Autor: Dascha

  • Playlist: rediscovered bops

    Playlist: rediscovered bops

    Manchmal kommt der Punkt, da hat man seine momentanen Lieblingssongs einfach satt. Statt sich in der Musikwelt auf die Suche nach neuen Schätzen zu begeben, kann man sich aber auch mal an alten, vergessenen Hits bedienen. Genau dafür haben wir die perfekte Playlist: rediscovered bops. Vollgepackt mit bunten Songs von 2011 bis 2016! Denn es ist nie zu spät, Musik für sich zu (wieder-)entdecken.

    Mal ehrlich, wie viel verdammt gute Musik ist in diesen fünf Jahren erschienen? Eine Menge. Zwar wird die Playlist dieser Menge nicht gerecht, ist aber eine 1A Auswahl aus verschiedenen herausgepickten Künstler:innen, Jahren und Genre. Unzwar sind das hier nicht die großen Hits, die auf und ab im Radio liefen, sondern die, die vielleicht schon ein bisschen in Vergessenheit geraten oder sogar noch unentdeckt geblieben sind. Das untoldency-Team hat dafür die Spotify-Accounts durchforstet und alle Lieblingssongs der vergangenen Zeit vereint. Für das „Aaaah, den Song hab ich total vergessen!“-Feeling.


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    Alte Lieblinge

    Die Playlist bedient viele Musikrichtungen und Emotionen, aber vor allem wird sie ganz bestimmt die Nostalgie erwecken. Für die herzzerreißenden deutschsprachigen Songs der Playlist möchte ich mich fast schon entschuldigen. Dass da Tränchen kommen können, ist auf keinen Fall ausgeschlossen. Da haben wir Nicht nichts von AnnenMayKantereit, Widerstand von Faber, Schnee von Joris, Verschwommen von Gerard und Unperfekt von Maeckes. Vor allem Unperfekt hat es mir damals schon angetan und ist definitiv einer der traurigsten Songs meiner gesamten Spotify-Sammlung. Jedes Mal Gänsehaut schon bei den ersten Tönen.

    Natürlich bedeutet erinnern nicht nur traurige Melancholie, es können natürlich ebenso laute Rock-Banger sein. Mit dabei z.B. Der blinde Passagier von Jennifer Rostock, Coming Back Again von Kings of Leon, Bad Reputation von Avril Lavigne, Room to Breathe von You Me At Six und Sonne über Wien von Heisskalt. Letzteres wird mich für immer umhauen, da Heisskalt eine meiner absoluten Lieblingsbands sind. Unglaublich, wie schön ein Text sein kann und wie sehr Worte sich einprägen können. Selbst im Jahre 2021, nachdem ich jeden Heisskalt-Song schon unzählige Male gehört habe, bin ich jedes mal gepackt und fasziniert. Und obwohl ich wahrscheinlich jeden ihrer Texte auswendig kenne, bringen mich die Worte immer wieder zu neuen Gedanken. Die Zeit vergeht und ändert sich, aber die Songs bleiben nicht in der Vergangenheit, sondern ziehen mit und passen sich an. Das sollte eigentlich nicht so kitschig klingen, aber hey, it’s true.

    Heisskalt

    Vergrabene Erinnerungen

    Aber auch Songs von richtigen Klassiker-Indie-Bands dürfen natürlich fehlen: Fallout von Catfish and the Bottlemen, Snap Out Of It von Arctic Monkeys, Around Town von The Kooks, Pink Lemonade von The Wombats und Unbelievers von Vampire Weekend. Alles Hits mit genialer Atmosphäre. Songs wie die von Arctic Monkeys oder auch Songs wie Dark Paradise von Lana Del Rey prägten die Zeit, in der Tumblr der wohl coolste Place to be war und Traurigsein irgendwie absolut im Trend schien.

    Für das ultimative „Es ist 2014 und ich bin coole Außenseiter:in“-Gefühl darf selbstverständlich Casper nicht fehlen. Ist ja logisch. Auch er ist mit Endlich Angekommen in der Playlist vertreten. Ganz ehrlich, ich habe Casper ewig nicht mehr gehört. Aber als ich den Song vorhin angehört habe, hatte ich sofort Gänsehaut bei der Erinnerung daran, wie das Publikum auf Casper Konzerten bei „Applaus, Applaus“ immer klatschte. Genau für solche Momente, in denen man vergessene Erinnerungen in den hinteren Schubladen des Gehirns rauskramt, lohnt es sich doch sehr, in ältere Songs reinzuhören.


    Casper live 2015


    Wo man von deutscher Musik zwischen 2011 und 2016 spricht, ist Kraftklub nicht wegzudenken. Mit Blau sind natürlich auch sie in unserer Playlist gelandet und sorgen damit für ordentliche Konzert- und Moshpit-Erinnerungen. Auch OK KID mit Verschwende Mich dürfen da nicht fehlen. Um mal kurz wieder kitschig zu werden: Bei OK KID habe ich jedes Mal wieder das gewohnte, warme Gefühl von „nach Hause kommen“. Hach, die schönste Form von Nostalgie. Für super schöne, emotionale Songs sorgen aber auch Antje Schomaker mit Bis mich jemand findet, Die Orsons mit Lagerhalle, Bosse mit Dein Hurra oder Cro mit Jeder Tag.

    Für fast jeden alten Song in den verstaubten Ecken der Spotify-, Platten- oder CD-Sammlung steht eine Erinnerung, die damit verbunden und (literally) auf Knopfdruck abgerufen werden kann. Wie cool ist das bitte? Zum Beispiel, wenn ich die Playlist höre und Unendlichkeit von Teesy beginnt, habe ich direkt die verrückte Erinnerung daran, dass ich mit meinen Freund:innen 2015 ein Privat-Konzert gewonnen habe. In einer super fancy Frankfurter Location mit Teesy und Band, riesigem Buffet und wir waren damit sogar in der Bravo. Manche Erinnerungen sind normalerweise so in Vergessenheit geraten, dass wenn ein Song sie hervorruft, man sich nicht mal sicher ist, ob das real war. Aber doch, ich vertraue meinem Gedächtnis hier mal.


    Teesy

    Zeitreise

    In einer bunt gemischten Playlist dürfen die tanzbaren gute Laune-Songs nicht fehlen. Keine Sorge, auch davon gibt’s hier genug. Von Lass es brennen von LOT, New Estate von Giant Rooks, Tongue Tied von Grouplove zu Everybody Talks von Neon Trees und Bubblegum Bitch von MARINA. Gerade New Estate ruft bei mir aber den Gedanken auf, wie es denn sein kann, dass das schon so viele Jahre zurückliegt?! Songs als Messeinheit für Jahre, so sieht es bei mir aus. Für die tanzbaren Songs haben wir im Kontrast auch die ganz ruhigen. Sanfte, leichte Töne und schleichende Nostalgie. Dafür stehen Youth von Daughter, Gravity von EDEN und Death with Dignity von Sufjan Stevens.

    Hier wurden nicht alle Songs der Playlist genannt, den Rest muss man wohl selbst auschecken. Hoffentlich erwecken manche längst vergessene Songs manche längst vergessene Erinnerungen bei den Hörer:innen der Playlist. Egal, ob Erinnerungen an eine lange Nacht mit Freund:innen, warme Urlaubstage oder traurige Woche voller Tränen; Es lohnt sich, mental mal zurück zu reisen und in Erinnerungen zu schwelgen. Vielleicht, um die vergangene Zeit nun aus der Distanz zu reflektieren. Vielleicht auch, um an schöne Momente erinnert zu werden und sich selbst klar zu machen, dass noch mehr solcher Momente in Zukunft folgen werden.

    Wer weiß, vielleicht entdeckt man aber auch einen älteren Song, den man noch gar nicht kannte. Bei „alten Songs“ wird oft an die Musik der 70er-90er Jahre gedacht. Dabei liegen vergessene Schätze auch in diesem Jahrhundert schon vergraben. Durch stetigen, immer mehr werdenden Musikkonsum und einer wahren Überflutung an neuen Künstler:innen und Songs durch Streamingdienste, Playlisten und Social Media wird an älteres oft nicht mehr zurückgedacht. Deswegen: Es ist nie zu spät für gute Musik und nie zur früh für eine Zeitreise in die Vergangenheit!


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    Fotocredits: 1. Viktor Schanz, 2. Steffen Schmid, 3. Silke Lapina

  • Zimmer90 im Interview: „Das ist auch das Ziel dahinter, dass jeder seine eigene freie Vorstellung haben kann“

    Zimmer90 im Interview: „Das ist auch das Ziel dahinter, dass jeder seine eigene freie Vorstellung haben kann“

    Am 16.04 veröffentlichten Zimmer90 ihre Debüt EP Fall Back mit einem erstklassigen Mix aus Indie und Electro-Pop. Hier finden sich entspannte Vibes, tiefe Emotionen und einprägsame Melodien verpackt in fünf Songs von drei Jungs aus Stuttgart. Sowohl ihre Sounds, als auch die Stimme von Sänger Joscha haben hohen Wiedererkennungswert und können schon nach diesem ersten Release zweifellos bei den großen Bands mithalten. Obwohl viele Alben und EPs dieser musikalischen Ecke oft dazu tendieren sehr ähnliche und beim ersten Hören kaum unterscheidbare Songs zu enthalten, zeigen die Songs auf Fall Back Vielfältigkeit und ergeben trotzdem ein stimmiges Ganzes. Sie greifen ziemlich gelungen in einander und ich bin mir sicher, dass Zimmer90 damit viele neue Hörer:innen für sich gewinnen werden. Durch die besondere Atmosphäre, die Zimmer90 hiermit kreiert haben, hat sich Fall Back jetzt schon einen festen Platz in der Liste meiner Lieblingsreleases 2021 verdient.

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    Zimmer90 im Interview

    Dascha: Hey, schön, dass das geklappt hat! Seid ihr aufgeregt über den Release eurer EP?

    Joscha: Also ich schon, ziemlich. Wir haben ja noch nie etwas released, was wirklich so ein ganzes Ding ist und komplett zusammenhängt. Das ist schon ziemlich aufregend für mich und ich glaube für die anderen beiden auch.

    Michi: Ja, absolut.

    Dascha: Könnt ihr euch mal vorstellen für die, die euch noch nicht kennen?

    Finn: Wir sind Zimmer90 aus Stuttgart. Wir sind Joscha, Michi und Finn, kommen auch alle aus Stuttgart und haben uns über verschiedene Wege in Stuttgart kennengelernt. Michi und ich haben uns schon etwas länger davor gekannt und Musik gemacht. Dann haben wir Joscha kennengelernt und zu dritt ein bisschen gejammed. Und so sind wir auf einen ganz coolen Sound und Vibe gekommen. Dann hatten wir richtig Bock daraus was zu machen.

    Dascha: Und seit wann macht ihr zusammen Musik?

    Michi: Seit vier Jahren inzwischen, seit 2017.

    Joscha: Wir haben halt davor immer einfach gejammed, aber so richtig real ist es für uns seit einem Jahr geworden. Wo wir gesagt haben okay, wir stellen jetzt was in’s Internet und erscheinen sozusagen auf der Bildfläche.

    Dascha: Wie würdet ihr eure Musik in nur drei Wörtern beschreiben?

    Michi: Ist jetzt nicht nur ein Wort, aber ich würde sagen, dass man ziemlich schnell in den Vibe reinkommt. Relativ leichte feel-good-Vibes, so ein bisschen dancy.

    Joscha: Also wäre dein Wort feel-good?

    Michi: Eher so der Vibe. So vibey.

    Joscha: Also mein Wort ist, weil bei der EP die Songs schon relativ unterschiedlich sind, aber trotzdem alles matched, divers.

    Finn: Ich wollte auch kontrastreich sagen. Oder energetic oder soft, aber dann ist es auch ein Widerspruch. Ne, ich hab ein Wort: intuitiv.

