Autor: Lucas

  • Maïa befreit sich auf „tatendrang und todmüde“ von der Winterdepression

    Maïa befreit sich auf „tatendrang und todmüde“ von der Winterdepression

    Keine EP für hitzige Sommertage, sondern eine für verregnete Sommernächte. Die Sängerin Maïa hat Anfang des Jahres fünf unverschämt gefühlvolle Lieder veröffentlicht, eigentlich als Abschiedsbrief an den langen Winter. Fünf optimistischere Monate später stechen jede Zeile und jeder Ton auf „tatendrang und todmüde“ noch immer genauso tief in die Seele, wenn drinnen wie draußen kleine Tropfen über den Boden tanzen. 


    Bestimmte Worte mit zittriger Stimme

    Von Hall verhüllt schleicht sich Maïa’s Stimme in den ersten Song. Allein von einem Klavier begleitet, thematisiert die Sängerin auf „tristesse“ ihre innere Zerrissenheit und Orientierungslosigkeit. Die zaghafte Stimme zittert dabei so unglaublich empfindsam zwischen den Tönen hin und her und malt zugleich lyrische Bilder, die plastischer sind als jedes Deckengemälde einer katholischen Kirche. 

    „Ich kann den blauton gerade nicht beschreiben
    Inneres zerreißen, lass mich treiben
    Versuche auf dem weg zu bleiben
    Lass mir irgendwie die richtung zeigen
    Stille und schweigen, will hier bleiben
    Und regen fällt auf meine scheiben“

    Zeitgemäße Akustik

    „nie mehr zurück“ ist der Beweis, dass ein unaufgeregt akustischer Klang einen modernen Sound nicht ausschließt. Das charakteristische Vocal Sample verschmilzt mit dem Klavier, während Maïa die Wärme des Frühlings herbeisehnt. Seichte Backing Vocals legen sich über die folgende Gitarre, sobald der Refrain erklingt. Viel mehr braucht es nicht, um die lyrischen Bilder musikalisch glänzen zu lassen.

    „Drei jahre winter, öffne alle meine fenster
    Genug erstickt, ich frier mich aus
    Spür den kalten wind auf meiner haut
    Ich atme ein, ich atme laut
    Lass den rauch über die städte ziehen
    Ich lass mich mit ihm gehen
    Lass dein duft über die städte ziehen
    Ich lass ihn fallen und liegen
    „

    Piano Magic

    Wenn ein Instrument die Produktionen prägt, dann ist es das Klavier. Denn eine bezaubernde Klaviermelodie folgt der nächsten. Auf „asche und staub“ bestimmt das Klavier die Stimmung, ebenso wie das Tempo des Songs. Erst nach vorne treibend, dann langsam und stockend, zwischendurch mit einem Synth verschmelzend und zuletzt ganz pur gestaltet das Klavier die Dynamik mühelos. Nennt mir ein Instrument, dass vielseitiger ist als das Klavier und scheitert!

    „niemand dabei“ nimmt die Geschwindigkeit der EP langsam heraus. Lyrisch wie klanglich werden die Träume größer und erneut umgarnen wunderschöne Klavierakkorde und federleichte Backing Vocals die introspektiven Texte. „filmriss“ setzt diese Linie fort. Fast ungewöhnlich beginnt das Lied mit einer Gitarre, doch Klavier und nebelige Vocals sind nicht weit, ehe sich die zweite Hälfte rein instrumental weiterentwickelt. Lag der Fokus bisher in nahezu jeder Sekunde auf den intimen Worten Maïa’s, greift nun die Atmosphäre nach Platz, um sich zu entfalten. Doch Am Ende sind es wieder Klavier und Stimme, die den roten Faden aufgreifen.

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    Stilecht

    Maïa beweist auf „tatendrang und todmüde“ wie homogen eine EP klingen kann und wie klar die klangliche Identität einer Künstler:in definiert sein kann. Poetische Lyrics werden von warmen Akkorden und einprägsamen melodischen Klavierfiguren aufgefangen und durch Gitarrenmelodien und hallende Backing Vocals abgerundet. Eingängige Melodien, ehrliche Gedanken, zielgerichtete Songstrukturen und ein authentischer Minimalismus lassen die Produktionen dabei zeitgemäß klingen. Diese Ästhetik spiegelt sich auch auf der visuellen Ebene der Künstlerin wider. Dunkle Farben und verschwommene Gesichter ergänzen den atmosphärischen Sound der aufstrebenden Sängerin und Poetin. Selbst die Kleinbuchstaben der Songtitel und Lyrics fügen sich unauffällig und doch perfekt ins Konzept ein.


    In music I trust

    Wer „tatendrang und todmüde“ lieben lernen möchte, muss eine gewisse emotionale Schwere aushalten können. Die Texte, Melodien und Instrumente zeichnet allesamt ein gewisses Gewicht aus, das zugleich die eigenen Sinne befreit. Denn Maïa lässt unsere sich immer wieder im Kreis drehenden Gedanken und Zweifel kurz anhalten. Die Songs der EP zu genießen, bedeutet sich verstanden zu fühlen und Allem was kommt, erleichtert entgegenzublicken.  

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  • Ami Warning im Interview: »Meine Eltern dachten auch ganz lange nicht, dass ich überhaupt auf irgendeine Bühne gehe«

    Ami Warning im Interview: »Meine Eltern dachten auch ganz lange nicht, dass ich überhaupt auf irgendeine Bühne gehe«

    Ami Warning lebt rent-free im Herzen unser Redaktion und das ist okay so. Denn ihre unaufgeregt ehrlichen Texte und die unvergleichlichen Stimmungen verdienen noch viel mehr als das! Im Rahmen der Acoustics Concerts 2023 in Berlin können wir die Sängerin endlich wieder live erleben und wünschen uns, dass wir diese Erfahrung mit ganz vielen Ami Warning Stans teilen werden. Um eure hibbeligen Beinchen ein wenig zu entlasten, bekommt ihr hier bereits einen Vorgeschmack in Form eines Interviews. Von aktuellen Ohrwürmern, über erste musikalische Erfahrungen bis zu kommenden Projekten erfahrt ihr so einiges über die Münchenerin. Also, let’s fetz!

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    Ami Warning im Interview

    Lucas (untoldency): Hast du einen aktuellen Lieblingssong oder ein Lieblingsalbum, irgendwas, was dir aktuell im Kopf rumschwirrt?

    Ami: Was ich ganz cool finde, wo ich aber noch nicht das ganze Album gehört habe, ich weiß auch gar nicht, ob das neu ist. Ich habe von Little Simz so einen Song entdeckt. „Point and Kill“, heißt der. Den finde ich richtig cool und den hör‘ ich zurzeit oft. Ansonsten hat auch ein Freund von uns ein Album gerade rausgebracht, der heißt Jon Kenzie, macht so bluesige Musik, ist aus Manchester, und da hab ich mir das Album angehört, und das finde ich auch zum Beispiel richtig cool. Das ist jetzt gerade ganz frisch rausgekommen.

    Lucas (untoldency): Würdest du sagen, du verfolgst viel aktuelle Musik oder bist du eher Fan von den Klassikern?

    Ami: Ich verfolge schon auch aktuelle Musik, aber man kriegt halt dann so die Singles mit und so einzelne Songs. Also ja, da mach ich‘s leider viel zu selten, dass ich dann wirklich so die ganzen Alben mir auch anhör‘. Das ist dann eher so stichprobenmäßig. Bei Alben kenne ich wahrscheinlich dann wirklich eher die Sachen, die schon älter sind, so richtig gut.

    Lucas (untoldency): Gibt es ein Genre, was du selber gerne hörst, wovon aber andere Menschen, die dich gut kennen, wahrscheinlich verwundert wären?

    Ami: Also ich mag voll gerne Afrobeats. Aber ich weiß nicht, ob das jetzt so eine große Überraschung ist. Hmm, was wäre eine Überraschung? Wahrscheinlich entspreche ich voll den Klischees, keine Ahnung. Ich mag ganz gern‘ Dubstep. Das fällt vielleicht so ein bisschen aus dem Schema.

    Lucas (untoldency): Musik machen ist ja super komplex und vielfältig. Wenn es einen Teil davon gäbe, den du für den Rest des Lebens machen müsstest, welcher wäre es am Ehesten?

