Autor: untoldency

  • untoldency proudly presents: OFFDAYS Summer Open Airs 2025 in Hamburg und Berlin

    untoldency proudly presents: OFFDAYS Summer Open Airs 2025 in Hamburg und Berlin

    Vom 27. bis zum 30.08.2025 präsentieren die OFFDAYS ein mehr als beeindruckendes Line Up in Berlin und Hamburg. Wir waren letztes Jahr schon dabei und können sagen: das ist schon ein qualitativ kuratiertes Mini-Festival, das sich lohnt! Nelly Furtado, Saint Levaint, 070 Shake,.. Wer sich Ende August noch einmal nach dem Festival Feeling sehnt, kann hier definitiv was mitnehmen.

    27.08. Hamburg, Stadtpark Open Air


    mit Nelly Furtado, Yseult

    Hamburg Peeps, aufgepasst! Niemand anderes als Queen Nelly Furtado kommt zu euch! Ob „I’m Like a Bird”, „Maneater“ oder „Say It Right“ – ihr werdet all das tief aus eurer Seele singen und fühlen. Nach mehreren Jahren Bühnenabstinenz meldet sich die Sängerin nun zurück, mit ihrem neuen Album 7 mit dabei. In Deutschland ist dies eins der wenigen Möglichkeiten sie dieses Jahr live zu erleben – die Pause war lang genug. Seid ihr bereit für die 2000er-Nostalgie?

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    Yseult wird das Line Up in Hamburg vervollständigen. Die französische Sänger Songwriterin mischt schon seit mehreren Jahren in der frankophonen Musikwelt mit. Mit ihrem aktuellen Album Mental hat sie die alternative Popszene so sehr aufgemischt, dass sie sogar die Olympischen Spiele in Paris 2024 abgeschlossen hat. So nah kommt man wahrscheinlich nicht nochmal an die Energie ran, die den Abschluss eines so riesen Events feiert.

    29.08. Berlin, Zitadelle


    mit Nelly Furtado, Yseult, A Song For You

    Nicht nur Hamburg Peeps haben die Möglichkeit, die Stimmengewalt und Aura von sowohl Nelly Furtado als auch Yseult mitzubekommen, sondern auch unsere Berliner Mäuse! In der Zitadelle Spandau, eine der schönsten Berliner Outdoor Venues, wird es diese besondere Kombination am 29.08. geben. Abgerundet wird das Line-Up von dem Vocalensemble A Song For You, das über 50 Künstler:innen aus der ganzen Welt vereint. Mitbegründet von Noah Slee ist A Song For You ein wahnsinnig spannendes Projekt, das sich in keine Schublade stecken lässt und sich klanglich irgendwo zwischen Neo Soul, RnB und Gospel bewegt. Es zelebriert gleichzeitig die Vielfalt der Berliner Musikszene und bietet eine Plattform für unterrepräsentierte Stimmen – beides könnten wir nicht mehr lieben.

    30.08. Berlin, Zitadelle

    mit 070 Shake, Bakar, Saint Levant

    Am Samstag geht es in Berlin dann richtig zur Sache. Vielleicht der Tag, auf den wir uns am meisten freuen, denn nicht nur sehen wir 070 Shake zum ersten Mal live, sondern können endlich wieder an der Live-Energie zehren, die Saint Levant mit seiner Band auf die Bühne bringt.

    070 Shake sollte kein Fremdbegriff für euch sein. Die US-Sängerin, Rapperin und Songerwriterin begeistert mit ihrem Mix aus Hip-Hop, Alternative und elektronischen Klängen nicht nur uns. Düster, kraftvoll und immer ein wenig im Spagat der Genres, hat 070 Shake etwas ganz einzigartiges an sich, das instinktiv in den Bann zieht.

    Saint Levant, was sollen wir sagen. Ihr müsst euch nicht nur die Live-Energie des palästinensisch-französisch-algerischen Musiker geben, sondern auch offen für seine berührende und ehrlichen Poesie sein. Auf englisch, französisch und arabisch bringt er Hits wie Daira oder KALAMANTINA auf die Bühne und reißt alles mit – in vollster Solidarität.

