Kategorie: untold concerts

  • untoldency proudly presents: Acoustics Concerts 2022

    Die Acoustics Concerts gehen in eine neue Runde: Auch in diesem Jahr findet die akustische Konzertreihe natürlich statt und wir freuen uns tierisch, auch in diesem Sommer wieder für euch dabei zu sein und euch die vielleicht schönsten Open Air-Konzerte des Jahres – 39 sind es insgesamt – und die Künstler*innen vorstellen und präsentieren zu dürfen. Alle Infos zu den Acoustics Concerts gibt’s hier.


    Akustisch, hautnah und handgemacht. Vor inzwischen bereits 12 Jahren entstanden die Acoustics aus der Leichtigkeit einer spontanen Idee: 3 Newcomer-Bands, jeweils 30 Minuten, rein akustisch. Outdoor. Auf einer kleinen Bühne eines bekannten Clubs. Aus einer einmaligen Show auf der Außenfläche vor dem Knust in Hamburg hat sich eine etablierte Reihe in ganz Deutschland entwickelt. Der Pandemie zum Trotz fanden die Acoustics Concerts 2021 in sieben Städten mit insgesamt 126 Konzerten auf 42 Veranstaltungen statt. Und in diesem Jahr wird die Geschichte weitergeschrieben.

    Der Städte-Fahrplan umfasst in diesem Jahr Leipzig (Moritzbastei), Dresden (Groovestation), Berlin (Zenner), Hamburg (Knust), Essen (Weststadthalle), Magdeburg (Moritzhof) und Offenbach (Hafen 2).


    Das Line up

    Auch in diesem Jahr zählt für die Acoustics Concerts der Newcomer*in-Gedanke, so dass ihr sowohl etablierte Künstler*innen im Line up findet, als auch kleine Diamanten, die im Licht des Sonnenuntergangs auf der Acoustics-Bühne strahlen werden. Freut euch also auf Artists wie Elena Steri, Julian Brown, Luca Vasta, Ottolien, Stanovsky, Varley und viele, viele mehr.

    Auch in diesem Jahr werden wir euch diese tollen Künstler*innen im Rahmen unserer euch schon aus dem letzten Jahr bekannten Formate Quickfire, 3 Fakten über und 3 Fragen an vorstellen, die ihr ab Juli 2022 auf dem Instagram-Kanal der Acoustics Concerts finden könnt. Und natürlich wird es auch auf unserer Website wieder ein paar schöne Interviews geben – damit ihr schon vor den Konzerten wisst, wie die Artists so ticken. 

    Für den besonders schnellen Überblick haben wir euch die einzelnen Künstler*innen hier in ihrer vollen Pracht aufgelistet:

    Hier gibt’s alle genauen Daten und Informationen zu den Acoustic Concerts, die ihr braucht. Und Tickets für die einzelnen Shows bekommt ihr hier. Die Konzerte in Offenbach und Essen sind übrigens kostenlos, kommt einfach gerne vorbei. Wir und die Acoustics Concerts freuen uns auf euch!

    Und um sich darauf schon einmal ordentlich einzustimmen, gibt’s hier noch die passende Playlist:

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  • Glücksgefühle auf der Rookery Tour 2022 – Giant Rocks in Hannover

    Glücksgefühle auf der Rookery Tour 2022 – Giant Rocks in Hannover

    Nach langen zweieinhalb Jahren Warten startete Anfang April endlich die Rookery-Tour der Giant Rooks. Mit im Gepäck hatten sie ihr Debütalbum „Rookery“, das die Band im August 2020 veröffentlichte und nun erstmals so richtig live spielen konnte. 

    Dabei hat sich bei den Giant Rooks so einiges getan in den letzten Jahren – Neues Album, neuer Merch, eine Reihe an Festival-Gigs und vor allem eine rasant wachsende Fanbase, die weder über Social-Media noch auf Konzerten zu übersehen ist. Ende letzten Jahres war die Band aus Hamm als Support mit Milky Chance in den USA unterwegs. Ihre darauf angekündigten Konzerte in den USA waren in kürzester Zeit ausverkauft. Chapeau! Nun fand im April die langersehnte Rookery-Tour statt und ich dufte beim Stopp in Hannover dabei sein.


    Support aus Australien: TORA

    Beim Betreten der Swiss Life Hall war ich erstmal kurz baff. Da wurde mir bewusst, was sich alles in den letzten zwei Jahren getan hatte. Wo die Band doch schon 2019 eigentlich kein Geheimnis mehr war, ist mir spätestens beim Betrachten der Halle (die übrigens eine Kapazität von fast 6.000 Besucher*innen hat) klar geworden, dass es die Giant Rooks schon weit gebracht haben. Eine viereckige LED-Leinwand in Form eines Fensters zierte das neue Bühnensetup der Band und machte neugierig auf mehr. Die australische Band TORA hatte an diesem Abend ihr Debüt als Vorband für die nächsten Konzerte der Tour. Eine Band, über dessen Support Ankündigung ich mich wahnsinnig gefreut habe. Ihr elektronischer/Indie-Pop Sound ist eher ruhig, vibey aber dennoch mit viel Dynamik. Tora lieferte einen schönen Start in den Abend.

    Das Konzert begann mit Rainfalls als kleiner Opener und einem anschließend eindrucksvollen Auftakt mit Birth Of Worlds, der ebenso in das Debütalbum einleitet. Ein toller Einstieg mit Gänsehautpotenzial, wenn ihr mich fragt. Von Sekunde eins an ist die Bühne samt der fünf Jungs mit Energie geladen und man weiß sofort: Das wird ein guter Abend! Nun hieß es kurz Luft holen, denn bereits beim zweiten Song Heat Up konnte kaum jemand stillhalten. Der Song fasst ein Giant Rooks Konzert ganz gut zusammen – ausgelassenes Tanzen und Mitsingen! Wenn dann auch noch Sänger Frederik Rabe auf der Bühne tanzt, ist die Ansteckungsrate hoch.

    Selbstverständlich gab es auch Songs der alten EPs zu hören, wie Bright Lies oder Mia & Keira (Days To Come), die mir erstmal ein Nostalgie-Gefühl verpasst haben. Zu meinem Entsetzen hat leider ein wunderschöner Song auf der Setlist gefehlt – und zwar Chapels, der 2017 auf der „New Estate“-EP veröffentlicht wurde. Vielleicht spielen die Giant Rooks mit ein wenig Glück diesen Song ja bald wieder live, *hust*. 


    Giant Rooks präsentieren zwei neue Songs

    Mit Bedroom Exile und Morning Blue stellte die Band zwei neue Songs vor, die an den Sound von Rookery anschließen. Beide sind sehr indie-poppig und dancy mit Ohrwurm-Potenzial. Vor allem Bedroom Exile hat mir sehr gefallen – ein dynamischer Song mit träumerischer Atmosphäre. Die neuen Songs schienen gut bei den Fans anzukommen.

