Newcomer*in Blair Davie kehrt im Herbst 2025 mit First And Last zurück – einer gefühlvollen EP über die Liebe in all ihren Phasen. Am 8. Oktober erschienen, reiht sich ein herzerwärmender Song an den nächsten. In sechs wunderschönen Tracks erzählt Blair eine Story vom ersten Herzklopfen bis zum Für-immer-Gefühl. Mit First And Last hat das schottische Ausnahmetalent eine Sammlung geschaffen, die berührt und uns daran erinnert, wie Liebe sich anfühlt und wie sie klingt, wenn man sie wirklich zulässt.
Wenn du vergessen hast, wie sich Liebe anfühlt – First And Last erinnert dich daran.
Blair Davie ist eines der wenigen Talente, bei dem man beim Hören der Songs direkt gute Laune bekommt. Man hört förmlich die Freude am Songwriting und Singen in jedem Wort, und diese positive Energie überträgt sich von der ersten Note an. So wirkt auch diese EP absolut authentisch. Der Opener setzt den Ton für die gesamte EP: verletzlich und ehrlich, träumerisch und sanft. Ganz ohne Filter. Bei „Coming Back Babe“ ist die rohe Power von Blairs Stimme sofort spürbar. Als kraftvollstes Instrument entsteht zwischen Sounds ähnlich Adele und Bruce Springsteen (wie Blair selbst sagt) ein intensiver Sound, gefüllt mit verliebten Textzeilen.
impulsiv, unvernünftig, wunderschön
Blair singt vom Davonlaufen, von Freiheit und der Sehnsucht nach einem Für immer zu zweit.
„you and me runnin‘, never coming back, babe“ „two hearts in a black car and we drive away“
Im Zentrum steht die Flucht ins Glück, weit weg von allem, fokussiert auf eine gemeinsame Zukunft, immer mit dem beflügelten Gefühl vom Verliebtsein, das mitschwingt.
Dass das größte aller Abenteuer in der Liebe liegt, wird auch im nächsten Song hörbar. „Crashing The Car“ ist ein Track darüber, jemanden so intensiv zu lieben, dass alles andere nebensächlich wird – sogar das Leben selbst:
„if we end up crashing the car, I’m happy we made it this far“ „darling, I know in my heart, it’s a beautiful way to go into the dark if I die wherever you are“
Der Song erzählt von Hingabe und der Bereitschaft, intensive Liebe zuzulassen, sodass sie dem Tod entgegensteht. Trotz der etwas düsteren Metapher ist dieser Song eine weitere poetische Liebeserklärung, wobei außerdem auch ein Gefühl von Hoffnung durch den optimistischen Gedanken auf ein Wiedersehen im nächsten Leben mitschwingt: „If you asked me, I’d leave the whole world behind. If we meet in another life, then it’s alright“.
Im Kontrast dazu folgt im nächsten Song die Freude über das Leben zusammen. „What a Life“ erzählt vom Gefühl, jemanden zum ersten Mal in die eigene Welt mitzunehmen – ins Zuhause, in Erinnerungen, in das, was man liebt und wo man herkommt.
„there ain’t no taste of home down the telephone, so welcome to my little slice of something called paradise“
Zwischen den Zeilen klingt Blair Davies Herkunft aus Perth, Schottland an und es scheint fast so, als würde die Liebe die Heimat in neuem Licht erscheinen lassen.
„all the streets sound like they’re singing now that I‘ve got you in it – what a life“
Die Zeilen erwecken den Eindruck, als würde Blair die Welt durch eine rosarote Brille sehen – aber eine, die ganz ehrlich getragen wird, ohne Kitsch, einfach aus purer Freude.
Mit Freude geht es auch in den nächsten Track. „Wouldn’t Be Right“ ist ein weiterer Feel-Good-Song über Zufriedenheit mit dem, was man hat, auch wenn nicht immer alles einfach ist. Es braucht nicht die neuesten und teuersten Sachen, solange man eins hat: die Liebe.
„I know that it’s worth it all the days that you’re mine“ „it might not be perfect all of the time, but with any other human, no it wouldn’t be right“
Trompeten- und Gitarrenklänge ziehen sich durch den Song und geben dem Ganzen einen sehr glücklichen Folk-Vibe. Euphorisch und ehrlich singt Blair darüber, dass es am Ende nur darauf ankommt, jemanden zu haben, mit dem sich alles richtig anfühlt, egal, wie chaotisch das Leben gerade ist.
Der Titeltrack verdichtet das zentrale Motiv der EP: ewige Liebe, die bleibt. Als Herzstück des Projekts fasst „First And Last“ vieles alles aus den vorangegangenen Songs zusammen. Blair macht deutlich, was es heißt, jemanden so sehr zu lieben, dass diese Person zur Hauptfigur im eigenen Leben wird. Nicht aus Selbstaufgabe, sondern aus Vertrauen und Nähe:
„you’re the protagonist in my little life“
Es geht um das Gefühl, jemanden gefunden zu haben, bei dem man ankommen darf. Für immer.
„from hellos to goodbyes, every morning, every good night – I’m all yours, you’re all mine, till the end of time“
Der Song fühlt sich an wie eine musikalische Umarmung und transportiert Wärme, Hingabe und ein Versprechen für immer. Ähnlich weiter geht es im letzten Song, wobei es zum Abschluss nochmal kraftvoll wird: „Butterflies“ ist eine Ballade über Liebe, die nicht vergeht, über Schmetterlinge, die nicht wegfliegen.
„these butterflies don’t ever fly away“
Blair singt von einer Liebe, bei der das Kribbeln im Bauch nicht verschwindet, sondern zu etwas Beständigem wird. Eine Liebe, die wächst, die reifer, tiefer, echter wird. Außerdem singt Blair von einer Liebe, die bedingungslos ist – davon, dass man sich für jemanden nicht verändern muss, weil man genau so geliebt wird, wie man ist. Diese Zeilen feiern Akzeptanz, Vertrauen und ermutigen zur Selbstannahme: „You can change but you don’t have to for me: I love you now matter what“. Butterflies bildet ein sanftes, aber kraftvolles Ende einer EP, wobei eine Mischung aus Klavier- und Gitarrenklängen Blairs unverwechselbare Stimme tragen.
Eine Ode an die Liebe
First And Last ist kraftvoll, mutig und herzerwärmend. ZwischenIntimität und Euphorie zeigt Blair Davie eine beeindruckende Entwicklung, sowohl erzählerisch als auch emotional: „It’s a love story from first moment you meet that person, falling head over heels for them and then how that love grows and grows with everything you go through together“, so Blair selbst über das Projekt. Die EP lässt einen das Leben kurz vergessen und erinnert gleichzeitig daran, warum es so schön ist, zu fühlen, zu vertrauen, zu lieben. Sowohl musikalisch als auch persönlich hat BlairDavie bereits einen großen Entwicklungsprozess hinter sich und wir sind gespannt, wohin die Reise weitergeht.
Fotos: MOTHER ARTISTS
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Mit der am 05. September 2025 erschienenen EP The Truth of Living in Reality gelingt philine eine Kollektion, die nicht nur ihre persönliche Geschichte erzählt, sondern die Gefühle einer ganzen Generation einfängt. Sie zeigt, dass man nicht immer alle Antworten braucht. Manchmal reicht es, ehrlich hinzuschauen, zu fühlen und im Moment zu sein. In sechs Songs widmet sie sich den großen und kleinen Fragen des Lebens in den 20ern: Beziehungen, Selbstfindung, Veränderung, Verletzlichkeit und der Akzeptanz des Hier und Jetzt. Mit rohen Emotionen, sanften Gitarrenklängen und kleinen Chören hier und da schafft sie ein Soundbild zwischen Melancholie und eindringlicher Intimität. Ihre Lyrics sind nahbar und ehrlich.
The truth of living in reality – Fazit: It’s not always easy.
Selbst habe ich mich oft in den Songtexten wiedergefunden, weshalb mich die EP schon beim ersten Hören abgeholt hat. Die 20er sind die Zeit des Lebens, wo die meisten von uns viel Veränderung erfahren, sich (neu) entdecken, hinterfragen: Wer bin ich eigentlich und was will ich vom Leben? Philine verarbeitet diese Ambivalenz, das Schwanken zwischen Sicherheit und Unsicherheit, Wissen und Nichtwissen.
Die EP überbringt die Botschaft, sich nicht mehr im Traum verlieren zu wollen, keine Scheu vor der Wahrheit, vor dem Leben im Moment zu haben. Manchmal muss man über seinen Schatten springen und der Realität ins Auge sehen, denn auch schwierige Momente lassen uns wachsen.
Den Anfang macht „waste a life“, in dem philine singt, wie sehr sie sich danach sehnt, nicht länger vor dem Moment davonzulaufen, sondern das Leben im Hier und Jetzt genießen zu wollen, statt es aus Angst vor der Zukunft zu verpassen.
„I’ve already spent a few years crying over what I wanted, missing out on all the parts that were in front of me“
Sie reflektiert den Gedanken, zu lernen, dass die Freude über Gutes größer sein kann als die Angst, es wieder zu verlieren. Sie erkennt: „I‘m always scared of losing“ und „I don’t wanna waste a life like this“. Im Song singt sie über ihre Vergangenheit, dass sie schon immer so war, sich vieles nicht getraut und Spaß verpasst hat, immer mit der Angst, zu versagen.
„If you think it’s gonna happen, then it’s what you get“
Sie erkennt, sich und ihren Blick auf die Dinge ändern und nicht mehr auf Negatives fokussiert sein zu wollen, denn eine positive Einstellung bringt auch positive Dinge mit sich. Der Song vermittelt die Botschaft, nicht mehr allem hinterherrennen zu wollen, sondern im Moment zu leben und sich über das zu freuen, was da ist. Mit sanften Gitarrenklängen entfaltet der Song eine Wärme, die sich direkt überträgt.
