Kategorie: news

  • Katelyn Tarver hat in ihrem neuen Album gelernt, ein „Quitter“ zu sein

    Katelyn Tarver hat in ihrem neuen Album gelernt, ein „Quitter“ zu sein

    Drei Jahre nach ihrem letzten Album Release „Subject to Change“ können sich Fans von Katelyn Tarver über ein neues Album freuen: „Quitter„. Aufgeben ist nichts, was wir gerne hören oder tun wollen – aber vielleicht sollten wir alle deshalb einmal ganz genau zuhören und uns fragen, ob wir das nicht mehr sein und tun sollten. Denn Katelyn zeigt, wie befreiend aufgeben sein kann.

    Wer ihr Debüt-Album „Subject to Change“ kennt, ist bereits mit ihrem zarten Storytelling vertraut und doch ist dieses nochmal um einiges vulnerabler geworden. Die Sängerin schreckt vor keiner Frage zurück und teilt in vielseitiger Art viele Hindernisse, die normalerweise versteckt bleiben. Sie singt vom Imposter Syndrom und mangelndem Selbstwert, der Angst vor Unbekanntem und der Anxiety, die Perfektionismus mit sich bringt. Die Spannung zwischen gewünschter Anerkennung und dem Verlangen, seine eigene Wahrheit zu verfolgen, ist förmlich zu hören.


    What Makes A Life Good?

    Direkt nach dem titelgebenden Opener Song stellt Katelyn die Frage „What Makes A Life Good?„. Die verzweifelte Suche nach der Antwort überträgt sich beim zuhören:

    „Is it trusting intuition?
    Making peace with your decisions
    Is it taking someone’s broken heart and knowing how to fix it?
    Is it becoming a mother?
    Is it learning to be tougher?
    Holding on to hope when your world loses all the color
    Is it finding out what’s out there?
    Is it staying close to home?
    Is it being okay being on your own?“

    Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

    Mehr Informationen

    Ich weiß die Antwort zwar noch nicht und Katelyn offenbar auch nicht, in den nächsten 30 Minuten kommen wir der Antwort näher. Fragen werfen mehr Fragen auf, die Sängerin drängt dazu, dass wir uns damit ebenso auseinander setzen wie sie, zeigt zugleich ihre Unsicherheit.

    Das Album fühlt sich insgesamt an wie ein lange überfälliger Deep Talk mit der großen Schwester. Katelyn teilt ihre Selbstzweifel mit einer so offenen Ehrlichkeit, dass man gar nicht anders kann, als sich wohlzufühlen. Und auch, wenn definitive Antworten eben (noch) ausbleiben, beruhigt die Sängerin einen, vermittelt das Gefühl, dass alles wieder besser wird, dass wir uns alle irgendwo die gleichen Fragen stellen.


    Irgendwo zwischen Verzweiflung, Hoffnung und gnadenloser Ehrlichkeit

    Katelyn schafft es, dass einzelne Phrasen und Fragen wirklich herausstechen, und diese Gefühle betonen:

    „Will you still love me if my luck runs out?
    Will you still love me if my luck runs out?“

    Das ist die zentrale Frage, die sie sich in „Japanese Café“ stellt. Und wenn sie sich diese Frage stellt, hört man nur ihre kristallklare Stimme. Die Drums und Gitarre, die dem Track und dem Album sonst einen guten Drive verleihen, werden pausiert, die Frage und Message werden betont.

    Quitter“ bewegt sich im Indie Pop, ist geprägt von starken Drum Patterns und gitarrenlastigen Parts. Der Drive, der dadurch erzeugt wird, treibt diese Suche nach sich selbst an, baut eine gewisse hoffnungsvolle Verzweiflung auf und fordert auf, sich von den Vorstellungen, die man von sich selbst und seinem Leben hatte, zu lösen. „Quitter“ lädt ein, seine Gedanken schweifen zu lassen, sich seinen Problemen zu stellen und die gestellten Fragen zu beantworten.


    Parallel universe – oder eher Extreme existieren auch parallel

    Am Ende ist die Frage „What Makes A Life Good?“ zwar wie gesagt noch nicht endgültig beantwortet, aber Katelyn hat sich selbst und uns eine andere Perspektive ermöglicht. In einer sehr ruhigen Ballade bringt sie die gefundenen Erkenntnisse in ein rundes Ende, erinnert daran, dass Extreme parallel existieren und trotzdem stimmen können:

    „I’ve been the bad guy
    And I’ve been the sunshine

    All the things I regret and the things I like best
    Can’t have one without the other“

    Lässt man sich auf das Album ein und hört Katelyn zu, findet man 11 Songs, die einem Ruhe schenken und Raum lassen, sich selbst zu hinterfragen. Katelyn zeigt, dass auch in den 30er entgegen der meisten Erwartungen nicht alle Herausforderungen gemeistert, nicht alle Fragen beantwortet sind. Und nicht zuletzt zeigt sie in wundervoller Art und Weise, dass es auch sehr befreiend sein kann, ein „Quitter“ zu sein.

    Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Spotify. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

    Weitere Informationen
  • Der goldene September auf einem Album: „brew“ von kitsches

    Der goldene September auf einem Album: „brew“ von kitsches


    kitsches, das sind Sängerin Mathea und Drummer Moritz, brachten Mitte August 2023 ihr zweites Album „brew“ heraus. Folgend auf das vor der Pandemie erschienene Debütalbum legen sie damit den passenden Soundtrack zur sich allmählich breitmachenden Jahreszeit nach. Dass das Duo die Musik im winzigen Homestudio aufnimmt, dürfte den einen oder die andere wundern. Denn es hört sich nach so viel mehr an.


    Wie wärmende Strahlen durch wehendes Herbstlaub hindurch

    So oder so ähnlich fühlt sich der gleichnamige Eröffner des Albums an. Dabei geht es um nichts Geringeres als das vakante Leben und die Frage nach einem Sinn dahinter. Beginnt die Musik vorerst verträumt und schwebend, so ändert sie schnell ihre Richtung und lässt alles eben noch gedanklich Niedergelassene aufstehen und zügig, dennoch präzise umherwandern. Der Song an sich gewinnt dadurch eine erhebliche musikalische Tiefe.


    „I hold the line
    and brew me one more time“


    Auch, wenn oder gerade, weil sich alles unfassbar schnell ändert, ist Zeit ein wertvolles Gut. An Vergänglichkeit erinnert eben nicht nur der Herbst mit seinem fallenden Laub, sondern auch dieser Song.


    September

    Dieser leichte Indie-Folksong fügt sich nicht nur durch seinen Titel „september“ passend in das Gesamtwerk ein. Auch musikalisch zeugt er einmal mehr von der musikalischen Qualität des Duos. Wie durch den Wind gepfiffene, wunderschöne Melodien werden durch Matheas sanftem Gesang gekonnt in das atmosphärisch warme Instrumental hineingearbeitet. Der Text dazu behandelt malerisch, wie lyrisch unverschlossen Erinnerung, Vergessenheit und das Wertschätzen von Dingen, die die eigene Person ausmachen.


    Unruhige Nächte

    Dass das Kreisen von Gedanken, Zweifeln und unbeantworteten Fragen einen nachts nicht schlafen lassen, können wahrscheinlich viele aus ihren eigenen Erfahrungen nachempfinden. Diese Spirale der Selbstsabotage wird in „attic“ thematisiert. Der Song wurde schon im vergangenen Jahr als Single vorab veröffentlicht.


    „There are people in the attic
    and they only walk at night
    ‚cause they walk around on eggshells
    towards me“


    „attic“ kommt zu dem Schluss, dass das Selbst die Ursache ist und umschreibt das nächtliche Phänomen mit Menschen, die zwar übervorsichtig, aber bestimmt auf dem Dachboden auf einen hinzuschleichen. Die Musik wirkt trefflich unruhig, nicht zur Ruhe kommend und trotzdem niedergeschlagen.


    Über das Loslassen von Fehlern

    Manchmal sind es zwischenmenschliche Begegnungen, die magisch in uns nachwirken. „eliose“ ist sogar viel mehr als das. Es geht um eine Bekannte, die über die Fehler redet, die sie im Leben gemacht hat und beschließt, über diese hinauszuwachsen. Sie zieht sich heraus und macht sich auf, wandert in die Natur und zieht weiter. „eloise“ ist dabei die perfekte Personifikation des Einfach-Loslassens und der Intuition des Verwirklichens eigener Träume. In dem Gewand von LoFi-Botiqueswing ist der Song wie gemacht für eben diese Zeit einer magischen Nachwirkung von Begegnungen.

    Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

    Mehr Informationen
    Das Musikvideo zu einer weiteren Singleauskopplung des Albums: „temporary“


    Für Liebhaber von gemütlichem Indie-Folk, sanften Klängen, wunderschönen Melodien und tiefgründigen Texten ist das neue kitsches-Album der obligatorische Soundtrack für diesen Herbst. Die geeignete musikalische Untermalung eines Spaziergangs durch raschelndes Laub oder eines ruhigen Momentes zu warmem Tee, während draußen die Welt untergeht, ist „brew“ in jedem Fall.

    Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Spotify. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

    Weitere Informationen

    Fotocredits: Jacky Kannengießer

  • Indie-Folk aus London: Matilda Mann mit ihrer EP „You Look Like You Can’t Swim“

    Indie-Folk aus London: Matilda Mann mit ihrer EP „You Look Like You Can’t Swim“

    Warme, träumerische Melodien und sanfte Gitarrenklänge – Indie-Folk Singer- und Songwriterin Matilda Mann veröffentlichte im Juli ihre vierte EP „You Look Like You Can‘t Swim”. Eine sehr intime 5-Track-EP mit Songs, die aufrichtige Zuneigung, Verlust und den Weg den eigenen Platz in der Welt zu finden, thematisieren. 

    Die Newcomerin aus London macht Musik, die neben einer vertrauten Atmosphäre vor allem Geborgenheit schafft. Ihre sanfte und helle Stimme verleiht den Songs eine Leichtigkeit, die ziemlich gut zum Rest passt. Ihr ehrliches Songwriting und die damit verbundene Fähigkeit jegliche Emotionen in innige Texte zu verwandeln, lässt sie insbesondere als Songwriterin herausstechen.


    The Day That I Met You

    Der erste Song The Day That I Met You” ist mein persönlicher Favorit auf der EP. Im Song wird das Gefühl beschrieben sich viel zu oft allein zu fühlen. Der Gedanke, dass die ganze Welt gegen einen ist, wird durchbrochen durch das Begegnen dieser einen Person, die dich alle negativen Gefühle vergessen lässt. 


    I forgave the world the day that I met you.”


    Für mich ist der Song ein Paradebeispiel für ihr unglaublich gutes Songwriting: „It’s like lavender came and never left”. Muss ich da mehr sagen?

    Ihr Debut feierte Matilda Mann 2020 mit ihren EPs „If That Makes Sense“ und „Because I Wanted You to Know“. Ein Jahr später folgte die EP Sonder”. Seither war sie unter anderem mit Arlo ParksTom Grennan und dodie auf Tour und spielte bereits einige Headline UK-Shows. In der UK ist Matilda also längst als Newcomerin angekommen. Im August spielt sie auf der renommierten BBC Introducing Stage beim Reading & Leeds Festival, die schon einigen britischen Künstler*innen zum Erfolg verholfen hat. Auf den Streaming-Plattformen sieht es mit mehreren Millionen-Streams auch nicht schlecht aus. 