    Nightingales Of The Walled City ist mein persönliches Giant Rooks-Konzert-Highlight. Es handelt sich da um einen unveröffentlichten Song, den die Band seit Jahren nur live spielt (und damit hoffentlich niemals aufhört). Der Song ist schlichtweg ein sieben Minuten andauernder Banger und damit ebenso Auslöser für sämtliche Moshpits. Anschließend muss das Publikum ziemlich fertig ausgesehen haben, denn Sänger Fred sorgte erstmal für genügend Wasserflaschen, die er dann ins Publikum warf – „Wasser auf Giant Rooks Nacken“, scherzte er danach. Sweet. 

    Giant Rooks sind, und das kann man ihnen wirklich nicht absprechen, eine wahnsinnig gute Live-Band. Die Energie und Freude, die jeder der Bandmitglieder auf die Bühne bringt, reißen einen mit und ich muss sagen, mir fehlte das ein oder andere Mal wirklich die Luft. – Also pure Glücksgefühle. 

    Nach eineinhalb Stunden neigte sich dann das Konzert langsam dem Ende zu. Als Zugabe gab es unter anderem eine wunderschöne Pianoversion von All We Are zu hören, die mir erneut Gänsehaut verpasste. Mit Watershed haben die Giant Rooks dann die Halle zum letzten Mal an diesem Abend so richtig aufgeheizt. Alle trommelten mit ihren Füßen auf den Boden, die Stimmung war nicht zu toppen. Fazit des Abends: Ein sehr gelungenes Konzert bei dem ich viel geschwitzt, getanzt und gesungen habe.

    Nun geht es für die Giant Rooks weiter auf Nordamerika und Europa-Tour. Es war mir mal wieder eine besondere Freude, herzlichen Dank für den schönen Abend! Ich hab’s vermisst.


    Und falls ihr nicht genug bekommt:

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    Fotocredit: Julia

  • Die Golden Hour hat geschlagen: Jeremias Tour 2022

    Die Golden Hour hat geschlagen: Jeremias Tour 2022

    Wer JEREMIAS sind, muss wahrscheinlich den wenigsten hier erklärt werden. Wie Dascha schon in ihrer Review zum Debütalbum golden hour geschrieben hat, sind in den letzten Jahren wohl nur wenige Bands so schnell so weit gekommen wie die vier Jungs aus Hannover. Mit ihrem warmen Sound konnte die Band schon vor Release ihres Debütalbums viele Ohren und Herzen erreichen und waren unter anderem Vorband bei Giant Rooks und OK Kid. Aktuell dürfen sie Cro auf seiner Tour begleiten.
    Glücklicherweise können JEREMIAS knapp ein Jahr nach dem Release ihrer Platte endlich auch auf eigene Tour gehen. Die Jungs hatten unter anderem zwei Tourstops im schönen Gloria in Köln. Bei der zweiten Show durfte ich netterweise zu Gast sein.

    Skate Punk vs. Indie

    Als ich gelesen habe, wer in Köln Voract sein wird, war ich erstmal überrascht und mindestens doppelt so hyped. Denn: kevin kenne ich eigentlich aus einer ganz anderen Musik Bubble, die ich bisher nicht mit JEREMIAS in Verbindung gebracht habe. 

    Ich hatte im Vorhinein ehrlich gesagt ein paar Bedenken, wie das sanfte JEREMIAS Publikum auf kevins Skate Punk reagieren wird. Diese Bedenken haben sich allerdings als unbegründet herausgestellt. kevin wurde nicht gedodged, sondern ganz im Gegenteil, sehr gefeiert und das Publikum hat ordentlich mitgevibed. 

    Es hat unglaublich Spaß gemacht, kevin auf der Bühne zuzuschauen, weil er es geschafft hat, seine Energie und Freude bei dem, was er macht auf das Publikum zu übertragen. Da war es auch nicht dramatisch, dass eine Saite gerissen ist. Ich bin sicher, dass er an diesem Abend einige neue Fans dazu gewonnen hat.

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    So sehr ich mir die Frage stelle, wie JEREMIAS auf kevin gekommen sind, umso mehr freue ich mich bei seiner zweiten Show ever dabei gewesen sein zu dürfen. Ja, richtig gelesen, seine zweite Show. Und dann gleich bei JEREMIAS. Not so bad I guess.

    Von Köln nach Paris

    Kommen wir zu den Protagonisten des Abends. Nach einer längeren Pause wird es dunkel. Anstatt von der Band werden die Zuschauer*innen mit spektakulären Lichtern und einer kurzen Story einer KI Stimme begrüßt.
    Dann ist es so weit, JEREMIAS tauchen auf und starten direkt mit ihrem Song Paris. Das Publikum rastet aus (man hätte es ahnen können), erfreut sich des Momentes und grölt euphorisch mit.

    Nach hdl ist zu meiner Freude diffus an der Reihe. Und ja, mein liebster JEREMIAS Song klingt auch live unglaublich gut. Ich habe mir an diesem Punkt sogar extra nochmal eine Sidenote mit einigen Ausrufezeichen gemacht, wie gut die Jungs live spielen.

    Nach nie ankommen wurde ein bisher nicht veröffentlichter Track namens unique gespielt. Auch dieses Liebeslied hat den typischen, warmen JEREMIAS Sound und mir Italien Urlaub Vibes geschenkt. Darauf folgen die beiden Tracks vom aktuellen Album ich mags und mio

    Nachdem die vorherigen beiden Songs sehr powerfull waren und das Publikum zum beben gebracht haben, kam mit Grüne Augen lügen nicht etwas Ruhe in den Saal. Da man der Band ja auch mal eine kleine Pause gönnen muss, hat das Publikum einen Großteil des Gesanges übernommen. And I cannot deny, das war wirklich sehr(!) schön.

    Stille, Stille.

    Mein Highlight des Abends war tatsächlich ein weiterer unreleaster Song, um genau zu sein, eine sehr schöne und zugleich sehr traurige Ballade. Die Zuschauerschaft war während des gesamten Tracks extrem aufmerksam und fokussiert.  Auch ich stand einfach da und war vor allem vom Text mehr als gebannt. Der Fakt, dass nach dem Song der ganze Saal für 1-2 Sekunden komplett still war, unterstreicht nochmal gut, wie intensiv das war (wow, how dramatic).

    Die kurzzeitig doch etwas bedrückte Stimmung, wurde dann mit schon okay und bésame mucho easy wieder aufgelockert.

    Wir neigen uns dem Ende des Konzertes und somit auch dem meines Berichtes zu. Als krönenden Abschluss gab es nochmals den alten Hit Sommer, welcher samt Moshpit gebührend gefeiert wurde.
    Also. Zusammenfassend können wir sagen: Es war ein rundum schönes Konzert. Sold out, schöne Location, ein gut gestimmtes Publikum und ein sehr, sehr guter Vorract. Und man kann nicht leugnen, wie gut sich JEREMIAS live machen. Herzlichsten Dank, es war sehr schön.

