Autor: untoldency

  • untoldency proudly presents: ALL ROOMS Festival am 26.11.2022 in Berlin

    untoldency proudly presents: ALL ROOMS Festival am 26.11.2022 in Berlin

    Am 26.11.2022 ist es endlich wieder so weit: Nach 3 Jahren findet das ALL ROOMS Festival wieder statt – und wir freuen uns sehr, euch dieses Festival auch in diesem Jahr präsentieren zu dürfen. Im Berliner Cassiopeia öffnen sich nämlich die Türen für (sage und schreibe) sechs Artists, die ihr alle an einem Abend live und hautnah erleben könnt. Mit dabei sind TUYS, Flora Falls, BUBE, Jupiter Flynn, SKUPPIN und NOTH. Alle Infos und Tickets für das Festival findet ihr hier.


    Zugegeben, die drei Jahre Pause des ALL ROOMS Festivals waren mehr eine Zwangs- als Erholungspause. Aber Schwamm drüber. Dafür wird in diesem Jahr einfach dreimal so doll gefeiert, oder? Denn wann erlebt man schon mal sechs großartige Künstler*innen an einem Abend, ohne 6x die Location wechseln zu müssen? Eben, fast nie. Am 26.11.2022 haben wir aber alle die Chance, genau das zu erleben. Ein Abend, eine Location. Und eben sechs Artists, die wir euch hier einmal kurz vorstellen wollen:


    TUYS (LU/DE)
    Foto: Pit Reding


    Zwischen energiegeladenen Liveshows und kinematographischen Videos formen TUYS eine ansteckende Mischung aus künstlerischer Raffinesse und Pop-Hooks. Die Band wurde 2007 von Grundschulfreund*innen in Luxemburg gegründet und ist nach wie vor ihr Lebensprojekt – mit neuer Basis in Berlin. Sie schreiben treibenden Art-Rock und gefühlvollen Psych-Pop mit klirrenden Gitarren, Synthesizern und vielschichtigen Vocals. Sie haben schon The 1975, Everything Everything, Imagine Dragons, Thirty Seconds to Mars und The Kooks supportet und auf Festivals wie dem MS Dockville, The Great Escape und dem Reeperbahn Festival gespielt. Das neue Album “Reality Management Ltd.“ veröffentlichen TUYS im Laufe der nächsten Monate in insgesamt sechs Teilen und das sogar samt Kurzfilm.


    Flora Falls (CAN/AUS)
    Foto: Petra Valdimarsdóttir


    Der Grundstein für Flora Falls wurde 2019 gelegt, als sich Singer-Songwriterin Brea Robertson und Folk Road Show-Mitglied Dominique Fricot bei einer Open Stage in Berlin trafen und dabei eine Songwriting-Session planten, die den Grundstein für das legte, was bald zu zu Flora Falls wurde. Ihre Songs enthüllen Herzensangelegenheiten, ihre fesselnden Harmonien und ehrlichen Texte wecken nostalgische Gefühle, während sie die Hörer*innen auf eine Reise durch Erinnerungen, Liebe und Sehnsucht mitnehmen. Mit einem Sound, der an Künstler wie Angus and Julia Stone und The Civil Wars erinnert, versteckt sich Flora Falls nicht hinter Produktionsschichten. Ihr Folk-Sound ist roh und minimalistisch und unterstreicht ihre Ehrlich- und Verletzlichkeit.


    BUBE (DE)
    Foto: Flor Rajo


    BUBE geben nicht viel auf feste Wohnorte, sie sind lieber auf Tour. Verhältnismäßig oft werden sie aber in Berlin und Leipzig gesichtet. Irgendwo zwischen Indie, Funk und Disco und lateinamerikanischen Rhythmen findet die vierköpfige Band dort ihren markanten Sound. Dazu mehrstimmige Gesänge, prickelnde Texte und unter allem ein Beat, der wirklich niemanden still stehen lässt. Während ihre Musik Anleihen an dem Funk und Soul der 70er und 80er nimmt, ist ihre Einstellung in den Texten alles andere als rückwärts gewandt. Vieles dreht sich bei BUBE um Love. Dabei ist es nicht immer nur die zwischenmenschliche Liebe, sondern vielmehr die Liebe zum Leben und der unbedingte Wille, alles in vollen Zügen zu genießen. Lebenslust in Zeiten der Apokalypse, ein beständiges Ja gegen die vielen Neins dieser Zeit.


    Jupiter Flynn (DE)
    Foto: Leander Stöckl


    Jupiter Flynn ist Singer-Songwriterin, geboren in Amsterdam hat sie aber auch schon in New York, Tokio oder Sydney gelebt. Erste musikalische Erfahrungen macht sie, als sie sich die Titelmelodie ihrer Lieblings-Cartoon-Serie „Adventure Time“ auf der Ukulele beibringt. Später schreibt sie Lieder, um persönliche Krisen wie das Verschwinden einer Freundin oder das erste gebrochene Herz zu bewältigen. Jupiter Flynn Kompositionen sind von einer zerbrechlichen, leichtfüßigen Indie-Pop-Qualität, während ihre heisere Stimme und die dunklen Coming-of-Age-Texte einen starken Gegenpol bilden, der ihr eine fesselnde Tiefe verleiht. Ihr gerade erschienenes Debütalbum „moon“ hat sie mit dem Produzenten Pola Roy (Wir Sind Helden) in Berlin aufgenommen.


    SKUPPIN (DE)
    Foto: Christian Tung Anh Nopper


    Der Chemnitzer Musiker SKUPPIN widmet sich in seiner Musik düsterer Romantik, lässt sich mit seinem Synth-Pop unter anderem von Depeche Mode inspirieren und passt damit insgesamt bestens in die heißgeliebte Kategorie Neue Neue Deutsche Welle. Hinter dem geheimnisvollen Sound aus traumhaften Synths, sanfter Melancholie und purer Leidenschaft stecken persönliche Geschichten vom Lieben und Scheitern. SKUPPIN verzaubert seine Zuhörer*innen dabei mit seiner sanften, beunruhigend ruhiger Stimme. Erst im Oktober 2021 hat er seine Debüt-EP „Neue Romantik“ veröffentlicht, aber schon am 25.11.2022 erscheint mit „Garten Eden“ seine nunmehr zweite EP, in der er auf intimste Art und Weise die Schönheit und Begierde besingt, die mit dem vermeintlichen Paradies einhergeht.