Auch ihr zweiter Song „ten years time“ vermittelt die Message: lebe im Moment. Sie singt zuerst über die Hin- und Hergerissenheit zwischen dem aktuellen Leben und zukünftigen Fragen, diesmal aus der Perspektive einer Beziehung. Der Song handelt von partnerschaftlicher Zukunft, Fragen nach Schwangerschaft, Liebe selbst. Philine findet keine Antworten auf diese Fragen im Song, denn auch hier ist das Fazit: Heute ist wichtiger als die Zukunft, wobei der Refrain als Plädoyer fürs Hier und Jetzt gilt: „right here in the moment’s where the magic is (…) forget about ten years time“.
Ein Storytelling, das im Stillen trifft
Der dritte Song ist mein persönlicher Favorit und bildet meiner Meinung nach den Kern der EP, da er zwei Perspektiven gegenüberstellt und philines inneren Konflikt widerspiegelt. „The devil’s advocate“ erzählt auf der Suche nach Orientierung von einem Kampf zweier Seiten: „There’s one believing in a purpose, the other one is nihilistic“. Sie fragt im Song nach dem Sinn im Leben, nach der richtigen Perspektive und so trifft Reflexion auf innerliche Zerrissenheit: „to all that we know there’s an opposite“.
„I can’t pick a side and just go with it“
Die Unsicherheit bleibt, beide Stimmen haben ihre Daseinsberechtigung. Wie weiß man, ob das Leben einen höheren Sinn hat oder unser Dasein zum reinen Zeitabsitzen dient? „I just can’t figure out what’s the narrative“ Die Frage nach Bedeutung vs. Sinnlosigkeit bleibt, immer mit der Rücksicht, dass jede:r die Welt auf eine eigene Weise sieht: „cause my reality is just what I perceive, so who am I to judge the things that you believe?“.
Der nächste Song greift ebenfalls eine Zerrissenheit auf. „Heavy“ beschreibt die eigene Desorientierung in einer schwierigen Phase, nicht zu wissen, wohin mit sich und das Gefühl zu haben, für andere „zu viel“ zu sein. „Every word feels like rejection and I don’t wanna lie so I bore you with silence but believe me, I try to make sense of the sadness“. Philine äußert, selbst zu leiden und singt über innere Schwere und das Ringen um Leichtigkeit: „When did it get so heavy, and how do I get it light?“. Sie singt über ihre Gefühle in einer schweren Zeit und zeigt sich von einer sehr verletzlichen Seite.
Auch im folgenden Lied der EP, „josie“, spürt man pure Emotionen und eine Spur Verletzlichkeit. Sie reflektiert ihre letzte Beziehung und nutzt den Song, um Klarheit zu bekommen – etwas, das sie von ihrer Partnerin nie bekam: „I’d love to get closure but you’re not gonna give it, I know that“. Sie singt darüber, dass die Beziehung sie verändert hat und arbeitet die Fehler auf. Zusätzlich beschreibt sie den Wunsch, mehr gewollt zu haben, aber nicht viel entgegen gebracht bekommen zu haben. „When I told you, you were my first real love, then you asked for space and you broke that trust“. Sie zeigt sich sichtlich verletzt und versucht, ihre Wunden im Song zu verarbeiten. Sanfte Klänge treffen hier erneut auf unverblümte Ehrlichkeit.
Zwischen Schmerz und Stärke
Ein emotionaler Schmerz zieht sich ebenfalls durch die Lyrics des letzten Songs. „New year’s eve“ ist ein Track über den schmalen Grat zwischen Liebe und Verrat. „I used to trust you more than me, but everything changed since new year’s eve“. Philine singt von Veränderung, von einem Bruch von Nähe und Vertrautheit. Dabei hinterfragt sie auch ihr eigenes Verhalten. Hätte sie etwas vermeiden oder retten können? Hätte sie sich schützen können? „Maybe I should’ve been much clearer, I should’ve set more boundaries.“ Selbstzweifel machen den Song nahbar und ihre Offenheit berührt.
Musikalisch setzt philine auf fragile Klänge, die Raum für ihre Texte lassen. Passend zum Cover, das sie verschwommen im Sonnenuntergang zeigt, entfaltet sich zwischen melancholischer Sanftheit und catchy Indie-Melodien eine EP, die wie eine Momentaufnahme wirkt.
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Leider kennen wir fast alle das Gefühl sich verfangen zu haben: in alten Denkmustern und in ungewollten Routinen. Das hat für mich häufig bedeutet, dass ich in Beziehungen und Freundschaften meine eigenen Bedürfnisse hintenangestellt habe – bewusst oder unbewusst. Das zu überwinden kostet Kraft und erfordert zunächst ersteinmal sich dieser alten Gewohnheiten bewusst werden. Alehlokapis Debütalbum Erase Replace beschäftigt sich mit genau all dem, holt uns aus dem rauschenden Alltag und bricht mit alten Mustern.
Das am 29.08.2025 erschienene Album hat mich direkt angesprochen. Alehokapis Stimme in „MMB„, die „call me out on my bullshit“ singt, war der Köder und ich der Fisch, also wurde ich voll in dieses Album gezogen. Danach bin ich tief in die Lyrics getaucht. Dabei ist mir aufgefallen, dass der Song ein mir sehr bekanntes Gefühl widerspiegelt: ich merke nicht, dass ich mich im Kreis drehe und hoffe, dass mir jemand sagt, wenn ich mich gerade wieder in schlechte Denkmuster begebe.
Das Debütalbum besteht aus acht Songs und einem Bonustrack. Alehlokapis Stimme zeigt ihre Wandelbarkeit zwischen verletzlich und kraftvoll und mit Rap- und Gesangsparts. Im Outro erinnert ihre Stimme beispielsweise an die von Ariana Grande und Alehlokapi beweißt, dass ihre Stimme genauso wandelbar ist.
Ihren Musikstil würde Alehlokapi zwischen FKA Twigs, Jorja Smith und James Blake verordnen. Ihren Soundbeschreibt sie selbst mit Neo-Soul, Contemporary R&B und Alternative Pop. Dabei kann man jedoch innerhalb der Songsbemerken, wie sich Alehlokapi von Genre-Grenzen löst. Produziert hat die Künstlerin das Album mit Timm Weber und das Mastering des Albums übernahm Friedrich Störmer.
In 8 Tracks mit der Angst brechen und die eigene Stimme finden
Startend mit „Silence“ wird uns die Angst vor Ablehnung lyrisch beschrieben und musikalisch untermalt. Sie führt dazu die eigenen Bedürfnisse zurück zustellen.
Das findet sich auch in den Lyrics wieder: „Keeping my silence for being loved“. Ich mag besonders, dass die Musik einerseits so verletzlich klingt, durch das Piano, aber andererseits auch so selbstbewusst und mutig durch den Bass wirkt. Nach eineinhalb Minuten kommt ein Break, nachdem man kein Piano mehr hört und der Beat eher vorantreibenden und treibend klingt. Das Verletzliche (Klavier) tritt zur Seite, damit der Bass und die Drums mehr Raum haben, der Song wirkt dadurch auch lauter. Vielleicht, weil man nicht mehr „silent“ bleibt?
Ich finds außerdem sehr cool, dass die Songs Bezug aufeinander nehmen: Der zweite Track „More“ ist verlangsamt, mit einem Loop wird die Songzeile „more“ in tieferer Stimme immer wieder wiederholt. Eventuell könnten das den Anfang der Wahrnehmung der eigenen Bedürfnisse sein.
Der dritte Track „BoomBoomBooom“ nimmt die Soundwelt von „More“ auf. Er wandelt sich jedoch weiter und die tiefen langsamen verzerrten Vocals von „More“ werden leiser. Wenn bei 0:51 die Drums wegfallen, hören wir die Chorusmelodie, die danach nicht mehr so leicht zu vergessen ist- zumindest für mich. In den Lyrics schreibt Alehlokapi von dem Wunsch wahrgenommen zu werden und der Sehnsucht nach Nähe. Die Angst eigene Bedürfnisse zu äußern, die in Silence so präsent war, ist nicht mehr da. Stattdessen befreit sie sich von dieser Angst und lässt die Gefühle und Nähe nun zu:
„Well u crossed my mind boy a thousand time today / in my thoughts my fantasy what are u doing in my head anyway/ my muse, my constant reverie“
Von unerfüllten Erwartungen und dem Mut einer Person alle Seiten von sich zu offenbaren
„DRIVE-BY“ ist durchzogen von ruhelosen, stolppernden Drums. Der Beat untermalt die innere Unruhe und Angetriebenheit, die man hier fast am eigenen Körper fühlen kann. Er ist eine Momentaufnahme von Stress, Geldnot und Trauer um eine verlorene Freundschaft.
Darauf folgt „Your Name“ mit Regensounds, die zunächst einen starken Kontrast darstellen und fast eine mediative Wirkung nach der Ruhelosigkeit spenden. Es geht um Selbstschutz, Abgrenzung und einen möglichen Weg, mit der Enttäuschung unerfüllter Erwartungen umzugehen. Für mich spiegelt das Auf und Ab des Albums gut den Prozess wieder, den man durchelbt, wenn man alte Gewohnheiten brechen muss. Man zurück geworfen, man geht wieder nach vorne.
„MMB“ steht für „MakeMyBed“. Er handelt von der Notwendigkeit von Verletzlichkeit, damit man sich selber wandeln kann.
„call me out on my bullshit / call me out on my lies“ und „you see through my eyes“
zeigt eine Beziehung, in der ehrlich mit Fehlern umgegangen wird. Eine Liebe in der Nähe möglich ist, weil nicht versucht wird eine vermeintlich perfekte Fassade aufrecht zu erhalten.