    Michi: Also divers, intuitiv, vibey.

    Dascha: Wer oder was inspiriert euch musikalisch am meisten?

    Finn: Es ist hart das so runterzureduzieren, weil wir beim Musik machen versuchen offen ranzugehen und, wie gesagt, auch ziemlich intuitiv. Irgendwie auch viel aus dem Moment heraus zu finden, was uns gefällt. Wir hatten selten mal Songs nach einem bestimmten Vorbild grundlegen ausgelegt, sondern wir versuchen es wirklich aus uns raus zu holen. Ich glaube, dass man die Inspiration dann aus tausend verschieden Eindrücken und Ecken nimmt. Und dadurch, dass wir uns in verschiedene Richtungen, an dem was wir musikalisch mögen, bewegen, ist es sehr schwer das runter zu brechen.

    Joscha: Ich glaube man kann aber sagen, dass wir drei relativ offen für alles sind. Auch ein Chart-Song kann mega geil sein, wenn der gut gemacht ist und das muss nicht verteufelt werden. Wir sind da alle so, dass wir eher Songs hören, die uns taugen und nicht dieses eine Genre fixiert haben.

    Michi: Elektronische Musik, Indie, Pop Musik, Alternative, da ist von allem ein bisschen mit dabei. Und das kommt immer darauf an in welchem Vibe wir gerade sind, wenn wir zusammen jammen und was dann dabei rauskommt. Es war noch nie so, dass wir sagen: „Hör mal die Band und lass mal so einen Song machen“, sondern eher so, wenn der Song fertig war: „Ah, witzig, das erinnert daran“.

    Dascha: Um jetzt konkret zur EP zu kommen- Wie war eure Erfahrung mit dem Entstehungsprozess? Was hat euch besonders Spaß gemacht und wo gab es vielleicht mal Schwierigkeiten?

    Joscha: Ich glaube, der Tunnel in dem wir waren, war für uns alle was neues. Wir sind ins Studio gegangen mit unserem Produzenten, den wir erst seit der EP haben. Das war der erste große Step, dass wir sagen, wir gehen jetzt in ein richtiges Studio und nehmen nicht von zu Hause auf. Wir wussten, wir haben zwei Wochen Zeit und dann sind wir dahin gegangen mit Zeug im Gepäck, weil wir die ganze Zeit, wenn wir Ideen hatten, das schon Demo-mäßig aufgenommen hatten. Da haben wir dann am ersten Tag alles durchgehört und geschaut, was uns am meisten anspricht und uns da einfach einen Song rausgepickt, Now or Never war das. Der war schon relativ weit und wir haben einfach angefangen drauf los zu arbeiten und waren 14 Tage wie in einem Film.

    Man macht weiter, dann kommt da wieder was neues, dann muss man wieder zurück gehen. Es war schon auch ein bisschen Teambuilding, weil natürlich ist auch mal einer unzufrieden und man sich dann in einander verhakt. Wenn man irgendeine coole Idee hat und in seinem Kopf eine Vision wie „Boah, ich hab gerade das krasseste entdeckt“ und dann hört man von drei Leuten „Brudi, das ist übel kacke“. Jeder von uns hatte glaube ich mal diese Situation. Es ist aber trotzdem voll schön am Ende zu wissen, da ist was rausgekommen, mit dem wir zu dritt zufrieden sind und was von jedem von uns etwas beinhaltet.

    Dascha: Hat euch irgendein bestimmtes Konzept durch die EP geleitet?

    Finn: Das Konzept war ein bisschen, dass es kein Konzept gibt. (lacht) Und dass wir uns nicht so viele Gedanken darüber gemacht haben, wie die EP aufgebaut ist und wie wir da genau heran gehen wollen. Ich würde sagen, das, was sich durchzieht und irgendwie schon ein Konzept ist, sind die Sounds, die wir verwendet haben. Dass wir versucht haben, dass es am Ende doch Verbindungen untereinander gibt über den Sound.

    Joscha: Die Songtexte verbinden die Songs aber auch, würde ich sagen. Wie Finn auch schon sagte, es war unser Plan dahin zu gehen und eben keinen Plan zu haben, um uns davon nicht einzuschränken und nur diesem Plan nachzurennen. Es war uns wichtig, dass wir einfach hingehen und schauen, was passiert, auch wenn wir am Ende nur einen oder zwei Songs in der Hand haben. Wir sind hingegangen und dann ist das passiert. Und jetzt kommt’s raus.

    Dascha: Auf der EP hat mich Sometimes total gecatched und berührt. Wollt ihr mal erklären, worum es in dem Song geht und was er euch bedeutet?

    Joscha: Ich hatte den Text schon davor geschrieben und hatte den eigentlich als Klavier-Ballade ausgelegt. Ich wollte voll lang Psychologie und Medizin studieren und hatte ein Praktikum in zwei Psychatrien. Ich hatte dort lange Gespräche mit einem Flüchtling, der eine posttraumatische Belastungsstörung hatte. Der Song greift eigentlich seine Gefühlswelt auf. Dass er nur für sich seine Gefühle zeigen kann und immer nur in seinem Zimmer ist. Diese Hoffnungslosigkeit wollte ich damit darstellen.

    Dascha: Krass, ich hätte nicht gedacht, dass dahinter so eine Geschichte steckt. Ich hab den Song letztens abends im Zug das erste Mal gehört, während des Sonnenuntergangs und ich dachte zu mir selbst nur: „Ey, don’t cry“. Schreibt ihr sonst lieber Songs über eure eigenen Gefühle und Erfahrungen oder findet ihr, das muss nicht sein?

    Michi: Momentan haben wir in unseren Texten sehr viel über unser Erleben von Dingen, Gefühlen, Nostalgie, Gedanken. Wenn wir die Texte dann wieder zusammen durcharbeiten, kommt es immer wieder zu so Punkten, dass wir manche Passagen, die wir z.B. nicht verstehen, durchsprechen und versuchen sie auf unser Leben zu beziehen. Damit sie sich immer schlüssig mit unserer Wahrnehmung und Erfahrung decken. Es ist ein Sammelsurium von unseren drei Wahrnehmungen, wie wir einfach alles erleben. Das ganze Leben und Verbindungen zu anderen Menschen.

    Joscha: Wir achten bei den Songs darauf, gerade bei der EP, dass wir das Thema nicht schon komplett vorschreiben und detailliert ausarbeiten, sondern, dass es bei jedem was anderes auslösen kann. So wie du meintest, du hättest das bei Sometimes nicht so gedacht. Für mich ist es das, aber für jemand anderen kann es etwas ganz anderes sein. Das ist auch das Ziel dahinter, dass jeder seine eigene freie Vorstellung haben kann.

    Michi: In der ganzen EP erwähnen wir wenig ganz konkrete Dinge, sondern eher so, dass man viel Interpretationsfreiraum hat.

    Dascha: Wie ist es für euch, dass ihr im Lockdown jetzt so richtig losgelegt habt mit eurem ersten großen Release? Denkt ihr, wenn die Umstände nicht so wären, liefe es anders?

    Finn: Wir hätten ein paar mehr Sachen organisiert, zum Beispiel eine fette Release-Party und wir hätten uns darum gekümmert, das wir auf so vielen Bühnen stehen, wie es nur geht.

    Michi: Tatsächlich ist aber auch viel dadurch möglich geworden. Finn studiert ja Architektur, Joscha Jazz und Pop-Gesang in Freiburg und ich mache eine Kochausbildung. Gerade bei mir ist es so, dass ich viel mehr Freizeit bekommen habe durch Corona. Davor wäre das gar nicht möglich gewesen. Es war da super schwer für uns drei Zeit zu finden. Dadurch ist viel Freiraum entstanden, ich hab ja auch kein Homeschooling oder so.

    Dascha: Na immerhin auch was positives! Ich hab euch natürlich auch vorher auf Instagram gestalked und bin auf euer wunderschönes Atelier gestoßen, das auch immer wieder von irgendwelchen Ästhethik-Accounts repostet wird. Was hat es mit dem Atelier auf sich, wo ist das?

    Joscha: Ich kann eine Sache sagen, das Atelier gehört meiner Großtante, aber leider muss ich die genaue Location geheim halten. Aber es ist in der Nähe von Stuttgart.

    Dascha: Es ist auf jeden Fall sehr sehr schön!

    Joscha: Ja, voll! Das ist ein Ort, wo wir immer richtig cool hingehen können, weil meine Großtante ist viel in Frankreich, sie ist Künstlerin. Es ist super dort zum Abschalten und Musik machen. Da gibt es kein Internet, kein WLAN, dann ist man einfach nur da.

    Finn: Wir waren auch um Silvester rum dort für ein paar Tage, das war auch crazy. Es ist schon ein ziemlich eigener Space. Das ist so die perfekte Voraussetzung, um irgendwie kreativ zu werden, weil man sich da mal stark abkapseln konnte. Die Umgebung engt auch nicht ein, sondern lässt eher den Raum für kreative Sachen.

    Joscha: Ja, wir waren da 10 Tage und da ist halt wirklich kaum Empfang, kein WLAN. Man ist so viel abgelenkt heutzutage von seinem scheiß Handy, was glaube ich jeden aufregt, aber was einfach so ist und auch nicht mehr wegzumachen ist. Ich würde behaupten, fast jeder ist irgendwie süchtig nach seinem Handy. Das war so angenehm, dass das Ding da einfach weggefallen ist und wir da den ganzen Tag nur Musik gemacht haben, gelesen, entspannt.

    Dascha: Ja, ich glaube, nach dieser Lockdown-Zeit schmeiße ich mein Handy einfach erstmal weg. (lacht) Welche Musiker und Musikerinnen feiert ihr selbst zur Zeit?

    Joscha: Was mir vor kurzem gezeigt worden ist, Golf, heißt die Band. Die hatte mal so ihren Hochpunkt und ist dann ein bisschen in den Hintergrund getreten. Die machen ganz coole Mucke! Benny Sings, Bilderbuch, es gibt viel, was ich cool finde.

    Michi: Ich hör momentan ganz wenig Alben, sondern ganz viele Playlisten. Elektronische Bands hab ich sehr viele sehr gerne.

    Finn: Ist glaube ich oft so, wenn man viele Playlisten hört, dass man sich eher einzelne Songs als ganze Artists rauspickt. Men I Trust z.B. find ich zur Zeit wieder richtig cool, eine meiner absoluten Lieblingsbands.

    Michi: Ich mag Billie Eilish zur Zeit ganz gerne und AURORA. Da hör ich tatsächlich die Künstlerinnen einfach durch. Irgendwie haben die mich beide super gehooked.

    Dascha: Cool! Auch wenn es durch Corona schwer ist, irgendwas zu planen, habt ihr trotzdem irgendwelche besonderen Pläne, auf die ihr euch freut dieses Jahr?

    Joscha: Ich würd das grad mal so anteasern, Release-technisch kommen da ziemlich lustige Sachen. Und auch ein crazy Feature, wozu ich jetzt noch nichts verraten darf und werde. Ansonsten wollen wir auf jeden Fall schauen, dass wir, sobald es irgendwie geht, ein paar Konzertchen am Start haben. Eine Sache die ich noch sagen kann, es kommt tatsächlich noch was deutsches von uns.

    Michi: Oh ja, ich war mir gerade nicht sicher, ob wir das schon verraten sollen. Wir haben auf Deutsch eigentlich angefangen. Unsere ersten Songs waren alle nur live, davon haben wir leider nicht mehr so viele Aufnahmen, aber viel auf Deutsch.

    Dascha: Wow, wie kommt es dann dazu, dass ihr doch zu Englisch gewechselt habt?

    Michi: Bei den Produktionen war dann ziemlich schnell klar, dass die englischen Songs super gut funktionieren zum Durchproduzieren. Und wir wollen auf jeden Fall auch international ansprechen.

