Wir haben es gefühlt! Loulou und Fabiola (Evangelische Schule Berlin Zentrum) berichten von einem wunderschönen Abend mit Fana Hues, der viel zu schnell vorbei ging und doch nicht so schnell in Vergessenheit geraten wird.
Nach Paris, London und Köln tritt Fana Hues am 25.09.2024 in Berlin auf. Der Privatclub in Kreuzberg ist die perfekte Location für die Aufführung ihres neuen Albums „Moth“. Mit ihrem harmonischen R&B- und Soul-Sound ist Fana Hues eine aufstrebende Künstlerin, die uns noch mit ihrem musikalischen Talent begeistern wird. Ihre ausdrucksstarke und doch zarte, verspielte Stimme ist dem einen oder anderen bestimmt schon ins Ohr geflogen, denn sie ist zum Beispiel als Feature auf dem Song „SWEET/ I THOUGHT YOU WANTED TO DANCE“ von Tyler, The Creator aus dem Album „CALL ME IF YOU GET LOST“ zu hören.
Ein Abend voller Emotionen
An diesem Abend singt sie alleine, unterstützt durch ihre Gitarristin Helina und durch Playbacks ihrer eigenen Songs. Die heute 29-jährige Singer-Songwriterin ist Multiinstrumentalisten und stammt aus Pasadena, Kalifornien. Ihre Songtexte beschreiben die Emotion Trauer in all ihren Phasen und Facetten. Eine davon ist, wie sie selbst sagt, „heartbreak with revenge“. Selbstreflexion, Akzeptanz, Loslassen und Weitermachen sind die Botschaften, die sie musikalisch verpackt.
Magische Atmosphäre
Mit ihrem Opener „Take 2“, dem ersten Lied des Albums, reißt sie uns gleich mit. Die Stimmung ist magisch. Unterstützt durch die lila Lichter, die unsere Köpfe farbig streichen und sie in den Fokus rücken, bringt uns Fana Hues mit ihren fließenden Tanzbewegungen in den Schwung. Fana tanzt zwischendurch voller Leichtigkeit und Energie was die Show noch besser macht. Das Publikum ist wie ein Meer aus kleinen unterstützenden Wellen, die das Konzert in eine lockere, positive Stimmung versetzen.
Wir jubeln immer wieder und feiern Fana für ihre filigranen Gesangslinien und den angenehmen Klang ihrer Stimme. Melodisch sind alle Songs ein Genuss. Bei „Sweet Like“, „Wild Horses“ und „Pieces“ wippen wir leicht mit und genießen die Atmosphäre etwas zurückhaltender. Während der Songs „Bad Bad“, „Gone Again“, „Down“ und „Rental“ geht’s dann richtig ab! Sie tanzt rhythmisch und mit so viel Leichtigkeit, dass sie uns auch zum Tanzen bringt. Alle genießen die lockere Stimmung.
Eine intime Show
Die intime Konzertlocation passt perfekt zu Fana Hues‘ sanften und souligen Vibes. Das familiäre Publikum besteht aus aufgeschlossenen, musikliebenden Menschen. Obwohl die Stimmung während der Songs oft ruhig und konzentriert erscheint, bricht nach jedem Track ein lauter Applaus aus – ein Zeichen dafür, wie sehr das Publikum die Performance aufsaugt. Ihre Stimme ist beeindruckend – kraftvoll und gleichzeitig unglaublich sanft. Jeder Song fühlt sich wie ein eigenes Kapitel an. Die Setlist führt uns durch eine emotionale Achterbahn und neben uns hören wir immer wieder euphorische Rufe wie „whooo“ oder „wow“. Das Bühnenbild ist schlicht, doch die lila Lichter schaffen eine verträumte Atmosphäre, die perfekt zu ihrer Musik und dem Thema ihres neuen Albums „Moth“ passt. Die Show lebt voll und ganz von Fanas Stimme und Präsenz.
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Was den Abend besonders macht, sind die spontanen, lockeren Momente. Einmal vergisst Fana den Text und sagt lachend: „I forgot the words“, was die Verbindung zum Publikum sehr persönlich und die Show einfach authentisch wirken lässt. Auch als sie über die Emotionen hinter ihren Songs spricht, hat jede*r das Gefühl, sie teilt etwas sehr Persönliches mit uns.
Nach dem Konzert stellt sich Fana Hues ganz entspannt hinter den Tresen ihres Merch-Stands, verkauft persönlich ihr eigenes Merch und nimmt sich Zeit für Fotos und Autogramme. Natürlich sichern auch wir uns ein Autogramm – ein schönes Andenken an einen unvergesslichen Abend.
Mehr als nur eine Rose wert
Zum Schluss bekommt Fana noch eine Rose eines Fans überreicht, aber nach dieser Performance ist sie definitiv mehr als nur eine Rose wert. Wir hätten für dieses Konzert tausendmal mehr bezahlt. Fana Hues hat mit ihrer beeindruckenden Stimme, ihrer emotionalen Tiefe und authentischen Art einen besonderen Abend geschaffen, den wir so schnell nicht vergessen werden. Sie ist eine großartige Künstlerin, die ihr euch unbedingt anhören solltet. Checkt sie auf Insta und Co. aus!
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Am 14.09.2024 verwandelte Paul Kalkbrenner die mit 22.290 Plätzen ausverkaufte Waldbühne in einen Techno-Tempel. Tausende Fans kamen um dieses Spektakel mitzuerleben und wurden nicht enttäuscht. Es war ein aufregender Abend voll mit intensiven Klangerlebnissen und einer beeindruckenden Lichtshow.
Paul Kalkbrenner – Pionier der Technoszene
Der 1977 in Leipzig geborene und in Berlin-Lichtenberg aufgewachsene Techno, Elektronik und Dance Produzent Paul Kalkbrenner ist bereits seit der Veröffentlichung seiner ersten EP „Largesse“ im Jahre 1999 unter dem Pseudonym „Paul dB+“ aktiv. Mit seinem Bruder Fritz Kalkbrenner, der ebenfalls DJ und Produzent ist, gelang Paul Kalkbrenner 2013 mit der Single „Sky and Sand“ der musikalische Durchbruch.
Die perfekt inszenierte Show
Der Ablauf des Konzertes war perfekt durchdacht. Zu jedem Zeitpunkt gab es den richtigen Song wodurch die Spannung durchgehend auf einem hohen Niveau blieb und die insgesamt 2 1⁄2 Stunden nie langweilig wurden. Neben vielen bekannten Songs, wie „Aaron“ oder „Parachute“ war auch sein wohl bekanntester Song „Sky and Sand“ dabei, welche für emotionale Höhepunkte sorgten, während neuere Songs Bewegung reinbrachten. Nicht nur die musikalische, auch die visuelle Gestaltung war ein reines Spektakel. Lichter, Nebel und sogar Feuer wurden passend zur Musik abgestimmt.
Zusätzlich gab es auf der anfangs sehr einfach gestalteten und nach und nach immer actionreicheren Bühne einen im Hintergrund agierenden Bildschirm, der dem Publikum die Möglichkeit gab, Paul Kalkbrenner in Echtzeit und hautnah bei der Arbeit mitverfolgen zu können.
Kollektive Euphorie
Seit Beginn des Konzerts war die Stimmung im Publikum positiv geladen. Die Kombination aus Musik, Licht und der euphorischen Atmosphäre verwandelte die Berliner Waldbühne in einen Ort kollektiver Begeisterung. Die ruhigen Zwischenmomente dienten regelrecht als Durchatmungspausen, um danach wieder mit voller Kraft von dem nächsten Beatdrop mitgerissen zu werden. Man merkte – die Stimmung hielt an und auch nach ca. 2 1⁄2 Stunden wollte niemand aufhören zu tanzen.
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Paul Kalkbrenner war unser erstes Techno-Konzert und hat alle unsere Erwartungen weit übertroffen. Besonders die Qualität der Lautsprecher war überragend. Der Bass durchdrang den ganzen Körper und ließ den Magen vibrieren, während die Melodien einen regelrecht schweben ließen. Es war ein Erlebnis, das sich tief eingebrannt hat und noch lange nachhallen wird. Als wenn das nicht schon perfekt genug wäre, gab es am Anfang einen herrlichen Sonnenuntergang und später einen noch beeindruckenderen klaren Sternenhimmel. Es war ein wirklich hervorragender Abend, den wir nicht so schnell vergessen werden und jedem Techno-Begeisterten weiterempfehlen!
Kleiner Tipp: am 19. Oktober 2024spielt Paul Kalkbrenner auf dem Big Air Chur Festival in der Schweiz.
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Die Liste an Festivals im Sommer ist mittlerweile fast unendlich lang. Zwischen den großen Namen wie Rock am Ring, Deichbrand oder dem Fusion gehen die kleineren Festivals schnell mal unter – dabei sind das genau die, die eigentlich mehr Aufmerksamkeit verdient hätten. Eins möchten wir euch heute vorstellen: Das Appletree Garden Festival.