    Wenn du jetzt Lust bekommen hast, etwas zu golden hour zu tanzen, kannst du das jetzt hier machen.

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    Fotos: Lara

  • untoldency proudly presents: Acoustics Concerts 2021

    untoldency proudly presents: Acoustics Concerts 2021

    Vielleicht habt ihr es schon mitbekommen: untoldency ist die erste große Kollaboration eingegangen – und sie könnte nicht schöner sein. Seit dem 23.06. dürfen wir die Acoustics Concerts begleiten und in diesem Rahmen sowohl auf ihrer eigenen Seite als auch auf unserer Plattform die Künstler:innen vorstellen, die dieses Jahr dort spielen werden. Nachfolgend findet ihr alle Infos zu den Acoustics Concerts.


    “Akustisch, hautnah, handgemacht” – das ist das Motto der Konzertreihe, die jetzt schon ins 11. Jahr geht. Falls ihr noch nie von den Acoustics Concerts gehört habt, so dürfen wir die euch (auch absolut objektiv) wirklich ans Herzen legen. Sie legen ihre Liebe für Livemusik in ein Format, das drei Monate lang verschiedene Künstler:innen auf die Sommer Open-Air Bühnen des Landes bringt (natürlich unter den derzeitigen Bestimmungen). Bei insgesamt 42 Shows in 7 Städten habt ihr in den nächsten Wochen die Möglichkeit, in intimer Atmosphäre wundervollen Acoustic-Shows zu lauschen. Die glücklichen Städte werden sein: Hamburg, Berlin, Hannover, Essen, Magdeburg, Dresden und Offenbach.

     
    Das Line-Up

    Eigentlich sollte jede:r von euch ein paar Geheimtipps der Indie-Szene auf dem Line-Up herumfliegen sehen. Von den Kytes über Lina Maly zu Luke Noa – hier ist wirklich groß und klein aus unserer geliebten Indie-/Deutsch-Pop-Szene vertreten. Auch Bands wie Provinz oder KLAN traten vor ihrem nationalen Durchbruch schon dort auf. Und wer weiß, welche zukünftigen Erfolgsgeschichten ihr im Laufe der Konzertreihe noch entdeckt.

    Für die Acoustics Concerts zählt deshalb ebenso der Gedanke des Newcomer:innen-Supports. Da setzen wir natürlich sofort unsere Unterschrift drunter. Ihr merkt, es lassen sich viele Gemeinsamkeiten finden. Deshalb freuen wir uns umso mehr, hier mit an Bord sein zu dürfen und euch die Bands und Künstler:innen nicht nur im Rahmen der Konzerte, sondern auch über Vorstellungen bei uns näher zu bringen. Wir haben dafür die Formate Quickfire, 3 Fakten über und 3 Fragen an ins Leben gerufen, die ihr ab sofort auf dem Instagram-Kanal der Acoustics Concerts finden könnt. Außerdem wird es auf unserer Website auch Interviews geben – damit ihr schon vor den Konzerten wisst, wie die Künstler:innen so ticken. 

    Hier gibt’s alle genauen Daten und Informationen zu den Acoustic Concerts, die ihr braucht. Und Tickets für die einzelnen Shows bekommt ihr hier.

    Wir freuen uns auf einen tollen akustischen Sommer – und vielleicht sehen wir uns ja auch auf einem der Konzerte!


    Für den schnellen Überblick haben wir euch die einzelnen Künstler:innen hier schon einmal aufgelistet:

     

    Und zum vorher einmal Reinhören gibt’s natürlich auch eine Playlist:

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  • International Music: Songpremiere auf dem ESNS-Festival

    International Music sind zurück. Das ist mittlerweile schon kein Gerücht mehr, denn dass das neue Album 2021 kommt, hat die Band aus dem Ruhrgebiet schon vor einiger Zeit angekündigt. Nun haben sie in einem kurzen Live-Set auf dem Eurosonic Noorderslag Festival sogar einen neuen Song gespielt und einen prickelnden Vorgeschmack geliefert.

    Dass wir jetzt, Anfang 2021, Konzerte immer noch etwas seltsam erleben, ist ja keine Neuigkeit. Aber ich hab auch echt nichts dagegen, ist doch schön. Popcorn gemacht (sogar zwei verschiedene Sorten) Füße hoch und ab gehts. Die Stimmung könnte nicht besser sein, so reden wir es uns jedenfalls ein. Der Screensaver kündigt International Music bereits an, ich sitze mit meinen beiden Mithörerinnen vor der Glotze und warte.

    Ich hatte das Glück, International Music im Dezember 2019 noch einmal richtig live gesehen zu haben. Und zwar im Makroskope in Mülheim a.d.R., einem super kleinen und gemütlichen Subkulturzentrum. Wir haben geschwitzt, gesungen und ich habe am Ende sogar geheult. Entsprechend groß war die Freude nach langer Funkstille die drei Musiker jetzt wieder live zu sehen.


    Endlich wieder farbiges Licht

    Und dann geht’s endlich los. Die ersten Takte von „Country Girl“ erklingen. Unsere Käsemauken wippen auf dem Couchtisch im lethargischen Rhythmus der Musik. International Music, bestehend aus Pedro am Bass, Peter an der Gitarre und Joel am Schlagzeug, stehen in einem leeren Club auf einer professionell abgefilmten Bühne. Super cool steht der eine da im Schlabber-Strickpulli und die anderen beiden in all-black und machen einfach nur Musik. Mitverantwortlich für den unverwechselbaren Sound der Band ist ohne Zweifel der zweistimmige Gesang, den die beiden Frontpersonen Peter und Pedro auch in „Country Girl“ zum Besten geben.

    „Wie gesagt, du bist elektrisch,
    wie du siehst bin ich elektrisiert“

    Und elektrisiert sind wir auch! Schlussakkord, der Song ist vorbei. Es geht irgendwie wahnsinnig schnell. Kein Applaus. Außer von uns mit unseren klebrigen Popcornfingern. Muss reichen. Wie die Faust aufs Auge passt dann der nächste Titel zu unserer mood. „Farbiges Licht“, eines der Herzstücke auf dem 2018 erschienenen Debüt-Klassikers „Die Besten Jahre“. Die Lyrics sprechen mir sowas von aus der Seele.

    „Endlich wieder farbiges Licht,
    Endlich wieder freie Sicht auf Nichts“

    Jawohl, endlich wieder farbiges Licht. Scheinwerfer! Bühnenperformance! Livekonzerte! Sag mir, wer das nicht alles vermisst. Schön, dass die Lichtshow im Konzertstream jetzt auch ne Schippe drauflegt und richtig die Sau raus lässt. Es funkelt und blendet und rotiert. „Freie Sicht auf Nichts“ stimmt allerdings nicht ganz, denn Peter und Pedro liefern uns sogar eine kleine wechselseitige Tanzperfomance, die ziemlich ironisch, aber auch ziemlich lässig aussieht. Wir sind begeistert, die Crowd tobt.