    Joscha: Wir haben übel Bock auch in anderen Ländern irgendwann mal Konzerte zu spielen, weil es für uns auch dazugehört zu reisen und unterwegs zu sein. Nicht darauf zu beschränken, dass nur die wenigen Menschen, die Deutsch können, auf die Texte Zugang haben, sondern, dass jeder den Text verstehen kann.

    Michi: Es ist auch schwierig, dass man mit deutscher Musik, gerade wenn man Pop macht, schnell zu Schlager-Musik tendiert. Da sind wir noch nicht so sehr gehooked von, da kann ich für uns alle sprechen.

    Joscha: Ich finde es wird sehr schnell kitschig oder zu künstlerisch.

    Dascha: Dann bin ich mal sehr gespannt zu hören wie ihr auf Deutsch klingt! Und ich komme auch schon zur letzten Frage. Da frage ich immer nach einer Untold Story, also einem kleinen Geheimnis oder einer Geschichte, die ihr noch nicht öffentlich erzählt habt.

    Michi: Der eine Release wird auf jeden Fall überraschend.

    Joscha: Unser Feature oder nein, eher unser zusammenarbeitender-Gast, ist auf jeden Fall überraschend. Aber ich hab noch eine geile Story! Unzwar sind wir ganz gut befreundet mit Rikas und wir waren mit denen Boule spielen. Michi und ich waren in einem Team und es ging so richtig über drei, vier Stunden mit mehreren Runden und aufschreiben. Und dann bringt Michi einfach so einen Move.

    Michi: Es war ein wichtiger Wurf! Am Anfang lagen wir hinten, dann haben wir ziemlich schnell aufgeholt. Es war dann schon ein bisschen unangenehm noch weiter Punkte zu machen, aber das war der entscheidende Wurf für diese Runde und Joscha war so „Michi, mach jetzt irgendwas krasses!“

    Joscha: Michi kann halt ein Spagat, so komplett runter. Und dann macht er einfach aus dem nichts ein Spagat und wirft diesen Ball und gewinnt einfach.

    Michi: Die ganzen Leute saßen auf der Bank und guckten zu, hätte ich dann einen schlechten Wurf gemacht, wär das super peinlich. Aber alle sind aufgestanden und haben angefangen zu schreien. (lacht)

    Joscha: Da saßen dann auch einfach viele Leute und haben zugeschaut und getrunken. Das wäre so weird geworden, wenn du dieses krasse Spagat machst und dann den Ball einfach irgendwohin geworfen hättest. (lacht)

    Dascha: Eine gute Story mit einer guten Wendung, zum Glück!

    Checkt hier die Jungs von Zimmer90 auch auf YouTube aus:

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    Foto Credits: Jo Hannes Klingelhöfer, Mario Simic

  • Sorglos glücklich: Luis Ake und „Ein schöner Traum“

    Sorglos glücklich: Luis Ake und „Ein schöner Traum“

    Bei Luis Ake geben sich Schlager und Rave die Hand und werden Freunde. Vor Kurzem erschien passend zu den ersten Frühlingstagen seine neuste Single „Ein schöner Traum„, produziert von Konrad Betcher (Casper, Dagobert, Minneapolis). Obwohl einige der vorherigen Songs von Traurigkeit geprägt waren, bildet diese Veröffentlichung eine euphorische Wohlfühl-Hymne über das Glück und die Wolken als dessen Träger. Dazu sagt Luis Ake selbst: „Glück ist, anders als Traurigkeit nur schwer zu greifen oder festzuhalten. Für mich ist eine Wolke das perfekte Sinnbild dafür. Sie schwebt über uns hinweg, ist immer in Bewegung und damit unmöglich zu greifen.“

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    Musikalische Neuentdeckung

    Seit ich Luis Ake bei meinem letzten normalen Konzert vor Corona-Zeiten als Support Act gesehen habe, war er für mich einer meiner liebsten musikalischen Entdeckungen in 2020. Eigentlich kann ich es gar nicht glauben, dass er nicht schon viel mehr Aufmerksamkeit bekommt. Immer in Hemd oder Anzug angezogen und in Musikvideos (positiv) merkwürdig tanzend, könnte man meinen, er stamme nicht aus unserer Zeit. Doch genau das macht ihn so interessant. Der Stuttgarter bewegt sich zwischen Neue Deutsche Welle, Synth-Pop und elektronischer Musik. Er belebt scheinbar eingerostete Stile wie kein anderer. Zwar fernab des Mainstreams, aber unglaublich mitreißend für Liebhaber:innen vergangener Jahrzehnte oder die, die auf dem Weg sind, solche zu werden.

    Wobei sein Debüt-Album Bitte lass mich frei noch kalt wie der Winter klang, ist davon jetzt nichts mehr zu spüren. Klanglich eingekleidet im Mantel des 80er-Pop thematisiert Ein schöner Traum einen einfachen sorglosen Moment. Auch hier steht Luis der Wechsel zur hohen Falsettstimme im Refrain, wie in vielen seiner anderen Songs, äußerst gut. Tatsächlich fühlt sich der Song beim Hören genau so an, wie seine Aussage. Man fühlt sich als Hörer:in in diesen drei Minuten wie in einen Rausch der Euphorie hineingezogen. Vor allem zelebriert die Single den Zustand des puren Glücklichseins, an dem es zur Zeit leider einigen Menschen mangelt. Luis Ake kommt wie ein Bote des Glücks und bringt uns diesen Song, um an das Gefühl zu erinnern. Vielen Dank dafür!

    „Ich nehm deine Hand und sag:

    Dieser Traum, ist für uns wahr geworden“

    Zur Single erschien auch ein Musikvideo, bestehend aus völlig unterschiedlichen fünfzehn Sekunden langen Clips, die auf einem Handybildschirm vorgeführt werden. Um dabei nicht nur seine eigene Perspektive des Glücks zu zeigen, hat Luis Ake zwölf Kunstschaffende Personen darum gebeten, ihre Interpretation eines kurzen Musikvideos zu erstellen: „Ich habe im Zuge dieses Liedes viel über den Moment des Glücks nachgedacht. Auch über seine Zeitlichkeit. Instagram diktiert uns z.B. das ein Glücksmoment fünfzehn Sekunden lang andauert. Das finde ich sehr spannend.“

    Als großer New Wave-Fan bin ich sehr froh, hiermit einen weiteren fantastischen Musiker zu haben, der die Musik der Neuen Deutschen Welle neu belebt und frisch poliert. Auch die bilinguale Vorgänger-Single Hey Du/Эй, Ты zusammen mit dem moskauer Musiker Dima Midborn hatte mich im Herbst 2020 komplett für sich begeistert. Nun lässt mich Ein schöner Traum nach warmen Tagen mit Sonnenschein sehnen, die wir uns alle mehr als verdient haben. Bei Luis Ake handelt es sich um einen einzigartigen Künstler mit eigenem, wieder erkennbarem Sound und Stil, der sich mit seinen Releases immer weiter steigert. Ich wünsche mir sehr, dass er und seine Musik noch absolut durch die Decke gehen. Denn das wäre die einzig gerechtfertigte Konsequenz.

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    Foto Credit: Tereza Mundilová

  • La Femme im Interview: „It can be happiness, sadness, nostalgia, hope or anything else. But we like to feel“

    La Femme im Interview: „It can be happiness, sadness, nostalgia, hope or anything else. But we like to feel“

    La Femme sind anders, La Femme sind unglaublich, La Femme sind ein Mysterium. Letztere Aussage fällt ziemlich häufig in Verbindung mit der in Paris lebenden Band, aber nun ja; Es ist die Wahrheit. La Femme, die eigentlich aus Biarritz stammen, wurden 2010 von den Songwritern und Musikern Sacha Got und Marlon Magnée gegründet. Somit bilden die beiden das Herz der Band und sie erhielten im Laufe der Zeit immer mehr Unterstützung von weiteren Musiker:innen. Spätestens seit ihrer Single Où va le monde (2016) sind La Femme international gefeiert und geliebt.


    Ihr musikalischer Stil lässt sich unmöglich in eine Schublade packen, dafür ist ihre Bandbreite viel zu groß und das beweisen sie vor allem auf ihrem neuen, dritten Album Paradigmes. Irgendwo zwischen Cold und New Wave, Yéyé, Psychedelic, Surf Rock, Elektro und Punk, haben sie schon lange her ihren ganz eigenen Sound kreiert und dabei bleiben sie nie konstant. In den neuen Songs wird statt wie gewohnt Französisch auch mal auf Englisch gesungen in Foreigner, Spanisch in Le jardin oder total absurd Banjo mit Opern-Gesang kombiniert in Disconnexion. Mit hypnotischen Sounds und oftmals sehr düsteren Texten zieht Paradigmes seine Hörer:innen in seinen Bann und führt sie in eine verdrehte Welt. Keiner der 15 Tracks ist so wie der andere, es gibt so viel unterschiedlichen Inhalt auf einem Album zu entdecken und trotzdem reiht sich alles ein und wird zu einem großartigen Ganzen.


    Verstehen oder nicht verstehen?

    Wahrscheinlich hat man bereits rausgehört, dass mich La Femme persönlich sehr begeistern — und das trotz meiner sehr eingestaubten Französisch-Kenntnisse. Dabei bin ich mir ziemlich sicher, dass man überhaupt kein:e Kenner:in der Sprache sein muss, um sich für diese Band begeistern zu können, denn sie ist einzigartig, fesselnd und die Atmosphäre universell spürbar. Und mal ehrlich, wofür gibt es online Text-Übersetzer und die Untertitel-Funktion bei YouTube? Ihre Musikvideos, die eher wie Filme wirken (vor allem zu Le sang de mon prochain und Paradigme, große Empfehlung!) und ihre Art sich zu präsentieren, verleihen den Eindruck La Femme seien eigentlich gar keine Band, sondern in ihrer Gesamtheit eher ein Kunstprojekt.

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    Immer, wenn ich irgendwann mal in die Kommentarspalte der YouTube Videos oder Instagram-Posts von La Femme geschaut habe, gab es mindestens eine Person, die sie als „Genies unserer Zeit“ oder als „nicht von dieser Welt“ bezeichnete. Tatsächlich wundert es mich überhaupt nicht, dass Fans aus allen verschiedenen Ecken der Welt in den Kommentaren diese Ansicht teilen. Das Bizarre, der abstrakte Sound und die Überromantisierung der typisch französischen Ästhetik, die La Femme mit allen Mitteln ausreizen, erwecken die Neugier. Man kann La Femme nicht wirklich begreifen, aber das muss man auch gar nicht, um ihre Präsenz zu genießen. Nun hatte ich die Ehre Sacha Got zu fragen, was mir auf dem Herzen lag. Um ganz ehrlich zu sein, hätte ich am liebsten einfach nur mit einem „Wie macht ihr das bloß???“ losgelegt.



    La Femme im Interview

    Dascha: Hey, I’m glad this worked out! How are you? Are you excited about the album release?

    Sacha Got: Yes! I’m very happy to finally put it out. It’s been too much time we had the songs in our hardrive. We are happy to share it now.

    Dascha: When did you start working on that album? How long was this process?

    Sacha Got: It’s a mix of a bunch of songs we did over the years, from 2012 to 2018. In many different places but we finished it between France, Spain and the USA.

    Dascha: The songs on Paradigmes are so different from each other; there are so many styles and themes. Where did you get your ideas and inspirations from?

    Sacha Got: From everything, I would say. For the music we like to cross all the styles we love and they can be very different. From country to electro, arabic music or rap. We like to mix everything together.

    Dascha: Was there a specific concept that guided you through this whole album?

    Sacha Got: There is no concept. But at the end we found a concept with the videos and we are even working on a full movie that is gonna come out with the record.

    Dascha: Which mood or feeling would you like to get a person in by listening to Paradigmes?

