Kategorie: untold concerts

  • Sziget 2026: So war eine Woche auf der Island Of Freedom

    Sziget 2026: So war eine Woche auf der Island Of Freedom

    Eine Woche mit über 300 000 Besucher:innen auf der Island of Freedom liegt hinter uns – das Sziget Festival ist offiziell vorbei und wir haben vor, euch noch einmal unsere Highlights zu präsentieren, also kommt hier ein kurzer Wrap-up von einer Woche Budapest! 

    Am Dienstag ging’s los mit dem Programm und die ersten Acts standen bereits am Vormittag an. Die größeren Stages haben jedoch immer erst ab 16 Uhr mit dem Programm begonnen, wodurch wir den Vormittag auf der Insel eher selten erlebt haben. Dort ist es generell noch sehr ruhig, da viele Party-People noch am Schlafen sind.

    Die Ruhe vor dem Sturm am Vormittag

    Ankommen

    Zuerst ging es aber los mit der alljährlichen Stempeljagd. Zu Beginn des Festivals bekommt man einen Reisepass als kleinen Festivalguide, in dem man ebenfalls Stempel an verschiedenen Stationen der Insel sammeln kann. Dadurch bekommt man einen guten Überblick über das Gelände und muss kleinere Challenges machen. Für eine vollständig absolvierte Stempeljagd bekommen die ersten 5000 Menschen ein Goodie und dieses Jahr gab es Socken oder einen Beutel.

    Tag 1

    Die Highlights waren definitiv Zara Larsson und Sombr als Headliner des ersten Abends. Beide haben eine sehr coole Show abgeliefert und sich definitiv die Slots auf der Mainstage verdient. Abends ging es dann auf der Revolut Stage weiter mit Dijon, einem meiner liebsten Künstler. Auch seine Show war sehr gut besucht und es war mir ein Fest, ihn wieder live sehen zu dürfen. Zum Abschluss gab es noch eine positive Überraschung: Soft Loft. Die Schweizer Band war live wirklich richtig gut und sie hat mich mit ihrer verträumten Musik ein wenig in ihren Bann gezogen. Um 2 Uhr war dann erstmal Schicht im Schacht! 

    Sombr auf der Mainstage

    Tag 2

    Am Mittwoch startete der Nachmittag mit den Giant Rooks, die ich zum zweiten Mal auf dem Sziget erleben durfte und die sich (verdient) von der Revolut Stage auf die Mainstage katapultiert hatten. Dann ging’s weiter mit Natasha Bedingfield, die tatsächlich nicht auf der Mainstage gespielt hat, was ehrlicherweise ein bisschen fehlbesetzt war. Der Andrang bei so einer Legende mit Songs zum Mitsingen war riesig und ich glaube, ich habe die Revolut Stage noch nie so voll erlebt; trotz der Völle hatten alle aber eine gute Zeit. Ich habe auch noch nie so viele Menschen dort im Publikum mitsingen gehört. Natasha hat wirklich abgeliefert! 

    Die Giant Rooks auf der Mainstage am Nachmittag
    Versammlung vor der Revolut Stage bei Natasha Bedingfield

    Weiter im Programm ging es mit den Twenty One Pilots, Chet Faker und Ashnikko. Es war dieses Jahr alles etwas eng getaktet, hatte ich das Gefühl, sodass wir uns nicht alles anschauen konnten. Normalerweise lief immer ein Act auf der Revolut Stage, nachdem der Headliner auf der Mainstage vorbei war, sodass die Massen immer dorthin geströmt sind. Ich kann mir vorstellen, dass sie, um den Strom etwas zu kontrollieren, dieses Jahr die Acts auf diesen zwei Stages lieber zeitgleich laufen lassen haben, was ich jedoch ein wenig schade fand. 

    Zum späten Abend hin folgte dann ein wenig Heimatfeeling auf der DHL Stage: Ikkimel. Ich würde wahrscheinlich in Berlin niemals zu einem Konzert gehen, weil ich mir die Crowd recht anstrengend vorstelle, aber auf dem Festival hat es schon sehr Bock gemacht, da sich alles gut verteilt hat. Live macht Mama Ikki definitiv sehr gute Stimmung! 

    Da es an Tag 3 früh raus ging, haben wir uns danach vom Gelände begeben, obwohl ich mir den ein oder anderen Act gern noch angeschaut hätte, aber es war einfach viel zu spät. Da wir nicht gecampt haben, darf man auch den Weg zurück in die Stadt nicht unterschätzen, der gern mal eine Stunde dauert.

    Tag 3

    Der frühe Vogel fängt den Wurm – oder besser gesagt einen Interview-Slot. Mehr dazu lest ihr allerdings im Dezember!

    Donnerstag war somit der einzige Tag, an dem wir die Insel schon am frühen Vormittag betreten haben und es war noch sehr leer und ruhig. Wir hatten dann ein wenig Zeit, die Sponsoren auszukundschaften. Zuerst ging es zu Aperol. Dort konnte man ein paar Säckchen werfen und sich bei einem Treffer ein Goodie abholen. Mitgenommen haben wir einen Regenponcho (den wir Gott sei Dank nicht gebraucht haben) und einen Beutel. Weiter ging’s zu Revolut. Neben der Stage gab es einen Stand, wo man sich am System einen Code generieren lassen konnte und mit den Zahlen per Zufall etwas gewinnen konnte. Revolut verlost jedes Jahr sowohl kleine Goodies wie Mini-Ventilatoren oder Handyketten, aber auch VIP-Upgrades, Backstage-Touren oder Sziget-Tickets für 2027.

    Nebenan war zudem ein Stand von Notino (die waren sehr präsent dieses Jahr), wo man sich zwischendurch noch einmal etwas frisch machen konnte. Es gab alles über Haaröl, Sonnencreme, Gesichtswasser etc. und mit dem Dyson Airwrap konnte man sich noch einmal die Frise aufhübschen. Notino hatte noch ein kleines Häuschen auf der Insel, wo man unterschiedliche Challenges absolvieren konnte und am Ende ebenfalls ein kleines Goodie erhalten hat. Dafür hatten wir aber keine Zeit mehr, weil wir viel zu lange für die DHL-Fotobox angestanden haben. An sich eine sehr süße Idee, aber leider war die Kameraqualität wirklich nicht die beste. Als Andenken aber völlig ausreichend.

    Danach hieß es erstmal Päuschen und Ausruhen, bis der erste Act gespielt hat. Ich muss zugeben, wir haben dieses Jahr sehr wenig von den anderen Programmpunkten wahrgenommen, weil wir in den Jahren davor schon viel gemacht haben. Ich würde trotzdem jeder und jedem empfehlen, sich mal eine Dragshow oder eine Zirkusperformance anzuschauen oder sich in der Art Zone kreativ auszuleben und einen Magneten oder eine Postkarte zu gestalten. Es gibt wirklich sehr viele coole Dinge abseits des Programms auf den Bühnen, die einfach auch zum Festival dazugehören.

    Oskar Haag

    Die ersten Acts des Tages am Donnerstag waren dann Oskar Haag auf der Light Stage sowie Paris Paloma und Loyle Carner auf der Mainstage. Loyle kannte ich vorher nicht, aber ich fand ihn sehr, sehr gut und wirklich sympathisch. Alle Artists haben sehr schöne Performances hingelegt. Die Paris Paloma-Fans hatten sich außerdem bereits vorne versammelt für den Headliner: Florence + The Machine. Alle waren sehr süß gekleidet und hatten lange Kleider an und Blumenkronen auf den Köpfen.

    Die Florence + The Machine Fans an der Barrikade

    Vor Florence bescherte uns allerdings Lewis Capaldi noch ein intimes Set an sad Songs. Ich hatte mich sehr auf ihn gefreut, da ich seine Musik liebe und ihn selbst auch sehr unterhaltsam finde. Wer Lewis noch nie live gesehen hat, sollte dies dringend nachholen, denn er ist wirklich ein geborener Entertainer. Außerdem hat er angekündigt, dass er an einem neuen Album arbeitet, und ich bin schon echt gespannt! Summa summarum: Wir haben uns an dem Tag also fast nicht von der Mainstage bewegt mit so einem Banger-Lineup. Eine Performance gab es dann aber doch noch auf der Revolut Stage: Parcels. Die australische Indie-/Elektropop-Band übernahm unser Abendclosing. Ich hätte nicht gedacht, dass sie mich live so abholen würden, aber ich war wirklich begeistert!

    Tag 4

    Dieser Tag startete mit Vorfreude auf den Headliner: Bring Me The Horizon. Ich wusste nicht ganz, was mich erwarten würde, aber ich wusste: Es wird krass. Und das war es auch. Ich bin kein riesiger Rock-Fan, aber ich finde, so eine Kult-Band muss man mal gesehen haben. Sie haben mit Pyrotechnik die Mainstage zerlegt und eine wirklich krasse Show abgeliefert.

    Gut eingeheizt hatte Ski Aggu im Vorfeld, von dem wir jedoch auch nicht das ganze Set durch eine Überschneidung mit BMTH sehen konnten. Weitere deutsche Power erhielt die Revolut Stage dann um 1:30 Uhr dank BUNT. Auf das Set hatte ich mich auch sehr gefreut, war dann aber etwas ernüchtert, da er mehr Techno als alles andere gespielt hat. Ich hatte ehrlicherweise mehr House erwartet. Stimmung war natürlich trotzdem da und die Hütte war voll, aber ich war nicht ganz auf so viel Techno vorbereitet.

    Ski Aggu

    Tag 5

    Last but not least: Tag 5! Ich war zuerst etwas enttäuscht beim Tagesbeginn, weil meine Lieblingskünstlerin abgesagt hatte. Charlotte Cardin hatte sich wohl eine Stimmbandentzündung eingefangen und konnte dadurch nicht performen. Ich glaube, das wäre ein richtig schönes Set geworden, und ich hoffe, dass ich die Chance habe, sie irgendwann anders mal live zu sehen.