Erase Replace und so Selbstbestimmung gewinnen
Der Titeltrack „Erase Replace“ startet mit sanften Klängen: einem mellow Klavier und mellow Drums. Er steht für den Wandlungsprozess, der im Album beschrieben wird. Alte Denk- und Verhaltensmuster werden überschrieben, das Motto ist sprichwörtlich „Erase Replace„. Man fühlt sich als würde man aus dem Schlaf eines passiven Lebens aufwachen und die eigene Selbstbestimmung wiedererlangen.
Das „Outro“ klingt durch die Streicher wie ein Moment der Erleuchtung, der Klarheit. Angst und Euphorie treffen aufeinander und Alehlokapi findet ihre Stimme.
Anstehende Konzerte
Wer Alehlokapis Debütalbum live erleben möchte, ist herzlich eingeladen zur Releaseparty am 06. September nach Leipzig ins noch besser Leben zu kommen. Tickets findet ihr hier.
Und hier könnt ihr das Album streamen!
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Ein Ausdruck von Zuneigung und spätestens seit Shirin David fester Bestandteil der Jugendsprache –„lieben wir“heißt das zuletzt veröffentlichte Album des österreichischen Musikers Oehl, das die Liebe zum Leitmotiv macht und uns musikalisch umarmt, bis wir uns nicht mehr ganz sicher sind – Ist das aufsteigendes Fieber oder haben wir uns gerade frisch verliebt?
Im Interview sprechen wir über den vergangenen Konzertabend in Berlin, Lieblingsfarben, lange Songtitel und warum „Grower“ die besseren Songs sind. Lieben wir!
Oehl im Interview
Lucas: Ich habe es leider verpasst, als ihr letztens in Berlin wart, wollte aber eigentlich unbedingt kommen, weil ich im letzten Jahr bei deinem Konzert in Berlin war und das als eines meiner schönsten Konzerte des letzten Jahres abgespeichert habe, weil ich die Stimmung so schön fand. Das war im Franz Club. Wie hast du das Konzert in Erinnerung?
Oehl: Das war echt schön. Frannz Club war gut, wir waren jetzt im Säälchen und ich fand das eigentlich die perfekte Location.
Lucas: Weshalb?
Oehl: Es ist ein Neubau, aber sie haben sich redlich bemüht, dass der ganze Vibe von diesem Areal nicht so wie ein Neubau wirkt, sondern gewachsen, auch das Gebäude selber. Es ist akustisch sehr toll, es hat eine Größe, es ist sehr hoch, es hat eine Galerie, also man kann oben stehen, unten stehen. Es hat eine Größe von der Wirkung her, aber auch mit weniger Leuten würde es funktionieren. Bei uns war es voll, aber ich glaube, es ist eine gute, dynamische Location, die auch frei steht. Und ich liebe das ja, wenn Häuser freistehen, wenn man von allen Seiten quasi reingehen kann. Du kannst ebenerdig rein, es ist sehr luftig und es vibed irgendwie Ballsaal, obwohl es ein Neubau ist. Und das finde ich, ist eine Kunst architektonisch.
Lucas: Jetzt beschreibst du vor allem das Gebäude. Hast du einen Unterschied wahrgenommen zwischen der Stimmung im Frannz Klub war und jetzt im Säälchen?
Oehl: Ich glaube, als wir im Frannz Club gespielt haben, war es Weihnachtszeit. Kann das sein? Und dementsprechend war davor so ein Weihnachtsmarkt auf diesem Areal und jetzt haben wir halt Frühling. Das heißt jetzt hatten wir noch Leute draußen sitzen vor dem Konzert auf der Straße mit ihrem Bier oder haben gerade was gegessen. Und es ist so diese wir-können-draußen-sein-und-hängen-ab-Stimmung im Vergleich zum Weihnachtsmarkt, was auch anders ist. In der Weihnachtszeit erwarten die Leute immer ein bisschen mehr Besinnlichkeit.
Ehrlicherweise funktionieren unsere Konzerte auf Tour immer sehr gut und es sind nicht alle Leute sehr auf eine andere Art beseelt, würde ich sagen. Es gehen immer alle recht mit. Und die Dynamik? Ich glaube, es ist halbwegs gelungen, dass wir so ein Programm machen, was von der Dramaturgie ganz gut funktioniert. Ich finde ja immer, dass Konzerte nicht nur die Songs sind und die Performance, sondern auch wie man den Bogen schafft und was man rundherum erzählt. Und das ist dieses Mal ganz gut gelungen, finde ich. Ich meine, im Frannz Club hatten wir auch eine Art von Dramaturgie, falls dir das in Erinnerung ist, einfach wie wir die Show strukturieren, wo wir Lachmomente setzen oder wann es auch ein bisschen traurig wird. Und das haben wir diesmal, glaube ich, nochmal ein bisschen verstärkt. Diese Gedanken mache ich mir eigentlich ganz gerne.
„Ich glaube, es gibt keine Jahreszeit, in der das Thema des lieben üben nicht relevant ist“
Lucas: Du sprichst gerade auch die Jahreszeit an, als die Konzerte stattfanden. Inwiefern würdest du sagen, dass dein beziehungsweise euer neues Album vielleicht auch zu der aktuellen Jahreszeit passt, Anfang Frühling?
Oehl: Ich glaube, es gibt keine Jahreszeit, in der das Thema des lieben üben nicht relevant ist. Und gerade im Frühling fällt es vielleicht leichter, weil dann öffnet man sich wieder und kommt aus der Winterdepression raus. Aber ich halte es eigentlich für die falsche Frage, weil es ja gerade Ende November oder vielleicht Anfang Januar, wo man irgendwie triste ist und die Welt noch sehr grau ausschaut, Musik braucht, die einem nicht diese triste Welt spiegelt. Also ich glaube, das ist auch ein bisschen für mich ein Thema auf dem Album. „Keine Blumen“ ist ja doch irgendwie ein Abschiedsalbum auf eine Art und es ist doch irgendwie sehr traurig von den Texten her und nimmt sich so politischen Dingen an und ist dann auch noch ein bisschen persönlicher. Und auf „lieben wir“ dachte ich so – Boah, ich glaube, ich brauche nicht noch ein Album, wo mir jemand von Selbstzweifeln und Depressionen oder von der gespaltenen Gesellschaft erzählt.
Ich sehne mich halt einfach nach einem Album, das so sagt – Hey, nehmen wir uns an der Hand, stellen wir uns im Kreis und haben uns lieb, so dumm es klingt. Und natürlich ist das nicht trivial und natürlich auch nicht einfach, weil ein Album, das genauso klingt, wird nach zwei Songs langweilig. Dann klingt es halt so wie triviale Hippiemusik oder so. Deswegen hat dieses Thema Lieben schon ein bisschen so einen gesellschaftlichen Anspruch auch.
Lucas: Darf ich dich fragen, ob du eine Lieblingsfarbe hast und wenn ja, welche?
Oehl: Momentan ist es natürlich rot, weil auf dem Album sehr viel rot passiert und ich habe mir vorgenommen, jeden Tag irgendetwas Rotes zu tragen und ich glaube, ich ziehe es auch durch. Es ist dann manchmal nur so ein Halstuch oder Socken oder ein Cap. Das gibt mir eine gute Laune und Ich kriege gutes Feedback. Ich würde sagen rot als Lieblignsfarbe: Ja! Also ich habe ganz viel blaue Sachen in der Wohnung. Die habe ich aber eingerichtet, als das letzte Album dran war und das war blau. Muss ich jetzt umsatteln auf rote Sachen? Also, ich habe tatsächlich viele blaue Dinge im Zimmer hier.
Lucas: Würdest du sagen, es war erst die Farbe rot da oder erst das Album? Hat die Farbe das Album geprägt oder ist die Farbe aus dem Album heraus entstanden?
Oehl: Ich glaube, die Sachen sind gleichzeitig entstanden, weil ich habe ja kein Album geschrieben, das „Liebe“ heißt, sondern ich habe halt Songs geschrieben. Ich schreibe irgendiwe immer Songs und irgendwann hab ich gedacht – was ist denn so eine verbindende Klammer von vielen Songs, die schon da sind? Gerade mit einem Song wie „I Love You“ oder „In diesem Jahr reden wir nur gut voneinander“ – das sind schon Themen, die zwangsläufig mit zwischenmenschlicher Liebe zu tun haben.
Und dann war ich gerade in Berlin Mitte spazieren, weil ich irgendwas abholen musste vom Shop, was es nur dort gibt. Das mache ich dann einmal im Jahr und ich kann mich erinnern, dass ich mir immer sehr viel auch über visuelle Themen Gedanken mache. Und ich dachte, wenn das jetzt ein Liebesalbum ist, wie kann man das visuell erzählen? Dann war ich so – perfekt, es muss einfach in jedem Video irgendetwas Rotes vorkommen und dann ist es erzählt. Also wie ein roter Faden, der sich durchzieht. Das war für mich, glaube ich, das Rot, mehr als das Konzept. Und es ist auch praktischer. Wenn du sagst, dein Thema ist schwarz und du hast in jedem Video oder Foto, das du machst, etwas Schwarzes – es wird dir nicht auffallen. Es wird auch etwas Blaues nicht auffallen. Aber neongrün oder starkes Rot in jedem Foto erkennst du, du spürst das.
Ich glaube, mein erster Ansatz war auch, ein Cover zu machen, das so ein bisschen „brat“ (Charli XCX) ist. Also im Sinne von einer starken Farbe und dann Text drauf. Aber ich fand das dann ein bisschen zu wannabe auch so konzeptionell zu sein. Dachte ich so, irgendwie hätte ich dann trotzdem gerne ein bisschen ein fühligeres Cover. Also tatsächlich habe ich auch viele Covers gemacht mit meinem besten Freund, Fotograf und mit meiner Stylistin. Und es wurde dann das Cover. Weil alle Leute, die ich in meinem Umfeld gefragt habe, gesagt haben, es gefallen ihnen die anderen teilweise besser, aber das ist irgendwie emotionaler und sie können es gar nicht einordnen. Also rein nach logischen Gesichtspunkten ist das nicht Ihr Lieblingscover. Sie finden es ganz schön, aber emotional macht es was mit ihnen. Das fand ich dann irgendwie einen guten Punkt.