    Abgerundet wird der Abend von Bakar – einer unserer UK-Crushes, der endlich wieder nach Berlin kommt. Zwischen Rap und Pop und Alternative zeigt der Wärme und Wortspiele und wird nach seinem Auftritt nicht nur uns mit einem Crush zurücklassen.

    Sehen wir euch auf einem dieser Konzerte? Wir hoffen stark so – vielleicht gewinnt ihr ja auch Tickets für einen der Tage auf unserem Instagram?

  • Drangsal live in Berlin: Ein Phönix aus Asche und Klang

    Drangsal live in Berlin: Ein Phönix aus Asche und Klang

    Mitte Juni diesen Jahres wurde ich eingeladen, beim Record Release-Konzert des deutschen Musikers Drangsal dabeizusein. Drangsal, alias Max Gruber, präsentierte sein neues Album im Berliner Club Modus und feierte dabei seine künstlerische Metamorphose. Die Record Release-Show zu „Aus keiner meiner Brücken die in Asche liegen ist je ein Phönix emporgestiegen“ (Virgin/Universal) sollte mehr sein als ein Konzert. Ein Abend, an dem sich ein Künstler von seinem früheren Selbst losreißt.

    Drangsal endlich als feste Band

    „Drangsal“ – das bedeutet im Deutschen qualvolle Bedrückung, Leid oder Not (Quelle: Duden). Das Wort stammt aus dem spätmittelhochdeutschen und war im 18. Jahrhundert vor allem in dichterischem Kontext gebräuchlich. Max Gruber wählte diesen Namen bewusst: Laut einem Interview mit dem Mannheimer Morgen ist er inspiriert vom Firmennamen eines regionalen Bestattungsinstituts. Ein programmatischer Titel, der sich an diesem Abend widerspiegeln soll.

    Der sperrige, beinahe poetisch-verzweifelte Albumtitel, der an die kryptisch-melancholische Grandezza von The Smiths erinnert, gab bereits im Vorfeld einen Hinweis auf die inhaltliche Tiefe und die neue musikalische Richtung. Wo sich frühere Werke von Drangsal noch stark im synthetischen Electro-Pop suhlten, dominiert nun eine eklektische Vielfalt: Gitarrenriffs, Krautrock-Anleihen, orchestrale Elemente und sogar Fragmente aus Industrial und Jazz verweben sich zu einem organischen Klangkörper. Das alles trägt nicht nur Grubers Handschrift – zum ersten Mal ist Drangsal auch als Band erlebbar. Die Bühne teilte er sich mit einer dreiköpfigen Live-Formation, die nicht bloß Begleitmusiker waren. Denn Drangsal ist inzwischen (mindestens) ein Trio. Neben Max Gruber zählen Lukas Korn (Gitarre, Produktion) und Marvin Holley (Gitarre, Komposition) zur festen Besetzung.

    Die Setlist wurde vom neuen Album dominiert, das am selben Tag erschienen war. Songs wie „Bergab“, „Glutkern“ oder „Hab Gnade!“ bewiesen eine ungeahnte emotionale Tiefe – melancholisch, ja, aber nie larmoyant. Immer wieder schimmerte das ironisch-nihilistische Weltbild durch, das Gruber in Interviews kultiviert, nun aber künstlerisch ernsthaft transformiert. Beim Song „Die satanischen Fersen“ erkennt man sogar Hitpotenzial. Schwingt da ein bisschen Pophymnen-Flair à la Die Ärzte mit? Alte Hits wie „Turmbau zu Babel“ wurden neu interpretiert.