    Ami: Wahrscheinlich wäre es das Live Spielen, denke ich, also, darauf könnte ich, glaube ich, nicht verzichten. Genau im Studio finde ich schon auch cool, aber da bin ich dann auch irgendwie immer froh, wenn es irgendwann abgeschlossen ist und man die Songs dann eben nach draußen tragen kann. Also ich glaube, auf diesen Moment, wenn dann vor echten Leuten die Songs singt, könnte ich schlecht verzichten.

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    Lucas (untoldency): Kannst du dich an deinen ersten Auftritt erinnern?

    Ami: Ich glaube, wahrscheinlich war das mit meinem Papa zusammen, also als ich so angefangen habe, Musik zu machen waren so die ersten Momente bei ihm auf der Bühne, dass ich da mal einen Song ausprobiert habe oder ihn begleitet habe. Also in München weiß ich, da gibt’s noch so eine Aufnahme, wo ich irgendwie so Bass spiele und mit ihm auf der Bühne bin.

    Lucas (untoldency): Es gibt oft von Stars Aufnahmen, wie sie bei irgendwelchen Events oder Schulfesten auftreten. Gibt es solche Aufnahmen abgesehen von der eben genannten auch von dir?

    Ami: Es gibt tatsächlich eine ganz witzige Aufnahme. Also das ist in der Grundschule, da bin ich im Chor und bin so krass, also man sieht, dass ich mich voll rein fühle. Ich bin so in der ersten Reihe und singe so richtig inbrünstig. Also, das gibt’s und ja, später in der Schule habe ich auch Songs nachgesungen mit der Big Band.

    Lucas (untoldency): Wenn du so zurückschaust auf deine eigene musikalische Biografie, fallen dir da Künstler:innen Genres ein, von denen du sagen würdest, die haben dich in einer bestimmten Lebensphase stark geprägt?

    Ami: Ja! Also schon auch wieder mein Papa, weil seine Musik war irgendwie einfach immer da, ich war immer dabei auf den Konzerten. Bob Marley habe ich irgendwann entdeckt, auch über meine Eltern eigentlich und fand das irgendwie auf Anhieb einfach gut. Es gab dann noch Songs auf Gitarre. Ich weiß, dass es einen Ed Sheeran Song gab, den ich dann nachgespielt habe. Also, es gab schon immer wieder so Momente, die mich inspiriert haben, wo ich dachte, ich hab‘ jetzt auch Bock, die Gitarre zu nehmen. Aber irgendwie habe ich nie so auf die Texte gehört. Also, es gab jetzt nicht so den Moment, dass ich einen Song mitgesungen habe, der mich in meiner Einstellung oder so krass beeinflusst hat.

    Lucas (untoldency): Gab es in deiner musikalischen Biografie auch mal eine Pause, als du das Gefühl hattest, du hast gar keine Lust auf Musik und du brauchst mal Abstand?

    Ami: Ich habe tatsächlich, als es mit Corona und so losging, relativ viel gemacht und eben auch selber aufgenommen und Songs geschrieben und habe dann aber gemerkt, dass ich eine Person bin, die immer auch ganz gerne noch andere Sachen macht. Als ich dann auf einmal jeden Tag morgens bis abends Zeit hatte, nur Musik zu machen, habe ich gemerkt, dass ich das gar nicht unbedingt brauche, sondern dass ich am besten auch neue Ideen finde, wenn ich dazwischen andere Sachen mache. Ich hatte nie diesen Gedanken, ganz aufzuhören. Aber ich habe einfach gemerkt, dass es für mich so am besten funktioniert, wenn ich nicht jeden Tag morgens bis abends nur Musik mache. Mein Papa zum Beispiel ist ganz anders, der geht echt jeden Tag ins Studio und kann nicht genug davon kriegen. Aber mir tut irgendwie diese Abwechslung ganz gut.

    Lucas (untoldency): Kommen dir oft, wenn du andere Sachen machst, musikalische Ideen in den Kopf, von denen du denkst, die muss ich schnell aufnehmen oder in irgendeiner Form festhalten?

    Ami: Manchmal schon, aber eher selten. Also es ist tatsächlich so, dass ich schon die Gitarre nehmen muss und anfangen muss, irgendwie nach was zu suchen und zu gucken, dann formen sich Songs oder kommen Ideen. Also es ist eher selten, dass ich so eine Eingebung habe, ohne dass ich die Gitarre in der Hand hab.

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    Lucas (untoldency): Wie sehr machst du dir darüber Gedanken, wie du als Künstlerpersönlichkeit in Musikvideos und generell visuell auftreten möchtest?

    Ami: Im Rahmen von einem Album mache ich mir schon Gedanken, was die Bildsprache zu diesem ganzen Projekt sein könnte. Aber es ist immer irgendwie auch ein Stück weit meine Persönlichkeit. Also jetzt so wirklich einen Charakter zu entwerfen oder so was für ein Projekt, ich glaube, das passt bei meiner Musik nicht so gut, weil es eigentlich schon immer ziemlich nahe dran ist an mir.

    Ich würde auch sagen, dass es funktioniert! Gerade bei „kurz vorm Ende der Welt“ habe ich den Eindruck, dass diese orangen Farbtöne der Bilder und Musikvideos die Wärme deiner Lieder widerspiegeln.

    Lucas (untoldency): Als du beim Wohnzimmerkonzert von TV Noir zu Gast warst, solltest du spontan einen fremden Song performen. Wie fühlst du dich in diesen Momenten, in denen dir spontan gesagt wird: „Hier spiel mal irgendwas“?

    Ami: Das finde ich schwierig (lacht). Ich bin relativ unspontan, auch so Jam Sessions mag ich eigentlich gar nicht. Auch einfach, weil ich auch auf dem Instrument nicht so frei spiele. Ich kann halt Akkorde und schreibe damit meine Songs, aber improvisieren finde ich schwer und auch bei Texten find ich es voll schwer, so drauf loszumachen. Das war übrigens, glaube ich, wir sind Helden. Bitte gib mir nur ein Wort (singt den Song an).

    Lucas (untoldency): Ist dein Vater da ähnlich oder ist eher anders rum? Ich würde jetzt vermuten, dass dein Vater so ein Vollblut Musiker ist, der irgendwie sofort anfängt zu spielen, wenn die Stimmung passt.

    Ami: Ja, also der Papa tut sich auf jeden Fall einfacher, auch gleich auf etwas einzusteigen und eben so zu improvisieren. Wir sind eigentlich beide eher schüchtern. Er wäre jetzt auch nicht der Erste, der auf die Bühne rennt bei einer Jam Session. Aber wenn er dann was dazu spielt oder so, ist er auf jeden Fall ein bisschen freier als ich.

    Lucas (untoldency): Ich fand den Moment ehrlich gesagt ganz sympathisch, weil ich bereit vermutet hatte, dass dir das in der Situation etwas unangenehm war. Wenn dann noch Kameras auf einen Zeigen, ist der Druck ja dreimal so hoch spontan zu performen. Gab es im Freundes- oder Familienkontext auch Momente, in denen du aufgefordert wurdest, etwas vorzuspielen?

    Ami: Ich glaube, meine Eltern dachten auch ganz lange nicht, dass ich überhaupt auf irgendeine Bühne gehe, weil ich sehr schüchtern war. Und ne, zum Glück haben die das gecheckt und waren eigentlich sehr zurückhaltend. Mein Papa hat auch generell die Einstellung, dass man überhaupt nicht mit Druck vorgehen sollte. Also, nee, zum Glück konnte ich alles in meinem eigenen Tempo machen und mich step by step der Bühne annähern.

    Lucas (untoldency): Ich fand außerdem spannend, dass du mit deiner Familie da warst, also mit deinem Vater, deiner Schwester und deiner Mutter. Wie ist so die Dynamik auf so einer Reise ist? Und wie kommt es dann dazu, dass alle sagen, okay, wir kommen mit? 

    Ami: Ich hab‘ ja auch öfter Auftritte mit meinem Dad, und irgendwie war es da schon immer so, dass meine Mama alle Daten ausmacht und weiß, wann wir wo sein müssen. Der Papa und ich steigen irgendwie so blind ins Auto und konzentrieren uns eigentlich nur auf die Musik, genau, und sie macht alles Organisatorische, verkauft dann auch CDs. Das war eigentlich schon immer so, dass meine Mama sich früher nur bei meinem Papa um alles gekümmert hat und seit wir zusammen Musik machen, da halt auch immer dabei ist. Und das funktioniert eigentlich voll gut so. Und meine kleine Schwester, das war eher eine Ausnahme. Also, die findet‘s auch oft eher langweilig und will nicht mit. Und es ist nochmal anders, wenn ich mit meiner Band unterwegs bin, dann fällt das eh weg, dann bin ich einfach mit meiner Band und dann mache ich den CD Verkauf und so.

