Autor: Lucas

  • Mit tiefem Groll in der Stimme: Apsilon über soziale Ungerechtigkeit, Herkunft und Rassismus

    Der nächste Lieblingsrapper des Feuilleton, von dessen Existenz die großen Zeitschriften noch nicht wissen, heißt Apsilon. Der in Moabit groß gewordene Künstler ist frische 24 Jahre alt und hat am 14. Januar seine überaus reflektierte Debüt-EP Gast veröffentlicht. Authentische Gesellschaftskritik trifft auf einen modernen Sound und lässt jedes politische Hip Hop Herz höher schlagen. 


    Von der Straße bis nach Moabit

    Apsilons Texte erinnern an den amerikanischen Hip Hop der 90er, als Tupac, Biggie Smalls oder Snoop Dog noch über ihre Lebensumstände sowie die Probleme ihrer Hood gerappt haben. Hip Hop war eng geknüpft an authentische Beschreibungen schwarzer Lebensrealitäten, ebenso wie die damit verbundene Kritik des Status Quo. Mit der zunehmenden Kommerzialisierung von Rapmusik und deren Angleichung an konfliktscheue, profitorientierte Popmusik ging der politische Gehalt allmählich verloren. Große Teile aktueller Trap Hits aus den USA blubbern ebenso sinnbefreit durch die Radios und Playlisten wie deutscher Schlager von Helene FischerApsilons Texte hingegen ziehen ihre Kraft wieder aus der Wut und Verzweiflung marginalisierter Gesellschaftsgruppen. 

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    Vom Beobachter zum Kritiker

    Auf „Gast“ erzählt Apsilon aus der Perspektive eines Gastarbeiterkindes. Als direkter Beobachter der Lebensumstände seiner Eltern und Großeltern schildert er Gesellschaftsverhältnisse direkt und unverblümt und verknüpft dabei aktuelle Zustände mit historischen. Apsilon holt das gut versteckte Gewissen der gutbürgerlichen weißen Bevölkerung wieder aus dem Keller und hievt die Schuld zurück auf ihre Schultern.


    »Tag für Tag am Ackern für das Kapital in Taschen vom
    Gleichen Pack, das dreißig Jahre vorher ohne
    Wimpernzucken Menschen in die Gaskammern verfrachtet hatte
    Und während Molotows auf die Unterkünfte prasseln
    Auf dеr Arbeit und beim Amt immer lachеn, immer lachen
    Und Enkel kriegt kein’n Job und keine Wohnung wegen des Namens
    Bei den Enkeln der Fabrikbesitzer, die die Großeltern damals ausgebeutet hab’n«
    „Köfte“


    Die Rolle des reflektierten Beobachters ergibt sich womöglich aus Apsilons innerer Zerrissenheit in Hinblick auf sein Herkunftsgefühl. Anstatt sich mit den deutschen oder türkischen Einflüssen seiner Biographie identifizieren zu können, distanziert er sich von beiden. Aus seinem Moabiter Kiez schreibend, thematisiert er die auftretenden Konflikte, wenn vor seinen Augen zwei Kulturen nicht zueinander finden wollen.


    »Ich brauchte dreiundzwanzig Jahre, bis ich merkte, dass ich statt zweien
    Keine Heimat habe, außer meine eigene Straße und den Kiez, in dem wir war’n, ja
    Die Beats, auf die ich sprach, nein
    Keine Heimat eins und auch keine Heimat zwei, nur der
    Streit mit dem, was sich in beiden Ländern so rumtreibt« 
    „Köfte“


    Deutsche Identität im Kreuzfeuer

    Doch wenn man ehrlich ist, fühlt sich die Distanz zur deutschen Identität auf „Gast“ um einiges größer an. Denn Apsilon nimmt die deutsche Gesellschaft an allen möglichen Ecken auseinander. Der Künstler zieht seine Kraft und Wut aus den Rassismen und Klassismen dieses Landes und legt sie ungeschönt offen. Diplomatisches Verhandeln scheint dabei keine Option zu sein. Denn die unterdrückten Gesellschaftsgruppen, denen Apsilon ein Sprachrohr verleiht, warten schon zu lange auf Gerechtigkeit. 