    Sacha Got: We like to go deep. And let the listeners have some big feelings inside their bodies. It can be happiness, sadness, nostalgia or hope or anything else. But we like to feel.

    Dascha: Why do you decide to sing in other languages than French sometimes? Like on Foreigner or Le jardin.

    Sacha Got: Because we are making world music.

    Dascha: Nouvelle-Orléans was one of the songs that immediately caught me. Could you explain what the song is about? Especially for those who don’t understand any French.

    Sacha Got: It is about a guy going on the road and leaving his hometown, New Orleans. He went to a dark moment and he lost his mom. But now he wants to go back to the light and shine and leave all the negativity behind him.

    Dascha: Do you personally have a favorite song on the album?

    Sacha Got: No, it depends on the moment.

    Dascha: I really enjoyed your latest music videos, especially the one for Disconnexion and the Paradigmes: Introduction with the Michel Foucault impression. Can you help me to understand the music video? There were so many characters and in my head, I was torn between a couple of deep interpretations and „Ah, this guy is on drugs and just having a crazy trip“.

    Sacha Got: Mmmh, it’s like a metaphor of the artifices, that everybody uses in life. The guy is doing a smoky speech and then going through his mind.


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    Dascha: Speaking of Disconnexion; there are so many different music genres mixed up in one song. One might think that they would never fit together but somehow you still make it work in an incredibly nice way. Why did you decide to mix them together in a song?

    Sacha Got: I think this is the funny part about making music in 2020. You can’t invent a new style like rock and roll or soul. But you can mix all of those. It’s just an evolution. And music and art have always worked like that since the very beginning.

    Dascha: How did the band change since your last album and what made these changes happen? Both, the music and the band members. Did you collaborate with new people on this one?

    Sacha Got: It’s still Marlon and me writing the songs and Sam working with us in the studio, too. We did more on our own on this time. We all have little home studios in our places now and we can record with protools everywhere. On this record there are more additional musicians like the horns and the banjo players.

    Dascha: Whenever I listen to one of your songs, I think „Yeah, this is so La Femme-style!“. Did you have a specific idea of the sound you wanted to create when you started as a band?

    Sacha Got: At the beginning we were mixing 60’s French Yéyé, surf music, and cold wave. We wanted to make a band between The Velvet Underground, Kraftwerk and The Brian Jonestown Massacre, in this spirit.

    Dascha: At the end of interviews we always ask about an „Untold Story“, that means a little secret or a story about you that the public might have not heard yet. Do you have anything in mind?

    Sacha Got: I went to Gibraltar two years ago and it was one of the most weird experiences ever. It was like the space and the time went wrong and different. I felt like Marco Polo. It was unique and since then I thought about my life in a different way.

    Dascha: Thank you for your time! I’m really looking forward to see one of your shows on tour when life gets back to normal.


    In 2022 sind La Femme übrigens auch in Deutschland auf Tour!

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    Fotocredits: Oriane Robaldo, jf julian

  • FORWARD im Interview: „Es geht uns mit Overdrive darum, Strukturen, die uns total geprägt haben, zu hinterfragen“

    FORWARD im Interview: „Es geht uns mit Overdrive darum, Strukturen, die uns total geprägt haben, zu hinterfragen“

    Neuen Zuwachs für die deutsche Indie-Szene bilden FORWARD und ihre neue Single Overdrive. Ein Song mit Vibes, die ideal zum gerade erwachenden Frühling passen. Hier trifft englischsprachiger Indie mit Funk und Jazz-Elementen auf 8 Jungs aus Hannover. Schon die ersten Sekunden der catchy Bassline von Overdrive machen gespannt auf den Song. Und man wird definitiv nicht enttäuscht! Im Gegenteil FORWARD gelingt es auf eine sehr lässige Art und Weise Disco-Sound, Synthies und dazu noch Blasinstrumente in ihrer Interpretation von Indie zu vereinen. Der Song klingt so leicht und smooth, nicht zuletzt auch durch die Stimme von Sänger Tim, die einfach nur angenehm zum Anhören ist.

    Kaum zu glauben, dass dies erst die dritte Single von FORWARD ist, denn Overdrive klingt überhaupt nicht nach Anfängern. Man bekommt zu spüren, dass sie wissen, was sie tun. Jeder Ton scheint perfekt zu sitzen und die kreierte Atmosphäre absolut gelungen und passend. Ich könnte den Song hundert Mal am Stück hören, ohne, dass er mich auch nur auf die geringste Weise nervt.

    Zu Overdrive wurde auch ein detailverliebtes Musikvideo veröffentlicht, welches die 8 Jungs der Band charmant und humorvoll in Collagen zwischen Kleinstadt und Kitsch zeigt. Eigentlich bin ich nicht leicht für Musikvideos zu begeistern, aber das hier hat es mir angetan. Mehr möchte ich zu FORWARD und ihrer Single gar nicht sagen, denn ich habe sie darum gebeten, das lieber selbst zu tun. In der jetzigen Situation ist es vor allem für Newcomer-Bands schwer, sich und ihre Musik potentiellen neuen Hörer:innen näher zu bringen. Auf Konzerten und Festivals neue Fans gewinnen oder an Bar und Merchstand quatschen fällt ja leider erstmal weg, dafür können sie sich hier vorstellen.

    FORWARD im Interview

    Dascha: Hey, schön, dass das geklappt hat! Könnt ihr euch mal vorstellen, für alle, die euch noch nicht kennen?

    FORWARD: Hey Dascha, vielen Dank für die Einladung! Wir sind FOWARD, eine Indie-Pop Band aus Hannover und insgesamt 8 Jungs. Dazu gehören, Tim (Gesang/Gitarre), Arne (Gitarre), Kai (Drums), Carl (Bass), Jan (Keys), Colin (Trompete), Malte (Tenor Sax) und Ruben (Alt Sax). Wir sind alle um die 20 und in den unterschiedlichsten Richtungen unterwegs. Vom Informatiker, bis Gitarrenlehrer ist eigentlich alles mit dabei.

    Dascha: Wie würdet ihr eure Musik beschreiben? Fans von welchen Bands könnte eure Musik besonders anziehen?

    FORWARD: Wir verpacken klassische 80er Jahre Synthie-Vibes und Bläser-Sounds in unserer Vorstellung von “modernen” Indie-Disco-Vibes. Unsere Inspiration suchen wir bei Musiker:innen wie zum Beispiel Tom Misch, Parcels, Amber Mark, Men I Trust oder Hush Moss. Menschen, die solche Musik abfeiern, sollten bei uns auf jeden Fall mal reinhören.

    Dascha: Wie habt ihr als Band zusammengefunden?

    FORWARD: Wir kommen alle vom Land, so um Hannover herum und da es dort nicht so super viele Menschen gibt die Musik machen, kennt man sich halt irgendwie. So haben wir uns dann auch gefunden. Arne und Tim machen eigentlich schon ihr Leben lang zusammen Musik und die anderen aus der Band sind dann Stück für Stück über die verschiedenen Lebensabschnitte dazu gekommen. Das machts für uns auch so
    spannend, da wir so ne Mischung verschiedenster Charaktere und Menschentypen geworden sind und uns nicht erst über die Musikhochschule oder so gefunden haben. „Und so wurde aus dem Duo eine Großfamilie” wie wir auch ganz gerne dazu sagen.

    Dascha: Erst kürzlich erschien ja eure neue Single “Overdrive”. Könnt ihr mal erklären, von was der Song handelt und was er für euch bedeutet?

    FORWARD: Eigentlich geht es uns mit Overdrive darum, Strukturen, die uns total geprägt haben, zu hinterfragen und neu zu denken. Einfach die Sichtweise zu ändern. Wir sind mega in einer Bubble der Vorstadtromantik, zwischen Frieden und Wiesen groß geworden und Teil einer Generation, die bis jetzt mit keinen großen Problemen konfrontiert war. Dafür sind wir super dankbar aber das prägt natürlich auch eine Denkweise, die außerhalb dieser Bubble schnell auf Widersprüche trifft. Das zu thematisieren ist für uns super wichtig, damit man nicht komplett einseitig und blind durch die Welt läuft. Gar kein Bock irgendwann so Menschen zu werden, für die es nur eine richtige Denkweise gibt.

    Dascha: Wie ist der Song entstanden? Wie sah der Entstehungsprozess
    und Hintergrund aus?

    FORWARD: Es startet eigentlich immer mit einer super trashigen Demo Version von einer Songidee. Die wird dann zur Probe mitgebracht oder schon vorher mit allen geteilt. Die Idee zu Overdrive hatte beispielsweise Arne, der wirklich einen krassen Output an neuen Ideen hat. Da einmal Probs am Rande!
    Naja und dann spielen wir die Idee und schauen wohin sie sich entwickelt. Und wenn dann alle fein damit sind, geht’s an die Ausarbeitung und liebevoll in die Detailarbeit, was man jetzt wie an welcher Stelle wie und warum spielt. Bis wir dann ins Studio gehen ist eigentlich alles musikalische geklärt und tausendmal hinterfragt worden.
    Genau so ist Overdrive entstanden.

    Dascha: Wie kamt ihr auf die Idee zu dem Musikvideo?

    FORWARD: Der Songtext von Overdrive beschreibt so ein bisschen den Mood, dass man Dinge, mit denen man groß geworden ist, plötzlich als wahnsinnig spießig wahrnimmt. Mit dem Video wollen wir diese Stimmung einfangen und eigentlich alltägliche Szenerien auf eine möglichst skurrile Art und Weise darstellen. Also hat unser Sänger Tim damit
    angefangen, Fotocollagen aus “spießig-skurrilen” Dingen zu machen, die dann mit unserem gemeinsamen Kumpel Niklas noch skurriler zu animieren und uns als Band dann in diese harmonische Welt als Kontrapunkt zu setzen. Und so ist dann das Video daraus entstanden.

    Dascha: Auch wenn es im Moment, vor allem für Newcomer-Bands,
    schwierig ist: Was für Pläne und Wünsche habt ihr dieses Jahr für eure
    Band?

    FORWARD: Ja, die große Headline-Tour im Festival-Sommer mussten wir leider absagen, haha. So wirklich rosig sieht’s diesen Sommer mit Live Shows ja leider nicht aus. Auch wenn es momentan als Newcomer-Band weniger Möglichkeiten gibt live zu performen, suchen wir uns alle möglichen Wege unsere Kreativität ohne Einschränkungen
    auszuleben. Unser Motto als Band für dieses Jahr ist, einfach mal alles machen wo wir Bock drauf haben. Dazu gehört für uns der Songwriting Prozess verbunden mit dem herumspielen neuer Sounds, aber auch das Umsetzen von neuen Musikvideo Ideen.

    Mit dem Release von Overdrive beginnt für uns als Band eine neue Phase und wir freuen uns unfassbar dolle, unsere Musik mit allen Menschen da draußen zu teilen! Die nächsten Monate werden aufregend und für negative Gedanken und das ärgern über Dinge, die man eh nicht ändern kann, ist absolut kein Platz!

    Dascha: Zum Schluss frage ich immer nach einer “Untold Story”, also einem kleinen Geheimnis oder einer Geschichte, die die Öffentlichkeit noch nicht von euch kennt. Was wollt ihr loswerden?

    FORWARD: Wir haben Overdrive im Off The Road Studio im wunderschönen Leipzig aufgenommen, wo wir uns ein bisschen in die Stadt verliebt haben. So richtig angetan hat uns dort aber eigentlich das Bier Sternburg aka Sterni. Das gibt’s in Hannover nicht! Auf jeden Fall nicht in den Mengen und zu dem Preis. Wir sind mit einem Anhänger nach Leipzig gefahren, der noch ein bisschen Platz über hatte, den wir nicht ungenutzt lassen wollten. Also kam unser geschätzter Bassist Carl auf die grandiose Idee, ein paar Kästen Sterni einfach nach Hannover zu importieren. Ich meine, bei dem Preis-Leistungs-Verhältnis!?
    Ende der Geschichte: Jetzt stehen in unserem Proberaum 12 Kästen Sterni die komplett unberührt sind, da wir seit unserer Rückkehr aus Leipzig wegen Coroni nicht mehr Proben durften. Also doppelt traurig. Das motiviert aber natürlich nochmal anders wieder anzufangen zu proben. Oder endlich eine richtige Release-Party zu feiern!