Gartenparty auf einer Apfelbaumwiese wird zum Festival
Was einst als Gartenparty unter Freund*innen auf einer Apfelbaumwiese gestartet ist, zieht heute internationale Headliner in das beschauliche Städtchen Diepholz in Niedersachsen. Doch die familiäre Atmosphäre hat das Appletree Garden Festival nicht verloren. Organisiert wird das Festivals nämlich von Ehrenamtlichen, die schon Monate vorher dafür sorgen, dass das Festivalwochenende unvergesslich wird. Im Schatten von Eichen und Apfelbäumen präsentiert das Appletree drei Tage voller Lieblingsmusik, Kultur und Leidenschaft – von ausgewählten Newcomer*innen, über gefeierte Acts der Indie-, Pop- und Elektro-Szene bis hin zu einem liebevoll gestalteten Rahmenprogramm aus Zirkus, Diskurs und Workshops.
Wenn man mit dem Zug in Diepholz ankommt, kann man das Festival eigentlich gar nicht verfehlen, denn man muss keine zehn Minuten zu Fuß gehen bis man auf dem Festivalgelände steht. Da die Besucher*innenzahl auf 5.500 beschränkt ist, ist hier auch alles schnell erreichbar. Großer Pluspunkt für einen heißen Sommer: Die vier verschiedenen Bühnen stehen im Wald auf kleinen Lichtungen und spenden so eine Menge Schatten. Es gibt eine Große Bühne, eine Waldbühne, den Spiegelpalais, das „Tiefe Holz“ und die „Oase“. Die letzten beiden sind verhältnismäßig klein, aber dafür mit besonders viel Liebe zum Detail gestaltet.
Die „Oase“ beherbergt DJ’s. Jetzt könnte man fast denken: Wo ist denn hier die Bühne? Denn das Gerüst sieht aus wie ein Sprungturm aus dem Freibad, dem ein gigantischer Diamant aufgesetzt wurde. Das DJ Booth ist genau darin versteckt und die Besucher*innen können im Sand der „Oase“ bei Freibad-Gefühlen tanzen.
Kein Appletree ohne das passende Accessoire
Auch sonst ist das Gelände liebevoll gestaltet: Überall hängen Lichterketten, Diskokugeln und Sitzmöglichkeiten wurden aus Holz selbst gebaut. Die Liebe zum Detail bringen aber auch die Festivalgäste selbst mit. Mittlerweile ist es schon fast Tradition, dass beim Tanzen vor der Bühne ein selbstgebasteltes Accessoire mitgebracht wird. Das könnte zum Beispiel ein Regenschirm sein, der durch Verzierungen aussieht, wie eine Qualle – oder ein Besenstiel, der zu einem Apfelbaum umfunktioniert wurde. Der Kreativität sind da keine Grenzen gesetzt.
Ansonsten wirken hier alle sehr entspannt. Das könnte auch daran liegen, dass ein Großteil der Besucher*innen nach dem Aufstehen morgens erstmal zum nahegelegenen Freibad wandert, um sich dort abzukühlen und etwas Ruhe zu finden. Aber auch im Freibad sind die Diepholzer natürlich auch die Festivalbesucher*innen eingestellt: Wenn der Bademeister morgens um 10 Uhr zur längsten Polonaise aufruft und „Pump up the jam“ aus den Lautsprechern dröhnt, dann ist das vermutlich nicht der Normalzustand in der nach eigenen Angaben 18.000 Einwohner-großen Stadt. Total egal, denn die längste Polonaise bekommt er natürlich trotzdem.
Line Up: Von deutschen Hit-Garanten bis französischer New Wave
Genug drum herum gequatscht: Wie sieht’s denn mit der Musik aus? Das diesjährige Line Up bestand aus run 70 musikalischen Acts, Workshops, Zirkus und Theater unter anderem mit: Wanda, Crystal Fighters, La Femme, Edwin Rosen, The Vaccines, Leoniden, Royel Otis, ÄTNA, Berq, Charlotte Adigéry & Bolis Pupul, Fatoni, Paula Carolina, Rachel Chinouriri, Derya Yildirim, Say Yes Dog, TRÄNEN, Futurebae und vielen mehr. Das persönliche Highlight ist natürlich total subjektiv, aber wir möchten euch trotzdem nicht unsere persönlichen Favoriten vorenthalten:
Für den Zuckerschock direkt zu Beginn des Festivals haben die Tiny Wolves gesorgt. Der Kinderchor hat mit Klassikern von Coldplay und Co. direkt mal die Messlatte an Emotionalität ganz hoch gesetzt. Weiter ging es mit starken deutschsprachigen Acts: Paula Carolina, Marie Curry, Kasi und Buntspecht haben direkt angeschlossen. Vor allem Paula Carolina und ihre Band haben uns mit ihrer Energie und ausgefallenen Dance Moves überzeugt.
Mit voller Energie ging es auch an den folgenden Tagen weiter. Der Freitag war vollgepackt mit Garanten der guten Musik: Leoniden, La Femme, Ätna, Get Jealous. Die große Überraschung war Bukahara, denn die Band war bis zum Festival beginn nur ein „secret act“ – es wusste also keine*r, dass sich die Indie vierköpfige Indie-Band hinter diesem Label versteckt. Dabei hätte es wohl einen passenderen Act für den Slot geben können. Besonders gefreut haben wir uns aber auch auf Royel Otis. Die Newcomer aus Australien sind innerhalb eines Jahres mit ihrem Album „Sofa King“ durch die Decke gegangen. Vermutlich angestoßen durch den TikTok-Erfolg ihres Covers „Murder on The Dancefloor„. Auf der Festivalbühne konnten die Australier aber auch mit ihren gefühlvollen Balladen punkten.
Unser Geheimtipp (der für euch hoffentlich bald keiner mehr ist): Picture Parlour. Die female fronted Indie-Rockband aus Manchester bringt so eine Energie auf die Bühne, dass das Publikum gar nicht anders kann, als im Takt mitzuwippen und sich die Seele aus dem Leib zu grölen – genauso wie es Sängerin Katherine Parlour selbst vorgibt.
Zugegeben waren wir am Samstag schon etwas mitgenommen vom bisherigen Festivalwochenende, aber nach einer Runde Aqua Fitness im Freibad und der Lesung von Miriam Davoudvandi ging es unaufhaltsam weiter mit guter Musik. Zwischen türkisch-deutschen Indie Folk Sounds von Engin und klassischem Rap von Fatoni stich vor allem die britische Pop-Sängerin Rachel Chinouririmit geballter Portion Guter Laune auf der Bühne heraus – denn die war richtig ansteckend. Auch die passenden Dance Moves konnte die 25-Jährige uns präsentieren und hat den Bereich um die Bühne im Handumdrehen in eine Wohlfühloase verwandelt. Zum Abschluss hat NNDW-Liebling Edwin Rosen in mystischer Atmosphäre neue Songs präsentiert und seinen Fans versichert, dass er sich jetzt Zeit nimmt für neue Releases. Was für ein Versprechen zum Festivalabschluss!
Wer jetzt auf den Geschmack gekommen ist, der kann sich das Appletree Garden Festival für das nächste Jahr gleich mal im Kalender notieren: 31.07. – 02.08.2025. Sehen wir uns da? Bis dahin könnt ihr hier nochmal die Banger des diesjährigen Line Ups nachhören:
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Wir gehen mit großen Schritten dem Sommer entgegen. Und was bedeutet Sommer? Na klar: Acoustics Concerts! Auch in diesem Jahr findet die akustische Konzertreihe wieder statt und wir freuen uns tierisch, auch 2024 – inzwischen das 4. Jahr in Folge – wieder für euch dabei zu sein und euch die vielleicht schönsten Open Air-Konzerte des Jahres und die Künstler*innen vorstellen und präsentieren zu dürfen. Alle Infos zu den Acoustics Concerts gibt’s hier.
Akustisch, hautnah und handgemacht. Vor inzwischen bereits 14 Jahren entstanden die Acoustics Concerts aus der Leichtigkeit einer spontanen Idee: 3 Newcomer*innen, jeweils 30 Minuten, rein akustisch. Outdoor. Auf einer kleinen Bühne eines bekannten Clubs. Aus einer einmaligen Show auf der Außenfläche vor dem Knust in Hamburg hat sich eine etablierte Reihe in ganz Deutschland entwickelt. Und 2024 wird diese Geschichte weitergeschrieben. Diesmal geht es back to the roots, denn die Konzerte finden ausschließlich in Hamburg (Knust) statt.
