Kategorie: news

  • MOA mit Debütalbum „an/aus“: Ein Hurra für die Welt der Popmusik

    MOA mit Debütalbum „an/aus“: Ein Hurra für die Welt der Popmusik

    Es ist endlich da: MOA’s Debütalbum „an/aus“. In 8 Songs entführt er uns in eine zusammenhängende Geschichte vom ersten Höhenflug zu einer tiefen Verbindung, der ersten Resignation, dem Richten des Krönchens und des Neubeginns. Lest jetzt die ausführliche Review von Jule, in der auch MOA selbst zu Wort kommt und einige spannende Hintergrund-Facts verrät.

    Hinter MOA steckt Lucas Mohr aus Kassel, der schon seit fast 10 Jahren als Musiker durch die Lande zieht. Die einzelnen Songs des Albums hat er in einer ungewöhnlichen Herangehensweise, nämlich in einem 6-wöchigen Rhythmus als Singles veröffentlicht und sich damit bereits eine beachtliche Fanbase aufgebaut. Nun kann das Gesamtwerk bestaunt werden, zu dem mir MOA vorweg Folgendes gesagt hat:

    MOA: Man sagt ja, dass man sich für das erste Album lange Zeit nehmen soll. Daher sind da auch Songs drauf, deren Ideen teilweise schon 4-5 Jahre alt sind. Ich habe aus vielen Songs die Besten gepickt und lange ausgearbeitet. Es ist jetzt nicht so, dass ich mich 2 Monate hingesetzt und gesagt habe „Ich schreibe jetzt mein erstes Album“. Es ist vielmehr ein Prozess aus einer sehr langen Zeit.

    Mit diesem Vorwort steigen wir jetzt mal detaillierter in die Songs ein:

    „du weißt es“

    Das Album beginnt mit dem Song „du weißt es“ und einem catchigen Beat aus Drums und Gitarren. MOA besingt eindringlich das Gefühl des Kennenlernens und des kompromisslosen Begehrens. Die Strophen klingen euphorisch. Der Pre-Chorus nimmt sich dann zurück, um im Refrain energiegeladen nach vorne zu gehen. Die Lyrics bringen die Story des Songs, das Verliebtsein, absolut auf den Punkt. Auch die immer mal wieder kurz herausstechenden Gitarrenriffs finde ich toll. Gelungener Einstieg, ich will mehr hören.

    „teil von mir“

    Der nächste Song beginnt auf jeden Fall ruhiger, nämlich lediglich mit einem Gitarrenriff und MOA’s Stimme. Das Riff im Intro erinnert mich übrigens voll an das von Dean Lewis‘ Song „Waves“. In „teil von mir“ hat sich das anfängliche Liebenlernen von „du weißt es“ zu einer tieferen Verbindung entwickelt. Es klingt nach Hand in Hand am Strand Richtung Sonnenuntergang spazieren, sich anlächeln und den Moment genießen.

    Ich hab erst gar nicht gemerkt,
    dass ich nicht mehr alleine bin
    Du bist ein Teil von mir

    Der Song baut sich langsam auf, bis der Beat wie ein Herzschlag klingt. Das ist süß, ohne kitschig zu sein. Man hört hier stimmlich absolut raus, dass MOA Gefühle beschreibt, die er selbst gespürt haben muss. 1A Liebeslied auf jeden Fall.

    „an/aus“

    „an/aus“ ist obviously der titelgebende Song des Albums, der auch direkt gut scheppert. Melodiegebend sind hier Becken und Bass, im Refrain gesellt sich dann noch irgendwas Rasselndes und eine Gitarre dazu. Eben diese Gitarre ist für mich das absolute Highlight des Songs. Überraschend ist die Bridge, in der MOA plötzlich rappt. Das Hochgefühl von „teil von mir“ ist auf jeden Fall gedämpft, das Herzchen hat Risse bekommen. Man kann „an/aus“ aber auch durchaus als gesellschaftskritisch sehen. Viele haben verlernt, sich (fest) zu binden. Es wird geliked und blockiert als Zeichen von Zuneigung und Abneigung – geht eben schneller als eine Auseinandersetzung.

    MOA: Der Rap-Part in „an/aus“ stammt eigentlich aus einem anderen Song. Als ich „an/aus“ dann geschrieben habe, passte dieser Part richtig gut rein. Er beschreibt dieses Hin und Her einer On-Off-Beziehung einfach ziemlich gut. Der Song thematisiert aber eben auch irgendwie die „Generation beziehungsunfähig“.

    „worte“

    Der nächste Song ist „worte“. Schon mit der ersten Zeile wird klar, dass von „an/aus“ nur noch „aus“ geblieben ist. Resigniert lässt MOA das Vergangene Revue passieren und zweifelt die Echtheit der Gefühle an. Schön ist hier die stimmliche Umsetzung des Schmerzes, den eine Trennung eben so mit sich bringt. „worte“ ist trotz seines Themas aber keine Ballade, vielmehr der stärkste, abwechslungsreichste und der instrumental „aggressivste“ auf dem Album.

    Du hast gesagt du willst nur mich
    Bis der letzte Tag anbricht
    Alles verloren, ich habe dich verloren

    „trümmer“

    „trümmer“, den 5. Song des Albums, habe ich bereits ausführlich auseinandergenommen, die Review dazu findet ihr hier.

    „neue wege“

    Nachdem MOA in „trümmer“ die Ärmel hochgekrempelt und mit dem Scherbenhaufen einen Pfad Richtung Zukunft gebaut hat, geht er nun eben „neue wege“. Klingt der Songtitel eigentlich nach „Kopf hoch“, sagen die Lyrics doch eher „davonrennen“. Das spiegelt auch das Instrumental des Songs wieder, das mal energisch und dann wieder entspannter klingt – wie wenn man sich mit dem Fahrrad auf der Buckelpiste bergauf abrackert, um sich beim Weg nach unten der Schwerkraft zu bedienen.

    MOA: Thematisch geht es um Freundschaft. Klassische Selbstfindungsphase: Anfang 20, was will man, wo will man hin? Er passte aber trotzdem einfach gut auf das Album. Ursprünglich habe ich ihn nach dem Abi geschrieben. Plötzlich gehen die Wege der Freunde auseinander und es steht einem alles offen. Schwierig ist aber eben auch, dass noch in vielen Köpfen steckt, dass es nur einen Weg gibt und man sich entscheiden muss. Obwohl wir eigentlich ganz viele unterschiedliche Sachen machen können.

    „nina“

    Der vorletzte Song heißt „nina“ und beginnt schön softrockig. Eine klare E-Gitarre und starke Drums, die abermals den leiseren Strophen Platz machen. Also wenn’s hier thematisch nicht um eine kurze Affäre geht, fress‘ ich einen Besen. Egal was kommt, wir sind hier und jetzt genau richtig. Alles an diesem Song ist irgendwie sexy – die Gitarren verrucht und die Stimme flirty. Schade, dass wir gleich durch sind. Btw, erinnert ihr euch an meinen Vergleich mit Dean Lewis‘ Song „Waves“, im Refrain heißt es: „It comes and goes in waves“. In „nina“ wiederum singt MOA eine Zeile die da lautet: „Es kommt in Wellen“. Just sayin, Detektiv Jule entgeht nix, höhö.