    Frauenpower war trotzdem noch im Lineup: Jorja Smith! Auch da muss ich sagen, dass ich kurz enttäuscht war, da sie ihren Auftritt um 20 Minuten verkürzt hatte. Nichtsdestotrotz hat sie eine starke Performance abgeliefert. Die Verkürzung hat dann ausnahmsweise den Überschneidungen geholfen und so konnten wir uns noch ein wenig mehr von Zimmer90 anschauen. Nicht umsonst haben sie in der Vergangenheit bereits ausverkaufte Touren gespielt. Ein sehr cooles Set, muss ich wirklich sagen!

    Und dann war’s auch schon Zeit für den letzten Headliner: The one and only Skrillex. Für mich als EDM-Fan durch und durch natürlich ein krasses Highlight. Wir hatten ihn bereits vorletztes Jahr dort gesehen, allerdings nicht als Headliner, und dieses Jahr hat er wirklich nochmal eins draufgelegt.

    Mainstage Closing

    Nach seiner Show gab es ein fettes Feuerwerk und der Tag endete mit noch mehr EDM für mich, da ich als letztes zur Bolt Stage gegangen bin, um mir noch ein bisschen was von Sub Focus anzuschauen. Zum Abschluss waren wir noch einmal ein wenig auf der Coca-Cola Stage tanzen, wo meist ein buntes Potpourri aus Klassikern gespielt wird, was das ganze Festival abgerundet hat. 

    Fazit

    Ja, und das war’s auch schon. Alles in allem war es wieder ein buntes Festival, wie immer. Ich hatte das Gefühl, dass es dieses Jahr viel entspannter war als die letzten Male. Die Insel war weniger voll und dreckig und die Leute waren um einiges angenehmer als in den Vorjahren. Ich bin gespannt auf das nächste Lineup und würde weiterhin allen einen Besuch auf dem Sziget empfehlen.

    Wer diese Erfahrung mal machen möchte: Es gibt bereits Super-Early-Bird-Tickets für das nächste Jahr, für die man sich auf der Website vom Sziget bis zum 23.08. registrieren kann. Diese werden knapp 300 Euro kosten, was ich für ein 5-Tages-Festival wirklich überaus fair finde. Sziget 2027 wird vom 10. bis 14.08. stattfinden und vielleicht sehen wir uns ja dort!


  • Hütte Rockt: Laut, liebevoll und eskalationsbereit

    Hütte Rockt: Laut, liebevoll und eskalationsbereit

    Heimelig, herzlich und jedes Jahr ein kleiner Geheimtipp: Wenn das Hütte Rockt Festival vom 6. bis 8. August 2026 wieder das Gelände in Georgsmarienhütte übernimmt, verwandelt sich die Wiese einmal mehr in einen dieser seltenen Festivalorte, an denen man sich sofort ein bisschen zuhause fühlt.

    Dass Hütte Rockt ein Non-Profit-Festival ist, merkt man dem Wochenende auf die angenehmste Weise an. Hinter dem Ganzen stehen rund 350 Mitglieder und viele helfende Hände, die auf der Wiese in kurzer Zeit eine Atmosphäre schaffen, die eher nach gemeinsamer Überzeugung als nach bloßer Eventlogik aussieht. Genau das macht den Charme des Festivals aus: Herzblut, Schweiß und Leidenschaft, die man hier allen Helferinnen und Helfern ansieht.

    Unsere Highlights im Line-Up

    Wenn Hütte Rockt eines besonders gut kann, dann ist es genau diese Mischung aus Kante, Charme und kollektiver Eskalation. Zwischen Ruhrpott-Pathos, Heimatgefühl und einer ordentlichen Portion Augenzwinkern lässt das Line-up 2026 ziemlich gute Sommerfestivalabende erwarten: Das Lumpenpack bringen als Freitag-Headliner ihre Mischung aus klugen Pointen, charmanter Reibung und klarer Kante gegen Rechts mit und wahrscheinlich auch wieder genug Songs, bei denen das Publikum gleichzeitig lacht, grölt und die Arme in die Luft reißt. Royal Republic am Samstag versprechen dagegen genau die Sorte eingängiger Rock-Eskalation, bei der schon nach wenigen Takten klar ist: Das hier wird laut, lässig und ziemlich gut. Und Heavysaurus? Die sind sowieso längst Festivalfamilie.

    Das Festival-„Zuckerli

    So charmant Hütte Rockt auf der großen Bühne funktioniert, so liebevoll ist auch das Drumherum.Wenn aus dem Waldbad kurzerhand eine Konzertkulisse wird und die Wohnzimmermusikanten (Womuka) dort zwischen Wasser, Wiese und Festivalgefühl spielen, hat das schon etwas herrlich Eigenes. Dazu kommen lokale Kooperationen wie mit dem Chor der Singenden Botschaft und ein Merch-Stand, an dem man kaum vorbeikommt und nicht zuletzt, weil dort die Chance ziemlich gut ist, die Lieblingsband direkt zu erwischen.

    So sieht ein Festival aus, das nicht nur laut kann, sondern auch lange im Herzen nachklingt.

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  • Immergut Festival 2026 in Neustrelitz –  26 Jahre Indie, Mücken und Kuddelmuddel

    Immergut Festival 2026 in Neustrelitz – 26 Jahre Indie, Mücken und Kuddelmuddel

    Johannes Martin (bekannt von seinen feinperlig-Kolumnen bei uns) war beim Immergut Festival in Brandenburg und hat ein paar Momente für uns festgehalten. Am Ende gibt es ein spannendes Interview mit Festival-Mitarbeiterin Charlotte Brehe inkl. extra Insights hinter der Organisation des Festivals. Für alle, die ein Spot im Herzen frei haben für DIY-Festivals, ist das besonders interessant – denn die stabilste Branche ist es leider nicht. Umso mehr Grund, hier extra viel Liebe für’s Immergut Festival dazulassen 💚

    Festival: Immergut Festival
    Ort: Neustrelitz
    Datum: 28.–30. Mai 2026
    Kapazität: rund 5.000 Besucher:innen
    Ausrichtung: Indie, Pop, Rock, Post-Punk, Alternative, Elektronik, Kulturprogramm, Lesungen und Talks.

    „So ein Kuddelmuddel“

    Es flirrt und surrt in der Sommerluft der Mecklenburgischen Seenplatte.
 Die Sonne überlässt die Bühne erst einmal den Mücken, während Seifenblasen durch die Abenddämmerung treiben, der Bass pumpt und Gitarren über den Bürgerseeweg krächzen. Das erste Festival des Jahres lässt uns wieder Gras unter nackten Füßen spüren.

    Die einen sind froh, endlich der Tristesse und dem Immergleichen des Alltags zu entfliehen. Die anderen neurotisieren sich bereits vorab in sämtliche Gefahren hinein: Sonnenbrand, Zecken- und Mückenstiche, schlaflose Nächte im Zelt.

    Das Immergut Festival geht in seine nächste Runde – und wie jedes Jahr entsteht dieser besondere Zustand zwischen Euphorie, Chaos und Routine. Seit nunmehr 26 Jahren versammelt das Organisationsteam in Neustrelitz eine vergleichsweise kleine, aber treue Gemeinschaft von Musikbegeisterten.
Rund 5.000 Gäste reisen an, ausgestattet mit Zelt, Sneakers und Mückenspray, um für ein verlängertes Wochenende den Alltag hinter sich zu lassen – und Teil einer temporären Indie-Familie zu werden.

    Unter dem diesjährigen Motto „So ein Kuddelmuddel“ zeigt sich das Festival bewusst verspielt und offen für Überraschungen. Zwischen Zeltplatz, Waldbühne, Zeltbühne und Wortbühne entsteht ein Raum für Begegnung, Musik, kritischen Austausch und Party.

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    Konzerte, Lesungen und Begegnung

    Das Line-up 2026 spannt einen Bogen zwischen Indie, Post-Punk, Pop und experimentellen Sounds. Mit dabei sind unter anderem Jehnny Beth, Sprints, Fuffifufzich, La Sécurité, Sorry, Brockhoff, Die Höchste Eisenbahn, Dressed Like Boys und Kabeaushé.

    Ergänzt wird das Musik-Programm durch Lesungen sowie Talk- und Wortformate, die das Festival um gesellschaftliche und kulturelle Perspektiven jenseits der Musik erweitern. Etwa Sonja Eismann, die über queere Tiere spricht, oder Sveamaus alias Svea Mausolf – Comedy-Autorin und Meme-Wunder auf Instagram – sowie der Podcast Too Many Tabs.

    Die Wortbühne am Marktplatz ist seit Jahren fester Bestandteil des Festivals.
Bei den morgendlichen Frühstücksrunden mit Künstler:innen, Festivalmacher:innen und lokalen Initiativen wie StädteBANDE e.V. entstehen Gespräche über Kultur, Zukunft und Zusammenleben.

    Mehr Musik, weniger Hype

    Ein Headliner ist klassisch jener Act, der zur Primetime die größte Bühne bespielt. Beim Immergut lässt sich diese Zuschreibung kaum treffen. Hier verschmelzen Zeitgeist und Nostalgie, Publikum und Künstler:innen. Das Line-up fühlt sich wie eine Rückbesinnung an – back to the roots. Dorthin, wo Indierock für Liebhaber:innen, Musikentdecker:innen und Tagträumer:innen gedacht war. Auf die ganz großen Namen wird bewusst verzichtet, auch wenn Acts wie Sorry oder La Sécurité längst mehr sind als Geheimtipps. Das Immergut bleibt ein Ort der Begegnung – generationsübergreifend.

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    Der Soundtrack deines Sommers

    Die Höchste Eisenbahn eröffnen den ersten Abend fulminant. Ein klassischer Immergut-Act: nahbar, melancholisch, mit neuem Album im Gepäck.
Francesco Wilking streift auch am nächsten Tag noch übers Gelände, spricht mit Fans und Helfer:innen.

