus Puerto Rico stammende Musiker Esteban González möchte sich keinem Genre zuordnen, aber ich finde der Song hat mit seinen leichten Gitarrenklängen und seiner hallenden, aber sehr ruhigen Stimme auf jeden Fall einen Platz auf dieser Playlist verdient.

    Female voices to the front

    Mit dieser Playlist will ich nicht nur kleineren Bands und Musiker:innen Aufmerksamkeit schenken, sondern vor allem auch die weiblichen Stimmen besonders hervorheben. Deswegen habe ich darauf geachtet, dass die Hälfte der in der Liste stattfindenden Bands eine Sängerin oder zumindest auch ein weibliches Bandmitglied haben. Dennoch möchte ich nochmal gesondert auf einige sehr hörenswerte Musikerinnen eingehen, die wundervoll in den dreamy Vibe dieser Playlist passen. Dazu gehören unter anderem Rosemary Fairweather, Cults, Soniah Gadhia, Yumi Zouma, Hobby Club, Beast Coast, Melody’s Echo Chamber und Hazel English.

    The Marías

    Etwas mehr 60s psychedelic Rock Vibes bekommt ihr mit dem Song Angel Eyes von Habibi oder mit dem Track Only in My Dreams von The Marías. Für ein paar Tracks, die wieder mehr in die Indiepop-Richtung gehen, ist mit Car Crash in G Major von fanclubwallet und The Basement von Lunar Vacation gesorgt. Wer beim Stichwort dreamy Gitarren auf keinen Fall fehlen darf ist Alice Phoebe Lou mit ihrem Song She. Ihr neustes Album, das dieses Frühjahr erschienen ist, ist zwar etwas weniger dreampoppig, sondern mehr croonig, aber ihre älteren Songs lassen mich zumindest tagträumen.

    Ich hoffe sehr Ihr könnt Euch beim Anhören dieser Playlist genauso in Tagträumereien verlieren und bekommt dabei auch so ein wohlig warmes Gefühl wie ich.

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  • Playlist: women rising up

    Playlist: women rising up

    Here we go again: Ein weiterer Monat dieses absolut bizarren Jahres geht zu Ende und lässt mich jedenfalls nicht unberührt zurück. Einiges Beunruhigendes ist passiert, was viele hoffentlich wachrütteln wird. Wir haben uns diesen Monat konfrontiert gesehen mit Debatten über die Rolle von Frau und Mann und die Notwendigkeit für intersektionalen Feminismus. Vor allem ging es um Gewalt gegen Frauen und die Erwartungen, die uns von der Gesellschaft aufgezwungen werden. Und das alles unter dem Licht des feministischen Kampftags 2021.

    Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber bei der gemeinsamen Erstellung der Playlist ist mir aufgefallen, dass sowohl bei mir als auch in meinem Umfeld zwar Anstrengungen gemacht werden, bewusst Musik von Frauen und queeren Personen zu hören, aber die Mehrheit der Songs trotzdem von Männern kommt oder von ihnen handelt.

    Und genau deswegen haben wir euch eine Playlist erstellt, die Weiblichkeit zelebriert! Von den erschütternden Wahrheiten des Frauseins, unserer Unterdrückung, zur sexuellen Freiheit und letztlich zur Feier unserer selbst. Diese Playlist liegt mir und dem ganzen untoldency-Team sehr am Herzen. Denn es ist so verdammt wichtig, diese Gespräche und Diskussionen kontinuierlich und unermüdlich zu führen. Because we are: Women Rising Up!


    Von Unterdrückung und Frustration zu Ausbruch und Empowerment

    Natürlich habe ich mir überlegt, wie man dieses sensible Thema als Format Playlist am besten angehen kann und ich denke, man muss hier durchaus vorsichtig sein. Das Ziel ist es nicht in einen Zustand von Aggression gegenüber männlichen Personen zu verfallen. Oder zynisch und depressiv zu werden, wenn man sich vor Augen führt, was für üble Erfahrungen man als Frau schon mitmachen musste. Umso wichtiger war es für mich, viele Seiten des Frauseins zu bespielen. Neben den Struggles und Ungerechtigkeiten, will ich, dass diese Playlist andere Frauen stärkt. Uns die Gewissheit gibt, dass wir uns gegenseitig unterstützen, alle zusammenhalten und der Kampf für mehr Gleichberechtigung und Anerkennung immer noch weitergeführt werden muss. Hier ein paar meiner Highlights der Playlist:


    A woman’s war
    Album Cover FKA Twigs zu MAGDALENE
    FKA twigs MAGDALENE

    Genug mit der melancholischen Ansprache und ab zum eigentlichen Inhalt der Playlist. Ich glaube, einen noch theatralischeren Beginn gibt es kaum. FKA Twigs zeichnet in mary magdalene ein Frauenbild, das sich so nahtlos zwischen Verführerin und Sünderin, zwischen Erzieherin und Girl Boss bewegt. Gleichzeitig spricht sie auf dem ganzen Album das an, was leider viel zu oft passiert: Frauen werden reduziert auf ihre romantischen Beziehungen. Die nächsten Songs thematisieren wichtige, aber auch unangenehme Dinge. Um auf die Seite mit dem grüneren Gras zu gelangen, müssen wir aber nun mal erst etwas Salz in die Wunde streuen.