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    Lucas (untoldency): Was ist die nächste Single oder das nächste Projekt, das ich und die Welt von dir erwarten können?

    Ami: Ich mache, glaube ich, gerade das Album, was so am Tanzbarsten wird, und freue mich auch schon voll, das dann irgendwann live spielen zu können. Es fehlen noch ein paar Songs und ich muss noch mal ins Studio, aber ich sammle auch schon Live Sessions und Videos dazu. Ich bin gerade an so einem Punkt, wo ich eigentlich kein Label habe und gar keine Partner. Also ist noch einer der größten Schritte, gerade ein bisschen rauszufinden, wie ich das rausbringen kann. Aber eigentlich habe ich schon ein bisschen gesammelt und würde am liebsten im Sommer anfangen mit einer ersten Single, um dann im nächsten Jahr irgendwann dieses Album rausbringen.

    Lucas (untoldency): Die letzte Single von dir, „Weg“, würdest du dann nicht in das nächste Album reinzählen?

    Ami: Tatsächlich würde ich es gerne dazu tun, weil es von der Thematik her ganz gut passt. Die ganzen Songs, die dann kommen, gehen so ein bisschen darum, wie viel Freizeit man auch braucht und dass es auch voll okay ist, sich Pausen zu gönnen und dieses ganze, dass man sich selbst oft auch viel Druck macht und immer denkt, man muss noch mehr schaffen, dabei ist das manchmal vielleicht auch gar nicht notwendig. Obwohl die Sound Welt sich gerade so ein bisschen von dem Song wegbewegt, glaube ich, dass ich ihn dazu tun will, weil es vom Thema her passt, ja!

    Lucas (untoldency): Dann fällt mir noch das Feature mit KLAN ein. Kannst du mir sagen, wie das zustande gekommen ist?

    Ami: Eigentlich total unkompliziert. Die haben mir auf Instagram einfach geschrieben, ob ich Bock hätte. Dann gab es, glaube ich, zwei Songs zur Auswahl. Dann habe ich eingenommen, habe das bei mir daheim eingesungen, den zurückgeschickt und fertig. Ich würde die auch gerne noch mal so richtig kennenlernen, weil dazu kam es jetzt noch gar nicht so richtig, obwohl wir jetzt diesen Song zusammen haben.

    Lucas (untoldency): Noch zwei leicht verdauliche Fragen zum Schluss: Welches Instrument würdest du gerne spielen, das du noch nicht spielen kannst?

    Ami: Wahrscheinlich würde ich irgendwas mit Tasten nehmen. Klavier! Ja, ich hätte schon Bock, noch mehr auf dem Klavier zu können. Ich hab ja bei diesem Mixtape schon auch immer irgendwie Akkorde und gespielt, aber da brauche ich sehr lang, um die Töne zu finden und kann es eigentlich nicht. Ich glaube, das wäre was, was ich eigentlich schön fände, auch um Songs zu schreiben, mal weg von der Gitarre und vielleicht am Klavier, fände ich das eigentlich ein schönes Instrument.

    Lucas (untoldency): Hast du ein guilty pleasure, vielleicht ein musikalisches, vielleicht Trash TV, etwas dass du eigentlich keinem erzählen darfst?

    Ami: Ja! Bei Trash TV bin ich auf jeden Fall dabei. Da gäbe es richtig viele Sachen, die ich jetzt sagen könnte, die die Leute vermutlich schlimm fänden. Irgendwie kann ich voll gut abschalten, wenn ich mir sowas reinziehe. Da habe ich schon fast alles durch, von GNTM über irgendwelche Sachen auf Netflix.

    Lucas (untoldency): Cool, ich danke dir für das Interview und Ich warne dich schon ein wenig vor. Ich komme auf jeden Fall zu den Acoustics und ich bringe ein paar Groupies mit! Falls du eine Fangruppe siehst, die laut deinen Namen schreit, weißt du, Lucas ist da.

    Ami: Dir auch danke für das Interview!

    Hier geht’s zu den kommenden Tourdaten von Ami Warning und Hier lest ihr die Review zu Ami’s letzter EP „kurz vorm Ende der Welt“

  • Exklusive Videopremiere: The xUrbs und „Running Home“

    Du hast Feierabend und brauchst einen passenden Song, während du ungeduldig nach Hause hastest. Kein Problem, denn dein Lied der Woche heißt „Running Home“. The xUrbs veröffentlichen das Musikvideo zu ihrem zweiten Song der am 03.03.23 erscheinenden EP „Stranded“ und strahlen mit ihrer neuen Single Euphorie und Sehnsucht aus.

    Die drei Berliner Jungs wirbeln mit eingängigen Indie Pop durch die Bühnen und Proberäume der Stadt und bereiten sich aktuell auf zahlreiche Live-Konzerte im Sommer vor. Sie lieben es, sich in ausgetüftelte musikalische Live-Arrangements einzutüfteln und überraschen immer wieder mit gefühlvollen musikalischen Momenten. Die mehrstimmige Gesangseinlagen, ekstatischen Gitarrensolos und tanzbaren Drum-Grooves sind zweifelsohne ein Genuss für alle Musikliebhaber*innen.

    Neben Promo & Proben schaffen The xUrbs es dennoch uns mit einem Musikvideo zu versorgen, das unsere Ungeduld auf die kommende EP vorerst ruhigstellt.

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    „Lola rennt“-mäßig laufen The xUrbs durch ihr neues Musikvideo auf der Suche nach einem emotionalen zu Hause. Die Band spricht in „Running Home“ ein Thema an, das uns alle ein Leben lang mal mehr, mal weniger umhertreibt. Auch wenn der Inhalt durchaus ernst ist, versprühen die Jungs in dem Musikvideo eine Lockerheit und Leichtigkeit, die uns daran erinnert, nicht zu verkrampft mit der Suche nach uns selbst und unserem Wohlfühlort umzugehen. Denn jeder wählt einen anderen Weg und jeder dieser Wege ist der Richtige! Wieso also nicht dabei ein bisschen Spaß haben?

    Am 02.03. spielen The xUrbs ein exklusives Release-Konzert zur EP „Stranded“ im Privatclub in Berlin. Unterstützt die Jungs, indem ihr euch ein Ticket kauft, ihre Instagram Seite checkt und fleißig streamt, streamt, streamt! Ihr wisst, Musiker*innenherzen schmeichelt man am Besten, indem man ihre Musik hört 🙂

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  • Lucas‘ Jahresrückblick: Für kurze (und lange) Aufmerksamkeitsspannen

    Lucas‘ Jahresrückblick: Für kurze (und lange) Aufmerksamkeitsspannen

    Als angehender Pädagoge ist mir eines bei diesem Jahresrückblick besonders wichtig: Alle potenziellen Lesenden entsprechend ihrer Bedürfnisse abzuholen und zufriedenzustellen. Daher bietet diese Rückschau unterschiedliche Stufen des Konzentrationsspektrums. Von ADHS slash TikTok type of Aufmerksamkeitsspanne bis zu Musik Hedonist*in für den oder die Zeit keine relevante Größe ist, ist alles möglich. Ob in 8 Sekunden über den Artikel scrollen oder die nächsten vier Tage damit verbringen jeden Song, jede EP, jedes Album und jedes Musikvideo anzuschauen, um eine detaillierte Persönlichkeitsanalyse zu entwickeln: alles ist erlaubt!

    Damit letzteres nicht tatsächlich eintritt, nehme ich es bereits vorweg: Meine Hörgewohnheiten sind die eines verrückten Dinosauriers. Denn erstens, ich höre noch gesamte Alben. Zweitens, ich höre die meisten Alben nur ein Mal „aus Interesse“. Drittens, ich höre keine Playlists außer die New Music Friday Playlist und erstelle auch keine eigenen und viertens, ich höre noch gesamte Alben!!.