    Behaltet FORWARD in Zukunft im Auge und schaut euch hier unbedingt das Musikvideo an:

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    Foto Credits: 1. Peter Sparkuhle, 2. Julius Bracke

  • Schorl3 im Interview: „Sprudelig, erfrischend, groovy“

    Schorl3 im Interview: „Sprudelig, erfrischend, groovy“

    Ich bin mir ziemlich sicher, dass die folgende Empfehlung eine Band ist, an der man in Zukunft nicht so schnell dran vorbeikommen wird. Schorl3 veröffentlichten diesen Monat ihre Debüt-EP Sprudelpop voller tanzbarer Sounds und humorvoller Texte. Ihr Mix aus Indie-Pop, Funk und R&B reißt einfach mit. Sowohl ästhetisch, als auch musikalisch sticht bei der Band die Inspiration an vergangenen Zeiten heraus. Behandelt werden aber gängige Themen wie die eigene Faulheit in Rosen und so, die Vergesslichkeit im betrunkenen Zustand in Pia oder in Für Dumme die ehrliche Frage danach, wieso man selbst dümmer als die anderen ist. Der/die ein oder andere kann sich von den Lyrics schnell ertappt fühlen und sich selbst wiedererkennen, der Rest kann auch einfach darüber lächeln. Alles an Schorl3 ist ein bisschen absurd, aber vor allem macht alles an Schorl3 einfach Spaß.

    Wahrscheinlich ist diese Leichtigkeit genau das, was wir alle in ernsten Krisenzeiten brauchen. Naja, und auch sonst immer. Dass amüsante und nicht ganz seriöse Texte im deutschen Indie gut funktionieren, wurde uns bereits schon von Bands wie Von Wegen Lisbeth bewiesen. Kombiniert man das Ganze aber mit Disco-Funk, bei dem es unmöglich ist still zu sitzen— Das ist einfach Schorl3. Somit stellt das Trio für mich eine der interessantesten Newcomer-Bands derzeit dar, denn sie grenzen sich mit ihrem selbsternannten Genre Sprudelpop ab. Sie machen Schluss mit den sich wiederholenden kitschigen Liebesliedern und in Selbstmitleid badenden Ichbinjetztsoeinsamohnedich-Indie-Songs und laden stattdessen mit viel Charm auf die Tanzfläche ein. Diese Einladung nehme ich liebend gerne an!

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    Schorl3 im Interview

    Dascha: Hey, schön, dass das geklappt hat. Wie geht es euch im Moment?

    Hans 1: Freut uns auch, uns geht’s super!

    LMO: Ja, muss ja.

    Hans 2: Da steckst du nicht drinnen.

    Dascha: Könnt ihr euch mal vorstellen, für alle, die euch noch nicht kennen?

    LMO: Ja, wir sind Schorl3.

    Hans 2: Ja, wir sind es wirklich.

    Hans 1: Ein Indie Trio aus Hamburg bestehend aus den Produzenten Hans & Hans und dem Sänger LMO.

    Dascha: Wenn ihr eure Musik in nur drei Wörtern beschreiben würdet,
    welche wären das?

    Hans 1: Sprudelig.

    Hans 2: Erfrischend.

    LMO: Groovy.

    Dascha: Wer denkt ihr ist die Zielgruppe für eure Musik und was würdet ihr euch wünschen, welchen Effekt sie bei euren Hörer:innen auslöst?

    Hans 2: Alle lieben Schorl3. Schorl3 liebt alle. Wir möchten viel Liebe
    verbreiten.

    LMO: Unsere Hörer:innen lieben das Leben. Wir wollen Spaß am Tanzen und an der Musik auslösen!

    Hans 1: Die genannten Leute aus dem Song „Gegenverkehr“ und alle anderen sind unsere eingegrenzte Zielgruppe.

    Dascha: Vor Kurzem ist ja eure erste EP erschienen. Wie war eure Erfahrung mit dem Entstehungsprozess und dem Release?

    LMO: War geil.

    Hans 2: Gott hat die Welt in 6 Tagen geschaffen, am siebten war frei. Wir
    haben die EP in 7 Tagen geschaffen und feiern seitdem unseren Release.

    Hans 1: Wir sind jeden Morgen mit einer anderen Vision aufgewacht und
    haben Nächte durchproduziert. War ne geile Zeit!

    Dascha: Wie viel von den Geschichten in euren Songs ist wahr und auf euch selbst bezogen? Woher kommen die Ideen?

    Hans 1: Die Geschichten der Songs erleben wir im Traum und fassen sie
    danach in Songs zusammen.

    LMO: Wir schreiben erst die Songs und erleben dann das Geschriebene im
    Nachhinein.

    Dascha: Und passend dazu: Gibt es Pia wirklich?

    Hans 2: Ja.

    Hans 1: Nein.

    LMO: Ja.

    Dascha: Wer oder was inspiriert euch musikalisch? Wen feiert ihr selbst besonders?

    LMO: Jamiroquai, Daft Punk, The Neptunes und Nile Rodgers.

    Dascha: Zwar ist es gerade etwas schwierig mit Coroni, aber habt ihr
    trotzdem Pläne für dieses Jahr oder gibt es etwas, worauf ihr euch sehr freut?

    LMO: Wir haben viele Pläne. Unter anderem planen wir ein Benefiz-Konzert auf den Fidschi Inseln.

    Hans 1: Sozusagen ein Benefidschi-Konzert.

    Hans 2: Sobald es geht, wollen wir auf jeden Fall live spielen! Egal wo,
    Hauptsache mit geilen Leuten.

    Dascha: Zum Schluss frage ich immer nach einer „Untold Story“, also einem kleinen Geheimnis oder einer Geschichte, die Öffentlichkeit noch nicht von euch kennt. Habt ihr da was auf Lager?

    Hans 2: Was viele nicht wissen: LMO wurde Achter bei den norddeutschen U14-Meisterschaften im Dressurreiten bis ihm sein Titel wegen eines positiven Dopingtests aberkannt wurde.

    LMO: True Story.

    Hans 1: Ein weiteres Bandgeheimnis verraten wir ein anderes Mal.

    Checkt hier die Musikvideos von Schorl3 aus:

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    Foto Credit: Claire Johanna Photography
  • Shelter Boy im Interview: „Bei manchen Menschen hittet es dann doch, wenn sie dich fragen, wie es dir geht“

    Shelter Boy im Interview: „Bei manchen Menschen hittet es dann doch, wenn sie dich fragen, wie es dir geht“

    Shelter Boy dürfte einigen Indie-Liebhaber:innen wohl schon ein Begriff sein. Gerade erst gestern erschien seine neue Single „Atmosphere“. Die meisten Shelter Boy Songs klingen für mich eher nach einem Spaziergang durch einen kleinen Urlaubsort am Meer oder nach einem angenehmen Sonntagmorgen im Sommer, an dem ich mein Bett frisch beziehe, während die Sonne durch mein Fenster scheint. Aber da ist Atmosphere anders. Der Song klingt schwitzig und rockig. Er ist ehrlich, selbstbewusst, laut und schlägt einem ins Gesicht. Auf die bestmöglichste Art und Weise, sodass man sich danach noch dafür bedankt. Mit dem durchsickernden Einfluss britischer Bands und trotz der, wenn wir ehrlich sind, bedrückenden Lyrics, ist der Song absolut energiegeladen. Als Begleiter dessen folgt ein äußerst sympathisches Musikvideo mit Fisheye-Objektiv und Shelter Boy in vielfältigen Outfits.


    „Please don’t tell me
    how to feel alive“


    Shelter Boy im Interview

    Dascha: Hey, schön, dass das geklappt hat! Wie geht’s dir im Moment? Wie fühlst du dich damit, dass deine neue Single schon so bald rauskommt?

    Shelter Boy: Ich hab mega Bock drauf, endlich passiert mal wieder was! Heute bin ich ein bisschen verkatert. Mein Keyboarder Karl nimmt gerade eigene Songs auf, da haben wir gestern mit ein paar Freunden, natürlich alle getestet, noch Bier getrunken. Und dann hatte ich heute morgen noch ein Interview und hab mir davor in den Finger geschnitten, es ist schlimm. (lacht) Aber eigentlich ist alles gut.

    Dascha: Willst du mal was zu der Entstehung von „Atmosphere“ erzählen?

    Shelter Boy: Der ist tatsächlich über den Beat entstanden, ich hab da zufällig einen Loop gefunden. Die Band Primal Scream hat ein Album, das heißt Screamadelica. Das ist so später 80er in England, damit ging so diese Acid House-Bewegung los. Da ist so ein ganz prägnanter Beat, den hab ich gefunden und dachte mir, das klau ich mir direkt zusammen. (lacht) Darüber hab ich dann eigentlich angefangen den Song zu schreiben.

    Dascha: Atmosphere“ klingt ja nach einer kraftvollen Ansage, an wen richtet die sich? Und wie fühlt sich die Atmosphäre, über die du singst, an?

    Shelter Boy: Also ich singe ja „Do you fear the atmosphere?“ und das ist dadurch entstanden, dass ich öfters auf Partys die Situation hatte, dass ich irgendwo ankomme, wo alle schon miteinander Gespräche führen. Und ich da keinen Anschluss finde, es aber irgendwie auch gar nicht will. Ein ganz komischer Zwiespalt, ich glaube, das hat viel Wut mit sich gebracht. Eigentlich sind das traurige Lyrics, ich hab’s aber eher als Befreiungsschlag für mich genutzt, um damit umzugehen. Die Hook geht los mit „Tell me how you really feel„, weil es eigentlich oft nur eine krasse Floskel ist, wie es einem geht. Und dann sagt man immer einfach nur „Ja, ja, alles cool“. Aber bei manchen Menschen hittet es dann doch, wenn sie dich fragen, wie es dir geht und es wirklich ernst meinen. Das sind so die zwei Perspektiven, die ich in dem Song probiert habe aufzumachen.

    Dascha: Wie kam es zu der Idee von dem Musikvideo?

    Shelter Boy: Ich wollte schon immer mal etwas mit Fisheye machen, weil das ja auch so ein Skate-Ding ist. Und ich hatte schon ganz ganz lang Valentin Hansen auf dem Schirm, von seiner Musik und eben den Videos, die er macht. Dann hab ich ihm tatsächlich einfach mal geschrieben, ob er Bock hätte was zusammen zu machen. Er hat die Idee vorgeschlagen und ich war direkt dabei, dann haben wir das an einem Tag direkt so durchgerockt.

    Dascha: Das ist nach Calm Me Downund Forever You’ll Be Known ja schon die dritte Single nach deiner letzten EP. Das lässt natürlich vermuten, dass da jetzt eine EP oder sogar ein Album kommt. Kannst du dazu was verraten?

    Shelter Boy: Eins von beidem kommt. Punkt. (lacht)

    Dascha: Haha, na gut. Würdest du sagen, dass sich deine Musik seit deiner ersten EP verändert haben?

    Shelter Boy: Ja, safe. Ich hab ja vor Shelter Boy auch schon lange in einer Band gespielt, wo Britpop eine sehr große Rolle gespielt hat. Das war dann erstmal wieder weg, aber ich glaube es kommt gerade wieder mehr zurück, dass auch das wieder einen Platz hat. Ich merke bei dem was ich mache, dass es eigentlich immer wieder unterschiedlich ist. Wenn man sich früh die Freiheit nimmt, Releases zu machen, die alle sehr unterschiedlich sind, dann hat man auch eher die Freiheit zu machen, was man wirklich möchte. Ich genieße das sehr. Der Song jetzt ist halt eine Rock-Nummer, der nächste Song kann auch wieder was ganz anderes sein, I don’t know.