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    Ein Phönix aus Asche und Klang

    Die Stimmung im ausverkauften Modus war konzentriert, nur wenige Smartphones leuchteten auf. Alles an diesem Abend wirkte jedoch choreografiert. Nichts, so scheint es, wird bei Drangsal dem Zufall überlassen. Die Musik, die Performance, sogar die attraktiven Bandmitglieder scheinen einem Plan zu folgen. Hier will jemand in den Popolymp. Live wirkte das alles kohärent. Auf den 17 Album-Tracks hingegen – teils auf Deutsch, teils auf Englisch gesungen – zerfasert das Konzept dann stellenweise. Und auch die Texte wirken oft stark gekünstelt. Vielleicht ist das die Unruhe eines Künstlers im Übergang.

    Gruber hat mit „Aus keiner meiner Brücken die in Asche liegen ist je ein Phönix emporgestiegen“ ein neues Kapitel aufgeschlagen. Trotz mancher Schwächen lohnt sich das Anhören. Am 4. Oktober 2025 spielen Drangsal im Berliner Metropol am Nollendorfplatz. Ihr solltet gepannt bleiben. Ich bin es ebenfalls.

    Foto & Text: Johannes Martin

  • untoldency proudly presents: Black Sea Dahu feat. Amour Sur Mars am 06.08.2025 in Hamburg

    untoldency proudly presents: Black Sea Dahu feat. Amour Sur Mars am 06.08.2025 in Hamburg

    Eigentlich bedarf folgende Band keine große Vorstellung mehr, weil wir wirklich hoffen, ihr hört sie privat schon jahrelang hoch und runter und habt sie mindestens schon ein Mal live erleben können. Jedenfalls wünschen wir euch das! Black Sea Dahu sind ein Musikwunder aus Zürich, das mit absoluter Hingabe und Leidenschaft schon mehrere der schönsten Indie-Folk Songs geschrieben haben, die wir je gehört haben. Nachdem sie letztes Jahr gemeinsam mit dem Streichquartett Amour Sur Mars die Bühne geteilt und ihre Musik auf eine neue Ebene gehoben haben, bringen sie genau diese Magie am 06.08.2025 zum Draußen im Grünen nach Hamburg!


    Einmal direkt ins Herz feat. Streichquartett

    Black Sea Dahu machen schon einige Zeit Musik, die uns tief berührt und hören einfach nie damit auf. Mit jedem Song erzählen sie emotionale Geschichten aus ihrem Leben – ob über die komplizierte Liebe oder den kürzlichen Verlust ihres Papas – Janine Cathrein und ihre Band packen alles in Musik. Ihre eindringliche Intensität legt sich auf den atmosphärischen Indie-Folk Sound und entführt in ihre Welten, in der alles okay erscheint. Denn auch wenn viel Schmerz im Leben und ihren Songs steckt, so ist es doch die Hoffnung und die Liebe fürs Leben und die zwischenmenschlichen Momente, die ihre Musik zu dem auszeichnen, was es ist. Eine warme Umarmung und das Versprechen, dass alles irgendwie okay wird.

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    Und jetzt stellt euch dazu mal mit Live-Streicher*innen vor! Perfekter könnte etwas nicht zusammen passen. Und dann noch Draussen im Grünen! Falls ihr in und um Hamburg seid und am 06.08. nichts vor habt, können wir euch das ganz ganz nah ans Herz legen. Für mehr Tiefe, mehr Dramatik und mehr Sinnlichkeit.

    Wir verlosen außerdem 2×2 Tickets für das Konzert auf unserem Instagram! Hier könnt ihr mitmachen – vielleicht sehen wir uns ja.

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  • untoldency proudly presents: Kinkerlitzchen Festival 

    untoldency proudly presents: Kinkerlitzchen Festival 

    Ihr wisst, wir lieben es Newcomer*innen zu entdecken und sie mit euch zu teilen. Eine Sache, die wir ebenso lieben, sind Newcomer*innen-Festivals oder einfacher gesagt: Die versteckten Schätze der Festivallandschaft zu finden. Glücklicherweise sind wir da wieder einmal fündig geworden. Dürfen wir euch vorstellen? Das Kinkerlitzchen Festival.