    Die langersehnte Hörprobe

    Und jetzt, ja jetzt, kommt der Moment, auf den wir alle gewartet haben. International Music spielen uns einen neuen Song namens „Museum“.
    Ein düsteres, gezupftes und mit allerlei subtilen Effekten belegtes Gitarrenintro erklingt. Beim ersten Hören etwas undurchsichtig in der Harmoniefolge, aber deshalb umso interessanter. Pedro singt hier diesmal allein mit seiner eindringlichen Stimme die ersten Zeilen:


    „Weinen will ich nicht,
    Das befeuchtet mein Gesicht zu sehr“

    Und so ruhig bleibt der Song auch weiterhin erstmal. Nur ab und zu ein paar Akzente des Schlagzeugs und überzeugende Gesten von Pedro während der Gesangseinlage.

    „Fass bitte nichts an,
    Das ist mein Museum,
    Hab ich dir gesagt“

    Textlich definitiv wieder einer dieser typischen International-Music-Momente, für die ich sie so sehr liebe. Langsam und schleichend baut sich dann ein Klimax auf, Joel steigert die Frequenz der Schläge auf den Toms in Analogie zu meinem Herzschlag. Ein lakonisches Fill, eine Pause und etwas unbeholfen stolpert der Song dann in den Drop zum Endpart. Vollinstrumentiert lässt der Song jetzt Platz zum Wirken und Entfalten. Und man kann wunderbar über diesen eindrucksvollen Text nachdenken, während der Song gemächlich ausklingt und die ersten Zeilen, diesmal gesungen von Peter, wiederholt werden.

    „Weinen will ich nicht,
    Das befeuchtet mein Gesicht zu sehr“

    Tja, und das war’s dann auch schon. Drei Stücke und nur ungefähr 11 Minuten. Zugegeben kurz, aber wirklich schön. Meine Mithörerinnen und ich haben jedenfalls mega Bock auf’s neue Album. Das wird ganz groß.

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    Fotocredit: Alfred Jansen, ESNS

  • Ein Liebesgeständnis an Giant Rooks und „Rookery“

    Ein Liebesgeständnis an Giant Rooks und „Rookery“

    Giant Rooks sind plötzlich auf Platz 3 der Album Charts – was für viele wahrscheinlich aus dem Nichts gekommen ist, war für andere schon lange, lange voraussehbar. Ihr Debütalbum Rookery reißt wirklich alles ab, was Album mäßig dieses Jahr schon los war und trifft alle Erwartungen genau auf den Punkt. In diesem Artikel erwartet euch nicht nur eine abstandslos begeisterte Review, sondern auch noch ein Konzertbericht zu ihrer digitalen Record Release Show aus dem Tempodrom. Sind für mich zwei sehr gute Gründe weiterzulesen, no?
    Vor Erfolg ist immer Arbeit

    Zuerst aber eine klitze-kleine Aufarbeitung der Giant Rooks-Bandgeschichte: Die Indie-Pop Band aus Hamm besteht aus fünf einfach nur knuffigen Bandmitgliedern, die alle schon in der Schule angefangen haben, Musik zu machen: Sänger Fred, Gitarrist Finn, Synthi-Boi Jonathan, Bassist Luca und Schlagzeuger Finn. Zusammen haben sie Ende 2015 ihre erste EP The Times Are Bursting The Lines veröffentlicht, waren mit Kraftklub und Von Wegen Lisbeth auf Tour (hi an alle, die sie da entdeckt haben) und haben im darauffolgenden Festivalsommer alle Herzen der Indie-Republik live erspielt. 2017 kam die zweite EP New Estate, die ihnen in Kombination mit der dritten EP Wild Stare unter anderem den 1Live-Krone-Förderpreis und den Preis für Popkultur für den hoffnungsvollsten Newcomer bescherten. Ziemlich viel Erfolg, noch mehr geile Live-Shows, aber noch kein Debütalbum. Das sollte sich 2020 nach sechs Jahren Bandgeschichte ändern. Wir präsentieren: Rookery.

    Das Setting of Rookery

    Ich persönlich muss leider sagen, dass ich seeehr spät in den Giant Rooks-Zug zugestiegen bin. Ja, ich hab ihn nicht mal an mir vorbeifahren sehen, ehrlich gesagt. Passiert den Besten, leider. Bei der EP 2019 war ich dann aber voll mit dabei, habe mich direkt in King Thinking, Wild Stare und auch bisschen in die Stimme von Frontsänger Fred verliebt. Mit dem Albumrelease immer näher kommend wurde dann ein Corona-abgestimmtes Release-Konzert geplant, welches ich sehr gemütlich mit Gin Tonic in der Hand auf dem Sofa genossen habe. Präsentiert von zart.tv sollte hier einiges aufgefahren werden und ich war wirklich sehr gespannt. Ich muss hier ja niemandem erzählen, was der Entzug von Live-Konzerten dieses Jahr emotional ausgelöst hat. Mein Setting für dieses erste Konzert war also Gin Tonic, zart.tv, die Couch und ein zu diesem Zeitpunkt noch nicht gehörtes Debütalbum der Giant Rooks. Das erwartet euch jetzt.

    „I don’t believe in a life after death, there isn’t such a thing as regret.”

    Dem Konzertbericht folgend kommt hier also eine Review in Setlist-Reihenfolge. Der Timer läuft runter und die Band erscheint auf einer kleinen, süßen und runden Bühne im Tempodrom. Spoiler: Internetverbindung war stabil die ganze Show lang. Der Opener für das Konzert war genau wie für das Album The Birth Of Worlds. Rückblickend wird es auf seine Weise genau so gut das Album eröffnen, wie das Schlusslicht Into Your Arms das Album schließen wird, aber dazu könnt ihr weiter unten lesen (bleiben lohnt sich). Nun erstmal zu Fred’s ersten Worten als er auf die Bühne zu dem ersten Song des ersten Giant Rooks Albums tritt:

    „When you were hidin‘ in the nest, what did I do to make you feel some hope? When it was time to leave the heights, we tried to stay close but then we lost it all.”

    The Birth Of Worlds eröffnet mit einer theatralischen Dramatik, tiefen Klaviertönen und melodischen Klängen einer wunderschönen Leadstimme. „We fade.“ – Der Song bricht nach kaum einer halben Minute und öffnet die Türen zu der Welt in Rookery. Mag sehr cinematisch klingen, aber das ist es auch. Ich habe das Gefühl, ich betrete eine ganz andere Welt. Musikalische Rezepte sind perfektioniert und harmonieren miteinander: literally

     
    The Birth Of Worlds. Ich höre den ersten Song des Albums und weiß, das wird kein normales Album werden, bei welchem ich ein bis zwei Lieder gut finde, sondern das ist direkt für mein Herz geschrieben. Klingt kitschig, aber das empfinde nicht nur ich so, sondern auch tausende andere alte und neue Giant Rooks Fans. Das hier ist für’s Herz.
    „I’m often scared when in the rookery.”
    Die Setlist überspringt einen Song und landet bei Heat Up. Grandioser Indie-Pop. Ich beschließe, dass wenn mich jemand fragt, was Indie-Pop ist, ich ihm Heat Up zeige. Alles an dem Song macht happy, etwas, was sich für das ganze Album bestätigen wird. Ich höre es live – reminder immer noch auf dem Sofa – und bin gedanklich direkt in der Halle. Alles in mir will tanzen. Ich beginne alle glücklichen Menschen, die nicht-virtuelle Tickets (abgefahrenes 2020-Konzept) für die Show ergattert haben, zu beneiden.
     
