Tolle News für alle Deutschpop-Fans: Paul Weber geht auf seine erste eigene Headliner-Tour. Ja, das war jetzt sehr unverblümt, aber diese Katze wollte einfach direkt raus aus ihrem Sack. Ab Ende März 2023, kurz nach Veröffentlichung seiner kommenden EP „Von all dem nichts gewusst“, habt ihr in 5 deutschen Städten die Chance auf tolle Konzert-Abende. Und da wir nicht weit sind, wenn es um Paul Weber geht, präsentieren wir euch diese Tour von Herzen gerne.
Paul Weber gehört eindeutig zu den Künstler*innen, die wir schon seit langer Zeit auf unserem Radar haben. Weil er uns mit seinen Songs immer wieder genau da abholt, wo wir gerade stehen. Im März 2021 hat Jule euch nicht nur eine Review zu seinem Song „Auf und davon“ kredenzt, Paul stand auch Paula in einer gemeinsamen Folge untold tea time Rede und Antwort. Seitdem ist eine ganze Menge passiert. Einige Konzerte wurden gespielt und einige Songs, die letztendlich die EP „Alles im Arsch“ mündeten, haben das Licht der Welt erblickt.
Am 24.03.2023 schreibt er seine Geschichte weiter, denn an diesem Tag wird die neue EP „Von all dem nichts gewusst“ erscheinen. Was wir aber jetzt schon wissen: Es erwarten uns Songs, die uns in den Arm nehmen werden und das in typischer Paul Weber-Manier: Offen und ehrlich, berührend und wärmend, aber eben nicht pathetisch. Nach Supports für Jeremias, Provinz oder Sam Fender wird es nun Zeit für die erste eigene Headliner-Tour, die nur wenige Tage nach EP-Release losgehen wird. Gemeinsam mit seiner Band wird uns Paul, der auch alleine und nur mit seiner Gitarre verzaubern kann wie kein Zweiter (Tipp: schaut euch die Livesession zum Song „Von all dem nichts gewusst“ an!), wunderbare Abende bescheren, die wir bestimmt ganz lange in guter Erinnerung behalten werden. Wann und wo? Na hier:
Wir können es jetzt schon kaum abwarten, euch in Scharen vor der Bühne zu treffen. Und vor allen Dingen gemeinsam eine tolle EP und natürlich Paul Weber zu feiern. Wenn wir uns jetzt noch komplett durch seine Diskographie hören, dann vergeht die Zeit bis zum Tourbeginn auch viel schneller, untoldency-Ehrenwort:
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Wer meinen Jahresrückblick gelesen hat, weiß wie sehr ich AB Syndrom in mein Herz geschlossen hab.
Polarisierend und gleichzeitig so nahbar machen sich die beiden auf ihrem neusten Album „Tut mir gut Tut mir leid“ buchstäblich nackig. So brutal selbstreflektierend katapultieren die beiden mich mit ihrer auf den Punkt gebrachten musikalischen Umsetzung direkt in ihre Gedankenwelt. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die beiden auch nächstes Jahr mein Spotify Wrapped anführen werden, denn der Bass dröhnt sowohl in meinen Kopfhörern als auch aus meinem Plattenspieler immer noch non-stop.
Es war mir eine riesen Freude mit den lieben Jungs über ihre anstehenden Konzerte diese Woche (hier gibts noch Tickets!), ihren Musikschaffensprozess, Süchte und zwischenmenschliche Beziehungen zu sprechen.
AB Syndrom im Interview
Anton: So jetzt müssen wir nur unser Video anmachen hier. Wo ist der Knopf? Höre ich schon was?
Anton und Bennet: Hallo, Evelin!
Evelin: Hallo!
Bennet: Wir haben übrigens Antons gute Tageslichtlampe hier hingestellt.
*Überspringen wir hier kleinen Schwenker über meine aktuell nicht vorhandenen Lichtquellen in meiner Wohnung*
Evelin: Jetzt erstmal herzlich willkommen. Wie war eure Woche so bisher? Wie geht es euch?
Bennet: Voll gut! Die Woche war eigentlich ziemlich cool, weil wir noch spontan einen Radioauftritt bei Radio 1 reingekriegt haben, den wir heute noch machen. Und wir sind am Vorbereiten auf die Nachholtermine. Das ist jetzt quasi unser Probekonzert bei Radio 1 (beide lachen).
Anton: Das Livekonzert im Radio ist unser Probekonzert für die eigene Show am nächsten Tag. Aber war ganz schön, weil als die Tour eigentlich im November stattfinden sollte, war alles relativ gedrängt. Weil wir noch unsere eigene Licht-Show aufgebaut haben, alles gemappt und so. Man kriegt alles gerade so fertig und jetzt war es ganz schön, weil wir jetzt noch mehr Zeit gehabt haben um an ein paar Sachen zu feilen.
Bennet: Eigentlich noch ein bisschen zu proben (lacht).
„Das war schon ein ziemliches Desaster“
Evelin: Ich war ja auch bei dem Tour-Start in Köln dabei und ich fand die Show total toll und war richtig begeistert. Und umso mehr leid tat es mir dann, dass Bennets Gesundheit für die Shows danach einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Wie war das Ganze so für euch, als ihr die Termine absagen und Nachholtermine finden musste?
Anton: Das war schon ein ziemliches Desaster. Im Nachhinein sind das so lustige psychologische Dinge, die da ablaufen. Ich weiß noch genau wie wir am Morgen nach Köln, wo wir dann eigentlich in Bochum am gleichen Tag spielen sollten, aufgestanden sind. Bennet hatte so offensichtlich überhaupt gar keine Stimme zum Sprechen. Aber wir waren trotzdem noch so: „Lass mal gucken, wie es so läuft“.
Bennet: Bis dahin ist sie bestimmt wieder da (beide lachen).
Anton: Irgendwann musste man sich der Realität beugen und sagen: „Okay, wir können das Konzert nicht spielen.“ Wenn du dann auf den Morgen zurückschaust und denkst: „In welchem Mindset warst du, wenn du glaubst, dass du morgens aufsteht und es ist keine Stimme zum Sprechen da?“. Die Sachen sind sehr schwierig zu singen, laut und hoch und pipapo. Wie man geglaubt hat, dass es eventuell noch funktionieren könnte. Wie man so Stück für Stück erst realisiert, dass es wirklich nicht gehen wird. Das fand ich irgendwie interessant.
Bennet: Voll und so hat es sich ja auch weitergezogen von Tag zu Tag. Wir haben immer gesagt: „Das passt und übermorgen ist sie wieder da, das geht, das können wir machen.“ Und dann haben wir immer am Tag des Gigs erst richtig abgesagt. War krass, dass alle das so mitgemacht haben, unsere Booking Agentur und die Clubs. Die sind irgendwie gerade sehr darauf ausgerichtet, flexibel Sachen rumzushiften.
Anton: Ja, und auch den Gig, den wir dann für die anderthalb Wochen später in München verschoben haben. Ich glaube, der war auch irgendwie vorher frei geworden von Leuten, die da was weggeschoben haben.
Bennet: Ja, ich glaube auch, die konnten Sachen einfach machen, weil andere Bands auch verschieben mussten. Bei dem Club in München, da sollten wir in der Woche spielen, Mele und Trille. Beides Leute, die wir persönlich kennen, die alle in dem gleichen Club spielen sollten innerhalb von diesem ganz kurzen Zeitraum und keiner hat da gespielt.
Anton: Alle mussten krankheitsbedingt absagen, alle wegen der gleichen Sachen.
Evelin: Aber mega gut, dass ihr das so schnell organisiert bekommen habt!
Anton: Ja, das war gut, dass wir so schnell neue Termine gefunden haben. Aber ich glaube, die Venues sind diese Konzertverschiebungen jetzt alle gewöhnt sind, und dass wir halt auch nur drei Leute sind. Bei uns ist es noch relativ leicht. Wenn du mit einer zehnköpfigen Crew unterwegs bist und alle müssen dabei sein. Na, dann funktioniert das nicht, irgendwelche Sachen auf vier Wochen später zu verschieben.