    Dascha: Passend dazu, wer oder was inspiriert dich besonders und wer hat dich musikalisch am meisten geprägt?

    Shelter Boy: Also ich konsumiere super super super viel Musik, ich bin schon immer einfach auch ein riesen Fan von vielen Sachen gewesen. Konstanten sind halt die Beatles, Bob Dylan, Oasis, Stone Roses, auch sowas wie Mac DeMarco. Ach keine Ahnung, es gibt so viele Sachen, die ich schön finde. Gerade höre ich mega viel Kings of Convenience, die ich so lange nicht mehr gehört habe, das gibt mir wieder voll viel. Was ich jetzt erst entdeckt habe, von Balthazar der, ich glaube Gitarrist, hat noch ein Soloprojekt. Warhaus heißt das. Und das Album davon… Ey, tschüss! Es ist sooo gut!

    Dascha: An einer kleinen Corona-Frage komm ich nicht ganz vorbei. Hast du für dieses Jahr trotzdem Pläne oder etwas, worauf du dich sehr freust?

    Shelter Boy: Ja, es stehen auf jeden Fall echt noch ein paar Sachen an. Sieht auch so aus, als würden wir im Sommer ein paar Sachen spielen, da freu ich mich mega drauf. Der Rest wird sich ja noch ergeben…in ein paar Monaten. Da kommt noch guter Stuff. Wird schon noch spannend, denke ich.

    Dascha: Dann bin ich gespannt. Gibt es denn etwas, von dem du sagst, das würdest du in deiner musikalischen Laufbahn unbedingt mal machen oder erreichen wollen?

    Shelter Boy: Vor ganz vielen Leuten spielen. Ich würde gerne irgendwann mal auf einem großen Festival auf der Mainstage zu einer guten Zeit spielen. Standard Antwort, aber ja, ich glaube, das ist sehr schön. Aber bei Forever You’ll Be Known hab ich mir schon viel erfüllt mit den Streichern. Anonsten würde ich gerne mal mit bestimmten Leuten zusammenarbeiten, aber da gibt es auch keine konkreten Pläne.

    Dascha: Und was wäre denn so ein Festival auf dem du unbedingt mal spielen wollen würdest?

    Shelter Boy: Glastonbury!

    Dascha: Oh ja, davon hab ich mir letztens erst wieder Live-Auftritte auf YouTube angeschaut.

    Shelter Boy: Ey, ich weine nicht oft, aber wenn ich mir solche live Sachen anschaue… Es gibt von Bombay Bicycle Club ein Live-Album, das hab ich mir angehört und es ist bei mir direkt hoch gestiegen und ich habe richtig feuchte Augen bekommen.

    Dascha: Dann bin ich hiermit auch schon bei der letzten Frage, nämlich einer „Untold Story“. Also einem kleinen Geheimnis, das noch nicht viele von dir kennen. Hast du da was auf Lager?

    Shelter Boy: (überlegt) Ich glätte mir die Haare. Ich fühl mich einfach wohler so, hatte aber lange Zeit ein Problem damit, das jemandem zu erzählen. Aber fuck off, bitch, I wanna look cute!

    Hier geht’s zum Musikvideo zu „Atmosphere“:

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    Fotocredit: Philipp Gladsome

  • Sweed im Interview zu „Cold Desert“: „Das ist die Single, in welche ich bisher am meisten Arbeit gesteckt habe“

    Sweed im Interview zu „Cold Desert“: „Das ist die Single, in welche ich bisher am meisten Arbeit gesteckt habe“

    Newcomer Sweed veröffentlichte heute seine frische neue Single „Cold Desert“ — Ein kraftvoller Song mit gefühlvollen Lyrics. So widersprüchlich wie der Titel klingt, so stimmig klingt dafür das Ganze. Der Refrain bleibt schon nach dem ersten Hören im Kopf hängen. Und wiederholt sich. Und wiederholt sich erneut. Ziemliches Ohrwurmpotenzial, wie man so schön sagt.

    Sweed mag für viele noch ein unbekannter Name sein, jedoch hoffe ich sehr, dass sich das noch ändern wird. Er macht Indie-Pop auf Englisch und das macht er ziemlich gut. Dem jungen Stuttgarter gelingt es melancholische Inhalte mit einer schwungvollen Leichtigkeit zu verbinden. Mitfühlen, aber gleichzeitig mit dem Fuß wippen quasi. Cold Desert fängt mit einem ruhigen, sich steigernden instrumental Intro an. Aber schon das anspringende Auto, das im Hintergrund erklingt, lässt erahnen; Es geht noch richtig los. Die Strophen sind entspannt unterlegt von einem sehr rhythmischen Beat, während der Chorus seine Hörer: innen eher dramatisch und emotional für sich einnimmt.

    Bei einem meiner letzten Lockdown-Spaziergänge lief ich durch meinen lokalen Stadtpark. Es war leicht kühl und windig, aber die goldenen Sonnenstrahlen ließen sich schräg durch die Äste der noch kahlen Bäume blicken und wärmten mich. Über mir kreisten unzählige Vögel und vor mir die vielen anderen Menschen, die sich ebenso ihre Zeit vertrieben. Der Tag war zuvor eigentlich stressig und bedrückend, doch zu diesem Zeitpunkt war ich beruhigt und ausgelassen. Ich erzähle diese, zugegebenermaßen ziemlich kitschige, Geschichte nicht einfach nur so, denn währenddessen lief die Musik von Sweed durch meine Kopfhörer. Mir fiel auf, dass genau das, genau dieses Setting, perfekt kombiniert mit der Musik schien. Ich hätte in diesem Moment nichts anderes lieber gehört. Es passte. Genauso fühlen sich die Songs für mich an.

    Sie klingen auf ihre Weise so unaufdringlich und trotzdem haben sie mich gepackt. Das liegt wahrscheinlich nicht zuletzt auch an Sweeds Stimme, denn die würde man unter vielen wiedererkennen. Nicht nur Cold Desert ist ein Volltreffer, auch seine vorherigen Singles laufen bei mir schon in Dauerschleife und ich freue mich auf mehr. Vor allem Liebhaber:innen von Bands wie FIL BO RIVA und Giant Rooks könnten hieran Gefallen finden. Ich lege es aber natürlich jeder Leserin und jedem Leser ans Herz, die Songs unbedingt auszuchecken, bevor Sweed mehr als nur ein Geheimtipp wird. Genau deshalb habe ich ihn selbst ein bisschen zu seiner Musik befragt. Los geht’s.

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    Dascha: Hey, danke für’s Zeit nehmen. Du bist ja noch ziemlich frisch in der Szene. Willst du dich mal vorstellen, für alle, die dich noch nicht kennen? Wie würdest du deine Musik selbst beschreiben?

    Sweed: Mein Name ist Niklas, ich bin 22 Jahre alt und wohne in Stuttgart. Ich mache seit Ende 2019 Musik als Sweed. Am Anfang war Sweed ein Space mich musikalisch auszuprobieren, entwickelte sich jedoch schnell zu meiner Hauptbeschäftigung. Musik habe ich auch schon davor gemacht, und sie spielte schon immer eine zentrale Rolle für mich. An ein bestimmtes Genre fühle ich mich nicht gebunden. Ich mache, worauf ich Bock habe, das Endprodukt ist dabei jedes Mal aufs Neue der individuellen Entstehungsphase geschuldet. Vermutlich würde man meinen Sound als eine Mischung aus Indie Pop und Funk beschreiben.

    Dascha: Sehr bald erscheint ja deine neue Single „Cold Desert“. Bist du schon aufgeregt? Wie geht’s dir damit?

    Sweed: Ich bin tatsächlich sehr aufgeregt und freue mich, dass Sie nun erscheint. Das ist die Single, in welche ich bisher am meisten Arbeit gesteckt und bis zuletzt gefeilt habe. Beispielsweise hat bei den Drums einfach noch das gewisse Etwas gefehlt, also sind wir extra ins Studio, um diese nochmal zu recorden. Danke Eliyah! Das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen.

    Dascha: Kannst du ein bisschen was zu der Entstehung und dem Hintergrund des Songs erzählen?

    Sweed: Nach ca. einem halben Jahr nur in unserer Stuttgarter Wohnung, bin ich irgendwann in so eine Art Kreativitäts-Loch gefallen. Ich habe mir viele Gedanken gemacht, woher ich neue Inspiration nehmen könnte. Die täglichen Spaziergänge haben es zu dieser Zeit leider auch nicht mehr gebracht. Also habe ich meine ganzen Sachen gepackt und bin zu meinen Eltern in die Heimat gefahren. Hier habe ich den Keller meines Dads erstmal mit dem ganzen Musikequipment vollgestellt, mich für ca. 2 Wochen darin eingebunkert und angefangen an neuen Melodien und Ideen zu arbeiten. Zack, nach einer Woche stand die erste Strophe für Cold Desert

    Luke (Noa), mein Produzent, sah in dem Ganzen von Anfang an Potential, das pushte mich natürlich immens, die Nummer zu etwas Besonderem zu machen. Die Melodie für den Chorus musste passen, wie die Faust aufs Auge. Eine Nacht, etwas Wein und fertig war der Chorus und ebenso gleich die zweite Strophe. Danach sind wir ins Studio, haben ein zweites Mal die Stimmen und die echten Drums aufgenommen. Mit dem Resultat des Studiotags hat sich Luca hingesetzt und das Ding gemischt. Danke Luke!

    Dascha: Wenn du schon so viel verraten möchtest: Die Singles machen natürlich neugierig auf mehr. Kann man sich dieses Jahr vielleicht auf eine EP von dir freuen?

    Sweed: Einen Releaseplan dafür gibt es bereits. Am besten einfach am Geschehen von SWEED dranbleiben, dann verpasst ihr nichts.

    Dascha: Wer oder was inspiriert dich musikalisch am meisten?

    Sweed: Auf jeden Fall fast alles, was ich von meinem Dad kenne. Wir hatten damals eine riesige CD-Sammlung, hauptsächlich 80s. Also aufgewachsen bin ich mit Songs von Billy Idol, Tina Turner, Stevie Wonder, Queen, Kool & the Gang, … Das sind ein paar von vielen Künstlern, die ich aus der Zeit mitgenommen habe. Welche Band ich aber schon wirklich lange verfolge, ist The Neighbourhood. Die Alben I Love You, Wiped Out! und Hard To Imagine The Neighbourhood Ever Changing haben meine Sichtweise auf Musik nochmal komplett verändert. Checkt aber doch gerne einmal meine SWEEDEST 21’s Playlist auf Spotify aus. Hier findet ihr alles, was mich in der letzten Zeit so inspiriert hat. 

    Dascha: Zum Schluss frage ich immer nach einer „Untold Story“, also etwas, das die Öffentlichkeit noch nicht von dir weiß. Gibt es etwas, was du loswerden willst?

    Sweed: Meine zweite Leidenschaft neben der Musik ist das Skaten und eine gute Gemeinschaft beutetet mir unheimlich viel. Mein Freundeskreis ist alles! Und F*ck Nazis! Danke für die Möglichkeit mit dem Interview, bleibt alle gesund und munter! Liebt euch! 