Das Line up
Auch in diesem Jahr zählt für die Acoustics Concerts der Newcomer*in-Gedanke, so dass ihr sowohl etablierte Künstler*innen im Line up findet, als auch kleine Diamanten, die im Licht des Sonnenuntergangs auf der Bühne strahlen werden. Freut euch also auf Artists wie Tjark, Lara Hulo, Trille, Julianna Townsend, Julie Kuhl, MOREA und viele, viele mehr.
Die Termine
Hamburg, 05.06.2024: TJARK | Dennis Kiss | Metet Ester
Hamburg, 03.07.2024: Lara Hulo | Siggi | Isaac Jensen
Hamburg, 17.07.2024: Trille | Harvey Jay Dodgson | Being Anne
Hamburg, 31.07.2024: Weesby | Juliana Townsend | Luka Maksim
Hamburg, 14.08.2024: Julie Kuhl | Kira | Lars Kamphausen
Hamburg, 28.08.2024: Brunke | MOREA | Jakob Muehleisen
Wir freuen uns auf einen musikalisch vollgepackten Sommer mit euch uns den Acoustics Concerts. Und bis dahin könnt ihr euch die diesjährigen Künstler*innen in dieser Playlist einverleiben:
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Zwischen Goth, Post-Punk und Wave ziehen uns Absteige, Fiese Luise und bishkek in ihren mystischen Sound. Ein Line-Up vom Feinsten, bei dem für jede*n was dabei ist, solange er*sie, wie wir, eine Ader für das Düstere hat.
Wir freuen uns, das NNDW-Trio am 18.12.2023 im Schokoladen in Berlin präsentieren zu dürfen!
“du liegst neben mir im Schnee”
Absteige hat mit ihrem kalten 80er Post-Punk-Sound schon lange unsere Goth-Herzen für sich gewonnen. Vielleicht kennt ihr ihre Single “Schnee”, in der die kalte Jahreszeit als Gefühls-Kulisse für unerwiderte Liebe steht. Ein Gefühl, zu dem man plötzlich einfach tanzen will.
“es wird nicht mehr hell”
Bei Fiese Luise bleibt die Sonne ebenfalls unterm Horizont versteckt. Dennoch bringt sie mit ihren schwebenden Klängen und sanfter Stimme Licht ins Dunkel.
“Keine Kontrolle”
Dritter im Bunde bishkek lässt ebenfalls die tiefen melancholischen Sounds der 80er aufleben. Bei bishkek klingt zwischen den Synths und vorantreiben Drummachine-Sounds das lyrische-Ich im Vordergrund. Eine Mischung aus Leere und Angst vor Vergangenheit und Zukunft, die einen immer wieder einholt.
2×2 Gästelistenplätze gewinnen
Ihr könnt bei uns auf Instagram 2×2 Gästelistenplätze für das Konzert von den drei am 18.12.2023 in Berlin gewinnen! Teilnahmebedingungen findet ihr ebenfalls auf Instagram.
Bis dahin hört hier nochmal in alle Artists rein!
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Es gibt immer wieder Albumreleases, die nicht die Aufmerksamkeit bekommen, die sie eigentlich verdienen. Nichts anderes als eine kleine Sensation ist das im Juni erschienene Album „WEICH“ des Wahlberliner Musikers Peat. Besser spät als nie, möchte ich euch jetzt davon berichten und dem Jahresrückblick ein Highlight aus 2023 vorziehen. Aber das ist noch nicht alles: Peat hat letzte Woche schon wieder eine neue Single veröffentlicht. Diese trägt den Titel „Der September ist noch nicht vorbei“. Außerdem geht er nächste Woche auf Tour.
Mitte Juni sitze ich im ICE nach Hamburg. Also – ich sitze, aber nicht auf einem Platz, sondern auf der Stufenkante der Schiebetür. Aus der Zugtoilette hustet es. Die Tür geht auf, ein Schwall kalter Rauch zieht in den Gang. Ein Kind schreit und tröstet sich mit einem braun gewordenen Apfelschnitz, der mutmaßliche Vater findet Trost in einem kräftigen Schluck aus seiner Bierflasche. So weit, so scheiße, scrolle ich durch meine Playlists – nichts. Nichts, was mich hier rausholen kann.
Dann finde ich Peat und sein vor ein paar Stunden releastes Album „WEICH“, ein purer Zufall. Es wird das erste von vielen Malen sein, dass ich beim Song „IRGENDWANN WIRD ALLES“ Play drücke und „AM ENDE“ noch so vieles nicht verstanden habe. Es sind vor allem die Texte, die mühelos die gesamte Aufmerksamkeit ihres Publikums aufsaugen. Sie sind so schonungslos und ehrlich, dass Weghören manchmal die gesündere Option für den Seelenfrieden zu sein scheint. Erwachsene Vernunft hat hier aber keine Chance. „WEICH“ ist das Chaos jugendlicher Gefühle, das Chaos des Internets der 2000er und die säuerliche Essenz dessen, was daran und darin damals unheimlich sein konnte.
Songs wie „MR. RATTENSAU“ oder „DER SCHRECKEN“ lassen uns die Coming-Of-Age-Episode des Lebens einerseits körperlich nachempfinden – bei den wirklich verstörenden Schilderungen andererseits nur als schockierte Gaffer zurück. Dabei ist auch auf „WEICH“ nicht alles apokalyptisch und dem Tode geweiht. Das Album hat nicht selten hoffnungsvolle Momente, wie im sehnsüchtigen Warten des Songs „ZURÜCK“ oder im letzten Stück „AM ENDE“ mit erfreulichen Aussichten: „Alles wird gut, solang‘ ich bei dir bin.“
Die Produktion der Platte ist außerdem bemerkenswert gut. Peat macht alles selbst. Sie ist vielschichtig, komplex und überrascht in nahezu jedem Track mit unerwarteten Wendungen. Akustische Drums und Balkan-Beats. Gitarrensoli und tiefe, sägende Synthesizer. Klavierballaden, ab und zu eine kleine Überdosis Autotune und über allem schwebt irgendwie „Where Is My Mind“ von den Pixies. Am Ende dieses Albums eine wirklich gute Frage.
Auf die WEICHe Tour
In der neu erschienenen Single „Der September ist noch nicht vorbei“, dass uns bei früherem Release vielleicht einige Green Day-Alben erspart hätte ;), resümiert Peat: „Ich hab‘ mich echt so gut ich kann abgemüht, doch bis hierhin war das Ganze ja nicht so gut.“ Naja, so bescheiden muss er nun wirklich nicht sein. „Der Oktober bringt mir nur Skelette“ könnte hingegen stimmen, wenn er sein Publikum auf den Oktober-Tourdates ordentlich grillt. Ich mache mich jedenfalls auf alles gefasst.
Zum Schluss möchte ich allen von Herzen empfehlen, diese Shows in Deutschland und Österreich zu besuchen. Da steckt viel Arbeit drin, die honoriert werden will.
Erwischen könnt ihr Peat und seine Crew hier:
17.10. Köln – MTC (mit Taby Pilgrim und Thizzy) 22.10. Hamburg – Häkken (mit Juno 030) 29.10. Wien – B72 (mit Taby Pilgrim) 02.11. Berlin – Schokoladen (mit PSASSA)
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Freunde der Nacht, heute gibt es eine kleine Empfehlung für Zwischendurch. Kürzlich berichteten wir auf untoldency bereits über die neue EP „Es geht wieder schief“ des Duos Es brennt.
Hellauf begeistert können wir nun verkünden: Es geht diesmal nicht schief, denn Es brennt spielt endlich live – und zwar gleich fünf Mal am Stück! Als Support der Leipziger Band Humans As Ornaments sind Sören und Magnus alias Es brennt Ende Oktober vorwiegend in Ost- und Mitteldeutschland unterwegs. Und Leser*innen unserer Review zur EP wissen schon, dass das live einfach anderes Level ist. Dafür lohnt sich die Anreise, egal wo ihr wohnt, ganz fest versprochen.
Wer an diesen Daten also noch nichts vorhat, sollte sich auf den Weg machen, um die Live-Qualitäten dieser Bands hinterher selbst bezeugen zu können. Und wer schon was anderes geplant hat, sagt das am besten einfach ab. Denn auch die Tourgastgeber von Humans As Ornaments überzeugen mit ihrem Post-Pop-Hardcore auf ganzer Linie. Das wird laut und heiß und euch am Morgen danach einen schönen Muskelkater bescheren, wenn ihr alles richtig gemacht habt. Also hin da!
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Der September ist rum, der Herbst steht quasi vor der Tür und somit ist auch das diesjährige Reeperbahn Festival wieder vorüber. Auch in diesem Jahr war unser Team auf Europas größtem Musikclub-Festival in Hamburg zu Gast. Unsere Redakteur*innen Anna, Johanna, Leif, Sarah und Julia haben ihre Highlights und den ein oder anderen Geheimtipp für euch zusammengefasst.