    Es folgt Bright Lies –zwar nicht auf dem Album, aber fast umso mehr eine Empfehlung: Hört hier rein, um es nachzufühlen.
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    © zart.tv

    Es braucht ein bisschen, aber dann haut es tief ins Herz. Wie ich vorhin bereits gebeichtet hab, bin ich kein Fan der ersten Stunde, und höre Bright Lies tatsächlich zum ersten Mal richtig bewusst. Mit Song Nummer drei des Abends bin sowas von in meinem digitalen Konzerterlebnis angekommen. Cara Declares War und 100mg folgen und an der Reaktion des Publikums kann ich sehen, dass ich nicht die einzige bin. Apropos sehen. Das Konzert wurde mit einer Augmented Reality (AR) aus allen möglichen Perspektiven gestreamed, das ist so wie ein 360° Telekom-Konzert in gut. Bühnenbilder werden passend zu den Songs digital eingefügt und erwecken die Show zum Leben. Giant Rooks spielen manchmal vor einer Wüste, inmitten von Felsen oder aber auch direkt vor der Sonne. Schon dezent beeindruckend.
    „It was a Wednesday afternoon that I found out about us going to the clouds.”
    Es geht weiter. Ein neuer Song vom Album: All We Are. Der bringt mich nach nur wenigen Sekunden genauso zum Tanzen wie Heat Up und ist doch komplett anders. Die jazzigen Klaviertöne lassen mich leicht an Amy Whinehouse denken, im Giant Rooks-Style halt. Die Upbeat-Melodie des Refrains gefällt mir unglaublich gut und könnte auch gut ein Serieneinspieler für Eine schrecklich nette Familie sein (das ist als Kompliment gemeint). Die rockigen Elemente gemixt mit dem jazzigen Klavier zeigen, wie vielschichtig und genre-übergreifend gut Giant Rooks sind.
     
    Es wird melancholischer im Tempodrom. Misinterpretations kam bereits im Juli raus und hat sich schon das ein oder andere Mal in meine privaten Playlisten eingeschlichen. Es ist nicht langsam oder leise, sondern einfach nur schön. Eine schwere Ladung Instrumente und einzelne Gitarrentöne, die live immer noch so viel geiler klingen, erfüllen zum Ende des Songs die ganze Halle und reichen bis zu meiner Couch. Leute, hört euch dieses Album an.
    „I wanna break the silence but it’s so beautiful.”
    Es folgt das Live-Debüt von Silence, dem achten Lied auf dem Album. Ganz ehrlich, würde The Birth Of Worlds nicht so gut als Opener funktionieren, hätte ich Silence vorgeschlagen. Er eröffnet mit so viel Power und Vielschichtigkeit, dass ich gar nicht weiß, wohin mit meiner Begeisterung. Es wird sich herausstellen, dass es der Song ist, der nach der Show noch am präsentesten in meinem Kopf anhält.
    “I don’t need reasons to be alone.”
    Wir befinden uns noch immer im Tempodrom und erleben ein weiteres
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    Nur Liebe für dieses Album

    Live-Debüt: Very Soon You’ll See. Auf dem Album befinden wir uns beim vierten Track –und entschuldigt den Ausdruck in dieser sehr professionellen Review, aber: Fuck. Der Anfang kriegt mich direkt. Zu 1000 %. Indie kombiniert mit einem simplen aber geilen Beat, über den Sänger Fred leichtfüßig singt??? Während ich das schreibe, spule ich immer wieder zurück, live (auf der Couch) kann ich das nicht. Aber fuck, ich fühle es. Very Soon You’ll See sticht heraus. Es wird zum Refrain richtig rockig, kehrt zurück zum Anfangsbeat und fügt noch eine sommerliche Akustikgitarre hinzu. Ich habe das Gefühl, ich bin in der Verfestigung der Kombi aller Musik, die ich liebe, gelandet. Giant Rooks, danke dafür.
     
    What I Know Is All Quicksand holt mich live noch einmal ganz anders ab als vorher. Die Single aus Mai fängt melancholisch an, explodiert dann aber, ähnlich wie The Birth Of Worlds. Bei mir setzt sich langsam ein Bild zusammen.

    „They put me in a cage to see what happens when you put one in a cell without an escape plan. If I lose my mind before the first attempt, oh, I’ll never be free again.”

    Was unabhängig von der Musik auf der lyrischen Ebene abgeht, lässt mich an Stellen sehr sprachlos zurück. Genau wie die Bridge zu What I Know Is All Quicksand, die eine so pure Melancholie kreiert, dass ich Gänsehaut bekomme. Hallo, das ist ein Chor. Und das live? Excuse my feelings. Fred spielt ein ruhiges Outro, nur seine Stimme in einer viel zu leeren Halle. Doch wer den Song kennt, weiß: so geht das nicht zu Ende, da knallt’s noch einmal. Die Band steigt nach viereinhalb Minuten Liedlänge noch einmal voll ein und schließt es in einer musikalischen Umarmung ab (das klingt nur so dramatisch, weil ich wirklich, wirklich Konzerte vermisse).

    „Oh, I wanna fall into your arms, where I could hide til kingdom comes.”

    Ich weiß, ihr lest das (hoffentlich) schon eine Weile und ich wrappe jetzt up, wie man das so schön nicht sagt. Ihr alle wisst, dass Wild Stare ein Hit ist, da muss ich euch gar nichts zu erklären. Aber zu Into Your Arms muss ich dann doch ein paar Worte da lassen. Into Your Arms bildet auf dem Album das berühmt langsame Outro. Fred singt mit Autotune und Akustik-Gitarre, im Tempodrom eröffnet sich eine digitale AR-Sternengalaxie, dann erklingt die E-Gitarre und ich bin einfach emotional total offen. Zum Autotune gesellen sich elektronische Beats, um dann wieder in einen Indie-Chor fallen zu lassen, und all das macht Into Your Arms zum schönsten Outro-Song, den ich dieses Jahr gehört hab. Die Welt, die The Birth Of Worlds eröffnet hat, wird mit Into Your Arms geschlossen. Beide Songs rahmen dieses Debütalbum perfekt ein. Von vorne bis hinten stimmt alles, jeder Song harmonisiert, steht komplett für sich und drückt doch eine Vielschichtigkeit aus, die ich Giant Rooks so ehrlich gesagt nicht ganz zugemutet habe. Ich bin sprachlos begeistert.

    „You might guess I’m thinking, but I’m only blinking.”