    Ich will mehr, mehr von dir
    Deiner Energie, die mich nach oben zieht
    Du bist mein Dopamin, Koffein, Endorphin
    Du bist mein Adrenalin

    MOA: Der Song ist aus einem Vibe entstanden, aus einer kurzen intensiven Zeit. Ich thematisiere hier tatsächlich nur einen Moment. Herbert Grönemeyer singt in einem Song „Lieb mich wenig, dafür lieb mich lang“ – ich habe daraus „Lieb mich kurz, aber dafür viel“ gemacht, also ein umgedrehtes Songzitat versteckt. Und eigentlich geht es genau darum. Einfach den Moment leben und genießen und sich nicht die Gedanken machen, die man sich in den Songs davor gemacht hat.

    „höher“

    Kommen wir also zum Ende des Albums, „höher“. Herausstechend ist hier erstmal das Klavier, dass immer mal wieder aufploppt. Der letzte ist auch gleichzeitig der erste Song, der richtig melancholisch klingt. Textlich auf jeden Fall das Highlight des Albums. Wobei ich ihn mir fast etwas ruhiger gewünscht hätte, nachdem eigentlich alle Songs eher in Richtung Uptempo gingen. Während die vorangegangenen Songs aber abgeschlossene Storys erzählen, endet „höher“ mit einem open end. Irgendwie auch eine schöne Metapher dafür, schon jetzt gespannt auf das zu sein, was MOA in den nächsten Jahren noch von sich hören lässt. Denn seine Geschichte ist auch noch nicht zu Ende erzählt.

    MOA: Dieser Song ist einer der persönlichsten und schwierigsten Songs für mich. Ich hatte einen Bekannten, der an einem Burn-Out litt und dann auch verstorben ist. Er war ein Mensch, der nie zur Ruhe gekommen ist und immer noch mehr machen musste. Er hat sich da richtig verrannt, darüber habe ich viel nachgedacht und habe da auch einige Parallelen zu meinem Leben entdeckt. „höher“ ist auch ein kleiner Reminder an mich, dass ich mir auch mal Pausen gönnen muss.

    Das Fazit zu „an/aus“

    „an/aus“ ist für mich ein richtig gutes Pop-Album, das dem Klischee trotzt. Es lebt von den Gegensätzen der Lyrics zu den Instrumenten. Wobei ich denke, dass ihm eine Klavier-Ballade oder so echt gutgetan hätte. Trotzdem hat es mich ab dem ersten Hören voll abgeholt. MOA hat es mir im März das erste Mal gezeigt und seitdem habe ich nicht aufgehört, es zu hören – ein gutes Zeichen, oder? Mit am auffälligsten war für mich die klare Aussprache im Gesang. Hier ist ein „nicht“ noch ein „nicht“ und kein genuscheltes „nich“. Das stört mich bei vielen anderen deutschen Songs oft ein bisschen. Die Platte ist mega gut ausproduziert, wobei ich an manchen Stellen das Augenmerk noch mehr auf die wirklich schönen Melodien der Gitarren, Synthies oder des Klaviers gelegt hätte. Aber das ist mein persönlicher Geschmack und „Jammern“ auf hohem Niveau.

    Wie auch schon in dem Artikel zum Song „trümmer“ möchte ich nochmal dem Gesamtkonzept „MOA“ meine Liebe beichten. Hier wird einfach bis ins kleinste Detail alles bedacht. Die Single-Cover (die ihr übrigens als kleine Drucke bekommt, wenn ihr ein Bundle kauft, gibt’s auf shop.moamusik.de), die sich als zerrissene Schnipsel auf dem Album-Cover wiederfinden. Die handschriftlichen Details, die euch immer wieder begegnen. Die Songtitel, die alle klein geschrieben sind, der Künstlername dafür aber komplett in Großbuchstaben. Da steckt in der allerkleinsten Ecke das allergrößte Maß an Liebe und Konzept drin. Das hat mich von Anfang an wirklich tief beeindruckt und berührt.

    Falls ihr noch nicht in „an/aus“ reingehört habt, dann könnt ihr das nachfolgend tun. Untoldency – hier wird Service noch großgeschrieben.

    Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Spotify. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

    Weitere Informationen
  • Trille schickt uns liebevoll ins All mit „Multiple Universen“

    Trille schickt uns liebevoll ins All mit „Multiple Universen“

    Trille entführt uns mit seiner neuen Single „Multiple Universen“ in eine neue Galaxie – voll von Liebe, aber frei von Raum und Zeit. Jule hat ganz genau hingehört und verrät euch, warum der Song einschlägt wie ein Meteorit.


    Fleißige -Leser:innen kennen Trille, den neongelben Vocoder-König, natürlich schon. Jetzt dürften aber doch nochmal ein paar mehr Fans dazugekommen sein, nachdem Fynn Kliemann auf Instagram seine vorherige Single „Phase“ gesampelt hat (könnt ihr euch in den Story-Highlights auf Trille’s Insta anschauen). Jetzt hat Trille mit dem ebenso schönen „Multiple Universen“ nachgelegt.

    Der Song beginnt mit einem Beat, der einfach gute Laune macht. Und schon in der ersten Strophe höre ich das, was ich bei Trille-Songs immer feier: Der Typ ist ein toller Texter. Er reimt, ohne dass es dieses Haus-Maus-Laus-Flair bekommt und das auch mit Worten, die wir nicht unbedingt täglich nutzen.


    „High aber ich komme klar
    Im Nebel der Andromeda
    Du Alpha und ich Omega
    Ich Tatort und du Kommissar


    Und passend zu den Rhymes rappt Trille auch auf eine Art, die ich ziemlich nice finde (hab’s sonst nicht sooo mit Rap). Soundmäßig hat er mir mit „Multiple Universen“ (und auch schon mit seinen anderen Songs) eine große Tür in Richtung Beats geöffnet, die ich bis vorher nicht so gefeiert habe. AutoTune und Trap-Beats, die durch Gitarren, Keys und Bass trotzdem irgendwie Indie, aber eben auch Rap sind. Ich kenne absolut gar nichts Vergleichbares. Da ist wirklich für jeden was dabei.

    Wie in vielen Songs von Trille geht es auch in dem Song um die Liebe. Irgendwo zwischen Freudentaumel und Durcheinander, aber am Ende ist völlig klar: Ob nun Mars oder Venus, Neptun oder Uranus – es zählt nur das „Wir“ und wir halten uns auch an den Händen, wenn physikalische Gesetze nicht mehr gelten.


    Und endlich ohne Pflichten, unendliche Geschichte
    So viele multiple Universen – und überall finde ich dich
    Verlieren uns in den Sternen,
    doch komm immer wieder zu dir zurück


    Trille schafft es auch mit „Multiple Universen“, dass sein Sound und seine Songs zwar unverkennbar sind, aber nie gleich klingen. Es ist immer ein neues Element dabei oder der Fokus anders gesetzt. Als er mir den Song das erste Mal gezeigt hat, habe ich ihn mir mit meinem lowen Kinderhumor aber erstmal selbst ein bisschen versaut: Ein paar Tage habe ich von „multiplen Orgasmen“ gesungen. Aber Entwarung, bin von dem Trip wieder runter und kann den Song wieder in seiner eigentlichen Pracht genießen.

    Und wenn ihr mir eine Freude machen wollt, dann hört euch doch „Multiple Universen“ (oder auch Orgasmen) mal an. Denn Trille ist ein ganz lieber Typ, der jeden einzelnen Stream verdient hat. Cheers.

    Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

    Mehr Informationen
  • Drens im Interview: „Wir haben eine „Halt den Kopf oben“-Attitüde, auch wenn’s mal nicht läuft“

    Drens im Interview: „Wir haben eine „Halt den Kopf oben“-Attitüde, auch wenn’s mal nicht läuft“

    Drens haben letzten Monat ihre EP Pet Peeves rausgehauen. Ihre Musik betiteln die Dortmunder als „Surfpunk“. Zu Recht, trifft man sie doch meist in ihren quietschroten Drenspants an, ready for the beach. Jule hat mit Drens (leider nicht am Strand, aber nächstes Mal!) über good vibes/bad vibes, Lieblingstracks und Halloumi gequatscht. Und was es da zu erzählen gab, lest ihr jetzt.

    Drens im Interview

    Jule: Erstmal vielen Dank, dass ihr euch Zeit für uns genommen habt. Am 15.05. ist eure EP mit dem schönen Namen Pet Peeves erschienen. Was ist denn euer persönliches Pet Peeve?

    Drens: Hi! Gerne, danke für deine Fragen. Ich glaube, der größte Nenner den wir haben ist, sich selbst im Weg zu stehen. Verursacht durch Selbstzweifel oder der Angst vor dem Versagen. Es ist auf jeden Fall gesund zu versuchen, sich da etwas lockerer zu machen und mit sich selbst Frieden zu schließen. Es ist schon ok, dass der eigene Weg zum Beispiel nicht so geradeaus läuft wie bei anderen.

    Jule: Eure EP wurde von niemand geringerem als Steffen Israel von Kraftklub produziert. Wie kam es denn zu dieser Zusammenarbeit?

    Drens: Wir haben auf ein paar Festivals gespielt auf denen Kraftklub ebenfalls waren. So haben wir Steffen und die Gang kennengelernt. Es hat sich dann rausgestellt, dass wir uns für die gleichen Bands begeistern. Als es dann darum ging aufzunehmen, haben wir Steffen einfach gefragt, ob er Bock hat mit uns zu arbeiten. Zum Glück hatte er das, denn es hat echt super gepasst. Er hat einfach komplett verstanden, wo wir mit Pet Peeves hin wollten.

    Jule: Euer Sound klingt ja erstmal nach guter Laune und mit ’nem Bier am See feiern. Textlich geht’s jedoch eigentlich genau um das Gegenteil. Ist es euch wichtig, auch beschissene Tage und Feelings zu feiern und zu versuchen, das Bestmögliche bzw. vielleicht sogar was Gutes daraus zu machen?

    Drens: Ja, das trifft es schon ganz gut. Bei uns allen gibt’s da schon so eine „Halt den Kopf oben“-Attitüde, auch wenn es mal nicht läuft und alles etwas düsterer um dich herum ist. Wir vier sind an sich schon sehr lebensbejahend, das merkt man auch der Musik an. Textlich wird dann der Mist verarbeitet. Uns gefällt der Kontrast auch: Wie oft hat man Tage an denen sich schlechte Laune schnell in gute verwandeln kann, oder andersrum. Hell und dunkel liegt nah bei einander, daher finden wir es ganz cool zu sagen, dass es nicht immer nur traurig oder glücklich gibt.

    The good life – oder doch nicht?
    Drens-Pet-Peeves-Interview-Album-Online-Blog-Blogger-Instagram-Indie-Musik-untold-untoldency

    Jule: Apropos beschissene Tage, davon gab es ja jüngst echt ein paar. Wie habt ihr denn die letzten Wochen und Monate in Isolation verbracht? 

    Drens: Am Anfang war schon echt viel Frust da. Auch wir mussten viele Konzerte absagen, auf die wir uns ewig gefreut hatten. Wir hätten zum Beispiel zusammen mit Itchy gespielt oder auch unsere Release-Tour im Mai. Dass das auf einmal wegfiel war schwierig, aber irgendwann hat der Gedanke auch getröstet, dass es allen so geht und man mit dem Gefühl nicht alleine ist. Wir konnten dann auf jeden Fall auch mal richtig rekapitulieren, was wir alles in den letzten zwei Jahren erleben durften. Wir haben sehr viel live gespielt und generell Zeit mit der Band verbracht. Auf einmal gab es dann sehr viele Gespräche bei Skype, in denen einige „Weißt du noch..“- Geschichten ausgepackt wurden. Nicht nostalgisch oder so, sondern einfach mit super viel Freude darüber, was alles so passiert ist.

    Jule: Wie steht’s eigentlich so ums Musikhören bei euch? Irgendwelche Lieblingstracks oder -releases aus der letzten Zeit?

    Drens: Das ist übrigens ein schöner Nebeneffekt der Isolation: Gerade ist die Zeit, sich den Dingen wieder richtig zu widmen. Musik nicht nur nebenbei, sondern ganz bewusst hören. Wir haben die neue Single von Idles gefeiert, auch die Live-Platte von King Gizzard and the Lizard Wizard ist nice. Ansonsten machen die Alben von Blond und Itchy auch richtig Bock. Die Singles von Pabst sind auch super. Ach, diese Liste könnte man ewig weiterführen..

    Jule: Ab November 2020 geht ihr ja (hoffentlich!) auf Tour, aber bis dahin wird wohl nicht so viel abgehen. Gibt’s schon Pläne, wie ihr die Zeit bis dahin rumkriegt?

    Drens: Hoffentlich so produktiv wie möglich. Wir könnten unseren Proberaum mal wieder aufräumen, haha… Musik schreiben geht gerade schon ganz gut, das machen wir auch viel und schicken uns dann Demos hin und her. Mal sehen was daraus wird. Irgendwann dann auch wieder zu viert proben wäre stark.

    In Teufelsküche mit Drens

    Jule: Mal ein offtopic: Man erzählt sich, dass ihr als Band u.a. durch die gemeinsame Liebe zu Halloumi zueinander gefunden habt. Wie esst ihr Halloumi am liebsten (gerne mit genauem Rezept, frag für’n Freund..)?

    Drens: Oh ja, Halloumi ist großartig! Es ist etwas komisch, dass es bei uns in Dortmund nur ein paar wenige Läden gibt, die Halloumi-Sandwich machen. Voll die Marktlücke. Sind jedes Mal neidisch, wenn wir auf Tour in Städten sind, wo es das überall gibt. Favorit ist dann oft die klassische Falafel-und-Halloumi-Rolle. Ansonsten empfehlenswert: Burger mit Halloumi. Belegt dann mit gegrillter Zucchini, Aubergine und Paprika. Gerne noch ein bisschen Petersilie. Würde super gerne das Brot dazu mal selbst machen, dauert mir dann aber doch immer zu lange – Ciabatta-Brötchen tun es dann auch. 

    Jule: Hm, jetzt hab ich Hunger.. Nun gut. Zum Ende eines jeden Interviews gibt’s ein Blank Space. Ihr könnt jetzt alles rauslassen, was euch auf dem Herzen liegt, völlig egal was:

    Drens: Das ist wahrscheinlich eh klar, aber wir freuen uns super krass auf unsere Tour im November und Dezember, das ist gerade echt unser Licht am Ende des Tunnels. Hoffentlich ist die Welt bis dahin wieder besser drauf und Corona nervt nicht mehr. Was wir uns wünschen würden ist, dass die Menschen, an die gerade nicht so häufig gedacht wird, nicht vergessen werden: Corona kennt keine Grenzen und wie Menschen vor den Toren Europas hängen gelassen werden, ist traurig. Es wäre schön, wenn die EU Organisationen wie die „Seebrücke“ oder „Grenzenlose Wärme“ nicht hängen lassen und teilweise kriminalisieren, sondern helfen würde.

