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Glücksgefühle auf der Rookery Tour 2022 – Giant Rocks in Hannover

Nach langen zweieinhalb Jahren Warten startete Anfang April endlich die Rookery-Tour der Giant Rooks. Mit im Gepäck hatten sie ihr Debütalbum „Rookery“, das die Band im August 2020 veröffentlichte und nun erstmals so richtig live spielen konnte. 

Dabei hat sich bei den Giant Rooks so einiges getan in den letzten Jahren – Neues Album, neuer Merch, eine Reihe an Festival-Gigs und vor allem eine rasant wachsende Fanbase, die weder über Social-Media noch auf Konzerten zu übersehen ist. Ende letzten Jahres war die Band aus Hamm als Support mit Milky Chance in den USA unterwegs. Ihre darauf angekündigten Konzerte in den USA waren in kürzester Zeit ausverkauft. Chapeau! Nun fand im April die langersehnte Rookery-Tour statt und ich dufte beim Stopp in Hannover dabei sein.


Support aus Australien: TORA

Beim Betreten der Swiss Life Hall war ich erstmal kurz baff. Da wurde mir bewusst, was sich alles in den letzten zwei Jahren getan hatte. Wo die Band doch schon 2019 eigentlich kein Geheimnis mehr war, ist mir spätestens beim Betrachten der Halle (die übrigens eine Kapazität von fast 6.000 Besucher*innen hat) klar geworden, dass es die Giant Rooks schon weit gebracht haben. Eine viereckige LED-Leinwand in Form eines Fensters zierte das neue Bühnensetup der Band und machte neugierig auf mehr. Die australische Band TORA hatte an diesem Abend ihr Debüt als Vorband für die nächsten Konzerte der Tour. Eine Band, über dessen Support Ankündigung ich mich wahnsinnig gefreut habe. Ihr elektronischer/Indie-Pop Sound ist eher ruhig, vibey aber dennoch mit viel Dynamik. Tora lieferte einen schönen Start in den Abend.

Das Konzert begann mit Rainfalls als kleiner Opener und einem anschließend eindrucksvollen Auftakt mit Birth Of Worlds, der ebenso in das Debütalbum einleitet. Ein toller Einstieg mit Gänsehautpotenzial, wenn ihr mich fragt. Von Sekunde eins an ist die Bühne samt der fünf Jungs mit Energie geladen und man weiß sofort: Das wird ein guter Abend! Nun hieß es kurz Luft holen, denn bereits beim zweiten Song Heat Up konnte kaum jemand stillhalten. Der Song fasst ein Giant Rooks Konzert ganz gut zusammen – ausgelassenes Tanzen und Mitsingen! Wenn dann auch noch Sänger Frederik Rabe auf der Bühne tanzt, ist die Ansteckungsrate hoch.

Selbstverständlich gab es auch Songs der alten EPs zu hören, wie Bright Lies oder Mia & Keira (Days To Come), die mir erstmal ein Nostalgie-Gefühl verpasst haben. Zu meinem Entsetzen hat leider ein wunderschöner Song auf der Setlist gefehlt – und zwar Chapels, der 2017 auf der „New Estate“-EP veröffentlicht wurde. Vielleicht spielen die Giant Rooks mit ein wenig Glück diesen Song ja bald wieder live, *hust*. 


Giant Rooks präsentieren zwei neue Songs

Mit Bedroom Exile und Morning Blue stellte die Band zwei neue Songs vor, die an den Sound von Rookery anschließen. Beide sind sehr indie-poppig und dancy mit Ohrwurm-Potenzial. Vor allem Bedroom Exile hat mir sehr gefallen – ein dynamischer Song mit träumerischer Atmosphäre. Die neuen Songs schienen gut bei den Fans anzukommen.

Nightingales Of The Walled City ist mein persönliches Giant Rooks-Konzert-Highlight. Es handelt sich da um einen unveröffentlichten Song, den die Band seit Jahren nur live spielt (und damit hoffentlich niemals aufhört). Der Song ist schlichtweg ein sieben Minuten andauernder Banger und damit ebenso Auslöser für sämtliche Moshpits. Anschließend muss das Publikum ziemlich fertig ausgesehen haben, denn Sänger Fred sorgte erstmal für genügend Wasserflaschen, die er dann ins Publikum warf – „Wasser auf Giant Rooks Nacken“, scherzte er danach. Sweet. 

Giant Rooks sind, und das kann man ihnen wirklich nicht absprechen, eine wahnsinnig gute Live-Band. Die Energie und Freude, die jeder der Bandmitglieder auf die Bühne bringt, reißen einen mit und ich muss sagen, mir fehlte das ein oder andere Mal wirklich die Luft. – Also pure Glücksgefühle. 

Nach eineinhalb Stunden neigte sich dann das Konzert langsam dem Ende zu. Als Zugabe gab es unter anderem eine wunderschöne Pianoversion von All We Are zu hören, die mir erneut Gänsehaut verpasste. Mit Watershed haben die Giant Rooks dann die Halle zum letzten Mal an diesem Abend so richtig aufgeheizt. Alle trommelten mit ihren Füßen auf den Boden, die Stimmung war nicht zu toppen. Fazit des Abends: Ein sehr gelungenes Konzert bei dem ich viel geschwitzt, getanzt und gesungen habe.

Nun geht es für die Giant Rooks weiter auf Nordamerika und Europa-Tour. Es war mir mal wieder eine besondere Freude, herzlichen Dank für den schönen Abend! Ich hab’s vermisst.


Und falls ihr nicht genug bekommt:

Fotocredit: Julia

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