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    Foto Credit: Elena Pagano

  • Search Yiu im Interview: „Das Album ist quasi ein mentales Spa“

    Search Yiu im Interview: „Das Album ist quasi ein mentales Spa“

    Am 19.02 erschien Search Yius neues Album SY, in dem er seine Hörer:innen auf eine sehr persönliche Reise rund um mentale Gesundheit mitnimmt. Selbst erlebte Geschichten, dunkle Gedanken, lebendige Beats und alles frei nach der Idee der „inneren Wellness“. Irgendwo zwischen Deutschrap, Pop und Indie klingt SY einfach fesselnd. Fernab des Mainstreams werden auf dem Album Themen wie Suizidgedanken, Einsamkeit, Verliebtsein, Bisexualität und das Nicht-Loslassen-Können in neuen Facetten behandelt. Doch das Album klingt nicht hoffnungslos, im Gegenteil — Zwischen all der Schwere kommt doch noch der Optimismus durch. Zusammen mit Mia Morgan spricht er seit vergangenem Jahr auch in ihrem gemeinsamen Podcast Mental Mall unter anderem offen über seine Borderline Erkrankung.

    SY könnte sich durch seine intimen Erzählungen zu einem wertvollen Wegbegleiter einiger Hörer:innen, die ähnliches durchleben, entwickeln. Diese mögliche Identifikation ist wohl einer der wichtigsten Gründe, wieso man mentale Gesundheit in der Öffentlichkeit thematisieren sollte. Dennoch eignet sich das gefühlsbestimmte Album auch für alle, die ihre persönlichen Erfahrungen nicht auf die von Search Yiu beschriebenen Szenarien beziehen können. Kraftvolle, düstere Beats wie in Leer oder entspannte, leichte Sounds wie in Spaß wurden hier gekonnt in ein außergewöhnlich stimmiges Ganzes verpackt. Es ist genau das Album, nach dem ich mich unbewusst schon seit einiger Zeit gesehnt habe und ich wünsche mir sehr, dass Search Yiu damit bei allen, bei denen er bisher noch unter dem Radar flog, in den Vordergrund rückt.

    Dascha: Hey, na, wie geht es dir im Moment?

    Search Yiu: Hey Dascha, mir geht’s gut! Ich bin müde und ich schlafe zur Zeit schlecht, trotzdem geht’s mir gut. Und dir?

    Dascha: Auch ganz gut, den Umständen entsprechend. Bald kommt schon dein Album raus, bist du aufgeregt?

    Search Yiu: Bin ich, ja! Es gibt auf jeden Fall viel zu tun, aber ich bin froh drum. Nachts kommt dann immer die Aufregung, dann denk ich viel über das Album nach, weil ich tagsüber viel daran arbeite. Ich glaube das ist aber ganz normal. Ist auch das erste Mal, dass ich so richtig mit Promo release.

    Dascha: Welche Themen haben dich durch das Album geleitet? Was hast du damit besonders verarbeitet?

    Search Yiu: Sehr persönliche Themen. Also es geht ja besonders viel um Mental Health, ich hab mich dabei sehr viel mit mir selbst in meinem Kopf beschäftigt und versucht das dann in den Songs zu verpacken. Es sind ganz viele Themen die mich beschäftigen, es war ein bisschen wie Sachen rauslassen und loswerden.

    Dascha: Wie fühlst du dich denn dabei so viel privates, Mental Health-bezogen, mit der Öffentlichkeit zu teilen? Bei Mental Mall oder besonders in Still geht es ja viel um deinen mentalen Zustand. Fällt dir das leicht?

    Search Yiu: Leichter als früher. Es kommt drauf an, es gibt so Tage, da fühlt sich das nicht so gut an. Da fühlt es sich einfach nur weird an, dass so viele Leute so viel über mich wissen, aber ich umgekehrt nichts von ihnen. Aber letztendlich find ich es einfach sehr wichtig darüber zu reden. Gerade beim Podcast mit Mia bekommen wir immer so schönes Feedback, das mir zeigt, dass es Sinn macht darüber zu reden. Auch wenn es manchmal schwer ist, ich glaube, mittlerweile kann ich das ganz gut.

    Dascha: Es fasziniert mich auch immer mit was für einer Leichtigkeit und Offenheit ihr im Podcast darüber redet!

    Search Yiu: Hat aber auf jeden Fall lange gedauert, bis ich da so offen drüber sprechen konnte, das ging nicht einfach so direkt.

    Dascha: Hast du denn einen Lieblingssong auf dem Album?

    Search Yiu: (Überlegt) Ich glaube der erste, Denk, aber auch Still, den mag ich sehr gerne, weil er halt so persönlich ist und ich den sehr schnell runtergeschrieben habe. Der kam einfach so richtig aus mir raus und wurde dann der persönlichste Track, den ich je gemacht habe. Und Lange her mag ich auch sehr. Ich glaube, das wird nicht so ein Song, der am meisten gehört wird, aber den mag ich persönlich einfach gerne. Schwierig, sich einen Favoriten raus zu picken.

    Dascha: Wie denkst du hat sich deine Musik, oder auch du selbst, von deinem vorherigen Album Alles was ich habe bis hierhin entwickelt?

    Search Yiu: Im besten Falle entwickelt man sich musikalisch ja immer weiter, da hab ich gemerkt, dass ich jetzt mehr Skills hatte. Auch bei Luka (Seifert), mit dem ich beide Alben gemacht habe. Wir haben beide voll dazugelernt. Persönlich habe ich mich auch entwickelt, glaube ich. Beim letzten Album ging es ja viel darum, wie schwer es mir fällt alleine zu sein und dass es mir immer schlecht geht, sobald ich alleine bin. Und das hat sich geändert, ich bin mittlerweile ganz gut im Alleinsein und bin es auch gerne. Also natürlich nicht nur, man muss auch eine gute Base an Friends haben, aber mittlerweile komme ich auch ganz gut mit mir alleine aus.

    Dascha: Wo wir schon beim Alleinsein sind: Hast du Tipps wie man diese Lockdown-Zeit am besten übersteht? Für viele ist das mental gerade ja schwierig.

    Search Yiu: Ich persönlich versuche mir so viel Routine wie möglich in den Tag zu bringen. Ich stehe dafür gerne früh auf, war aber auch schon immer ein Frühaufsteher. Und ich zocke viel am Tag (lacht). Wir sind da mittlerweile zu acht und haben einen Sprachchat, in dem wir uns abends treffen und zusammen Fortnite zocken. Da kann man einfach mal nur zocken und sich nur über das Zocken unterhalten. Das sind dann nicht so ernste Themen, das ist auch mal ganz schön.

    Dascha: Du bringst zu deinem Album ja auch eine eigene Gesichtscreme raus. Ich erinnere mich, wie du bei Mental Mall mal gesagt hast, dass ein eigenes Skin Care Produkt ein großer Traum von dir ist. Wie kam das jetzt zustande?

    Search Yiu: Also es war nicht so einfach (lacht). Es hat gedauert, ich wusste nur, ich wollte irgendein Skin Care Produkt machen. Am Anfang wollte ich Masken machen. Da ist das Problem aber, dass es ja solche Fabriken gibt, die das für dich herstellen, aber die machen das eher nur für Brands, die sehr große Stückzahlen bestellen. Da war schnell klar, dass ich mir als kleiner Artist nicht leisten kann so tausende Masken herstellen zu lassen. Dann hab ich nach einer Brand gesucht, die Skin Care macht, mit der ich dann zusammenarbeiten kann. Die quasi schon so ähnliche Produkte haben, die meinen Ansprüchen entsprechen, um das dann gemeinsam herzustellen. Das hab dann gefunden, in einer kleinen hamburger Brand. Ich war so happy, als das geklappt hat.

    Dascha: Ich hab generell das Gefühl, dass du mega into Wellness und Spa bist und das für deine Ästhetik nutzt. Woher kommt das?

    Search Yiu: Auf jeden Fall! Also Skin Care mache ich seit zwei, drei Jahren. Ich hab irgendwann angefangen diese Vogue und Harper’s Bazaar Videos zu gucken, in denen Stars ihre Skin Care Routine zeigen und hab angefangen mich immer mehr damit zu beschäftigen. Und damit kann man sich richtig viel und lange beschäftigen. In’s Spa und in die Sauna gehe ich auch mega gerne. Wellness ist ja auch nicht immer nur diese äußere Wellness, sondern auch innere. Das hat ganz gut gepasst. Das Album ist quasi ein mentales Spa, in dem ich mich ganz viel mit mir selbst beschäftige und es mir dadurch auch besser geht.

    Dascha: Jetzt bist du in das neue Jahr schon mit Album Release gestartet. Gibt es noch andere Sachen in diesem Jahr auf die du dich freust oder hast du besondere Pläne?

    Search Yiu: Ich will natürlich weiter Musik machen und mein Album erstmal unter die Leute bringen. Ich will auch gerne mehr Features machen, da hab ich schon so zwei, drei Leute, mit denen ich Features zusammen machen will. Also gar nicht so an Album gedacht, eher Singles. Beruflich gesehen hab ich noch ein paar andere Projekte, abgesehen von meiner eigenen Musik, wo ich involviert bin und wo wahrscheinlich noch ein bisschen was passiert dieses Jahr. Sonst plan ich auch nicht viel, ich hab irgendwie aufgehört viel zu planen. Ich bin jetzt eher Yolo-mäßig am Start (lacht).

    Dascha: Ist zur Zeit wahrscheinlich besser so. Welche Musiker oder Musikerinnen feierst du zur Zeit selbst?

    Search Yiu: Sowas muss ich erstmal bei Spotify nachgucken. Also ich hör hauptsächlich immer noch Rap, ich mag diese berliner Szene um Pashanim und Symba. Verifiziert mag ich auch sehr. Ich hatte gerade auch wieder meine alte Eminem-Phase und Frank Ocean geht auch immer. SOPHIE hab ich auch viel gehört, weil sie ja leider verstorben ist. So viel unterschiedliches hab ich in letzter Zeit aber gar nicht gehört.

    Dascha: Dann sind wir auch schon bei der letzten Frage. Ich frag dich hiermit nach einer Untold Story, also einem kleinen Geheimnis oder einer Geschichte, die die Öffentlichkeit noch nicht von dir kennt. Kann natürlich gerne zum Album sein.

    Search Yiu: Da ich ja einen Podcast hab, hab ich das Gefühl, dass ich immer schon alles aus meinem Leben erzähle (überlegt). Die Leute aus meinem engeren Umfeld, die das Album schon vorher gehört haben, haben mich oft gefragt wer bei Werden wie du gemeint ist. Da ist die Hintergrundstory, dass es um eine Person geht, die mir nah steht, aber ein ganz anderes Leben als ich führt. Also das ist gar nicht wertend gemeint, sondern dass das einfach ein stabileres, classic Kleinstadt-Life mit Family und sicherer Arbeit ist und ich in Berlin dieses Musikerleben führe. Aber manchmal hab ich diese Sehnsucht nach dieser Sicherheit auch und das war so an diese Person gerichtet, dass ich das irgendwann vielleicht auch mal will. So ein classic sicheres Leben. Vielleicht aber auch nicht, ich weiß es nicht. Manchmal überkommt mich das dann schon.

    Hier geht’s zu Search Yius neuem Album SY, es lohnt sich sehr:

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    Foto Credit: Iga Drobisz
  • Power Plush im Interview: „Wir sind ziemlich kraftvoll, aber auch ziemlich weich.“

    Power Plush im Interview: „Wir sind ziemlich kraftvoll, aber auch ziemlich weich.“

    Die Newcomer-Band Power Plush aus Chemnitz bereichert die deutsche Musik-Landschaft seit vergangenem Jahr mit warmen, sonnigen Indie Pop Klängen. Sie haben Bock, sie sind bereit, sie wollen raus auf die Bühnen. Im Untoldency-Interview stellen die vier Mitglieder sich und ihre Band vor und erzählen sowohl von Plänen, als auch von vergangenen Geschichten.


    Power Plush im Interview

    Dascha: Hey! Sehr cool, dass das geklappt hat. Wie geht’s euch?

    Anja: Gut, ist zwar im Moment alles etwas schwierig, vor allem mit dem Proben. Aber wir versuchen trotzdem Sachen zu planen und das Beste daraus zu machen.