    Jule: Liebsten Dank für den schönen Talk und die noch schöneren letzten Worte. Ich werd mir jetzt erstmal was zu Essen organisieren.


    Wenn ihr übrigens Bock habt, Drens‚ EP Pet Peeves zu hören, klickt ihr hier. Und danach könnt ihr euer Bestes geben und laut beim letzte Woche erschienenen Karaoke-Video zum Song Ride The Tide mitsingen, um euch wie der Surferdude zu fühlen, der ihr seid. Viel Spaß!

    Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

    Mehr Informationen

  • Betterov im Interview: »Krass, das hören jetzt auch Leute«

    Betterov hat letzten Monat seine Debüt-EP Viertel vor Irgendwas veröffentlicht. Im ausführlichen Interview mit Jule erzählt er u.a. über den Entstehungsprozess der EP, seine Musikvideos und löst das Rätsel um die Schwarzwälder Kirschtorte.

    Ich habe ja bereits ausführlich über die Debüt-EP von Betterov referiert (die Review findest du hier). Kurz nach dem Release habe ich mit dem Wahl-Berliner ein bisschen gequatscht – natürlich social-distancing-mäßig am Telefon. Was ich aus ihm so rauskitzeln konnte, lest ihr jetzt. Viel Spaß!

    Betterov im Interview

    Jule: Hey, Betterov. Schön, dass du Zeit für uns gefunden hast. Fangen wir direkt an: Das Release-Konzert, bei dem du in Viertel vor Irgendwas reinfeiern wolltest, konnte aus allseits bekannten Gründen nicht stattfinden. Wie hast du den Release-Day stattdessen verbracht?

    Betterov: Tagsüber habe ich einfach Musik gemacht. Ich saß halt so Zuhause rum – man ist aktuell ja auch ein bisschen eingeschränkt und die Möglichkeiten echt begrenzt. Ich hätte den Tag ansonsten mit Sicherheit anders verbracht. Am Ende habe ich auf jeden Fall recht viel Wein getrunken. (lacht)

    Jule: Wie ging es dir denn, als du die fertige EP das erste Mal gehört hast? Hast du diesen Moment irgendwie „gefeiert“?

    Betterov: Ich hatte diesen Moment von „das ist jetzt fertig“, als ich vom Studio nach Hause gefahren bin, nachdem ich den Gesang aufgenommen hatte. Das ist so doof irgendwie, aber ich saß so da und dachte nur: „Krass. Das ist jetzt fertig. Das geht jetzt nach draußen. Das hören jetzt auch Leute“. Das war ein sehr aufregender Moment. Aber als die Platte dann richtig fertig-fertig war, hatte ich das nicht mehr so.

    Über das Leben auf dem Land

    Jule: Es geht in Viertel vor Irgendwas viel um das Leben auf dem Land. Du bist ja auch ein Dorfkind, lebst aber seit einigen Jahren in Berlin. Wie war die Umstellung für dich – ein Kulturschock oder bist du gut klargekommen?

    Betterov: Das war ganz schwer für mich und die Umstellung ist auch immer noch nicht vorbei. Als ich nach Berlin gezogen bin, habe ich versucht, das Leben vom Land 1 zu 1 auf das Leben in der Stadt zu projizieren. Ich komme aus der Rhön, das ist so’n Mittelgebirge. Da bin ich halt immer die kleinen Berge hochgelaufen, wenn mich was genervt hat oder so. Und wenn ich dann auf dem Berg stand und mir das Ganze so von oben angeguckt habe – das klingt jetzt sehr pathetisch, und das ist es auch, aber dann war alles irgendwie nicht mehr ganz so schlimm. In Berlin musste ich dafür plötzlich eine ganz andere Übersetzung finden. Das war sehr schmerzhaft, aber ab einem gewissen Zeitpunkt auch cool, weil es mich extrem weitergebracht hat.

    Jule: Also würdest du schon sagen, dass deine Texte eher autobiografisch sind? Mehr, als dass du ein Geschichtenerzähler bist?

    Betterov: Es ist irgendwie beides. Ich versuche, wenn ich etwas Autobiografisches schreibe, wie z.B. den Song Das Tor geht auf, das in eine Geschichte einzubetten, das ist mir schon wichtig. Ich weiß nicht, wie interessant mein Privatleben ist – ich würde mal schätzen, dass es wohl nicht albumfüllend wäre. Es interessiert mich auch viel mehr, etwas autobiografisch zu erzählen, vielleicht Probleme aufzuzeigen und das eben in eine Geschichte zu verpacken. Und wenn mir das gelingt, dann wäre das cool!

    Über die Produktion, Einflüsse und Ansprüche

    Jule: Ich finde, dass der Sound der EP eine sehr klare Linie hat. Gab es besondere Einflüsse, durch die sich diese Linie entwickelt hat?

    Betterov: Das ist schon eine sehr stringente Platte, das stimmt. Das liegt aber hauptsächlich auch an Tim Tautorat, der sie mit mir produziert hat. Wenn die Sperenzien in meinem Kopf zu groß wurden, hat er dann einfach gesagt: „Nee, sollten wir jetzt vielleicht nicht tun“. Ansonsten gab es auch Einflüsse: Ich bewundere die Smiths wahnsinnig. Das, was die gemacht haben, das gab es nur einmal und das gibt es nie wieder. Wie auch das Album Stadtaffe von Peter Fox. Der hat damit einfach etwas ganz Eigenes geschaffen. Selbst wenn Leute sich vornehmen, das nachzuahmen, sie werden diesen Status nicht erreichen. Sowas habe ich mir ein bisschen als Richtung gesucht – es sollte eine Platte werden, die Kraft hat, nach vorne geht und Themen beschreibt, die es vielleicht noch nicht so häufig in deutschen Texten gibt. Das würde ich dann aber vielleicht nicht „Einfluss“, sondern „Anspruch“ nennen.

    Jule: Gibt es jemanden, mit dem du gerne mal zusammenarbeiten wollen würdest?

    Betterov: Ich bewundere Herbert Grönemeyer sehr. Ich finde den extrem klug, auch abseits der Musik. Er ist natürlich auch schon wahnsinnig lange dabei und weiß ganz viel. Den finde ich sehr beeindruckend, das würde mich sehr interessieren. Ansonsten, hmm. Er ist jetzt der Erste, der mir spontan einfällt. Der ist schon ziemlich gut.

    Über seine Musikvideos

    Jule: Ein Aspekt, der dich auch sehr ausmacht, sind deine Musikvideos. Wie wichtig sind dir die Videos, auch bezogen auf deinen Schauspiel- und Theater-Hintergrund?

    Betterov: Die Videos sind mir schon sehr wichtig. Das ist natürlich auch super, wenn du die Geschichte des Songs mit dem Video nochmal komplett erzählen kannst. Das ist auch das Tolle an dem Beruf, den ich gerade habe. Es geht, na klar, um die Musik und die Texte. Dann kommt es aber auch darauf an, eine Bildsprache zu entwickeln, die Kostüme zu entwerfen – das ist eigentlich exakt dasselbe, was im Theater stattfindet, nur dass hier alles von mir ausgeht. Das ist natürlich eine krasse Verantwortung und es gibt sehr viel zu tun. Auf der anderen Seite hat man auch eine unglaubliche künstlerische Freiheit – nämlich alle Freiheit. Und das ist ein riesengroßes Glück.