    »Deine Leute klatschen Beifall für ein’n Nazi, wenn es sein muss
    Meine Leute klatschen Nazis von der Straße, wenn es sein muss
    Seit dem Eisprung in 030, mein Bro, keiner guckt auf sein Plus
    Hier wird alles schön geteilt, Bro, meine Leute komm’n in kein’n Club
    […]
    Dein Homie hat am Kotti Angst, dass ihn ein Kanak abzieht
    Mein Homie hat kein’n Bock, dass deiner ihn wie’n Bastard ansieht (Yeah)
    Ihr kriegt Logenplätze (Yeah), Bruder, wir kriegen Zelle (Yeah)
    Ihr könnt große Sätze, wir könn’n rennen«
    „Sport“

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    Gesellschaftskritik meets Generationensound

    Die eindrucksvollen und zum Teil beklemmenden Zeilen des Rappers werden unterstützt durch einen zeitgemäßen Hip Hop Sound. Der besonders bei düsteren und melancholischen Stimmungen glänzende Rapper und Produzent Ahzumjot hat einen Teil der aus sechs Songs bestehenden EP produziert. Cato erscheint ebenfalls als mehrmaliger Produzent auf „Gast“ und bringt sein Gespür für klassische Hip Hop Banger mit an den Tisch. Lyrics und Beats treten in eine stimmige Symbiose und verleihen der gesamten EP eine besondere inhaltliche sowie klangliche Homogenität. Einzig „Kes“ fällt minimal aus der Reihe, da hier die inhaltlichen Qualitäten ein wenig durch den Fokus auf das Schreiben eines Hip Hop-Club Hits in den Hintergrund rücken. Doch selbst dafür bekommt Apsilon Drops. Denn kaum eine Künstler*in springt so leichtfertig zwischen … hin und her.


    Visuals im Einklang

    Die erwähnte Homogenität zieht sich zudem durch die Visuals des Tapes. Das Team um Director Foli Creppy und Produzent Thabo Paul schafft zusammen mit Apsilon authentische Einblicke in das Leben des Künstlers im Retro Look. Besonders Erwähnung verdient das Musikvideo zu „Köfte“. Das Video nimmt dank Aufnahmen aus dem Bundesarchiv einen dokumentarischen Charakter an. Schwarz-Weiß-Aufnahmen von schuftenden Gastarbeitern werden protestiereden Rechten gegenübergestellt und verdeutlichen die gesellschaftliche Zerrissenheit, die bis heute andauern. 

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    Zeitgemäße Gesellschaftskritik

    Musik, die nur der Gesellschaftskritik willen existiert und ästhetische Motive vernachlässigt, wirkt auf mich in der Regel unbefriedigend. Gute Produzenten und Ausnahmekünstler, die einen Hit nach dem anderen schreiben, sind hingegen auch keine Seltenheit mehr. Die große Kunst ist meines Erachtens nach Musik, die inhaltlich sowie klanglich ausgereift ist. Ich denke da im Hip Hop beispielsweise an Tupac Shakur, Jay-Z oder Kendrick Lamar, die ebenso politisch waren wie einen Sound der Zeit geprägt haben. Sie haben Musik erschaffen, die emotional in einem hohem Maße berührt oder schockt und gleichzeitig den Finger tief in die Wunde drückt. Apsilon wählt diesen anspruchsvollen Weg mit seiner EP und liefert politische Statements am Fließband ohne dabei klanglich aus der Zeit zu fallen. Dieses Projekt ist eine absolute Empfehlung an ausnahmslos alle und gibt Vorfreude auf kommende Songs, EPs oder Alben.