Seit 2006 findet im Hamburger Stadtteil St. Pauli das Reeperbahn Festival statt. An vier Tagen wird die Reeperbahn zum Zentrum für den Austausch zwischen Publikum, internationalen Künstler*innen und Musikschaffenden. Ein Ort, an dem man viel neue Musik entdecken kann. So manche Newcomer*innen haben vor ihrem Durchbruch auf dem Reeperbahn Festival gespielt — um mal ein paar zu nennen: Ed Sheeran, Nina Chuba, Bon Iver, Kraftklub, Lewis Capaldi, AnnenMayKantereit oder Sigrid. Neben zahlreichen Konzerten werden auch Workshops und Vorträge angeboten sowie ein Konferenzprogramm für Musikschaffende. Thematisch dreht sich alles um unsere Popkultur. Dabei stehen vor allem aktuelle Entwicklungen der Gesellschaft und globalen Musikwirtschaft im Fokus.
Das Programm im Festival Village oder auf dem Spielbudenplatz ist für alle frei zugänglich und bietet somit auch Musik und Kultur für all diejenigen an, die kein Festivalticket haben.
Schon als die ersten Töne zu „Overkill“ angestimmt waren, war’s um mich geschehen. Keine Ahnung, wie Holly Humberstone es macht, aber sie bringt mich einfach immer zum Weinen. Keine Sorge, das sind Freudentränen. Ihre Songs tragen eine Emotionalität in sich, die sich live noch tausend Mal intensiver anfühlt.
Die 23-jährige Britin hat am Samstagabend, dem letzten Festival-Tag, in der Großen Freiheit gespielt. Es ist der Tag, an dem viele bereits abreisen, trotzdem war die Location voll mit Fans. Und das Bleiben wurde belohnt. Trotz der im Vergleich eher großen Bühne, wirkte das Konzert sehr intim. Aber vor allem hat man gemerkt, wie viel Spaß Holly auf der Bühne hat — und das hat das Publikum angesteckt.
Bruckner in der Elbphilharmonie
Die außergewöhnlichste Location auf dem Reeperbahn Festival ist wohl unangefochten die Elbphilharmonie. Nur vier Bands haben die Ehre, dort spielen zu dürfen. Ich war bei dem Konzert von Bruckner am Freitagabend und muss gestehen: Ich war vorab sehr kritisch, was das Konzert angeht. Eine Deutsch-Pop-Band in der großen Elbphilharmonie, in der sonst Opern und Streich-Konzerte stattfinden? Aber ich wurde (zum Glück) vom Gegenteil überzeugt.
Das kleine Setup von Jakob und Matti wirkte etwas verloren in dem großen Saal. Schnell füllten die Beiden allerdings den Raum mit ihren Stimmen und zogen alle mit sich — selbst die Eltern der beiden waren extra angereist, um mitzuerleben, wie ihre Söhne in dem großen Konzertsaal spielen. „Mama, Papa, wo sitzt ihr?“, fragte Jakob nach den ersten beiden Songs und ein stolzes Elternpaar steht auf und winkt überglücklich aus dem Publikum zu.
Als besonderes Goodie gab es sogar einige Songs in abgeänderter Version mit Streicher-Arrangement und Special Guests on top: Paula Carolina und Dominik Hartz. Spätestens als die beiden auf die Bühne kamen stand wohl auch der letzte Gast. Denn die Sitzplätze im großen Saal hielten bei Songs wie „Moment“ oder „Wer wir sind“ nicht vom Tanzen ab.
Bruckner-Fans kennen von Konzerten den Moment, in dem die beiden in mitten des Publikums „Für immer hier“ akustisch spielen. Ohne Mikrofon, ohne Verstärker. Diese Atmosphäre haben die beiden versucht, auf der kleinen Bühne im großen Saal nachzuempfinden — mit einem kleinen Mikro, um das sich die Band im Halbkreis tummelte. Alles andere war ausgeschaltet. Dank der Akustik der Elbphilharmonie entstand ein echter Gänsehaut-Moment und ein ganz neues Gefühl einer Akustik-Session.
Wie jedes Jahr fällt mir die Entscheidung schwer, wenn ich gefragt werde, welche Acts mir am besten gefallen haben. Dennoch hat mich die Show von Singer- und Songwriterin Sophie May aus London im Imperial Theater am meisten verzaubert. Dazu hat sicherlich auch die schöne Location beigetragen. Bereits im Vorhinein habe ich mich sehr auf die Band Mar Malade gefreut, die im Knust wie zu erwarten einen Hammergig hingelegt haben. Weiche Knie gab es zum Ende des Festivals beim kleinen aber feinen Auftritt von Holly Humberstone auf dem N-Joy Reeperbus (big Fangirl-Moment an dieser Stelle). Hier noch ein paar Künstler*innen, die ich für mich neu entdeckt habe und weiterempfehlen möchte: Soft Loft, Blush Always, Girl Scout und Temples.
Sarah’s Highlights
BIBIZA im CHIKAGO
Während ich um am Donnerstag um 19:30 Uhr bei DAMONA stand, waren alle meine Freund*innen zur gleichen Zeit im Gruenspan bei BIBIZA – und obwohl ich eine super Zeit hatte, nagte auch etwas an mir. Doch ich wollte auf mein Glück hoffen, und versuchen, sein späteres Set an dem Abend zu erwischen. Meine Friends kamen vom Gruenspan mit gemischten Gefühlen zurück: Die Stimmung war ganz vorne zwar gut, aber es war eben doch eine “Industry Show”. Da sind sich die Leute einfach zu cool, um mit zu wippen.
Bei den IMJA wurden nationale und internationale Musikjournalist*innen ausgezeichnet.
Aber da winzige Clubshows sowieso schon immer meine präferierte Art von Gigs sind, habe ich auf das Set im Chikago um 23:10 Uhr gesetzt. Ich war also sicherheitshalber überüberpünktlich (45 min. vor Beginn) an der Bar. Da konnte ich sogar gleich noch den Soundcheck sehen! Das Chikago wurde immer und immer voller, und es wurde heiß und stickig. Kaum ging die Show dann los, war die Energie auch schon bei 2000 %. Hier waren wirklich nur die Leute die RICHTIG Bock hatten. Wie zum Beispiel ich.
Weil die meisten Shows, die ich an dem Tag gesehen hatte, nur ca. 30 min. lang waren, hatte ich hier auch nicht mehr erwartet. Stattdessen wurde hier 50 min. durchgepowert!
Alle Hits, bis der Schweiß von der Decke tropft. Wiener Schickeria vom Feinsten. „Es ist so schön mit dir, zu schön, um wahr zu sein“, aber wirklich!
DOTTIE ANDERSSON in der Prinzenbar
Als ich nach den International Music Journalism Awards (IMJA) um 19:30 Uhr um die Ecke der Prinzenbar lief, standen dort schon ca. 15 Leute in einer Schlange. Und die wurde nur noch länger und noch länger. Die schwedische Sängerin war heiß heiß begehrt beim Reeperbahn Publikum. Und das absolut zurecht!
In der schönsten Location von allen (mit einer tollen Lichtershow) performte Dottie ihre an dem Tag frisch releaste EP “Drinking Gasoline” und noch mehr. Auch ein Song auf ihrer Muttersprache war dabei. Und ganz lässig spielte sie bei zwei Songs nebenbei noch am Schlagzeug. Und obwohl man ihr die Nervosität etwas anmerkte, war die Performance 10/10, und wurde eins meiner absoluten Highlights! Für nächstes Jahr solltet ihr also alle Dottie Andersson auf eure Artists to Watch Liste packen. Da kommt noch was ganz Großes, versprochen.
Als Bow Anfang September ankündigte, dass sie auf dem Reeperbahn-Festival spielt, wusste ich: Egal was parallel an Programm ist, ich auf jeden Fall dieses Konzert sehen werde. Denn seitdem die schottische Sängerin 2020 ihre erste Single veröffentlicht hat, freue ich mich über jeden Release von ihr. Also höchste Zeit, sie auch mal live zu sehen. Und das kann ich allen anderen auch nur empfehlen!
Bow ist dafür gemacht, auf der Bühne zu stehen – die authentische Show im Mojo Club hat das einmal mehr betont. Abgesehen von einem kurzen Texthänger, der sie noch sympathischer hat wirken lassen, war die Show einwandfrei. Bow vermittelte mit ihren Songs ein Gefühl der Geborgenheit und Selbstliebe. Und genau mit diesem Gefühl ging das Reeperbahn Festival für mich 2023 dann auch zu Ende.
TJARK in der Prinzenbar
Ein weiteres Highlight für mich waren Tjark. Vor allem in Kombination mit der Prinzenbar. Ich hatte oben auf dem Balkon einen Platz gefunden und konnte so die ganze Location gut überblicken. Das ganze Set über wurde getanzt, mitgesungen, gefeiert.