    Der Freitagnachmittag startet mit dem Indie-Nachwuchs von Future Franz, Kapa Tult und The Tullamarines. Bei EBBB aus London treffen schwebende Elektronik-Klänge auf einen klagenden, melodiösen Gesang. Die Headliner-Show von Mine muss kurzfristig abgesagt werden – Kehlkopfentzündung. Es wird geschoben, improvisiert. Chloe Slater und Fuffifufzich übernehmen die Mainstage.

    Vanessa Loibl alias Fuffifufzich setzt bei ihrem dadaistischen Schlager-Elektro-Pop auf große Gesten und fancy Show. Das funktioniert – zumindest teilweise. Das Publikum wippt mit, bleibt bei den Animationsversuchen jedoch zurückhaltend.

    Nachts lösen sich die Körper dann doch noch, als das Immergucci-DJ-Team zum letzten Gefecht ruft.

    Der Samstag ist voller, familiärer, gehaltvoller.

    La Sécurité liefern den passenden Soundtrack. Dressed Like Boys aus Belgien imponieren mit Elton-John-haften Klängen und kämpferischen Worten.

    quickly, quickly, das Projekt des US-Musikers Graham Jonson, eröffnet mit verträumtem Indie-Pop und erweist sich als echte Entdeckung. Anschließend bringen die Londoner von Sorry ihre kantigen Garage-Gitarren auf die Open-Air-Bühne, bevor Jehnny Beth – einst Frontfrau der Band Savages – im Zelt eine kompromisslose Rockorgie zelebriert. Den Schlusspunkt setzt Valentino Vivace mit verspieltem Italo-Elektro-Pop.

    Der Autor versucht zu schlafen. Das gelingt ihm aber erst nachdem der letzte Ton von Nina Hepburns Set erklang.

    Mehr als Musik

    Immergut 2026 das war ein gelungenes Festivalwochenende. Auffällig ist der freundliche, beinahe familiäre, Umgang miteinander – beim Tischtennis, an der Pizzabude, vor den Bühnen.

    Nachhaltigkeit zeigt sich hier weniger als Schlagwort, sondern als langfristige soziale und strukturelle Verantwortung: Wie kann ein Festival dieser Größe in einer ländlichen Region fair, dauerhaft und ressourcenschonend bestehen? Das meint mehr als FLINTA*-Toiletten oder Mülltrennung. Die Frage „Wie wollen wir leben?“ wird auf dem Marktplatz diskutiert – und gleichzeitig vom Festival selbst beantwortet. Das Immergut steht sinnbildlich für ein anderes Miteinander.

    Gleichzeitig teilte das Team bereits im Vorfeld auf ihren Social Media-Kanälen mit: Die Zukunft ist ungewiss. Man müsse sich neu erfinden. Die Probleme resultieren aus der Branche selbst. Die konzentriert sich zunehmend auf wenige Großkonzerne. Superstars binden Nachfrage, steigende Kosten setzen kleinere Veranstalter unter Druck. Vielfalt gerät in Gefahr. Der Markt bewegt sich Richtung Monopolisierung.

    „Wir wollen mit euch gemeinsam am Immergut der Zukunft werkeln, Ideen spinnen und Utopien bauen“, heißt es von den Organisator:innen.

    Ein Anspruch, der das Wochenende trägt.
    Lasst uns weiter an dieser Utopie spinnen.

    Und – besucht mehr Indie-Konzerte.

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    Line-up Immergut Festival 2026

    BLVTH | Brockhoff | Chloe Slater | Die Höchste Eisenbahn | Dressed Like Boys | EBBB | ELLiS·D | Fuffifufzich | Future Franz | Jehnny Beth | Kapa Tult | La Sécurité | Mine | Nina Hepburn | Peki Momés | quickly, quickly | Snuggle | Sorry | Sonja Eismann (Lesung)| Sprints | Sveamaus (Lesung) | The Tullamarines | Too Many Tabs (Nordwestradio-/Podcast-Format) | Valentino Vivace | Waving The Guns

    Interview mit Charlotte Brehe (Booking, Kommunikation, Veranstalterin)

    Was war dein persönliches Highlight beim diesjährigen Immergut-Festival?

    Heidi Curtis, die dieses Jahr zum Festivalauftakt am Donnerstag auf der Waldbühne gespielt hat, den Wald und den Mond um sie herum nur zu gut zu schätzen wusste und mit uns gemeinsam in den Release ihrer Debüt-EP gerutscht ist. Außerdem ganz klar: das Zusammenkommen und Wiedersehen mit den vielen Vereinsmitgliedern und Helfer*innen, was immer ein Fest ist.

    Seid ihr mit dem diesjährigen Ergebnis zufrieden?

    Ja! Wir hatten bestes Wetter mit viel Sonnenschein, haben viele neue Künstler*innen wie quickly, quickly oder Chloe Slater entdeckt und vor allem gemerkt, wie viele Personen seit kurzem oder schon seit langem mit dem Immergut Festival verbunden sind und Lust haben, ihre Ideen einzubringen.

    Wenn ihr sagt: „2027 wird das Immergut anders aussehen“ – welche Aspekte werden sich am ehesten verändern: Größe, Dauer, Programm, Orte, Publikumszahl?

    Das können wir aktuell noch nicht konkret sagen – vor Ort haben wir angefangen, mit den Besucherinnen partizipativ über die Entwicklung und vor allem die Zukunft des Immergut zu reden und zu diskutieren. Diese Anstöße und Impulse aus dem Verein und von anderen Partnerinnen nehmen wir nun mit in die Überlegungen, wie ein Zusammenkommen im Jahr 2027 aussehen kann. Ob das die Anzahl der Tage oder Bühnen betrifft, ist noch ungewiss.

    Welche äußeren Faktoren, wie Preissteigerungen, machen euch am meisten zu schaffen?

    Ein Zusammenspiel aus steigenden Produktionskosten in fast allen Bereichen, fehlenden langfristigen Förderungen und daraus schlussfolgernd steigenden Ticketpreisen, die die Zugänglichkeit zum Festival verringern. Außerdem spielen zaghaftere und spätere Kartenkäufe eine große Rolle, die durch ein geringeres Budget für Kultur erklärt werden könnten, uns aber wichtige Planungssicherheit nehmen. Dazu kommt ein sich stark verändernder Kultur- und Festivalmarkt, der durch „Big Player“ wie CTS Eventim oder Live Nation/Ticketmaster dominiert wird und Konzerte einzelner Superstars mehr in den Vordergrund rücken als Newcomer*innen-Konzerte und Festivals.

    Gleichzeitig haben wir das Gefühl, dass sich das Verständnis von Kulturveranstaltungen verändert, mehr erwartet wird, was aber finanziell bzw. kapazitär für kleine Kulturveranstaltende nicht vollends umsetzbar ist – obwohl die Bestrebungen dafür auf jeden Fall vorhanden sind. Wir wollen einen Weg finden, langfristig in der Mecklenburgischen Seenplatte mit einem sicheren Grundgerüst zu veranstalten, was wohl einige Anpassungen und Veränderungen im nächsten Jahr mit sich bringen muss.

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    Foto: Claudia Damps, Bear Film

  • Der ultimative Sziget-Guide 2026: Unsere Tipps für die Insel

    Der ultimative Sziget-Guide 2026: Unsere Tipps für die Insel

    Das Sziget heißt am 10.08.2026 wieder alle Szitizens in Budapest Willkommen. Beim letzten Mal hatten wir ausführlich über das diesjährige Lineup berichtet, aber das Sziget hat neben der Musik noch allerhand zu bieten, das natürlich nicht zu kurz kommen soll. Wer also noch ein paar coole To-Do’s abseits der Crowds sucht: We’ve got you covered – hier kommt der ultimative Sziget-Guide!  

    Das Festival ist nicht nur künstlerisch sehr international aufgestellt, sondern auch die Besucher:innen kommen aus der ganzen Welt. Dadurch entsteht eine super tolle Atmosphäre, in der man mit vielen verschiedenen Menschen aus den spannendsten Kulturen in Kontakt tritt. Daher, dass das Festival mitten in der Stadt beherbergt ist und Budapest als europäische Hauptstadt einen Flughafen besitzt, ist es recht einfach, am Sziget teilzunehmen.

    Anreise

    Für viele europäische Länder gibts neben dem Fliegen allerdings noch die Optionen, den Bus oder Zug zu nehmen. Ich bin die letzten Jahre immer mit dem Direktzug aus Berlin gefahren und muss sagen, dass ich die Fahrt ziemlich entspannt finde und für ca. 50 Euro pro Strecke absolut nichts auszusetzen habe. Für alle aus den Niederlanden bietet das Festival außerdem jedes Jahr den Sziget-Express an, der einen DJ und weiteres Entertainment an Board bietet. Also, wer noch nicht genug Party gemacht hat und aus den Niederlanden kommt oder nach dem Festival dorthin reisen will, der kann hier auf seine Kosten kommen. 

    Green Sziget

    Das Sziget unterstützt klimafreundlichere Anreisen generell und bietet außerdem für alle Fahrradfahrenden ein kostenloses Camping an, wenn man vorweisen kann, dass man mindestens 250 km gefahren ist. Das ist Teil der Green-Sziget-Initiative, die rund um das Festival existiert. Andere Maßnahmen vor Ort sind z.B., dass man sein Zelt nach dem Festival spenden oder auf dem Gelände Müll sammeln kann und im Gegenzug Festivalmerch von den Vorjahren bekommt.

    Apropos Merch

    Vorort gibt es ein großes Merchzelt, wo man jede Menge Festival- und Artistmerch abgreifen kann, so wie bei jedem anderen Festival auch. Wer allerdings ein special Souvenir vom Festival haben möchte, sollte sich ein Basic-Teil seiner/ihrer Wahl (Shirt, Top, Beutel) mit aufs Gelände nehmen und Richtung Aldi hoch ins Delta-District laufen. Dort hat sich eine italienische Festivalcrew angesiedelt und eine Siebdruckstation aufgebaut. Ihr müsst zwar schnell sein, aber dafür ists komplett for free (Spenden Willkommen) und sie haben die letzten Jahre ziemlich coole Motive zur Auswahl gehabt!