    Wer jetzt noch nicht aufgegeben hat: enjoy the show, but I warned you! Zur mentalen Einstellung auf was folgt, kommen hier die blanken Zahlen: 33 neue Lieblingssongs, 23 besuchte Konzerte, 7 neue Lieblingsalben, 6 geschriebene Reviews, 3 Lieblings-EPs und 1 eigener Auftritt. Welche Aussagekraft diese Zahlen haben und was sie von mir preisgeben, ich habe keine Ahnung.

    On a sidenote: alle Socials, Songs und Musikvideos sind verlinkt, wenn ihr auf die Artists bzw. Songtitel klickt, außer Rachmaninow und Schostakowitsch. Die sind schon tot.

    Musik Moment des Jahres

    📈 23. September eigener Auftritt 📈
    im Badehaus, naja im Backstage … vom Badehaus …

    Review des Jahres

    Kurz vorm Ende der Welt hören wir Ami Warning
    Werbung in eigener Sache direkt am Anfang des Artikel – check!

    AMI, KVEDW, cover, ami, clear, rooom, blaue augen, cover,ami warning, untoldency, online magazin, review, kurz vorm ende der welt, mixtape, ep, indie, deutsche musik

    Konzerte des Jahres

    ✨ Olivia Dean im Festsaal Kreuzband ✨
    70€ für einen Scam verballert um 25min Olivia Dean als Vorband zu sehen

    ༄ MØ im Kesselhaus ༄
    bester Schlagzeug Sound in meinem Leben

    ☆ Leon Bridges im Huxleys ☆
    neue Elvis Presley

    ⚫ 070 Shake im Berghain ⚫
    was im Berghain passiert bleibt im Berghain

    ♫ Staatskapelle Berlin: Rachmaninow, Schostakowitsch in der Philharmonie ♫
    Das ist noch echte Musik!

    ∞ Oehl im Franz Club ∞
    Wackeldackel als Mensch

    EPs des Jahres

    ✊ Apsilon – Gast ✊
    Deutsches Gewissen

    ☾ Joalin – I’m The One ☾
    Instagirl kann singen

    𓃠 Marie Bothmer – Swimmingpool 𓃠
    Deutsche Billie Eilish

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    Alben des Jahres

    💖 Benee – Lychee 💖
    Neuselländische Billie Eilish mit Depressionen & ADHS

    ⚥ 070 Shake – You Can’t Kill Me ⚥
    Sound of the Youth & malnourished Cruuuuuush!

    ♱ Ami Warning – kurz vorm Ende der Welt ♱
    Musik kurz vorm Ende der Welt

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    Songs des Jahres

    🕺$oho Bani, Longus Mongus – INZIDANCE 🕺
    MACH DEN INZIDANCE; MACH DEN INZIDANCE, MACH DEN INZIDANCE!

    ⊗ Swedish House Mafia, Sting – Redlight ⊗
    2000er Techno Revival

    ❁ Oehl – Keine Blumen ❁
    weinen auf österreichisch

    ⚑ Noah Cyrus – Mr. Percocet ⚑
    verstehe jetzt Republikaner 1% besser

    ✧ Evin – Yarê ✧
    Liebe auf den ersten Blick

    ツ Pabst – Mercy Stroke ツ
    nächste Blink182

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    Musikvideos des Jahres

    🐿 Deichkind – Natur 🐿
    letztens ein Laubgebläse benutzt, ist ganz geil

    ☼ Caroline Polacheck – Sunset ☼
    Welcome to the 20th Century

    ꕤ Joalin – Angelito ꕤ
    Bring me back the summer pls!

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    Entdeckung des Jahres

    🜲 Levin Liam 🜲
    klingt wie wenn die Zunge langsam taub wird vom Hustensaft aber das Kribbeln ist eigentlich ganz angenehm

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    Scheißsong des Jahres

    ❆ Black Eyed Peas, Shakira, David Guetta – DON’T YOU WORRY ❆
    hass

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  • 070 Shake schwebt auf „You Can’t Kill Me“ zwischen klanglichen Welten

    Aus dem New Yorker Künstler*innen-Kollektiv 070 über den Dunstkreis von Kanye West direkt in unsere identitätssuchenden Herzen: 070 Shake führt auf ihren beiden Alben Modus Vivendi (2020) und You Can’t Kill Me (2022) die künstlerische Vision eines Kanye West auf YEEZUS (2013) und ye (2018) fort (in a good way though) und prägt dabei einen neuen Generationensound, der einzigartig ist und trotz allem bodenständig bleibt. Liebe, Identität, Sexualität: 070 Shake erfindet die Themen auf ihrem zuletzt erschienenen Album nicht neu, doch sie verleiht ihnen eine besondere Authentizität und Bedeutung. Jedes Wort aus ihrem Mund wirkt unabhängig der vermeintlichen Banalität so ausgesprochen glaubhaft. Sollte 070 Shake jemals ihre eigene Sekte gründen, werde ich ernsthaft darüber nachdenken müssen, ihr beizutreten. 

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    Auf der Suche nach Identität

    Musikalisch hat für 070 Shake alles Mitte des letzten Jahrzehnts mit einem klassischen Trap-Sound als Teil des Musiker*innen-Kollektivs 070 in New Jersey angefangen. Auch wenn der damalige Hip Hop Sound dem Zeitgeist entsprach, klang er doch relativ austauschbar. Doch eins war schon damals besonders: die Stimme. Der hohe stimmliche Wiedererkennungswert von 070 Shake war Grund genug, um von Kanye West gesigned zu werden.
    Zu einem Zeitpunkt, als Kanye West zwar bereits kontrovers diskutiert wurde, aber noch immer den musikalischen Kanon mitprägte, schaffte die Sängerin es zudem als Mitwirkende bzw. Feature-Artist auf die Hälfte der Songs des Albums ye. Interessanterweise gestaltete sie dabei ein Album mit, dass auf dem Cover den Satz „I hate being Bi-Polar, its awesome“ zu stehen hat und sich intensiv mit der mentalen Gesundheit und der Suche nach der eigenen Identität beschäftigt. Egal welche irritierenden Philosophien Kanye West in den vergangenen Jahren verfolgt, für 070 Shake markiert ye den Anfang einer eigenen Klangästhetik. 

    Klangflächen & Mike Dean

    Der letzte Song auf Kanye Wests Album ye klingt in der Retrospektive wie der erste 070 Shake Song, auf dem sie zu ihrem musikalischen Selbst gefunden hat. Auf „Violent Crimes“ schweben weiche, orgelartige und mit Gospelakkorden angereicherte Klangflächen seicht um die Ohren. Darüber hinweg fliegen die zahlreichen und zu einem Ganzen zusammenwachsenden Stimmen der Sängerin, federleicht und ohne Anstrengung. 070 Shake prägt mit ihrem eigenen Gospel-Chor die Klangästhetik dieses Songs nachhaltig ebenso wie ihren eigenen. 

    Ein Name, der die Klangwelten der beiden Artists verbindet, ist Mike Dean. Der renommierte Hip Hop Produzent ist bekannt für seine unverwechselbaren Synthesizer-Produktionen. Denkt man an die prägenden Synths auf Kanye Wests YEEZUS, denkt man insgeheim an Mike Dean. Mit Dean findet 070 Shake zu ihrer musikalischen Identität.

    What is your favorite flower?

     “What is your favourite flower? I wanna know” Mit diesen Zeilen verwandelt 070 Shake ihre eigene Stimme im Album-Intro zum Synth. Chorisch wiederholen sich die Worte, während sich eine zweite Stimme der Künstlerin sprechend auf den Chor legt. Die Klangwelt baut sich langsam durch einsetzende Synths auf und gewinnt zunehmend an Größe. Alles fließt gleichmäßig, motiviert ein sinnliches Eintauchen und nichts steht dabei im Wege. In diesen Klangraum wirft die Sängerin den Wunsch nach wahrer Intimität, dem Loslassen und dem ungeschützten sich Näherkommen. “What is your favourite flower? I wanna know”

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    Eine Einladung zu lieben

    „Invited“ knüpft an diese Szenerie an. Viel Atmosphäre, viel Pathos und über aller Sinnlichkeit steht der gegenseitige Respekt vor dem sich aufeinander Einlassen: „Ooh, I’m invited. I’m in your world for the night, yeah. Don’t wanna fuck it up, let’s get it right”. Müsste ich eine vertrauensvollere Formulierung über den Umgang zweier Liebenden finden, ich würde aufgeben. 