Kurz vor dem Reeperbahn Festival hatte der Sänger seine erste eigene Tour angekündigt. Ich hatte das Gefühl, dieser Auftritt war der perfekte Moment, die Vorfreude darauf bei allen zu steigern und einzufangen. Denn am Ende wurden noch Rufe nach einer Zugabe laut und Tjark wirkte vollkommen überwältigt von dem ganzen Zuspruch und der Begeisterung, die das Publikum für ihn und seine Musik aufgebracht haben.
Anfang des Jahres wurde der deutsche Sänger mit seiner Single “schon okay” erfolgreich und war im Sommer mit LEA auf Tour. Da kommt noch ganz viel Tolles auf uns zu!
HELGA! Award
Außerdem wurde auch dieses Jahr wieder der Helga! Festival Award verliehen. Dieser wird seit 2013 im Rahmen des Reeperbahn Festivals vergeben und zeichnet die besten nationalen Festivals des Jahres aus. Partner*innen der diesjährigen Verleihung waren erneut das HÖME Magazin und die LiveKomm.
Kategorien waren dieses Jahr “Feinstes Booking” (Gewinner: Nürnberg Pop Festival), “Grünste Wiese” (Gewinner: NØRDEN – The Nordic Arts Festival), “Höchster Hürdensprung” (Gewinner: Die andere Seite der Welt), “Reichhaltigste Reichweite” (Gewinner: Pferdefestival) sowie “Gemischteste Tüte” (Gewinner: Umsonst & Draußen Festival Würzburg). Was schnell klar wurde, unabhängig davon, wer den Preis letztendlich erhielt: in allen Festivals steckte unfassbare Liebe zur Veranstaltung und zur Arbeit. Sogar soviel, dass es zwischendurch kurz kitschig (aber schön kitschig!) wurde. Während der Bewerbungsphase konnten neben Nominierungen auch Liebesbriefe eingeschickt werden. Liebesbriefe an die Crew, an das Feeling, an die Festival Family. Als das Ab geht die Lutzi! Festival dann einen an die Crew adressierten Liebesbrief vorlas, wurde es schon sehr sentimental. Fazit: Wir sollten alle öfter Liebesbriefe schreiben!
Wer schon ein Mal beim Reeperbahn Festival zu Besuch war, der/die weiß vermutlich, dass man trotz akribischer Planung, lupenreinem Schlachtplan und enormer Motivation nur ein Bruchteil von dem sehen und hören wird, was man sich vorgenommen hat. So war es auch bei mir. Und wenn die Liste der Acts, die man verpasst hat länger ist, als die Liste der Gigs, die man tatsächlich erlebt hat, weiß man diese Konzerte noch viel mehr zu schätzen.
Temples im Mojo Club
Auch, wenn der Tag schon lang schien, war der Auftritt der Temples für mich obligatorisch. Eigentlich war es der Slot „Freitag, 22. September, 19:30-20:40 Uhr“, der meinen Zeitplan für das gesamte Festival überhaupt zusammengehalten hat. Ganz egal, wen ich vorher gesehen habe und nachher sehen würde (und wen eben nicht), kein Weg ging am Mojo Club und den Temples vorbei.
Die Location, muss man sagen, besticht schon dadurch, dass sie unterirdisch liegt und mir das Gefühl gab, in die Katakomben der Reeperbahn einzutreten. Außerdem hatte der bis oben hin zugestapelte Club zusätzlich Ränge, von denen die Band sogar von oben (!) zu sehen war. Was für eine Aussicht.
Aber die Musik war noch besser. Der handgemachte Neo-Psychedelia Sound der vier britischen Musiker brachte jede*n Zuhörer*in in Ekstase. Nein wirklich, sämtliche Energie, die von der Bühne kam – und das war eine Menge – wurde unmittelbar vom ausgelassen tanzenden Publikum zurückgestrahlt. Für alle, die auf waschechte Musik, viel Gitarre und klassisches Rockkonzert-Feeling stehen, sind Temples schon längst kein Geheimtipp mehr.
Korea Spotlight Showcase auf der Spielbude XL
Auch dieses Jahr wurde das Korea Spotlight Showcase, welches von popup-records betreut wurde, für mich eine Überraschung der positiven Art. Denn, wenn ich ehrlich bin, denke ich immer im Vorhinein, dass ich mit Musik aus Korea nicht viel anfangen kann. Zurecht scheint da die Frage: Warum denn nicht? Und darauf weiß ich keine Antwort. Vor allem die Acts auf dem Showcase haben mir gezeigt, dass meine Annahme über mich selbst komplett falsch ist.
Wie schon in der Einleitung beschrieben, ist der Spielbudenplatz, auf dem sich die Bühne der Spielbude XL wiederfindet, auch für Menschen ohne Ticket zugänglich war. Dementsprechend gefüllt war der eigentlich freie Platz vor der Bühne. Mein persönlicher Favorit aus dem gesamten Showcase-Lineup war die Band cobota. Sie haben mich mit ihren klaren Gitarrenklängen, hypnotisierenden Bassläufen und prägnanten Drums überzeugt. Ganz klar kommt bei mir da der Fan von analoger Musik wieder zum Vorschein. Bei dem Stichwort muss ich in meinem vorletzten Satz als Tipp die Band Dirty Sound Magnet erwähnen. Reinhören, lohnt sich.
Kennt ihr das Roskilde Festival? Wir haben bisher immer nur mal wieder den Namen aufgeschnappt und die großen Headliner, die dort spielen, aber nie so richtig, was genau dahintersteckt. Dieses Jahr hatten wir dann die Ehre von den lieben Menschen von Factory92 eingeladen worden zu sein. Das hieß: vier Tage vollstes Festival-Feeling in Dänemark! Und weil wir nicht nur vom Line-Up wahnsinnig beeindruckt waren, sondern auch von der liebevollen und nachhaltigen Art, wie das Non-Profit (!) Festival sein gesamtes Konzept gestaltet, wollen wir euch hier einen Einblick in alles geben:
Willkommen in der fünft-größten Stadt Dänemarks
In der Vorstellung des Festivals haben wir euch schon mal einen detaillierten ersten Eindruck gegeben. Vor allem was die verschiedenen Säulen der Nachhaltigkeit betrifft passiert einiges in Roskilde (hier könnt ihr es nochmal nachlesen). Was sich für uns damals noch ein wenig abstrakt angehört hat, haben wir Ende Juni dann persönlich vor Ort gesehen. Wir können sagen: in Roskilde werden große und wichtige Schritte in die richtige Richtung gemacht!
Dabei ist (nahezu) nachhaltige Festivals zu veranstalten gar nicht mal so ein leichtes Unterfangen. Es ist noch schwieriger wenn das Festival nicht 1000 lieben und umsichtigen Menschen Platz bietet, sondern 100000. Das sind ganze zwei Nullen mehr. 100.000 Menschen wollen campen, wollen feiern, tanzen, trinken, und ihre freien Tage weg vom Alltag genießen. Es kommen tatsächlich so viele Menschen zusammen, dass Roskilde in der Woche die fünftgrößte Stadt Dänemarks wird. Lasst das mal kurz sacken und versucht euch vorzustellen, was das heißt. Als wir am Mittwochnachmittag bei der offiziellen Eröffnung dabei sein durften, haben wir gesehen, wie viele Menschen das dann wirklich sind. Wirklich viele! Nach nur einer Stunde war das Festivalgelände mit Müll bedeckt. Auch wenn durch Müllsammler*innen die Verschmutzung ein wenig eingegrenzt wurde, war es ein Problem, das in der Masse sehr schwer in den Griff zu bekommen ist. Wie das leider so ist in einer überfüllten (Festival-)Stadt…
Einlass beim Roskilde Festival 2023
Next stop: UTOPIA
Bevor wir in den musikalischen Teil einsteigen, ein paar Worte zur Struktur und Philosophie des Roskilde Festivals. Workshops, Lesungen, Kunstinstallationen und andere nicht-musikalische Beiträge bilden einen großen Teil des mehrtätigen Festivals. An den sogenannten „First Days“ spielen Newcomer*innen aus der skandinavischen Musikszene auf den kleineren Bühnen Gaia und Eos und die ersten Lesungen und Workshops finden statt. Der Fokus ist weg von Headlinern und ganz klar auf dem Nachwuchs. Und das nicht dieses Jahr nicht nur auf der musikalischen Ebene:
Das Festival wählt jedes Jahr ein spezifisches Thema, unter das es sich jährlich inhaltlich ausrichtet. 2023 lautete das Thema „Utopia“. Es ging darum, den Blick der zweiten Festival-Edition post-Corona auf die Zukunft zu richten. Genauer, auf die Hoffnung, die in der Zukunft liegt. Was für unsere jetztige Generation gar nicht so einfach ist oder? Mit Anfang/Mitte 20 sind wir durch zwei Jahre Lockdown und Pandemie in einer Phase, die zentral in unserer sozialen Entwicklung ist. Wir leben in Zeiten, in denen die Klimadebatte akut ist wie nie und Kriege das Gefühl von Frieden und Sicherheit, mit dem wir aufgewachsen sind, zum Einbrechen bringen. Das sind nicht unbedingt rosige Zeiten, in die wir blicken.