    Creative as always

    Daneben ist die Kreativszene auf dem Festivalgelände sehr ausgeprägt und bietet wirklich einiges. Das Sziget ist ein sehr buntes Festival, was sofort auffällt, wenn man die K-Brücke betritt. Als Haupteingang ist sie jedes Jahr mit Fähnchen dekoriert und leuchtet nachts in den verschiedensten Farben. Wenn man aufs Festivalgelände kommt, begegnen einem außerdem einige Walking-Acts, die manchmal spontan auch eine kleine Show parat haben. Weitere schöne bunte Kostüme kann man neben tollen schauspielerischen Leistungen im Magic Mirror bestaunen. Dort werden hauptsächlich Drag-Shows veranstaltet und ich empfehle allen, die gute Unterhaltung suchen, dort einmal vorbei zu gehen. Eine andere Unterhaltungsmöglichkeit ist Stand-up Comedy um 18 Uhr im Joker. Weitere coole Shows gibts im Cirque du Sziget anzuschauen. Auf dem Gelände steht ein Zelt, in dem jeden Tag fünf verschiedene Zirkusshows laufen, die die letzten Jahre wirklich sehr schön waren. Und ein Bonus für alle, die zum Zirkus gehen: im Zelt ist’s klimatisiert! Zu guter Letzt sorgt für kreative Unterhaltung am Abend eine Dronenshow, die nach den Mainacts am Nachthimmel veranstaltet wird.

    Zirkus auf dem Sziget

    Hands on!

    Aber man kann sich nicht nur coole Sachen anschauen, sondern auch selbst kreativ werden. Auf dem Festival gibt es viele Möglichkeiten, um neue Sachen auszuprobieren, zu connecten und etwas über verschiedene Projekte zu erfahren. Das erste, was man machen kann, wenn man die Insel betritt, ist eine Stempeljagd. Alle bekommen am Eingang einen Reisepass, in dem man Stempel von verschiedenen Stationen sammeln muss. Für die Stempel muss man an kleinen Spielen oder Challenges teilnehmen oder ein paar Fragen beantworten. Die Stationen sind auf dem ganzen Gelände verteilt und das ist vor allem für First-time Szitizens schon mal eine super Gelegenheit, die Insel kennenzulernen. Daneben gibt es einen Sziget Fun-Fair, wo man verschiedene Spiele spielen kann, es gibt Diabolos, man kann Jonglieren, “Riesenrad” fahren (es ist wirklich klein, aber sehr niedlich), etc. Außerdem gibt es auch eine Art Zone und verschiedene Workshops auf dem Gelände.

    Los gehts mit dem Programm um 11 Uhr. Bis 15 Uhr bietet euch die Insel Möglichkeiten für Morning Dance, Breaking, Yoga und HipHop. Für alle, die am Zelten sind also super Gelegenheiten in den Tag zu starten und das Festival voll auszukosten! Vor allem, wenn man immer mal eines davon ausprobieren wollte, aber nie die Möglichkeit hatte oder nicht weiß, ob es Spaß macht – ich finde es persönlich sehr cool, dass es diese Angebote auf dem Gelände gibt. Worin man sich auch ausprobieren kann: im Karaoke! Im Norden der Insel hinter dem Delta District kann man sich selbst auf der Bühne beweisen. In den letzten Jahren habe ich hier wirklich schon alles von Metal bis hin zu Weihnachtsliedern gehört – eurer Fantasie und Stimme sind also keine Grenzen gesetzt.


    Wer lieber an etwas stilleren Aktivitäten teilnehmen möchte, kann sich z.B. zum Magic Runway begeben, wo man täglich um 15 Uhr malen, zeichnen und künstlerisch aktiv werden kann, wobei man seine Kunst von einem Drag-Model inspirieren lässt.  

    Eine kurze Verschnaufpause?

    Wer eine Pause braucht, der kann sich in ein paar gemütlichen Ecken des Geländes entspannen. Beliebte Spots sind die Aperol-Lounge neben der The Buzz Stage, wo man in Liegestühlen und Sitzsäcken die Seele baumeln lassen kann, oder die Hängematten auf dem Gelände. Abseits davon kann man natürlich auch in seinem Zelt entspannen. Das Basic Camping hat zwar einen eigenen Bereich auf der Insel, aber das beste im Vergleich zu anderen Festivals ist, dass man theoretisch überall auf der Insel campen kann. Man braucht also keine halbe Stunde Fußweg vom Campingplatz zum ersten Act, wenn man ein paar hundert Meter abseits der Mainstage sein Lager aufgestellt hat. Und wer nie genug von Techno bekommt, der kann auch direkt neben dem Colosseum campen und mit Bass einschlafen und aufwachen! 

    Hat da jemand Sponsoren gesagt?

    Die Acts im Collosseum spielen bis um 5 oder 6 Uhr. Für alle, die nicht dann erst schlafen gehen, sondern lieber etwas früher aufstehen, gibt es natürlich auch schon Programm auf kleineren Stages, und zwar auf denen der Sponsoren. Ohne Sponsis wäre das Festival sicher nicht möglich, also haben diese natürlich Sichtbarkeit vor Ort und bringen die unterschiedlichsten Sachen mit. Einige davon haben eben ihre eigenen Bühnen. Mein Favorit ist dabei definitiv Lipton (not sponsored)! Die Lipton Lounge ist sehr gemütlich, auch da stehen Sitzsäcke und man hat ausreichend Schatten. Dort ist meist am Vormittag schon Betrieb und wenn man Glück hat, kann man sogar ein paar Goodies oder Eistee for free abgreifen. Weitere Stages, auf denen aber eher am Abend etwas los ist, sind die Coca Cola Stage (gutes DJ-Programm) oder die von Don Julio. Bei anderen Sponsoren wiederum kann man an Challenges teilnehmen, am Glücksrad drehen oder Spiele spielen und auch ein paar Sachen abstauben. Zu guter Letzt darf aber der in meinen Augen essentiellste Sponsor des Festivals nicht fehlen: Aldi.

    Wir haben Hunger.

    Ich weiß, dass es auf den meisten Festivals einen Supermarkt gibt, vor allem auf den größeren. Allerdings ist hier besonders, dass der Aldi auch immer gleich die Aldi-Grillzone mitbringt. Kurzer Disclaimer: Ich war noch nie auf anderen internationalen Festivals, daher weiß ich nicht, ob das vielleicht nicht sogar der Standard ist?! Für alle, die aber auch keine Ahnung haben – was ist die Aldi-Grillzone? Dass Festivals oft teuer sind, ist kein Geheimnis. Vor allem natürlich auch Essen auf dem Gelände. Klar gibt es eine sehr große Essensvielfalt und mitunter sehr leckere Dinge, das steht außer Frage. Aber falls man sich nicht jeden Tag etwas gönnen möchte, ist man beim Aldi mehr als gut bedient. Man kann sich im Supermarkt einfach etwas Grillzeug aussuchen (Fleisch, Fisch, Käse, Veggie Optionen auch vorhanden) und draußen wird es dann im Anschluss auf einem Kontaktgrill frisch für dich zubereitet. Soßen gibt’s kostenlos dazu. Ich bin jedenfalls jedes Jahr aufs neue von diesem mega Angebot fasziniert. Und falls es dieses Jahr noch zum Nachtisch wieder Eis im Aldi geben sollte: wow! 

    So, jetzt seid ihr satt, habt gedanced, ein paar Workshops besucht und vielleicht die ein oder anderen Goodies mitgenommen. Das nenne ich doch einen erfolgreichen Festivaltag!

    Was, das klingt alles super cool, aber ihr habt noch kein Ticket? Na dann mal los: 

    Mehr Infos zum Programm und weitere Highlights gibt es auch auf dem offiziellen Sziget-Instagramkanal @szigetoffical. https://www.instagram.com/szigetofficial

  • Die Island of Freedom ruft: Das Sziget-Lineup 2026

    Die Island of Freedom ruft: Das Sziget-Lineup 2026

    Der Sommer kommt und damit auch die Festivalsaison! Einige sind sogar schon vorbei und bei besten Temperaturen über die Bühne gegangen. Mein persönliches Highlight steht dieses Jahr allerdings noch vor der Tür: das Sziget! Vom 10.-15. August kehren einige Weltstars und die sogenannten Szitizens wieder auf die Island of Freedom im Herzen Budapests zurück.  

    Das Sziget geht dieses Jahr in die 34. Runde und hält ein krasses Lineup parat. Mit Main-Acts wie Twenty One Pilots, Florence and The Machine, Lewis Capaldi oder Nothing But Thieves bleiben keine Wünsche übrig. Aber auch auf den anderen Stages erwartet einen eine musikalische Vielfalt. Der Timetable ist endlich da und wir werfen nun einen Blick auf die diesjährigen Acts und Bühnen.

    Blick zur MainStage
    Mainstage

    Abriss auf der Mainstage

    Der erste Headliner der Woche ist Sombr am Dienstag und ich freue mich schon auf entspannte Indie-Vibes zur Eröffnung! Der amerikanische Sänger ist 2022 recht viral gegangen und nun hat es ihn auch auf die Hauptbühne vom Sziget verschlagen und ich bin sehr gespannt, ihn bald live zu erleben. Zara Larsson wird das Abendprogramm auf der Hauptbühne eröffnen und den Slot vor Sombr bespielen. Ihre Shows sind erfahrungsgemäß sehr energiegeladen und verbinden starke Vocals mit Pop-Ästhetik – ich hoffe, dass sie neben ihrer tollen Stimme und einem krassen Outfit auch eine coole Bühnenshow mitbringen wird! 

    Weiter auf der Mainstage gehts am Mittwoch mit Twenty One Pilots, am Donnerstag mit Lewis Capaldi und Florence and The Machine, am Freitag mit Bring Me The Horizon und zu guter letzt schließt das Festival mit Jorja Smith und einem ehrenvollen Closing von Skrillex. Er war vorletztes Jahr bereits auf dem Sziget und hat eine super Show hingelegt und ich freue mich, dass er erneut dabei ist. Dieses Jahr verfolgt das Lineup der Mainstage wieder einen sehr guten musikalischen Mix aus Künstler:innen, die von Rock, Pop, Indie und Electronic alles abdecken. 