    NOTH (DE)
    Foto: Rebecca Krämer


    Die Band NOTH hat zwei geniale Köpfe: Linus Kleinlosen und Luis Schwamm. Kaum haben die beiden sich im Jahr 2020 kennengelernt, lernen sie auch Arndt kennen und beginnen simultan seine Geschichte zu vertonen. Der Ausgang ist ungewiss: biografisches Musical oder gesungene Biografie, Charakter- oder Milieustudie, psychotische Office-Operette oder akustische Road-Novel? Versuchen das rauszufinden kann man auf ihrem Debüt-Konzeptalbum „Die Wahrheit über Arndt„, das in diesem Jahr erschienen ist. Mit einer musikalischen Untermalung zwischen Folk, Avantgarde-Pop und Jazz sind NOTH auf jeden Fall nicht nur etwas für Literaturnerds, sondern auch für Liebhaber*innen gut durchdachter musikalischer Arrangements.


    Jetzt habt ihr die zauberhaften Künstler*innen also ein bisschen kennenlernen dürfen. Und ihr wisst, dass ihr sie alle am 26.11.2022 live in Berlin beim ALL ROOMS Festival erleben könnt. Der Fahrtplan ist also klar, wir sehen uns. Fehlt eigentlich nur noch ein gut drappierter Ticketlink, oder? Kein Problem:

  • Grim104 und Summertime Sadness im brennenden „Imperium“

    Kein schöner Land in dieser Zeit

    Wenn mir im Sommer die Sonne erbarmungslos auf den Kopf ballert, brauche ich Pommes rot-weiß im Prinzenbad, kaltes Gösser auf der Bank vor meinem Späti und neue Nikes – dann kann Sommer sein und dann bin ich bereit. Natürlich muss das alles auch von einem angemessenen Soundtrack unterlegt werden, denn jeder Sommer ist ja „the summer of my life“. Und ob nun Yaya Bey oder Ravyn Lenae, gute Musik gibt es auch in diesem Jahr für diese Momente. Allerdings halten sich die „The Sun is shining, the weather is sweet“-Yeahs nur solange, bis sich der erste Sonnenbrand auf der eigenen Gefühlswelt zeigt – und der kommt meistens sehr schnell. Spätestens im Juli schon schmecken die Frites pappig, das Radler ist zu süß und die Sneakers riechen irgendwie dann doch nur nach billigem Plastik, dessen Geruch mich an Bilder von brennenden Fabriken in Bangladesch erinnern. Die Summertime Sadness droppt rein – und in der Playlist läuft nur noch „Cruel Summer“ (Bananarama), „Summertime Sadness“ (Lana Del Rey) und „Moments in Love“ (The Art Of Noise) auf endlos Repeat.

    Wobei ich mit dem letzten Song bei Grim104 und seinem 3. Soloalbum angekommen bin. Denn dieser lässt mit dem besagten „Moments of Love“ sein 10-Track starkes „Imperium“ untergehen. Während Testo – die eine Hälfte von Zugezogen Maskulin – sich im Frühjahr mit „Nullerjahre“ durch den deutschen Feuilleton knüppelte und all denen eine Stimme gab, die Kohl und Schröder mundtot machten, arbeitete Grim104 an seiner Dekonstruktion der „Blühenden Landschaften“. Dabei stehen auf „Imperium“ – anders als zuvor – keine wiederbelebten Leichen und „Graue Grafen“ im Mittelpunkt sondern Ü30 Männer und ihre zerfallenden Reiche. Grim104 beleuchtet mittelalte weiße Männer, die dabei zusehen, wie vergessene Limousinen („Honda Legend“) einrosten, veraltete TV-Stars („Bam Margera“) sterben und erarbeitete Statussymbole („Voo Store“) Klassengrenzen dennoch nicht aufbrechen können. Er verhandelt auf „Imperium“ die Frage: Was macht ein „Nischenrap-Überboss“-Star, wenn die Dinge, die ihn prägten, verschwinden und alles, für was sie gestanden haben, bedeutungslos geworden ist? Gibt es für einen mitte-dreißig „Weirdo- Rap CEO“ noch andere, alternative Lebensentwürfe oder bleibt nur die große Midlife- Crisis?

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    Too Sad to Flex

    Potente Selfmade-Storys sind eng mit Rap verbunden. Dieses Genre vereint schillernde „Machertypen“, „Karrierefrauen“ und „Erfolgsmenschen“ und stellt sie im besten Social-Media-Licht dar. An diesen Erzählungen hatten ZM von Beginn an kein Interesse. Konsum-Gehabe diente ihnen immer dazu, aufzuzeigen, dass Menschen bei der Star- bzw. Boss-Transformation auf der Strecke bleiben, arme Fans reiche Stars reicher machen („Fans“) und für Musiker*innen nach dem Rausch nur kalte Asche bleibt („Exit“). Ging es um Status, ging es ihnen dabei auch immer um dessen Reflexion.

    Das ist auf „Imperium“ genau so. Sicherlich hat Grim104 immer noch klassische Flex-Momente: „[…] Ey, das ist AMI Paris, mein Parfüm von Diptyque […]“. Diese werden aber in den meisten Fällen nicht stehengelassen sondern eher lustig gebrochen: „[…] Du trägst […] Fishbone – wieso bist du so beliebt? […]“. Auf diese Weise ist sein Album auch kein verstaubter Vortrag aus dem Rosa-Luxemburg-Haus. Er doziert und moralisiert nicht – oder wie es in „Sonnenuntergang“ heißt: „[…] Was denn für mich links ist? Nicht das Suzie Grime-Links. Moralisch-überlegen-passiv-aggressive Instaslide-Links […]“). Vielmehr entwaffnet er sich selbst ehrlich und schonungslos. In „Voo Store“ schreibt er: „[…] Und vielleicht ist auch mein Ringen nach Klasse ein Zeichen dafür, dass ich doch gefangen bin in meiner Klasse […]“. Der Besitz und das Wissen über Upper Class-Symbole führen also nicht nur nicht zum Glück, sie verdeutlichen auch, dass ein Next-Level-Klassenaufstieg faktisch nicht möglich ist. In „Numb“ heißt es dazu: „[…] Alles tut weh, die Jobs, die wir machen, die Schulden, in den wir stecken seit Jahr’n […]“. Oder man muss schmerzlich erfahren, dass da an anderer Stelle deutlich mehr Kapital vorhanden ist: „[…] Wenn ich Yin Kalles Instagrampage auschecke. Wieso haben die mit zwanzig jetzt Geld für Dior? […] Ich kam mir damals mit Fred Perry wie ein Millionaire vor […]“. Das ist treffender Rap über die soziale Undurchlässigkeit in Deutschland. „[…] Kann da noch so viel Jil Sander gegen ankaufen. Im Voo Store seh‘ ich aus wie grad eben verlaufen. Der Preis, er ist hoch für ein Markenschwein sein. Ich geb‘ die Scheine gerne aus, sie bewahren den Schein […].“ Grim104 lässt auf diese Weise das neoliberale Narrativ „Vom Bordstein bis zur Skyline“ im Sand versinken oder – um es in einem anderen sprachlichen Bild auszudrücken – spült es wie ein heftiges Sommergewitter davon. Das ist für mich ernüchternd aber wohltuend.