Bennet: Aber bei solchen Crews hast du dann eher die Möglichkeit, jemanden zu ersetzen. Und bei jedem, der bei uns ausfällt, ist das so ein Riesending.
Anton: Von den drei Leuten kann man jetzt nicht nur einen ersetzen. Das stimmt, das funktioniert nicht.
Bennet: Aber zum Beispiel Basti, unser Support, ist dann noch ein bisschen länger krank geblieben und konnte bei den zwei Shows, die wir dann noch gemacht haben auch nicht dabei sein. Das war auch natürlich schade.
Anton: Aber der ist ab jetzt ab wieder dabei!
„Wir müssen wirklich alles immer sehr verinnerlichen“
Evelin: Mega, in voller Besatzung also! Ich finde, man merkt richtig krass, – besonders weil ihr so eine kleine Besetzung habt – wie viel Arbeit ihr in die Shows steckt. Was sind Herausforderungen, auf die ihr live tretet?
Anton: Die größte Herausforderung ist, dass es ja elektronische Musik ist, die wir machen: sehr viele Synthesizer, elektronische Sounds und Samples usw. Und dass wir uns aber trotzdem den Anspruch gesetzt haben, das alles live zu spielen. Das heißt, alle Sounds, die man hört, die werden auch von uns abgefeuert und es gibt keinen Backing Track. Wenn man das zu zweit versucht umzusetzen, heißt das, damit wir neue Songs auf der Bühne spielen können, wir jedes Mal gucken müssen, wie wir das auf die verschiedenen Pads, die ich dort habe, legen können. Was können wir mit was zusammenspielen und wie können wir das runter kondensieren, dass wir das noch genauso live spielen können? Das ist, glaube ich, für mich die große Herausforderung.
Bennet: Ja stimmt, das ist auch vor allem bei dir natürlich. Ich schieb immer mehr Sachen zu Anton rüber, was eigentlich ganz gut ist für mich, damit ich mich mehr aufs Singen konzentrieren kann. Aber er hat wirklich viel zu tun. Also manchmal macht ein Pad ein Sample, es verstimmt aber auch noch gleichzeitig die Bassdrum, macht einen Hall an und jetzt auch noch das Licht dann hinten auf Rot. Das muss dann halt auch im richtigen Moment gehauen werden. Ja, es ist schon sehr ausgefummelt.
Anton: Ja, und das funktioniert bei mir eigentlich auch nur, weil die Sachen so richtig in mein Unterbewusstsein absinken müssen, damit ich dann zusätzlich noch Backing Vocals machen kann. Sonst funktioniert das nicht. Das heißt, neue Songs bei uns zu arrangieren ist meistens eine ziemlich langwierige Geschichte.
Bennet: Ja, und wir müssen es wirklich auch alles immer sehr verinnerlichen, wie du sagst. Es gibt, glaube ich, Leute, die Sachen ein bisschen mehr aus dem Ärmel schütteln können, weil es ähnliche Sachen sind. Aber bei uns sind die Beats immer was ganz anderes, da musst du ganz andere Abläufe reintun. Aber vor allem vielen Dank für die Frage. Das ist schön, dass du das so wahrgenommen hast.
„Dass Leute für uns da sind, das kennen wir eigentlich noch gar nicht so richtig“
Evelin: Ich fand es auch total schockierend, als ihr meinte, dass es eure erste richtige Tour ist.
Anton: Naja, erste Tour ist auch relativ zu sehen.
Bennet: Bisschen misleading haha.
Anton: Unsere erste eigene Headliner-Tour in Deutschland, dann stimmt es 100 %.
Bennet: Support Touren haben wir quasi schon gemacht. Das ist wirklich was anderes finde ich. Und dann haben wir diese Tour in Südostasien gemacht. Die war auch wirklich was ganz anderes. Aber bei allen Sachen kriegt man stellenweise eine Routine rein.
Anton: Aber den Aspekt, den man nicht hat, den wir jetzt bei einer Solo-Tour natürlich haben, ist diese ganze Verantwortung, dass das unsere Konzerte sind. Dass wir dafür verantwortlich sind, dass genügend Leute kommen, dass es an dem Abend läuft, dass wir am Ende auch den Merch verkaufen (lacht). Das Einzige, was fehlt, ist eigentlich, dass wir den Leuten Getränke zu bereiten. Das ist die einzige Verantwortung, die wir an dem Abend (in Köln) nicht übernommen haben.
Bennet: Ey, ganz ehrlich, ich habe mich so gefreut, als wir in Köln waren und dann habe ich gesagt: „Oh geil, da ist ja jetzt jemand, der die Tickets abreißt. Voll gut, dass die daran gedacht haben.“
Evelin: Sonst hättet ihr das auch gemacht (alle lachen).
Bennet: Das war jetzt schon auch das erste Mal für uns, dass wir den Teil daran so komplett auskosten konnten, der so rewarding ist auch beim Konzert. Dass Leute für uns da sind, das kennen wir eigentlich noch gar nicht so richtig. Und das war teilweise wirklich echt überwältigend, dass die Leute die Sachen mitsingen konnten.
Anton: Ja, erstaunlich textsicher. Das war von mir auch nicht so erwartet. Aber krass.
„Ich mache das nie wieder“
Evelin: Voll schön! Ihr habt das vorhin schon angesprochen. Aber ihr macht ja irgendwie alles mehr oder weniger selbst. Von Videoschnitt, Grafik, Merch verkaufen, etc. Woher kommt das und was gibt euch das?
Anton: Es stimmt so, wir machen alles selber. Aber es ist nicht das gleiche, wie wir machen alles alleine. Es gibt natürlich Leute, mit denen wir viel zusammenarbeiten, zum Beispiel Anne, mit der wir ganz viel zusammenarbeiten für die ganzen Fotos. Oder auch bei den Videos, die wir gemacht haben, wirklich teilweise große Crews aus unserem Zirkel sind, die bei den Videos mithelfen. Wir drehen natürlich keines dieser Videos zu zweit, sondern es sind immer viele Leute aus dem Netzwerk, das wir aufgebaut haben, am Start.
Bennet: Also ich glaube, für uns ist es, wie das Songschreiben auch ein Teil der Kunst und so ein therapeutischer Prozess. Ich merke das auch bei den Videos, so: „Ah ja, eigentlich habe ich das auch noch ein bisschen gebraucht, um zu raffen, worum es im Song geht“. Trotzdem denke ich manchmal, das ist dann so viel, was man sich auferlegt und gerade in dieser ganzen Releasephase. Dann haben wir am Freitag den Release, es muss alles aber noch gegradet werden, der der Schnitt muss noch fertig gemacht werden, dann in After Effects die ganzen Seile rausretuschiert und dann spitzt sich das alles so zu, dass man irgendwann denkt: „Okay, ich mache das nie wieder. Das kann jemand anders machen.“ Aber ja, ist auch trotzdem irgendwie wichtig für uns oder dieses Videoding nochmal ein bisschen mehr wichtig für mich eigentlich.
Anton: Ich bin immer der, der versucht zu sagen: „Können wir nicht ein bisschen weniger aufwendiges Video machen?“ Und er sagt „Ach ja, das geht ganz schnell…“
Bennet: Es nervt ihn richtig (lacht).
Anton: „… wir müssen nur kurz die Seile hier rausretuschieren und am Ende sitzen da 10 Leute die ganzen Nächte, nicht 10, aber fünf Leute daran, diese Seile rauszuretuschieren.
Bennet: Zu acht waren wir glaub ich.
Anton: Na dann wars ja gar nicht übertrieben. Also ich reg mich auch deswegen auf, weil ich natürlich nicht geholfen habe, irgendwelche Seile rauszuretuschieren, weil ich kann mit After Effects nicht umgehen. Was soll ich machen? (lacht)
Bennet: Aber das ist natürlich auch so ein bisschen das Ding. Es geht, weil wir in diesem Raum hier irgendwie unterwegs sind, dass wir ein paar Leute kennengelernt haben, die Filme machen. Und es sind auch Freunde von uns. Sonst wird es auch nicht gehen.