    Wie eine kleine Stadt auf der Insel

    Dazu muss man sagen, dass das Festival vor allem abseits der Mainstage besonders vielfältig ist und das Sziget dafür bekannt ist, etwas für jeden Geschmack parat zu haben. Ich finde das Festival persönlich auch jedes Jahr musikalisch sehr gut strukturiert und es erweckt den Eindruck einer kleinen Stadt mit verschiedenen musikalischen Zonen. Direkt hinter der Mainstage gibt es eine große überdachte Bühne (die Revolut Stage), die neben vorrangig großen englischsprachigen Künstler:innen in den späten Abendstunden auch oft Platz für DJs bietet. Dieses Jahr spielen Dort u.a. Dijon am Dienstag, Natasha Bedingfield am Mittwoch, Parcels am Donnerstag, BUNT. am Freitag und Charlotte Cardin am Samstag. Eröffnen darf die Bühne in diesem Jahr am Dienstagnachmittag die schottische Indie-Newcomerin Brooke Combe.

    Aber zurück zu den DJs: Der elektronische Schwerpunkt des Festivals liegt im Delta District. Das besteht aus mehreren Bühnen, darunter das Yettel Colloseum und die Bolt Night Stage. Im Colloseum findet man sich inmitten von Holzbalken und Paletten und kann vorrangig Techno genießen. Namenhafte Künster:innen hier sind z.B. Oskar Med K am Dienstag um 20 Uhr, Swimming Paul am Mittwoch und Dixon am Donnerstag, jeweils um 22:30 Uhr.
    Im Colloseum ist von 16 bis 5 bzw. 6 Uhr morgens etwas los. Auf der Bolt Night Stage gehts (wie der Name vermuten lässt) erst abends ab 22 Uhr los. Die Stage ist ebenfalls überdacht und bietet neben einer guten Akustik auch sehr viel Platz für Party, ähnlich einer Club-Atmosphäre, dieses Jahr mit Sets von Boys Noize am Freitagmorgen um 4 Uhr, Dom Dolla davor im Slot ab 2:30 Uhr, Peggy Gou am Freitagabend, Sub Focus am Samstagabend und Flux Pavillion Sonntagfrüh um 4 Uhr.  Also Wachbleiben ist angesagt!

    Wer weniger auf elektronische Musik setzt, findet auf der The Buzz Stage ein alternatives Programm mit internationalen Indie-, Alternative- und Pop-Acts. Daneben kann man sich gut in der Aperol-Lounge ausruhen, die mit Sitzsäcken und Liegestühlen zum Verweilen einlädt. Internationale Stimmen sind dieses Jahr u.a. Baby Lasagna, Soft Loft, Max Baby, Calle Mambo und KOIKOI, die als erste Band die Stage am Dienstag einnehmen – ich glaube, das schreit nach einer guten Abendbrotspause vor Ort im Sitzsack!

    Ungarn gibt Vollgas und wir sind auch dabei!

    Da das Festival in Budapest heimisch ist, wird natürlich auch die ungarische Musikszene eingebunden. Acts wie Analog Balaton, Beton.Hofi, Elefánt, Ivan & The Parazol oder Makrohang zeigen die lokale musikalische Vielfalt und sind feste Bestandteile des diesjährigen Festivals. Ein prägendes Element des Sziget ist also vor allem die internationale Zusammensetzung des Line-ups. Neben großen globalen Namen legt das Festival traditionell Wert auf eine breite geografische Streuung und auf Artists, die in ihren Heimatländern bereits etabliert sind, international aber eher noch weniger bekannt sind. Das Sziget gibt somit ebenfalls einigen deutschsprachigen Künstler:innen eine Bühe, was ich an sich ziemlich cool finde. Ich meine, Ikkimel in Budapest? Das ist doch wild! Mit dabei sind dieses Jahr außerdem die Giant Rooks, die schon mehrmals auf dem Festival waren und nun endlich die Mainstage bespielen. Außerdem dabei sind u.a. Zimmer90 und Ski Aggu.   

    Das Sziget setzt also nicht nur auf internationale Headliner, sondern integriert gezielt regionale Szenen und gibt ihnen eine große Bühne, was das ganze Programm sehr stark und vielfältig macht. Für mich wird es das vierte Mal auf der Insel sein und ich freue mich wirklich schon wahnsinnig. 

    Wenn ihr nun also auch auf den Geschmack gekommen seid, es gibt noch Festivalpässe:



    Das bisherige Lineup 2026:


    BRING ME THE HORIZON – FLORENCE + THE MACHINE – JORJA SMITH – LEWIS CAPALDI – SKEPTA – SOMBR – TWENTY ONE PILOTS – ZARA LARSSON

    +++

    LOYLE CARNER – ARGY – ASHNIKKO – BBNO$ – BIFFY CLYRO – BOYS NOIZE – BUNT. – CHARLOTTE CARDIN – CHET FAKER – DIJON – DIMENSION – DIXON

    DOM DOLLA – FUNK TRIBU – INDIRA PAGANOTTO – JORIS VOORN – LOYLE CARNER – NATASHA BEDINGFIELD – NIA ARCHIVES – PARCELS

    PEGGY GOU – RICHIE HAWTIN – SARA LANDRY – SIGRID – SOULWAX – SUB FOCUS – TASH SULTANA – TOMORA – TRYM

    UNDERWORLD – VINTAGE CULTURE – WHO MADE WHO (HYBRID SET) – WOLF ALICE – ¥ØU$UK€ ¥UK1MAT$U

    +++

    ALT BLK ERA – 2MANYDJS (DJ SET) – ALT BLK ERA – ALTIN GÜN – ANA FRANGO ELÉTRICO – ANALOG BALATON – ANETHA – ANNA – ANNISOKAY – ANTONY SZMIEREK

    AVRALIZE – BABY LASAGNA – BAD NERVES – BETON.HOFI – BIIA – BLACK COUNTRY, NEW ROAD – BONGOR – BROOKE COMBE – BYEALEX ÉS A SLEPP

    CASSIA – CHADIA – COCO & BREEZY – CURTISY – DEKI ALEM – DE’WAYNE – ELEFÁNT – EVENING ELEPHANTS – FCUKERS

    GIANT ROOKS – GOLDEN HOURS – HAAI – HEALTH – IKKIMEL – IVAN & THE PARAZOL – JAZZY – JOHN COFFEY – KAREN DIÓ

    KIM DRACULA – KISPÁL ÉS A BORZ – KOLIBRI – LAMBRINI GIRLS – LEAP – MAKROHANG – MAJKA – MANUEL – MAX BABY

    MEHRINGER – MISSIO – NAÏKA – NATASCHA POLKÉ – NATION OF LANGUAGE – NIGHT TAPES – OLYMPE – OSKAR MED K

    PAN-POT – PARIS PALOMA – PERTURBATOR – POGÁNY INDULÓ – QUIMBY – ROSE GRAY – ROSSI. – SEF – SIM0NE

    SISI – SKI AGGU – SYLVIE KREUSCH – SWIMMING PAUL – SYREETA – TANKSAPDA – TEEN MORTGAGE – TRIPOLISM – YT – ZEP – ZIMMER90

  • Das ganze Festival lag sich in den Armen: So war das Stadt ohne Meer 2026

    Das ganze Festival lag sich in den Armen: So war das Stadt ohne Meer 2026

    Einmal im Jahr versammeln sich die sweetesten Menschen Gießens und Umgebung beim Stadt ohne Meer. Der „1 Tag ohne Meer“ bot gute Musik, beste Stimmung und jede Menge Festivalgefühle – inklusive Quallen und einem donnernden Finale.

    Das Stadt ohne Meer Festival ist für mich und meine Friends schon wie ein kleines Ritual geworden ‒ jedes Jahr werden Tickets schon vor dem Line-Up gekauft. Blindes Vertrauen und große Reunion, wenn wir alle aus unseren Studi-Städten wieder Richtung Heimat düsen. Zwar bin ich keine gebürtige Gießenerin, aber aus Marburg ist der Weg zum Stadt ohne Meer auch nicht weit. Das Festival ist irgendwie der Sommerbeginn, Semesterferien mitten im Semester, Catch-Up-Gespräche mit meinen Fern-Freundschaften, 20.000 Schritte vor Mitternacht sammeln und vor Freude erschöpft sein (checkt ihr?).

    Nach dem letzten Festival 2025 hat das Stadt ohne Meer etwas gekämpft. Zum allerersten Mal war es nicht ausverkauft und sah sich mit ein paar finanziellen Struggles konfrontiert. Deswegen war ich umso glücklicher, dass es dieses Jahr doch noch stattgefunden hat – an einer anderen Location und auch nur als ein Ein-Tages-Festival. Die Location fand ich sogar fast noch gemütlicher. Beim Eintritt ist man durch einen alten Torbogen auf das Festivalgelände reingekommen, wie in einem Märchen. In der Mitte standen große Bäume, drum herum gab’s Merch, Essen und kalte Getränke. Man wurde von den Gemäuern des Kloster Schiffenbergs umhüllt. Und zwar nicht auf eine gruselige Art, sondern so, als würde der Ort von außen ein bisschen abgeschirmt sein – eine Festivaloase in Gießen.

    In den letzten Jahren gab es immer zwei Bühnen auf denen abwechselnd gespielt wurde. Dieses Jahr gab es nur eine, aber die hat auch völlig gereicht. Das Festival ist dafür bekannt, die Newcomer*innen der deutschen Musikszene auf die Bühne zu bringen und ordentlich Stimmung zu machen. 