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    Fotoocredits: Sina Lesnik

  • Über eine Identitätskrise, die Lucas‘ ersten Liebeskummer wieder aufleben lässt

    Über eine Identitätskrise, die Lucas‘ ersten Liebeskummer wieder aufleben lässt

    Meine Lust auf das Jahr zurückzublicken, ist durchaus begrenzt. Ich könnte es vermutlich nicht einmal, weil mein Gehirn bereits alles verdrängt hat, was dem Wort „Lockdown“ nahekommt. Zum Glück liebe ich es, über Musik zu reden, zu schreiben und meine Expertenmeinung ungefragt mit der Welt zu teilen. Deshalb freue ich mich auf den einzigen Jahresrückblick, der meine Nerven aufbaut, statt ihnen zu schaden. Endorphine Go! Und ab in die Musiknostalgie des Jahres.


    Mood des Jahres: 14-jähriges, pubertierendes, GenZ, Emo-Fangirl

    Ich weiß nicht, woran es liegt, ob es womöglich eine kleine Identitätskrise ist. Aber ich habe in Ansätzen den Musikgeschmack eines pubertierenden Mädchens entwickelt, das nicht weiß, wohin mit ihren Herzschmerz-Gefühlen. Und Schuld daran ist vor allem Olivia Rodrigo. Ihr Album „Sour“ hat den Wunsch geweckt, in meinem Kinderzimmer lauthals und mit gebrochenem Englisch Lieder mitzusingen, von denen ich gerade noch verstehe, dass sie Breakup-Songs sind. Auch egal, worum es geht. Hauptsache, sie helfen mir über meinen Crush in der Schule hinwegzukommen, mit dem ich noch kein einziges Wort gewechselt habe. Neben einem großen BRAVO-Poster von Olivia Rodrigo hängen außerdem noch Bilder von Upsahl, Willow und Pinkpantheress über meinem Bett und genau in diesem Moment wird mir schlagartig klar, woher all diese irritierenden Gedanken kommen: TikTok! Dieses Jahr bin ich ins TikTok-Game eingestiegen und das hat mir eine neue Welt der Generation Z nähergebracht, die mir vorher nicht bekannt war. Resultat: ich höre plötzlich Indie-Pop und weine nachts ab und zu vor Liebeskummer in mein Kissen.


    Neuentdeckung des Jahres: Schmyt

    Eigentlich habe ich jedes Jahr einen „Ich bin geflasht“-Moment. Ich dachte, dieses Mal hätte ich ihn verpasst. Doch dann ist mir wieder die EP von Schmyt eingefallen. Keine Ahnung wie solche Musik überhaupt existieren kann. Denn die Musikalität, Kreativität und textliche Originalität auf Gift“ machen mich fassungslos. Kurz: ich wünschte, ich hätte diese Lieder geschrieben. Ich lege mich emotional unglaublich gerne in düstere, leicht depressive Stimmungen und die bringt Schmyt auf den Punkt. Dazu Hip Hop Beats, denen es nicht an Musikalität mangelt und dann noch alles auf Deutsch, ohne platt zu wirken. Wie sollen deutscher Hip Hop und vor allem er selbst mit dieser EP zukünftig noch mithalten? Wie gesagt, ich war und bin noch immer geflasht. Vermutlich würde ich dieses Tape als meine Lockdown EP bezeichnen. Düster und leicht depressiv passt in jedem Fall zum Anfang des Jahres.