Evelin: Sonst müsste Anton After Effects lernen.
Anton: Wo ichs gesagt habe, habe ich gerade drüber nachgedacht, dass ich natürlich schon mal für so ein Video von uns Sachen gemacht habe. Da hab ich was animiert.
„Es ist ein sehr unterbewusster Prozess“
Evelin: Um so ein bisschen mehr aufs Album zu sprechen zu kommen: Es ist ja jetzt seit gut drei Monaten draußen und bei mir auf jeden Fall noch immer in Dauerschleife. Was macht die Veröffentlichung von diesem Album so besonders?
Bennet: Das habe ich jetzt gemerkt bei dem Album. Ich finde, dass sich wirklich jedes Album immer anfühlt wie so ein ganz neues Ding. Ich habe nie das Gefühl: „Ah okay, jetzt passiert das, jetzt passiert das, …“ Und wir haben diese Abläufe und spulen die ab, sondern es ist immer anders. Und es ist mir jetzt erst klar geworden, dass das eigentlich auch ganz schön crazy ist und irgendwie auch Teil des Hustles ausmacht. Aber ja, was jetzt eigentlich gar nicht so interessant für euch ist, wahrscheinlich nur für mich (lacht).
Evelin: Passiert das unbewusst oder setzt ihr euch dahin: „Okay, mit diesem Album, machen wir was anderes“?
Anton: Das wollt ich auch gerade schon sagen. Ich glaube, dazu ist wichtig zu verstehen, wie bei uns überhaupt der Songschreib-Prozess funktioniert und wie sich die Themen zu den Songs überhaupt entwickeln. Es ist schon ein sehr unterbewusster Prozess. Wirklich interessant finde ich, dass wie die Songs entstehen und wenn Bennet dazu die Texte schreibt und sich Stück für Stück so ein Song herauskristallisiert, dass wir uns oftmals zusammen den Song anhören und man gemeinsam im Prinzip entdeckt, worum es in dem Song eigentlich geht.
„Man erkennt gemeinsam, worum es in dem Song eigentlich geht.“
Es gibt nie oder fast nie, einen Plan dazu, einen Song zu schreiben. Sondern ein Song entsteht irgendwie und man muss auch selber dechiffrieren, worum es in dem Song eigentlich geht und was das eigentliche Thema des Songs ist, welche unterbewussten Prozesse sich da an die Oberfläche geboxt haben. Und das Album ist quasi die Kollektion der unterbewussten Prozesse der letzten zwei Jahre. Dementsprechend ist das, was uns oder was die Texte angeht natürlich vor allem Bennet jetzt in dem Moment am nächsten ist, weil da sind die aktuellen Themen drauf. Über unseren Prozess, ist ein neues Album immer das, was am krassesten ist, weil es das ist, was an der jetzigen Version von dir selbst oder von uns am nächsten dran ist.
„Mit dem großen Plan der Außenwirkung sind die Songs nicht geschrieben“
Evelin: Weil das Album ja so persönlich ist, was erhofft ihr euch, was eure Hörer*innen daraus mitnehmen?
Bennet: Diese Gedanken gibt es immer beim Songschreiben nicht so richtig. Ich lass da Sachen raus und ich finds dann immer total verrückt zu sehen, dass Leute auch mit diesen Sachen, die quasi ganz persönliche, ganz private Geschichten von mir sind, bei denen ich manchmal das Gefühl habe, damit kann eigentlich kein Mensch außer mir was anfangen, connecten und daraus Sachen für sich ziehen. Dass das funktioniert, finde ich einfach schon total den Mind Fuck.
Anton: Ich finde es echt krass, was uns da für persönliche Geschichten von Leuten erreichen. Was diese Songs mit denen gemacht haben. Was war nochmal dieses Beispiel mit „Tut mir gut, tut mir leid“ und den Geschwistern? Ich versuche, mich zu erinnern.
Bennet: Achso ja, stimmt! Da hat sich die eine Person immer so ein bisschen im Zugzwang gefühlt, zu antworten. Dieses ganze Kommunikationsthema, das dann über den Song ziemlich auf den Punkt gebracht worden ist, anscheinend.
Anton: Und dann hat es da auch geholfen, das zu artikulieren und diesen Konflikt ein bisschen aufzulösen. Wenn ichs richtig in Erinnerung habe, ist schon ein bisschen her. Aber das zeigt, dass obwohl die Songs so ultra persönlich sind und eigentlich die ganz persönlichen Geschichten von Bennet, dass es offensichtlich genug Leute gibt, die damit connecten können. Entweder dadurch, dass sie vielleicht doch nicht so explizit sind und ein bisschen Interpretationsspielraum lassen. Oder einfach auch, weil natürlich viele Leute trotzdem selbst was Ähnliches erleben.
Bennet: Ja, voll! Ich denk dann da auch ja immer nicht so richtig dran. Aber es gibt natürlich immer viele Leute, die ähnliche Sachen erleben wie man selbst. Nur checkt man es halt nicht. Es gibt diesen einen Song, „33 Prozent“ über meine Kopfverletzung. Das war wirklich sehr, sehr knapp war und sehr so mit Leben und Tod, alles ziemlich haarscharf. Eigentlich haben so gut wie alle Menschen so eine Situation erlebt in ihrem nahen Umkreis. Und das habe ich echt einfach nicht auf dem Schirm. Da haben sich ganz viele Leute dazu gemeldet, dass es was mit denen gemacht hat und so was ist krass. Das haben wir uns aber nie erhofft vorher.
Anton: Genau mit dem großen Plan der Außenwirkung sind die Dinger nicht geschrieben, sondern halt immer irgendwie Sachen rauslassen.
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„Das ist alles mein Shit, den ich rauslasse und das tut mir gut“
Evelin: Aber ist ja schön, wenn man selbst in seiner Blase lebt. Aber dann doch sieht, dass wir alle ziemlich gleich sind. Ihr – oder Bennet eher spricht sehr selbst-reflektierende Themen an, die vielleicht etwas unkonventionell sind oder worüber viele sich nicht trauen, zu sprechen. Kostet sowas Überwindung? Oder ist das wirklich so eine Art Stream of Consciousness und denkst du gar nicht darüber nach, dass so viele Leute das zu hören?
Bennet: Ja, es ist so, wie du es sagst (lacht). Ich mache mir keine Gedanken darüber beim Schreiben. Und das ist auch dann das, was ein bisschen einholt beim Release-Prozess oder wenn ich die Sachen dann jemandem zeige. Dann merke ich irgendwann: „Ah ja, krass“. Vielleicht auch dann manchmal ein bisschen unangenehm. Aber es ist für mich auch die einzige Art, das zu machen. Deswegen werde ich es auch nicht ändern, also kann ich es nicht ändern. Das ist eigentlich auch, was der Album-Titel sagt. Das ist alles mein Shit, den ich rauslasse und das tut mir gut, das zu machen. Aber es tut mir auch leid, wenn manchmal Leute dann da drin vorkommen oder damit dealen müssen. Und die können vielleicht keinen Song da drüber schreiben oder die werden nicht so richtig gefragt.
Anton: Genau die müssten jetzt alles schlucken. Deine Eltern können zu „33 Prozent“ keinen Response-Song schreiben, um das alles wieder loszuwerden.
Bennet: Weiß auch gar nicht, ob die da so ein Bedürfnisse haben.
Anton: Ja, aber zum Beispiel bei dem Song ist es wahrscheinlich wirklich krass für die Leute, den zu hören und um die es persönlich geht. Also zumindest war das mein Eindruck.
„Aus Angst, süchtig zu werden“
Evelin: Und gibt es einen Song, neben „33 Prozent“ der euch beiden besonders am Herzen liegt?