Das mag ich auch an diesem Konzept nicht, dass das Konzept halt ein Konzept ist und es bleibt ein Konzept. Die neue Platte von Bon Iver versucht ja auch so stark „brat“ zu sein mit diesem Quadrat auf diesem Millennial Pink von 2019. Das will halt irgendwie ganz viel. Dann dachte ich, nehmen wir ein Foto, das emotional was macht, aber nicht in die Fresse sagt: das ist es und du musst jetzt mein Konzept hier – sei geil dabei.
Es ist eher so ein Gefühl und entweder du fühlst oder du fühlst es nicht, ist auch okay. Und natürlich ist es auch eine Umarmung auf dem Cover, wie es auch schon 2020 mal gab bei einer EP und das fand ich irgendwie auch ganz schön, diese Motive wiederkehren zu lassen. Ja, also. Also die Farbe Rot hat sich dann doch ziemlich entwickelt, zum Cover zum Beispiel.
„Diese Grower auch als Beweis, dass Musik nicht immer über Playlists funktionieren muss“
Lucas: Das klingt alles sehr plausibel. Ich habe dich ursprünglich mit „Keine Blumen“ entdeckt. Und seitdem ist es so, dass immer wenn ich neue Songs höre, ich kurz denke. Es überzeugt mich beim ersten Hören nicht so sehr wie ältere Tracks. Und dann weiß ich mittlerweile, dass ich noch ein, zwei Mal reinhören muss bis alles so langsam aufgeht. Ein bisschen auch wie eine Blume, die langsam aufblüht, spüre ich allmählich den Gehalt der Songs und verliebe mich dann immer doller. Mittlerweile höre ich deine aktuelle Platte und habe das Gefühl, jeder Song ist ein Ohrwurm, der nicht aus meinem Kopf rausgehen will. Ist es dir lieber, dass deine Songs Grower sind, die Zeit brauchen, um anzukommen? Oder Hits, die sofort bei den Zuhörenden ankommen.
Oehl: Ich glaube, es ist auch wieder die falsche Frage, weil im Endeffekt wünsche ich mir, dass ich Musik machen kann, wie sie gerade rauskommt und wenn ich sie nicht konstruieren muss, sondern wenn ich sie einfach intuitiv mache und sie auch mir authentisch entspricht. Dann sind es einfach eher Grower. Ich glaube, weil ich selber auch Musik höre, die sich einfach beim ersten oder zweiten Mal nicht erschließt, die man paar Mal hören muss – also aus meiner eigenen Hörgewohnheit. Insofern wünsche ich mir von mir, dass ich zulassen kann, nicht an einem Beat so lange zu schrauben, bis ich das Gefühl habe und jetzt, jetzt ist er Radio. Das ist aber eher ein Wunsch an mich selber, als was beim Publikum ankommt.
Es ist ein ziemliches Glück, dass ich von der Musik leben kann. Das kann ich gerade, aber es ist mir auch ein bisschen wurscht, welcher Song jetzt mehr gehört wird oder welcher weniger. Unterm Strich muss ich die Rechnung ausgehen. Ich bin jetzt auch nicht beleidigt, wenn das Album dann ganz wenige Leute hören. Es tangiert mich echt wenig. Zahlen generell sind mir einfach egal. Also ich denke mir, ich finde es toll, wenn andere Künstlerinnen, die in der Szene sind, dann größer sind oder ich. Solange ich irgendwie davon leben kann und solange ich das machen kann, ist es mir ein bisschen wurscht.
Was mich freut, ist immer, wenn ich das Gefühl habe, dass Leute auf diese Grower draufkommen. Ich merke das ja auf Spotify. Da gibt es immer die Singles. Am Anfang haben die am meisten Plays und dann gibt es diese Grower. Beim Album „Keine Blumen“ war das zum Beispiel „Was Bleibt“. Der war nicht Mal auf dem Album, der ist auf der Vinyl gar nicht drauf. Der ist auf der Extended Edition vom Album auf Spotify ein paar Wochen später gekommen, ohne große Ankündigung, der war einfach da und der hat dann sukzessive die anderen Songs überholt. Ich glaube „Schönland“ hat noch mehr Plays und noch einer, aber dann kommen nicht die anderen Singles, dann kommt diese Extended irgendwas „Was Bleibt“, einfach weil Leute den gehört haben und zu ihren Playlists hinzugefügt haben.
Und sozusagen diese Grower auch als Beweis, dass Musik nicht immer über Playlists funktionieren muss und über Editorial und über Marketing. Weil es für den Song eben kein Marketing gab – den Grower als Bestandteil dieses algorithmischen Denkens mag ich gern. Weil es haben dann genug Leute den so oft gehört, dass Spotify Radio gesagt hat: Na gut, dann spielen wir den halt noch mehr Leuten ab, probieren wir das mal aus. Füttern wir diesen nichtexistenten Single-Song Leuten und plötzlich hören das Leute. Also ja, du hast mir eine eindeutige Antwort entlockt – The Grower!
Lucas: Beim Hören deines Albums ist mir noch aufgefallen, dass ich ausschließlich weiblich gelesene Features sehe, mit Ami Warning und Eva Riegel (Juli) und dich auch einige weibliche Stimmen auf dem Album supporten, die dann nicht immer als Feature angegeben sind. Würdest du sagen, es ist eine bewusste Entscheidung gewesen, weiblich gelesene Personen auf das Album zu holen oder war es eher ein natürlich gewachsener Prozess?
Oehl: Tatsächlich, es ist eher Zufall. Also, ich arbeite schon die letzten Jahre einfach gerne mit Leuten zusammen. Zuletzt gab es ein Feature mit Maeckes auf seinem Album oder auch mit der Band Juno. Es gab aber eben auch vorher schon ein Feature mit Mola, jetzt halt mit Ami Warning und Eva Briegel slash Juli. Und den Song haben wir dann eben auch aufgenommen mit Jonas von Juli. Ne, es ist eigentlich keine bewusste Entscheidung. Es gibt einfach Menschen, mit denen ich sehr gut arbeiten kann und das sind tatsächlich für mich oft weibliche Personen, aber eher aus dem heraus, das wir gut viben und das ist dann tatsächlich auch Zufall.
Nach unserem ersten Album haben wir eine EP rausgebracht, wo es Coverversionen von den Songs vom ersten Album gab. Da haben wir bewusst weibliche Personen gesucht oder FLINTA*-Personen, die diese Alben covern, weil wir dachten, jetzt sind wir ein Boys-Duo. Wäre es nicht spannend eine andere Seite der Songs zu hören? Da war es eine bewusste Entscheidung, also 2020. Mira Lu Kovaczum Beispiel ist dabei. Und andere, die die Songs covern. Das ist ein bisschen untergegangen, auch in Corona, aber das war ein schönes Projekt. In meiner Live-Band zum Beispiel haben wir auch eigentlich eine Quote. Mir ist wichtig, dass die Hälfte, die auf der Bühne stehen, keine Dudes sind, weil es auch Repräsentation bedeutet.
Am Album selber fand ich es dann eher, wie es im Prozess sich gut ausgeht. Weil das Kuratieren von den Songs, die übrig bleiben, soll keine Agenda haben. Jetzt ist halt zufällig so, ich habe auch mit Bruckner an einem Song gearbeitet, der es noch nicht drauf geschafft hat. Mal schauen, wann der kommt. Also kann sein, dass die nächsten fünf Features dann nur mit Männern sind, aber ich bezweifle es. Also, es stecken bewusste Entscheidungen auch hinter Zufällen.
Lucas: Gibt es wiederkehrende Motive auf dem neuen Album, die du womöglich auch erst im Nachhinein entdeckt hast oder die dir im Prozess aufgefallen sind.
Oehl: Lange Titel sind wiederkehrend: „ich weiß nicht wie man jemand bittet zu bleiben“, „in diesem Jahr reden wir nur gut voneinander“, „Nett hier, aber waren sie schon mal in Therapie?“, „Kleinigkeiten, die keine sind“. Also schon so ein bisschen sperrig, schon so ein bisschen Hirnwichserei diese Titelgebung – hätte man auch abkürzen können. Tatsächlich hatten wir noch viel länger Songtitel: „Eine Umarmung, die genau die richtige Temperatur hat“ hieß der Song (lacht). Aber das war dann auch so, dass das Label gesagt hatte, magst ihn nicht einfach „Eine Umarmung“ nennen. Wobei „Eine Umarmung, die genau die richtige Temperatur hat“ eigentlich mehr on Point ist.
Wie gesagt, mir ist mittlerweile auch diese Idee wurscht von wie lässt es sich vermarkten. Wenn ich gerade Lust drauf habe, mache ich es und das ist vielleicht auch entspannend, dass ich weiß, ich werde nie in der Größe von „Provinz“ ankommen, weil es mich auch nicht interessiert und weil ich es auch nicht könnte. Also, gar nicht negativ. Aber das heißt, ich kann ein bisschen mehr machen, was ich will. Und wenn ich gerade Lust auf lange Titel habe – das beruhigt mich gerade sehr.
Aber apropos wiederkehrende Motive, ich arbeite gerade an einem Weihnachtsalbum, das noch dieses Jahr kommen soll. Und da wird es ein großes, wiederkehrendes Motiv geben, nämlich ein Weihnachtsgefühl in jedem Song, was auch immer Weihnachten heißt. Meine Familie feiert gar nicht zu Weihnachten. Meine Mutter feiert nicht Weihnachten, mein Papa manchmal. Also, ich bin jetzt kein Traditionalist in der Hinsicht, aber ich gehe dem nach. Gibt es sowas wie ein Gefühl von Weihnachten, was verbindend ist und was Leute auch nostalgisch empfinden im Positiven. Und da mache ich ein ganzes Album dazu mit 24 Songs. Da setze ich sehr viel stärker auf wiederkehrende Motive.