    Song des Jahres: Jorja Smith – Burn

    Meine Entdeckung des Jahres 2018 hat dieses Jahr eine EP rausgebracht, die mich zuerst enttäuschte, in die ich mich dann aber doch noch ganz schön doll verschossen habe. Jorja Smith hat auf „Be Right Back“ die großen Popklänge des ersten Albums für einen minimalistischen, intimen Sound ausgetauscht. Nachdem ich mich langsam reingehört habe, bin ich in der Gefühlswelt dieser Platte versunken. Der leicht hypnotisierende Beat von „Burn“ und die weiche, leicht weinerliche Stimme von Jorja Smith catchen mich jedes Mal. Wenn der nächste Lockdown mich zu einem Song auf Repeat zwingt, höre ich „Burn“ in Dauerschleife und werde wieder zum 14-jährigen Teenager, der ins Kissen weint. *cryemoji*

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    Album des Jahres: Jorja Smith “Be Right Back”

    Damn it! Mein Song des Jahres war strategisch nicht clever. Um nicht erneut die gleichen Sätze über „Be Right Back“ schreiben zu müssen, erweitere ich einfach meine Liste zur Top 3. Und dieses Ranking offenbart, dass ich scheinbar auch ohne GenZ-TikTok-Künstler:innen Herzschmerz Musik mag. Denn Jorja Smith wird ergänzt durch London Grammar „Californian Soul“ und Joy Crookes „Skin”. Soulige Frauenstimmen über melancholischer Popmusik – shit, mein einfältiger und vorhersehbarer Musikgeschmack wurde entlarvt. Nichtsdestotrotz, alle drei Platten überzeugen mit einem warmen Sound, viel Kaminfeuer Atmosphäre und zarten wie kraftvollen Stimmen. Dabei erscheinen nicht nur Heartbreak Anthemns auf den Alben, sondern überwiegend gesellschaftliche und politische motivierte Songs, die die  Qualität dieser Musik inhaltlich zusätzlich unterstreichen. 


    Musikvideo des Jahres: Olivia Dean – The Hardest Part

    Eine Rubrik des Jahres musste ich mir noch ausdenken, um meine letzte Entdeckung und aktuelle Lieblingsstimme unterzubekommen. Ich bin großer Fan von Musikvideos und habe dieses Jahr zahlreiche gute und aufwendig produzierte Videos gesehen. Der denkwürdigste Moment, der sich in die Rückseite meiner Augäpfel gebrannt hat, war wohl Lil Nas X, wie er dem Teufel im Video zu „Montero“ einem Lapdance gab. Dennoch sehe ich dieses Mal von den pompösen Visuals ab und küre Olivia Dean zur Siegerin. Die Stimme ist, wer hätte es gedacht, von Soul durchtränkt, mit etwas Jazz angereichert und in schöner Popästhetik verpackt. Das Video von „The Hardest Part“ ist nicht super actionreich, aber unglaublich sympathisch. Olivia Dean singt im Retro Look authentisch ihren Song und mimt zugleich im Hintergrund ihre eigenen Backgroundtänzerinnen. Das Lachen der Sängerin und der Song catchen mich in Kombination so sehr, dass der Minimalismus dieses Jahr gewinnt. 

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    Konzert des Jahres: ?

    Welche Konzerte?


    Musikmoment des Jahres: Untoldency

    Ehrlicherweise sind es zwei Momente, die dieses Musikjahr unabhängig von den neu entdeckten Liedern und Alben besonders gemacht haben. Zum einen ist das die neu gewonnene Plattform, die mir ermöglicht mein Musiktagebuch endlich mit der Öffentlichkeit zu teilen, anstatt es einsam in meiner Harry Potter-Fanbox in der Ecke meines Altbauzimmers vergilben zu lassen. Dank Untoldency muss ich für meine Therapiesitzungen nicht mehr bezahlen, sondern schreibe einfach all meine Empfindungen, in musikalischen Content verpackt, auf eine Seite im Internet. 

    Zum anderen habe ich es endlich geschafft, meine eigene Musik auf Spotify zu veröffentlichen. Das ist rein technisch kein großer Akt, aber emotional dann doch ein kleines bisschen. Naja, das muss niemanden groß interessieren. Nur so viel sei gesagt, ich beschreibe meine Lieder mit: Schmyt auf Wish bestellt.