    Gestartet hat die Gießener Rapcrew Neighbour Flavour. Man merkt, dass es dem Stadt ohne Meer nicht nur ein Anliegen ist, die deutsche Newcomerszene zu repräsentieren, sondern auch explizit local Musiker*innen zu unterstützen. Ich hatte Neighbour Flavor vorher noch nicht auf dem Schirm und hab die Crew dort entdeckt – reinhören lohnt! Direkt im Anschluss kam das Trio Lovehead auf die Bühne. Ich habe diese tolle Band schon letztes Jahr auf der Breminale erleben dürfen. Ihre Songs sind für mich purer Sommer und machen einfach Spaß. Ich mein, wie chilled kann man sein und ein Set mal eben auf entspannt barfuß spielen? Wer noch nicht bei der österreichischen Band reingehört hat, sollte das dringend tun. Ihre neue Single „sommerwind“ ist nämlich nicht der einzige Banger der Band.

    Mein liebster Act war Baran Kok – es war sein erstes Festival als Rapper, obwohl er schon einmal auf der Bühne des Stadt ohne Meers stand. 2024 legte der Künstler bereits als DJ für Domiziana auf. Seit er selbst Musik veröffentlicht, macht er sich als Baran Kok einen Namen. Umso schöner fand ich es, bei seinem ersten Festival-Gig seiner Solokarriere dabei zu sein. Wo besser starten, als beim Stadt ohne Meer? Bei seinem Set durften Mosh Pits, freche Sprüche und ein paar cunty Dance Moves natürlich nicht fehlen. Die Crowd war auch hyped und als er mit „Herr Officer“ seinen Auftritt beendete, war ich ganz beseelt (auch wenn der Song andere Vibes versprüht haha).

    Obwohl das Line-Up natürlich vorher bekannt war, hat mich trotzdem die ein oder andere Überraschung erwartet. Da es dieses Jahr nur eine Bühne gab, musste zwischen den Sets umgebaut werden. Halb so wild, ein Päuschen tut ja auch mal gut. Als ich nach einer Getränkepause zum Merchstand schlendern wollte, erschrak ich kurz. Ist schon der nächste Act an der Reihe? Fehlalarm! Zwischen dem Schutz der Bäume ertönte Musik. Apollo Online spielte ein kleines Akustikset auf einer Mini-Bühne. Vor ihm: das Festivalpublikum, dass sich einfach auf den Boden setzte. Wie ein kleines Wohnzimmerkonzert ‒ nahbar und heimelig.

    Nach dem melodischen Akustikset, war Apollo Online aber noch nicht fertig. Zwischen den späteren Acts verwandelte er den Platz mit seinem Mischpult zu einem kleinen Club. Was soll ich sagen, einem „party 4 u-Remix“ kann ich auch nur schwer widerstehen.

    Weiter ging es mit Jolle. Die Musikerin kreierte mit ihren Songs und ihrer Art so eine mausige Atmosphäre, dass alle begeistert waren. Sie kam nach ihrem Set sogar noch runter zu den Festivalgästen, quatschte mit ihnen und machte ein Bild nach dem anderen mit ihren Fans. Sie meinte, dass sie etwas aufgeregt war ‒ sie hat das Ding aber auf jeden Fall gerockt.

    Wer wahrscheinlich gar nicht mehr aufgeregt ist, ist Megaloh. Als vorletzter Act machte der etablierte Rapper nochmal richtig Stimmung bevor es für den Gastgeber auf die Bühne ging: OK KID!

    Jonas, der Frontsänger von OK KID, kündigte bereits mit einem Lachen an: „Eigentlich geht immer irgendwas schief“. In den Jahren zuvor hätte er nie Stimme gehabt, wenigstens das wäre dieses Jahr anders. Und naja ein paar Kleinigkeiten sind auch „schief gegangen“, wenn man das so böse formulieren möchte. So hat das Bühnenbild kurz den Geist aufgegeben, als sich das Unwetter angebahnt hat. Aber, das hat die Kids natürlich nicht davon abgehalten, die Bühne abzureißen. Während „Die Kids sind alright“ spielte, verwandelte sich die Crowd kurz in ein Fußballstadion. Fahnen wurden geschwenkt und Bengalos wurden angezündet. Mein Lieblingsmoment: „Verschwende mich“. Der Regen strömte, doch das Festival lag sich in den Armen und schaukelte im Takt . Schließlich musste das Festival früher abgebrochen werden. Das Gewitter schmiss uns am Ende raus.

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    Manchmal braucht es gar kein Meer für das perfekte Sommergefühl, sondern einfach ein altes Gemäuer in Gießen, gute Musik und die richtigen Menschen. Eins habe ich auf jeden Fall dieses Jahr rausgefunden: „Stadt ohne Meer“ ist der ultimative Song zum im Regen tanzen. 

    Fotocredit: Merle Schweitzer/Hannah Busch

  • “How Did We Get Here?” – One Evening with Louis Tomlinson in Dublin

    “How Did We Get Here?” – One Evening with Louis Tomlinson in Dublin

    On April 30, 2026, untoldency went international! For the first time, we were invited to an international concert and got to see Louis Tomlinson on his How Did We Get Here? – Tour in Dublin. As someone who was never a huge One Direction fan and isn’t deeply immersed in the Louis fandom, the entire concert experience was intense and exciting for me. And it can be summed up in one sentence: Live music connects people and changes lives. And I’m so glad to let it continue to change mine.

    How Did We Get Here?

    The story of Louis Tomlinson’s career is a truly fascinating one. As a member of the boy band One Direction, he became part of a phenomenon that completely captivated the UK and Ireland in particular—but also the rest of the world—in a very short time. Cast in 2011 on X Factor and winning third place, the band has become a huge and significant part of countless people’s teenage lives. For many, it’s the band they grew up with, even after they decided to take a “one-year” hiatus after just five years in 2016. Since then, the five band members haven’t reunited, but have continued making music as solo artists—with varying degrees of success. Harry Styles was the one to headline the biggest festivals and arenas, but the others have also built on the boy band’s success and expanded their careers.

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    Louis Tomlinson released his first album, Walls, in 2020. Two years later came Faith In The Future, and this past February, his latest album, How Did I Get Here?, was released. Six years after his debut, he has now released, in his own words, “the record I always deserved to make.” How Did I Get Here? asks how he got to where he is today. The One Direction fandom, of course, plays a central role as the starting point of his career. But the last ten years are entirely down to Louis Tomlinson himself. It’s his tireless work, his loving relationship with his fans, and his disarmingly honest way of dealing with success. If you take a closer look at the Brit, you realize: this likable underdog has more to offer than you might think.

    That’s what I learned, anyway, when I started getting into Louis Tomlinson. Without high expectations but with a touch of skepticism, I got lost in interview clips and live footage and found the down-to-earth ex-boy band singer just getting cuter and cuter. Maybe it’s his dry English humor or his laid-back nonchalance toward the media, while his love for his fans seems all the more genuine. At some point, I became a bit of a Louis fan—and was thrilled when I got to see him live in Dublin.

    “There’s beauty in the scars tonight”

    My girlfriend, who is a huge Louis Tomlinson fan, and another friend came along with me and warned me right from the start: “You have to enjoy the music because he doesn’t have any kind of stage presence.” To my surprise, they were right.

    The arena’s large stage was filled by his band and an LED screen, and Louis spent 60% of the time simply standing at the microphone. About halfway through the concert, the stage expanded to include a B-stage in the middle of the audience, but even there, the focus remained on the singer at the mic. No stage performance, no major interactions with the crowd — just a lad on a stage singing his songs. But what surprised me was that it worked. Because his songs stand on their own and reach a whole new level when thousands sing along with all their hearts. There wasn’t a single song where the entire arena didn’t hear itself. Songs from his new album were sung along to loudly as if they were already fan favorites (though you could clearly tell the difference from the actual fan favorites by the exploding decibels), and there wasn’t a moment when the concert felt monotonous.

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    On the contrary, there was a sense of vulnerability in the air—the kind that only arises when you open yourself up completely. Every emotion was felt openly: frustration, sadness, joy. Love for live music, love for Louis Tomlinson, love for the entire fandom. Signs were held up and fans around them pointed their flashlight on them so they could be seen from the stage. There was no pushing and shoving, no passive-aggressive jostling. That might be due to Irish friendliness or the fact that the concert wasn’t sold out, but the harmony and love that filled the entire arena that night was almost healing. Because, no matter how long or how big a fan you are of Louis Tomlinson, it’s all about the music. It’s about the moment everyone shares, and the emotions you feel together in that moment. The certainty of being able to just be yourself and be accepted for it. And that’s a little life-changing indeed.

  • “How Did We Get Here?” – mit Louis Tomlinson in Dublin

    “How Did We Get Here?” – mit Louis Tomlinson in Dublin

    Am 30. April 2026 ging untoldency international! Zum ersten Mal wurden wir auf ein internationales Konzert eingeladen und durften Louis Tomlinson auf seiner How Did We Get Here? -Tour in Dublin besuchen. Als jemand, die nie großer One Direction Fan war und auch nicht so deep im Louis Fandom drin ist, war die gesamte Konzert-Erfahrung entsprechend intensiv und spannend für mich. Und sie kann in einem Satz zusammengefasst werden: Live-Musik verbindet und verändert Leben. Und ich bin so froh, sie mein weiter Leben verändern zu lassen.

    How Did We Get Here?

    Die Geschichte von Louis Tomlinson’s Karriere ist eine wahnsinnig spannende. Als Bandmitglied der Boyband One Direction wurde er ab 2011 Teil eines Phänomens, das besonders die UK und Irland, aber auch den Rest der Welt in kürzester Zeit komplett in ihren Bann gezogen hat. Gecastet bei X-Faktor und auch nur auf den dritten Platz gelandet, ist die Band ein riesiger und bedeutender Teil der Jugend für unzählige Menschen geworden. Es ist für viele die Band, mit der sie aufgewachsen sind, auch nachdem sie nach nur fünf Jahren 2016 für “ein Jahr” pausieren wollten. Seitdem sind die fünf Bandmitglieder nicht wieder zusammengekommen, haben aber als Solokünstler weiter Musik gemacht – mit unterschiedlichem Erfolg. Harry Styles sollte bei weitem die größten Festivals headlinen und Arenen füllen, doch auch die anderen haben an den Boyband-Erfolg angeknüpft und ihrer Karriere ausgebaut.