    Jule: Das heißt, die Konzepte für die Videos kommen auch aus deiner Hand?

    Betterov: Nicht ganz. Ich arbeite mit Michél Almeida zusammen – der macht u.a. auch Videos für Fil Bo Riva. Mit ihm funktioniert das wahnsinnig gut. Wir brainstormen gemeinsam, entwickeln Ideen, dann zieht sich langsam die Schlinge zu, die Ideen werden immer klarer. Am Ende haben wir dann ein Konzept und das ziehen wir durch. Michél hat auch einfach schon sehr viele Musikvideos gemacht und kann daher z.B. auch sagen „ist ’ne super Idee, aber technisch nicht umsetzbar“, da fehlt es mir oftmals ein bisschen.

    Jule: Aber manchmal sind auch die einfachsten Ideen nicht so leicht umzusetzen, oder? Ich spiele hier explizit auf das Video zu Angst an.

    Betterov: Ja, bei dem Video zu Angst war das wirklich gar nicht so einfach. Dreieinhalb Minuten in One-Take zu versuchen einen Pullover auszuziehen, der die Angst symbolisiert, aus der man nicht rauskommt. Und das Kuriose daran ist eben: Der Pullover ist ein Alltagsgegenstand – warum kommt er da nicht raus? Super geile Idee in der Theorie, aber mega schwer umzusetzen (lacht). Wenn du es nicht glaubwürdig hinbekommst darzustellen, dass du nicht aus diesem Pullover rauskommst, wird es nicht nur ein schlechtes Musikvideo, dann geht einfach das ganze Konzept nicht mehr auf. Die Idee ist weg und es gibt dann faktisch kein Musikvideo mehr. Da war es auch total wichtig, dass Michél und ich gut zusammengearbeitet haben – wir haben immerhin um die 40 Durchläufe gebraucht, bis ein Take dabei war, mit dem wir letztendlich zufrieden waren.

    Über die Bedeutung der Torte und seines Künstlernamens

    Jule: Was hat es eigentlich mit der Schwarzwälder Kirschtorte auf sich? Ist sie nur ein Signature-Ding oder hat sie eine tiefere Bedeutung?

    Betterov: Sie ist schon ein Signature-Ding und entstand für das Video zu Dynamit. Wir dachten es wäre cool, ein Mond-Video zu machen. Aber ohne große Handlung, sondern eher so David-Lynch-artig, wo es um Bilder geht, über die man so komisch in eine Situation geworfen wird. Dann war die Idee, dass die beiden Protagonisten irgendwas finden müssten und zwar etwas, was da überhaupt nicht hingehört – so kam es zur Schwarzwälder Kirschtorte. Wir fanden es dann witzig, wenn sich diese Torte durch jedes Video zieht, aber erst im letzten Video zu Irrenanstalt im richtigen Kontext auftaucht – nämlich auf einer Familienfeier, da wo sie in ihrer natürlichen Umgebung hingehört (lacht).

    Jule: Wo wir gerade bei Bedeutungen sind, kommen wir mal zu deinem Künstlernamen. Was bedeutet „Betterov“?

    Betterov: Der Name kommt von einer Figur aus der dänischen Filmreihe Die Olsenbande. Das sind drei sehr gut angezogene Ganoven, die krumme Dinger drehen, die eigentlich immer schief gehen. Diese Filme waren in der DDR sehr populär, deshalb flogen sie bei uns Zuhause auch immer rum und ich habe sie als Kind echt abgefeiert. In einem dieser Filme gibt es einen Betterøv – wird wohl eher „Betterö“ ausgesprochen. Ich fand diesen Namen aus vielen Gründen wahnsinnig passend. Ich habe ihn dann irgendwann eingedeutscht, indem ich das skandinavische ø gegen ein o ausgetauscht habe. Das witzige an der Figur Betterøv ist auch, dass sie höchstens zweimal trottelig durch’s Bild läuft und einfach total unbedeutend ist (lacht). Man muss echt richtig Recherche betreiben, bis man herausfindet, wie sie überhaupt heißt. Ich fand das irgendwie gut, sich nach einem Statisten zu benennen und nicht nach einer Hauptfigur oder jemandem, der richtig was reißt (lacht).

    Jule: Am Ende eines Interviews gibt es immer einen Blankspace, wo man alles sagen kann, was man will. The stage is yours:

    Betterov: Jetzt gerade ist es einfach nur: Bitte bleibt Zuhause!

    Jule: Perfekt, das kann man aktuell echt nicht oft genug sagen! Vielen Dank für das sehr lustige und aufschlussreiche Interview!


    Hier könnt ihr euch noch eine Schwarzwälder Kirschtorte in ihrer natürlichen Umgebung anschauen:

    Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

    Mehr Informationen

    Fotocredits: Massimiliano Corteselli

  • MOA baut in „trümmer“ sein Leben wieder auf

    MOA baut in „trümmer“ sein Leben wieder auf

    MOA hat mit „trümmer“ eine weitere Single aus seinem im Sommer 2020 erscheinenden Debütalbum veröffentlicht. Frei nach dem Motto: Können wir das schaffen? Jo, wir schaffen das! Warum der Song zum Ärmel hochkrempeln animiert liest du jetzt in der Review von Jule.

    Lucas Mohr, der sich hinter MOA verbirgt (Wortwitz-Queen Jule liebt das!), ist ein junger Songwriter aus Kassel, der schon seit frühester Kindheit Musik macht. Gemeinsam mit seiner Schwester war er u.a. auch mal als Duo Gimmemohr (ich flipp aus!) unterwegs. Das erste Mal ist er Ende 2019 auf meinem Radar aufgetaucht. Seitdem hat er regelmäßig neue Singles rausgehauen, die zusammenhängende Geschichten erzählen und im Sommer 2020 in dem Release seines Debütalbums an/aus gipfeln werden.

    MOA – echte, deutsche Wertarbeit!

    Das Intro von trümmer beginnt zunächst mit einer ruhigen Gitarre, die aber in der anschließenden Strophe die melodischen Pop-Flügel ausbreitet. Ich muss bisschen grinsen, als MOA dieses „ja ja“ singt, was wir alle auch aus den Songs von Provinz kennen dürften. Im Refrain gibt’s dann schöne Claps, die im Fernsehgarten sicherlich fleißig mitgeklatscht werden würden. Der Rhythmus des Songs ist dadurch ziemlich catchy und mitreißend. trümmer könnte auf jeden Fall aus dem Lehrbuch „How to: Popsongs schreiben“ stammen, ohne dabei jedoch verweichlicht wie jeder zweite aus den Charts zu klingen. Das macht vielleicht auch MOA’s Stimme, die dem Song an den richtigen Stellen einen ganz besonderen Vibe gibt.

    Aus Trümmern und Staub – bau ich alles wieder auf.
    Aus Trümmern und Staub – steh ich wieder auf.
    Lass‘ alles los, will nichts davon zurück.
    Aus Trümmern und Staub bau ich alles, ich bau mich wieder auf.

    Inhaltlich geht es in trümmer offensichtlich darum, einmal mehr über den Scherbenhaufen, den das Leben einem manchmal vor die Füße wirft, zu klettern. Darum, aus etwas Kaputtem ein neues Kunstwerk zu basteln und nicht aufzuhören, an sich selbst zu glauben. Die Devise lautet eindeutig „aufstehen, statt liegenbleiben“. MOA hat durch den eben beschriebenen Rhythmus des Songs eine feine, ohrwurmlastige Motivationshymne für alle Pop-Liebhaber geschaffen. Für meinen nächsten mental breakdown weiß ich auf jeden Fall, welchen Song ich hören muss, um mich wieder zu motivieren.