Umso wichtiger ist es, dass sich nicht nur junge Leute selbst, sondern auch die Generationen darüber die Frage stellen: was können wir dagegen tun? Wie können wir dem entgegensteuern und wie können wir selbst einen positiven Beitrag schaffen, um die Zukunft besser zu gestalten? Das sind die Fragen, die sich auch das Roskilde Festival stellt.
Sie wollen die jungen Leute in dieser Hoffnung bestärken und zeigen: so könnte es aussehen, wenn wir alle an den gleichen Hebeln ziehen! Die 30.000 Freiwilligen, die das Roskilde Festival ehrenamtlich über die Bühne bringen, sind ja nicht nur während der Festivaltage da. Sie bauen das gesamte Gelände über mehrere Wochen und Monate auf, sie kuratieren das Bühnenprogramm, sie bauen Camps und Rückzugsorte, sie bringen sich aktiv mit neuen Ideen ein. So gibt es zum Beispiel einen „Community Camping“-Bereich, bei dem sich Gruppen mit einem Konzept bewerben können, wie sie sich aktiv in die Gemeinschaft einbringen können. So sind beispielsweise Pfandsammlungs-Kollektive entstanden, die die Pfanderlöse an einen guten Zweck spenden. Auch Kunstinstallationen und verschiedenen Workshops finden ihren Platz im Festivalprogramm und auf dem gesamten Gelände.
Was alles möglich ist: Frauen und POC auf Festivalbühnen!
… ihr merkt, man kann hier sehr schnell sehr tief in die Strukturen des Festivals abtauchen. Täglich ploppte der Gedanke bei uns auf „Ach, wenn sich dadurch doch nur ein paar der deutschen Festivals in Deutschland inspirieren lassen würden…“. Man könnte so viel mehr umsetzen! An Inhalten, an politischen Diskursen, an musikalischer Breite. Es ist so viel mehr möglich, als Marteria auf dem Headliner-Slot zu halten. Oder sich angegriffen zu fühlen, wenn die erschreckend (!) niedrige Frauenquote auf der Bühne kritisch thematisiert wird. Stattdessen könnte man Rosaliá oder 070Shake oder Biig Piig oder Japanese Breakfast oder Greentea Peng oder Sudan Archives oder Louis and the Yakuza oderoderoder buchen und Tausende begeistern lassen. Und das sind alles nur bekannte internationale Acts, die wir aus dem diesjährigen Roskilde Line Up gezogen haben! Dass wir in unserer deutschsprachigen Indie/Pop-Bubble so viel mehr Künstlerinnen haben, die das auch können, ist hoffentlich allen von uns klar.
Wer an dem Booking-Prozess hinter dem Roskilde Festival interessiert ist: wir hatten die Freude, zu einem Presse Q&A geladen worden zu sein, bei dem uns Head of Music Booking Thomas Jepsen genauere Einblicke in die Arbeitsweise gibt. So ist das Hauptziel des Festivals to „embrace the next big thing“. Also das bewusst nach außen Schauen, was eigentlich hinter den Ländergrenzen so passiert. Da geht der Blick natürlich viel zu den Staaten und nach England, Länder, die auch unsere internationale Musikszene sehr formen. Aber halt auch noch weiter! Wir haben so viele Künstlerinnen aus verschiedenen Ländern Afrikas oder Südamerikas gesehen, dass wir nicht umhin konnten uns zu fragen: wo sind die ganzen POC auf den deutschen Festivals? Hat sie jemand gesehen? Will sie jemand absichtlich nicht auf die Bühne lassen?
Und viel wichtiger: wieso wird so vehement an diesem sehr mit rassistischen Strukturen unterwanderten „Status Quo“ festgehalten und kein Vertrauen ins Publikum gesetzt? Wenn wir eins gemerkt haben auf dem Roskilde ist es nämlich: die Leute haben Bock. Sie haben Bock, Neues zu entdecken. Sie haben Bock, sich von Energien mitreißen zu lassen und ihre persönlichen Sommerhighlights auf dem Roskilde zu finden. Auch wenn viele der (vor allem kleineren) Bands den meisten im Publikum unbekannt waren, so waren es immer energiereiche Konzerte, mit einer Atmosphäre, die darauf schließen ließ, dass sich hier viele aufs erste Hören verliebt haben.
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Hier dürfen sich Festivalveranstalter*innen gerne Input holen:
Kurz wieder abgedriftet, zurück zum Booking. Es wurden 2022 sechs neue und junge Menschen eingestellt, die das Booking-Team von insgesamt 14 Booker*innen abrunden. 10 von diesen 14 Personen sind weiblich. … Ja, da lassen wir bewusst kurz eine Pause. Merkt ihr, wie schön sich dieser Satz liest? 10 von 14, das sind fast 75%. Noch nie waren wir auf einem so großen Festival, das uns aus Booking-Sicht so überzeugt hat, wie dieses hier. Program Director Anders Wahrén sagt:
„Our programming must be in constant development, so that Roskilde Festival stays relevant and keeps up with time. Therefore, it is necessary to move around the roles occasionally. I can support the work better when I can also relate to our surrounding world and the festival landscape in general.”
… Weshalb Scouting einer der wichigsten Booking-Prozesse hinter jeder Edition ist! 14 Menschen mit unterschiedlichen Perspektive, die sich das ganze Jahr über mit Musik aus der ganzen Welt auseinandersetzen, schauen, was für Trends gerade im Kommen sind, aber auch welche versteckten Newcomer*innen den Step auf Dänemarks größte Bühnen machen sollten. Und für Musiknerds wie uns, die die ganze Zeit nach genau solchen Acts suchen, ist das natürlich ein wahres Fest! Deshalb hier, direkt von uns an euch, einmal eine Liste an konkreten Empfehlungen, direkt von uns live ausgecheckt und validiert:
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Und damit schließen wir unseren (sehr späten aber dafür sehr langen!) Nachbericht des Roskilde Festivals 2023 ab. Es ist kein perfektes Festival und spiegelt wie jedes Festival nur das Verhalten der Gäste, welche auf eine Art auch nur das Verhalten der Gesellschaft spiegeln. Es ist aber auch ein Festival, was etliche Bemühungen mehr stellt, wertvollen Input zu diesem Verhalten zu liefern. Der Rahmen, in dem das möglich war, ist zwar nicht ganz ausgereizt, aber ganz ehrlich – ein Blick auf’s Line Up und an die Konzerterinnerungen reicht uns, dass wir damit erstmal zufrieden sind. So einen Vorsprung darf man auch einfach kurz mal genießen. Und 2024 dann ausbauen?
Der September in Berlin bedeutet vieles, doch er bedeutet vor allem eins: Es ist wieder Zeit fürs Lollapalooza. Strahlender Sonnenschein begleitete die über 60.000 begeisterten Festivalbesucher*innen, die sich auf Auftritte von Imagine Dragons, Macklemore, Mumford & Sons, David Guetta, Ava Max und vielen anderen freuten.
Lollapalooza Berlin: Nicht nur für Musikliebhaber*innen
Auch dieses Jahr überzeugte das Festival, das ursprünglich aus Chicago stammt und zum 7. Mal in Berlin stattfindet, mit einem bunten Angebot. Man fand nicht nur musikalische Highlights auf 5 Bühnen, sondern auch das Grüne Kiez, in dem man sich in diesem Jahr politisch zur Europawahl 2024 austauschen, mit der Berliner Ernährungsstrategie über gesundheitsfördernde Ernährung philosophieren und vieles mehr konnte. Wer eher an Lifestyle & Glamour interessiert ist und sich wie auf dem Coachella fühlen will, konnte dies im Fashionpalooza tun. Dort gab es neben Kunstinstallationen und Photopoints auch diverse Marken wie essence, die die Besucher*innen mit Glitzer und Haarspangen für den Festivalbesuch ausstatteten. Und wer mit Kind unterwegs war, konnte einen Abstecher zum Kidzalooza einlegen, wo auch Kinder Musik und Unterhaltung nach ihrem Geschmack finden konnten.
Neben diesen alljährlich wiederkehrenden Bereichen sorgten auch die diesjährigen Partner*innen für ein breites Angebot. Bei der Stage des Coke Studios, gab es verschiedene (Acoustic-)Auftritte von Künstler*innen, Meet & Greets mit Influencer*innen sowie Bands und verschiedene Creative Talks. Falls man sich zwischendurch kurz sportlich austoben wollte, bot Wrangler die Möglichkeit zu einem Rodeo.