    Das Kinkerlitzchen ist ein kleines, von Ehrenamtlichen liebevoll organisiertes Festival im
    Grünen, genau gesagt: In Metelen, nahe Münster. Süße Deko in den Bäumen, alles DIY und gemütlich gestaltet. Für die verwunschene Wald-Atmosphäre hält das Geländer einer alten Kornwassermühle her. Zwei Bühnen, eine Kirche und viel Grün sind der Festivalspielplatz.

    Musikalisch gibt’s auf dem Kinkerlitzchen ein sorgfältig kuratiertes Line-Up von Pop bis Elektro, Indie bis Artpop mit besonderem Gespür für neue Sounds. Beim Blick auf das Line Up könnten dem ein oder anderen alte bekannte und neue untoldency-Lieblinge auffallen:


    Dominik Hartz
    Paula Dalla Corte
    Hymen
    Paulinko
    Juno Lee
    Looking for Ella
    Bluai
    Julie
    Pavon
    Akryl

    Was gibt’s sonst noch auf dem Kinkerlitzchen Festival? Auf dem Gelände verteilt findet man immer wieder Artistik und DIY-Stationen. Unsere persönliche Empfehlung: Verpasst bloß nicht die Live-Musik-Newsletter-Ausgabe von Zwischen Zwei und Vier.

    Wann? Freitagabend, 8.8., und Samstag, 9.8. ab 14.30 Uhr
    Wo? Mühlentor 22 (Plagemanns Mühle), 48629 Metelen

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    Fotocredit: Niklas Demming

  • untoldency proudly presents: MADANii „BiiLINGUAL EP RELEASEHOW“ am 16.05.2025 in Berlin

    untoldency proudly presents: MADANii „BiiLINGUAL EP RELEASEHOW“ am 16.05.2025 in Berlin

    MADANii ist ein musikalisches Wunderwesen, welches wir schon lange auf unserem Radar haben. 2020 hat sie in Kollaboration mit Produzent und Musiker LLUCID ihre ersten zwei EPs veröffentlicht. Ein paar Jahre später war sie Features auf den Alben von LNA, Moglii und MINE. Ihre Performance und einzigartige Commitment zur Musik als Gesamtheit erinnert uns immer ein wenig an FKA Twigs – nur um einen Vergleich ranzuholen, der unterstreicht, wie viel Talent sich in der Berlinerin verbirgt. Nun veröffentlicht sie ihre BiiLINGUAL EP und spielt am 16.05. ein exklusives Release-Konzert in der Kantine – und wir dürfen präsentieren!

    Let’s dance through the pain and joy of life together

    MADANii Ansatz zur Musik ist seit jeher ein interdisziplinärer. Sie verbindet Avant-Pop, Alternative R&B, Trap mit Sprache, Politik und zutiefst persönlichen Storylines. Die Geschichte des Anderssein zieht sich durch ihre Biografie als Tochter politischer Geflüchtete aus dem Iran und ist genau das, was sie in ihrer Musik in all ihren Facetten verarbeitet. Ihre EP BiiLINGUAL erforscht Themen wie Identität, kulturelle Hybridität und Resilienz – Themen, die alle ansprechen, die sich schon einmal zwischen den Welten gefangen gefühlt haben. Aber auch alle anderen können diese Songs genießen und zusammen tanzen:

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    Am 16.05. wird sie die BiiLINGUAL EP in einer audiovisuellen Live-Performance vorstellen und wir könnten aufgeregter gar nicht sein. Falls ihr also noch keine Tickets habt, dann seid jetzt schnell:

    Bis dahin hört euch durch MADANii’s Diskografie durch und überzeugt euch selbst, welche absolute Legende hier gerade heranwächst.

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    Fotocredit: Andjani Autumn

  • feinperlig. die musik-literarische Kolumne: FRÜHLING BIS SOMMER – Meine Woche mit Stella Sommer

    feinperlig. die musik-literarische Kolumne: FRÜHLING BIS SOMMER – Meine Woche mit Stella Sommer

    In seiner sechsten feinperlig. Kolumne war Musikjournalist Johannes Martin eine Woche lang im Bann des neuen Albums von Die Heiterkeit.