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„Für mich ist es ein echtes Lachen, wenn man das Foto nicht löschen will, weil es irgendwie doch so nett ist. Egal, wie man sich drauf gefällt.“
Lucas: Ich singe sehr gerne auch Lieder nach, die mir gefallen. Und der Song, den ich zuletzt gesungen habe, der von deinem Album stammt, ist „Ein echtes Lachen“ und passend zum Titel möchte ich dich fragen, was für dich ein echtes Lachen auszeichnet.
Oehl: Ein echtes Lachen ist sowas, wenn man ein Foto davon macht, das ist den Leuten nicht mehr unangenehm. Wenn Leute sich so verlachen oder beim Essen sind, wenn es nur halbe Bewegungen sind, dann ist es Leuten meistens unangenehm oder sie finden, sie sehen nicht gut aus, löscht das. Aber wenn es ein echtes Lachen ist, so ein strahlendes, wo wie so ein Blick in so ein inneres Kind geweckt wird, was einfach herzlich ist, dann erkennen die Leute, wie schön sie sind, weil sie irgendwie strahlen. Für mich ist es ein echtes Lachen, wenn man das Foto nicht löschen will, weil es irgendwie doch so nett ist. Egal, wie man sich drauf gefällt. Das war jetzt eine spontane Antwort.
Lucas: Eine spontane, aber sehr schöne Antwort. Dadurch, dass ich den Song gesungen habe, bin ich ein bisschen tiefer eingetaucht, als ich es sonst manchmal schaffe. Mir ist aufgefallen, dass die Melodien sehr schön zum Nachsingen sind, ich sie mir gleichzeitig aber auch aktiv anschauen musste. Sonst habe ich den Song nach ein paar Mal hören eigentlich im Kopf. Bei „Ein echtes Lachen“ musste ich wirklich schauen, wo wandert die Melodie als nächstes hin? Meine Frage ist ein, wie diese Melodien entstehen?
Oehl:„Ein echtes Lachen“ ist tatsächlich eigentlich eine Neuinterpretation von dem Song „In drei Leben“ von Oehl. Singt: „Hätte ich drei Leben, würde ich den zwei leben … du wirst heute eine halbe Stunde lang genau mein Lachen.“ Ich dachte einfach, da ist noch mehr drin (lacht). Und diese Melodie wiederum – da hat irgendjemand auf Instagram mal, „da da da da da …“ (singt), irgendwas gespielt. Es war ein bisschen anders, aber ich dachte, wie kann ich das klauen, ohne es zu klauen? Also, im Endeffekt haben mir die Melodie und die Akkorde zusammen gefallen und ich habe das dann genommen und zwei eigene Songs daraus gemacht. Aber es ist nicht nahe genug dran, dass es irgendwie ein Copyright-Ding wäre, aber einfach Inspiration.
Lucas: Ich denke, dass das auch ein Grund sein kann, warum deine Songs oft Grower sind. Weil es einen Moment braucht, um die Melodien zu verstehen und wahrscheinlich gilt dasselbe auch an anderen Stellen. Was es aber für mich dann auch als singende Person super spaßig macht, weil es gibt beim Nachsingen dann Dinge zu entdecken.
Oehl: Ja, das ist schön! Also ich hatte zum Beispiel als Jugendlicher eine Radiohead-Phase. Die kommen ja jetzt wieder mit diesem ganzen Britpop-Rock Ding. Radiohead kommt gerade wieder voll oder ist schon wieder da. Ich glaube bei H&M gab es jetzt wieder ein Radiohead-Tshirt, wo du merkst, die sind wieder voll da. Ich habe viel Radiohead gehört damals, glaube ich, weil ich keinen Bock auf Radiomusik hatte. Und Radiohead ist unmöglich, beim ersten Mal gut zu finden. Ich glaube, es ist auch eine Distinktion in der Schule zu sagen, ich höre jetzt Musik, die wird keiner von euch verstehen. Man muss sich so eine Art „Taste“ erarbeiten. Das ist, wie wenn man 16 ist und zum Ersten Mal Wein trinkt. Da sagt ja auch niemand: „Hm, gut!“ Sondern das gehört zum Erwachsenwerden dazu, dass ich mir jetzt einen „Taste acquire“, dass ich mir das antrainiere.
Das ist ähnlich bei Radiohead. Du musst halt drei, viermal hören und irgendwann ist es halt sehr gut vom Gefühl her. Ich glaube, deswegen neige ich vielleicht eher auch dazu, Produkte zu machen, die vielleicht beim ersten Mal bisschen „interessant“ sind. „Interessant“ kommt ja von „Interesse“. Das beschreibt es auch ganz gut. „Inter“ kommt von dazwischen sein und wenn ich es schaffe, bei dir als Rezipient, als Zuhörer ein Gefühl auszulösen von, „ich muss mich da erst mal reinbegeben oder es zwingt mich dazu Teil davon zu sein“, in deinem Fall weil du es nachsingst oder wer anderes nicht versteht, was ich singe und dann die Texte nachlesen muss. Also es zwingt die Person in eine Position, wo sie, wenn sie sich dafür interessiert, Teil davon werden muss auf eine Art und das verbindet aber emotional noch viel stärker.
In dem Moment, wo du den Song schon gesungen hast, ist er irgendwie auch deiner. In dem Moment, wo du die Platte auseinandernimmst, Texte nachliest, verknüpfst du noch viel mehr Erlebnis damit. Ich glaube, dass diese Einladung auch Teil davon zu sein, das ausmacht, selbst wenn es nicht so viele Leute hören wie eine richtig große Band, die Leute, die es hören, aber vielleicht teilweise emotionalisierter sind dadurch. Das finde ich eine Qualität.
Lucas: Das Schöne ist, dass du mir schon die Überleitung gegeben hast zu meinem Finale. Ich bin nämlich hauptberuflich Musiklehrer und kann dich darin bestätigen, dass Radiohead wiederkommt, weil gefühlt der meistgewünschte Song, den alle im Musikunterricht singen wollen „Creep“ ist. Daran knüpft auch meine letzte Frage, ein bisschen klischeemäßig, aber in dem Kontext womöglich ganz schön. Ich als Musiklehrer frage mich immer, was möchte ich den Schülerinnen aus meiner pädagogische Perspektive als Musiklehrer heraus mitgeben?
Was würdest du gerne den Hörenden mitgeben mit deinem aktuellen Album?
Oehl: Zu lieben in jeder Facette ist ein Risiko, Kinder haben macht die Welt schwerer, Liebe macht einen verletzlicher, immer, aber wenn man es nicht nicht ausprobiert hat, dann hat man vielleicht einfach das Leben nicht gekannt. Also das Risiko zu leben. Let’s go!
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Weite Fläche, flirrendes Licht, irgendwo ganz hinten klingt Musik an – wie eine Erinnerung, die plötzlich wiederkommt. So beginnt nicht nur der Kurzfilm zur zweiten EP „Who Speaks Your Mind“ von Dolphin Love, sondern auch der Eintritt in seine Soundwelt, die irgendwo zwischen Nostalgie, Aufbruch und völliger Entrücktheit schwebt.
Seit der Debüt-EP 999 im Jahr 2022 ist klar: Dolphin Loves Musik ist keine, die sich einfach in ein Genre pressen lässt. Sie ist mal beatlastig und verspielt, mal roh und introspektiv. Zwischen Hip-Hop-Produktion, Gitarrenflächen und einer Stimme, die manchmal mehr Textur als Erzählstimme ist, entsteht eine Musik, die nicht gefallen will – sondern fühlen. Mit der dritten EP Not From Here, die am Freitag, 11. April, erschienen ist, wird dieser Eindruck noch einmal vertieft: Es geht ums Verlorensein, um das Schweben zwischen gestern und morgen, zwischen Wunsch und Wirklichkeit.
Dass Dolphin Love am liebsten alles selbst macht – von der ersten Idee bis zum finalen Mix –, merkt man der Musik sofort an. Hier wird nicht für TikTok produziert, sondern für die echten Momente: fürs Zugfahren bei Regen, fürs Rumliegen mit offenen Fenstern, fürs Da-sein (oder eben Nicht-Da-sein).
Wir haben mit Dolphin Love über das Entstehen der neuen EP gesprochen, über das Gefühl, ständig zwischen Zeiten zu hängen – und darüber, warum Musik manchmal der einzige Ort ist, an dem man wirklich hier sein kann.
Dolphin Love im Interview
Hi Coco, wie geht’s dir gerade so?
Mir geht’s echt ganz gut. Ich mache gerade wieder viel neue Musik, arbeite mit einem anderen Künstler zusammen – das ist gerade echt schön. Und die Sonne hat eben geschienen! Das hebt die Stimmung total. Und ich bin gerade auf wieder auf dem Land, das tut immer ganz gut nach einer intensiven Zeit in Berlin.
Das kann ich mir gut vorstellen! Wenn du deine Musik in drei Worten beschreiben müsstest – welche wären das?
Leicht, unkompliziert und frei. Irgendwie beschreibt das ganz gut diese Weite, wenn ich Musik mache und auch eine gewisse Leere.
Wie wird aus so einem Gefühl dann eigentlich ein Song bei dir?
Ganz unterschiedlich. Es ist total tagesformabhängig. Meistens passiert’s einfach. So ein Moment, der plötzlich da ist – und den muss man dann greifen. Die besten Songs entstehen oft ganz schnell, wenn man den Impuls direkt aufnimmt und nicht zu lange dran rumbastelt.
Hast du dann später manchmal so das Gefühl: Hätte ich das doch noch verändert…?
Früher auf jeden Fall! Aber mittlerweile bin ich da entspannter. Ich denk mir: Das war’s – besser fertig als perfekt. Das ist eigentlich viel schöner. Zu viel Feinschliff killt manchmal den ursprünglichen Vibe.