    In Plain Sight

    Stellt euch vor, ihr lauft an einem Spätsommerabend an einem Sonnenblumenfeld vorbei, während die Sonne schon tief am Himmel steht. Und durch eure Kopfhörer dröhnt dieser eine Song, der euch an eure Lieblingsperson erinnert. Jawoll, super kitschig, aber „In Plain Sight“ fühlt sich genau danach an  – mit seiner unfassbar positiven Energie wird der Track zu einer indie-folk Hymne über die eine große Liebe.


    Margaux & If Only

    Mit „Margaux“ beschreibt Matilda die Abwesenheit eines wichtigen Menschen und die Gefühle, die mit dem Verlust einhergehen: „Margaux left and nothing felt the same.“ Während ihre fast flüsternde Stimme im Fokus steht, ist der musikalische Track mit sanften Akustikgitarrenklängen eher simpel gehalten. Trotz der Thematik klingt der Song aber alles andere als traurig.

    Den melancholischen Part auf der EP übernimmt der vorletzte Track If Only“. Eine schmerzvolle Ballade, die vor allem durch die Streicher ihre epische, träumerische Atmosphäre bekommt.

    Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

    Mehr Informationen

    You Look Like You Can’t Swim

    Der Titelsong der EP ist laut der Newcomerin eine Metapher, um zu sagen, dass jemand nicht danach aussieht etwas schaffen zu können. Während es so scheint, als hätten alle anderen ihren Platz in der Welt bereits gefunden, ist man selbst ein Fisch im Meer, der nicht schwimmen kann. Neben Selbstzweifeln äußert sie im Song die Angst, nie genug zu sein. „You Look Like You Can’t Swim“ steckt voller Ehrlichkeit und Mut.


    It seems an awful waste to give me so much space

    I never seem to know exactly what’s my place.“


    Für das Musikvideo hat Matilda selbst Regie geführt und es geschafft, die Entschlossenheit und Zweifel im Song visuell darzustellen. Die Protagonistin, die von Matilda selbst gespielt wird, versucht sich immer wieder in Wasser zu wagen. Der Weg dahin kostet sie Überwindung und zeigt wie sie scheitert, aber dennoch niemals aufgibt. In den letzten Sequenzen des Videos sieht man Matilda, wie sie es letztendlich schafft zu schwimmen. 

    Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Spotify. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

    Weitere Informationen

    Foto Credits: Caity Krone

  • LEVIN im Interview: »Nicht zu viel nachdenken und einfach mal die Leichtigkeit rauslassen«

    LEVIN im Interview: »Nicht zu viel nachdenken und einfach mal die Leichtigkeit rauslassen«

    Für alle Träumer*innen unter euch gibt es den perfekten neuen Sommer-Track! Allround-Talent LEVIN serviert euch ZAHNLÜCKE MUTTERMAL & lädt euch ein, einfach mal die „Leichtigkeit rauszulassen“. Was genau das bedeutet könnt ihr hier lesen, denn letzte Woche hat sich Sarah mit ihm zum Interview getroffen und ihn mal ein bisschen ausgequetscht.


    Levin im Interview

    Sarah: Möchtest du dich kurz vorstellen, für alle unsere Leser*innen, die dich vielleicht noch nicht kennen?
    Konni: Ich bin LEVIN. Ich mach Musik in allen möglichen Formen. Wenn ich das beschreiben müsste, dann ist das irgendwas zwischen Indie, Alternative, Hip Hop, Pop Punk, Emo Rap und Deutschrap. Das ist mein Soloprojekt, auch mein Herzensprojekt, wo ich am meisten Zeit und Liebe, und Liebe zum Detail reinstecke. Ansonsten rappe ich noch in einem Möchtegern-Duo namens Cloutboi Juli & Pink Stan, und spiele Gitarre in der Metal Band Commence und studiere Soziale Arbeit nebenbei. Und, Fun Fact, ich habe ein Bachelor in Architektur.


    Wie kam es denn eigentlich dazu, dass du Teil von so vielen verschiedenen Musikprojekten bist? Weil genretechnisch ist es ja schon so ein ziemlicher Sprung, Metal und Pop?
    Ich glaube wenn man genauer hinhört, checkt man schon so ein paar Parallelen. Metal sind meine Roots, so mit 13/14, da hatte ich meine Metalband T-Shirts, „zieh mich schwarz an“ Phase. Die T-Shirts sind dann irgendwann weggegangen. Eigentlich sieht man mir das jetzt nicht unbedingt mehr an, aber ich höre auf jeden Fall jeden Tag Metal. Also das ist nach wie vor meine Herzmusik. Aber ich mag so Metal, der hauptsächlich Cross-Over ist und auch viel Cross-Over mit dreamy Gitarren, die auch ein bisschen ruhiger sind. Ich mag auch Mischung aus extrem hartem Gesang und cleanem Gesang. Also es ist jetzt nicht nur so, dass es nur auf die Fresse geht, sondern halt ne Mischung. Und das ist quasi der ruhigere Teil, den ich am Metal mag, der hört sich auch sehr ähnlich an wie das was ich selbst an der Gitarre manchmal raushole. Also ich glaube schon, dass man da eine Parallele findet, auch so in der Art und Weise, wie die Songs geschrieben sind vielleicht. Aber vielleicht auch nicht. Vielleicht täusche ich mich auch.

    Du bist die Verbindung?

    Ich bin die Verbindung! Aber deine Frage war, wie es dazu kam? Ein Schlüsselmoment: so siebte, achte Klasse (da hat man ja noch nicht so einen Musikgeschmack) und dann als mir irgendjemand Billy Talent gezeigt hat ist so meine Liebe für „härtere Musik“ entstanden. Ich habe Schlagzeug gespielt, und dann eine Alternative Rockband gehabt. Ich hab einen Kumpel kennengelernt der Gitarre gezockt hat, der hat mir das ein bisschen beigebracht. Da habe ich mich dann reingefuchst und dann mit Singen, Rappen und sowas ist die Metalband entstanden.

    DANN habe ich Architektur studiert, habe dafür ein MacBook gebraucht, weil die Programme auf meinem alten Windows Rechner nicht gelaufen sind. Habe dann mit dem Juli mal einen Abend gesoffen und dann haben wir festgestellt, dass Garageband schon vorinstalliert war auf dem Laptop. Wir haben das mal ausgecheckt und einfach ohne Mikrofon in den Laptop rein gebrüllt und so Knöpfe gedreht (und hatten keine Ahnung, was sie machen) bis es sich mehr oder weniger gut angehört hat. Im Nachhinein war es schon ziemlicher Müll, den wir da gemacht haben. Aber das war dann so der Start des selbst Produzierens und ich hab einfach nie aufgehört, immer Bock dran gehabt.


    „So kam es, dass wir besoffen entschieden haben uns die Haare pink zu färben und dann die Idee hatten, Cloud Rap zu machen“

    Irgendwann gab es eine Phase, in der Juli nicht so viel Drive hatte und anders viel beschäftigt war. Da habe ich viel Mucke allein für mich selbst gemacht, wo dann auch immer mehr Gitarre reingeflossen ist. Und dann hat sich das so aufgespalten: diese Depri-Mucke mit Gitarre war dann LEVIN und die Suff-Mucke war dann Cloutboi Juli & Pink Stan und dann irgendwann hat sich halt das so verselbständigt und ist halt irgendwie ein bisschen ein größeres Ding geworden. Aber genauso kam dann eben Metal, Hip Hop und das Solo Projekt zustande.


    Wie sieht es denn jetzt aus? Was für Musik hörst du denn jetzt so selbst gerne bzw. was inspiriert dich?

    Ich habe so meine Go-To Alben und Songs, die ich immer höre – die werden mir auch seit Jahren nicht langweilig und es kommt sehr selten nur was Neues dazu. Der letzte, der dazu kam, war Makko, den höre ich viel zurzeit. Und sonst was ich viel höre, ist halt Metal Core, Deathcore, oder auch Hardcore. Sowas kann ich auf jeden Fall immer hören. Und was ich aber auch viel höre, ist einfach Mucke von Freunden: von Narses zum Beispiel.

    Ihr habt ja auch nen Track zusammen, oder?

    Drei! Also wir haben drei zusammen rausgebracht bis jetzt und aber noch drei in der Pipeline. Da wird noch mehr kommen. Wo war ich jetzt eigentlich? Was ich so gern höre? Also ich habe so meine zehn Go-To Künstler, die ich immer Pump und ein paar Freunde…. Was ich aber auch viel höre, sind meine unfertigen Demos, weil ich mich da halt konstant immer reindenke: „Okay, wie könnte ich weitermachen? Was könnte ich anders machen?“ Oder ich bin am Text schreiben. Also die packe ich mir aufs Handy, und wenn ich unterwegs bin, höre ich mal rein und vielleicht fällt mir was Geiles ein.

    Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

    Mehr Informationen


    Da fällt mir jetzt noch eine neue Frage ein. Wie oft würdest du schätzen, hört man so ein Demo selbst an, bevor es rauskommt? Also ich stelle mir das so vor, dass man das so 100.000-mal hört und eigentlich, wenn der Release ist, das schon nicht mehr hören will.

    Ist oft so, deswegen versuche ich die Mucke so schnell wie möglich zu releasen. Also ich hatte früher so dann den Entschluss das immer am Tag, wo es fertig wurde, direkt rauszuhauen. Geht aber auch mal nicht gut, weil manchmal findet man den Track dann ein paar Tage später schon scheiße. Aber das ist auf jeden Fall das Gesündeste. Nicht zu viel overthinken. Auch wenn man noch selbst mischt und macht und so, dann hörst du ja nicht nur auf das Künstlerische… sondern man achtet ja auch darauf ob der Kompressor geil ist, der Equalizer, hat es die richtige Lautstärke, ist es auf allen Geräten gut ausgeglichen. Also du hast mehrere Probleme gleichzeitig.

    Von daher: man hört es sehr oft. Es kommt aber wirklich darauf an, wie lang der Zeitraum zwischen Fertigstellung und Release ist. Ich versuche es kurz zu halten, aber meistens schaffe ich es nicht. Von meinem Album lagen teilweise Songs drei Jahre rum und die habe ich sicher ein paar hundert Mal angehört. Es gibt auch viele Sachen, die ich nicht mehr hören kann. Aber dann irgendwann so alle paar Monate hört man dann doch mal rüber und denkt, es ist eigentlich schon ganz geil geworden, was man da gemacht hat. Würde man jetzt vielleicht auch nicht mehr so machen. Es ist ja auch schön, dass man eine Entwicklung sieht und hört. Hoffe ich zumindest.


    Meine eingefallene Frage ist eigentlich auch eine gute Überleitung zu meiner nächsten Frage, die ich mir tatsächlich aufgeschrieben habe, nämlich zum neuen Release – ZAHNLÜCKE MUTTERMAL. Erzähl doch mal kurz einfach so, gibt es eine Botschaft, ein Gefühl, das du mit dem Song vermitteln möchtest oder worum geht es?
    Also mit dem Song, der soll overall einfach so ein Lebensgefühl oder einfach so einen Vibe generell transportieren. Und ich würde jetzt nicht sagen, dass es eine Message hat, wenn man das runterbrechen müsste, dann ist es so…

    Feel Good?