    Rave the Summertime Sadness

    Warum „Imperium“ am Ende dann aber doch kein Midlife-Crisis-Totentanz ist, liegt vor allem an der Produktion von Kenji451. Insgesamt bieten die meisten Tracks trappige Hi-Hats und warme Synthie-Sounds, die mal verspielt vor sich hin zwitschern („Numb“), mal euphorisch die Gesangsmelodien begleiten („Abrakadabra“) und mal die ästhetische Chord-Fläche eines Songs bilden („Voo Store“).

    Wenn sich Grim104 zurücknimmt und die Musik ohne Rap-Parts durchläuft, fühle ich mich schnell in Momente versetzt, in denen ich etwas matt aber irgendwie glücklich durch eine warme Berliner Sommernacht fahre. Unterstützt wird dieses Gefühl auch durch Grim104s Entscheidung, weitestgehend auf seinen überschlagenden Wut-Rap („Rap.de“ vom ZM) zu verzichten und zum singenden Erzählen („Imperium“) zu wechseln. Die Teenage-Wut ist bei ihm gewichen und so wandelt er sich zu einem desillusionierten Ü30-Texter, dem man jetzt aber irgendwie lieber zuhört – nicht, weil man sich vor unbequemen Wahrheiten verschließt, sondern um Luft zu holen und nachzudenken, wie man diesen weiterhin begegnet. LGoony, einer der wenigen Gaststars auf dem Album, singt an dieser Stelle treffend: „[…] Ich krieg keine Luft, ich kann nicht mehr laufen. Ich brauch eine Pause, lass mich kurz chillen […].“

    Wie wichtig diese musikalischen Kurztrip-Retreat-Urlaube für mich sind, wird deutlich, wenn Songs wie „Bam Margera“, „Komm und Sieh“ und „Das Versprechen“ mich mit Themen wie Tod und Vergänglichkeit konfrontieren. Der Sensenmann sorgt bei mir nämlich selten für tropical Vibes. Hinzu kommt, dass die angesprochenen Tracks von tiefen Synthie-Bässen musikalisch untermalt werden. Die Bassheads unter den Hörer*innen wird es freuen.

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    Die größte musikalische Überraschung bietet der Track „Ü30 Männer im Club“ (feat. Kaiii). Hier stolpert Grim104 mit seinen Rap-Parts einem housigen Disco-Song hinterher. Gehetzt und aber nie wirklich cool, versucht er in der Musik anzukommen, ohne es wirklich zu schaffen. Das irritiert beim ersten Hördurchgang, macht beim zweiten aber schon wieder Sinn, da es die Deplatziertheit des Lyrischen Ichs im Club exakt musikalisch widerspiegelt. Sicherlich sollte die Tanzkultur grundsätzlich einen freien Raum für jede/ jeden anbieten und frei von Ageshaming sein. Grim104 stellt hier aber eine Figur aus, die weniger unbeholfen als viel mehr unangenehm ist. Das zeigt auch das Ende des Tracks:

    »Ich kann mir ein Taxi leisten und besoffen was zu Essen,
    ihr müsst auf den Nachtbus warten
    und kriegt nachher hoffentlich noch richtig auf die Fresse
    «

    Aus diesem Grund gelingt es Grim104, aus einer untighten House-Nummer ein Statement zu machen. Weißer Rap hat in einem Genre der Black Community so wenig zu suchen, wie ein besoffener, reicher und gehässiger Ü30 Mann auf einer Party.

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    Eine Alternative für Weirdo-Rap CEOs

    Rap-Musik steht in der Regel für Gegenwärtiges. Futuristische Versionen – ob nun textliche oder musikalische – werden eher in anderen Genre verhandelt. Sicherlich gibt es Ausnahmen wie Missy Elliott und Zebra Katz, der Großteil der Künstler*innen arbeitet sich aber am Hier und Jetzt ab.

    Das ist auf „Imperium“ auch nicht anders – fast jedenfalls. Bereits auf dem letzten ZM-Album wurde die Frage aufgemacht, was für einen Musikerbleibt, wenn man „[…] alles schon erzählt […] [und] bei Rock am Ring gespielt [hat]“ („Exit“). Den Strang nimmt Grim104 wieder auf und überrascht mit einem neuen Motiv. Gleich im ersten Song „Abrakadabra“ wird es mit dem Vers eingeführt: „[…] Ich bin ein Blatt, getragen vom Wind, wo trägt’s mich hin? Trägt es mir in meine Arme ein Kind? […]“. Der „Weirdo-Rap CEO“ („Voo Store“) setzt sich zaghaft mit dem möglichen Vatersein auseinander. Das ist für Deutschrap neu.

    Tatsächlich gibt es Musiker wie Sido, die über ihre Vaterschaft rappen. Dabei geht es aber immer schon darum, dass man Verantwortung für ein bereits lebendes Kind hat. Die Möglichkeit Vater zu werden, wird im Rap dagegen nie als Alternative zur Sinnfrage des Lebens aufgemacht. Grim104 versucht sich hieran, ohne dabei aber unglaubwürdig und pathetisch zu werden. Vielmehr spielt er verschiedene Szenarien durch und reflektiert deren Wirkung auf sich. In „Sonnenuntergang“ schreibt er: „[…] Ich bin […] eines Tages sicher Vater eines Kindes, das mich fragen wird, was denn für mich links ist […]?“. Die omnipräsente Summertime Sadness kann er damit auf „Imperium“ auch nicht vertreiben. Er schafft aber einen Grundton, der die Hörer*innen hoffen lässt, dass es nach dem Sommer noch etwas gibt, worauf man sich freuen kann. Der brennende Horizont – so auf dem Cover zum Album zu sehen – wartet vielleicht doch mit etwas Schönem auf.