    In der zweiten Hälfte des Songs trauen sich dann auch die ersten Percussion und Drum Sounds auf das Album und auf dem dritten Song „History“ ist es nur eine gute Minute bis die transzendente Klangwelt mit Drums angereichert wird. Aus dem Wunsch nach Intimität sowie der Bereitschaft zur sinnlichen Annäherung wächst eine Art Besessenheit nach Liebe. Spürbar wird das durch die zahlreichen Beat Changes. Aus dem strahlenden Intro von „History“ und dem Besingen von Eternity erwächst ein drastisches Verlangen nach der Liebe des Anderen in Form von treibenden Drums und bewegten Streichern bis alles wieder heruntergefahren wird. Disney-ähnliche Streicher begleiten die sich wiederholenden Zeilen der Stimme über Mike Deaneske Synths, ehe ein neuer Beat einsetzt. Die emotionale Aufgewühltheit ist kaum nachzuvollziehen. Wer kennt es nicht von der Liebe?

    Lyrische Blumen

    Die Gefühlsstürme, die Auseinadersetzung mit der Liebe und dem Selbst ziehen sich durch das weitere Album. Dabei findet 070 Shake immer wieder wunderschöne lyrische Momente, um ihre Gefühlswelt zu beschreiben, beispielsweise auf „Skin and Bones“:

    „And we spoke in past tense, 
    reminisce ‚bout back when our spirits used to dance with each other”

    „Treat me like I’m more than a pair of skin and bones
    And that really made a difference in my story”

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    Von New Jersey ins Berghain

    Vom Bordstein bis zur Skyline ist outdated, ab sofort heißt es von New Jersey ins Berghain. 070 Shake hat Mitte Oktober ihre zweite Show in Berlin gespielt und hätte dafür keinen besseren Ort auswählen können. Zu dem Mythos, den diesen Ort umgibt, trägt die Aura der Künstlerin bei. Von hinten mit großen Lichtern angestrahlt steht die Silhouette 070 Shakes schemenhaft im wild umherwehenden Nebel allein auf der Bühne und strahlt so viel Präsenz aus, dass jede weitere Person zu viel wäre. Der makellose Sound, die atmosphärische Lichtshow, die zu perfekten, improvisierten Autotune-Gesangseinlagen; alles fühlt sich ein wenig nach dem Glanz eines amerikanischen Popstars an. Dabei befinden wir uns nicht in einer ausverkauften Arena mit durchinszenierter Live-Show, sondern im düsteren Berghain, im Hier und Jetzt, ohne ein leuchtendes Handy-Display. Zum Beweis wie sehr sie das Handy-Verbot genießt, wirft sie ihr eigenes demonstrativ auf die Bühne.  

    Aus dem Traum in den Moshpit

    Der Auftritt beginnt, Überraschung, mit ausschweifenden Synth-Flächen. Die Dramaturgie des Konzerts erlaubt ein langsames Hineinfühlen in die Songs, den Ort und die Atmosphäre bis der Song „Cocoon“ den Moshpit öffnet und die Energie pulsiert. Dabei dauert der Drop des Tracks so lange, dass der Moshpit nicht aufhört zu wachsen und die Spannung unaushaltbar drückend wird. Ab diesem Moment wechseln sich die Momente des träumerischen Genießens und ekstatischen Tanzens regelmäßig ab und egal welche Stimmung 070 Shake fordert, das Publikum zieht mit. Als die Sängerin einen alten Song aus ihren musikalischen Anfangsjahren rauskramt, betont sie wie sehr ihr der Song zum Halse raushängt. Sie spielt ihn trotzdem und schaut Wein trinkend gute zwei Minuten dem eskalierenden Publikum zu wie es jede Zeile mitsingt, ehe sie selbst das erste Wort singt. 

    Dieser Abend fühlte sich an, als wären Zuschauer*innen und Künstlerin in diesem Moment zu etwas ganz Besonderem zusammengewachsen. Egal wie pathetisch das klingen mag und wie oft sich die Stimmung auf den anderen Stationen der Tour womöglich genauso angefühlt haben mag, ich bin mir sicher, alle Besucher*innen behalten dieses Konzert als ein ganz Besonderes in Erinnerung.

    Klingende Emotionen zum Entdecken

    „You Can’t Kill Me“ ist mit Sicherheit kein Pop-Album, das die Mainstream-Charts erobert. Doch die sinnliche Tiefe ist so unfassbar schön, dass es sich lohnt, deren Erkundung Zeit zu geben. Denn sie entfaltet sich erst, wenn wir uns ohne Vorbehalte auf dieses Kunstwerk einlassen. 070 Shake fordert im Eingangstrack das befreite Eintauchen in die Intimität einer Beziehung und beschreibt damit zugleich den Umgang mit ihrem Album. Die Zugänglichkeit mag manchmal erschwerlich sein, aber die zu entdeckenden Schätze im Umgang mit dem Gegenüber sind unendlich. 

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    Fotocredits: Olivia Rose

  • Dorothy Bird schwebt auf ihrem Debüt-Album „BELONGING“ in außerirdische Sphären

    Viel Raum für tiefe Gedanken und ganz viel Platz für sinnliche Atmosphären: Dorothy Bird lässt uns auf ihrem Debüt-Album „BELONGING“ durch ihre musikalischen Träume wandern und wir sind uns unsicher, ob wir jemals zurück in die Realität finden, geschweige denn zurückwollen. Das am 24. Juni als Vinyl erschienene Album ist seit gestern (Freitag, den 02. September) endlich auch auf allen Streaming-Plattformen zu finden.

    #Klavier-ASMR

    Ein sanftes akustisches Klavier reicht uns den Schlüssel zum Album und ebnet uns den Weg in die weite „Galaxy“. Das Intro der Platte strahlt so viel Wärme aus, dass uns ganz heiß um die Ohren wird. Wenn es die Rubrik „Klavier-ASMR“ noch nicht gibt, machen wir sie heute auf! Die angenehmen Hintergrundgeräusche des Klaviers, das leichte Atmen des Pedals und das leise Klacken der Tasten geben dem Stück einen besonderen Charakter. Hinzu kommen sphärische Sounds, die dem Klangraum Größe verleihen und uns hypnotisch in den Bann ziehen.

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    Vocals aus Seide

    Aus der musikalischen Weite tritt seidenweich die Stimme von Dorothy Bird hervor. Der Titeltrack des Albums gibt der im Intro eingeführten Klangästhetik eine Form und lässt dabei weiterhin abschweifende Gedanken zu. Während die Worte über einen Ort der Heimat sinnieren, nimmt der Song mit Hilfe der einsetzenden Streicher und Drums zunehmend Schwung auf. Die Stimmung von „Belonging“ soll sich von nun an in wandelnden Nuancen über die gesamte LP spannen, stets getragen von der schwebenden Kopfstimme von Dorothy Bird. 

    Transzendenz

    Der dritte Song „Silent Warrior“ führt neben atmosphärischen Gitarrenmelodien, dramatischen Streichern und trip-hoppigen Schlagzeug-Grooves ein weiteres wiederkehrendes Element der Song-Produktionen ein. Ein knarzender, mechanischer Synth fügt sich in den Beat ein und verleiht der Stimmung Nachdruck ohne abzulenken. Immer wieder tauchen metallische Klänge in den Stücken auf und schenken den transzendenten Momenten noch mehr kosmische Größe.

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    Musikalische Seelsorge

    Das Debütalbum von Dorothy Bird bleibt sich stets treu. Die musikalischen Farben bleiben jederzeit stimmig und konsistent. Was moderne Popalben regelmäßig vermissen lassen, bringt „BELONGING“ auf den Punkt. Viel Gefühl, nachdenklich schwebende Stimmungen mit düsteren Nuancen und ein kleines bisschen Harry Potter Zauber verstecken sich auf diesem wunderbaren Album. Das Einzige, was uns noch fehlt, ist ein passendes Wort, das diese Stimmung zusammenfasst. Das schöne ist, dass die klare musikalische Linie keine Irritationen bei Hörer:innen hervorruft. Entweder man kann sich in diese Musikwelt hineinversetzen oder man geht auf die Suche nach einer anderen Hörerfahrung. Es gibt keine Aussetzer und auch keine Überraschungen. Das ist ein Kompliment an die Homogenität der Songs, die ein sanftes Abtauchen in andere musikalische Dimensionen zulässt.