Produzierst du deshalb auch lieber alleine?
Ich liebe beides. Allein zu schreiben hat was Besonderes – aber mit anderen gemeinsam Musik machen, das ist auch richtig schön. Das ist immer ein ganz besonderer Moment. Ich produziere auch gerne für andere. Diese Momente zusammen sind total wertvoll.
Könntest du dir ein Feature vorstellen?
Auf jeden Fall! Ich plane gerade, Dolphin Love zu erweitern und mit anderen Künstler*innen zusammenzuarbeiten. Gerade mit Leuten, die musikalisch einen Kontrast bilden – das reizt mich total. Ich bin auch einfach sehr hungrig danach, Input von anderen Leuten zu bekommen.
Und wenn du träumen dürftest: Wen würdest du gerne mal featuren?
Boah, gute Frage. Vielleicht Spacey Jane, die australische Band. Oder ein Rapper wie Larry June – ich mach den Beat und er rappt drüber. Irgendwas außerhalb meiner Indie-Comfort-Zone.
Früher hast du ja viel solo gespielt, jetzt öfter mit Band – was gefällt dir besser?
Mit Band ist’s tausendmal geiler. Früher hab ich in The Attic Nights gespielt und auch Schlagzeug in anderen Bands. Live mit Leuten auf der Bühne – das ist so eine Energie, die man teilen kann. So ist das auch mit Jan, meinem Drummer. Er ist einfach ein Herzensmensch. Mit ihm ist’s auf und neben der Bühne einfach schön. Schöner als alleine.
Wie lang dauert es bei dir eigentlich, bis ein Song fertig ist?
Kommt drauf an. Bei der neuen EP hatte ich es das erste Mal, dass die Versionen teilweise ewig rumlagen. Manche Songs haben sich echt über Monate entwickelt. Ein Song kommt sogar noch von April 2023. Manchmal lagen sie einfach rum, dann kam nach zwei Monaten plötzlich die Strophe. Ich hab sie lang reifen lassen und geguckt, ob sie auch nach vier, fünf Monaten noch für mich funktionieren. Erst dann war klar: Das sind die Songs für die EP.
Ich hab beim Hören gedacht: Die neue EP klingt anders als dein Debüt. Es ist immer noch Dolphin Love, aber schon sehr anders. Wie siehst du das?
Ja, voll. Die neue EP ist soundmäßig aufgeräumter. Ich hab beim Mixen viel dazugelernt. Früher war’s mehr Trial & Error, jetzt hab ich klarere Vorstellungen. Aber ich lieb’s auch, wieder rougher zu werden – weniger glatt, eher gefühlig. Da werden die nächsten Songs auch wieder eher hingehen.
Finde ich total spannend, weil du ja auch nicht drauf zu achten scheinst, wie lang deine Songs sind. Da gibt’s zwischen einer Minute Intro und 7 Minuten Versionen ja alles. Machst du dir da manchmal Gedanken, dass du Songs besser an einen Algorithmus anpassen müsstest?
Gar nicht. Ich schreibe für Live – nicht für Algorithmen. Wenn ein Song sieben Minuten braucht, dann bekommt er die auch. Ich liebe es, mich davon freizumachen, in ein Raster passen zu müssen. Es muss einfach zu dem Lied passen. Wir haben ja vor eineinhalb Jahren auch den Kurzfilm Who Speaks Your Mind gefilmt, der ist ein gutes Beispiel dafür: Die Geschichte braucht den langen Song, um zu wirken. Zwei Minuten hätten da nichts gebracht. Dann wäre es gar nicht rübergekommen.
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Kommen wir zurück zur EP „NOT FROM HERE“: Worum geht’s thematisch?
Um das Gefühl, nicht richtig da zu sein. Deswegen heißt sie auch „Not From Here“. Ich bin oft zu weit vorne oder hinten im Leben, so zumindest mein Gefühl. Ich bin im Kopf immer wo anders – nie so richtig im Moment. Manchmal denk ich an die Zukunft und denk so: „Scheiße, wie wird das wohl?“ und dann denke ich wieder: Lebe doch einfach im Moment. An anderen Tagen hänge ich gedanklich noch total in der Vergangenheit. Aber das bringt auch nichts, weil ich das eh nicht mehr beeinflussen kann.
Klingt sehr relatable – auch ein bisschen nach dieser typischen 20er-Jahre-Existenzkrise.
Total! Dieses „Was mach ich eigentlich mit meinem Leben?“, gepaart mit dem Druck, alles absichern zu müssen. Ich versuche, im Jetzt zu leben – das bringt einfach mehr.
Okay, ich habe noch zwei Fragen zum Schluss. Nummer 1: Hast du einen Lieblingssong von dir?
Ja! Gerade ist es „BANGALOW“, der zusammen mit der EP rausgekommen ist. Ich liebe den live einfach total – der macht so viel Spaß.
Und zum Abschluss: Deine untold story.
Tatsächlich fällt mir da auch direkt eine ein. Ich war mal ziemlich betrunken und hab im Bett aus Versehen auf meinen Laptop gekotzt. Da war super viel Musik drauf. Am nächsten Morgen hab ich’s gerade noch geschafft, die Songs runterzuziehen. Dann zum Computerladen – und der Typ so: „Da ist nichts mehr zu machen.“ Ja, that’s the story. Memo an alle: Sichert eure Daten regelmäßig!
Oha, da hattest du ja gerade noch Glück im Unglück. Danke dir, Coco – für deine Zeit, deine Offenheit und natürlich deine Musik.
Danke dir! War voll schön!
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Spätestens seit dem internationalen Erfolg von „End of Beginning“ aus seinem Debüt Album „Twenty Twenty“ verzehrt sich Joe Keery Bild von „Steve“ aus Stranger Things zu Djo. Der Song erreichte Platz 1 der Spotify Charts und erzählt von Kerrys tiefer Verbundenheit mit Chicago. In der Stadt begann er seine Musik unter dem Namen Cool Cool Cool zu performen und traf andere Musikmachende und trat der Band Post Animals bei. Außerdem wurde er dort für Stranger Things gecasted. Djos Leben spielte sich in dieser Stadt ab, dort endete der Anfang seiner Karriere. Diese Nostalgie, die diese besonderen Orte aus unseren Leben in uns auslösen, ist ein universelles Gefühl, das weltweit – bewiesen durch „End of Beginning„- Anklang findet.Nach so einem Erfolg entsteht häufig der Druck den Erwartungen des Publikums gerecht zu werden. Findet Djo nochmal den Weg in unsere Lieblingssongs?
Leben ist Gemeinschaft
„The Crux“ hängt wie ein Ohr am Kopf an dem Hotel, das am Ende der Straße thront. Im Kontrast zur Hektik und Fluidität der Personen auf der Straße, strahlt „The Crux“ Ruhe aus. In der Koproduktion mit Adam Thein, schafft Joe Kerry ein Album. Es handelt natürlich auch von seiner eigenen Geschichte. Djo rückt in den Vordergrund, dass das eigene Leben aus mehr besteht als einem Selbst. Es seien genauso all die Leute, Freundschaften und Bekanntschaften, die es stetig verändern. Angefangen habe es jedoch wie die meisten Pop-Songs: Mit einer Liebesgeschichte. Beziehungsweise ihrem Ende. In diesem Album spürt man wie die Liebe oft als Allegorie verstanden werden kann. Oft sind, meiner Meinung nach, Lovesongs auf andere Lebensbereiche übertragbar und entfalten so neue Perspektiven.
„Ein gemischtes Popcorn bitte.“
Die Songs sind vielfältig, dennoch finden sie einen gemeinsamen Kern. Er entsteht durch den „kollaborativen Geist der Musik“, der die Songs durch Beiträge seiner Familie und Freunden zusammenhält. Betrachtet man das Hotel als Film, der zwischen der Perspektive der verschiedenen Hotelgäste springt, fällt es leicht sich in die Song einzufühlen. In Zusammenarbeit mit Neil Krug entwarf Djo die Darstellung des Hotels, mit ihren vergänglichen Gästen, die sich im emotionalen oder spirituellen Umbruch befinden.
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„Es ist eine Art Schuss an alle, die versuchen, dem Zeitgeist zu entsprechen.“
Die erste Single, die veröffentlich wurde, ist „Basic Being Basic„. Auf eine humorvolle, aber auch gestochen scharfe Art kritisiert Djo eine Person, die versucht sich von anderen abzuheben. Durch den krampfhaften Versuch anders zu sein, wird man ironischerweise, basic. „What an empty epitaph that is“, Joe Keery merkt an, wie leer der Grabstein, das Vermächtnis, ist, das diese Person hinterlassen wird. Denn nachher würde keiner mehr über Oberflächlichkeiten wie das „picture of your plate“ vom 25.03 sprechen.
Inspiriert von dem Pop der 60er- und 70er- Jahre
„Charlies Garden“ ein Track des Albums referriert auf den The Beatles Song „Octopus Garden“ von . Gleichnamig publizierte Djo eine Playlist mit Songs, die ihn zum Album inspirierten. Darunter Musiker wie Stevie Wonder, Marvin Gaye und Bee Gees. Die Klänge dieser Jahrzehnte schimmern im Album immer wieder durch, aber finden dabei ihren ganz eigene Note. So scheint „Charlies Garden“ viel mehr eine Hommage an The Beatles im gesamten zu sein, als allein an „Octopus Garden„. Mit „Charlie“ ist Charlie Heaton gemeint sein. Er hat das Intro für den Song eingesprochen. Außerdem gibt es in „Delete Ya“ eine Referenz zu ihm und der Serie Stranger Things: „Team up with Charlie, take these kids for a ride„. Das erinnert stark an die Serie Stranger Things, in der Charlie Heaton einen der Hauptcharaktere Jonathan Byers den großen Bruder von Mike (Finn Wolfhard) spielt.