    Fazit des Jahres

    Ich habe das ganze Jahr auf meine persönlichen großen Musikmomente gewartet und irgendwie habe ich sie nie so richtig wahrgenommen. Rückblickend merke ich, da waren schon ein paar Glanzmomente am Horizont. Einen besonders großen Raum in meinem Musikjahr haben Teenie-Stars und Frauenstimmen eingenommen. Wer mein Jahr in Liedern nachverfolgen möchte, findet die most important ones in der folgenden Playlist. Aber seid gewarnt! Wenn ihr euch dabei wiederentdeckt, wie ihr eure Fingernägel schwarz lackiert, während ihr good 4 u“ von Olivia Rodrigo hört und Dartpfeile auf das Bild eures Ex-Partners werft, bin ich nicht daran Schuld!

    https://open.spotify.com/playlist/5EcxJWDoZoTl2jRAiJ8lD5?si=510f4a7f4fe74bfa
  • „Bitches Brauchen Rap“ und die Welt mehr Shirin Davids

    Egal ob Deutschrap Fan oder nicht: Shirin David hat ihr zweites Album „Bitches Brauchen Rap“ vor einer Woche veröffentlicht und es könnte inhaltlich kaum stärker sein. Female Empowerment, Feminismus und Selbstbestimmung überhäufen sich auf dieser Platte und beweisen, dass Rap Klischees nicht mehr notwendig sind, um erfolgreich zu sein. Wer ein bedeutungsvolleres deutsches Rap Album aus den letzten Monaten, vielleicht sogar Jahren, kennt, soll sich bei mir melden.


    Politische Punchlines am Fließband
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    Die Texte bilden das Herzstück dieses Albums und sind ein unglaublicher Genuss. Aggressive, minimalistische Hip Hop Beats schaffen Shirin Davids Worten Platz und unterstützen die Message, ohne von ihr abzulenken. Aus diesem Grund soll dieser Artikel vielmehr eine Best of Zitatsammlung der Lyrics darstellen, als eine Review. 

    »Mein Sportlehrer sagt,
    deine Texte wären sexistisch
    Doch beim Handstand mein’n Arsch berühr’n,

    findet er echt witzig«


    Um die Treffsicherheit einfach jeder Zeile zu garantieren, hat sich Shirin David die Hilfe von Deutschlands Most Underrated Rapper Laas Unltd. geholt, der zunehmend als Ghostwriter der deutschen Rap Stars seine Fertigkeiten teilt. Dass die Künstlerin beim Texten unterstützt wird, gibt sie offen zu und nimmt damit den zahlreichen Kritikern den Wind aus den Segeln. Kritik, die im Angesicht der zahlreichen Songwriter Bootcamps, die Radiohits am Fließband schreiben, eh schon lange haltlos sein müsste.

    »Transparent trotz millionenschwerer Reichweite
    Es gibt keinen Mensch in meinem Team, den ich geheimhalte
    Ghostwriter was? Schreib‘ Songs mit Laas
    Und nehm‘ ein’n Veteran mit auf die Eins in den Char
    ts«


    Männliche Dominanz im Visier

    “Bitches Brauchen Rap” startete mit den meisten Streams einer deutschen Künstlerin am Release-Wochenende und schaffte es mit 11,4 Millionen Streams sogar in die weltweite Spotify Top5. Das Schönste daran: Shirin David nutzt ihre Reichweite, um Sexismus offenzulegen und männlich geprägte Werte und Strukturen zu kritisieren.

    »Von „Bei Gott ist sie sexy“ hin zu „Vallah, sie’s ’ne Schlampe!“
    Die deklarier’n ein’n Minirock zu maximaler Schande
    Doch ’ne Frau mit Grips im Kopf wird abgetan zu ’ner Emanz

    „Babsi Bars“


    »Girls canceln Girls, Stimmung heiß wie Schaumbäder
    Boys werden nicht ma‘ boykottiert, sind sie Frauenschläger«

    „Last Bitch Standing“

    Dabei hat die Rapperin Einzelpersonen ebenso wie Institutionen im Visier und schießt gegen alles was ansatzweise männliche Hegemonie ausstrahlt. Shirin David greift auf „Last Bitch Standing“ unter anderem die männlich dominierten und klischeebehafteten Strukturen der Radio- und Rundfunkanstalten an. Bestes aktuelles Beispiel: Julian Reichelt und die Bild.