    Und wenn euer Leben gerade nicht in Trümmern liegt (i hope so), dann könnt ihr den Song auch richtig gut beim Wohnung putzen und Staubmäuse sammeln (Selbstisolation macht erfinderisch) hören – habe das bereits getestet und für witzig befunden. Wobei das nichts zu sagen hat, denn mein Sinn für Humor ist.. speziell. Egal. Der Kernpunkt meiner Aussage ist: Hört den Song! Und am besten auch alle anderen Songs von MOA. Und wenn wir jetzt noch alle weiter artig Zuhause bleiben (#stayhome), dann können wir uns im Sommer zum gemeinsamen Debütalbum-Hören treffen. Deal? Cool!

    Manchmal kommt es eben doch auf die Optik an…

    An dieser Stelle will ich unbedingt noch ein nicht-musikalisches Lob loswerden: MOA hat obviously nicht nur ein Händchen für Töne, sein Augenmerk scheint auch auf dem Visuellen zu liegen. Seine Storys bei Instagram sind beispielsweise gerade alle im Design des Covers zu trümmer. Generell sind seine Feeds auf sämtlichen Plattformen (beispielsweise auf Spotify) und auch der minimalistische Faden in seinen Videos und Songtiteln echte Hingucker.

    Zusätzlicher fun fact: Eine investigative Nachfrage bei MOA hat ergeben, dass die handgeschriebenen Texte (z.B. in den Lyric-Videos) von ihm höchstpersönlich stammen. Also mich spricht die optische Umsetzung und die kompromisslose Liebe für’s Detail total an, i like that very much.

    Ihr könnt euch davon jetzt selbst überzeugen, indem ihr euch das Video zu trümmer anschaut, viel Spaß!

    Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

    Mehr Informationen
  • Betterov trifft mit „Viertel vor Irgendwas“ direkt ins Herz

    Endlich, die Debüt-EP Viertel vor Irgendwas von Betterov ist da! In 6 Akten geht es neben dem Leben auf dem Land u.a. auch um ein Thema, was uns alle begleitet: die Liebe. Jule hat’s die Schuhe ausgezogen. Wieso, weshalb und warum lest ihr jetzt in der Review!

    Wer immer mal wieder ein Auge auf den Newcomer-Bereich wirft, dem sollte Betterov inzwischen ein Begriff sein. Schauspielstudium, 26 Jahre jung, aufgewachsen in einem Dorf in Thüringen, seit mehreren Jahren in Berlin. Ende letzten Jahres hat er seine Debüt-Single Dynamit veröffentlicht und dann mit zwei weiteren Singles nachgelegt. Die logische Konsequenz daraus ist jetzt natürlich die EP. Dank der lieben Leute von NEUBAU Music durfte ich bereits Mitte Februar reinhören. Und das habe ich getan, ziemlich exzessiv sogar.

    Zuerst möchte ich von meinem allerersten Hörerlebnis erzählen: Wir schreiben den 10.02.2020. Es war wahrscheinlich wieder einer dieser typisch verregneten Tage – Berliner Winter halt. Da mir die ersten beiden Singles von Betterov schon unfassbar gut gefallen haben, habe ich mir vorsorglich vorgenommen, diesen Moment ausgiebig zu zelebrieren. Die Sound-Anlage ist auf Anschlag gedreht und nur die Lichterkette im Fenster (die halt seit Weihnachten hängt) leuchtet soft. Die Platte geht los und von der ersten Sekunde an beamt sie mich völlig weg. Die Texte, die Stimme, die Instrumente. Betterov, you fucking got me. Die kompletten 20 Minuten dieser Platte verbringe ich in folgendem Mix: Offener Mund, Lähmung, geschlossene Augen, Fassungslosigkeit, aufgerissene Augen. Eventuell muss ich mir zwischenzeitig auch das ein oder andere Tränchen verkneifen. Und haargenau so verbringe ich die nächsten ein bis drei Stunden.


    Akt 1: Wenn die Liebe gegangen ist – eine starke Exposition

    Der erste Song der EP ist zugleich auch der Titelsong: Viertel vor Irgendwas wirft uns direkt ins Geschehen. Zunächst erzählt Betterov semibegeistert, welch ein Wunder es sei, wie die Vögel auf den Stromleitungen sitzen. Relativ schnell nimmt der Song aber an Emotionen auf. Aufgebrachte Menschen zitierend lässt er durchblitzen, dass ihm aktuell einfach alles wirklich völlig Wurst ist. Wir befinden uns in der akuten Situation, dass eine Liebe zerbrochen ist. Wir realisieren, dass das gemeinsame Leben nicht mehr existiert. Und das ist schmerzhaft.


    An mir geht alles vorbei, ich bin die pure Langeweile.
    Das Einzige, was ich weiß: Ich ertrag‘ mich nicht alleine.


    Irgendetwas in der Stimme von Betterov macht mich direkt mit traurig. Heftig, wie krass man dieses Gefühl in Gesang umsetzen kann. Der eingängige und griffige Sound der Gitarren unterstreicht zusätzlich den Moment, in dem wir komplett von unserer Niedergeschlagenheit eingenommen werden. Wenn wir erst weinen, dann lachen und letztlich in uns zusammensacken. Ich bin heftig gerührt. Unfassbarer Einstieg in die EP und unfassbare Umsetzung des Themas.


    Akt 2: Eine Umleitung

    Angst, den zweiten Song der EP, habe ich bereits ausführlich auseinandergenommen – die Single-Review könnt ihr hier nachlesen. Ich spare mir daher hier die Wiederholung meiner Lobeshymne.


    Akt 3: Die Reise ins Weltall

    Weiter geht es mit Dynamit, die erste Single-Auskopplung dieser EP. Es geht darum, dem Alltagstrott zu entfliehen. Um die Sehnsucht nach Größerem. Und wenn es auch nur gedanklich ist, indem man sich auf Juri Gagarins Spuren begibt und ins Weltall träumt. Mit rauer Stimme besingt Betterov, wie er durch den Flur fliegt. Ich fühle mich direkt in meine Kindheit zurückversetzt, als Abenteuer-Rollenspiele einfach der absolute Shit waren – do you remember?


    Wenn ich wiederkomm‘, werd‘ ich ein Anderer sein
    Vielleicht komm‘ ich ja auch gar nicht wieder heim


    Etwas, was Betterov bemerkenswert gut beherrscht, sind Melodien. Dynamit ist ein beschwingter Song, den man spätestens nach dem zweiten Mal hören mittrommeln kann. Als Großstadtmädchen ist es für mich super spannend, ein Gefühl für das Landleben zu bekommen. Die Vorstellung, dass es Freunde gibt, die sich gemeinsam aus ihrem trostlosen Leben wegträumen und zusammen spannende Geschichten erfinden – irgendwie beruhigt mich das. Auch dieser Song ist auf seine einzigartige Art ein echter Hinhörer, so kann es weitergehen.