    Es ist nicht unbedingt Feel Good – sondern eigentlich Feel Bad, aber wie man mit Feel Bad umgeht. In der ersten Strophe kommt ja zum Beispiel so „Vakuum in meiner Brust“ oder „Melancholie ist meine beste Freundin“ – dass man halt irgendwie viel Kopfweh hat, aber dass man weiter daran glaubt, dass man das alles irgendwie packt. Und dass man auch Sachen um sich rum hat, die einen stolz machen, die einen da durchpushen manchmal. Dass man die Sachen, die eigentlich nicht leicht sind, mit Leichtigkeit angeht oder zumindest versucht, sie nicht zu verlieren. Das wäre so die Message davon. Aber auch so der generelle Vibe.

    Manchmal verkrampf ich so beim Text schreiben. Hier konnte ich einfach nachts nicht einschlafen. Und dann sind mir einfach so ein paar Trashlines eingefallen, das wurde dann 8 Halbe von Cloutboi Juli & Pink Stan. Jedenfalls in der Writing-Session nachts um drei im Bett am Handy, ich habe einfach alles aufgeschrieben, was mir so eingefallen ist. Es ging echt überraschend schnell, es ist einfach so raus gesprudelt, einfach nicht zu viel nachgedacht. Und das ist vielleicht auch so der Vibe von dem Song. Nicht zu viel nachdenken und einfach mal die Leichtigkeit rauslassen.

    Also doch irgendwie Feelgood?

    Ein bisschen, ja.

    Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Spotify. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

    Weitere Informationen


    Wie ist denn der Entstehungsprozess von neuer Musik bei dir? Du hast das ja schon so ein bisschen angeteasert.
    Ist aber auch immer unterschiedlich. Meistens spiele ich Gitarre, komme auf irgendwas was mir gefällt, nehme es auf, bastle Drums dazu, dann habe ich so ein Basic Loop und versuche das einfach schon mal grob zu arrangen, dass ich eine leichte Struktur habe: wo die Drums mal weg sind, dann etwas chorusmäßiges, wo es ein bisschen voller ist. Und dann exportiere ich mir das raus und schaue, ob ich was drauf schreiben kann. Oder manchmal habe ich eben wie bei ZAHNLÜCKE MUTTERMAL unabhängig vom Instrumental schon einen Text und versuche, ob der da drauf passt. Manchmal passt es nicht.

    Manchmal hat man einen geilen Text und ein geiles Instrumental, aber zusammen klingt‘s scheiße. Das passiert auch oft. Und oft ist es so, wenn man was Neues startet, dann ist diese Inspiration oder Begeisterung, die man für das neue Instrumental hat, so beflügelnd, dass es dann auch beim Text schreiben wieder läuft. Meistens entsteht tatsächlich alles an einem Tag. Aber oft dauert es auch ein Jahr, bis was fertig wird. Manchmal dauert es sehr lang, dann ist es oft verkrampft. Die guten Songs, auch die von mir, die so ein bisschen bekannter sind, das sind eigentlich fast alles Songs, die in einem Tag geschrieben wurden, also inklusive Instrumental und Text und Basic Mixen.


    Das kenne ich auch so von Freunden. Da gab es auch so eine Story, dass die im Studio waren und irgendeiner ist dann kurz duschen gegangen und hat im Spaß gemeint „okay, ihr schreibt jetzt in der Zeit einen Song“. Und dann kam er wieder und dann stand halt so das komplette Gerüst einfach schon und das ist auch jetzt einer von den bekanntesten Songs von denen.
    Auf jeden Fall. Ich habe auch in einem Interview mit Post Malone gehört, dass er einfach 60 Prozent von seiner Musik auf dem Klo geschrieben hat.


    Das stellt die Frage, wie viel Zeit er dort verbringt.
    Ja, erstens das, aber wie schnell schreibt er seine Songs? …. Vielleicht hat er auch Verdauungsprobleme.

    Was stehen denn bei dir so für Releases als nächstes an? Kannst du schon was verraten?
    So das nächste worauf ich richtig stolz bin, ist mit Narses zusammen, das ist „Mische“. Das wird wahrscheinlich als nächstes kommen. Und dann habe ich noch einen mit ihm, und selbst habe ich gerade so drei, vier neue Songs zu 80-90% fertig rumliegen. Aber da warte ich wahrscheinlich auf Winter. Ich glaube bei Cloutboi Juli & Pink Stan kommt auch noch was Neues. Alles, was noch so Sommer Vibe hat, und dann im Winter wird es wieder sad.

    Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Spotify. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

    Weitere Informationen

    Und wie sieht’s aus mit Live-Auftritten?
    Mit LEVIN gibt’s zwei: am 9.9. Im Feierwerk in München und am 28.10. im Ampere mit Wait of the World – das sind gute Freunde von mir, die ein Album veröffentlichen, und bei dem Gig ist auch Bloomer mit dabei.

    Ah stimmt, die touren ja zusammen!

    Genau, und in München bei der Tour-Eröffnung bin ich Opener.

    Cool! Dann komm ich auf jeden Fall vorbei.

    Da freu ich mich auch drauf, weil Ben, der Sänger von Wait of the World, ist der Bruder von Jordan, meinem Gitarristen. Ich kenne die schon seit 2014 oder so. Es wird auf jeden Fall ein Freundeskreis-Abend, auf den ich mich sehr freue. Mit Cloutboi Juli & Pink Stan haben wir noch eine eigene Release Show im Oktober geplant, im Bahnwärter Thiel. Da kommt eventuell bald was raus. Es wird krass!


    Bin gespannt! Dann habe ich noch eine bisschen deepere Frage. Wenn du dem Konni, der gerade erst mit Musik machen angefangen hat, was mitgeben könntest, was wäre es dann?
    Ich glaube, mein erster Impuls wäre sehr langweilig und kurz: „Mach einfach.“ Ich bin eigentlich ganz happy damit wie es läuft. Weil ich glaube, die Frage zielt ja so ein bisschen darauf ab, ob ich irgendwas anders gemacht hätte, wenn ich es beeinflussen könnte.

    Ich bin ganz happy mit dem Weg, den ich so gegangen bin. Weil ich auf dem Weg sehr viele unterschiedliche Hintergründe mitbekommen habe. Von Schlagzeug dann über Zufall zur Gitarre gekommen, über noch größeren Zufall zu Hip Hop und so. Und ich würde einfach sagen, „trust the process!“.


    Und in jedem Untoldency Interview haben wir am Schluss noch eine untold story. Also irgendwas, das du noch nie in einem Interview erzählt hast, das du jetzt gerne teilen möchtest. Das kann eine witzige Story sein, random Fun Fact oder sonst irgendwas, das du einfach den Leuten mitgeben möchtest.

    Ich musste neulich für meine Sozialverwaltungsrecht-Prüfung lernen, und hab am Abend vor der Prüfung aus Prokrastinationsgründen mir selbst Merchandise von Nelly Furtado auf Shirtinator gebastelt, weil es kein offizielles Merch mehr von ihr gibt. Hab ihr Logo runtergeladen, es freigestellt, dann noch das Cover von All Good Things runtergeladen, jetzt ist vorne das Logo und hinten das Cover. Ich bin jetzt ein Unikat in diesem Tshirt!

    Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Spotify. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

    Weitere Informationen

    Alle Fotos von Juliane Haerendel, München.

  • Jules‘ annual review: Monotonous or fulfilling? How I spent a hole year listening to just one artist

    Jules‘ annual review: Monotonous or fulfilling? How I spent a hole year listening to just one artist

    The fact that I’m joining our great editorial team this year to write down my first annual review when I’ve listened to exactly one (1) artist on repeat sounds absolutely silly at first. But I’m using this opportunity to finally inform the internet HOW GOOD I think his music is. You’ll find out which artist I’m talking about in a moment. Grab some gingerbread and/or a cup of coffee (both replaceable with anything you like) and immerse yourself in my musical year 2023.

    Jules-Jahresrueckblick-Jule-Jahresrueckblick-2023-Hazlett-Spotify-Wrapped-untoldency-Musicmagazine-Blog-Indie

    Anyone who knows me just a little bit or follows me on social media already knows what’s following and will probably now take an annoyed breath when I tell you that my entire annual review will be about Hazlett. Not because I didn’t want to dedicate an article to him anyway but just because no one had accompanied my musical year 2023 as extensively as he did. According to my Spotify Wrapped I listened to his music for 114,227 minutes, which means 79,3 days in a row. Well. What does that say about me? I have no idea. Maybe I’ve finally gone mad in 2023. But do I think I’ve found someone who does the perfect soundtrack for my heart? Definitely.


    A little journey through time

    But let’s rewind to summer 2022, the Acoustics Concerts are in full swing and I’ll be there as often as I can. On 12/07/2022 my friend Anoki is playing, of course I won’t miss it. On stage with him: Masha The Rich Man and… Hazlett. If I had known back then what this evening would entail, I wouldn’t have believed myself. There’s this Australian living in Stockholm in dungarees with his guitar on stage in front of the Spree and the 23rd city tour ferry while the sun slowly sets. I didn’t know him or his music but as always I was more than open to new artists. His set sounds folky, I love his voice straight away, he tells funny anecdotes between the songs and fills the stage to capacity even on his own. But he still seems a little awkward, in the most pleasant way. And then he plays his unreleased song Everybody Hates Me – which hits me like a bolt of lightning and which I haven’t been able to get it out of my head since. Looking back I think that this moment was the first time I really fell in love with music.


    The beginning of a (well-intentioned) obsession

    Until „Everybody Hates Me“ is released a month later I browse through his previous discography. And I don’t listen to just one song that I don’t think is incredibly beautiful? You probably know this: There’s your favorite band and you adore everything they do but there’s this one song that doesn’t quite grab you. That’s totally fine, no problem. But that’s absolutely not what happened here. Every single song sounds PERFECT to me and spoiler: One album and one EP later that still hasn’t changed. In September 2022 I saw Hazlett live again in Berlin when he played the Indiean Summer Tour 2022 at Privatclub, with a small band line-up this time. He personally touches me even more when he plays acoustic with his guitar but this set also fires up my nascent obsession.

    The debut album Bloom Mountain was released in January 2023. Days before l aready knew that it would be at the top of my lists of the year. Since then I’ve been taking a running jump into anything with „Hazlett“ on it. I know every damn interview I could find online, I’ve watched every video on his YouTube channel at least a million times. I bought a vinyl of his 2020 released EP Thundering Hopes in a average looking online shop for an unreasonable price. The fact Hazlett told me afterwards that he thought it was actually sold out didn’t really increase my hope of not being fooled. But not to draw an unnecessary bow here: It took forever to arrive but it’s now in the front row of my vinyl collection. I didn’t fall for a fake shop in 2023, check!

    Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

    Mehr Informationen

    No distance is too far for me but some are just too expensive

    Whenever I’ve noticed Hazlett playing live in my area I was there. I’ve to admit that it was unfortunately only one more time, on 12/09/2023 in Berlin’s Privatclub when he played support for Wild Rivers (afterwards I spent an above-average amount of time thinking about why he’s almost always playing in Privatclub and whether he thinks that we only have this one location in Berlin?) I injured my foot really badly a few days before this concert and could hardly walk – but thanks to crutches that made it possible for me to sing the life out of my lungs along to every single song (and humming along to every chord) in the front row. At the end of the evening I bought a „Bloom Mountain“ vinyl from him and had a really nice chat about train journeys in Denmark and other interesting topics. Sounds incredibly random but was wonderfully normal. In the absence of other Berlin concerts I won’t deny that I was on the verge of travelling to Stockholm for one of his shows. I couldn’t afford it, but the will was absolutely there!