Ausbrechen, Hoffen und Weitergehen
In „Link“ wird das Bild einer Person gemalt, die den gängigen Weg verlässt. Das Lyrische-Ich spürt den Kontrast zwischen gesellschaftlichen Erwartungen und persönlichen Erfüllungen. Potion erzählt von Einsamkeit und Hoffnung: „I’m countin‘ on love/When the book is in the final chapter/ Man, it’s always sad to go“. „Fly“ klingt für mich nach einer anderen Version von „The Long And Winding Road“ von The Beatles. Während Djo’s Lyrisches-Ich „must fly/ Fly away from her“, will McCartney‘s „Ich“ zurück zu ihrer Tür. Wer auch bald vor eurer Tür steht ist Djo, denn:
Djo – Back On You Tour
Meine Ohren sind begeistert und deshalb freue ich mich mitteilen zu können, dass Djo eine fette Welttournee für 2025 angekündigt hat. Auf der Djo – Back On You Tour wird Post Animal als Support bei allen Tourdaten in Nordamerika, Großbritannien und der EU auftreten. Als Keery nach Chicago zog trat er der Band bei. Ab dem 1. Juni touren sie gemeinsam durch Europa, beginnend in Dublin. Das Album könnt ihr seit dem 04.04.2025 überall hören. Also keine Zeit verlieren und hier hören:
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Es ist ein kalter Dezemberabend, einer der letzten in 2024. Die Hamburger Markthalle ist bis in die letzte Ecke gefüllt und von der Kälte draußen ist absolut gar nichts mehr zu spüren. Kurz vor Weihnachten kommen Nada Surf mit ihrer Welttournee nach Deutschland. Das amerikanische Indierock-Urgestein hat zuvor im September ihr aktuelles Album mit dem Titel „Moon Mirror“ veröffentlicht. Die langersehnte Veröffentlichung ist das erste Nada Surf Album seit vier Jahren und markiert das 30-jährige Jubiläum ihrer Debütsingle. Auf dem Konzert wurden neue Songs und alte Klassiker der Band zum Besten gegeben.
Beginn mit einem Klassiker
Wer an Nada Surf denkt, bekommt vermutlich ganz unfreiwillig einen Ohrwurm ihres größten Erfolges „Inside of Love“. Klar, dass dieser Song dann in der Setlist nicht fehlen darf. Zunächst war es allerdings überraschend, dass der Abend mit diesem eigentlichen Höhepunkt eröffnet wurde. Wer jetzt glaubt, das Pulver sei damit direkt verschossen gewesen: weit gefehlt. Der Fokus sollte damit im weiteren Verlauf auf den neuen Songs liegen.
„Moon Mirror“zeigt vor allen Dingen eines. Die Band ist sich und ihrem Klang treu geblieben. Nada Surf schaffen es einerseits ein vertrautes Klangbild zu schaffen, das aussagt: „Wir sind immer noch die Indierock-Helden, die ihr kennt und liebt“. Andererseits klingen sie damit nicht redundant oder eintönig. Dieses Album dürfte also Neuentdecker sowie Fans der ersten Stunde gut gefallen.
Der Song auf „Moon Mirror“, der den Spagat zwischen neuem Stoff und familiärer Gewohnheit am besten abbildet, ist „New Propeller“. Sanft und träumerisch startend nimmt der Song nach einer Minute Fahrt auf und klingt durch Einsetzen der gesamten Besetzung wie das Gefühl der Freiheit, wenn man an einem lauen Sommerabend durch ein Kornfeld spaziert. Zeitweise ist auch genau das im Musikvideo zu sehen. Stark an den eingangs genannten Hit „Inside of Love“ erinnernd, reiht sich „New Propeller“ perfekt in die nach optimistischer Melancholie klingenden Diskographie der Band ein.
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Sänger und Songwriter Matthew Caws ist bekannt dafür, Philosophien des Lebens in seinen Songs zu verarbeiten. Dabei strebt er kontinuierlich nach mehr, sucht Lösungen und spricht in einer die Natur und Umwelt darstellenden Bildsprache. Auch im Titelsong „Moon Mirror“ hält er sich auf diese Art den Spiegel vor und begibt sich auf die Suche nach einem Freund – oder zumindest nach etwas Vertrautem. Dieses findet er im Spiegel des Mondes und gibt uns nicht nur mit dem Song, sondern mit dem ganzen Album unseren eigenen „Moon Mirror“.
„Come down, help me make it clearer I’ve been waiting for you, moon mirror“
Zurück in Hamburg wurde das Set für einen kurzen Moment unterbrochen. Matthew steht allein vorne am Mikro, holt einen gefalteten Zettel aus seiner Hosentasche und liest ihn vor. Auf Deutsch. Mit sympathischer und humorvoller Weise kündigt er den nächsten Song an: „In Front of Me Now“. Der etwas kräftigere Popsong hat dabei eine Botschaft, die nach einem guten Vorsatz für das neue Jahr klingt. Konzentriere Dich auf das, was vor Dir liegt und fokussiere Dich auf die eine wesentliche Sache.
„Moon Mirror“ ist schon jetzt ein neuer Klassiker der New Yorker Indierockband Nada Surf. Reinhören ist in jedem Fall lohnenswert, darum ist untenstehend das Album verlinkt!
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Doro und Paula (Evangelische Schule Berlin Zentrum) berichten in Kooperation mit Goodlife Artists von einem stimmungsvollen Abend mit error in der Kantine am Berghain, Berlin.
Am 14. November 2024 fand das zweite Konzert des Newcomers error im Rahmen seiner “Aspartam-Bitter Tour” in der Kantine am Berghain statt. Das Event bot ein außergewöhnliches und intensives Erlebnis, das gleichermaßen durch seine musikalische Qualität und die visuelle Inszenierung beeindruckte.
Düsterer Elektropop trifft auf Avantgarde
error präsentierte seine Setlist in einer Mischung aus düsterem Elektropop und avantgardistischen Elementen, die ihn zu einem spannenden Künstler des Jahres 2024 gemacht haben. Seine Songs zeichneten sich durch eine beeindruckende atmosphärische Tiefe und emotionale Intensität aus. Besonders Stücke wie „XY“ und „00,00KG“ zeigten das Spektrum seines künstlerischen Ausdrucks, der von dunklen, dystopischen Themen bis hin zu introspektiven Momenten reicht.
Seine kraftvolle und ausdrucksstarke Stimme trug erheblich zur emotionalen Wirkung des Abends bei. Error schaffte es, eine Brücke zwischen energetischem Gesang und einem persönlichen, fast erzählenden Stil in seinen Zwischenansagen zu schlagen, was ihm eine authentische und greifbare Nähe zum Publikum verlieh.
Minimalistische Bühnenkunst mit starker Wirkung
Die Bühnengestaltung spielte eine zentrale Rolle bei der Inszenierung des Konzerts. error setzte auf eine minimalistische, aber effektvolle Kombination aus flackernden Lichtern und Projektionen. Diese unterstrichen die dystopischen Themen seiner Musik und erzeugten eine fesselnde Atmosphäre.
Auch die technische Umsetzung des Abends war hervorragend: Licht und Ton waren perfekt aufeinander abgestimmt, was den Auftritt zu einem professionellen und intensiven Erlebnis machte.
Error überzeugt durch Persönlichkeit
error überraschte mit seiner Offenheit und seinem Humor während der Konzertpausen. In seinen Zwischenansagen wirkte er entspannt, erzählte persönliche Geschichten und brachte das Publikum mit humorvollen Anekdoten zum Lachen. Besonders auffällig war seine Fähigkeit, eine persönliche Verbindung zu seinen Fans herzustellen.
Durch Fragen, Witze und Interaktionen schuf er eine intime und vertraute Atmosphäre, die den Abend zu etwas Besonderem machte. Die Nähe, die durch die kleine, aber stimmungsvolle Location der Kantine am Berghain ohnehin gegeben war, nutzte er geschickt, um das Publikum noch mehr in seinen Bann zu ziehen.
Getragene Melancholie und euphorische Energie
Das Publikum war – möglicherweise etwas älter als erwartet – von Beginn an aufmerksam und begeistert. Besonders gegen Ende des Sets wurde viel getanzt und mitgesungen, was die Energie des Abends spürbar ansteigen ließ.
error schaffte es, die Zuschauer mit seinen Texten und seiner Musik zu bewegen. Er setzte klare Zeichen für Diversität und kulturelle Offenheit, sowohl in seinen Liedern als auch in seinen Ansagen. Dies verstärkte die Bindung zwischen ihm und seinem Publikum zusätzlich.
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Zum Ende des Konzerts krönte error den Abend mit seinem ersten veröffentlichten Song „100 Liter Teer“. Dieser letzte Track brachte das Publikum noch einmal in Bewegung und verband Melancholie mit purer Energie. Es war ein kraftvoller und emotionaler Abschluss, der die Stimmung des gesamten Abends perfekt zusammenfasste.
Ein Abend voller Emotionen
Das Konzert von error in der Kantine am Berghain war ein intensives, berührendes Erlebnis. Mit seiner Mischung aus musikalischem Talent, starker Bühnenpräsenz und einer sehr persönlichen Verbindung zum Publikum schuf er einen Abend, der lange in Erinnerung bleiben wird. Die Mischung aus düsteren Klängen, eindrucksvoller visueller Inszenierung und der intimen Atmosphäre hinterließ das Publikum in einem Wechselspiel aus Melancholie und Begeisterung – und mit der Vorfreude auf weitere Konzerte dieses aufstrebenden Künstlers.
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Nach dem Konzert letzten Jahres musste der aufkommende Artist der nächsten Generation aus dem UK-Rapwieder zurück nach Berlin kommen um abzureißen, dieses mal allerdings doppelt so groß. Im ausverkauften Hole44 mit betrunkenen und vollgekiften Jugendlichen – wäre ja enttäuschend wenn nicht.