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    Louis Tomlinson hat sein erstes Album Walls 2020 veröffentlicht. Zwei Jahre später Faith In The Future, und jetzt im Februar kam sein aktuelles Album How Did I Get Here? raus. Sechs Jahre nach seinem Debüt, hat er nun, in seinen Worten, “the record I always deserved to make”, rausgebracht. How Did I Get Here? stellt die Frage, wie ist er zu dem Punkt gekommen, an dem er jetzt ist? Der One Direction Fandom spielt da natürlich eine ganz zentrale Rolle für den starting point seiner Karriere. Aber die letzten zehn Jahre gehen alleine auf Louis Tomlinson’s Kappe. Es ist seine unermüdliche Arbeit, seine liebevolle Beziehung zu seinen Fans und seine entwaffnend ehrliche Art, mit Erfolg umzugehen. Wenn man sich ein bisschen mit dem Briten beschäftigt, merkt man: dieser sympathische Underdog hat mehr drauf, als man vielleicht denken könnte.

    Das hab ich jedenfalls gelernt, als ich mich auf Louis Tomlinson eingelassen hab. Ohne große Erwartungen und doch mit ein wenig Skepsis hab ich mich in Interview- und Live-Ausschnitte verloren und fand den auf den Boden gebliebenen Ex-Boyband-Sänger immer cuter. Vielleicht ist es der trockene englische Humor oder die lockere Abgeklärtheit für große Medien während seine Liebe für Fans umso ehrlicher scheint. Irgendwann wurde ich jedenfalls ein kleiner Louis Fan – und hab mich entsprechend gefreut, als ich ihn live in Dublin erleben durfte.

    “There’s beauty in the scars tonight”

    Meine Freundin, die unfassbar großer Louis Tomlinson Fan ist, und eine andere Freundin haben mich begleitet und mich von vornherein gewarnt:“You have to enjoy the music because he does not have any kind of stage presence”. To my surprise, sie hatten Recht.

    Die große Bühne der Arena wurde von seiner Band und einer LED-Wand gefüllt, und Louis stand zu 60% der Zeit nur am Mikro. Zur der Mitte des Konzerts wurde die Bühne auf eine B-Stage in der Mitte des Publikums erweitert, doch auch hier war der Fokus auf den Sänger am Mikro. Keine Bühnen-Performance, keine großen Interaktionen, just a lad on a stage singing his songs. Was mich aber überrascht hat, war, dass das funktioniert. Weil seine Songs für sich stehen und ein komplett neues Level erreichen, wenn Tausende sie aus ganzem Herzen mitsingen. Es gab keinen Song, bei dem sich die ganze Arena nicht selbst gehört hat. Songs von seinem neuen Album wurden laut mitgesungen als wären sie jetzt schon Fan-Favorites (den Unterschied zu den eigentlichen Fan-Favorites hat man aber an den explodierenden Dezibels doch deutlich gemerkt) und es gab keinen Moment, an dem sich das Konzert monoton angefühlt hat.

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    Im Gegenteil, es lag eine Verwundbarkeit in der Luft, die nur entsteht, wenn man sich komplett öffnet. Es wurde offen alles gefühlt: Frust, Trauer, Freude. Liebe für Live-Musik, Liebe für Louis Tomlinson, Liebe für den gesamten Fandom. Schilder wurden hochgehalten und von den Fans drum herum angeleuchtet, damit man sie von der Bühne aus sehen kann. Es gab kein Gedränge, kein passiv aggressives Rumgeschubse. Das mag an der irischen Freundlichkeit liegen oder an daran, dass das Konzert nicht ausverkauft war, aber die Harmonie und Liebe, die in der gesamten Arena in der Luft lag, war fast heilend. Weil, egal, wie lange oder doll man Fan von Louis Tomlinson ist, es geht um die Musik. Um den Moment, den alle teilen, und die Emotionen, die man gemeinsam dabei fühlt. Die Gewissheit, einfach so sein zu können wie man ist, und dafür akzeptiert zu werden. Und das ist schon ein wenig lebensverändernd.

  • Berge, Sonne, gute Laune satt: So war das Zermatt Unplugged Festival 2026

    Berge, Sonne, gute Laune satt: So war das Zermatt Unplugged Festival 2026

    Die Hälfte vom April ist bereits vorbei und damit auch das diesjährige Zermatt Unplugged Festival. Die Schweizer Idylle am Fuße des Matterhorns beherbergte dieses Jahr wieder zahlreiche Künstler:innen aus Pop, Folk und elektronischer Musik, die auf 17 Bühnen rund 120 Konzerte spielten.  

    Das Festival ging dieses Jahr in die 17. Runde, wobei eine meiner liebsten Bühnen aus den Vorjahren durch fehlendes Sponsoring gestrichen wurde, leider. Dafür ist ein anderer Liebling von mir noch da gewesen: der Riffelberg. Was schreit mehr Konzert als ein Skigebiet auf über 2500m überm Meeresspiegel?
    In knapp 30 Minuten ist man mit der Gornergratbahn von Zermatt auf den Riffelberg gefahren und kann Openair-Konzerte in der Sonne auf einem Liegestuhl mit Blick aufs Matterhorn genießen. Dort habe ich mir Tors und Vincent Lima anschauen dürfen und das waren auf jeden Fall zwei meiner Highlights der Woche.

    Riffelberg
    Riffelberg

    85 Franken well spent

    Abgesehen davon ist unten in Zermatt natürlich jedes Jahr auch wahnsinnig viel los. Zutritt zu den meisten Bühnen gibt es mit dem Unplugged-Pass, der für die ganze Festivalwoche gültig ist. Den gibts für 85 Schweizer Franken, was ich mehr als gerechtfertigt finde für fünf Tage Konzerte! Daneben gibt es jeden Abend jeweils drei Konzerte von bekannteren Künstler:innen, die mit separaten Tickets zugänglich sind. Dieses Jahr waren das u.a. Tom Odell, Emilie Sandé, Herbert Grönemeyer, Rea Garvey, Mighty Oaks und Placebo. Hier waren die Mighty Oaks definitiv meine Favoriten der Woche.

    Außerdem bietet das Festival noch zwei weitere Locations, die ebenfalls separate Tickets erfordern, dort zusätzlich aber noch ein Abendessen inkludiert ist. Ich selbst war nicht da, finde das jedoch ganz schöne Angebote, die auch immer sehr gut ankommen bei den Besucher:innen. Während die einen also beim Konzert dinieren, gibts für die anderen jede Menge kulinarischer Möglichkeiten im Taste Village, dem Herzstück des Festivals. Dort befindet sich ebenfalls eine Open-Air Bühne, die vor allem am Nachmittag und in den frühen Abendstunden bespielt wird. Hier habe ich mir z.B. Rhys Lewis, MUPANI, Matthew Mole, Sarah Julia und The Great Stoyan Duo angeschaut. Alle waren wirklich top und haben super Stimmung verbreitet. Das Lineup bestand (wie jedes Jahr) aus Künstler:innen, die neben Englisch und Deutsch auch Songs auf Französisch und Schweizerdeutsch zu präsentieren hatten, wodurch sich eine super spannende Mischung ergibt.

    Taste Village
    Bühne im Taste Village

    Früh da sein lohnt sich

    Im Taste Village gibts ein Konzert zum Mittag, was meist überschaubar besucht ist, da viele in der Mittagshitze auch noch anderswo verweilen. (Ja, 12 Grad auf über 1000m Höhe sind auf jeden Fall krass warm.) Zum nächsten Konzert um 16:45 Uhr ist dort jedoch schon wahnsinnig viel los. Wenn man also einen Sitzplatz haben möchte, sollte man nicht allzu spät erscheinen. Auch bei den anderen Unplugged-Locations lohnt sich ein früher Gang zum Konzert. Viele Venues bieten meist nur Platz für rund 100 Gäste und man sollte sich im Vorfeld gut überlegen, wo man hin möchte. Spontanität ist hier ein bisschen unangebracht, vor allem zum Wochenende hin. Zwei Locations bieten außerdem einen Restaurantbetrieb, wo man höchstens noch einen Tisch reservieren kann, um einen garantierten Platz fürs Konzert zu bekommen.

    All That Jazz

    Wo man auch noch einen Tisch reservieren kann: im Jazz Club! Ronnie Scott’s in Anlehnung an den echten Londoner Kult Jazz Club wird extra zum Festival hergerichtet und befindet sich in einem der ältesten Hotels in Zermatt. Besonders gut besucht sind dort jedes Jahr die Jam Sessions am Mittwoch und Freitag, für die sich Künstler:innen des Festivals selbst anmelden können und dann einen Song covern, entweder mit dem Jazz Ensemble, alleine oder mit anderen Künstler:innen zusammen. Niemand weiß also, wer kommt oder was einen erwartet. Dieses Jahr war ich am Mittwoch dort, da man (anders als am Freitag) noch reelle Chancen hat, reinzukommen, da das Festival wie erwähnt zum Wochenende hin stärker besucht ist. Das Jazz Ensemble selbst war sehr cool, muss ich sagen, und sie haben sehr gute Stimmung verbreitet. Gejammt haben in der Mittwochsession Sorvina, Matthew Mole, Mnerva und die Künstler:innen der Mountain Academy. 

    Ronnie Scott's Jazz Club zum Mittwochsjam
    Ronnie Scott’s Jazz Club zum Mittwochsjam

    Setzt euch ans Lagerfeuer…

    Die Mountain Academy ist ein Newcomerprogramm, genauer eine Art Coaching & Songwriting-Camp im Rahmen des Festivals. Das ist eigentlich ziemlich cool, weil man die Chance bekommt, unbekannte Musiker:innen zu erleben und diese die Möglichkeit haben, vor Publikum zu spielen. Am Campfire im Taste Village hat man jeden Tag die Möglichkeit, sich die Newcomer:innen anzuschauen. Meine Favoritin war Keza – eine Schweizerin mit afrikanischen Wurzeln, der es ganz viel Spaß gemacht hat, zuzuschauen, weil sie einfach so viel Leichtigkeit in ihrer Stimme hatte.