    Als Berliner habe ich lange Zeit mit einer gewissen Eifersucht auf die Hamburger Musikszene geschaut. Blumfeld, Bernd Begemann, Kettcar, Die Braut haut ins Auge, Tocotronic – und später dann Die Heiterkeit. All diese Bands transportierten ein Gefühl von diskursivem Pop, von eleganter Melancholie, Ironie und Widerstand. Eine Art Verlorensein mit Haltung. Ich habe dieses Gefühl gesucht – und in der Hansestadt gefunden.

    Die Heiterkeit

    Von Stella Sommer und Die Heiterkeit hörte ich zum ersten Mal 2015. Das Doppelalbum Pop & Tod I + II mit dem Eröffnungssong Die Kälte sprach mich sofort an. Schon die Eröffnungszeile ging mir durch Mark und Bein: „Da wo ich wohne, ist es immer kalt, kalt, kalt.“ Und mir – paradoxerweise – wurde warm zumute. Heute ist Sommer die alleinige Stimme und kreative Kraft hinter Die Heiterkeit. Ihr aktuelles Album Schwarze Magie hat mich überrollt. Im besten Sinne. Im Zeitraum der Albumveröffentlichung sollte ich eine kurzweilige Woche mit Stella Sommer verbringen.

    Von Frühling bis Sommer

    Im Frühling falle ich traditionsgemäß in eine leichte Melancholie – ausgerechnet dann, wenn alle anderen aufblühen. Während Berlin aus allen Nähten platzt vor Parkromantik, Picknickdecken und Biergartenseligkeit, möchte ich mich manchmal einfach verkriechen. In meine Höhle, unter die Decke, ins eigene Innenleben. Musik hilft da. Die richtige Musik – und Stella Sommer liefert genau das.

    Aufgewachsen in St. Peter-Ording, gründete die Musikerin 2010 Die Heiterkeit in Hamburg, zunächst als Trio. Vier Alben folgten in wechselnder Besetzung, Umzug nach Berlin, außerdem drei englischsprachige Soloalben und ein Nebenprojekt namens Die Mausis mit Max Gruber alias Drangsal. Schwarze Magie ist nun die Rückkehr zum Bandprojekt.

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    Schwarze Magie

    Musikalisch orientiert sich das Album mit Anklängen am Great American Songbook, Elvis, Folk, frühen Country, Cohen und Baez – aber auf ganz eigene Weise. Musik, die sich nicht aufdrängt, aber fesselt. Die Musik flattert in düsterer Eleganz, gespickt mit feinem, manchml bittersüßem Wortwitz. Stella Sommers sonore Stimme erinnert mich manchmal an Patti Smith, ist aber vor allem eines, unverwechselbar. Alles ist wie mit feinem Pinselstrich gemalt – inklusive der Produktion von Moses Schneider, der der Platte eine angenehm unaufgeregte Tiefe verleiht. Das ganze Projekt wirkt fast zwanghaft durchdacht.

    Fischtage

    Bei der Buchpremiere von Charlotte Brandis Romandebüt „Fischtage“ im Maschinenhaus in Berlin traf ich Stella Sommer – wir wurden uns kurz vorgestellt, dann sprach ich ihr meine Hochachtung aus. Ich erwähnte aber auch, dass ich Die Heiterkeit (und Tocotronic) zwar liebe, sie aber nicht grooven. Totaler Quatsch, eigentlich. Was ich meinte: Schwarze Magie klingt für mich wie das beste Hamburger-Schule-Album der letzten Jahre – nur eben aus Berlin. Leise, aber eindringlich. Und ja, es groovt – nicht im klassischen Sinn, eher als innerer Rhythmus. Wie ein Herzschlag.

    Noch am selben Abend kaufte ich mir ein Ticket für das anstehende Konzert im Lido. Das Album wollte ich mir vor Ort als Vinyl kaufen. Auf Spotify ist es nur in Auszügen verfügbar. Ein Statement. Und auch ein Qualitätsversprechen: Musik zum Hören, nicht zum Skippen. Eine Woche lang hörte ich das komprimierte Album hoch und runter.