LIZ auf der Alternative Stage (c) Nadja Aumüller
Für jeden Geschmack eine Bühne
Das wichtigste (zumindest für mich) aber: die Musik. Wie gesagt – auf fünf verschiedenen Bühnen (+ die Bühne im Kidzalooza) konnte man an zwei Tagen sehr viel unterschiedliches erleben und genießen. Mainstream Mausis befanden sich vermutlich vor allem auf Sprints zwischen den beiden Main Stages North und South, wo über die beiden Tage verteilt Acts wie Imagine Dragons, Macklemore, Ava Max, David Guetta, SDP,Bilderbuch und viele mehr gespielt haben. Wollte man ein bisschen außerhalb der Popwelt unterwegs sein, stattete man am besten der Alternative Stage einen Besuch ab. Dort konntet ihr am Wochenende Acts von AJR über Aurora, Lovejoy und Weird Crimes bis hin zu Moncrieff genießen. Wenn das nicht ganz euren Geschmack trifft, hatte man bei der Weingarten Stage die Möglichkeit, vielen deutschen Newcomer*innen wie Marie Bothmer, Pantha, Futurebae oder auch Wa22ermann zu lauschen. Oder dann doch lieber typisch Berlin ein bisschen Electro oder HipHop/Rap mit Alligatoah, Domiziana, Ski Aggu, KSHMR und Lost Frequencies auf der Perrys Stage? Das blieb wirklich ganz euch überlassen – und da das vielfältige Festival Gelände und Line Up ein ganz individuelles Festivalerlebnis ermöglichte und ihr von 100 verschiedenen Menschen wahrscheinlich 100 verschiedene Wochenend-Berichte erzählt bekommt, möchte ich euch hier auf eines davon mitnehmen.
Vorab Spoiler Alert: Es gab insgesamt drei große Highlights an meinem Wochenende, allen voran Imagine Dragons. Doch vor allem abseits der großen Highlights konnte ich noch viele kleinere Momente genießen. Doch erstmal von Anfang an.
Der Start in den Tag mit sad girl songs, Partyhymnen und red flags
Lauren Spencer-Smith auf der Mainstage South (c) Nadja Aumüller
Mein Samstag startete mit Lauren Spencer-Smith: Nachdem die kanadische Sängerin immer wieder mit Songs wie Fingers Crossed oder Narcissist auf meiner TikTok For You Page landete, musste ich das ganze auch mal live sehen. Und das Warten hatte sich auch gelohnt – 40 min tanzten wir, sangen uns die Seele aus dem Leib und verfluchten gemeinsam mit Lauren toxische Beziehungen. Ein gelungener Start in den ersten Festivaltag. Lauren war später auch noch bei den Coke Studios für einen Creative Talk und eine Acoustic Performance, doch da sollte ich bei AYLIVA sein.
Doch erstmal ging es weiter zu Ski Aggu – den hatte ich zwar dieses Jahr schon hier und da live gesehen, aber dementsprechend wusste ich auch, dass dort gute Partystimmung aufkommt. Also auf die Treppen runter ins Olympiastadion, wo wir alle zusammen ein bisschen abdancen konnten. Nach ein paar Partyhymnen und guter Laune haben wir das Set leider frühzeitig verlassen, da wir Mimi Webb sehen wollten.
Die britische Künstlerin kenne ich vom Jingle Bell Ball und seitdem landen ihre Songs regelmäßig in meinen Playlists. Also eine sichere Sache: da muss ich hin. Während wir vor der Main Stage standen und unsere Haut wahrscheinlich von der Sonne verbrannt wurde, sang Mimi passend dazu “House on Fire”.
Jetzt ist dancen, mitsingen und Feel-Good Time angesagt
Samstag gehörte ich auf jeden Fall zu den vorher erwähnten Mainstream Mausis: denn von Mimi Webb ging es direkt zu AYLIVA auf der Mainstage North. Also kurzer Sprint auf die andere Seite, der sich aber volle Kanne gelohnt hatte. Die Show der aufstrebenden Künstlerin, die gerade auch ihre erste Arena Tour spielt, war sehr beeindruckend. Sie verteilte zwischendurch Rosen ans Publikum, es gab roten Konfettiregen, Pyrotechnik und Feuer auf der Bühne. Und auch die Crowd hat das alles sehr genossen und konnte fast jedes einzelne Wort mitsingen.
Nach AYLIVA ging es dann wieder direkt zur Mainstage South (wie gesagt: heute war ich Mainstream Mausi), wo Zara Larsson spielte – ein persönliches must-see von mir. Denn 2019 spielte die Künstlerin als Support bei Ed Sheerans World Tour und bei beiden Konzerten, die ich damals besuchte, hatte ich Zara aufgrund von Stau bei der Anreise leider verpasst. Als ich sie also im diesjährigen Line-Up entdeckte, wurde sie direkt in der App als Favorit markiert. Und es hatte sich auch sehr gelohnt: wir kannten fast jeden Song, die Bühnenperformance mit Zara und mehreren Tänzerinnen ließ uns teilweise mit offenem Mund zurück und wir genossen den Slot insgesamt einfach sehr. Es war auf jeden Fall Feel-Good Zeit angesagt.
Premiere beim Lollapalooza Berlin: Zara Larsson (c) fabivsu
Und danach gab es für heute den letzten Sprint auf die andere Seite zu Ava Max. Auch Ava hatte mehrere Tänzerinnen dabei, dafür aber keine Liveband. Man hatte zwischendurch das Gefühl, dass die Gruppe auf der großen Bühne etwas unterging, aber die Energy und Attitude, die sie alle mitbrachten, machten das wieder wett.
Nach guten fünf Stunden tanzen, springen, singen und abfeiern, war es jetzt mal kurz Zeit für eine Pause. Mit einem kühlen Getränk und leckerem Essen von der großen Auswahl an Food Ständen dort, genossen wir THE BLAZE im Hintergrund und beobachteten einfach mal kurz die Menge. Dabei fiel uns folgendes auf: durchsichtige Röcke und Kleider mit Glitzerdruck oder Glitzersteinen waren dieses Jahr sehr beliebt – genauso wie Netzoberteile (mit oder ohne Glitzer) und generell viel Farbe. Das Lollapalooza in Berlin kann getrost als das deutsche Coachella bezeichnet werden – sowohl die Outfits als auch das internationale Line-Up mit so vielen großen Namen spricht dafür.
“I felt alive and I can’t complain”
Apropos bedeutende Namen: nach unserer kurzen Pause ging es weiter mit Mumford & Sons. I mean, wer wird nicht direkt 10 Jahre zurückgeworfen, wenn “I Will Wait” oder “Little Lion Man” angestimmt wird? Ich war hin und weg von dem Auftritt – denn dieser war sehr vielschichtig, die Live-Besetzung umfasste viele Musiker*innen, von Trompeten über Gitarren bis hin zum Schlagzeug, die teils für kurze Zeit auch die Besetzung wechselten. Ich konnte bei weitem nicht alles mitsingen, aber bei dem beeindruckenden Live-Arrangement war ich eh schon hin und weg.
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Nach der Show ging es dann noch weiter zu AURORA. Die schwedische Sängerin wird den meisten von euch mit dem TikTok Hit “Runaway” bekannt sein. Der Song ist eine starke Nummer, die mich persönlich wirklich emotionalisiert und deshalb musste ich ihn natürlich live sehen. Aber auch unabhängig davon war es ein magischer Slot – bereits dunkel kamen die Lichter ihrer Bühnenshow gut zur Geltung und mit ihrer klaren, dünnen Stimme verzauberte sie Zuschauende und zieht sie schnell in ihren Bann. Sie lässt sie die Welt um sie herum vergessen und ein bisschen Frieden verspüren. Und nicht nur musikalisch ein Treat – auch ihre Interaktion mit dem Publikum war zuckersüß. Man merkte richtig, wie sehr sie sich freute, hier zu sein. Und das ist nicht nur meine Meinung: mein TikTok Feed war danach auf jeden Fall gefüllt mit Aufnahmen von ihren Ansagen.
Den ganzen Tag in prallender Sonne tanzen, springen und zwischen Bühnen hin und her sprinten kann ziemlich anstrengend sein – trotzdem wollte ich David Guetta noch einen kurzen Besuch abstatten. Es ist allerdings schwierig sich bei solch nostalgischen Songs nicht direkt mitreißen zu lassen und so war ich schnell überzeugt, bis zum Ende zu bleiben. Aber danach schnell nach Hause, denn Tag 2 steht vor der Tür.