    How to: Becoming a fangirl again at age 31

    If you ask me what it is that makes me, now 31 years old, become the 16-year-old fangirl again (less screaming) I once was, I can’t give you a comprehensible answer. Because, I have to admit, I actually don’t really like the kind of music Hazlett makes – without getting into genre thinking. But when Spotify asks me to FINALLY listen to „similar artists“ because of my delusional listening behavior I invariably don’t like it that much. So what is it about his music that captivates me? I really don’t know. But over the years I’ve realized that I feel music even more when I „get to know“ the artists behind it. And I think that’s a big point here too. Hazlett is one of the most likeable artists I „know“. Very grateful, very approachable. He involves his community in almost every process, if they want to be involved. He speaks in „we“ when he releases new songs, referring to his fans who are obviously just as much a part of this project as his producer is. This feeling of community does a lot to me. A few days before the album-release he did a prelistening session on Zoom so his fans could talk directly and unfiltered about what came to their mind after listening to the full album. This is just wholesome to me.

    Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

    Mehr Informationen

    The words in my head aren’t mine

    No matter whether I was sad, angry, frustrated or happy, motivated and beaming with joy in this year, Hazletts music has always accompanied me. I don’t know how many times I sang along fervently or listened to his songs to fall asleep. It just never got boring, even after the 20th time of listening to a song you still discover new subtleties. And if you ask me, I’m also recommending one of the best word acrobats to you:


    I wear my heart on my sleeve /
    I’m sick and tired of trying to change clothes for you

    („Part Time Lovers“)
    „I wanted to be / A little bit more
     Someone you see, who you adore /
    But happy sleeping on your floor“
     („Even If It’s Lonely“)
    It’s heaven sent / Then left on read“
    („Slow Running“)


    I could go on like this forever. It’s these lines that I have in my head 24/7 and that constantly change their meaning for me. A few days ago my best friend said to me: „I’m sure you’ve put more thought into the songs than he has“. It would be totally weird and snooty to agree with that – but somehow I can’t really deny it either. I’ve thought about his music for an inordinate amount. Apart from the fact that I naturally listened to a lot of other songs for untoldency, I rarely had the desire to listen to other music in my private life. Because I was able to keep myself so busy with Hazletts and inhaled everything I could get – and that was a lot this year, his output was insane. The weekend the album came out he just wrote another one. By the time you read this it’ll be one more day until his new EP „Goodbye To The Valley Low“ will be released. You can imagine who is already excitedly charging their headphones here.


    I would do it again!

    Overall, 2023 was a strange to difficult year for me, both mentally and physically. But the fact that I found someone who unintentionally had the right tone and the right words for every situation made a lot of things easier. I don’t know if any of you can relate to this but I hope you all find artists or albums that give you what Hazlett gives me. I am eternally grateful for this day in summer 2022 where it all began. I don’t know if I would have survived 2023 so well if I hadn’t had this musical branch to keep me afloat. That sounds pathetic but I don’t know how I could put it any more aptly. All I want to say is: Thank you, Haz!

    Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

    Mehr Informationen

    Hard to believe, but…

    … of course I don’t want to deprive you of the few artists I’ve been listening to in between. At the top of this short list definitely is Paula Carolina, I really liked her EP Heiß/Kalt. I also think LINs Gradient is incredibly strong. My top artists 2023 also includes well-known favorites from previous years such as SALÒ, Anoki, Paula Hartmann or Jacob Leo. My favorite new discoveries includes Serpentin, MODULAR and Fiese Luise. But also classics by R.E.M., Lana Del Rey and Drangsal made it into my ears (at least briefly). And a very recent addition: MIKA released his new album Que ta tête fleurisse toujours last friday, I’m really loving it right now even though I don’t understand a single word. But do you always have to understand everything? Probably not.

    More than 1,600 letters later I’m coming to an end. I’m really glad you’ve made it this far. I don’t know if I could’ve done it myself. Actually we’re now adding a playlist created especially for this reviews so you can also listen to our musical year. But let’s be honest, that would really be pointless here. So I’ll just add the playlist that accompanied me in 2023 – with exactly all of Hazletts songs available on Spotify. I’d be delighted if you take a listen. And if his music gets you just a little bit please slide in my DMs so we can talk about it!

    But the really last paragraph is dedicated to my great untoldency team – I know how difficult this year has been for all of us. And yet every single one of you has given everything possible for this magazine. I am eternally grateful and I hope you know that. Lots of love! 💚

    Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Spotify. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

    Weitere Informationen
  • Brenda Blitz im Interview: „Es fällt mir schwer, mich nach Strukturen von anderen zu richten“

    Brenda Blitz im Interview: „Es fällt mir schwer, mich nach Strukturen von anderen zu richten“

    Brenda Blitz veröffentliche im Juli ihre neue EP „Schock Herzbrand“. Sie ist schrill, mutig, aufregend und nimmt kein Blatt vor den Mund. So wie Brenda eben auch. Auf 6 Tracks zeigt Brenda Blitz, wer sie ist und dass es Gründe gibt, wieso man ihr zuhören sollte. Nach Supportshows für Querbeat, Ok Kid und Das Moped bewies sie, was sie live drauf hat und wie mitreisend ihr Auftreten funktioniert. Außerdem ist Brenda diesen Monat für den popNRW-Preis nominiert.

    Schock Herzbrand macht, ebenso wie ihr Debüt-Vorgänger, vor allem Spaß und lädt zum tanzen ein. Wobei dennoch sowohl textlich, als auch produktionstechnisch, eine deutliche Weiterentwicklung zu erkennen ist. Wir sind gespannt, was Brenda noch für uns in Zukunft bereit hält, denn an Energie und Motivation mangelt es ihr offensichtlich auf keinen Fall.

    Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Spotify. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

    Weitere Informationen

    Brenda Blitz im Interview

    Dascha: Hi, schön, dass das geklappt hat. Magst du dich mal vorstellen, für alle, die dich noch nicht kennen?

    Brenda Blitz: Voll gerne. Ich bin Brenda Blitz. Aber eigentlich sag ich, auch auf der Bühne, lieber „Wir sind Brenda Blitz“, weil mein ganzes Team dazugehört. Also ja, ich bin Brenda und mache Wave-Pop.

    Dascha: Und wie würdest du deine Musik in drei Adjektiven beschreiben?

    Brenda Blitz: Auf jeden Fall knallig. Und, das ist zwar kein Adjektiv, aber: immer mit doppeltem Boden. Das find ich total wichtig. Der Sound ist ja meistens so treibend und happy, aber Themen nicht immer so. Also vor allem bei den neuen Songs sind Text und Melodie meistens konträr zu einander. Und als drittes experimentierfreudig.

    Dascha: Deine neue EP „Schock Herzbrand“ ist ja im Juli erschienen. Was war währenddessen die größte Herausforderung für dich und was die größte Freude?

    Brenda Blitz: Als ich die EP angefangen habe, habe ich noch nicht so unglaublich lange Musik gemacht und für mich war die größte Herausforderung, sie so klingen zu lassen, als würde ich schon ganz lange Musik machen. Ich wollte viele Einflüsse einbringen, mich an vielen verschiedenen Stilelementen bedienen, ich wollte einfach alles, was ich bin da reinpacken. Ich wollte einen Wiedererkennungswert erschaffen und mich von meiner vorherigen EP abheben. Im Endeffekt hab ich dann einfach gemacht. Die größten Herausforderungen kamen immer in den Zwischenschritten. Das Studio, wo ich aufgenommen hab, ist auf dem Land, dann musste ich Tausend Mal hin und her fahren. Die ganzen Fertigstellungsprozesse, die durchgemachten Nächte, die ganzen Leute, die wir bezahlen mussten, die Förderungen an den Start zu bekommen… Das hat so eine große Infrastruktur eine EP auf die Beine zu stellen. Also die Herausforderung lag darin, dass ich das alles so gut, groß und professionell wie möglich machen wollte. Ich glaube die Kapazität dieses Projekts war ein bisschen größer als ich. Ich dachte zwischendrin, dass ich das nicht packe, aber habe es doch durchgezogen. Es waren harte 1 ½ Jahre. Die größte Freude war, als alles fertig war und ich gemerkt hab, dass wir alles richtig gemacht haben. Ich musste anfangen zu weinen, als ich die fertige EP dann gehört habe, das war krass. Auch Nick, mit dem ich das produziert habe, hatte Tränen in den Augen und ich dachte okay, das ist ein gutes Zeichen, dass man was spürt. Ich glaube, das war die Antwort auf alles: Wenn ich nicht geweint hätte, hätte ich was falsch gemacht.

    Dascha: Voll schön! Du hast die Worte „Schock Herzbrand“ schon 2019 in deiner Single Durchsichtig erwähnt. Wieso wurde das nun der Titel deiner EP?

    Brenda Blitz: Ich hab einfach Wortschöpfungen oder neu definierte Begriffe, die ich gerne mag. Und den Ausdruck „Schock Herzbrand“ gibt es quasi ja noch gar nicht. Ich fand es war eine schöne Antwort darauf, dass ich aus der ersten EP etwas mitgenommen hab. Außerdem passt es einfach so gut zu dem Gefühl der Platte, dieses Verliebtsein, dass das Herz weh tut. Ich hab diese grätschigen Gitarren da drin, die manchmal viel zu hoch sind und fast weh tun. Einfach so reizüberflutend wie das Leben halt. Das war also nicht geplant, ich habe einfach überlegt und gemerkt, dass der Begriff mega gut passt.

    Dascha: Finde diese Wortschöpfung ruft einem mitten ins Gesicht. Von dem Song Energievampir bin ich großer Fan. Was raubt dir die Energie und was gibt dir Energie?

    Brenda Blitz: Menschen, jeder Art, die mir nicht gut tun, rauben mir die Energie. In dem Song geht’s ja auch nicht um eine klassische Beziehung, sondern um eine Art von Freundschaft. Außerdem Ungerechtigkeit. Dazu gehören auch Strukturen in der Musikbranche. Da gibt’s richtige Energiezieher, wo man sich so ungerecht behandelt fühlt. Dinge, die mir Energie geben, sind aber gute Freundschaften. Und Sport und Ernährung, damit kann ich meine Stimmung um 180 Grad umdrehen, wenn’s mir schlecht geht. Wenn ich einen neuen Track gemacht habe, gibt mir das auch richtig viel Energie. Ich würde sagen im Endeffekt ist es wirklich sehr entscheidend, was für Menschen man um sich rumhat, ob man Energie bekommt oder sie entzogen wird.

    Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

    Mehr Informationen

    Dascha: Du hast außerdem einen Song auf der EP mit dem Titel 17. darin besingst du das Lebensgefühl aus der Perspektive eines Teenies. Was würdest der 17 jährigen Brenda heute raten?

    Brenda Blitz: Ich würde ihr raten, weniger Drogen zu nehmen. (lacht) Ich würde das heute nie machen. Meinem 17 jährigen Ich würde ich sagen „Ey, hör auf zu ballern und fang mal an Musik zu machen“. Ich würde ihr auch raten keine Energie an irgendwelche daher gelaufenen Typen zu verschwenden. Wenn ich die Zeit, die ich in Männer investiert habe, in Gitarren investiert hätte, wär ich heute Jimi Hendrix. (lacht) Aber im Endeffekt ist ja alles gut, ich bin jetzt hier, wo ich bin. Ist ja auch wichtig, dass man solche Phasen hatte, in denen man sich um nichts Gedanken gemacht hat, außer darum, wie das nächste Wochenende aussieht. Ich würde mir im Nachhinein aber raten nicht erst mit Anfang 20 richtig mit der Musik anzufangen. Einfach gesagt „Mach früher das, was dich weiter bringt“.