    Manchmal gibt es am Campfire auch Pop-up Konzerte. Ich habe leider nichts gefilmt, aber dieses Jahr hat dort auch jemand ein Konzert gegeben, der nur selbstgebaute Instrumente benutzt hat. Er hat z.B. auf einem Skateboard gespielt oder auf einem Messerblock und gesungen hat er in einen Telefonhörer. Das war ziemlich witzig und beeindruckend zugleich. Also definitiv ein Wochenhighlight.

    Tanzen ohne Ende

    Dass das Festival sehr viel Abwechslung bietet, ist kein Geheimnis. Wer tagsüber lieber in den Bergen Skifahren möchte, kann in den späten Abendstunden noch auf seine Kosten kommen. Neben dem Unplugged-Pass gibt es für 30 Franken außerdem einen Nightpass, mit dem man das Zermatter Nachtleben unsicher kann. Das Festival bietet nach den Hauptkonzerten ab 22 Uhr mehrere Spots zum Tanzen an. Gut besucht waren die Vernissage und (das erste Mal dabei dieses Jahr) das Streetside, wo es auch noch bis morgens etwas warmes zu Essen gibt, für alle, die sich mal eine Pause vom Dancefloor gönnen möchten. Besonders empfehlen kann ich die Hotdogs in der Vernissage.

    Daneben gibt es außerdem noch das Manud und meinen liebsten Hotspot: das Unique Hotel Post aka das Pöstli. Neben einer eigenen Hotelbar bot das Pöstli auf drei Floors allerlei Musik: Ob 90er/2000er oder der DJ von nebenan unten im Gewölbekeller – hier war für alle etwas dabei. Die Location hat jedenfalls einen besonderen Platz bei mir erlangt in den letzten Jahren. Ich muss zugeben, so ganz weiß ich auch nicht warum, aber das Pöstli hab ich ziemlich ins Herz geschlossen. Dazu ist auch das Hotelpersonal mega lieb und ich bin einfach sehr gern dort. Einen Besuch im Pöstli, sei es zu den Unplugged Konzerten oder zum Tanzen bis in die Nacht, kann ich allen empfehlen.

    Zermatt = Herzig

    Was ich an diesem Festival außerdem besonders liebe, ist die Atmosphäre. Das Zermatt Unplugged ist schwer vergleichbar mit anderen Festivals. Zum einen natürlich, weil es im April in der Schweiz stattfindet – logisch, da fällt Zelten schon mal aus. Zum anderen aber auch, weil das Publikum nicht die typischen Festivalgänger:innen sind. Vielleicht sind Ort und Zeit auch hier dieselben Gründe, weshalb das so ist. Es fällt jedenfalls auf, dass so gut wie alle Altersklassen dabei sind und das Publikum auch dieses Jahr sehr bunt gemischt war. Allgemein ist es sehr entspannt und man befindet sich durchaus in einer recht gelassenen Atmosphäre. Niemand drängelt, niemand pöbelt, niemand muss bei irgendwem in der ersten Reihe stehen.

    Apropos Menschen – ich möchte außerdem erwähnen, dass das Festivalteam aus so lieben Seelen besteht, die auch in stressigen Situationen nicht den Überblick verlieren. Ebenfalls die Securities sind super nett. Dazu möchte ich auch den Auf- und Abbau und die Liebe zum Detail hervorheben, da sich alle neben den Bühnen auch viel Mühe mit der Deko im Ort geben und alles immer sehr (wie die Schweizer:innen sagen würden) herzig ausschaut. Beim Festival wird viel mit Holzoptik gearbeitet und diese gibt dem ganzen eine gewisse heimelige und gemütliche Atmosphäre, die ich ganz, ganz toll finde. 

    Eingang/Ausgang Taste Village
    Eingang/Ausgang Taste Village

    Ich war dieses Jahr zum dritten Mal dort und es wird definitiv nicht mein letztes Mal gewesen sein. Wer auch dabei sein möchte, kann es sich gern schon Mal für nächstes Jahr in den Kalender schreiben – es lohnt sich!

    Die Wartezeit bis April 2027 könnt ihr euch so lange mit der offiziellen Playlist der diesjährigen Unplugged Acts vertreiben:

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    In den ersten Reihen nur Chayas und verbale Körperverletzung gegen Fritze Merz: so war OG LU am 14.12.2025 in Hamburg

    Einen Tag nach dem inoffiziellen Linke-Zecken-Feiertag besucht OG LU den ausverkauften Saal des Hamburger Uebel & Gefährlich anlässlich ihrer „assig aber cute“-Tour. Es ist ein frostiger Abend und trotzdem lässt sich schon an den cunty Outfits in der Queue erkennen, dass es sich um ein Konzert der Frankfurter Rapperin handeln muss. Sie ist bekannt für ihre gesellschaftskritischen Texte, in denen sie über Frankfurt, Haze und Kampfsport rappt. Sogar ihre Bühne sieht aus wie ein Boxring, gefüllt mit pinken Plüsch-Hanteln.


    Macker gehören nach hinten und Girls auf die Bühne

    Die Stimmung ist schon vor dem Konzert gut und die Fans spekulieren, wer wohl Support-Act sein könnte, viele vermuten die Hamburger Rap-Crew bangerfabrique. Entgegen einigen Erwartungen betritt aber direkt OG LU herself die Bühne und startet mit einem absoluten Banger. „Bossbabe“ setzt die Stimmung für den ganzen Abend: laut, wütend und geprägt von Schwesternschaft. Nach ihrem zweiten Song „hanni & nanni“ macht sie direkt klar, dass sie in den ersten Reihen nur Chayas sehen will und cis Männer zwar willkommen sind, aber nicht direkt vor der Bühne.

    Nach ihrem Song „Ottić“ holt OG LU passenderweise zwei Fans auf die Bühne, um sie kompetitiv Joints bauen zu lassen. Da aber bekanntlich alles schöner ist, wenn man es zusammen tut, haben die beiden es zu einem Gemeinschaftsprojekt gemacht und sich, um vernünftig arbeiten zu können, hingehockt. Dafür haben sie von der Rapperin zwar den Kommentar „Digga, die setzen sich aufn Boden wie Hippies“ kassiert, aber fun war es bestimmt trotzdem. Passend dazu gab’s am Merch-Tisch auch pinke Purize Filter, Papes und Grinder.  


    Sisterhood & Solidarity

    Nur ein Lied später kommen drei weitere Gästinnen auf die Stage und zwar niemand geringeres als nebou, emmamaelo und melle, auch bekannt als bangerfabrique. Die Vermutung, dass die drei der Support-Act sein könnten war also gar nicht so abwegig. Sie performen drei ihrer Songs und werden von der Crowd wärmstens empfangen. Es wird schnell klar, wie sehr die Hamburgerinnen von ihrer Stadt gefeiert werden. Mindestens genauso schön ist es zu sehen, wie groß der Support der Rapperinnen untereinander ist. In einer Zeit, in der FLINTA*-Acts sich immer noch battlen müssen, um den 16:00 Uhr Slot auf einem Festival zu bekommen, macht es Hoffnung, dass sie sich trotzdem nicht als Konkurrenz sehen, sondern sich gegenseitig empowern und eine Bühne geben, wenn es sonst schon nur die wenigsten tun.

    Während dem Track „Riot“, der sehr ehrlich die Wut auf rechte Politik und den Wunsch nach radikaler Veränderung in Worte fasst wurden im Publikum schon einige Kufiyas hoch gehalten. Danach geht es auch sehr emotional weiter. OG LU erklärt sich solidarisch mit Palästina, Kurdistan, dem Sudan und allen anderen unterdrückten Menschen und Antifaschist:innen in Gefangenschaft. Dass sie sich gegen jede Form der Repression einsetzt, ist nichts neues, schließlich rappt sie in den meisten ihrer Songs davon. Dennoch tut es gut, das auch noch einmal außerhalb dessen zu hören und diese Einstellung mit allen Anwesenden zu teilen.


    Hoher Besuch aus der Hansestadt

    Nach diesem sehr ernsten, aber wichtigen Konzertabschnitt, der mit dem Outro des Albums „TKO“ beendet wird, geht es weiter mit den Songs „Rihanna“ und „Bellydance“, die wieder zum dancen einladen, aber nicht weniger powerful sind. Für ihren Track „2 Etagen“ kommt als Surprise Act – ebenfalls aus dem Doppel-H-Rap-Kosmos – Tom Hengst mit auf die Bühne und die Stimmung in der Crowd erreicht hier ihr Maximum. Danach gibt’s von der Rapperin eine Runde Shots für alle die wollen und ein paar signierte Tampons landen im Publikum. Es ist ja schließlich ein OG LU Konzert.
    It’s Anekdoten-Time und sie erzählt von dem Abend, an dem sie sich die Support-Show beim K.I.Z-Frauenkonzert geklärt hat. Um die Story zu hören, müsst ihr aber schon selbst mal zu einer ihrer Shows gehen. Darauf folgt ein unreleaseder Track, auf dem sie den K.I.Z-Klassiker „Böhses Mädchen“ sampled. Hoffentlich erlauben ihr die Jungs bald, den zu veröffentlichen, damit wir nicht mehr allzu lange auf diesen Banger warten müssen.
    Zu ihren Songs „O’Malley“ und „Hasskick“ öffnet sich nochmal der Pit und von der ersten bis zur letzten Reihe sind alle am tanzen. Zum Abschluss darf sich das Publikum noch über ihre all time classics „Gegend“ und „Paar Ecken Hish“ freuen und ich kann mit Sicherheit sagen, dass alle das Uebel & Gefährlich mit einem guten, hoffnungsvollen, aber auch in ihrer Wut bestärkten Gefühl verlassen haben.

    Foto: Janis Lueders