    »I’m so bossy, Bitch get off me
    Labels fassen Frauen falsch an wie Bill Cosby
    Das Radio will uns nur weinerlich und so zerbrechlich
    Rollenunterdrückung im Rundfunk öffentlich-rechtlich
    Als Zicke betitelt, wenn du zum Redakteur frech bist
    Die sagen, bist du fame, ist jede Kritik berechtigt

    Alle woll’n zwar Realtalk face-to-face auf männlich
    Doch 2 Minuten „Babsi Bars“
    und du fühlst dich offended«
    „Last Bitch Standing“


    Musikindustrie in der Kritik

    Mit „Bitches Brauchen Rap“ emanzipiert sich Shirin David von ihrem Debütalbum, das noch deutlich generischer klang. Auf der Suche nach einem eigenen Sound ist sie bei den Ursprüngen des HipHop gelandet. Harte Punchlines auf repetitiven Beats. Immer nach dem Credo, Message first! Und mit diesen Punchlines macht sie auch keinen Halt vor der Musikindustrie (von dessen Strukturen sie ehrlicherweise auch profitiert).

    »Rap ist jetzt in Mode, Songs aus der Schablone
    Jeder schreibt den gleichen Unfug, alles Katastrophe
    Die sagen: „Shirin kann nichts und sie schreibt nicht eine Strophe“
    Doch was ist, wenn ich erstmal ein paar Umstände expose?«

    »Singles, Singles, Singlеs, Shirin, denk an Streaming!“
    Mit zwei Minuten Minimum das Maximum verdienen«

    »Geht’s nach deutschen Produzenten, sing‘ ich nur noch Love-Songs
    Nicht, dass ihr mich falsch versteht, ich will niemanden shamen
    Doch große Jungs sind aufgeregt, als wollten diе mich daten«

    „NDA‘s“

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    Female Empowerment

    Die Rapperin attackiert auf ihrem Album nahezu alles, was attackierenswürdig erscheint. Und dennoch zieht sich ganz viele Liebe durch alle Lieder. Shirin David droppt einen Shoutout nach dem anderen an alle Frauen dieser Welt, um strukturelle Geschlechternachteile durch Support en masse auszugleichen. Hier kommt die vermutlich längste und schönste Textsammlung:

    »Manager denken, sie wären Marketinggenies
    Wenn sie ihren Künstlerinnen raten: „Diss Shirin!“
    Aber Fakt ist, für mich ist deren Erfolg kein Problem
    Denn ich liebе es, alle Bitches еrfolgreich zu seh’n«

    „Bitches brauchen Rap“

    »Für meine Iggys, die RiRis, Gigi Hadids, Beyoncés, Nickis und Cardis
    Die Megans, Mileys, Kylies und für die Kehlanis
    Für die Pablos, Donnatellas, RuPauls und die Mariahs
    Für jedе Außenseiter-Bitch, diе weiß, sie ist on fire, ah«

    »This is a man’s world, selbst der Himmel ist in Blau getränkt
    Ich hab‘ mich von den Wurzeln bis zur Blüte hier raufgekämpft
    Kings werden gebor’n, Prinzessinn’n werden auserwählt
    It’s a man’s world, die sich um Frauen dreht«

    „Man’s World“

    »No way, fuck Shaming
    Stelle keine Frau in den Schatten, damit ich schеin‘
    Ugly Bitches machen Prеtty Bitches gerne klein
    Aber Real Bad Bitches lieben Bad Bitches, weil ich kann das
    Uh, nur ein kleiner Ratschlag
    Kein Mann in dieser Welt macht dich zum Star, Schatz
    Selbst, wenn du einen kleinen Arsch hast
    Shake Booty, Babygirl, denn du darfst das«