    Dascha: Und wie kamst du dann dazu Musik zu machen?

    Brenda Blitz: Eigentlich wollte ich das schon seit ich klein bin, habe mich aber für viele unterschiedliche kreative Dinge interessiert. Ich hab auch mal im Theater gearbeitet, manchmal beim Film, ich konnte immer vielen kreativen Spaten etwas abgewinnen. Dann hab ich aber gemerkt, dass die Musik mich von allen am meisten angezogen hat. 2019 habe ich mir gesagt „du machst das jetzt richtig“ und habe es dann angefangen durchzuziehen. Ich war auf einem Festival und dachte „Du willst da oben doch auch stehen“. Außerdem tu ich es mir mit Anstellungsverhältnissen sehr schwer. Ich hatte schon 28 verschiedene Jobs gehabt. Das liegt auch daran, dass ich mit Autoritäten so schwer klar komme. Auch in der Schule schon. Es fällt mir schwer, mich nach Strukturen von anderen zu richten. Das ist an Musik als Job auch so cool, dass man da so frei ist. Das ist jetzt drei Jahre her, seit ich gesagt hab ich ziehe das jetzt zu 100% durch. Und ich war damals wirklich bei 0. Ich kannte nicht eine Person, die Instrumente spielt und kein Studio, kannte gar keine Veranstalter*in oder so. Aber in mir war ein Feuer, das man nicht löschen konnte.

    Dascha: Und wenn du von dem Moment sprichst, in dem du wusstest, du willst das auch machen und auf einer Bühne stehen willst: Ist es jetzt so, wie du es dir in dem Moment vorgestellt hast?

    Brenda Blitz: Voll gute Frage. Manchmal, manchmal. Ich hatte natürlich vergessen, dass man nicht direkt bei einer ausverkauften Bühne startet wie zum Beispiel bei Nina Chuba. Künstler*innenwege können ja sehr unterschiedlich sein. Ich hätte mir damals nicht vorstellen können, dass es manchmal auch gar keinen Spaß machen wird. Der Sommer war auch ziemlich durchmischt, was die Liveshows anging. Wenn man sieht, dass Leute Spaß haben und sogar mitsingen, dann ist es so, wie ich es mir vorgestellt habe. Dass die Leute vor der Bühne einfach eine gute Zeit haben und es meine Aufgabe ist, ihr Freitagabend zu sein. Aber insgesamt ist es definitiv härter, als ich es mir vorgestellt habe. Ich liebe es wahnsinnig, aber es gibt viele anstrengende Momente. Die mich aber nicht 1cm davon wegtreiben würden.

    Dascha: Du meintest ja der Live-Sommer war durchmischt. Wieso hattest du das Gefühl?

    Brenda Blitz: Seit Anfang des Jahres hab ich eine Booking Agentur und ich habe gesagt, ich will dieses Jahr überall spielen, wo es möglich ist. Das Konzept: Wir nehmen alles mit. Aber dadurch hat sich rausgestellt, dass nicht unbedingt der richtige Weg ist. Ich denke da immer an das Altstadtfest in Trier. Das zählt zu den negativen Erlebnissen. Das war halt so ein dörfliches Stadtfest mit Bratwurst. Finde ich eigentlich mega cool, dass man sagt man bringt genau an solche Orte mal keine Coverband, sondern etwas ganz neues. Aber leider ist das nicht ganz so aufgegangen, weil das Publikum überhaupt nicht dafür da war. Da waren im Endeffekt nur noch drei Leute vor der Bühne, das war schon frustrierend. Und ich habe gemerkt, da gehör ich irgendwie nicht hin.

    Außerdem hab ich auch Konzerte gespielt wo kaum oder gar keine Gage da war. Die Range war sehr groß, von 0 bis 1200 € war diesen Sommer alles dabei. Man redet ja oft nicht offen über Gagen. Da frage ich mich manchmal schon, was andere Bands, die vielleicht nur white Dudes sind, bekommen. Ich mag es nicht, wenn man sich ungerecht behandelt fühlt. Wahrscheinlich habe ich dieses Jahr auch festgestellt, dass es bei Festivals keine Sache von „Wir haben kein Geld“, sondern viel mehr eine Sache der Umverteilung ist. Der Main-Act kriegt ja meistens 80 % des Gesamtbudgets und für die kleinen Bands bleibt kaum etwas übrig. Das ist unfair, aber eben ein strukturelles Problem. Niemand würde in seinem Job gerne 20 Cent pro Stunde verdienen. Das macht mich schon traurig, ich möchte nämlich immer alles geben und die beste Show abliefern. Ich nehme teilweise allein für den Hinweg 6-7 Stunden auf mich, schleppe mich tot, schlafe im Zug und bin total kaputt. Wenn ich mir dann zurück ein Ticket am Bahnhof kaufe, ist meine Gage dann manchmal schon weg. Ist nicht immer so, aber kam oft vor. Da hat man schon das Gefühl, dass man nicht wertgeschätzt wird. Es gab zum Glück auch sehr geile Konzerte und Festivals, wo alles gestimmt hat. Was war für dich das coolste Festival oder Konzert dieses Jahr?

    Dascha: Ja voll, da hast du Recht. Jetzt spontan würde ich sagen das Stadt Ohne Meer Festival, das ist jedes Jahr eines der schönsten Erlebnisse des Jahres für mich. Das ist auch in meiner Heimat, also ein richtiges Herzensding.

    Brenda Blitz: Das war auch mein absolutes Lieblingsfestival. Die Leute waren alle super sweet und fair, sowohl vor, als auch hinter der Bühne.

    Dascha: Du meintest ja bei den negativen Auftrittserfahrungen war das Publikum nicht passend. Ich denke, es gibt viele Menschen, die einfach nicht bereit sind, sich auf etwas außerhalb ihres gewohnten Kreises einzulassen. Was würdest du sagen, muss man wissen oder verstehen, um Brenda Blitz zu verstehen? Wie kann man sich besser darauf einlassen?

    Brenda Blitz: Ich glaube, es ist ein Gefühl. Entweder du fühlst es oder du fühlst es nicht. Man kann ja auch niemanden dazu zwinge, etwas zu mögen. Ich fühl Trap zum Beispiel überhaupt nicht. Hip-Hop ist ja oft politisch, das ist cool und gut zu wissen, aber trotzdem erreicht mich der Sound einfach nicht. Da kann ich mir solche Liveshows egal wie oft anschauen, ich fühl’s nicht. Ich glaube manchen geht es so mit Brenda Blitz, aber das ist auch voll okay. Andersrum merke ich auch, dass wenn jemand davon gecatched ist, er oder sie das dann gar nicht richtig erklären kann. Ein Brenda Blitz-Gefühl haben oder eben keins.

    Dascha: Passend dazu: Was für Komplimente hörst du am liebsten zu deiner Musik? Was freut dich am meisten?

    Brenda Blitz: Also ich freue mich generell immer über alles, was mir schönes gesagt wird. Das aller schönste was mir wahrscheinlich gesagt wurde war von ein einem sweeten Teeniepärchen. Die meinten, als sie zusammengekommen sind, haben sie immer zusammen Küss Mich gehört. Das ist so cool, Teil von einem Erlebnis zu sein. Das kennt ja jeder, wenn man verliebt ist und einen Song auf Dauerschleife hört. Man wird für immer diesen Song mit dieser Situation verbinden. Ansonsten ist es auch immer schön, wenn jemand sowas sagt wie „Ich hatte eine schlechte Woche, aber dein Auftritt hat mir grad viel gegeben“. Wenn man Leute ein bisschen aus ihrem Alltag rausfischen konnte. Dafür macht man es ja auch. Ich freu mich aber sehr über detailliertes Profi-Feedback und wenn Leute auf kleine Akzente achten.

    Dascha: Und was würdest du dir wünschen, was die neue EP in den Hörer*innen auslösen soll?

    Brenda Blitz: Ich würde gerne eine neue Ebene aufmachen. Also zeigen, dass noch mehr möglich ist und dass Dinge nicht immer so sind, wie man denkt. Dinge sind nicht so festgefahren, wie sie scheinen. Auch soundmäßig würde ich gerne Horizonte erweitern. Die EP ist schon poppig geworden, aber es ist trotzdem ein alternativer Sound. Ich find’s cool, wenn Leute dadurch vielleicht eine Form von Musik kennen lernen, die sie vorher nicht kannten. Ansonsten auch noch eine Art Selbstermächtigung durch die Texte. Und auch, dass man den Humor und die Fähigkeit über sich selbst zu lachen nicht verlieren darf. Natürlich hoffe ich auch, dass die Leute bei Nicks quietschenden Gitarrensolos genau so mitfiebern und eine gute Zeit damit haben.

    Dascha: Was können wir noch von dir erwarten? Was sind deine kommenden Ziele und Träume?

    Brenda Blitz: Also ich bin schon an den nächsten Tracks dran. Ich hab ganz viele politische Skizzen bei mir rumliegen, bei denen ich immer unsicher war, ob ich sie rausbringen soll, weil es so aneckende Themen sind. Eins meiner Ziele ist also politischer in der Musik zu werden. Ansonsten auch meine Liveshow. Ich möchte eine unglaubliche Show auf die Beine stellen. Dafür wünsche ich mir, dass die Gagen bald gut genug sind, damit ich alle Tänzer*innen auf der Bühne immer dabei haben kann, wie ich es mir vorstelle. Es soll richtig aufregend werden. Und auch, dass Brenda Blitz sich bei den Leuten festsetzt, dass mehr Leute das kennenlernen.

    Dascha: Dann bin ich gespannt darauf! Deine Musik geht ja auch in Richtung New Wave. Hörst du in deiner Freizeit viel solcher Musik?

    Brenda Blitz: Das war auf jeden Fall meine erste Inspiration. New Wave war die erste Musik, bei der ich wirklich was gespürt habe. Auch in der Schule sind damals alle auf ihre Charts-Partys gegangen, ich war aber immer eher nischig unterwegs. Also nicht nur New Wave, auch viel Talking Heads, The Cure, The Smiths, Joy Division, die ganzen Klassiker. Ich hab daraus total viel gezogen. Aber auch von den neuen Bands in der Richtung, Black Marble zum Beispiel. Mittlerweile hör ich sowas aber weniger und jetzt auch viele poppigere Sachen, nicht nur ganz dunkle Sachen. Dua Lipa und HAIM zum Beispiel. Ich find das so geil produziert, da achte ich viel drauf. Aber ich höre immer noch gar keine deutschsprachige Musik.

    Dascha: Echt? Das hätte ich nicht gedacht.

    Brenda Blitz: Das Moped, mit denen ich auf Tour war, die sind mal wieder eine coole deutschsprachige Band. Und Drangsal mag ich auch. Aber ansonsten wirklich gar nichts. Inzwischen bin ich aber viel offener geworden, was das angeht. Ich interessiere mich jetzt auch für Musik in den Charts, das hätte ich früher niemals gedacht. Es ist einfach spannend sich mit Popkultur zu beschäftigen.

    Dascha: Cool, wie sich das ändert. Deine Musik klingt ja auch eher uplifting als dunkel. Ich bedanke mich für deine Zeit und deine Antworten!

    Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

    Mehr Informationen
    Foto Credit: Frederike Wetzels
  • Die Welt geht unter mit Vincent Ancot, Till Otter und „Apokalypse Wow 2022“

    Die Welt geht unter mit Vincent Ancot, Till Otter und „Apokalypse Wow 2022“


    Der Gitarrist und Produzent Vincent Ancot fühlt sich von vielen Musikrichtungen beeinflusst. Der vielfältige Input lässt seine Musik über jegliche Eingrenzungen von Genres hinauswachsen. Dabei macht er sich das Unkonventionelle in seiner Arbeit zum Markenzeichen. Die Schwierigkeit Vincents Musik einzugrenzen, zeigt sich einmal mehr in „Apokalypse Wow 2022“, ein Song mit hoffnungslos überhöhter Kulisse.

    Die Welt geriet ins Wanken

    Fluten von tragischen, beunruhigenden Schlagzeilen sind in überfüllten Zeitungsblättern nicht mehr nur zu lesen. Mittlerweile fallen sie uns an, finden ihren Weg in unseren Alltag, bohren sich in unsere Gedanken. Global gesehen sind es gerade sehr schwierige Zeiten. Und es scheint in der nächsten Zeit nicht einmal geringfügig besser zu werden. Der kritische Zustand ist nicht mehr eben nur ein Szenario, sondern Realität.

    Aber von einer Apokalypse kann dennoch wohl kaum die Rede sein. Oder? Zugegeben wäre es hoffnungslos pessimistisch und maßlos übertrieben das Wort Apokalypse (gerade aus unserem Standpunkt heraus!) auch nur in den Mund zu nehmen. Stellen wir uns trotzdem vor, wir sind der dramatischste, überzogenste Pessimist, den die heutige Welt je gesehen hat. Wir stehen jeden Morgen auf, unbeeindruckt von neuen schlimmen Nachrichten und abgestumpft gegenüber Krieg und Gewalt. Nachts träumen wir von Dystopie und Verwüstung. Wer sonst sollte also eine düstere, chaotischere Alternative zur allgegenwärtigen Situation erschaffen als wir selbst? Und dann schreiben wir einen Song.

    Das brillante Ergebnis unseres ausgelassenen Hangs zum Drama klänge vermutlich wie „Apokalypse Wow 2022“. Geschrieben von Till Otter und produziert von Vincent Ancot, erzählt der Song nahezu filmisch von apokalyptischen Kulissen und Wiederauferstehung, einzig und allein um wieder zum unausweichlichen Ende der Welt zurückzukehren.

    Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Spotify. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

    Weitere Informationen


    Als Zahlen um Zahlen sanken

    Was uns nicht primär betrifft, hat dennoch Auswirkungen zweiten Grades auf unser alltägliches Sein. Es herrschen Lieferengpässe, Rohstoffe werden knapp und alles wird teurer. Vielen gelingt es nur knapp und kläglich und genügend Menschen gar nicht mehr, sich das Leben zu leisten. Für viele hat der allgegenwärtige Zustand also durchaus einen scheinapokalyptischen Charakter.

    Warum aber setzt Vincent Ancot letztlich einen bereits 2021 erschienenen Song neu auf und gibt ihm ein noch dramatisches, fast groteskes, neues Gewand? Ganz klare, einfache Antwort: Weil es passt. Es passt in die Zeit und Situation. Nicht unbedingt ist damit nur die Thematik gemeint. Vielmehr das cinematische Kleid und die Dramaturgie des Arrangements sind es, was es so perfekt abrundet. Endlich erlaubt es uns das sonst Dystopische in seiner überzogenen Darstellung ein wenig auf die Schippe zu nehmen. Und das fehlt uns doch zurzeit so sehr. Eine gewisse Leichtigkeit mit einer Prise Ironie.

    Und der Mond verblieb im Meer

    Geschrieben von Till Otter & produziert von Vincent Ancot, erzählt "Apokalypse Wow 2022" von apokalyptischen Kulissen & Wiederauferstehung.
    Produzent, Gitarrist und apokalyptischer Strippenzieher Vincent Ancot

    Noch einmal zurück zu unserer pessimistisch-überzogenen Selbstinszenierung vom Anfang. Stellt Euch vor, wir stehen eines letzten Tages irgendwo allein an einer Klippe mit einer freien Sicht bis zum Horizont. Das ersehnte Apokalypsen-Szenario ist direkt vor unseren Augen. Der Himmel brennt, überall sind Asche und Trümmer und aus dem Wasser wurde Teer. Uns wird klar, der Mond wird nicht mehr aufgehen. Wir schließen die Augen und setzen uns mit einem lässigen Lächeln unsere Kopfhörer auf. Um uns herum explodiert alles und wir hören DIESEN Song, DIESEN Soundtrack.

    In „Apokalypse Wow 2022“ hören wir Kometeneinschläge und Dramatik, Zerstörung und Verwüstung. Und inmitten von all dem die allmächtig wirkende Stimme von Till Otter, dem Schöpfer des Originals. Ich erinnere mich, als Vincent Ancot und ich Teil von Tills Band waren und den Song in einer wesentlich anderen Version gespielt haben. Zu hören, wie der Song sich unter einer präzisen Regie zu einem filmreifen Werk entwickelt hat, lässt mich persönlich in Nostalgie schwelgen.

    Am Ende zeigt er uns aber einmal mehr, dass wir manchmal selbst diejenigen sind, die sich unsere Welt zerstören. So lange wir nämlich darüber schreiben und lesen können, wie gut wir Musik finden und was sie mit uns macht, scheint es uns wesentlich besser zu gehen, als einem Großteil des Planeten.

    Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Spotify. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

    Weitere Informationen


    Fotocredit: Jacqueline Kannengießer

  • Hastings im Interview: »I knew one guy in Nashville, and I slept on his couch at 16«

    Hastings im Interview: »I knew one guy in Nashville, and I slept on his couch at 16«

    Aufgepasst an alle Pop-Mäuse, heute möchte ich (Sarah) euch einen garantierten Top-5 Artist von meinem Spotify Wrapped 2022 vorstellen. „I wish you would call me, call me an asshole“ – Hastings hat die perfekte Kombination aus süchtig machenden Melodien und genialen Lyrics einfach verstanden.

    Ich habe mich mit Sänger Matt letzte Woche auf Zoom getroffen, und mit ihm über die Musikszene in Nashville, die allererste Tour, und die neueste Single gesprochen: „Blame the Brakes“ – die am 30.9. released wurde. Wer also für zukünftige Hit-Singles am Start sein möchte, sollte sich hier auf jeden Fall mal einlesen, und dann sofort weiter zu Spotify wandern.

    Sarah: First off, thank you so much for taking the time! How are you today?

    Hastings: I’m great! I’m sorry, I’m in my car right now. The connection might be a little bit rough at moments, but we’re rolling with the punches.

    Sarah: I can hear you alright, so it should work! Fingers crossed!Would you like to introduce yourself to our readers who don’t know you yet?

    Hastings: Sure! I go by Hastings. My first name is Matt, my last name is Hastings. I’m a pop artist from Nashville, Tennessee.

    Sarah: Nashville has a pretty big music scene, I’ve heard. What is it like?

    Hastings: A very big music scene. And it’s grown, especially over the last five years. I think it’s most known for its country music, to be honest. Whenever I tell somebody I’m from Nashville and I say I do music, everybody automatically assumes I do country music. But there’s always been a little pop scene. There’s always been a little rock scene. Especially over the last five years, I feel like the pop scene has just grown bigger and bigger. And I think it’s getting to the point where it’s just as competitive – I say competitive, or compelling, either one – as LA or anywhere else like that.

    https://www.youtube.com/watch?v=VaWQ2iwqPLw

    Musikalische Einflüsse in jungen Jahren

    Sarah: Did you grow up in Nashville? I feel like that growing up in a city like that, I would probably want to start making music myself.

    Hastings: I didn’t grow up in Nashville, actually. I was raised in the church, so my dad was – is a pastor still, he was a pastor my whole life. So I grew up moving around and moving to different churches and everything. I was born in Florida, and I was always kind of surrounded by music, my dad was a huge influence on me. And still is, but he kind of surrounded me with music from as early as I can remember. And yeah, I was born in Florida. When I was three, I moved to Michigan, which was a huge jump…

    Sarah: I can imagine!

    Hastings: Especially weather wise. And then I’ve been around the Tennessee area since I was like six. So I lived in Chattanooga, and I lived in this really small town. I don’t know if you’ve heard of the festival, Bonnaroo? It’s a huge festival.

    Sarah: Yeah, and I’ve been to Chattanooga, actually!

    Hastings: Oh you’ve been? The aquarium is cool. That’s all I’ll say. I think there’s not a lot of things in Chattanooga. And there’s especially not much in where I spent most of my growing up days in Manchester, Tennessee, which is where Bonnaroo is. It’s a super small town. Nothing happens there except Bonnaroo once a year.

    I grew up homeschooled which gave me a lot of time to do music. I would wake up and do my school in like an hour. And then I would just like sit and play music all day. And of course growing up in the church, I played music in the church every week. But yeah, I moved, my parents were gracious enough to let me leave the small town and go to Nashville.

    I knew one guy in Nashville, one producer and I slept on his couch at 16. My dad gave me his car. He was like „Go to Nashville, do your thing.“ – he could tell I was getting kind of antsy. So he let me go, he gave me his car and I drove to Nashville, and I never turned around once, except for when I had to go back and get my GED because I told my parents I’d do school on my laptop. They were like, please, if you do something, just finish high school. And I did. But yeah, I’ve been in Nashville since I was 16. I’m 22 now. And Nashville is definitely home.

    Sarah: Earlier this year you were on tour with The Band CAMINO and flor. That was your first tour ever, right?

    Hastings: Yes, it was!

    Sarah: Funnily enough, you were part of one of my favourite memories from that tour, I was with flor. And I remember selling merch alongside Preston in Santa Ana, and we were just like, jamming out to Blank Me.

    Hastings: That’s so cool! Preston is the sweetest guy. And I feel like we met then?

    Sarah: Yeah we did! I remember you saying hi to me. And I didn’t fully register that until I was around the corner. And I was like, that probably seemed so rude…

    Hastings: No, no, not at all. Yeah, that was my first tour. I think about it every day, every time I talk to somebody about it. I always just say it was such a learning experience. In the first 10 shows, I was really trying to figure out how I wanted to be, you know, perceived on stage. And I’ve never really done that before.

    A lot of people go and brush off the cobwebs, but I didn’t have any cobwebs. Like I was just trying to figure out how to perform. And I was a nervous wreck the whole time to be honest with you, but it got a little bit easier. The second half, it all just comes with reps at the end of the day. You know, I was just trying to figure it out.

    But I love The Band CAMINO, those are some of my really good friends here in Nashville. And I was very grateful and just incredibly excited when they asked me to go on tour. And from that tour, I’ve made great relationships with the flor guys and honestly, like I couldn’t have asked for a better first tour.

    (notices I’m wearing a flor shirt) Nice! I have that same shirt.

    Sarah: You probably also have the same tattoo? (on that tour in Seattle bands & crew all got tour tattoos backstage)

    Hastings: No way! Wait. Hold on, I gotta show you mine! (shows me his tattoo)

    Sarah: Yay!! We’re matching!

    Hastings: That’s so cool. Yeah, I couldn’t have asked for a better first tour, everybody was incredibly kind and gracious and everybody who we were touring with were just … veterans. We had no idea what we were doing. We were like very, very fresh to all of it. So it was a great experience. It really was.