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    Fotocredits: Ben Schieck

  • Moritz Ley – Logbuch zur Entstehung der EP „Emotionale Amnesie“

    Wir haben heute einen ganz besonderen und besonders intimen Artikel für euch: Moritz Ley teilt exklusiv und sehr detailiert in Logbucheinträgen den zweijährigen Entstehungsprozess seiner am 16.09.2022 erschienenen Debüt-EP „Emotionale Amnesie“. Solch tiefe Einblicke in die Arbeit von Künstler*innen erhält man ja eher selten. Deshalb wollen wir hier auch gar nicht lange schnacken und wünschen euch daher einfach nur viel Spaß mit dem nachfolgenden Text. Vielen Dank fürs Teilen, Moritz! 💚


    Mein Name ist Moritz Ley und ich bin Sänger und Gitarrist aus Hamburg. Das sind die Fakten – alles Weitere ist mir auch nicht immer ganz klar. Über die letzten zwei Jahre habe ich eine EP geschrieben und in meinem WG-Zimmer aufgenommen und produziert. Sie heißt „Emotionale Amnesie“ und stromert von verträumten Synthesizerlandschaften über funkige Gitarren hin zu einfühlsamen Tracks mit ehrlichen Texten. Für diesen Beitrag bei untoldency darf ich euch mit auf die Reise nehmen, die in meiner Debüt-Platte kulminierte. Dazu kommen hier ein paar retroperspektivische Logbucheinträge – enjoy.


    Logbucheintrag No. 1 – September 2020
    Stage: Songwriting I

    Ich ziehe aus meiner Heimat Hamburg weg nach Osnabrück, um dort am Institut für Musik Gitarre, Gesang und Musikproduktion zu studieren. Zuvor habe ich in Hamburg ein Jahr an einer Musikschule gearbeitet, um über die Runden zu kommen. Der Umzug ist bitter nötig, um aus den altbekannten Strukturen in Hamburg auszubrechen – jedoch ist er nicht optimal getimed. Ein harter Winter im Lockdown steht bevor, alles und jede*r sind mir fremd in der neuen Stadt. Ich habe Probleme, mich gegenüber den Menschen, die mir im Leben nahestehen, zu öffnen und fühle mich manchmal, als würde mein Herz in der Brust zu einem unförmigen Gesteinsbrocken verklumpen – die Songs „Ehrlich sein“ und „Alles gut“ entstehen. Zudem entwickle ich für ein Uni-Projekt den Instrumentaltrack für „Droge“ – dass dieser es später auf die EP schaffen wird, weiß ich damals jedoch noch nicht.


    Logbucheintrag No. 2 – April 2021
    Stage: Songwriting II

    Ehrlicherweise muss man sagen – das Leben ist ein wenig trist im April 2021. Man hat Online-Uni, darf sich von Zeit zu Zeit mit bis zu fünf Personen aus zwei Haushalten treffen und die Kulturszene steht still. Ich sitze in meinem WG-Zimmer, gucke aus dem Fenster bei einer imaginären Kippe und schwelge in den Erinnerungen an Konzerte, Partys, Shows. Erinnerungen, die bereits beginnen, in mir zu verblassen – es ist die emotionale Amnesie. Der Song „Fenster“ ist in weniger als einer halben Stunde fertiggeschrieben, da die Zeilen praktisch von allein auf dem Blatt Papier erscheinen.

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    Foto: Lina Rocktäschel

    Logbucheintrag No. 3 – Juni bis Oktober 2021
    Stage: Produktion + Recording

    Das Projekt nimmt mittlerweile Form an. Schlagzeug und Bass nehme ich gemeinsam mit anderen Studierenden der Musikhochschule auf, die von jetzt an auch meine Liveband bilden. Über den Sommer 2021 entstehen auch etwas weniger melancholische, sondern Tracks mit mehr Lockerheit und Freiheit wie „Bei mir“ und „High“, die den Weltschmerz der bisherigen Songs etwas abrunden. Gitarren, Vocals und Synths recorde ich alleine in meinem Homestudio (a.k.a. Zimmer) … aber meine Mitbewohner*innen sind entspannt, was den Lärm angeht. Glück gehabt.


    Logbucheintrag No. 4 – November 2021 bis März 2022
    Stage: Planung und Post-Produktion

    Zack! Alle Spuren sind im Kasten, die letzten Ecken und Kanten werden abgeschliffen und nun beginnt der große Planungsprozess für den EP-Release und das bevorstehende Jahr 2022. Das Datum 16.09. wird schon sehr früh rot im Kalender eingekreist, von dort aus rechne ich zurück und erstelle einen Zeitplan für Single-Releases, Musikvideos, Live-Sessions und alles, was dazugehört. Die Platte muss auch immer noch gemischt und gemastert werden – ein Prozess, der etwas anstrengender ist und sich länger hinzieht als geplant. Ich glaube, alle Musiker*innen kennen das Gefühl, wenn man die eigenen Songs irgendwann zum tausendsten Mal hört und sich nur noch fragt, was für einen Müll man da eigentlich fabriziert hat. So ging es mir auch während der Mixing-Phase, und zwar nicht zu knapp. Aber das Gebot ist: Durchhalten, das Licht am Ende des Tunnels ist nah. Und wenn man dann die fertigen Masters in der Hand (bzw. auf dem Laptop) hat, gewinnt man auch die Liebe zu den Songs zurück und ist dankbar für das eigene Durchhaltevermögen – so war es bei mir zumindest.

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    Logbucheintrag No. 5 – Juni bis August 2022
    Stage: Single-Releases, Musikvideos, Promo, Artwork

    Es ist nicht ganz einfach, wenn man kein Label hat und als One-Man-Army probiert, ein konkurrenzfähiges Produkt zu Produktionen von großen Industrieapparaten auf die Beine zu stellen. Mein Vorteil aber: Ich bin gar nicht allein. Viele Freund*innen helfen mir mit ihrem Können bei z.B. den Cover-Artworks für die Singles und die EP, bei Musikvideos und bei der EP-Promo. Ohne sie wäre ich komplett aufgeschmissen und hätte das Projekt in dem Umfang nicht stemmen können. Ich bin dankbar. Ungefähr im Monatstakt erscheinen die Singles „Bei mir“, „Du fehlst mir“ und „High“. Alles arbeitet auf den Showdown im September hin – den EP-Release!