    Giant Rooks gehen von der Bühne und als wäre alles wieder zurück zur Normalität, schreien alle „Zugabe“, obwohl jeder weiß, dass sie kommt. Und wie sie kommt. Alle meine kleinen Träume werden erfüllt als ich die ersten Töne zu King Thinking höre. Es ist doch immer was anderes, wenn man die Songs live hört, über die man die Band lieben gelernt hat (i know: L A T E). Ich weiß, das Konzert ist gleich zu Ende und reflektiere schon mal, wie gut es war. Das waren die vielleicht schönsten eineinhalb Stunden auf der Couch seit langem. Der Abschluss bildet Watershed, die Pop-Hymne, die gerade ganz Deutschland erobert.

    Fazit: Rookery von Giant Rooks ist Anhalter auf Album des Jahres und bitte mehr Live-Konzerte über zart.tv und AR. Danke.

  • Mighty Oaks – Headline Stop in Berlin, Huxleys

    Mighty Oaks – Headline Stop in Berlin, Huxleys

    Mighty Oaks sind ein kleines Indie-Folk-Phänomen aus Berlin. Die Band, die aus den Mitgliedern Ian Hooper (USA), Claudio Donzelli (Italien) und Craig Saunders (England) besteht,machen schon zehn Jahre lang Musik. In dieser Zeit standen sie schon mit Kings of Leon, Milky Chance, The Lumineers und Chvrches auf der Bühne, hatten ein Top 10 Album und scheinen trotzdem noch immer ein kleines Stückchen unter dem Radar zu fliegen. Falls ihr euch auch gerade fragt „Mighty Oaks, hab ich bestimmt schon mal gehört, aber kann ich gerade nicht zuordnen“, dann hört einfach kurz in die Single Brother rein. Ein paar Sekunden anspielen und ihr wisst, um wen es hier geht. Im Zuge ihrer Headline Tour war ich für euch (und auch irgendwie für mich selbst) auf ihrem Konzert in Berlin.

    Vibing mit Jackson Dyer

    Als Musikliebhaber bedeuten Headline Konzerte einer Band, die man selbst sehr feiert, auch immer die Möglichkeit, den Supporting Act auszuchecken. Meistens sind das Bekannte der Band, Künstler*innen, die beim gleichen Label sind oder die die Band musikalisch sehr mag. In diesem Fall ist es ersteres, der Australier Jackson Dyer war auch schon 2014 auf der Mighty Oaks Tour mit unterwegs.

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    Jackson Dyer am Viben, Photo by me

    Sein Bühnen Set-Up ist sehr minimalistisch, nur ein Mikro, eine Beatstation (oder wie diese Dinger heißen, auf denen man automatisch Sachen abspielen kann) und einem Koffer mit seinem Namen drauf. Hinter ihm ist leider kein Vorhang oder Ähnliches angebracht, sondern alles sieht ein bisschen einsam in dem schon aufgebauten Set-Up der Mighty Oaks Jungs aus. Nichtsdestotrotz überzeugt der sympathische Australiermit seiner leichten und positiven Art. Die One-Man-Show ist ja auch in den letzten Jahren bedeutend einfacher geworden. Mit der richtigen Technik (a.k.a. die „Beatstation“) lässt sich die Musik (fast) genau so gut live einspielen, wie mit einer richtigen Band. Zwar fehlt die Energie einer Live-Band, aber das merkt man Jackson Dyer gar nicht an. Selbstbewusst spielt er sich Song für Song in unsere Herzen, die alle ein bisschen Melancholie der australischen Ozeane vertragen können. Meine persönliche Musikempfehlung, die ich mitgenommen habe und euch hier nicht vorenthalten möchte: The Absolute.

    Darf sie das?
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    professionelles Foto aus dem Fotograben by me

    „Darf sie das?“ Das fragen sich bestimmt vieleLeute in den ersten Reihen, als ich mich sohalb an ihnen vorbeigezwänge und mich mit meinem fresh gedruckten (es war ein Aufkleber mit meinem Namen drauf) Presseausweis direkt vor die Bühne positioniere. Es ist das erste Mal, dass ich auf einem Konzert so richtig professionell Fotos mache, und es ist schon ziemlich cool. Ich war unfassbar nah und frei, mir die perfekten Perspektiven zu suchen. Mighty Oaks eröffnen mit Driftwood Seat und Sänger Ian spielt sich auf der Ukulele warm. Der Song, der erst letztes Jahr auf der gleichnamigen EP erschien, ist schon lange ein Fan-Favorit und wird auf jedem Konzert gespielt. Was manche nämlich nicht wissen, ist, dass die EP eigentlich die erste war, die die drei Wahlberliner im Wedding vor 10 Jahren aufgenommen haben. Veröffentlicht wurde sie aber nie. Nun haben sie sie letztes Jahr neu im Studio aufgenommen, damit wir sie auch außerhalb von Konzerten auf Spotify pumpen können. Während ich versuche, die ziemlich selten gut belichteten Momente auf der Bühne mit der Kamera einzufangen (so typische 1. Welt Konzertfotograf-Probleme), merke ich, wie ich die ersten drei Lieder gar nicht so richtig wahrnehmen kann. Die Zeit geht rasend schnell vorbei und bevor ich mich versehe, bin ich wieder zurück in der Crowd, um das Konzert „normal“ zu erleben.

    So low,…

    Mighty Oaks haben Anfang Februar ihr neues Album All Things Go veröffentlicht und spielen auch viele der neuen Songs. Mich persönlich hat das Album, bis auf ein paar Ausnahmen, zwar nicht so ganz abgeholt, nichtsdestotrotz genieße ich die neuen Songs, die sie in ihrem Set spielen. Ian, Claudio und Craig versprühen live so eine gute Stimmung, dass sie bei jedem Einzelnen hier auch ankommt. Man kann ihnen anmerken, wie viel es ihnen bedeutet, ihre Heimshow in Berlin ausverkauft zu haben.

    Mit So low, so high spielen sie einen weiteren Song der neu aufgenommenen EP Driftwood Seat. Der langsame Part des Sets hat begonnen. Zu diesem Zeitpunkt fällt mir auch erst richtig bewusst auf, wie gemischt das Publikum eigentlich ist. Ich sehe fast mehr Eltern als Jugendliche; die Chance auf einen möglichen Moshpit: -20% (so beschreib ich meine Altersbilanz auf Konzerten). Aber Mighty Oaks Konzerte sind auch kein Platz für Moshpits. Sie sind Platz für ein bisschen Melancholie, für Augen zu und Entspannen, für gut gelauntes Tanzen und Wippen mit relativ viel Platz. Jetzt gerade befinden wir uns aber im ruhigen und langsamen Part und ich muss sagen, ich fühle es komplett. Vor allem Storm berührt mich live sehr. Ich bin auch wirklich beeindruckt von der gesamten Live-Performance der drei Dudes von Mighty Oaks (und des sehr sympathischen Schlagzeugers, dem ich hier nicht seinen Credit unterschlagen will). Sie schaffen es, die gesamte Huxley Halle Berlins in ihren Bann zu ziehen und mehrere ruhige Lieder zu spielen, ohne dass Birgit und Ingrid hinter mir ins Plaudern geraten.