Bennet: Ich find eigentlich „Overdose“ einen, der mir besonders am Herzen liegt, weil es um Sucht geht. Und das war wirklich ein Thema, bei dem ich gedacht habe, darüber würde ich wirklich gerne mal schreiben. Weil ich selber ein bisschen aus Angst, süchtig zu werden, ziemlich abstinent lebe und gar keine Drogen konsumiere usw. Deswegen wars auch sehr wichtig für mich, das mal zu beschreiben. Und dann auch in Korrelation zu „Adrenalin“, der so ein bisschen meine Online Sexsucht behandelt hat. Also weil ich glaube, dass ich aus Angst, schnell süchtig, abhängig zu sein, diese Sachen gar nicht erst anfange. Und ich habe das Gefühl, dass ich durch diese Online Sexsucht, die ich hatte, einen Beweis habe, dass ich dafür anfällig bin. Und das sind immer Themen, die bei mir auftauchen, weil alle Leute fragen einen immer: „Warum trinkst du nix? Oder warum rauchst du nicht und nimmst keine Drogen usw.“
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Evelin: Aber woher kommt die Angst davor, süchtig zu werden? Gab es da einen bestimmten Auslöser?
Bennet: Ja, das war sozusagen so ein bisschen mit der Online-Sex-Sucht und worum es in „Adrenalin“ geht. Das ist auch, glaube ich, ziemlich kryptisch in „Adrenalin“. Das sind Sachen, die unangenehm sind, darüber zu sprechen. Aber ich hatte da so eine Phase, wo ich auf Chat Roulette rumgecreept bin und probiert hab, mit irgendwelchen Leuten Online-Sex zu haben und davon echt nicht so richtig weggekommen bin. Es hat mich so richtig eingesaugt. Ich glaube, das hat auch so ein bisschen zu tun mit diesen Glücksspiel-Mechanismen, dass du immer weiterklickst, und weißt, das gibt es so eine Art Zufallsprinzip. Und ja, da seh ich tatsächlich so einen Zusammenhang, der sich über das Album da rausgeschält hat.
Evelin: Hilft dir das dann bei solchen Themen das durch das Schreiben zu verarbeiten und die Musik als Therapie zu nutzen? Merkst du davon Effekte, wenn du dir das so quasi von der Last schreibst?
Bennet: Ja, voll. Ich habe darüber auch noch nie mit irgendjemandem geredet. Und das war einfach irgendwann angenehm, Sachen immer so nicht alleine mit sich rumtragen zu müssen. Und wenn Leute davon wissen, dann ist das zwar unangenehm, aber auch ein bisschen ein reinigender Prozess. Es ist ja auch letztendlich nicht so schlimm, diese Sucht ist ja jetzt nicht so furchtbar. Du gehst ja daran nicht zugrunde. Aber ich will auch meine Zeit damit nicht verlieren und wenn du das dann so preisgegeben hast, ist das schon hilfreich.
„Aber das ist ja totaler Quatsch“
Evelin: Um noch mal zu einem anderen Song zu kommen. Worum geht es in „Guck ich dich immer an“ und was war die Idee hinter dem Musikvideo? Das sah nach sehr viel Spaß aus.
Bennet: Witzig, gute Frage! Wir werden eigentlich voll selten zu den Musikvideos gefragt, obwohl wir ganz viele machen (lacht).
Anton: Stimmt!
Bennet: Die Idee war, eine Beziehung darzustellen und dass es einen Song gibt, der die verschiedenen Stadien oder Erinnerungen an die Beziehung wieder hervorruft. Und das war die Idee, dass wir eine Beziehung darstellen und verschiedene Szenen daraus, an die sich dann jeweils erinnert wird.
Anton: So gibt es eben verschiedenen Parts für die verschiedenen Phasen der Beziehung.
Bennet: Und dann bei „Bei der einen Stelle im Song“ wird es dann immer emotional und das ist das, was der Song erzählt. Auch lustig, weil so verstehen wir es halt, aber manchmal ist es glaube ich, gar nicht so offensichtlich. Für mich ist es einfach so: „Okay, wir haben halt das gemacht, was der Song sagt.“ Aber das ist ja totaler Quatsch. Du kannst es natürlich nicht so sehen, wenn man nicht so den Einblick in unsere Köpfe hat. Und das war aber wirklich ein sehr, sehr lustiger Dreh, aber auch echt anstrengend. Wir mussten alles relativ kurzfristig machen, mal wieder.
Anton: Und die kompletten Pläne geändert ein paar Tage vorher.
Bennet: Ja, wir wollten eigentlich auch Darstellende dafür bekommen.
Anton: Und dann keine gefunden und mussten es selber machen (beide lachen).
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Evelin: Dann komme jetzt schon zu meiner letzten Frage, weil ich sehe, dass mein Gratis Zoom Abo die Zeit schon runterzählt. Unsere altbewährte Abschlussfrage: Habt ihr eine untold story für mich?
Bennet: Oh, Moment.
Evelin: Ja, so on the spot manchmal ein bisschen schwierig.
Bennet: Ja, eigentlich gut, man hätte so was einfach parat. Wir hatten das einmal, dass uns dieser Stein durchs Dachfenster geflogen ist. Das haben wir aber bestimmt einmal irgendwo erzählt.
Anton: Nee, das glaub ich nicht. Das ist schon sehr, sehr lange her. Wir sind von einem Gig nach Hause gefahren, aus Mannheim oder so zurück nach Berlin. Da waren wir noch zu viert und auf der Autobahn und auf einmal *insert Sound-Effects* zerplatzt das Dachfenster.
Bennet: Ja, so ein kleines Schiebeding. Das war auch nur so ein kleiner PKW, in dem wir gefahren sind und da gab es so ein Dach. Und ich habe das wirklich bis jetzt noch vor Augen, wie das aussieht. Mein Bruder war noch in der Band. Ich glaube, ihr saßt vorne und ich war hinten. Und ich habe auf einmal gesehen von hinten, wie die beiden (Anton und Aljoscha) vorne sitzen und von oben kommt es so runter (gestikuliert wild).
Manchmal macht es die Wahrnehmung ja so, dass sich alles in Slow-Mo abspielt und sich die Bilder auch so reinfressen. Das sah aus wie Wasser und das ist in tausend Teile zersplittert. Ein Glück ist Aljoscha einfach weiter gefahren, aber hat total den Schock bekommen. Dann sind wir raus und wir haben es auch überhaupt nicht verstanden. Du hattest da drin keinen Stein oder so, das war kein crazy Gewitter oder Hagel, es gab nichts. Keiner ist vor uns gefahren und es gab keine Brücke.
Anton: Was hat die Polizei gesagt? Es war wahrscheinlich irgendein Ast.
Bennet: Es war mit Sicherheit einfach…ne Art Bestimmung.
Anton: Wir mussten rausfahren, dass irgendwas anderes nicht passiert wäre.
Bennet: Wahrscheinlich.
Anton: Auf der Autobahn zu fahren ist natürlich schon ein großer Anteil des Alltages, wenn man auf Tour ist, ne? Wir haben einige krasse Sachen erlebt. Zum Beispiel auch, wo wir 6 Stunden lang auf dieser Vollsperrung mit Eis und Schnee festsaßen und dann eingeschlafen und wieder aufgemacht sind und wir standen immer noch in der Vollsperrung (beide lachen). Na ja, also so ist es. Das sind so unsere Geschichten.
Evelin: Gute Geschichten auf jeden Fall. Ich bin froh, dass niemandem was passiert ist.
Bennet: Aber ja, wir brainstormen da nochmal. Wenn uns noch was einfällt, schreiben wir dir nochmal.
Evelin: Ja genau, kleiner Nachtrag von der Redaktion. Habt ihr noch irgendwas, was ihr loswerden möchtet zum Schluss?
Anton: Wir laden alle Leute herzlich zu den verbleibenden Shows der Tour zu kommen. Weil es das für uns das Album komplettiert. Das bringt diesen Zyklus erst zu Ende und wir freuen uns über alle, die nach Bochum, Oldenburg und Hamburg kommen. Natürlich auch Berlin, aber da gibt es keine Karten mehr (lacht).
Evelin: Dann danke für das tolle Gespräch und viel Spaß bei den Shows und ich freu mich ungemein, was noch alles von euch kommt.