    Logbucheintrag No. 6 – September 2022
    Stage: EP-Release und Konzerte

    Alle Singles sind erschienen, der große Tag der EP-Veröffentlichung steht nur etwas mehr als eine Woche bevor und ich bin so krank wie seit Jahren nicht mehr. Auf der Zielgeraden hat mein Körper anscheinend keine Lust und Kraft mehr, ich kann mich kaum aus dem Bett bewegen. Bis drei Tage vor der Releaseshow in Osnabrück am 15.09. gehe ich davon aus, das Konzert verschieben zu müssen. Doch dann kommt gerade rechtzeitig der Aufwärtstrend, ich schleppe mich durch die Generalproben und werde pünktlich zum Konzert wieder fit genug, um die Show spielen zu können. Der Auftritt läuft famos, der Laden ist voll, es fühlt sich an wie im Traum. Zwei Jahre Arbeit finden einen gebührenden Abschluss. Danach steht noch eine kleine Releasetour aus sieben Konzerten an, fünf davon sind bereits gespielt. Meine letzten beiden Auftritte für dieses Jahr sind in Hamburg am 13.10.2022 im Grünen Jäger und beim Kiezkultur Festival in Hannover am 22.10.2022. Falls euch mein kleines Logbuch hier – oder noch besser, meine EP – gefallen hat, dann schaut doch mal bei einer Show vorbei. Bis dann!

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    Foto: Chiara Müller


    Wer nach diesem tollen Text jetzt, völlig zu Recht, große Lust bekommen hat, Moritz Ley in diesem Jahr noch einmal live zu erleben, der kommt hier zu den Tickets für Hamburg (Achtung, das Konzert ist schon morgen!) und hier zu den Tickets für das KiezKultur Festival.

    Und hier kommt ihr auf direktem Weg zur „Emotionale Amnesie“-EP:

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    Header-Fotocredit: Ann-Kathrin Müller, Design: Stefanie Baun

  • untoldency proudly presents: FLIRT „Planet FLIRT“-Tour 2022

    Wer uns schon einen Moment lang kennt und/oder fleißig unsere Spotify-Playlists hört, dem dürfte bekannt sein, dass wir schon ziemlich lange Fans von FLIRT sind. Bis vor ein paar Monaten waren sie noch als Neue Deutsche Wahrheit am Start. Aber für das am 21.10.2022 erscheindende Debütalbum „Planet FLIRT“ wagten Vivi und Paul einen Neuanfang und gaben ihrer musikalischen Heimat einen neuem Namen. Zum Albumrelease gehen die beiden Hamburger*innen dann auch auf gleichnamige Tour und wir freuen uns einen glitzernden Plateauschuh an den Fuß, euch diese Tour präsentieren zur dürfen. Wann und wo wild geflirtet werden darf, erfahrt ihr hier.

    Vielleicht erinnert ihr euch noch an die Videopremiere zu „Wenn du willst“, in der Jule aus dem Schwärmen nicht mehr rausgekommen ist. Das ist was wir tun, wenn wir an FLIRT denken. Und das ist auch, was eure hungrigen Pop-Ohren tun werden, wenn in nicht mal zwei Wochen das Debütalbum „Planet Flirt“ erscheint. FLIRT vereinen darauf sexy Dance Beats, funky Gitarren, catchy Melodien und cheeky Rapparts – und das auf eine Art, die es so im deutschsprachigem Indiepop-Raum nirgendwo anders gibt. Und auch die Fashionmäuse unter euch, die ein Herz für die 90ies und frühen 2000er haben, werden auf die schönstmögliche Weise auf ihre Kosten kommen.

    Die „Planet FLIRT“-Tour verspricht schon jetzt, eine unvergessliche zu werden, da sind wir uns sicher. Denn wir wissen aus sicherer Quelle, dass Baby Spice Vivi und Sporty Spice Paul (das haben wir uns ehrlicherweise aus dem Pressetext gezockt, aber ganz ehrlich, geht es passender?) SO RICHTIG DOLL BOCK haben, mit uns allen jeden Abend abzuschalten, den Alltag einfach Alltag sein zu lassen und sich vor nichts und niemandem verstecken zu müssen. Songtitel wie „Tipsy Sweaty Sexy“ oder „Heavy Petting“ lassen es bereits erahnen: Auf dem Planet FLIRT wird es hot. Und wir haben Bock auf hot. Ihr auch?


    Die Tourdates

    21.10.2022 | Hamburg, Molotow (Releaseshow)
    22.10.2022 | Hannover, KiezKultur Festival
    27.10.2022 | Karlsruhe, Kohi
    28.10.2022 | Basel (CH), Hirscheneck
    29.10.2022 | Friedrichshafen, Seekult
    04.11.2022 | Leipzig, Ilses Erika
    05.10.2022 | Berlin, Tennis Bar

    Wir haben außerdem die große Ehre, 1×2 Gästelisten-Plätze für ein Konzert in der Stadt eurer Wahl zu verlosen. Checkt dafür einfach den Post auf unserem Instagram aus, da könnt ihr ganz easy teilnehmen.

    Wir freuen uns, so oder so, riesig auf euch und eure geölten, textsicheren Stimmen, nachdem ihr euch hier nochmal das Very Best Of von FLIRT reingezimmert habt:

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    Fotocredit: Laura Affolter / Design: Mählerbrandt

  • untoldency proudly presents: KiezKultur Festival 2022

    untoldency proudly presents: KiezKultur Festival 2022

    Der Sommer ist vorbei, der Herbst schon längst angebrochen. Aber das heißt noch lange nicht, dass die Festivalsaison vorbei ist. Das beste Beispiel dafür ist das KiezKultur Festival in Hannover. Am 21. und 22. Oktober 2022 findet das Club- und Showcase-Festival zum ersten Mal in der niedersächsischen Landeshauptstadt statt. Mit dabei unter anderem: ENNIO, LEEPA, orbit, Zimmer90, Luke Noa und Wezn.

    Das komplette Line-Up und unsere persönlichen Highlights

    So viel müssten wir zu dem Festival eigentlich gar nicht sagen, denn das krasse Line-Up spricht schon fast für sich selbst. Trotzdem möchten wir euch ein paar Tipps mit auf den Weg geben, welche Konzerte ihr auf keinen Fall auf dem KiezKultur Festival verpassen dürft.

    Neben den etwas bekannteren Namen wie ENNIO, LEEPA, Zimmer90 oder Luke Noa, die auch auf untoldency schon öfters zu sehen waren, kommen beim KiezKultur Festival vor allem auch eine Menge Newcomer*innen, die es lohnt auszuchecken.

    Fangen wir an mit den Locals – also den Hannoveraner*innen – an. Die Liste ist nicht gerade kurz, denn die lokalen Acts zu supporten liegt dem Orga-Team des Festivals besonders am Herzen.

    • Ottolien
    • Like Sundays
    • Wezn
    • Yowlandi
    • Steintor Herrenchor
    • Nasloww & ARAN
    • diggidaniel
    • FORWARD
    • Joy Bogat
    • Nina Freckles
    • Serpentin
    • vian
    • Vylla
    Altbekanntes neu verpackt: Die „new wave bubble“

    Die zweite Kategorie, in der sich auch einige lokale Künstler*innen wiederfinden, ist unsere geliebte „new wave bubble“ oder auch die Neue Neue Deutsche Welle. Aus dieser Szene sammeln auf dem KiezKultur Festival keine geringeren als Flawless Issues, diggidaniel, Steintor Herrenchor, Nils Keppel, TEMMIS, Girlwoman und Yowlandi.