Headliner David Guetta beendete den Samstag mit einem fulminanten Feuerwerk (c) Philipp Kratzer
Lollapalooza 2023 – Klappe die Zweite
Cut zu Sonntag Morgen – ich war früher als Samstag vor Ort, da ich das Gelände noch vor dem ganzen Gewusel entdecken und mehr als nur die Musik mitnehmen wollte. Also bin ich durch den Grünen Kiez geschlendert – dort wurden zum Beispiel mit alten Bannern gebastelt, es konnten Formen ausgeschnitten und verschönert werden, die anschließend mit Wünschen beschrieben und aufgehängt wurden. Auch Fritz Radio war vor Ort und wir verschickten Grüße an unsere Freund*innen zuhause. Danach kamen wir bei Coke Studio vorbei und konnten noch etwas von einer Live Performance von HE/RO mitansehen. Von dort aus schlenderten wir langsam Richtung Weingarten Stage und Fashionpalooza, vorbei an verschiedenen Kunstinstallationen und Performing Arts Künstler*innen, mit dem Ziel: Marie Bothmer.
Marie Bothmer auf der Weingarten Stage (c) fabivsu
Auch Sonntag war die Sonne wieder voll am Start, aber das hatte kaum jemanden abgehalten, Marie Bothmer in vollen Zügen zu genießen: vor der Stage war es brechend voll und auch nebenan im Schatten tummelten sich so viele Menschen, dass selbst Marie von der Bühne aus meinte, sie hatte nicht erwartet, bei so heißen Temperaturen so viele Menschen zu sehen. Umso besser war es, dass wir alle zusammen abfeierten und die Musik genossen.
Von Marie Bothmer ging es für uns dann zu Only The Poets weiter. Ich hatte die vierköpfige Band bereits 2022 als Support für Louis Tomlinson kennengelernt und mich direkt verliebt. Auch auf dem Lollapalooza überzeugte mich die britische Band direkt wieder – die Energy und Freude an der Musik, die die vier zeigten, übertrug sich auf die Crowd und die Stimmung war richtig gut.
Ein Nachmittag voller Experimente
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Danach war für mich erstmal nochmal Pause und das Lolla Feeling genießen angesagt. Wir schlenderten durch den Food Court und holten uns einen Crepe. Mit etwas Essen auf der Hand genossen die Stimmung, das gute Wetter und gute Musik im Hintergrund. Nach einer kurzen Stärkung ging es dann weiter zu AJR auf der Alternative Stage. Vielleicht werden sie euch vor allem durch “Weak”, “The Good Part” oder “World’s Smallest Violin” bekannt sein. Und auch ich kenne sie noch vor allem von 2017, als “Weak” erschien und schon damals ein großer Hit war. Aber die Live Show war noch so viel mehr als Hit auf Hit auf Hit. Die Brüder zeigten live (mit wunderschönen Visuals) unter anderem wie sie aus zufälligen Geräuschen und der New Yorker Subway Stimme den Song “Bang!” zauberten.
„When we produce, we like to experiment a lot.“
Ihre Musik ist geprägt von Experimenten, die sie mit auf die Bühne genommen und in eine energiegeladene Show verwandelt haben. Die Show von AJR hat mit am meisten Spaß gemacht, da live wirklich Musik gemacht und nicht nur performt wurde. 10/10 would recommend.
Experiment 2: Unbekannte Acts aufsuchen
Von AJR ging es dann weiter zu KSHMR. Ehrlich gesagt war mir der Name davor nicht bekannt. Aber die Perry Stage ist immer sehr gut gebucht und zeitgleich gab es für mich kein anderes must-see. Also hieß es: etwas Neues ausprobieren!
Und das hat sich gelohnt – wie immer hatte ich eine super Zeit bei der Perry Stage. Ich konnte die Musik, das Wetter und das Feeling einfach genießen. Ich würde auch wirklich gerne mehr Zeit hier verbringen, aber die Mainstages haben mich dieses Jahr einfach mehr verlockt.
Experiment 3: Lass dich live überraschen
Nach KSHMR ging es dann noch auf einen kurzen Abstecher zu Pantha auf der Weinstage, die mich positiv überrascht hatte. In den letzten Monaten habe ich schon viel von ihr gehört, sie aber noch nie live gesehen. Aber die Stimmung und auch ihre Stimme warf für mich nochmal ein ganz anderes Licht auf die Sängerin. Ich wollte dann gar nicht früher gehen, wusste aber, dass ich es sonst nicht zu Macklemore vor die Bühne schaffe.
„Can’t Hold Us“ und die Magie der Musik
Also ab zurück zur Mainstage und Macklemore. Sobald der US-amerikanische Rapper die Bühne betrat – instant throwback in die 2010er Jahre. Auch das Set von Macklemore gehört definitiv mit zu den Highlights des diesjährigen Lollapaloozas.
Fans warten auf Macklemore (c) Nadja Aumüller
Die Nostalgie, die die Songs hervor riefen gepaart mit der bunt gemischten Bühnenshow von Tänzer*innen und Trompeten bis hin zu Konfettiregen und Sonnenuntergang während des Slots, sorgten durchwegs dafür, das Leben in dem Moment ein bisschen mehr zu genießen.
Aber auch hier hieß es: früherer Abzug, denn es stand ja noch das absolute Showhighlight bevor – Imagine Dragons. Für mich das Highlight mit meilen weitem Abstand. Und auch für sehr viele andere. Schon während dem Macklemore Set füllte sich der Bereich direkt vor der Bühne sehr schnell. Und dabei erlebte ich dann tatsächlich einen der schönsten Momente auf dem Festival. Als Macklemore seinen Song “Can’t Hold Us” anstimmte, klatschte und sang das ganze Feld mit. Von Front of Stage der Main Stage South bis zur Front of Stage der Main Stage North. Obwohl alle hier seit 45 Minuten bewusst für Imagine Dragons warten statt mit Macklemore zu feiern, brachte der Song alle zum Mitmachen. Und ich merkte einmal mehr, wie sehr Musik verbinden kann.
Imagine Dragons: Mein krönender Abschluss des Lollapalooza-Zaubers
Und schon kurz darauf war es dann soweit: die Main Stage South wurde dunkel. Ein Mitglied des Awareness Teams kam ein letztes Mal auf die Bühne (vor den Shows gab es immer kurze Ansagen, die an ein rücksichtsvolles Miteinander und Wasser trinken erinnerten) und die Spannung stieg. Das ist jetzt der Zeitpunkt, wo ich einen ganzen Artikel über einen einzigen Slot schreiben könnte. Weil mich Imagine Dragons wirklich immer abholt. Egal, wo ich gerade bin oder wie ich mich fühle. Die Energy, die die Band und vor allem Dan Reynolds auf die Bühne bringen, kann nicht anders, als auch die Menge zu erfüllen und diese für 1,5 Stunden eine gute Zeit haben zu lassen.
„I hope tonight is everything you need it to be. I hope you can feel whatever you need.“
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Es wurde ein Hit nach dem anderen gespielt, es gab Konfettiregen, Nebel und Feuerwerk. Aber vor allem eines war wichtig: “to feel whatever [we] need”. Und die Emotionen, Liebe und Dankbarkeit, die Imagine Dragons mit auf die Bühne bringen, machen genau das möglich. Es sind 90 Minuten, für die man sich komplett auf die Show einlassen und seine Gefühle fühlen kann. Denn es geht nicht nur um gute Laune und Hits. Bevor „Demons“ angestimmt wird, ein Song über Dans Depressionen, richtet der Frontsänger das Wort an seine Fans. Er ermutigt sie dazu, in schweren Zeiten mit Menschen zu sprechen, sich zu öffnen und zur Therapie zu gehen. Denn “your life is always worth living.”
Ich, begeistert von dem Timetable Tattoo
Für mich waren das auf dem diesjährigen Lollapalooza Festival die letzten 90 Minuten, in denen ich die Musik ein letztes Mal voll aufnehmen und darin aufgehen konnte. Noch ein letztes Mal die Seele aus dem Leib singen. Noch ein letztes Mal mittanzen und springen. Und für mich waren das auch mit Abstand die besten 90 Minuten vom ganzen Wochenende.
Bevor es dann nach Hause ging, hieß es noch, das Lolla-Feeling ausklingen zu lassen. Wie der Zufall es wollte, gab es dabei noch einen Timetable als Temporary Tattoo auf den Arm. Zwar vielleicht ein bisschen spät für dieses Wochenende, aber wie cool ist denn diese Idee? Wie ihr seht, ich habe mich sehr darüber gefreut!
See you next year!
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es auch dieses Jahr ein wunderschönes Festival Wochenende war. Das Line-Up war wieder wie gewohnt internationaler als 2022, die Sonne ist extra nochmal rausgekommen. Auch neben der Musik gab es lauter liebevoll gestaltete Kleinigkeiten und Bereiche zu entdecken. Wir haben getanzt, gelacht und hatten Spaß. Bleibt also nur: goodbye Lolla 2023, wir freuen uns auf nächstes Jahr!
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