    Akt 4: Verwundbarkeit – eine leise Peripetie

    Das nächste Lied heißt Das Tor geht auf. Die erste langsame und zurückhaltende Nummer – was natürlich nicht bedeutet, dass es hier nicht ebenfalls geile Gitarren-Sounds gibt. Mir persönlich fällt es echt schwer, die genaue Bedeutung des Textes zu verstehen. Ich habe schon einmal erwähnt, dass ich nicht die krasseste Analytikerin bin. Die Lyrics sind zwar aussagekräftig und bildlich, aber dennoch so flexibel, dass ich nicht genau weiß, was Betterov mir hier erzählen will. An dieser Stelle wird’s mal interaktiv: Mich würde interessen, wie ihr diesen Song deutet. Slidet dafür gerne mal in unsere DM’s auf Instagram und lasst mich an euren Interpretationen teilhaben!


    Das Tor geht auf. Das alles dreht sich.
    Ich würd‘ gern noch bleiben.
    Doch hier ist kein Platz für mich.


    Mal von der Interpretation abgesehen habe ich ehrlicherweise auch etwas länger gebraucht, um den richtigen Zugang zu Das Tor geht auf zu finden. Er fällt ein wenig aus dem Rahmen, was den sonst so nach vorne gerichteten Sound der EP angeht. Inzwischen finde ich ihn im Gesamtpaket aber sehr schlau gewählt und platziert. Und irgendwie macht für mich den Song erst so richtig aus, dass ich seine Bedeutung noch nicht zu 100 % durchschaut habe. Dadurch bleibt er auf viele Emotionen und Situationen spiegelbar.


    Akt 5: Wenn die Liebe gegangen ist 2.0

    Irrenanstalt heißt der nächste Song, in dem es wieder um die Liebe geht. Gewohnt lethargisch beginnt der Gesang von Betterov. Dann kicken Gitarren, Bass und Drums rein und es folgt einer der vielen wunderschönen Sätze in diesem Song: „Der Plan, der mal mein Leben war, ist jetzt ein Stück Papier“. Mit dieser Zeile singt er sich sein Herz aus der Brust und wirft es mir mit voller Wucht an den Kopf. Das ist wieder der Moment, in dem ich es nicht fassen kann, wie viel Emotionen man mit seiner Stimme in nur einen Satz packen kann.


    „Doch falls ich irgendwo unter die Räder komm‘,
    dann möcht‘ ich neben dir bestattet sein“


    Dieser Song ist für meinen Geschmack ein lyrisches Meisterwerk. Ich habe bereits zwei Sätze herausgepickt und ich muss weitermachen: „Und ich bleib‘ dabei, ich bin ab jetzt allein.“ – wie Betterov auch diese Stelle singt.. ciao. Ich liebe liebe liebe jedes einzelne Wort in diesem Stück. Ich habe zwar noch eins vor mir, aber Irrenanstalt ist auf jeden Fall mein allerliebstes Lied auf dieser EP. Hier passt einfach alles zusammen: Text, Stimme, Instrumente, Melodie, Stimmung. Alles.


    Akt 6: Leben – ein lautes Finale

    Kennt ihr diese Szenen in Filmen, in denen die jungen Protagonisten nachts auf Fahrrädern durch’s Dorf hechten? Weil das letzte Bier vielleicht eins zu viel war. Einer fährt, einer sitzt hinten drauf und manchmal findet auch noch jemand einen Platz auf dem Lenker. Das sind die Bilder, die ich im Kopf habe, wenn ich den letzten Song der Platte höre: Nacht. Für mich erzählt er von einer lauen Sommernacht, in der man einfach nur geschehen lässt. Die Augenblicke so nimmt, wie sie kommen.


    „Die Leute in den Häusern kommen nach Haus‘.
    Wir ziehen uns an, die Nacht lockt uns raus.“


    Das ist der erste Song, der für mich mehr von den Drums lebt, als von den Gitarren. Wenn die loslegen, fühle ich genau die oben beschriebene Heiterkeit – auch wenn „heiter“ nicht unbedingt das passende Adjektiv für die Lyrics ist. Auch hier gibt es wieder eine Textzeile, die es mir völlig angetan hat: „Drück den Schalter an der Wand und die Sonne ist am Start. Strahlt mit 60 Watt und hängt an einem Draht“. Fürs Songwriting gibt es von mir einfach eine glatte 1.


    Eine EP, die dein Freund sein kann – mein Fazit

    Obwohl es sein Debüt ist, lässt sich schon nach dem ersten Hören feststellen, dass Betterov einen ganz eigenen Sound hat. Eine klare Linie, die sich von Lied zu Lied zieht, ohne langweilig zu werden. Prägnante Gitarren-Riffs, die sich sofort ins Hirn bohren. Massive Drums, die eine einmalige Stimmung erzeugen. Texte, die gesungen werden, als wäre es das Letzte, was man tun kann. Der Sound ist strikt, geradeaus und nach vorne. Dass Viertel vor Irgendwas mega gut produziert sein würde, war mir ab dem Moment klar, als ich gelesen habe, dass the one and only Tim Tautorat seine Finger im Spiel hat. Der Titel passt für mich übrigens auch wie die Faust auf’s Auge – wenn ich es mir explizit gemütlich mache, um sie zu hören, dann verliere ich jegliches Gefühl für Raum und Zeit. Wann ich mich hier hingesetzt habe? Muss so Viertel vor irgendwas gewesen sein…

    Solltet ihr euch Betterovs Debüt noch nicht angehört haben, dann folgender Tipp: In Zeiten von Quarantäne und social distancing gibt es sicher die eine oder andere ruhige Minute, in der Viertel vor Irgendwas der so dringend gebrauchte Freund sein kann. Bitte schenkt dieser Platte all eure Aufmerksamkeit und lasst jedes einzelne Wort in euer Herz – das hat sie wirklich verdient. Und wenn ihr soweit seid, dann klickt ihr einfach nur noch hier auf Play:

    Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Spotify. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

    Weitere Informationen

  • NUGAT im Interview: »Somewhere between suicidal thoughts and lust for life«

    NUGAT im Interview: »Somewhere between suicidal thoughts and lust for life«

    Heute mal kein Indie-Sommer-Hit, sondern selbstproduzierter kontemporärer Urban Pop über Depressionen, Angstzustände und Realitätsverlust. Klingt ein bisschen deep, ist aber unglaublich relevant. NUGAT ist ein Künstler aus Niedersachen, der jetzt in Berlin lebt und den ihr unbedingt mal ein paar Momente eurer Aufmerksamkeit schenken solltet. Der Produzent und Sänger ist erst 22 und versucht mit seiner Musik ein Ventil für sein eigenes zerrissenes Innenleben zu schaffen. Er sucht Hoffnung und Antworten und hilft somit ein paar anderen, diese zu finden. Vor ein paar Jahren wurde NUGAT mit Borderline diagnostiziert, aufgewachsen ist er damit schon sein Leben. Anna hat ihn interviewt und mit ihm über seine Krankheit und Leidenschaft zu produzieren gesprochen.
     
     
    Anna: Standard-Frage am Anfang: Wie bist du zum Produzieren und Musik machen gekommen, was war da so dein persönlicher Entwicklungsgang?
     
    NUGAT (schmunzelt): Also ich hab immer schon viel Musik gehört, vor allem auch durch meine Eltern. Mein Dad hat immer sehr viel und mega laut Elvis gehört zuhause, meine Mum Mika. Irgendwann hab ich angefangen, Saxophon zu spielen, und dann auch Schlagzeug, Gitarre und Keyboard. Dann kam mein älterer Cousin mit Hip Hop um die Ecke und das hat mich mit 12 oder 13 mega gepackt. Also hab ich mir so ein Medi Keyboard geholt und angefangen, über den Computer eigene Beats zu machen.
     