    …so high

    So schön der ruhige Part des Sets war, umso befreiender wirkt der nächste Part, den Ian mit Dreamers einleitet und uns alle zum Tanzen und Mitsingen auffordert. Er hat Recht wenn er sagt, dass die Band von der Energie der Crowd lebt und nur so viel zurückgeben kann, wie wir ihnen entgegengeben. Das muss man uns heute Abend nicht zweimal sagen. Während man zu Dreamers noch leicht verhalten mitschaukelt, spür ich bei Brother die Holzdielen unter meinen Füßen vibrieren. Ganz schöner Turn-Up für die -20% Crowd (aufmerksame Leser verstehen diesen Call Back). Mighty Oaks machen einfach gute Laune. Das Lächeln auf ihren Gesichtern steckt an und ich glaube, jeder erlebt hier gerade ein richtig gutes Konzert.

    I found my love in the great unknown
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    Sänger Ian, © me

    Weiter geht’s mit Howl. Für jeden, der das Lied nicht kennt, hab ich es hier einmal verlinkt, weil das ist nun wirklich ein Meisterstück. The Great Unknown danach ist auch richtig schön,ich spüre das Fernweh Zeile für Zeile in mir entfachen. Ich weiß es als Fan ihrer „alten“ Musik sehr zu schätzen, dass sie nicht nur ihr neues Album spielen, sondern auch die Lieder ihrer vergangenen Alben performen. Das Finale bildet Forget Tomorrow, welches eins der Lieder vom neuen Album ist, die es in meine persönliche Playlisten geschafft haben. Total unerwartet springt Sänger Ian dann auf einmal von der Bühne und bahnt sich seinen Weg zur Tontechnik am anderen Ende der Halle und performt den letzten Refrain vondort. Ich glaube, die Menschen, die dort hinten standen, haben sich sehr gefreut, den hübschen Mann mit Hut auch mal von näher zu sehen. Nach dem vermeintlichen Ende des Konzerts (und den unaufhörlichen „Zugabe“-Rufen) kommen Mighty Oaks noch einmal auf die Bühne, um eine stripped down Akustik-Version ihres Songs Aileen zu spielen. Alle drei stehen sie um ein Mikrofon herum und erklären, dass jeder ihrer Lieder genau so funktionieren muss –akustisch und mit nur einem Mikrofon. Und tatsächlich –es funktioniert. Mighty Oaks schaffen es, viele verschiedene Elemente zusammenzubringen, und kombiniert eine unverwechselbare Stimmung zu erschaffen, die jeden Einzelnen im Raum von ihnen überzeugt. Sie entlassen uns in den Abend mit When I Dream, I See, einem Song,mit dem ich persönlich viel verbinde und den ganzen Abend perfekt in sich zusammenfasst.

    Solltet ihr es bis zum Ende geschafft haben und euch denken, huh, Mighty Oaks, die check ich doch mal aus, ist hier alles, was ihr braucht:

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  • Casper: Zurück zu Hause – Das Abschlusskonzert 2019

    Casper: Zurück zu Hause – Das Abschlusskonzert 2019

    Casper lädt zum achten Mal zu seinem Zurück zu Hause Festival in Bielefeld ein. Dabei sind dieses Jahr Pabst, Amilli und Kummer.

    Das Zurück zu Hause Festival findet dieses Jahr bereits zum achten Mal im Lokschuppen Bielefeld statt. Fans, die in der deutschen Indieszene unterwegs sind, wird dies mittlerweile ein Begriff sein. Etablierter Künstler Casper veranstaltet dieses Festival seit 2012 (anfangs noch unter dem Namen Willkommen Zuhause Festival) in seiner Heimatstadt. Er selbst tritt natürlich auch auf und lädt dazu mehrere Freunde ein. Zu diesen Freunden zählen in den vergangenen Jahren nicht nur bekannte und erfolgreiche KünstlerInnen sondern auch noch relativ unbekannte. So kann es auch als eine Art Sprungbrett für Newcomer bezeichnet werden. So haben auch in früheren Jahren Bilderbuch und Feine Sahne Fischfilet im Bielefelder Lokschuppen performt kurz bevor sie ihren großen kommerziellen Durchbruch erreichten. Ich fahre seit 2015 jedes Jahr kurz vor Weihnachten zwei Stunden nach Bielefeld, um dort zusammen mit meinen Freunden, Casper und Caspers Freunden den Konzertabschluss des Jahres zu feiern.

    Berliner Punkband Pabst läutet den Abend ein

    Pünktlich um 19 Uhr eröffnet die Punkband Pabst die Bühne. Kein großes Set-Up, nur einen Bassisten, den Sänger mit Gitarre und einen Schlagzeuger. Zusammen sind die drei Berliner einlautes Statement, der den Punk zurück auf die große Bühne bringt. Man hört Einflüsse von Post-Punk, Rock und ein paar Indierock-Melodien lassen das Publikum warm werden. Ich persönlich bin kein großer Punk-Fan, aber als ich sehe, wie verausgabend der Schlagzeuger auf seine Drums schlägt, muss ich doch ein bisschen lächeln. Live entwickelt man doch einen anderen Zugang zu Musik als auf Spotify. Als der Sänger zum ersten Moshpit des Abends auffordert, drängen sich sogar ein paar Menschen aus den vorderen Reihen nach hinten, um mitzumoshen. Ich bin mir sicher, dass Pabst, ähnlich wie andere Bands, denen Casper die Plattform bietet, viele neue Fans an diesem Abend gewonnen hat. Sie klingen lebendig, aufregend und hart, auf eine gute Art und Weise. Privat werde ich wahrscheinlich nicht auf sie zurückgreifen, dennoch ist es definitiv ein frischer Wind in der Punkszene und für jeden, der sich darin bewegt. Also –unbedingt auschecken! Zum Beispiel nächstes Jahr als Support von Itchy.