Anton: Danke dir für das nette Interview!
Bennet: Vielen Dank! War voll schön, dich wiederzusehen.
Gehen Sie auf die Tour, sie ist sehr gut
Dann bleibt mir auch nur noch zu sagen, besucht auf jeden Fall eine der anstehenden Show, denn es ist es wirklich mehr als wert! Die beiden machen das mit so viel Fleiß und Liebe und das Ergebnis überzeugt von hinten bis vorne! Unten könnt ihr schon mal eure Textsicherheit für die neuen Songs trainieren 😉
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Mit „So naiv sind wir nicht“ trat Es brennt im Mai 2022 auf die Bildfläche des deutschen Indie-Rocks. Der starke Text mit Lines wie „Wir sind eingesperrt, aber fangen lassen wir uns nicht“ oder „im Zweifel eine Mauer, aber Krieg führen wir nicht“ hat mich der Song direkt in seinen Bann gezogen. Von Es brennt gab es damals noch keine Infos. Es brennt war lediglich ein Spotify Profil für mich. Auf dem Bild ist Sänger Sören zu sehen. Das war alles.
Gut sieben Monate später haben Sören Geißenhöner und Magnus Wichmann – die Gesichter hinter Esbrennt – eine EP und vier neue Songs rausgebracht. Dazu Musikvideos und eine Menge meinungsstarker Texte. Beim Picky Magazine beschreibt das Duo ihre Musik als Anti-Pop. Finde ich passend, denn textlich geht es bei Es brennt irgendwie immer wieder um eine Art Anti-Haltung. So auch auf dem neuesten Song „Kaputt„, den ich euch jetzt vorstellen möchte.
„Meine Moral ist taub für jede Predigt“
Sich selbst anzweifeln, die Gesellschaft anzweifeln, Prinzipien anzweifeln. Warum leben wir so wie wir leben? Das sind keine Sätze und Fragen aus einer trotzigen Teenie-Zeit oder der Ausdruck einer Midlife Crisis, sondern ernstzunehmende Zweifel. Wenn wir mal ehrlich sind, dann haben wir uns das doch alle schon einmal gedacht. „Kaputt“ spricht ehrlich und unverschönt aus, was mein verkorkstes Gehirn in einer „ich überdenke jetzt mal wieder alles“-Phase hervorbringt.
Sören sagt selbst über den Song: „Er beschreibt die Überheblichkeit des Menschen. Seine Unangepasstheit, im negativsten Sinne. Die Ausmaße seines unreflektierten Handelns und so weiter.“
„Ich handle oft unüberlegen, doch fühle mich so überlegen“
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Das Musikvideo spitzt das Gefühl, das „Kaputt“ überbringt noch einmal zu. Während ich dabei zuschaue, wie Sören in zwei Charakteren über den Berliner Weihnachtsmarkt geht, schäme ich mich schon fast selbst. Konsumgier und verschwenderische Lebensweise stehen verwirrender, innerer Leere und Unverständnis gegenüber. Zustände, mit denen man konfrontiert wird, wenn man sich die obengenannten Fragen stellt.
„Ich habe also gedacht, das können wir gut auf einem Rummel darstellen in dem ich einen völlig Wahnsinnigen spiele. Voller Gier und Hast. Auf der Jagd nach dem nächsten Konsum. Immer zu viel, zu schnell, zu sehr… Im Kontrast dazu spiele ich noch einen zweiten Charakter, der abgestumpft vom Trubel und Konsum, gar nichts mehr fühlt. Er wandelt seelenlos über den Markt und ist zwar dort, aber nimmt nicht dran teil“, erklärt Sören die Idee hinter dem Musikvideo.
Die Menschen sind kaputt?
Ja, kaputt fühle ich mich oft – und damit meine ich nicht den körperlichen Zustand. So gut wie jede Line in „Kaputt“ regt zum Nachdenken an. Wie verhalte ich mich überhaupt? Wie möchte ich mich verhalten? Wie sehe ich die Welt um mich herum? Wie sieht die Welt um mich herum mich? … Die Liste an Fragen könnte noch unendlich weitergeführt werden. Doch bevor ich mich um Kopf und Kragen rede/schreibe, hört doch einfach selbst rein in die Texte von Es brennt.
Hier könnt ihr „Kaputt“ von Es brennt hören, in eure Playlists packen und mit Freund*innen teilen:
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Szene: Ich sitze im Zug Richtung Paris und habe Schwierigkeiten mich zu konzentrieren, denn genug Schlaf habe ich diese Woche mal wieder nicht bekommen. Dieses Setting beschreibt mein 2022 eigentlich ganz gut. Es war geprägt von ständigem Hin und Her, Chaos und Rastlosigkeit, größtenteils aber im positiven Sinne.
Queue das erste Quartal des Jahres: Stuck in einem unfassbar langweiligen und null erfüllenden Job hat mir das Universum eine Hand raus aus meiner Apathie gereicht. Fast forward zu heute: Ein halbes Jahr später hab ich zwar weniger Zeit, insbesondere für unser nicht mehr so kleines Musikmagazin (gerade durch meine Artikel geblättert, musste ich zu meinem Entsetzen feststellen, dass ich seit Juli nichts mehr geschrieben hab), dafür ist meine zweite Leidenschaft Teil meines Berufs geworden: das Reisen.
Willkommenes Durcheinander
Diese Woche kommerzielle Weihnachtsluft in Paris schnuppern und nächste Woche wahres Wintermärchen in Lappland erleben. Und so unterschiedlich und chaotisch war meine diesjährige musikalische Reise: Von unerschlossenen Gebieten zurück zu Orten, die sich schon fast wie Heimat anfühlen.
Ich muss ehrlich sagen, der Speicherplatz in meinem Gedächtnis wird immer noch nicht optimal genutzt und deshalb fällt es mir unglaublich schwer, mich an die erste Hälfte des Jahres zu erinnern. Vielleicht liegt das auch daran, dass mir mein Handy in dem Zeitraum gestohlen wurde und ich ohne meine Fotogalerie nichts in meinem Kopf behalten kann. Deshalb starten wir irgendwo bei 35 Grad plus in einer Wohnung ohne Klimaanlage.
I was wrong I admit it
Hier beginnt meine kleine Liebesaffäre, die sich mittlerweile in eine mehr oder wenige stabile Beziehung entwickelt hat. So einige, die mich kennen, werden sich denken, ich befinde mich in einer Quarter-Life-Crisis. Denn ich war mit die Erste, die Menschen, die Elektro feiern und auf Raves gehen, eher mit Unverständnis begegnet ist.
Gut, letzteres ist immer noch nichts für mich und von wirklich hartem Elektro oder Techno werde ich mich auch in Zukunft erstmal fernhalten. Aber so einiger Elektro und House hat mich dann doch rumgekriegt. Und verantwortlich dafür ist genau eine Person.
Die einstige Neugierde hat sich innerhalb von nur 20 Min. seines Sets auf einem Festival zu einer Obsession à la 2014 Tumblr-Ära gemausert (dazu auch später noch mehr). Man wird es sich wahrscheinlich schon denken können, aber es handelt sich um Fred Again..
Ich kann nicht genau beschreiben, was seine Musik mit mir macht, aber sie katapultiert mich in eine Ecke meines Gehirns, wo ich nur die Sounds des Launchpads hör und nichts anderes mehr wichtig ist. Melancholie mit Elektro, House und Pop gepaart ergibt eine Mischung, die so einzigartig ist, bei der ich ohne Bedenken sagen kann, dass das Ergebnis mich für immer begleiten wird.
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Andere wundervolle Artists in dieser Sparte, die mich ähnlich begeistert haben, sind: Saint Jude, Godford, 49th & Main, PaulWetz, TSHA und ein kleines Easter Egg, was ich diese Woche erst entdeckt hab, mich aber sofort umgehauen hat: Skin Care von Search Yiu (dieses Intro schon uff).