    „Ich darf das“


    Gender Fluidity

    Obwohl Shirin David in ihren Texten durchgehend von Männern und Frauen spricht, schafft sie es dennoch an einigen Momenten eine klassische Geschlechtertrennung aufzulösen. Zum einen fasst sie den Frauenbegriff weiter, als in traditionellen Rollenbildern typisch (siehe Zitat „Für meine Iggys, die RiRis, […]“). Zum anderen thematisiert sie nicht-heterosexuelle Orientierungen.

    »Vielleicht hab‘ ich ein’n Boy, vielleicht sind es auch zwei
    Oder drei Girls (Rrh), alles könnte sein
    Nehme zwei Baddies mit heim, spiele Frauentausch«

    „Lieben wir“

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    Die Welt braucht mehr Shirin Davids

    Eins der Lieblingsworte von Shirin David lautet „Bitch“. Wer sich fragt, was daran empowernd ist, lässt es sich am besten von ihr selbst erklären:

    »Meine Mutter versteht kein Englisch – „Was sind Bad Bitches?“
    Sag‘ ihr: „Sowas wie ’ne Existenz, die selbstbestimmt ist“«

    „Schlechtes Vorbild“

    Die Künstlerin, Sängerin, Rapperin, Influencerin und vieles mehr erreicht auf 48 Minuten Albumlänge mehr, als Politiker:innen in einem Monat. Female Support und Empowerment, Medien- und Gesellschaftskritik, die Umdeutung/ Reappropriation des Wortes „Bitch“ und ganz nebenbei verpackt sie alle diese Themen stilsicher auf einem der besten deutschen Rap Alben jemals. Egal ob Deutschrap Fan oder nicht: Gebt euch dieses Album VERDAMMT NOCHMAL, denn es lohnt sich sehr!

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    Fotocredits: Shirin David, Universal Music Group

  • RIN verwandelt auf seinem neuen Album die „Kleinstadt“ in eine Metropole

    RIN hat sein neues Album Kleinstadt am 29. Oktober veröffentlicht und ich muss zugeben, meine Beziehung zu RINs Musik ist kompliziert. Aber bevor ich hier meine Beziehungsprobleme darlege, fangen wir direkt bei unserem ersten Kennenlernen an. 


    Über Trap zu deutschem Cloud Rap

    Ich war lange Zeit meines Lebens kein enthusiastischer Hip Hop Fan. Wenn, dann hörte ich eher amerikanischen Rap. Und auch da konnte ich nicht mit echter Street Credibility glänzen. Es waren Hits wie Gravel Pit von Wu-Tang ClanCandy Shop von 50 Cent oder Stronger von Kanye West, die mir im Ohr hängen blieben. Doch Mitte des letzten Jahrzehnts etablierte sich ein neuer Rap Sound in den Vereinigten Staaten, der heutige Rap Größen wie Young Thug, Migos oder Travis Scott hervorbrachte. Dieser damals noch etwas nerdige und verquere Trap mit quietschenden Stimmen und konfusen Adlibs öffnete für mich eine neue Welt. Und als alles langsam nach Deutschland überschwappte, outete ich mich das erste Mal als Deutschrap Fan (reale HipHop Fans sagen natürlich, dies sei kein Rap). 