    Träumerischer R’n’B von und mit Newcomerin Amilli

    Amilli könnte euch schon länger bekannt sein. Erst letztes Jahr hat sie überraschenderweise den Förderpreis der 1Live Krone gewonnen und der Ohrwurm Rarri lässt uns seit dem nicht mehr los. Nun hat sie Anfang November ihre Debüt-EP Wings veröffentlicht. Das hat sie auch auf den Radar von Casper gebracht, der sie kurzerhand zum Zurück zu Hause eingeladen hat. Auch ich habe vorher schon in ihre EP reingehört und wusste, was mich zu erwarten hatte. Amilli spielt verträumten R’n’B mit einer leichten Indiemelodie, die einen auf leichte und leidenschaftliche Reisen nimmt. Ihr Bühnen Set-Up erinnert etwas an eine versteckte und verruchte Bar, in der unentdeckte, lokale Musiker ihre selbst geschriebenen Songs und Cover zum Besten geben. Aus Neonschläuchen geformt hängt ihr Namenszug über dem Schlagzeug und verstrahlt rotes Licht. Das Keyboard rechts und der Bassist links rahmen das ganze Set-Up ein. Amilli steht in der Mitte und sobald ihre klare und sanfte Stimmeerklingt, setzt sich alles zusammen. Man wird Zeuge einer intimen Performance und fühlt sich fast so wohl wie zuhause (Wortwitz). Auch wenn ich davon relativ wenig mitbekomme, weil zwei Typen, einer größer als der andere, direkt vor mir stehen bleiben. Doch anstatt mich darüber aufzuregen, schließe ich einfach meine Augen und lasse mich von den musikalischen Klängen Amillis beruhigen. Sie spielt sowohl Lieder aus Wings als auch ein paar neue, die hoffentlich nächstes Jahr erscheinen werden. Jeder einzelne Song hat mich abgeholt und auch wenn ich nicht allzu viel von ihr gesehen habe, bin ich trotzdem begeistert von so viel jungem Talent.

    Kummer reißt den Laden ab

    Das Zurück Zu Hause war dieses Jahr innerhalb weniger Minuten ausverkauft –und das bevor man wusste, wer eingeladen wird. Hätte man gewusst, dass Felix Brummer von Kraftklub mit seinem diesjährigen Solo-Projekt Kummer vorbeikommt, wäre es wahrscheinlich noch schneller ausverkauft gewesen. Mit seinem Debütalbum KIOX hat Kummer wirklich noch einmal ganz ordentlich in der Deutschrap-Szene aufgeräumt. Schon fest zu seiner Setlist gehört Lana Del Reys Song Summertime Sadness, der laut aus dem Off eingespielt wird und das ganzePublikum gemeinsam mitsingen lässt. Der letzte Ton des Songs wird dann leicht gepitcht und geloopt, bis irgendwann am Ende das Intro zu Nicht Deine Musik daraus entsteht. Es ist wirklich nicht übertrieben, wenn ich sage, dass der Laden, kaum dass Kummer die Bühne betritt, sich einmal selbst auseinander nimmt. Wo die Moshpits sind, ist eigentlich egal, weil wir alle eine springende Masse sind. Casper Fans sind KraftklubFans und Casper Fans sind Kummer Fans.

    Kummer und Casper beim ZZH, © Philipp Gladsome

    Songs wie Aber Nein oder Wie viel ist dein Outfit wert lassen niemanden ruhig stehen. Es ist, als würde Kummer ein Solo-Konzert spielen und wir alle sind nur für ihn da. Auch er ist ein bisschen überrumpelt von der Energie, die ihm entgegentritt, und bedankt sich ganz gerührt dafür. Felix ist nur am lächeln und ich kann gar nicht anders, als ihn noch ein bisschen mehr in mein Herz zu schließen. Denn eigentlich ist KIOX gar nicht so die Moshpit-Platte. Eigentlich ist sie sehr persönlich, sehr gesellschafts-und politikkritisch und an Stellen auch sehr traurig. Doch die Stimmung im Ringlokschuppen ist energiegeladen, lebendig und moshig (das ist ab jetzt ein Adjektiv). Nach diesen 40 Minuten bin ich eigentlich auch schon durch mit den Abend. Doch jetzt kommt ja erst der eigentlich Act des Abends, nämlich Casper selbst.

    Endlich angekommen

    Nachdem Kummer von der Bühne ist, ist wieder Warten angesagt. Insgesamt bin ich seit Einlass nun schon vier Stunden hier im Ringlokschuppen und merke, wie meine Knie langsam vom langen Stehen wehtun. Auch mein Rücken fühlt sich nicht mehr ganz so jung an und einen Haufen blauer Flecke habe ich auch schon. Jedes Jahr aufs Neue frage ich mich, wie ich das das Jahr davor ausgehalten habe und warum Casper nicht einfach früher als 19 Uhr mit dem ganzen Spektakel anfängt. Vielleicht spricht auch nur das Alter aus mir.

    Die Leute, die die Bühne umbauen, scheinen auch ein bisschen lange schon gearbeitet zu haben, der verkomplizierte Umbau dauert mal eben 20 Minuten länger als geplant. Nach langer Wartezeit ertönen die allbekannten Töne, die Alles ist erleuchtet einläuten und kurz danach kommt er mit Einsetzen des Basses auf die Bühne gesprungen. Obwohl ich mich noch nie so richtig mit dem Lied anfreunden konnte, ist es ein Liebling vieler und genauso wird es in der Menge auch aufgenommen. Alle springen hoch und begrüßen Casperzurück zu Hause.

    Ich muss sagen, dass ich mich mit 23 Jahren langsam immer wohler bei Casper Konzerten fühle. Viele der jungen Fans sind mittlerweile auch fast Anfang 20 und auch wenn ein paar jüngere immer noch dabei sind, hat sich der Altersdurchschnitt ein bisschen gehoben. Es wird deutlich mehr gemosht als ich es in Erinnerung hatte und allgemein ist es eine sehr angenehme, wenn auch körperlich anstrengende Stimmung.

    Casper lächelt und auch ich muss das ganze Konzert durch lächeln. Es ist immer wieder schön, ihn live zu sehen und ich merke, wie sehr ich ihn das Jahr über vermisst habe. Denn auch wenn ich ihn bewusst kaum noch höre in meinem Musik-Alltag, so kann ich immer noch alle Texte und habe unglaublich viel Spaß. Als dann zum Schluss noch Marteria, Drangsal und Felix (alle sind als Feature während des Konzerts aufgetreten) im größten Moshpit in der Mitte mitfeiern und anschließend nach vorne crowdsurfen, weiß auch Casper, das ist heute alles egal. Und wenn die Show 10 Minuten länger geht als geplant, weil auf einmal alle anfangen, sich zur Bühne tragen zu lassen, dann ist das so.

    „Heute ist alles cool, heute sind wir zuhause“.

    Genauso fühlt es sich auch an. Für Casper war es die erste Solo-Show nach langer Zeit, da er im letzten Jahr nur mit Marteria unterwegs war. Auch mit den vielen Feature Gästen (eben genannte und Ahzumjot), die er sich wie jedes Jahr einlädt, merkt man, wie nervös er ist. Doch das alles kreiert nur eine so unglaublich positive Atmosphäre, dass die vier Stunden Warten komplett vergessen sind. Es ist wahrhaft ein nach Hause kommen. Highlights des Abends sind definitiv die zwei lange nicht live gespielten Lieder Das Grizzly Lied und Endlich Angekommen. Beide sind absolute Herzensfavoriten von mir.

    Nächstes Jahr wird Casper sich weiter zurückziehen, um nach eigenen Aussagen weiter am neuen Album zu arbeiten. Wir dürfen also sehr gespannt sein. Und auf den nächsten traditionellen Jahresabschluss mit dem Zurück zu Hause Festival 2020 warten.