    Für Liebhaber des 80er Jahre Sounds der Neuen Deutschen Welle könnte auch orbit ein Highlight auf dem Clubfestival werden. Die Songs von orbit sind geprägt durch raue akustische Klänge und atmosphärische Synthies, die direkt in einen Tagtraum einer anderen Welt reinziehen. Vor allem live hat das Set von Marcel Heym, der hinter dem Projekt steckt, seine ganz eigene Magie und lässt die Zeit im Raum stillstehen.

    Gesungene Poesie auf tanzbarem Synth-Pop

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    Geheimtipp Nr. 2 für alle, die etwas mehr Wert auf Text und deutsche Sprache legen: Moritz Ley. Seine Texte sind ehrlich, der Klang mal groovy, mal reduziert und lässt Luft zum Atmen. Fans von Roosevelt, Say Yes Dog, Parcels oder Jeremias sollten den Newcomer auf jeden Fall mal auschecken. Vor gut zwei Wochen ist zudem seine EP „Emotionale Amnesie“ erschienen, die absolut hörenswert ist.

    Im Fokus stehen beim KiezKultur Festival neben den Künstler*innen auch die Vernetzung von überregionalen und lokalen Kulturakteur*innen und die Sichtbarmachung des Musik- und Kulturstandortes Hannover. Hinzu kommt ein großes Kulturprogramm mit Live-Podcasts, Workshops oder Podiumsdiskussionen zu unterschiedlichsten kulturellen Themen. Zum Beispiel wird es Workshops zu Upcycling-Techniken, zu Siebdruckverfahren oder zu verschiedenen Tanzstilen geben. Außerdem wird ein Konferenzprogramm mit spannenden Diskussionen unter anderem folgenden Fragen nachgehen: Wie funktioniert ein Kiez in der Stadt? Wie sehen die Perspektiven der jungen Kulturszene aus? Welches Potenzial besitzen Festivals für die Stadtentwicklung?

    Die Organisator*innen hinter dem Festival: Nathalie Duscha, Fynn Osterloh, Christoph Heide, Nina Lehmann, Jörg Smotlacha, Theresa Charif, Jonas Mahlmann (von links).

    Die Bühnen für das KiezKultur Festival bieten das Kulturzentrum Faust, Glocksee, Safrans Bar und das Freizeitheim Linden. Locations, die vor allem unter Hannoveraner Studierenden bekannt sind für gute Livemusik und Parties. Im Kulturzentrum Faust fand zum Beispiel 2020 das Livestream Festival vom Campusradio Ernst.FM statt, bei dem bereits einige Newcomer*innen spielten.

    Mit dieser Playlist könnt ihr euch schon einmal auf das KiezKultur Festival einstimmen:

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    Fotocredit: Daniel Benje

  • untoldency proudly presents: BEACHPEOPLE Tour 2022

    Am 16.09.2022 veröffentlichte BEACHPEOPLE die Debüt-EP „i’ll be gone for a little while“. Nach seiner Zeit bei AnnenMayKantereit hat Malte Huck sich eine musikalische Heimat geschaffen, in der alles gesagt werden kann. Und für alle, die auch außerhalb von Streamingplattformen hören möchten, was genau zu sagen ist, können das bald tun. BEACHPEOPLE spielen nämlich vier Liveshows in Deutschland. Alle Infos zu den Terminen erfahrt ihr hier.

    Wenn man Songs von BEACHPEOPLE hört und es schafft, die Augen zu schließen und nur auf die Musik zu achten, dann ist es recht wahrscheinlich zu versinken: In den Melodien, im Sommer, in sich selbst. Man erwischt sich beim Aussteigen und Abschweifen und es ist schwer, sich dann nicht leicht zu fühlen und kurz sogar sorgenfrei. Die Texte hingegen zeichnen Bilder von Weltschmerz und Verzweiflung, die sehr gut ins Hier und Jetzt passen. Auf „i’ll be gone for a little while“ geht es aber auch um Unzugehörigkeit und Isolation, deren Ursache nicht abschließend beantwortet werden kann – oder soll.

    Das klingt, als würden hier tolle Konzertabende auf euch warten? Ganz genau, das denken wir auch. So you better be fast and grab your tickets. Wann ihr BEACHPEOPLE wo live erleben könnt und natürlich auch einen direkten Link zu den Tickets gibts hier und jetzt:


    Die Tourdates

    28.10.2022 | München, Milla Club
    02.11.2022 | Köln, LUXOR
    03.11.2022 | Berlin, Zenner
    04.11.2022 | Erfurt, Franz Mehlhose

    Lange ist es bis zum Tourstart zwar nicht mehr hin, aber falls ihr bis dahin noch textsicher werden wolltet, dann hört euch die „i’ll be gone for a little while“-EP von BEACHPEOPLE gerne noch 10 bis 40 mal an:

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  • untoldency proudly presents: Die Lieferanten „Liebe in Paketen“-Tour 2022

    Im April 2022 kündigten Die Lieferanten mit ihrer Single „Anstellen“ ihr Debütalbum „Liebe in Paketen“ für den Herbst an. Und wenn wir jetzt mal auf den Kalender schauen, dann… Jap, es ist Herbst, und am 16.09.2022 erscheint nun endlich auch das Album. Doch damit noch nicht genug der guten News: Die Lieferanten gehen mit dem Album dann nämlich auch auf gleichnamige „Liebe in Paketen“-Tour, die wir euch feierlich präsentieren. Wenn ihr wo sein müsst, erfahrt ihr hier.


    Nach ihren zwei selbstveröffentlichten EPs „Eine Frage der Begeisterung“ und „Alles, was du hast“ und weit über 100 gespielten Konzerten sind Die Lieferanten in der Realität angekommen und begeistern live und auf Platte. Was die vier Jungs aus Münster liefern, ist tanzbares Earworming, dass sich unweigerlich in die Köpfe fräst und diese auch so schnell nicht wieder verlässt. Dabei spiegelt der Musikstil die Lebenseinstellung der Band, die sich in den oft ironischen Texten, den verspielten Arrangements und den energetischen Bühnenauftritten wiederfindet.