    Anna: Cool! Und dann hast du einfach angefangen, selbst Sachen zu produzieren?
     
    NUGAT: Ja genau, dann hab ich irgendwann zum 12. oder 13. Geburtstag, weil ich mir das so sehr gewünscht hab, so ein Programm bekommen, ich glaub, das hieß Magic Music Makers. Das war auch so voll das Einsteigerprogramm und da hab ich dann angefangen, so Beats zu machen. Gesungen hab ich halt sowieso auch immer schon.
     
    Anna: Hast du das Gefühl, dass du dich so Stück für Stück weiterentwickelst?
     
    NUGAT: Absolut, ja. Also ich bin auch heute noch nicht zufrieden mit meinem Englisch, und merk aber auch von Platte zu Platte, dass meine Aussprache besser wird und dass es immer noch einfacher wird, für mich zu schreiben.
     
    Anna: Du nutzt deine Plattform als Künstler auch oft dafür, um über mental health und vor allem deine eigene Krankheit, Borderline, zu informieren und reden. Warum ist dir das persönlich wichtig?
     
    NUGAT: Mhm erstmal, weil ich selbst sehr krank bin und zweitens weil ich auch sehr viel Leute irgendwie kenne, die psychisch krank sind und ich merk, dass das es irgendwie immer noch nicht so… Es ist viel besser und so als früher so, man kann viel offener drüber reden, aber ich hab das Gefühl, dass es immer noch so ein bisschen verpöhnt ist.
     
    Anna: So ein kleines Tabu-Thema.
     
    NUGAT: Ja, genau..
     
    Anna: Bekommst du da viel positives Feedback, also hast du das Gefühl, du erreichst damit Leute?
     
    NUGAT: Absolut. Ich hab sogar Leute, die mir so schreiben, „Ey ich habmich jetzt getraut zum Arzt zu gehen, endlich“. Und das ist auch genau das, was ich erreichen will, dass Leute sich trauen, darüber zu reden, weil sonst kann einem nicht geholfen werden. Einmal ist so ein Mädchen nach einem Auftritt zum Merch Stand gekommen und hat fast geweint und mich in Arm genommen und gesagt, dass sie auch Borderline hat. Das ist schon ein gutes Gefühl. Für mich ist die Musik sowieso auch ein großes Ventil, deshalb freut es mich, dass sie anderen auch so hilft.
     
    Anna: Wie bist du selbst damit aufgewachsen?
     
    NUGAT: Borderline ist halt so, entweder kannst du es einfach so haben, wie wenn du auf die Welt kommst mit irgendeiner Krankheit, oder es kommt halt durch ein Trauma. Bei mir ist es einfach so, dass ich damit geboren bin und ich leb damit seit ich denken kann. Ich hab die Diagnose aber erst vor 3 oder 4 Jahren bekommen, was mir aber auch sehr geholfen hat, weil ich dann einen Begriff zu hatte.
     
    Anna: Das hilft einem dann, das alles einordnen zu können.
     
    NUGAT, Untoldency, Untoldency Magazine, Indie, Musik, Blog, Blogger, Online Indie Musik Magazin, Interview, NUGAT, Nugat, The intelligence of an antisocal II, Borderline, Nugat Musik, TSKR
    © Marius Knielin
    NUGAT: Genau. Früher hatte ich überhaupt gar keinen Begriff und auch als ganz kleines Kind hab ich mich sehr gequält und wusste überhaupt nicht, was los ist und so. Borderline ist ein Hin und Her einfach, das kann sein, dass ich dich jetzt gerade voll mag und kann sein, dass ich dich auf einmal voll hasse..
     
    Anna: Hat das auch Auswirkungen darauf, wie du so Musik machst und sie wahrnimmst?
     
    NUGAT: Ich nehm alles anders wahr, ja. Jeder Künstler hat das, dass er ‘nen Song macht und am nächsten Tag reinhört und sich denkt, das war jetzt nicht so cool, das lösch ich mal. Bei mir kann das sein, dass ich direkt denke, ich höre jetzt für immer auf. Zu Borderline gehört dieses Extrem sehr dazu. Es gibt nur extrem gut oder extrem schlecht.
     
    Anna: Wie ist das denn auf Tour?
     
    NUGAT: Mhm.. das ist nicht immer so, dass ich so befangen bin, also ich bin manchmal auch einfach ganz „normal“ (lacht). Aber es kommt auch schon vor, dass ich auf Tour eine Panikattacke kriege oder so. Da hab ich dann aber Gott sei Dank meine Jungs dabei, die wissen mittlerweile sowieso, wie die damit umgehen können und ich hab Medikamente, das geht schon alles gut.
     
    Anna: Du hast ja deine erste Headline Tour auch letztes Jahr gespielt. Generell war es ja ein erfolgreiches Jahr für dich. Wenn du jetzt zurückblickst, was waren deine Highlights?
     
    NUGAT: Definitiv die Tour (lacht). Also absolut die Tour, ja. Die Tour.. also ich glaub das ist mein riesen Highlight gewesen. Ich wollte sowieso immer schon ne eigene Tour spielen und dann ist es passiert.
     
    Anna: Gibt es Momente, an die du dich speziell zurückerinnerst?
     
    NUGAT: Also einmal das mit dem Mädel, das auf mich zukam und zusammengebrochen ist, das werd ich wahrscheinlich auch niemals vergessen. Ich hab auf jeder Show auch ein Video für meine Mum gemacht.. Ich hab einen Song, der heißt Mama und wenn ich den gespielt hab, ist immer ein Homie auf die Bühne gekommen und hat das gefilmt, das war auch jedes Mal mega schön. Aber an sich war einfach das Ganze an sich für mich einfach nur mega, mega gut.
     
    Anna: Welcher Song ballert live am meisten?
     
    NUGAT: Mhm.. Bounce.
     
    Anna: Ja?
     
    NUGAT: Mhm-hmm (lacht) Immer, ich spiel den auch immer am Ende, jetzt ist es raus, jetzt kann keiner mehr zu den Shows kommen (lacht)
     
    Anna: Ist ja auch der meistgestreamte Song, ich glaub, der hat fast 2 Millionen auf Spotify.
     
    NUGAT: Ich glaub auch, ja, fast zwei Millionen, das ist schon heftig.. Jeder kennt den und das funktioniert auf Festivals auch wenn ich da spiele. Da ist das auch so, dass die sich fragen, hä wer ist denn das überhaupt und denn kommtBounceund auf einmal sind alle am moshen. (lacht)
     
    Anna: Wenn du jetzt in einem Jahr auf dieses Jahr zurückgucken würdest, was würdest du 2020 gerne erreicht haben, was sind deine Ziele?
     
    NUGAT: Also ich würde mir auf jeden Fall wünschen, noch eine Tour zuspielen. Bis dahin werd ich mich jetzt erstmal hier einschließen und nur Musik machen und einfach Songs rausbringen, am laufenden Band.
     
    Anna: Cool! Also bei uns ist die letzte Frage so’n Blank Space, da darfst du sozusagen ganz frei raus dich selbst promoten, wenn du möchtest.
     
    NUGAT: Ich würde das einfach nutzen, um das Video meiner neuen Single Took vorzustellen und mein Instagram dazulassen.
     
    Anna: Dann danke dir für das schöne Interview!
     
    NUGAT: Danke dir.
     
     

    Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

    Mehr Informationen