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    Läute die Glocken*

    Das Konzert im Lido fällt auf den folgenden Mittwoch. Das ehemalige Kino an der Schlesischen Straße ist in rotes und blaues Licht getaucht ist. Die Heiterkeit treten zu fünft auf. Stella Sommer intoniert den ersten Song Alles was ich je geträumt hab zurückhaltend, auch weich, getragen und beinahe sakral. So klingen viele der neuen Songs. Statt brachiale Keyboardflächen, wie noch auf dem Vorgängeralbum Was passiert ist, dominieren hier dezente Folk- und Countryklänge. Die Arrangements erinnern an Harold Arlen, Rick Rubin oder Leonard Cohen. Ein Song, Santa Ana, ist in direkter Anlehnung an They Call the Wind Maria entstanden, einem seltsam schönen Country-Song aus dem Jahr 1951.

    Als die Band Teufelsberg spielt, denke ich an Goethes Brocken, an Thomas Manns Zauberberg, an Wagner, Wind und Mondlicht. Übertrieben? Vielleicht. Funktioniert meine Assoziation hin zu deutscher Naturromantik? Irgendwas rührt da in mir. Der Teufelsberg ist nicht nur ein Trümmerberg in Berlin-Grunewald – er ist auch Projektionsfläche für alles, was verloren ging und noch immer in uns arbeitet. Winde, Geister und Berge – ich höre die Glocken läuten.

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    Geister

    Schwarze Magie ist kein politisches Album im klassischen Sinne. Es spricht nicht direkt über Kriege oder Krisen. Und trotzdem fühlt es sich zeitgemäß und dringlich an. Vielleicht, weil es tiefer gräbt. Weil es dort ansetzt, wo einfacher Sprachgebrauch aufhört und Lyrik beginnt. An dieser Stelle empfehle ich, die Texte des Albums separat zu lesen.

    Im Pressetext heißt es: „Die Götter sind malade und kraftlos, die Geister zu porös zum Spuken.“ Und so liegt es wieder an Die Heiterkeit, uns an der Hand zu nehmen und durch die Dunkelheit zu führen.

    Einer der letzten Songs beim Berlin-Konzert ist Die Kälte. Ich lausche gebannt. Nach 100 Minuten ist Schluss. Ich bin merkwürdig erleichtert – und tief bewegt. Am Merchstand lasse ich mir die Platte von Stella Sommer signieren. Ich erwähne noch mal mein Groove-Missverständnis, aber Stella sagt nichts dazu. Vielleicht hat sie es nicht gehört. Vielleicht war es nicht wichtig.

    Die ich rief, die Geister, werd‘ ich nun nicht los. Auf dem Nachhauseweg war ich geheimnisvoll erfüllt, nach einer Woche mit Stella Sommer und Die Heiterkeit.

    *Läute die Glocken ist der erste Song auf dem Album Schwarze Magie.


    Die Heiterkeit – Schwarze Magie (Buback/VÖ: 21.03.2025) / http://dieheiterkeit.de/

    „feinperlig.“ ist eine musikalisch-literarische Kolumne von Johannes Martin, die sich an seine seit 2022 laufende gleichnamige Interviewreihe anschließt. In dieser spricht er mit Künstler*innen, Verleger*innen, Booker*innen und anderen Persönlichkeiten in der deutschen Kulturlandschaft. Durch die jetzt schriftliche Version dieser Reihe bekommt seine Kolumne und seine Einordnungen der musikalischen Kulturlandschaft endlich auch ihren Platz.