    Auf dem Debütalbum „Liebe in Paketen“ wird der bandeigene, freie Spirit hand- und selbstgemachter Musik mit frischen Popgewändern und der nötigen Prise Funk vermischt. Die bisher daraus veröffentlichten Songs weisen bereits den Weg: luftig lockere Gitarren, mächtige Synthies, groovende Beats und funky Basslines, Augenzwinkern und große Fragen, Lethargie und ganz viel Energie. Die Lieferanten besingen Themen, die sich zwischen modernem Konstruktivismus und den daraus resultierenden Problemen bewegen. Dabei bleibt Raum für Widersprüche und Kontroversität. Aber am lyrischen Ende stehen immer die Suche nach Nähe und gelingender Koexistenz.

    Klingt nach einer geilen Basis für noch geilere Konzerte? Ja, das finden wir auch. Daher folgen nachstehend


    Die Tourdaten der „Liebe in Paketen“-Tour

    30.09.2022 | Göttingen, Nörgelbuff
    01.10.2022 | Berlin, Badehaus
    02.10.2022 | Hannover, Lux
    03.10.2022 | Hamburg, Nochtspeicher
    06.10.2022 | Bremen, Tower
    07.10.2022 | Köln, Helios37
    08.10.2022 | Mainz, Schon Schön
    12.10.2022 | Koblenz, Circus Maximus
    13.10.2022 | Bielefeld, Stereo
    14.10.2022 | Marburg, Trauma
    15.10.2022 | Bochum, Trompete
    28.10.2022 | Münster, Sputnikhalle

    Und weil Vorfreude ja bekanntlich die schönste Freude ist, könnt ihr euch bis zum Tourbeginn die Zeit mit mit Die Lieferanten auf Instagram vertreiben und euch natürlich auf Spotify austoben:

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    Fotocredit: Jan Huesing

  • untoldency proudly presents: EAU ROUGE „Acid Love“ Tour 2022

    untoldency proudly presents: EAU ROUGE „Acid Love“ Tour 2022

    Indie-Rock Fans aufgepasst! Während ein neues Arctic Monkeys Album in den Startlöchern steht und die Musikwelt gespannt wartet, wie das klingen wird, haben wir einen Tipp, wie ihr euch die Wartezeit verkürzen könnt. EAU ROUGE ist eine deutsche Indie-Rock-Band und tourt ab nächste Woche quer durch Deutschland.

    Die Songs von EAU ROUGE sind ein Zusammenspiel aus starken Gitarren, 90s-Nostalgie und verraucht-geflüsterten Lyrics. Auf der Bühne vereinen Magnus, Jonas und Bo die geballten Energie ihrer Instrumente und Stimmen. Die Geschichte der Band begann in einer kleinen Stadt außerhalb Stuttgarts, wo die Drei sich als Teenager in verschiedenen Indie-Rock-Bands wiederfanden und EAU ROUGE gründeten.

    Für Fans von den Arctic Monkeys, Tame Impala und M83

    Seitdem hat die Band zwei Alben veröffentlicht, ihr Debüt „Nocturnal Rapture“ im Jahr 2016 und ihr lang erwartetes zweites Album „Acid Love“ im Jahr 2021. Die Band hat schon viele Shows – sogar weltweit – gespielt. Einige Highlights für sie selbst waren das SXSW in Texas und das Lollapolooza Festival in Berlin. Umso mehr freuen sich die Indie-Rocker nun endlich ihre eigene Live-Tour spielen zu können!


    Das sind die Stops der „Acid Love“ Tour von EAU ROUGE:

    13.09.2022 – MAINZ, Schon Schön
    14.09.2022 – STUTTGART, Kulturquartier
    15.09.2022 – AUGSBURG, Soho Stage
    16.09.2022 – LEIPZIG, Moritzbastei
    17.09.2022 – ULM, Kulturnacht
    18.09.2022 – MÜNCHEN, Backstage
    19.09.2022 – HANNOVER, Lux
    20.09.2022 – HAMBURG, Hebebühne
    21.09.2022 – BERLIN, Badehaus
    22.09.2022 – DÜSSELDORF, Tube
    08.10.2022 – KONSTANZ, Kulturladen

    Hier könnt ihr euch schon einmal auf die Konzerte einstimmen und „Acid Love“ rauf und runter spielen:

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    Fotocredit: Tom Ziora, Annika Wiesen

  • Schlossgarten Open Air: Es wurde stimmungsvoll – und persönlich

    Schlossgarten Open Air: Es wurde stimmungsvoll – und persönlich

    Zum Mini-Festival im niedersächsischen Osnabrück kamen fast 11.000 Menschen, die mit Hits zum Mitsingen und exklusiven Einblicken in das Leben der Musiker belohnt wurden.

    Geballte deutsche Pop-Kraft: Luna, Clueso und Bosse

    Die mächtige Bühne glänzt nicht nur wie neu, sie ist es auch: Erst zweimal ist auf ihr eine Band aufgetreten. Und die Stahlkonstruktion musste an diesem Abend einiges aushalten. Der gut aufgelegte Clueso unternahm einen inoffiziellen Versuch, den Weltrekord im Hüpfen zu brechen.

    Bevor der Erfurter Popstar loslegt, steht erst einmal Newcomerin Luna in den Startlöchern. Manche der Zuhörenden sind noch jünger als die 2002 geborene Passauerin, aber auch viele Ältere sind beim Auftritt der 19-Jährigen zu sehen. Lunas Texte sind voller Selbstreflexion und Analyse der eigenen Entwicklung, die sie durchgemacht hat. Ihren Song „Blau“ nutzt die lesbische Künstlerin, um über ihr Coming-Out zu sprechen. Ihre brandneue Single „Arschloch“ wird vom Publikum interessiert aufgenommen – zum Tanzen ist vielen da aber noch nicht zu Mute. Lunas Auftritt deutet an, wie viel Routine sich Musikschaffende über die Jahre erarbeiten müssen, um einen solchen Auftritt so locker wirken zu lassen, als ob all das keine kräftezehrende Schwerstarbeit wäre.

    Bosse übernimmt

    Als Axel Bosse die Bühne entert, kommt allmählich Bewegung ins Publikum. Der Sänger hat mächtig Energie mitgebracht – und eine Gitarre. „Ich zeig‘ euch das Instrument nochmal genau, für diejenigen unter euch, die nicht mehr wissen, wie sowas aussieht“, sagt er und macht klar, was er vom Playback-Trend vieler Artists auf Live-Konzerten hält: „Nichts.“

    Seine Interaktion mit der Menge ist nahbar, Bosse verteilt unzählige Handküsse und wirkt von der Stimmung ganz berührt. Zu dieser tragen auch Anekdoten aus seiner eigenen Jugend bei. „In meinem Dorf bei Braunschweig musste ich immer diesen blöden Hügel hoch“, erzählt er und baut sich eine Brücke zum Lied „Hallo Hometown“. Bosses Lieder sind so geschrieben, dass sich jeder ein Stück mit ihnen identifizieren kann, ohne dabei beliebig zu sein.