    Kurze Liebeserklärung an SEVDALIZA vorab muss sein: Diese Frau ist unfassbar und ich kann gar nicht abwarten, was sie noch in der Hinterhand hat. Moving on: Phela, Fousheé und Antje Schomaker singen über die Benachteiligung von Frauen in der Musikindustrie, wobei RIIVA in I’m Sorry noch ernstere Töne anspielt. Sie kritisiert unsere Gesellschaft. Eine, in der Frauen ständig sexualisiert werden und sie sich – um noch eins drauf zu setzen – noch rechtfertigen oder sogar dafür entschuldigen sollen, wenn ihnen Gewalt (meistens) durch Männern widerfährt. Ähnliches adressiert Lina Maly in ihrer emotionalen Version von Darf ich das behalten.


    Bad B*tch Energy

    Es ist unabdingbar, dass man diesem Frust Luft machen muss, ganz nach dem Motto „Call out the bullsh*t“. Steiner & Madlaina setzen dem Patriarchat in Wenn ich ein Junge wäre (Ich will nicht lächeln) einen Schlussstrich. Die norwegische Newcomerin girl in red gibt mit Serotonin einen Vorgeschmack auf ihr kommendes Album, in dem sie sicher nichts ungesagt lassen wird. Im Video zu Balance Ton Quoi gründet Belgierin Angèle eine Anti Sexism Academy und klärt auf, was alles unter Sexismus fällt.

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    Reclaiming your Sexuality

    Sprechen Frauen offen über ihre Sexualität oder drücken sich durch ihre Kleidung aus, werden sie schnell abgestempelt. Die damit verbundenen Begriffe erspare ich euch jetzt mal. Die haben viele von uns schon zu genüge gehört. BANKS hat sicher viel Übles mitgemacht, was in den meisten ihrer Songs klar wird. In F*ck With Myself dagegen feiert sie ihre Liebe zu sich selbst und dieses Sexual Awakening hat sie auch echt verdient. Berlin-based Neuheit Eveline definiert in ihrer neuesten Single Sexual das Verständnis von Sexualität neu und nimmt sich selbst und anderen den Druck, ständig sexuelle Anziehung zu fühlen oder zeigen zu müssen. Denn jeder von uns ist a living human girl, wie The Regrettes uns erklären. Und dann rasiert Ashnikko ganz lässig alles mit ihrem Clitoris! The Musical. Denke zu dem Song braucht man nicht viel sagen, hört einfach rein 😄


    „Frei sein heißt, sich loszulösen“
    Sängerin SOPHIE
    SOPHIE


    Glückwunsch, wir sind am Ende des Tunnels angekommen! Wäre es nur so einfach, am I right? Wenigstens ist uns der Ausbruch aus der Unterdrückung in Playlist-Form gelungen. In Kreise fällt Nachwuchskünstlerin SERPENTIN, holt Luft und steht immer wieder von Neuem auf. SOPHIE (rest in peace) bricht auf Immaterial mit Genderfomen und zeigt, dass man sich von seinem bei Geburt zugewiesenem Geschlecht nicht eingesperrt fühlen muss.


    Pop-Ikonen unserer Generation

    Wenn wir über Empowerment sprechen, darf so manch eine Künstlerin nicht fehlen. Wir wissen alle, wer sich da die Plätze in den ersten Reihen sichert: Größen wie Beyonce, Lizzo, und Dua Lipa. Queen B ist offiziell die Künstlerin mit den meisten Grammy Awards. Was ist das bitte für ein Statement, genauso wie der Song MY POWER.

    Mit Boys Will Be Boys spricht mir Dua Lipa aus der Seele. Ich kannte den Song zwar davor, habe aber nie wirklich auf die Lyrics geachtet. Genauer habe ich mir den Song angehört, nachdem die Vorfälle in England gerade frisch in den Nachrichten waren, und dann ging mir der Mund erst mal ganz weit auf. Wie man schafft, Gesellschaftskritik so künstlerisch zu verpacken: Hut ab!

    Lasst uns enden mit meiner absoluten Hymne: KeKe mit Ladies. Der Song schafft es einfach so gekonnt das Frausein zu feiern, gleichzeitig so relatable zu sein und versäumt es dabei auch nicht, die weniger rosigen Seiten anzusprechen. Dieser Song bringt die Message dieser Playlist und unserer Gegenwart auf den Punkt: Zusammenhalt ist gerade alles. Supportet die Frauen in eurem Leben und in der Musik, die ihr hört!

    Pro Tip: Checkt auch unsere anderen monthly Playlists: underrated black excellence und feels like a lazy Sunday, you’re welcome! 😉 

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    Fotocredits: Matthew Stone, Transgressive Records