    Fotocredit: Johannes Martin

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  • untoldency proudly presents: Sirens Of Lesbos am 11.05.2025 in Berlin

    untoldency proudly presents: Sirens Of Lesbos am 11.05.2025 in Berlin

    Es gibt zwei Schwestern, die seit ein paar Jahren die Hip Hop und Jazz Welt nicht loslassen. Es ist die Rede von Sirens Of Lesbos, das eritrerische-sudanische Duo aus der Schweiz, die mit ihrer Band vor zwei Wochen ihr drittes Album i got a song, it’s gonna make us millions herausgebracht haben. Mit diesem sind sie nun auf Tour und machen am 11. Mai im Gretchen Berlin Stop. Für Fans von Childish Gambino, SAULT, Amber Mark oder Ezra Collective: ihr werdet hier auf jeden Fall auf eure Kosten kommen.

    i got a song, it’s gonna make us millions

    Wenn eins Sirens Of Lesbos auszeichnet, dann ihre einzigartige Mischung aus Soul, Hip Hop, Jazz und Electronica. Sie machen einfach das, worauf sie Bock haben! Und das mit einer dynamischen und fesselnden Energie, die ihnen viele Fans auf der ganzen Welt gewonnen hat. Inspirationen zieht sich die Band aus dem modernen Hip Hop, britischen Pop der 90er, Afrobeats oder LoFi-Indie Acts wie Mk.gee. Die Range ist weit, das Resultat zieht in den Bann. Vor allem durch die persönliche Tiefe, die die Schwestern Jasmina and Nabyla Serag in ihre Songs reinbringen. Ihre Identität befindet sich an der Schnittstelle zwischen der nordostafrikanischen Kultur ihrer Eltern und der westlichen Kultur der Schweiz, wo sie leben. Unmöglich, sich als genau eine Sache zu identifizieren, haben sie genau das angenommen: „We have always been many things.” Und das zu sehen und zu hören, ist genau das, was so viel Spaß macht:

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    Am 11.05.2025 kommen sie mit i got a song, we’re gonna make millions auch auf Tour in Berlin, und machen vielleicht genau das. Millions. Aber nur wenn ihr mithelft:

    Um noch ein wenig tiefer in die Diskografie von Sirens Of Lesbos zu gelangen, empfehlen wir euch direkt das neue Album – viel Spaß!

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    Fotocredit: Lucie Rox

  • untoldency proudly presents: Mustafa am 14.05.2025 in Berlin

    untoldency proudly presents: Mustafa am 14.05.2025 in Berlin

    Es gehen nicht viele Stimmen so unter die Haut wie die von Mustafa. Der sudanesisch-kanadischer Singsongwriter schreibt Songs wie Gedichte, offen und persönlich, traumatisierend und heilend zugleich. Seine Stimme legt sich dabei über die ruhigen Folkmelodien wie keine andere. Mit seinem berührenden Debütalbum Dunya, was so viel bedeutet wie „die Welt mit all ihren Fehlern“, geht er nun auf Tour und macht dabei auch einen Stopp in Berlin – und wir sind mehr als stolz, diesen mitpräsentieren zu dürfen.

    What good is a heart?

    Mustafa ist einer der Künstler, die tief unter die Haut gehen. Auf seinem Debütalbum Dunya, verarbeitet er die Themen, die ihn und die Welt in den letzten Jahren beschäftigt haben auf eine mehr als berührende Art und Weise. Darunter ist das Aufwachsen in Toronta, Kanada inmitten Straßengewalt und Gangkriege, die mehrere seiner Freunde mit viel zu jungen Jahren das Leben kostete. Darunter ist auch der fortlaufende Bürgerkrieg in seiner zweiten Heimat, Sudan, und der auch immer noch fortlaufende Genozid in Gaza. Aber auch das Finden seiner Selbst inmitten einer Welt, die auseinander fällt und die versuchte Überbrückung von Differenzen zwischen Menschen, die immer weiter auseinandergehen. All das packt Mustafa in seine Lieder, die gleichermaßen traurig wie hoffnungsvoll sind. Und all das ist der Grund, was seine Musik so unfassbar schön macht.

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    Am 14.05. wird er im Heimathafen Neukölln diese zerreißend wunderschöne Energie auf die Bühne bringen!

    Hört hier in das berührende Debüt rein!