    Sarah: Honestly, I think you were one of the best openers I’ve seen in a while. Sometimes it feels like artists that are opening have a little bit of a problem to capture the audience’s attention. Or sometimes it feels like the room is just too big for them. But it didn’t feel like that with you at all!

    Hastings: That means a lot. I feel like there were moments where I was just trying to figure out what to do. But I’m very glad it came across like that. So thank you for saying that.

    Sarah: Do you have a favourite memory from a show that you’ve played?

    Hastings: Probably the last show of that tour. It was Philly, and it was way more of a celebration than a show, with maybe a little too many tequila shots. We were just having a great time on stage, we played six songs every night, a 30 minute set. And in between every song, one of the members of flor or The Band CAMINO would bring out shots for me and my band. So by the end of the set, we took like six shots in the span of 25 minutes. And it was fun. So that was probably my favourite memory for sure… what I can remember of it.

    Sarah: (laughs) … Also what I think is great about a music, is that there’s a song for every mood. Like Take Mine for whenever I run back to the person who treated me like shit, but I still can’t stay away. Asking for a Friend when I’m done with feelings and just over it. I’m guessing your songs are biographical? Do you naturally gravitate towards writing songs about love?

    Hastings: That’s always my initial instinct. The few songs that are out definitely are all about love. I have songs that aren’t, that aren’t out, but that’s what I find I write the most about at the end of the day. And those are my best songs just because of what I’ve been through, and even some of my songs are what my friends have been through. I kind of just pull from pull from every aspect of a relationship.

    Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Spotify. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

    Weitere Informationen

    Sarah: You also released a new song last week, Blame the Brakes. First of all love the cover! The vibes, like the colours?? Do you want to tell me a little bit more about the song?

    Hastings: Yeah, Blame the Brakes was one of the first songs I wrote with my producer Mike Robertson, and I wrote it with these two fantastic writers who also wrote majority of my first EP with me. And we wrote it I guess two years ago, we hadn’t written a lot before. And by the end of the day, it was one of those where we walked out, and we were like, okay, we we’re really excited about this! We should keep writing more, and kind of ride that wave. But yeah, I’ve been waiting to put the song out for for two years and it feels very good.

    I think the song kind of screams commitment issues and you know, running away from something before you ruin it in the first place. And then you realise that you ruined it because you ran away, and I think everybody can kind of feel that. I’m just very excited to have the song out. I’m obviously very excited to put any song out but this one just feels really special.

    Sarah: Also earlier this month you were featured on „Killing Me“ by NOTD. And I saw that you even went to Sweden this summer. How did that collab come about? And did you work on more music while you were there?

    Hastings: Yeah, so, I’ve been a fan of NOTD since I was like, 16, since I started loving pop music. It’s all on my TikTok, but I sent them an email when I was 16, and it was the most innocent email ever. I was just like, I love your music, I would love to take my sound to the next level, I love what you guys do. And everybody who is trying to get into the industry has to send those emails, and like, get your foot in the door. So it was very cute, the way I worded a lot of things, but I’ve been such a fan of them.

    And we crossed paths, we wrote a song in Nashville. That was the first song that we wrote together. And we wrote it in the room completely. I love those guys so much. They’re just so so sweet, and incredibly talented. I didn’t know this until after the song was out – but they told me that this was one of the only songs that they have ever put out, that they have written in the room. And it just felt special for everybody, you know. So I love those guys. And I appreciate them like, you know, taking a taking a chance for me.

    Sweden as a whole – I was only there for two or three days, which my body was not ready for at all because of the time change. And I was trying to adjust, but the adrenaline was high. But the two days were incredible. Stockholm was the most beautiful place I’ve ever been to. The people are beautiful. Everybody is just kind.

    Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

    Mehr Informationen

    Sarah: Do you have any plans for coming back to Europe, … maybe even play a couple shows?

    Hastings: Well, yeah, I mean, I would love to come back to Europe, like as soon as possible. I don’t think I have any plans at the moment. But I’m hoping something will come up in the near future!

    Sarah: So, what’s the rest of your year going to look like? Any exciting things ahead?

    Hastings: Right now, I have a lot of music just sitting that is almost done. But there’s songs that I know I want to release. I’m in a place right now where I would love to just pump out music as quick as possible. I’ve just been sitting on some of these songs for so long, and I want them out in the world. So Blame the Brakes is out now. And hopefully in the next month I’ll put out another one! And just keep the ball rolling. So yeah, can’t wait!

    Sarah: Great! Then we have reached the last question. And with our music magazine being called Untoldency, our last question is always asking for an untold story. Something that you’ve never shared in an interview before, but want to share now. It can be anything, like a random fun fact, an anecdote. Your life motto if you have one, or just something that you want to share with our readers.

    Hastings: I love that. I think I like the life motto my dad always told me growing up, and my siblings. I think it’s a pretty universal saying, but it has helped me through a lot. And he always said that you’re doing better than you think you are. And like any aspect of life, you know, don’t overthink it. I’m a classic over thinker. It’s not that deep. Sometimes it is that deep. But yeah, you’re doing better than you think you are. So I hope that can be some encouragement to to somebody.

    Sarah: Thank you! I feel like that’s a good ending to our interview!

    Hastings: Well, thank you for having me on.

    Sarah: Of course! Thank you for taking the time.

    Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Spotify. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

    Weitere Informationen

    Fotos: Chase Denton

  • The Kooks im Interview: „We wanted to create something where you could hear the anatomy of the songs“

    The Kooks im Interview: „We wanted to create something where you could hear the anatomy of the songs“

    Blickt man retrospektiv auf die großen Indiebands der Nullerjahre, wird einem schnell etwas auffallen. Ein bedeutend großer Teil ist nämlich von der Bildfläche verschwunden. Die wenigsten erleben Jahre bzw. Jahrzehnte nach ihrem Durchbruch immer noch neue Karrierehöhepunkte. Eine Band, die (glücklicherweise) nicht zu diesen verschollenen Bands zählt, sind eindeutig The Kooks

    Kennengelernt und gegründet haben sich The Kooks in den frühen Nullerjahren in Brighton, UK. Mit ihrem damals lang ersehnten Debütalbum Inside In/Inside Out, können sie sich einen ersten Namen in der Branche machen. Auch mit ihrem zweiten Album Konk, benannt nach dem Studio in welchem es aufgenommen wurde, gingen The Kooks 2008 durch die Decke. 
    Ohrwürmer wie Naive, oder She Moves In Her Own Way sind wohl allen Fans des guten Gitarren Pops bekannt. Auch 10 Jahre später, 2018, schaffen sie es mit ihrem Album Lets Go Sunshine erneut in die europäischen Charts.

    Und nein, das war natürlich nicht alles. Über den Werdegang der Kooks könnte man noch mindestens 3 Seiten schreiben, dass erspare ich uns jetzt aber. Viel wichtiger ist nämlich: Ein weiteres Album erwartet unsUnd das schon diesen Freitag. Es trägt den schönen Namen 10 Tracks to Echo in the Dark und ist laut Hugh Harris “more indie than ever”.

    Interview

    Lara: Hey! Im glad this worked out. How are you, shortly before the big albumrelease?

    Hugh: Yeah, I’m doing good. Thank you. It is right before the album release, isn’t it? It’s a big step for us making it to this album as a band. Not many bands get the privilege to last to the seventh record. But, it’s getting on a bit. And I’m immensely excited and appreciative of the fact that we’re still going. I mean, it’s just great. We’re still playing music, you know, 15-20 years on? Like, what? That’s crazy. 

    Lara: As you said, your band have been a part of the music business for almost 20 years. How have the releases changed over time?  Are you still nervous after all this time?

    Hugh: A good question. It’s totally different. It’s not a case of nervous or not nervous, it’s a case of back in the day. I’d say with our first album, you know, you’ve got nothing to lose. So there’s no nerves, it’s just whatever, who cares, just throw it out there, give it a go and see what happens. There’s no nerves, there’s no pressure. And the same with the second, because you’re just kind of fresh and young and excited and impressionable. And the nerves don’t really come into it. But you want to be received well.

    And now, at this stage, we have a really great, amazing, wonderful fan base all over Europe. And that’s really important for us, so we have more experience with releasing records. So there’s a certain nervousness when it comes to inspiring our fans and creating something that they like. But that’s also part of our journey. And also, I mean, at this stage, if we had fallen from grace, if we had just blown up, for whatever reason, it would have been a great time, you know, it would have been a fucking great time. I mean, if the band died on this record, what we’re supposed to recover from, but in a way that also calms the nerves. So it’s a complex answer to a simple question. I’m sorry.

    Berlin, Bauhaus & Bautiful World

    Lara: 10 tracks to echo in the dark is produced by Tobias Kuhn. How did you guys met each other?

    Hugh: It was first a writing session with Luke and Tobias in Berlin. Then we, the band, joined in once. A few songs were kind of structurally born already. I remember the first time I worked with him. First of all, I got along really well with him. He’s a great producer to work with, he’s very receptive, he can see where you’re going with the idea, and he also shows you other doors. And that’s the sign of a really special producer, who can’t stop your progress with the idea you have in the studio, but also reminds you of the other ways.  

    Instagram

    And I remember after the first day of working with him in the studio, I was riding the bus. I don’t know why, I never ride the bus. But I got on the bus. And I thought in my head that this was a very special session. And I was also thinking that no one has ever called me Rainbow Fox before. So I was flattered and confused and puzzled. But he seemed to have a similar melodic mind to me and a similar attention to detail. He’s very detailed, and there are no frills.

    Lara: Your song „Beautiful World“ features the band Milky Chance. How come you decide to do a song together?

    Hugh: We have the same producer. I think we wanted to work with a contemporary band that we kind of related to and that was part of our group, and it was also a departure from the nineties when bands were pitted against each other and despised each other. It’s nice to work with a band that you respect and that’s in the same league. And that felt kind of fresh, it felt like a new thing. And also, they’re just great. They’re just nice people. They’re just great, great guys. And brilliant musicians, great songwriters. Yeah, why not?

    Say cheese!

    Lara: How do you wanted to sound like on the new album?

    Hugh: There were a few conversations about the sound. The main references were to keep things very simple and strong. We didn’t want to add too much, not too many layers, just strong melodies. And we talked a lot about 80s guitar pop music, which we’re all obsessed with. The Cure came up, Talking Heads. Van Halen at one point, so the reference points were kind of cheesy, but the fun kind of cheese, not the bad kind of stinky cheese. 

    We wanted to create something that was very strong. When I say strong, I mean what I mean. It’s very deconstructed and ergonomic, architecturally. Like a Bauhaus thing where you can see the inner workings of the song, the anatomy of the song. You can hear the synthesizer, you can hear the guitar, you can hear the beat, you can even hear the vocals, you can just see four elements, four or five elements that are really strong together. That’s really important, I think.

    Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

    Mehr Informationen

    Lara: I have to admit that I am a really big fan of the very first sound of the album. It’s just a drum, but with such a beautiful sound that it triggers something positive in my head. I really don’t know exactly why, but it’s just great.

    Hugh: I know exactly what you mean. That’s the nature of this rich kind of electronic sound. 

    So beautiful, so pleasing to the ear. And a lot of that is because of Craig Silvey, the mixer. He really gave the record a sonic identity. He really brought everything out. I don’t know what he has in his studio, but it’s damn good stuff. It’s creamy, analog, punchy, all kinds of stuff. I’m not an engineer. But yeah, he changed the direction of the whole record, sonically, because we wanted to go the indie route, but then we decided on kind of, I guess, like the identity of the record.