    Dascha: Freut mich. Stellt euch doch alle mal kurz vor, für die, die euch noch nicht kennen.

    Anja: Ich fang einfach mal an. Also ich bin Anja und spiele in der Band Bass und singe. Ansonsten mache ich hauptsächlich Grafikdesign, Fotografie und einfach ein bisschen Kunst. Ich freue mich sehr, dass ich jetzt noch mit den drei sweeten Peeps Musik machen kann und bin schon stolz auf alles, was wir bisher gemacht haben.

    Svenja: Ich bin Svenja, ich spiele E-Gitarre und singe ebenfalls in der Band. Im Moment schreibe ich meine Bachelorarbeit. Damit bin ich bald hoffentlich fertig und kann mich dann voll und ganz auf die Band konzentrieren.

    Maria: Ich bin Maria, ich spiele auch E-Gitarre und singe auch. Ansonsten arbeite ich an der Uni als wissenschaftliche Mitarbeiterin und mache nebenbei auch ein bisschen Kunst.

    Svenja: Also Nino (der zu dem Zeitpunkt technische Schwierigkeiten hatte) spielt Schlagzeug bei uns in der Band und studiert auch. Er spielt auch noch in ein paar weiteren Bands, wir haben das Glück, dass er die Zeit gefunden hat bei uns auch mitzuspielen. Wir sind unendlich dankbar dafür, wir haben nämlich ewig nach einem/-r Schlagzeuger/-in gesucht. Jetzt fühlt es sich so an, als wäre er schon immer dabei gewesen, wir sind ein Herz und eine Seele geworden.

    Dascha: Wie würdet ihr eure Band in drei Wörtern beschreiben?

    Anja: Es gibt ja Power und Plush, ich finde das beschreibt uns ganz gut. Wir sind ziemlich kraftvoll, aber auch ziemlich weich. Sowohl als Band, als auch in unseren Persönlichkeiten, würde ich sagen.

    Nino: (Überlegt) Safe Space-ig.

    Anja: Oh ja, das ist wirklich so. Es fühlt sich auch nach so kurzer Zeit schon wie Family an.

    Dascha: Wie habt ihr euch überhaupt kennen gelernt und wie kam es zu der Band?

    Maria: Wir wurden verkuppelt, würde ich sagen. Einzelne von uns kannten sich flüchtig schon. Wir haben alle eine gemeinsame Freundin angequatscht, dass wir gerne Musik machen würden, aber nicht wissen wie und mit wem. Dann hat uns diese Freundin quasi verkuppelt und wir haben uns dann erstmal nur zu dritt auf einen Radler getroffen. Wir fanden uns direkt sympathisch und haben ein bisschen mit Akustik-Gitarren Musik in unseren WG Zimmern gemacht. Nino kam dann aus Svenjas Freundeskreis heraus dazu.

    Svenja: Genau, Anfang 2019 haben wir uns kennen gelernt und letzten Sommer ist Nino dazu gekommen.

    Anja: Das ist so ein richtiges Chemnitz-Ding. Jeder kennt irgendjemanden und über drei Ecken kennen sich dann alle.

    Dascha: Eure Single Homesick passt ja textlich auch ziemlich gut in die momentane Situation. Könnt ihr etwas genauer erklären worum es in dem Song geht?

    Anja: Da geht’s darum, dass man dieses Heimweh-Gefühl empfindet. Ich finde Heimweh ist eines der wenigen Gefühle, die man so richtig im Körper lokalisieren kann. Mir wird dann immer richtig krass flau im Magen. Wir wollten genau das in dem Song transportieren und ich finde das haben wir mega gut hingekriegt, in diesem Umschwung von Strophe zu Refrain.

    Im Prinzip geht es darum, dass man Heimweh nicht nach einem Ort verspürt, sondern nach einer Person. Das hat sicher damit zu tun, dass wir im Moment alle abstinent sind von den Menschen, die wir am liebsten um uns hätten. Eigentlich geht es aber um eine Fernbeziehung, da hört diese Situation ja auch nach Corona nicht auf. Wir wollten den Song unbedingt letztes Jahr noch veröffentlichen, weil der so richtig gut in die Zeit passt. Irgendwie kann das gerade jeder nachempfinden.

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    Dascha: Habt ihr Tipps wie man den Lockdown am besten überstehen kann?

    Maria: Gelassenheit!

    Nino: Und ganz viel spazieren gehen. Das trägt auch voll zur Gelassenheit bei.

    Anja: Wir sind alle richtig emotionale Personen und da irgendwie nicht verrückt zu werden ist schon schwer. Aber spazieren gehen und versuchen mit anderen Menschen zu kommunizieren ist ganz wichtig. Einfach mal jemanden anrufen, wenn’s dir gerade nicht gut geht.

    Svenja: Sich nicht zu sehr zu isolieren! Auch, wenn es schwer fällt, den Kontakt zur Außenwelt beizubehalten.

    Maria: Ich glaube, dass Nachsicht auch sehr wichtig ist. Alle sind seit ein paar Monaten schon so on egde und können ihre Emotionen vielleicht nicht mehr so gut kontrollieren.

    Dascha: Was habt ihr als Band für Ziele oder Pläne für 2021?

    Svenja: Kann man zwar gerade schlecht planen, aber wir wollen auf jeden Fall so viele Auftritte wie möglich spielen. Wir wollen unbedingt mehr Erfahrung auf der Bühne sammeln, weil wir so viel Bock zu spielen haben.

    Anja: Und wir noch richtige Babys sind. (lacht)

    Dascha: Konntet ihr letztes Jahr trotz Corona ein paar Auftritte spielen?

    Anja: Als wir Let’s Not Pretend rausgebracht haben konnten wir ein kleines Release-Konzert unter Corona Richtlinien spielen, das war sehr schön. Und wir konnten auf einem lokalen Festival spielen und noch ein kleines Proberaum Konzert mit Freunden. Uns sind tatsächlich ein paar Auftritte wegen des Wetters weggefallen, nicht wegen Corona, das war schade.

    Dascha: Wie schade! Hoffentlich dann dieses Jahr. Was für Bands feiert ihr selbst im Moment?

    Svenja: Das ist bei uns immer sehr unterschiedlich. Ich höre im Moment ganz viel Cinemagraph.

    Maria: Ich bin gerade absolut obsessed mit Snarls. Da hab ich mir letztens erst Platte und Shirt bestellt.

    Anja: Meine all all all time favorite Band wird für immer Parcels sein. Die sind halt einfach verdammt gut. Aber es gibt viele Sachen aktuell. Zum Beispiel, auch wahrscheinlich aus persönlichen Gründen, Shelter Boy.

    Svenja: Oh ja, Shelter Boy ist auf jeden Fall von uns allen ein Favorit!

    Nino: (Schaut in seinem Spotify nach) Ich höre gerade extrem viel Die Selektion, so dark wave.

    Maria: Dürfen wir auch Werbung für andere Bands aus Chemnitz machen? Tooth Paint hat vor Kurzem eine Single rausgebracht und die ist wirklich sehr sehr gut!

    Dascha: Wie fühlt es sich für euch eigentlich an in genau so einer Krisenzeit eure ersten Songs zu releasen? Denkt ihr es wäre anders gelaufen, wenn Corona nicht wäre?

    Svenja: Ich denke da tatsächlich sehr viel drüber nach. Zum Einen ist es sehr ärgerlich, dass wir total ausgebremst werden. Auf der anderen Seite hat uns der Lockdown sehr gut getan, weil wir uns selbst finden konnten und viel mehr Zeit war, um einfach auszuprobieren, ohne Stress.

    Anja: Ich glaube wir hätten nicht die Zeit gehabt, die wir durch Corona tatsächlich hatten. Diese Findungsphase war sehr wichtig für uns, sodass wir jetzt wissen, dass es in diese indie, sunny, dreamy-Richtung geht.

    Maria: Es ist halt doof und anstrengend, dass wir nie planen können. Aber letztendlich kennen wir es gerade auch gar nicht anders.

    Dascha: Ich hoffe auch, dass es bald wieder normaler weitergeht. Jetzt komme ich auch schon zur letzten Frage. Da wir bei Untoldency sind frag ich euch hier nach einer untold story. Also einer Geschichte oder einem Geheimnis, das die Öffentlichkeit noch nicht über euch weiß.

    Nino: Ist eine sehr coole Frage auf jeden Fall!

    Anja: Unser erster richtiger Auftritt zu dritt, leider noch ohne Nino. Ich glaube, es gibt keinen klischeehafteren ersten Auftritt als diesen. (alle lachen) Mehr hätte nicht schief laufen können. Ein Künstler aus Chemnitz hat uns die Möglichkeit geboten einen Auftritt bei seiner Ausstellung zu spielen. Damals hatten wir uns noch nicht mal für einen richtigen Band-Namen entschieden. In der Facebook Veranstaltung stand einfach: „Die Gruppe Torpedo-Bernsdorf wird auftreten.“ Bernsdorf ist ein Stadtteil in Chemnitz, aus dem der Künstler kommt. Auf jeden Fall waren wir vor dem Auftritt so unglaublich aufgeregt.

    Wir haben auch einen Soundcheck gemacht, aber bevor wir spielen konnten, kamen Leute die das Mischpult verstellt haben, weil die vor unserem Auftritt noch etwas ankündigen und erzählen wollten. Unser Soundcheck war völlig dahin. Während unseres Auftritts waren unsere Mikros komplett übersteuert oder kaum hörbar, die Gitarre war ultra laut. Als Svenja und ich angefangen haben zu singen, mussten wir lach-weinen und sind komplett rot geworden. (lacht)

    Svenja: Es war so unangenehm! Das schlimmste war, dass wir nicht mal erhoben auf einer Bühne standen, sondern direkt auf einer Ebene mit diesen vielen Menschen um uns herum. Wir mussten ihnen direkt ins Gesicht schauen und hatten auch noch Leute direkt hinter uns im Nacken.

    Maria: Ich war da in so einer Schockstarre, ich konnte nicht mal meine Gitarre leiser machen.

    Anja: Der einzige Song der dann funktioniert hat war der letzte. Ich lache jetzt so gerne über diese Geschichte, aber in dem Moment war das so schlimm.

    Svenja: Das geilste war, dass nach dem Auftritt eine ältere Dame zu mir kam, die ich noch nie gesehen habe und einfach nur sagte „Ihr müsst ja noch üben.“ Das war so AUA, weil wir hatten tatsächlich viel dafür geübt.

    Maria: Wenn das mit dem verstellten Mischpult bloß nicht gewesen wäre. Die Besucher der Ausstellung waren alle auch einfach so „What the fuck is going on?“. Das waren so richtige Kunstpublikum-Leute und wir haben da Britney Spears gecovert. (lacht) Naja, es hätte auch eine Kunstperformance sein können.

    Anja: Immerhin konnte es danach nur noch bergauf gehen.

    Dascha: Danke euch! Das war’s dann von meiner Seite.

    Anja: Beim nächsten Mal erzählen wir eine Geschichte mit Nino und erleben bis dahin ganz viele tolle Sachen!

    Svenja: Leute, eigentlich könnten wir ja jetzt auch „Never“ ankündigen. Da kommt nämlich ganz bald neue Musik von uns.

    Anja: Stimmt! Wir haben ja drei verschiedene main Vocals, bis jetzt sind zwei Singles draußen mit zwei verschiedenen main Vocals und dementsprechend kommt da eventuell ganz bald Nummer drei.

    Nino: Wollen wir denn kein Datum droppen?

    Anja: Ach kommt, dann hauen wir hier richtig raus.

    Maria: 19. Februar.

    Svenja: Das war’s jetzt aber auch wirklich von uns!

    Hört hier in die erste Single Let’s Not Pretend rein:

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    Foto Credit: Daniel Fransk