Kurzer Liebesbrief an AB Syndrom
Das Theme meiner Musik-Historie 2022 ist der Sprung in experimentellere und das Sehnen nach familiären Sounds. Und das vereinen die Jungs von AB Syndromfür mich: Meine altbewährte Liebe für deutschen Indie und meine neue Leidenschaft für mehr elektronische Klänge. Ach, wie ich mich gefreut habe, auf dem Tour-Start in Köln dabeizusein.
Public Service Announcement: Ich würde euch allen dringlichst anraten, einen der Termine im Januar zu besuchen. Neben der Tatsache, dass die Musik einfach Extraklasse ist, merkt man wie viel Herzblut, Leidenschaft und Arbeit in diese Shows fließt. Ich war völlig aus den Socken, so wie der Rest des Publikums und den Erfolg verdienen die zwei allemal. Die Tour wurde übrigens auch von uns präsentiert und in ein paar Wochen könnt ihr euch auf ein Interview mit den zwei und mir freuen.
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Ich hatte ja ganz nebenbei erwähnt, dass Fred Again.. sich in meine Kult-Artists eingereiht hat und diese Leidenschaft der von 2014 ähnelt. (Ich weine innerlich immer noch, weil ich es nicht zum Konzert in Brüssel geschafft hab, naja).
Jedenfalls reiht sich der werte Herr zu Favourites der geschädigten Jugend wie The 1975, Arctic Monkeys, The NBHD, Lorde, MARINA, Florence and so on ein. Dazu zähle ich auch mich. Und wie einige andere aus dem Team und meiner TikTok-Bubble, habe ich mich auch dabei erwischt, wie ich „tumblr era“, „tumblr phase“ und „tumblr 2014“ in die Spotify Suche eingegeben hat. Und fix begann das Suhlen in Selbstmitleid wieder. Nein, Spaß. Eigentlich war es mega schön, ein wenig in Nostalgie zu versinken. Und dieser Sound lebt seitdem auch mietfrei in meinem Ohr:
Und so schließe ich also gähnend meinen Laptop sowie meinen Jahresrückblick und den Rest des Jahres ab und freue ich mich auf eine wohlverdiente Auszeit. Während dieser wird sicher auch meine passende Playlist rauf und runter laufen 😉 Meiner Meinung nach besser als jeder kitschiger Weihnachtsfilm-Soundtrack genau wie der Rückblick von 2021, aber ihr könnt selbst stillschweigend judgen.
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Wie spannend kann Female Rap sein? Seeeeeeeeehr!! Das beweist uns unsere heutige Konzertpräsentation. Denn wir laden euch ein zum Konzert von Shygirl am kommenden Dienstag, den 06. Dezember 2022 im Astra Kulturhaus. Die britische Künstlerin hält auf ihrer World Tour in nur 5 europäischen Städten und Berlin gehört glücklicherweise dazu! Bevor also der Hype um die unglaubliche versatile Künstler*in zu groß wird, um Tickets zu bekommen, schlagt noch schnell zu über unsere Ticketverlinkung!
Es ist irgendwie immer das Gleiche: Das Essen ist scheiße, aber die Musik unglaublich gut. Während die USA immer besser darin wird, massenweise weichgespülten Hip Hop durch die Radios zu schleusen, bringt Großbritannien, insbesondere London, immer wieder spannende musikalische Projekte hervor (Ed Sheeran ausgenommen). Shygirls erste Singles umspielten ganz intuitiv dem sich allmählich etablierenden Hyperpop. Doch auf dem zuletzt erschienenen Album „Nymph“ zeigt die Sängerin und Rapperin ihre Vielfältigkeit. Alles ist möglich und nichts klingt erzwungen! Die Leichtigkeit mit der Shygirl ihre Stimme butterweich über die genre-bending Instrumentals legt, macht unglaublich viel Spaß! Zudem umgibt die Britin eine unglaublich spannende Künstlerpersönlichkeit, die sekundenweise mit veralteten Stereotypen bricht. Ach, es ist eigentlich ganz leicht: Holt euch Tickets und genießt mir euren eigenen Ohren und Augen!
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Verfolgt Shygirl auf all ihren Socials wie zum Beispiel Instagram oder Spotify und denkt daran euch Tickets für das Konzert am 06.12.22 zu holen. Noch ist der Hype überschaubar und die Ticketpreise moderat.
Nicht lang schnacken, kauft Shygirl Karten!
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Vor etwas mehr als einem Monat hat Dayglow sein neues Album People In Motion veröffentlicht und verbreitet damit wieder mit einer Leichtigkeit gute Laune und Ohrwürmer. Musikalisch und klanglich knüpft er an seinem letzten Album Harmony House an, über das ich letztes Jahr bereits einen Artikel geschrieben habe, den ihr hier lesen könnt. Mit vielen Synthies und catchy Melodien hat Sloan, der hinter Dayglow steckt, seinen Sound gefunden. Wir haben mit ihm gesprochen und er verrät uns in dem Gespräch, wieso er gerne alleine an seinen musiklaischen Projekten arbeitet und was ihn selbst inspiriert.
Dayglow im Interview
Franzi: First things first, congrats to your new album! How does it feel putting new music out in the world and what reactions did you get so far?
Sloan: It’s been so exciting and refreshing. This is actually kind of my first “proper” release where I get to tour the music as people get familiar with the songs. It’s been super cool to see people react to it in real-time. I feel like I made something that really matters and I feel really proud of this record.
Franzi: Your music is often about everyday situations and feelings, also on your new album People in Motion. Do you use your music to express the topics that also occupy you, or can you simply empathize well with situations?
Sloan: It’s a fair share of both! I’m hyper-sensitive and very self aware, so I tend to over-exaggerate feelings inwardly. I think that helps fuel my songwriting and inspires me to expand on the mundane. Mostly I feel like my songs are personal feelings that I have, but sometimes it’s inspired by a conversation I overheard or just a general feeling towards the world/society at large.
Franzi: Is it important to you that your albums are understood as a concept and heard as a whole, or how is your own claim about that?
Sloan: I love when records are cohesive. I want to always pay as much attention as I can to every song that I release, and make every album feel like a new chapter is written in the book of Dayglow. It’s an unarguable fact that very few people listen to records entirely anymore, so I have to just accept that haha. But as far as me making the art, I want my records to feel full and have at least one song that anyone could enjoy.
Franzi: On your last album Harmony House I think I heard a recurring melody in the songs Something, Into Blue, Moving Out and Like Ivy. Did you hide such little Easter Eggs again on People in Motion or was that just a coincidence on the last album?
Sloan: For Harmony House, that was very intentional. The idea behind that record was to create the soundtrack to a sitcom that doesn’t exist– it was very much an artistic statement. For People in Motion, there isn’t as directly of an emotional tie between the songs, yet there are instruments and production tricks that I used throughout the record to make the album still feel cohesive. I wanted People in Motion to feel like a broader, bigger world, so I tried to have each song contain its own voice.
Franzi: You conceive, write, play and produce your music completely by yourself – Are you generally just more of a loner in your work or have you not yet found the right opportunity or people?
Sloan: I’m just a very specific artist and my vision is usually pretty clear of what I want to do. I find it easiest and most fulfilling if my vision can be executed as closely as I dreamed of it. I love people and I love to work with people on tour and performing live, but as far as creating the art, I think it just generally makes most sense if something comes directly from one source. That’s the purest form of expression in my opinion!
Franzi: Unfortunately, I don’t play music myself, but I find your “How I Made”-Videos super exciting and I really enjoy watching them. Will there also be a “How I Made”-Video for your new album?
Sloan: Yes I definitely plan on it! I absolutely love sharing all my secrets and just showing people how I make everything. That’s another special aspect of working alone – I can talk in specific detail as of why everything exists in the music!
Franzi: Speaking of How I Made, would you like to take us into the process of creating new songs a little? What inspires you? What do you start with: Melody or lyrics? Or is it different every time?
Sloan: It tends to be musical and melodic first. Melody seems to be the best way for me to translate emotion. I usually follow the music with lyrics that suit the feeling the music is expressing.
Franzi: Are there also certain musical role models for you?