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    Fotocredits: Brian Roberts

  • Yeshi singt sich mit seidenweicher Stimme ihre „Confessions“ von der Seele

    Endlich muss ich für seidenweiche Soulstimmen nicht mehr nach London oder LA reisen. Denn die gebürtige Berlinerin und in Wien lebende Sängerin Yeshi hat vergangenen Freitag ihre Debüt-EP „Confessions“ veröffentlicht. Inhaltlich trifft sie mit der Innenschau in das eigene Ich den Geist der Zeit. Gesanglich schwebt ihre Stimme federleicht über die vier von Christoh produzierten Soul Beats. Show some love und hüpft in Windeseile zur Streamingplattform eurer Wahl für Yeshi‘s neue EP namens „Confessions“!

    It’s all about mental health

    „Confessions“ nimmt sich das Thema zur Brust, das unserer Generation und ganz sicher auch den folgenden ganz besonders auf dem Herzen liegt: Mental Health und die Suche nach der eigenen Balance. Neben ihrer musikalischen Auseinandersetzung mit der Thematik, kann Yeshi auch auf die Skills ihres Psychologie-Studiums zugreifen. Dabei setzt sie auf dem ersten Track ihrer EP auf die vermutlich beste Taktik: Vertrauen aufbauen, und zwar zu sich selbst! „It’s all about love“ vergewissert uns darin, dass der Weg zur emotionalen Gesundheit bei sich selbst anfängt. Jeder erste Schritt kann nur ein echter Schritt nach vorne sein, wenn die Liebe und das Vertrauen zu uns selbst auf festen Beinen stehen. Und dabei nie vergessen: Kein Schritt ist zu klein, zu langsam oder zu spät! Take the time you need! Und wie verinnerlichen wir dieses Mantra? Indem wir „It’s all about love“ in Dauerschleife hören.

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    Ein Sommer aus Seifenblasen

    Mein absoluter Favorit auf dem Tape und mein Titeltrack zum diesjährigen Sommer heißt “Bubble Bath“. Endlose und doch zu kurze Nächte in knappen Klamotten und mit viel Wein wiederholen sich zu diesem Song. Und anstatt nach dem lauen Sommerabend Schlafen zu gehen, rutschen wir mit der Zigarette in der Hand in die Badewanne. Der Refrain bringt es auf den Punkt: „Charge me up, charge me up, charge me uuuuuup!“ Stimme, Beat und Lyrics treten in eine unglaublich stimmige Symbiose, die eine ganz besondere Atmosphäre schaffen. Eine groovige Bassline, dazu die warme Kick und die Lo-Fi type Drums, darüber schweben die souligen Keys und im Refrain blüht alles durch die sommerliche Gitarre und den funkelnden Synth auf. Die Klangfarbe der Vocals und die super eingängigen Melodien ebnen sich zudem butterweich in den Mix ein. Nichts an diesem Song ist fragwürdig, alles ist perfekt! Ab sofort benötige ich kein Bubble Bath mit blubbernder Badekugel mehr zur Entspannung, ich lege mich einfach in diesen Song rein und lasse mich von seiner Wärme umarmen.

    Songs für eure Sommerplaylist!

    Auch die letzten beiden Songs der EP „Everywhere I go“ und „Too Broke for Therapy“ bleiben der Linie dieses Projekts treu. Songs für die Sommerplaylist meets Self Care. Während ersterer den Selbstwert manifestiert, stellt sich der zweite Track die Frage, weshalb Frauen neben ihren eigenen seelischen Sorgen auch die ihrer (männlichen) Lebenspartner mittragen sollen. Dieses Projekt stellt nicht nur Fragen zur mentalen Gesundheit, sondern auch feministische. We like that! And on a sidenote: Ich wünschte, ich hätte die Zeile „You’re too broke for therapy, why are you using me” selbst geschrieben. 

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    Singing Star in the Making

    Yeshi beweist mit ihrer Debüt-EP auf allen Ebenen unglaublich viel Potenzial. Beginnend mit der unglaublich schönen Stimme und den catchy Melodien bis hin zu der inhaltlichen Auseinandersetzung mit sich Selbst und Self Love im Allgemeinen. Regelmäßig scheinen bei der Stimmfarbe von Yeshi außerdem leichte ABRA vibes durch, was in keinem Fall eine schlechte Charakteristik ist. 

    Mein Gefühl sagt mir, dass sich mit zunehmender musikalischer Erfahrung die kommenden Songs von Yeshi noch runder anfühlen werden. Die unfassbare Wärme, die „Bubble Bath“ ausstrahlt (im Übrigen auch der Song „Luna Park“, der nicht auf der EP ist) deuten die anderen Songs des Tapes ebenfalls an, ohne sie in gleichem Maße zu verwirklichen. Mit zunehmendem Gespür für musikalische Stimmungen wird Yeshi wie von selbst noch viele zauberhafte Lieder schreiben und singen. Ich könnte kaum gespannter sein auf die gesangliche und musikalische Entwicklung dieser up and coming Sängerin called Yeshi! 

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    Fotocredits: Piotr Sokul

  • BENEE liefert uns mit „Lychee“ den Soundtrack für unsere nächste Beziehung

    It’s a Smash – no Pass! Hiermit kann dieser Artikel eigentlich enden, weil wir alles notwendige bereits wissen, nämlich: DIESES TAPE IST EIN F***ING SMASH! Die am 4. März erschienene EP „Lychee“ von der Neuseeländerin BENEE aka „viel-zu-jung-um-international-erfolgreich-zu-sein“ ist so unglaublich vielseitig, dass ich mich frage, wo alle diese Gefühle eigentlich herkommen sollen. Mit 22 Jahren war ich noch in einer post-pubertären Phase, in der Essen und (der Gedanke) an Sex all meine körperlichen Bedürfnisse abgedeckt haben. BENEE hingegen zeichnet auf 7 Songs, 7 verschiedene emotionale Nuancen, die faszinierend und relatable zugleich sind. Von den klassischen Sommergefühlen über depressives Selbstmitleid zur Bad-Bitch Attitude ist alles dabei, doch noch längst nicht alles gesagt!

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    Sommer im Cabrio

    Mit good Feels eröffnet BENEE ihre EP „Lychee“. „Beach Boy“ zeichnet einen lauen Sommertag mit offenem Cabrio Verdeck, viel Wassermelone und einer langen Nacht am Strand. Das Commitment zum Beach Boy reicht nur für einen Tag, aber das ist okay, denn die Stimmung ist genauso leicht und unbeschwert wie die Gitarren des Songs. Viel mehr gibt es nicht zu sagen, außer dass mein Drang sehr groß ist, mich zu diesem Song auf eine Wiese zu legen und stundenlang in den Himmel zu blicken.

    Die unbekümmerte Stimmung fließt nahtlos in den nächsten Song, nur dass „Soft Side“ elektronischer sowie tanzbarer klingt. Statt sonniger Gitarren, schweben wir auf Synthflächen, während die durchgehende Kick zusammen mit der housigen Off-Beat Hihat unser Blut im Rhythmus pulsieren lässt. Aus der Beach Boy Liaison für einen Tag wächst der Wunsch nach Intimität und dem besseren Kennenlernen des Gegenübers.

    »I wanna know everything that there is about you
    I wanna try to understand your mind and how you
    Weave through walls you hide behind, I wanna try«

    Soft Side

    Bye bye Beach Boy

    Doch bevor der Sommer endet, mischen sich erste kleine Zweifel in die Beziehung. „Hurt you, Gus“ führt uns in einen seichten Spätsommer, in der die Beziehung lyrisch nicht mehr felsenfest auf dem Boden steht. Die rosarote Sonnenbrille verliert an Farbe und die Gedanken werden rationaler. Musikalisch springt BENEE zum Indie. Das Einzige was hier nicht in Hall getränkt ist, sind die Drums. Die Vocals und Gitarren verschwimmen, fließen ineinander über und zeichnen ein träumerisches, etwas nachdenkliches Bild, das zum ersten Mal die gemeinsame Zeit reflektiert.