    Der Musiker gerät in Plauderlaune, und so erfahren seine Fans mehr über die Hintergründe zu seinem Song „So oder so“, dessen Text aus einem Brief an eine Freundin stammt, die nach einer Trennung verzweifelt war. Bosse gibt Einblick in sein Inneres und erntet dafür die Gunst der Elftausend. Mit „Schönste Zeit“ beendet Bosse seinen schwungvollen Auftritt und beschert einer Gruppe Mädchen dieselbe, indem er ihnen das Mikrofon überlässt. Kein Playback also, dafür aber „Arbeitsteilung“ zwischen Sänger und Publikum.

    Auch bei Clueso wird es emotional

    Bosse hatte den Osnabrückern so sehr eingeheizt, dass sich Clueso sinnbildlich nur noch ans gemachte Feuer setzen musste. Der überwältigt wirkende 42-Jährige lobte das Publikum überschwänglich für die von ihm ausgehende Energie. „Ihr seid krass, Osnabrück, was für ein geiler Empfang!“, schwärmte er. Bei ein paar Grad weniger – 37 um genau zu sein – sang Clueso mit „37 Grad im Paradies“ einen seiner neuesten Hits und zeigte beim Chorus mit rockigen Elementen seine stimmliche Wandelbarkeit.

    Als ihm ein Fan den Wunsch zuruft, seinen Durchbruch-Song „Gewinner“ zu spielen, lacht Clueso laut. „Super Idee, falscher Zeitpunkt“, entgegnet der Erfurter und bleibt zunächst bei seinen dynamischen Stücken wie „Tanzen“, während er Pirouetten im Takt dreht. Clueso gibt den Animateur im Befehlston: „Ihr müsst tanzen!“. Das Publikum lässt sich daraufhin nicht zweimal bitten.

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    Dann aber wird es auch bei Cluesos Teil des Abends emotional. „Dieser Song ist für meinen Großvater“, sagt der Sänger und erklärt, warum ihm das Lied „Anlauf nehmen“ so viel bedeutet. „Ich war damals ein ‚Sorgenkind‘ in der Schule, aber mein Opa hat immer gesagt: ‚Ich mache mir keine Sorgen um den Jungen‘ und mir das Gitarrespielen beigebracht.“ Mit „Zu schnell vorbei“ lässt er eine weitere Ballade folgen, die manchen Zuhörenden Tränen über die Augen kullern lassen.

    Clueso spielt mit seinem ausgewogenen Set mit den Emotionen des Publikums, versetzt es abwechselnd in Melancholie und Euphorie. Und obwohl Clueso allen Grund hätte, pünktlich Schluss zu machen – schon am Samstag gibt er das nächste Konzert in seiner Heimatstadt Erfurt – überzieht der Musiker am Ende deutlich und nimmt das Publikum noch einmal mit auf eine letzte Reise: Nach „Chicago“. Zum Schluss gibt’s ein Küsschen für den Saxophonisten, der wie alle Bandmitglieder über die knapp zwei Stunden mit diversen Soli zu beeindrucken weiß, und einem „Bis bald, Osnabrück!“.

    Fotocredit: Stefan Mückner

  • untoldency proudly presents: Cari Cari Live! 2022

    Heute rutscht uns eine Band mit Cowboy bzw. Cowgirl Feeling in die Tourpräsentation. Das österreichische Duo Cari Cari, das das Sommergefühl für ihre Songs gepachtet hat, tourt im November und Dezember diesen Jahres durch nahezu ganz Deutschland. Ob eure Stadt dabei ist, seht ihr wenn das Licht angeht (bzw. wenn ihr weiter runterscrollt).


    30 Grad und es wird noch heißer!

    Ihr sitzt im Cabrio auf einem sommerlichen Roadtrip über die Landstraßen und Offroad-Pisten eures Lieblingslandes, aber euch fehlt die passende Musik? Kein Problem seit es die Band Cari Cari gibt. Die Songs des Duos bringen euch durch jede mögliche Situation auf eurem Sommertrip. Sei es morgens wenn die ersten Sonnenstrahlen in den verschlafenen Campervan scheinen, bei der spontanen Erfrischung am See oder abends am Lagerfeuer mit Stockbrot. Ihr wollt, dass sich eure Reise durch die Hitze wie im Film anfühlt, ihr bekommt es!

    Den Sommersoundtrack diesen Jahres haben Sängerin und Schlagzeugerin Stephanie Widmer sowie der ebenfalls singende Gitarrist Alexander Köck mit ihrer EP „Welcome To Kookoo Island“ bereits veröffentlicht. Es gibt nie einen unpassenden Moment, um sich die Sonne musikalisch ins Zimmer zu holen. Insbesondere wenn uns die sommerlichen Tage des überschwänglichen Genuss langsam zwischen den Fingern zerrinnen. *cryemoji*

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    Tourdates

    Die lange Liste der Konzertdaten in Deutschland findet ihr im Folgenden. Vergesst darüber hinaus nicht Cari Cari auf dem Streaming-Dienstleister eurer Wahl sowie auf Instagram zu folgen. Eine Verlinkung zum Spotify Profil findet ihr weiter unten.

    Meanwhile, stay calm and listen to Cari Cari!

    03.11.2022 | Dresden, Beatpol
    04.11.2022 |
    Würzburg, Cairo
    05.11.2022 | Nürnberg, Korns
    06.11.2022 |
    Wiesbaden, Schlachthof
    08.11.2022 | Bochum, Riff
    09.11.2022 |
    Münster, Skaters Palace
    10.11.2022 | Dortmund, FZW
    11.11.2022 | Osnabrück, Kleine Freiheit

    12.11.2022 | Bremen, Lagerhaus
    15.11.2022 |
    Saarbrücken, Garage
    17.11.2022 | Augsburg, Kantine
    28.11.2022 | Leipzig, Werk 2
    29.11.2022 | Berlin, Astra Kulturhaus

    30.11.2022 | Hamburg, Uebel & Gefährlich
    01.12.2022 | Hannover, Paugt

    05.12.2022 |Stuttgart, Im Wizemann
    06.12.2022 | Frankfurt, Zoom

    07.12.2022 | Köln, CBE
    08.12.2022 | München, Muffathalle

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    Fotocredits: Andreas Jakwerth