    I think industrial is a good word to describe the sound. There’s something industrial about it. And that’s what I mean, I think that’s the influence of Berlin, like Bauhaus, coming through. Just very, very natural. 

    Lara: In the press text for the album it says that you have left your old demons behind. And I think you can hear that in the album as well. But can you say how you left them or how they left you? What has changed?

    Hugh: Yes, I think a lot has changed in the band since we started. We work in a very different way. I think with the invention of the laptop. We used to sit in a room together and try 25 different arrangements for one song. And that could take all day. And then you have to decide, we have to try to vote on it. And then that takes another day. And then you change your mind and go back. And then you hear it in the studio and you think, oh, we should have done it differently.

    But now you can just do it all on the computer. And I don’t know if we’ll ever – I’m sure purists will – but I don’t think we’ll ever record like that again. I mean, I’d love to, but I think that’s what we’ve given up on. I don’t think we’ve given up our stride or our ethos as an indie band. I think we’re more indie now than ever. Very independent, very self-sufficient. And we’re not mainstream, but we’re sort of on the cusp of it. We’re not alternative. But as I said, we’re kind of through and through. And that’s actually always been the case. But what’s different. Is there anything that we’ve thrown away?

    I think it’s just evolved away from the difficult, tedious kind of recording that we used to do. But hey, people used to say that was negative. Maybe it’s better to record that way. Maybe we had more success that way. Maybe we should do it again. Maybe that’s why the first album was our best record. And we missed a trick. Fuck.

    Lara: So the big project, the album, is done now. Are you glad that it’s done, or do you want to jump right into the next project? What are your plans for the near future?

    Hugh: Oh, that’s right. I’m going to get a lot of plans. I guess the plan with The Kooks is to talk the album, learn how to play as a first step, and tour with it.

    Then I’m going to write some kind of musical theater piece. That’s going well and I just tackled as many things as I could. I think we’re at a stage now where it’s totally doable to have all kinds of projects. It’s nice to be busy for the brain as well.
    But yeah, for The Kooks, it’s about promoting hard, strong promotional tools and and just hoping that people receive the record. 

    Lara: Do you will have shows in Germany?

    Hugh: Yeah, we’re coming to Germany in February next year. We’ve got a European tour. I think everywhere like Frankfurt, Berlin, Hamburg. Everywhere. You should come!

    Lara: Oh yes, probably! At the end of each interview we asked the artists for an untold story, something they’ve never told in an interview before. It can be something funny, an anecdote, for example, something that happened during the making of the album, or just anything that’s on your mind that you want to share with the world.

    Hugh: This is something like a therapy session. Actually, the mind is very empty. Most of the time it needs some stimulation from a word or a conversation. But I can tell you something about the process of making the album, if that’s okay. Because that’s still fresh in my mind. 

    So there’s one song that didn’t make it onto our record. And it’s a beautiful song. I really love it. But nobody else liked it. So it didn’t make the record. And I especially loved it because it basically has the most awkward solo in the world. And it made me tap my fingers on my guitar. But the reason I started finger tapping is because it was recorded the day Van Halen died. And so it’s kind of a tribute to him. And I really hope we get that song out on a bonus CD or something, because it means a lot to me. It’s not really an anecdote. It’s just a piece of information.

    10 Tracks to Echo in the Dark wird am 22.07.2022 unter dem Label Lonely Cat veröffentlicht.

    Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Spotify. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

    Weitere Informationen

    Fotos: Paul Johnson

  • Eyeclimber im Interview: »Wenn ich mich alleine fühle, dann fängt mich Musik auf«

    Eyeclimber im Interview: »Wenn ich mich alleine fühle, dann fängt mich Musik auf«

    Anfang August hat Eyeclimber seine erste EP namens Petrichor veröffentlicht. Auf fünf Songs verhandelt er Themen wie Selbstliebe, Reflexion und das Leben im Hier und Jetzt in einem super dreamy Sound. Aber nicht nur der Sound der EP lässt Platz für Träumereien, sondern auch der nostalgische Touch der dazugehörigen Musikvideos bringt einen ganz besonderen Vibe mit sich. Darüber hinaus hat uns Dominik im Interview noch weitere Details über seinen Aufnahmeprozess und seine Liebe zu analogen Geräten verraten. Aber lest selbst:

    Franzi: Hey Dominik! Zuallererst: Happy belated Release! Wie geht’s dir, jetzt wo deine EP vor ein paar Wochen das Licht der Welt erblickt hat? Wie sind die Reaktionen bis jetzt?

    Eyeclimber: Vielen lieben Dank! Ich bin super happy, sie endlich draußen zu haben. Die Songs sind im Laufe der Pandemie entstanden in einer Zeit,  als ich mit sehr vielen Fragen und Selbstreflektion zu kämpfen hatte. Umso schöner fühlt es sich an, dass die Songs jetzt auch verstanden, geliebt und gefeiert werden.

    Franzi: Hast du einen Favoriten auf deiner EP?

    Eyeclimber: Ich persönlich habe keinen Favoriten, nein. Die Songs bedeuten mir alle die Welt und es wäre genauso, wie als Familienvater ein Lieblingskind zu nennen.

    Franzi: Deine Songs klingen alle sehr dreamy (was ich persönlich liebe) und so, als könnte man sich einfach in Träumereien fallen lassen. Würdest du dich selbst auch als Tagträumer bezeichnen oder woher kommt dieser Einfluss?

    Eyeclimber: Definitiv! Ich liebe es, mich in Musik zu verlieren und die Gedanken baumeln zu lassen. Wenn ich mich alleine fühle, dann fängt mich Musik auf. Sie gibt mir das Gefühl, verstanden zu sein und für jede Situation gibt es den richtigen Song. Genau das möchte ich auch mit meiner Musik bieten. Ich versuche die Songs so offen zu halten, dass jeder Hörer noch Raum zur Interpretation auf sein Leben hat. 

    Franzi: Bei dir ist der Produktionsprozess etwas anders, als man das gewohnt ist. Du legst viel Wert auf den Klang von analogen Geräten. Magst du uns verraten, was du daran so besonders findest und wie der Produktionsprozess bei dir ungefähr aussieht?

    Eyeclimber: Absolut. Ich finde, dass moderne Musikproduktionen oft so feinpoliert und sauber klingen, dass es unnatürlich wirkt. Wenn man sich z.B. Spuren von Queen anhört, dann sind da Atmer, Huster, und massenweise Rauschen, was heute jeder rausschneiden würde. Ich finde, dass genau das einem Song Charakter gibt. Ich will gar nicht zu technisch werden, aber ich arbeite viel mit einer Tonbandmaschine aus den 1970er Jahren, um dem Klang meiner Musik eine nostalgische Wärme zu verleihen. Ebenso versuche ich möglichst auf echte Verstärker, Drums und analoge Synths zu setzen. Einerseits, weil ich es liebe, das Zeug zu sammeln, aber auch weil es einfach eine Wärme erzeugt, die dir digitale Plugins oder Emulationen nicht bieten können.

    Franzi: Zu der analogen Aufnahmetechnik passt auch wunderbar dieser nostalgische Vibe, den man z.B. beim Video zu Acid Wash durch diese alte Camcorder Ästhetik bekommt. Gehen für dich Musik und Artworks/Musikvideos als Gesamtkonzept zusammen, oder siehst du das nur als Ergänzung?

    Eyeclimber: Es steckt definitiv ein Gesamtkonzept dahinter. Wie man vielleicht schon merkt, neige ich zu Nostalgie und ich denke, das ist auch meine Sprache in der bildlichen Welt. Das Video zu Acid Wash ist eine Mischung alter Filmaufnahmen von der Kindheit meines Vaters in den 60ern sowie meiner eigenen in den 90ern/2000ern. Es bedeutet mir viel, da es zeigt, was für eine glückliche Kindheit ich hatte und wie dankbar ich für meine Familie bin und wo ich herkomme.

    Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

    Mehr Informationen

    Franzi: In deinem Song All Inside You gibt es die Zeile „don’t wait for the stars, just shine your own light“, die ich übrigens echt schön finde. Ist Selbstliebe auch ein Thema, das dich im letzten Jahr und in der Entstehungsphase der EP beschäftigt hat?

    Eyeclimber: 100%! Genau darum geht es in All Inside You, und gewissermaßen auf der ganzen EP.

    Ich denke jeder von uns hat Luft nach oben, was Selbstliebe angeht. Ich neige dazu, mich oft darin zu verlieren, andere glücklich zu machen, und merke dann, dass ich mich selbst im Stich gelassen habe. Durch die Pandemie und das viele Alleinsein habe ich gelernt, alleine glücklich zu sein und nicht auf die Liebe und Anwesenheit Anderer zu setzen.

    Franzi: Deine EP hat den Titel Petrichor. Das ist auch der Begriff für den Geruch von Regen auf trockener Erde (was ich bis jetzt noch nicht wusste :D). Darüber hinaus steht es aber auch als Metapher für Veränderungen im eigenen Leben. Magst du uns erzählen, wie du das genau meinst?  

    Eyeclimber: Ich habe diesen Duft der Natur schon immer geliebt. Menschen sehen Veränderungen meist als unangenehm an und versuchen sie zu vermeiden. Genau wie den Regen. Ich finde aber, wenn man ihnen eine Chance gibt und lernt aus der Komfortzone auszutreten, kann man genau das lieben lernen. Genau wie diesen wunderschönen Duft eines Sommerregens. Auf der EP habe ich sehr viel Veränderung in meinem Leben verarbeitet, vor allem in meinem Denken, und daher erschien mir der Titel passend.

    Franzi: Außerdem wird gemunkelt, dass du bereits an deinem ersten Album arbeitest, das nächstes Jahr erscheinen soll. Kannst du uns darüber schon etwas Kleines verraten?

    Eyeclimber: Genau, ich stecke mitten in den Aufnahmen zu meinem ersten Album und hoffe es Anfang nächsten Jahres mit einem passenden Label zu veröffentlichen. Das sind definitv die stärksten und besondersten Songs, die ich je geschrieben habe und ich kann es nicht erwarten, sie euch zu zeigen.

    Franzi: Ich finde es auch immer total spannend, was Künstler:innen selbst an Musik hören. Hast du eine Band, eine Künstlerin oder Künstler oder einen bestimmten Song, den du im Moment in Dauerschleife hörst?

    Eyeclimber: Ich höre gerade einen Künstler namens Kainalu rauf und runter. In seiner Musik kann man sich echt verlieren, ich würde den Song Kamikaze Mushroom Palace empfehlen. Außerdem das neue Album von Benny Sings für einen entspannten Sonntag Morgen mit gutem Kaffee.

    Franzi: Als letzte Frage kommt bei uns immer ein Platzhalter für eine bzw. deine untold story. Hast du eine Geschichte oder Anekdote, die du noch nie in einem Interview geteilt, aber diese jetzt erzählen möchtest?

    Eyeclimber: Ich habe nichts, außer: Liebt euch Leute. Nehmt euch Zeit für euch, seid gut zu euch und offen für unangenehme Wahrheiten. Nur wenn ihr euch selbst liebt und kennt könnt ihr jemals wen anders wirklich lieben. Ted Talk over, haha. Thanks for listening.

    Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Spotify. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

    Weitere Informationen

    Also für alle meine dreamy people out there: klare Hörempfehlung! 🥰