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    Female Nirvana

    Anschließend kippt die Stimmung ins Melancholische und erreicht mein persönliches Highlight der EP. Die ungetrübte Sommerstimmung färbt sich doch noch grau bis schwarz. „Never Ending“ beginnt schwermütig mit einer nirvanaesken Gitarrenmelodie. Die Stimme bekommt die Worte nur elegisch und eintönig über die Lippen, während sie das Ende der Beziehung anzweifelt. Schwer getroffen von dem überraschenden Ende der Beziehung drehen sich die Gedanken um die immer selben Fragen, weshalb jetzt plötzlich Schluss ist. Die Stimme nimmt im Refrain an Verzweiflung zu und klammert sich gezwungen am einzigen noch bleibenden Hoffnungsschimmer fest: „For what it’s worth, try moving forward.“ Der durch punchige Hip Hop Drums nach vorne schiebende Refrain mündet am Ende des Songs in einer sphärischen Bridge. Eine in Hall getränkte Gitarre und ein choraler Synth bereiten den Höhepunkt vor: das Outro! Ein wuchtiges Schlagzeug untermauert die grungige Stimmung und motiviert zum depressiven Headbanging während sich die gleichen Zeilen immer wieder und wieder im Kreis drehen. Die Rückkehr zu den Hip Hop Drums gibt uns das Gefühl, dass die Beziehung endgültig vorbei ist.

    »It’s a never-ending thing with you
    Think about your face too much
    I wanna follow every move
    Don’t like it when we’re out of touch«

    Never Ending

    Be a bad bitch they said!

    Die Trotzreaktion folgt prompt: BENEE heiratet einfach sich selbst. Die Musik von „Marry Myself“ treibt wieder nach vorne, die Beziehung scheint weitestgehend verarbeitet und der Sommer ist noch nicht ganz vorbei. Auf „Doesn’t Matter“ kommt dann zum ersten Mal die Sicht in das Innere, ohne jegliche Ablenkungen von außen. Die Lead Single des Tapes beschäftigt sich mit einem Lieblingsthema der neuseeländischen Künstlerin: Mental Health. Fragend wie es wäre von den eigenen Gedanken in Ruhe gelassen zu werden, schweben die dreamy Popvocapols über einen Slow Dance Schlagzeug-Groove. 

    Das Finale bildet der experimentellere Song „Make You Sick“, der über harte Drums zu distorted vocals und zurück zu sommerlichen Akkustikdrums führt. Aus der Unsicherheit wächst ein neues Selbstbewusstsein und wir sagen „Hi!“ zur Bad Bitch Attitude. BENEE kann ihr neu gewonnenes Mantra nicht oft genug wiederholen: No further explanation needed!

    »Bad bitch, I am a bad bitch
    I’m a bad bitch, I’m a bad bitch
    But you can’t have this
    Cannot have this, no you can’t have this, this
    No, you can’t have a bad
    bitch, bitch’«

    Make You Sick

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    TikTok meets Reality

    Auf ihrem Konzert in Berlin hat die Künstlerin nicht nur musikalisch eine Must Watch-Performance abgeliefert, sondern auch ihre Entertainer Qualitäten offenbart. Warum auch immer schafft BENEE es, auf der Bühne cringy zu sein ohne tatsächlich cringy zu sein. Würde ich mich genauso verhalten wie sie, der Fremdscham wäre grenzenlos. Doch BENEE aka die coolere Indie-Version von Billie Eilish lässt alles an ihr ganz natürlich und normal wirken. Wie kann es sein, dass sie selbst mit Clown-Makeup zweifelslos die Bad Bitch Energy verkörpert. Die Neuseeländerin hat auf der Bühne einen Ort gefunden, an dem sie aufgedreht und sensibel zugleich sein kann, ohne an Authentizität einzubüßen. Die größte Errungenschaft daran ist, dass wir dadurch eine Künstlerin mehr im Mainstream Pop-Business haben, die eine Repräsentanz für alle Persönlichkeiten schafft, die nicht zu den vermeintlich Coolen auf dem Schulhof gehören.

    Never Ending Love

    BENEE durchläuft auf ihrem Mixtape „Lychee“ das potenzielle Gefühlschaos einer Beziehung. Die sieben verschiedenen Songs umreißen sieben verschiedene Moods. Vom Beginn einer unverfänglichen Liebschaft, zur verzweifelten Liebe, bis hin zur emotionalen Neuorientierung nimmt uns die EP ohne Umwege auf eine emotionale Reise mit, die in unser aller Leben in der Dauerschleife läuft. Mit einfachen, aber nahbaren Texten, ästhetischer und inhaltlicher Vielseitigkeit bei einem zugleich homogenen Sound sowie einer unverwechselbaren Attitude trifft die Sängerin ins Schwarze. Wir haben nur eine letzte Anmerkung: Let this EP be Never Ending!

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  • Exklusive Videopremiere: Tóke X FLKS und „Blue Lagoon“

    Exklusive Videopremiere: Tóke X FLKS und „Blue Lagoon“

    Wir nehmen euch im Rahmen unserer heutigen Premiere auf eine wunderschöne musikalische Reise mit. Tóke lässt uns im Musikvideo zu „Blue Lagoon“ an all der emotionalen und menschlichen Wärme teilhaben, die er auf seinem Trip nach Portugal erfahren hat. Bilder aus dem Paradies und lebensfrohe Begegnungen lassen unsere Vorfreude auf den kommenden Sommer steigen, insbesondere mit diesem Sommerhit im Gepäck.

    Tóke’s musikalische Mission ist klar: positive Vibes in die Welt schicken und das Leben ein bisschen lebenswerter machen. Warme Instrumentals mit sanften, nachdenklichen Texten sind der perfekte Ersatz für eine dringend gebrauchte Umarmung. Der sympathische Musiker springt ungezwungen zwischen eingängigen Popmelodien und Rap-Parts hin und her und vereint verschiedene musikalische Einflüsse. Regelmäßig scheinen Reggae Vibes durch die Musik hindurch und jetzt wird uns auch klar, woher all die good Energy kommt!

    Auf seiner zuletzt erschienenen EP „Ethereal“ mit dem Berliner Produzenten FLKS führt Tóke seine positive Lebensaustrahlung fort. Das Tape erinnert klanglich stark an LoFi und bietet den perfekten Soundtrack für den nächsten Chillout, ob im Park, zu Hause oder in der Wohlfühlzone eurer Wahl. Die aktuelle Videoauskopplung „Blue Lagoon“ bezeichnet Tóke als Mantra, das besonders in gesungener Form seine Kraft entfaltet.

    „Grateful for the life I live
    Yes, I’m grateful!“

    Mit diesem Song hat sich Tóke den emotionalen Ballast von der Seele geschrieben und ist einem neuen hoffnungsvolleren Lebensabschnitt entgegengetreten. Wir können die manifestierte Lebensfreude in dem Lied spüren und freuen uns über diesen kreativen Schatz!

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    Das Video lässt sich leicht in einem Wort zusammenfassen: Sommerinportugal. Okay close … Perfektes Wetter, Traumstrände, sympathische Menschen und ganz wichtig: Pastei de Nata! Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich denken, Tóke bekommt für dieses Video eine Provision von der portugiesischen Tourismusbranche. Wie auch immer, die Werbung hat funktioniert. Mein Flug nach Portugal ist bereits gebucht und ich erwarte mindestens genauso schöne und authentische Erlebnisse wie im Musikvideo zu „Blue Lagoon“.

    Tóke hat sich für den Videodreh auf die Reise nach Lissabon zu seinem langjährigen Kollegen und Videoregisseur Alex Kleis begeben und seine Erfahrungen dokumentiert. Er beschreibt den Trip als eine einschneidende Wende aus einer anstrengenderen und unklareren Zeit in einen energiegeladenen Neuanfang. Beim Anblick dieser Bilder kaufe ich Tóke jedes Wort ab. Dieses Video ist genau das, was wir alle brauchen: Ein Reset von all dem Alltagsstress sowie ein Auftanken unserer etwas verkümmerten Solarzellen.

    All die positiven Vibes, die dieser Song inklusive Musikvideo verbreiten, lassen nur eine Schlussfolgerung zu: Unterstützt Tóke auf seinem musikalischen Weg durch diese Welt! Beispielsweise indem ihr euch die neue EP von ihm und FLKS anhört! Liked & subscribed was das Zeug hält und vergesst nicht, ihm auf seiner Instagram Seite zu folgen. Tóke ist in den kommenden Wochen in Cuba und Mexiko auf Tour und wir können kaum erwarten, welche sommerlichen Bilder er von dieser Reise mit nach Hause bringt!