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  • untoldency proudly presents: daste. am 31.05. in Hamburg und am 01.06.2025 in Berlin

    untoldency proudly presents: daste. am 31.05. in Hamburg und am 01.06.2025 in Berlin

    Wir geben es jetzt mal ganz frei zu: wir haben eine Schwäche für australische Bands und Artists. Es ist schwer, zu sagen, was genau es ist, das uns so in der Musik schwelgen lässt, die an der Küste am anderen Ende der Welt entsteht. Vielleicht ist es das Flair vom umgebenen Ozean, die Entfernung zum Rest der Welt, oder der Lifestyle, der offen und modern ist, aber auch mit seinen eigenen Struggles zu kämpfen hat. So oder so haben wir immer ein Ohr offen für neue Musik from Down Under und als wir daste. gehört haben, wussten wir: diese Band kommt auf unseren australischen Zettel.

    Dieser Goldküsten-Groove

    daste. sind ein Trio von der Goldküste Australiens, das eingängige Indie-Pop-Musik mit sanften R&B/Soul-Einflüssen macht. Für Fans von LEISURE, Tora, Two Another und Jungle ist dies ein direkter Anspieltipp. Sobald der Sound von daste. einmal ins Ohr geht, bleibt er drin. Es sind die smoothen soul-jazzigen Noten gepaart mit verspielten Elektro und Indie-Einflüsse, die ihren Sound perfekt für einen entspannten Sommer machen. Sie jetzt auf dem Zettel zu haben, kann viel gute Musik am See bedeuten.

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    daste. gehen nun zum ersten Mal auf Europa und UK-Tour! Mit ihrem zweiten Album dasteWORLD, das im Februar 2025 erschienen ist, werden sie nun die Goldküste auch zu uns bringen. Am 31.05. im Turmzimmer Hamburg und am 01.06. im Privatclub Berlin könnt ihr genau das erleben:

    Auf unserem Insta-Kanal habt ihr außerdem die Chance, 1×2 Tickets pro Stadt zu gewinnen! Für ein wenig Goldküsten-Vibes in kleinen süßen Indie-Clubs.

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  • untoldency proudly presents: Tal Arditi am 03.05.2025 in Berlin

    untoldency proudly presents: Tal Arditi am 03.05.2025 in Berlin

    Tal Arditi ist einer dieser Künstler, in die wir uns zuerst live verliebt haben. Als Support für Black Sea Dahu hat er uns in 2023 total verzaubert. Eine One-Man Show, mit Gitarre, Loop-Station und einer positiven Ausstrahlung, die bis in die letzte Reihe vom Huxleys vorgedrungen ist. Seitdem verfolgen wir den Wahl-Berliner auf seiner musikalischen Reise, zuletzt haben wir ihn in unsere eigene untold pop up show eingeladen, um genau diese Energie in einer Livesession für euch alle einzufangen.

    Can’t Get Enough of Tal Arditi

    In seiner musikalischen Welt treffen sich Folk, Akustik, Indie und elektronische Einflüsse. Da kann man schon mal an James Blake, José González oder Woodkid denken. Und da ist es auch egal, wie groß oder wie klein der Raum ist, den Tal Arditi bespielt – die Emotionen, die er musikalisch miteinander vereint, treffen alle direkt ins Herz. Es ist bestimmt eine Mischung aus Charme, Talent (immerhin hat er mit 18 schon sein Jazzstudium abgeschlossen?!) und dem Gefühl für die richtigen Melodien.

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    Letztes Jahr haben wir schon seine erste Headline Show mit Band in Berlin präsentiert, für seine Show am 03.05. im Privatclub Berlin wird er wieder solo verzaubern, hat aber eine eigene und aufwendige Lichtshow ausgetüftelt! Das wird besonders, wir fühlen’s. Tickets kosten nur 14€, das kann man durchaus mal investieren, um Herzenkünstler zu unterstützen, die bisher alles DIY wuppen, oder?

    Ende März hat Tal seine neue EP Close Your Eyes rausgebracht – dies ist ein sehr guter Anlass, da mal reinzuhören!

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    Fotocredit: Alicia Pfeifer