Er kommt aufgrund seiner Europa Tour mit seinem neu veröffentlichten Album „Still Local“. Für die, die das Album und auch Sainténicht kennen: er macht entspannten Hip Hop mit Einflüssen aus Jazz und Trap, er ist experimentell, wobei er trotzdem immer seinem Genre treu bleibt. Seit der viralen Single „Champagne Shots“ veröffentlicht er immer wieder Musik, die viral geht.
Nahtlose Übergänge und Stimmung Pur
Das Konzert fängt an mit einem DJ, der auflegt und ein Typ der Stimmung macht. Nach einer Weile tritt als Voract Antslive auf und hypt zusätzlich die Menge auf. Danach kommt endlich Sainté, saugt diese Stimmung auf und bringt sie in seiner eigentlich sehr entspannten Musik mit ein und das Publikum fühlt es sehr. Er performt all seine Top Tracks aus jedem Projekt und natürlich auch viele aus seinem neuen Album. Die Auswahl ist perfekt!
Basketball und Beats
Es sind fast nur Jugendliche und generell eher junge Leute da, was recht gut ist, da ich mich nicht fehl am Platz fühle. Es ist eine recht bunte Mischung aus Fans. Der Stimmungswechsel von den Voracts zu Sainté ist ein bisschen komisch gewählt da noch alle sehr viel Energie haben und Sainté eine eher entspannte Stimmung verbreitet. Das wirft das Publikum ein wenig aus der Bahn. Dennoch kommt gute Stimmung auf! Bei der Hälfte der Show wird ein Basketballkorb aufgebaut und es werden Basketbälle in das Publikum geworfen. Wer trifft, bekommt Free Merch!
Fehler im Sound aber nicht im Vibe
Trotz schnarrenden Vocals, die das erste sind, was man hört, geht die Crowd voll ab bei dem Song „stylin’“. Nach der Hälfte muss er aber trotzdem aufhören, da die Sounds so schlimm sind, dass man den Song nicht mehr richtig hören kann. Nach ein paar Minuten wird der Sound es gefixt und der Song wird noch mal richtig performt.
Was ist denn hier los
Der Sound ist generell nicht gut, da die Musik viel zu leise und der Sainté viel zu laut ist. Hinter dem Hauptact stehen komischerweise noch zehn weitere Personen, die keine Musik machen. Dass die dort stehen und abhängen, verwirrt mich ein wenig. Schlimm ist es aber nicht.
Ein Ende mit Energie
Der Song „MVP“ aus seinem neuen Album ist an diesem Abend der letzte und hypt nochmal alle auf. Als er geht, kommen der DJ mit seiner Begleitung auf die Bühne und legen noch einmal auf und alle gehen sehr ab und machen einen Moshpit während „Fe!n“. Dann ist aber wirklich Schluss und der DJ motiviert die Leute, tatsächlich zu gehen.
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Es war ein sehr schöner Abend mit vielen guten verschieden Stimmungen, auch wenn sie nicht immer perfekt zueinander gepasst haben. Ich fand es sehr schön, dass Sainté kleineren Artists die Möglichkeit gegeben hat, eine größere Zuhörerschaft zu finden, indem er sie mit auf seine ganze Europa Tour nimmt. Wäre der Sound besser gewesen und hätte man auf die Stimmung der Songs geachtet, dann wäre es wahrscheinlich der perfekte Konzertabend geworden! Die Location ist sehr klein und lässt normalerweise eher Artists anderer Genres dort auftreten, weshalb wahrscheinlich die Probleme mit dem Sound aufkamen. Trotzdem! Wenn Sainté das nächste Mal wieder herkommt, werde ich wieder vorne dabei sein. Jetzt ist seine Tour leider zu Ende, aber die nächsten Konzerte werden mit Sicherheit spontan in England sein oder wir warten auf das nächste Album!
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Hannah und Chaja (Evangelische Schule Berlin Zentrum) berichten in Kooperation mit Goodlife Artists von einem stimmungsvollen Abend mit Ravyn Lenae im Säälchen, Berlin
Energiegeladen ins Konzert
Beim Betreten des kleinen aber feinen Veranstaltungsort strahlt RavynLenae direkt eine warme und offene Energie aus. Mit ihrem Opener „Bad Idea“ leitet sie den Abend mit einer Single aus ihrem neuen Album „Bird’s Eye“ ein. Der Song gehört zu den energetischeren und kraftvolleren, was direkt Stimmung in den Saal bringt und alle nun wach sind und Bock auf das Konzert haben.
Auf ihren Konzerten, so auch diesem, singt sie alleine, begleitet von ihrem Schlagzeuger Chris und Gitarristen Chub, was für eine noch intimere Atmosphäre sorgt und ihre Stimme bekommt die verdiente Aufmerksamkeit. Besonders bei dem Song „Skin Tight“ oder ihrem bekanntesten Song „One Wish“ kommt ihre ausdrucksstarke, vielseitige Stimme zum Vorschein. Das Publikum ist berührt und wir sind begeistert wie sicher Lenaes Stimme ist.
Ihre Songauswahl für den Abend spiegelt einen guten Mix aus gefühlvollen und emotionalen Songs im Kontrast zu den mitreißenderen Songs dar. Sie spielt zudem sowohl viele Songs aus ihrem ersten Album „HYPNOS“, sowie aus ihrem ganz neuem Album „Bird’s Eye“, welches sie im August 2024 rausbrachte. Die perfekte Auswahl, damit das Publikum aufmerksam bleibt und den Abend in vollen Zügen genießt.
Publikum und Künstlerin – Nähe die verbindet
Die Stimmung und Atmosphäre ist von Beginn an intim. Der kleine Raum und das schlichte Bühnenbild geben einem das Gefühl, Teil von einer besonderen, fast privaten Performance zu sein. Das Publikum ist von Beginn an begeistert und voll dabei, wobei besonders auffällt, dass viele 20-30 Jährige Freunde, sowie auch viele Paare gemeinsam der Musik lauschen oder tanzen. Bei den Songs kann man einfach nicht still rumstehen und die Versuchung zu tanzen ist groß, egal ob nur ein bisschen rumwippen oder sogar mit eigener Tanz-Performance, wie ein Paar neben uns.
Die Laune ist durchgehend positiv und man merkt, dass das Publikum aus Musikbegeisterten und Ravyn Lenae Begeisterten besteht. So, wie das Publikum Ravyn und ihre Musik unterstützt, ist sie auch für das Publikum da.
Denn nicht nur die musikalische Leistung macht den Abend besonders, sondern auch ihre Interaktionen mit dem Publikum. Sie strahlt eine besondere Nähe aus und der ganze Abend hat eine persönliche Atmosphäre. So geht sie viel auf das Publikum ein und singt teilweise Personen direkt an. Alle bekommen das Gefühl Teil der Show zu sein. Zwischendurch erzählt sie etwas von sich und bedankt sich bei ihren Fans. Vor einem Song erzählt sie beispielsweise etwas über ihre schlechte Beziehung zu ihrem Vater und wie ihr die Musik dabei geholfen hat und so auch der Song entstand. Ein besonderer und emotionaler Moment! Daraufhin hat ihre Performance nochmal eine tiefere Wirkung. Ihre Bühnenpräsenz währenddessen ist beeindruckend und mitreißend. Mit einer Leichtigkeit tanzt sie und schwingt ihr Haar, während sie singt. Es ist keine Aufregung zu spüren und es wirkt als würde sie jeden Tag auf der Bühne stehen und singen. Die Sicherheit und Freude an Musik sieht man ihr an.
Ein Bühnenbild, die Ravynn Lenaes Stimme leuchten lässt
Das Bühnenbild ist recht schlicht, doch die Lichtshow verstärkt die Atmosphäre und passt perfekt zu ihren Liedern: weiche, warme Farben, die die Aufmerksamkeit auf Ravyn lenken während der ruhigeren, verträumten Songs im Gegensatz zu den kräftigeren Tönen, die sich zum Beat bewegen während energiegeladener Momente. Teilweise versetzten einen die ausgewählten Lichter zu den elektrischen, experimentellen Sounds fast schon in ein tranceartiges Gefühl.
Ein unvergesslicher Abschluss
Das Konzert findet mit dem Song „Xtasy“ ein schönes Ende. Ravyn Lenae und ihr Band geben nochmal alles, während das Publikum sich von denn letzten treibenden Beats mitreißen lässt. Die Stimmung erreicht ihren Höhepunkt, als Ravyn Lenae die Bühne verlässt. Die Rufe nach einer Zugabe werden belohnt: mit dem Song „Love Me Not“ liefert Ravyn einen perfekten Abschluss. Der Song, emotional und berührend, zeigt noch einmal ihre beeindruckende Stimmvielfalt. Der Abschied ist daraufhin herzlich! Ravyn bedankte sich mit ehrlichen Worten bei ihren Fans, winkt lächelnd ins Publikum und verlässt die Bühne – ein süßer Abschied für einen gelungenen Abend.
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Ravyn Lenae beweist an diesem Abend, dass sie nicht nur eine außergewöhnliche Sängerin ist, sondern auch eine mitreißende Entertainerin. Ihre warme Ausstrahlung und die Leichtigkeit, mit der sie das Publikum in ihren Bann zieht, machen den Abend besonders. Es wurde viel gelacht, getanzt und gemeinsam eine schöne Energie geschaffen. Besonders beeindruckend ist ihre Bescheidenheit gegenüber ihrer Band: Sowohl Schlagzeuger Chris als auch Gitarrist Chub bekamen ihre Momente im Rampenlicht und durften jeweils mit Soli glänzen.
Ob man Ravyn Lenae schon kennt oder nicht – ihre Konzerte sind ein Erlebnis. Ihre enorme stimmliche Kontrolle, die intime Atmosphäre und die Mischung aus mitreißenden und berührenden Songs machen ihre Auftritte absolut sehenswert. Wer die Möglichkeit hat Ravyn Lenae live zu sehen, sollte sie sich auf keinen Fall entgehen lassen!
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