Sloan: I love the band Phoenix, Tame Impala is a huge inspiration to me. One of my favorite musicians and writers is Paul Simon, so I love that era of music as well. So many great musicians… too many to count!
Franzi: What else gets you in motion – besides music and making music, of course – yourself?
Sloan: I personally just love spending time outside! Being in the sun and relaxing outdoors is one of my favorite things to do – it always feels like I can’t get enough!
Franzi: I always find it incredibly interesting what musicians themselves listen to. What are your three favorite songs or albums right now?
Sloan: Wow this is a tough one. If I have to condense it, I’d say
Expert in a Dying Field – The Beths
McCartney II – Paul McCartney
Graceland – Paul Simon
Franzi: The last question is our, or rather your, untold story. What story/anecdote/fun fact have you never shared in an interview, but would like to do so here?
Sloan: I’d have to think about this one, I can’t seem to think of anything too interesting about me right now!
I’m currently writing this interview in the greenroom at a venue in Indianapolis, Indiana doing some laundry. I love housekeeping work and keeping things organized, baby!
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Im vergangenen Monat waren wir auf dem Reeperbahn Festival unterwegs, das dieses Jahr zum 17. Mal stattgefunden hat. Vier Tage lang bietet das größte Clubfestival in Europa neben zahlreichen Konzerten auch Workshops und Vorträge an, die sich rund um die Popkultur drehen. Das Festival dient jedes Jahr als ein Ort des Zusammenkommens von Künstler*innen, Musik- und Kulturinteressierten sowie Fachbesucher*innen aus der ganzen Welt. Diskussionsrunden zu aktuellen Entwicklungen in der Musikwirtschaft sind ebenso im Programm. Das Reeperbahn Festival lohnt sich für alle, die Bock auf Livemusik haben und neue Acts entdecken wollen.
Auftakt mit BILBAO und Beachpeople
Musikalisch hat das Reeperbahn Festival für uns am Mittwoch mit der Band BILBAO im Spiegelzelt der Festival Village gestartet. Die Indie-Pop Band aus Hamburg lieferten einen energievollen Start in das Programm. Für die Jungs dürfte der Auftritt wohl etwas ganz besonderes gewesen sein, denn die Idee für die Gründung von BILBAO kam auf dem Reeperbahn Festival 2019. Passender als ihr tanzbarer Spätsommer-Indie-Pop hätte der Anfang nicht sein können.
Ganz anders ging es mit Beachpeople weiter. Bei gemütlicher Atmosphäre in den roten Samtsesseln des Imperial Theaters konnten wir dort sanften melancholischen Träumereien lauschen. Zwischen der enormen Lebhaftigkeit des Festivals konnte man sich dort der Musik völlig hingeben und vergaß jegliches Zeitgefühl.
Kaftklub legen die Reeperbahn lahm
Die Stimmung auf dem Reeperbahn Festival war krass. Wie könnte man das toppen? Eine Frage, die leicht zu beantworten ist. Auf dem Spielbudenplatz lief die Bavarian Export Session mit Elena Steri. Ein kurzer Blick über den Zaun und man sah, wie die komplette Reeperbahn abgesperrt wurde und eine Bühne mitten auf der Straße stand. Menschenmassen strömten auf die Bühne zu und es war kein Ende in Sicht. Was das bedeutet, merkte man ungefähr 30 Sekunden nachdem Elena Steri ihr Set auf der Bühne beim Spielbudenplatz beendet hatte.
Ein paar Meter weiter setzen Gitarren ein und Menschen jubelten. Und dann war Kraftklub da! Die Stimmung war nicht zu toppen. Einen Tag nach Album-Release sind alle im Kraftklub Fieber. Als dann auch noch Special Guest Casper auf die Bühne kommt, weiß man, dass dieser Gig zum Festival-Highlight werden könnte. Zum Schluss sprang noch Bill Kaulitz bei „Fahr mit mir (4×4)“ auf die Bühne.
Moshpit mit Paula Hartmann
Erwartungsvoll machten wir uns auf den Weg zu Paula Hartmann. Beim Uebel & Gefährlich angekommen, sahen wir schon viele andere in der Halle stehen. Die Vorfreude war natürlich nicht unbegründet! Friso kam als erster auf die Bühne. Ein Moshpit nach dem anderen spielte sich in der Mitte ab und Paulas melancholische Texte sangen alle mit, während zu den Beats getanzt wurde. Gegen Ende ihres Sets stimmte sie noch ihre Version von „Another Love“ von Tom Odell an. Stolz erzählte sie, dass sie am Tag vorher in Hamburg auf einem Konzert von ihm war. Genauso schön war es, als auch bei diesem Track alle mitsangen. Nach dem Konzert waren wir verschwitzt, aber vor allem glücklich und voller Euphorie.
Malerischer Indie-Rock mit M.Byrd und Luke Noa
Die St. Pauli-Kirche in Hamburg vermutet man erstmal nicht als Location für ein Musikfestival. Steht man aber im Gang neben den Kirchenbänken und schaut auf die Bühne, entwickelt sich ein unglaublicher Charme. Die beiden Künstler M.Byrd und Luke Noa haben dort im Rahmen des Festivals ein Konzert gegeben und mit ihrer Musik eine ganz besondere Atmosphäre kreiert. Das Zusammenspiel von Klang und Kulisse verlieh dem Clubkonzerte-Alltag eine schöne Abwechslung.
Die Kulisse war perfekt für den träumerischen Indie-Rock Sound von M.Byrd. Auch Luke Noa hat auf der Humming Records Labelnight im Drafthouse eine wahnsinnig gute Show mit Full-Band Line Up hingelegt. Seinen aktuellen Song „21“ hat er am Ende mit Sängerin Lina von Brockhoff performt – das war magisch.
Tränen bei der Betterov & Friends Session im Michel
Magisch ist auch das perfekte Wort für das Betterov & Friends Konzert im Michel. So besonders wie das Setting in der beeindruckenden Kirche, war auch die Setlist. Betterov betrat die Bühne, hinter ihm die Streicher, dirigiert von Tim Tautorat. Wir hörten Songs des neuen Albums und „Viertel vor Irgendwas“-Tracks, die sich warm und bekannt anfühlten. Im Verlauf des Konzerts kamen die Special Guests auf die Bühne. Novaa, Paula Hartmann, FIL BO RIVA und Olli Schulz performten jeweils einen Betterov-Track und einen eigenen Song im Duett. Irgendwann hatten wir aufgehört die Gänsehaut-Momente zu zählen – es waren sehr viele! Vor allem das Duett von Betterov und Paula Hartmann mit „Nie Verliebt“ war wunderschön. Zweistimmig sangen die beiden den letzten Chorus, dann setzen die Live-Streicher mit dem Outro ein. Der Klang der Kirche hat der*m einen oder anderen glitzernde Tränen über die Wangen geschickt.
Das offizielle Aftermovie vom Reeperbahn Festival 2022
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Heute rutscht uns eine Band mit Cowboy bzw. Cowgirl Feeling in die Tourpräsentation. Das österreichische Duo Cari Cari, das das Sommergefühl für ihre Songs gepachtet hat, tourt im November und Dezember diesen Jahres durch nahezu ganz Deutschland. Ob eure Stadt dabei ist, seht ihr wenn das Licht angeht (bzw. wenn ihr weiter runterscrollt).
30 Grad und es wird noch heißer!
Ihr sitzt im Cabrio auf einem sommerlichen Roadtrip über die Landstraßen und Offroad-Pisten eures Lieblingslandes, aber euch fehlt die passende Musik? Kein Problem seit es die Band Cari Cari gibt. Die Songs des Duos bringen euch durch jede mögliche Situation auf eurem Sommertrip. Sei es morgens wenn die ersten Sonnenstrahlen in den verschlafenen Campervan scheinen, bei der spontanen Erfrischung am See oder abends am Lagerfeuer mit Stockbrot. Ihr wollt, dass sich eure Reise durch die Hitze wie im Film anfühlt, ihr bekommt es!