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    Fotocredits: Alex Kleis

  • Kurz vorm Ende der Welt hören wir Ami Warning

    „Kurz vorm Ende der Welt“ heißt das zuletzt erschienene Mixtape von Ami Warning und es hält was es verspricht: Eine Untergangsstimmung, die sich so warm anfühlt, dass jede Angst vorm Ende verfliegt und jeder Atemzug, jeder Gedanke sich ganz klar anfühlt. Ami Warning liefert uns Musik, die alles gut sein lässt, so wie es ist und jeglichen emotionalen Ballast abfallen lässt. Sprich, genau das was wir derzeit alle so dringend brauchen!

    Lost & Found

    Ich gebe zu, mein Zugang zu deutscher Musik ist beschränkt. Ich höre mir immer wieder unterschiedliche deutsche Interpret*innen an, aber bleibe zu selten hängen. Deutsche Musik, die sich nachhaltig in meine Synapsen einbrennt, muss mich mit außergewöhnlichen musikalischen Stimmungen, kreativen Textzeilen, eingängigen Melodien, spannenden Musikproduktionen oder am besten mit einer Kombination aus allem catchen. Mit dem Song „kurz vorm Ende der Welt“ bin ich aus dem Nichts auf eine Künstlerin gestoßen, die für mich all diese Faktoren auf dem gleichnamigen Mixtape auf ihre Art vereint.

    Angenehme Melancholie
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    Dabei war mir noch nicht bewusst, dass mir diese Musik so sehr gefallen könnte. Ami Warning kreiert Stimmungen, die sich für mich besonders anfühlen. Diese zu beschreiben, fällt etwas schwer, weil sie sich so sehr durch meine subjektiven Höreindrücke auszeichnet, but I’ll give it a try! Das Tape zeichnet sich für mich durch eine gedämpfte, melancholische, manchmal angenehm bedrückende Atmosphäre aus, die sich zugleich doch hoffnungsvoll und sogar befreiend anfühlt. Ohne inhaltliche Aspekte einzubeziehen, fühlt sich die Musik auf einer gewissen Weise verständnisvoll an und lässt mich dem Gefühl sorglos hingeben.

    Melodien für den nächsten Weltuntergang

    Puh, das war chessy. Springen wir straight zu den Details, die die vorherigen Gefühlseindrücke stärker umreißen. Das 8 Songs lange Mixtape startet mit der Single „kurz vorm Ende der Welt“. Eine träumerische Gitarre gibt mit langsamem Anschlag eine unglaublich schöne Stimmung vor, bis das Schlagzeug den Einsatz der Stimme vorbereitet. Über einen minimalistisch groovenden Beat schwebt die simple, wie geniale Zeile „kurz vorm Ende der Welt, kann ich dir verzeihen“, denn „kurz vor Schluss, soll es wohl so sein“. Ein paar melodiöse Keys im Hintergrund und fertig ist der Titelsong des nächsten Weltuntergangs. 

    Die Strophe setzt die Linie des Refrains fort und beschreibt in klaren Worten emotionale Zustände, über die ich mir sonst tagelang den Kopf zermürbe. Die Aussagekraft dieses Textes wirkt in seiner Einfachheit unglaublich stark. Das einzige Problem ist, dass es von dem Song keine 10h Dauerschleife gibt, die mich nicht nach zweieinhalb Minuten dazu zwingt, wieder auf Repeat zu drücken.

    »Ich hab‘ schon so lange gewartet
    Auf den guten Moment
    In dem jeder von uns beiden seine Fehler erkennt
    Ich bin immer noch sauer und du bestimmt auch
    Am meisten tut’s weh, dass ich dich trotzdem brauch’« 

    „kurz vorm Ende der Welt“

    Musikalische Wärme mit langsamen Puls

    Der nächste Song übernimmt die ruhige Art des Anfangstracks, hebt sich allerdings durch ein lockereres und luftigeres Gefühl gegenüber der vorangegangenen Abenddämmerungs-Stimmung ab. „Schöne Stunden“ besingt die Tage, Stunden oder sogar Sekunden, in denen wir nicht dem Alltagsstress hinterherrennen und uns ganz dem Moment hingeben. Weniger Zwänge, mehr Freiheit und Stand jetzt: 2 von 2 Songs sprechen mir aus der Seele.

    „Es ist wie es ist“ bleibt dem slow groove treu und wirft eine neue atmosphärische Nuance in den Raum, weniger träumerisch, dafür ein bisschen bestimmter und zugleich reflektierender. Die bisherigen akustischen Drums werden durch einen Lo-Fi type Beat ergänzt und geben den spielerischen Gitarrenmelodien im Hintergrund eine zielstrebige Form. Im Refrain zieht Ami Warning auf dem ersten Wort „Gut“ die Melodie angenehm wohlig nach oben. Charakteristisches Element in der Hook mit Wiedererkennungswert: Check! Hinzu kommt das einzige Feature auf der EP durch Témé Tan, und zwar auf französisch.

    Watte für die Ohren
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    Auf dem vierten Track des Projekts „jetzt“ zieht eine treibende Gitarre das Tempo plötzlich an und wir werden zum ersten Mal für einen Augenblick aus der musikalischen Trance herausgerissen. Zwei knackige Strophen münden in einem stimmungsvoll gesummten Refrain. Kein Text, nur unglaublich schöne Melodien mit viel Gefühl. Der ausschließlich in der Hook einsetzende Bass gibt den rastlosen Gesangsmelodien eine zusätzliche Tiefe.

    Nach nur zwei aufreibenden Minuten fängt uns die weiche Klangwelt des folgenden Tracks „simsalabim“ wieder auf und 10 Sekunden reichen aus, um unsere Ohren wieder in Watte zu packen. Ein langsames Schlagzeug sowie gefühlvolle Gitarrenakkorde, komplementiert durch eine schöne Melodie und der Signature Sound des Mixtapes ist wieder komplett. Als wäre das nicht genug, dreht der Refrain nach dem ersten Mal hören bereits Dauerschleifen im Kopf. Interessanterweise bricht das Stück zum ersten mal aus der Loop Struktur der vorangegangenen Songs aus. Strophe und Bridge weichen von den Akkorden des Refrains ab und bauen etwas Spannung auf, die im Refrain wunderbar weich aufgelöst wird. 

    Blaue Augen

    Ein weiteres Highlight des Albums heißt „blaue Augen“ und appelliert an das Kind in unserem Geist und Körper. Eine Sekunde vom Intro und ich weiß, mir wird der Song gefallen. Mir stellt sich nur die Frage, was ich da am Anfang höre: einen Kinderchor, ein Sample oder einen verrückten Synth? Ich bin mir nicht sicher, aber weiß, dass es unglaublich schön klingt. Den Rest könnt ihr euch vermutlich denken: ein langsam groovendes Schlagzeug und Gesangsmelodien mit balladigem Hitpotential und fertig ist ein weiterer Song zum Verlieben. Ganz besonders empfehlenswert ist es, sich das Musikvideo zum Song anzuschauen. Die Bilder fangen die Stimmung des Liedes unglaublich gut ein und bestärken die besondere Atmosphäre.

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    Hoffnungsvolle Träume

    Das Tape schließt mit einem hoffnungsvollen, fast frühlingshaften Gefühl. „Dort“ lässt uns noch etwas weiter träumen und zeichnet einen Ort, an dem alle Seelen dieser Welt sorglos vereint sind. Begleitet von einer unaufdringlichen Melodie fließt die Stimme erzählend über ein lockeres Gitarrenriff. Kein Schlagezug mehr, dass uns ein Tempo vorgibt, nur noch begleitende Schnipser, die ein wenig Halt bieten, während unsere Gedanken langsam abschweifen.

    Synonym für „schön“

    Beim Schreiben dieses Artikels hatte ich dauerhaft die Google Suche „Synonyme für schön“ in der Tableiste offen. Ich habe mich ganz einfach in die musikalischen Stimmungen dieses Mixtapes verliebt und mir fehlen die passenden Worte. Aber am Ende ist halt alles irgendwie schön. Allerdings so unglaublich schön, dass ich gar nicht zu träumen vermag, dass es Menschen auf dieser Welt gibt, die diese Musik nicht kennen. Und das erschreckende ist, dass Ami Warning auch auf der lyrischen Ebene kein müh weniger gefühlvoll agiert. Ich bin wahnsinnig froh diese Musik entdeckt zu haben und noch froher, sie hier teilen zu können. Springt schnell rüber zur Musik und zu allen sozialen Medien von Ami Warning und lasst euch für einen Augenblick verzaubern.

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    fotocredits: Stef Zinsbacher