Den Sommersoundtrack diesen Jahres haben Sängerin und Schlagzeugerin Stephanie Widmer sowie der ebenfalls singende Gitarrist Alexander Köck mit ihrer EP „Welcome To Kookoo Island“ bereits veröffentlicht. Es gibt nie einen unpassenden Moment, um sich die Sonne musikalisch ins Zimmer zu holen. Insbesondere wenn uns die sommerlichen Tage des überschwänglichen Genuss langsam zwischen den Fingern zerrinnen. *cryemoji*
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Die lange Liste der Konzertdaten in Deutschland findet ihr im Folgenden. Vergesst darüber hinaus nicht Cari Cari auf dem Streaming-Dienstleister eurer Wahl sowie auf Instagram zu folgen. Eine Verlinkung zum Spotify Profil findet ihr weiter unten.
Schon vor ein paar Wochen haben wir Euch das Sziget Festival 2022 in Budapest vorgestellt. Kurz zusammengefasst: Ein unschlagbares Line Up aus internationalen Mega-Stars und etablierten Indie-Pop Größen, eine entspannte Atmosphäre und ein ausgelassenes Publikum voller Menschen, die ihre Leidenschaft für unfassbar gute Musik teilen. Dazu gibt es ein umfangreiches Rahmenprogramm von Kunstbeiträgen bis hin zu Yoga am Strand. Genaueres gibt es für Euch noch einmal hier nachzulesen. Wen das alles noch nicht überzeugt (seien wir ehrlich, es gäbe sicher niemanden, der an dieser Stelle noch nicht überzeugt ist), für den haben wir noch ein Ass im Ärmel.
Ein besonderer Ort des Sziget
Wer sich unseren vorangegangenen Artikel zum Festival noch einmal vor Augen führt und das Line Up Revue passieren lässt, mag sich fragen: Gehen die ganzen Newcomer*innen zwischen den wirklich großen Nummern nicht unter? Eine klare, ehrliche Antwort darauf ist: Nein! Eigens für ausgewählte und sehr vielversprechende Newcomer*innen gibt es die ibis x ALL Europe Stage. Genauso große Nummern eben.
Bei der Bühne geht es ausschließlich um die besten internationalen Nachwuchsbands und neuesten Sensationen ungeachtet der Genres uns Styles. Auf dieser Bühne wird somit zusätzlich ein farbenfrohes, aufregendes Programm geboten. The Island Of Freedom schreibt selbst dazu: „Hier findet ihr die härtesten Rockbands, gefolgt von umwerfenden elektronischen Sets und aufregenden neuen Talenten aus allen erdenklichen Genres. Werde Teil dieses einwöchigen Musikerlebnisses und lerne die Stars der Zukunft kennen.“
Ja wer denn nun?
Mit jenen Stars der Zukunft sind beispielsweise Alina Pash (Ukraine), SYML (USA), Nova Twins (UK) oder French79 (Frankreich) gemeint. Aber auch die beiden Deutschen Acts Shelter Boy und Pabst werden auf dieser Bühne mit dem Publikum dieses Festival feiern. Das soll trotzdem noch nicht alles gewesen sein, denn insgesamt umfasst das Line Up der Ibis x ALL Europe Stage 29 Newcomer*innen. Für uns also genau das Richtige.
Einmal mehr zeigt das Sziget 2022, dass für jeden was dabei ist und sich die Reise nach Budapest wirklich lohnt! Wer mehr über diese und alle anderen Bühnen wissen möchte, wird hier definitiv fündig. Um die Festivalsaison also nun komplett zu machen, bleibt nur noch eins übrig: Plündert Eure Sparschweine, durchforstet auch die Ritzen Eurer Sofas, legt alles zusammen und kauft dieses Ticket! Es ist es wert.
Auch, wenn der Sommer die Hauptsaison für Festivals ist und man so am liebsten richtig gute Musik genießt und neue Acts entdeckt, heißt das nicht, dass der Herbst weniger zu bieten hat. Die Tage werden kürzer, das Wetter milder, die Getränke wärmer und die Konzerte kuscheliger. Also eine der Festivalsaison ebenbürtige Atmosphäre, in der man auf Newcomer-Entdeckungstour gehen kann. Wir stellen vor: die INDIEAN SUMMER TOUR 2022.
Nach coronabedingter Pause findet vom 19. bis zum 21. September 2022 die INDIAN SUMMER TOUR 2022 statt. Die Konzerte spielen in den drei deutschen Städten Berlin, München und Köln. Mit dabei sind dieses Jahr HYPHEN HYPHEN, Liz Lawrence und Hazlett. Aber auch wir von untoldency sind dabei und stellen euch die Künstler*innen und Venues vor.
Das Line Up
HYPHEN HYPHEN
Dass das Trio live eine absolute Macht ist, beweisen Ehrungen wie die Auszeichnung „Bühnenoffenbarung des Jahres“ im Rahmen des französischen Musikpreises „Victoire de la Musique“. Mehr als 400 umjubelte Konzerte auf den größten europäischen Festivals spielte HYPHEN HYPHEN in den letzten Jahren. Das Bestärken zukünftiger Generationen in deren Streben nach uneingeschränkter Gleichberechtigung, das Zelebrieren von Vielfalt und Selbstakzeptanz sowie sexueller Freiheit ist tief in ihren Songs verwurzelt. Dabei hat die aus Frankreich stammende Band eine große Mission: Die Welt mit ihrem Popsounds durch gemeinsame Erlebnisse beim Tanzen, Singen und Feiern zu vereinen.
Zuletzt wurde ihr Song „Too Young“ zur offiziellen Hymne der UEFA Women’s Euro 2022.
LIZ LAWRENCE
Bereits in ihrer Jugend sammelte die englische Sängerin, Songwriterin, Multiinstrumentalistin und Produzentin Liz Lawrence erste Erfahrungen in diversen Bands, bevor sie als eine Hälfte des Elektro-Pop-Duos Cash+David und Solokünstlerin bekannt wurde. Ihr drittes Album „The Avalanche“ ist erneut ein gelungenes Manifest für Female Empowerment. Selbstbewusst verbindet Liz Lawrence in Songs wie „Where The Bodies Are Buried“ oder „Down For Fun“ durchdachte Lyrics mit einem ausgeprägten Gespür für echte Ohrwurm-Hooks.
HAZLETT
Sänger, Songwriter und Vollblutmusiker, aber vor allem ist Hazlett ein Geschichtenerzähler. Der in Australien geborene und in Stockholm lebende Multi- Instrumentalist begann seine Karriere als Tournee-Musiker sowie Ghostwriter und zog es vor, hinter den Kulissen und außerhalb des Rampenlichts zu bleiben. Erst als einer seiner Originaltitel von seinem engen Freund und Produzenten Freddy Alexander entdeckt wurde, war sein eigenes Soloprojekt in einem Stockholmer Studio geboren. Für Hazlett ist das Songwriting eine Form der Therapie und der Ausdruck für seine sensible Seele, die die Aufmerksamkeit scheut. Bisher veröffentlichte Hazlett zwei EPs und tourte durch Australien und Europa. Zu Beginn der Pandemie im Jahr 2020 traf er dann die Entscheidung, alles zu unterbrechen, sich zu verkriechen und in Ruhe an seinem ersten Album zu arbeiten. Einen ersten Vorgeschmack geben die 2022 veröffentlichten Singles „Please Don’t Be“, „Even If It’s Lonely“ und „My Skin“.
Hazlett war auch schon bei den von uns präsentierten Acoustic Concerts vertreten.
Die Locations
Den Anfang der Tour am 19. September macht der Privatclub in Berlin. Am 20. öffnet die Kranhalle in München die Türen und einen Tag später, am 21. geht es zum Abschluss der Tour in das Kölner Artheater.
Alle nötigen Infos stehen komprimiert noch einmal ganz übersichtlich unten in der Grafik. Die Tickets zu den Shows gibt’s hier. Zudem könnt ihr dort auch noch einmal alles über die Tour und die Künstler*innen nachlesen. Kommt also gern vorbei, wir und die INDIEAN SUMMER TOUR 2022 freuen uns auf Euch!