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    RINYungHurnLGoony oder Haiyti eigneten sich den amerikanischen Trap Sound an und prägten eine neue Hip Hop Bubble, die als Cloud Rap bekannt wurde. Non-Sense Texte, trashige Musikvideos und Selfmade Beats wurden zu einem Generationen Phänomen. Während Yung Hurn in seinen Songs in der Regel mit drei Wörtern auskam, stand RIN von Anfang an für Generationstexte mit einem hohen Identifikationsfaktor. „Don’t Like“ von der 2016 erschienenen Genesis EP ist für mich das perfekte Beispiel. „Ein Euro Bier, zwei Euro zwei Bier, drei Euro drei Bier“! So beginnt der Track und ich erinnere mich, wie ich mit meinem Späti Sterni in der rechten Hand im Gleisdreieckspark saß und mit Freunden nichts tat, außer rumzuhängen. Auch die viel zitierte Line, „Es ist Donnerstag, ich kauf‘ mir Supreme“, ist seit diesem Lied deutsche Popkultur. 

    Als ich dann das erste Mal „Error“ hörte, war ich komplett fertig mit den Nerven. Gesangsmelodien mit Hitpotential, düstere Stimmung inklusive eines emotionalen, düsteren Texts auf einem abwechslungsreichen Beat. Der Song, der mich zum RIN Fan machte, hat mich gleichzeitig zum Deutschrap Fan werden lassen. Und zwar genau weil alles anders klang, als ich mir Deutschrap bis dahin vorstellte. 


    Hits über Hits über Hits
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    Nun hat sich RIN allmählich zu einer deutschen Hip Hop Größe gemausert und uns Deutschrap Banger wie „Bros“, „Blackout“, „Dior 2001“, „Next“, „Up in Smoke“ oder „Vintage“ hinterlassen. Mit „Kleinstadt“ ist außerdem bereits sein drittes Album erschienen und man muss zwangsläufig an seine Heimatstadt Bietigheim-Bissingen denken, in der er mittlerweile fernab vom Stadtchaos residiert. Allerdings beginnen hier die bereits erwähnten Beziehungsprobleme. Zweifelsohne kann man RIN nicht mehr aus der deutschen Musikindustrie wegdenken. Sein Einfluss war und ist weitreichend und das mit einem Sound, der sich noch immer von dem mittlerweile weichgespülten Trap/Hip Hop der deutschen (und amerikanischen) Charts abhebt. Doch fragt man mich nach meinem Lieblingsalbum von RIN, nenne ich keins.


    Single vs Album

    In der Regel ist es so: Jede neue Single des Bietigheimer Rappers hyped mich mehr und mehr auf das Album. Auch dieses Mal! Die erste Single des Albums „Dirty South“ knallt einfach. Dieser dreckige 2000er Synth über drückenden Drums. Mit der nächsten Single ist mein Kopf dann komplett explodiert. „Meer“ ist für mich ein Song für die Ewigkeit. Die Nirvana-Referenzen sind nachvollziehbar. Unabhängig davon sind aber das Gitarren-Riff, die Rock-Drums und der Text einfach super stimmig. Das muss man Anerkennen. Keine Ahnung wer sich im Deutschrap so etwas traut (außer Cro) und keine Ahnung wer da mithalten soll. Dann darf man ebenfalls die unglaubliche Schmyt Single „Gift“ featuring RIN nicht vergessen! Anschließend kamen solide Grower wie „San Andreas“ oder „Sado“. Songs, die nicht direkt flashen, aber sich langsam zu Hits entwickeln. Plötzlich dann noch ein Mindfuck Moment. Auf „Insomnia“ (co-written by Schmyt) liefern Giant Rooks einen Monster Part auf deutsch ab, während RIN einmal mehr seine Hitmelodien auf einem Pop/ Rock-Beat entfaltet.

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    Nach insgesamt acht Singles und vielen neuen Lieblingsliedern kommt dann endlich das lang angekündigte Album „Kleinstadt“. Beim ersten Hören durchlaufe ich allerdings dieselben Gefühle wie bei jedem anderen RIN Album: Ich werde hin und her gerissen zwischen all time favourites und lediglich soliden Rapsongs (ich jammer‘ hier natürlich auf hohem Niveau). Wieso tut RIN mir das an, frage ich mich? Einerseits bin ich RIN Stan, andererseits kein bisschen. So viele seiner Singles haben meinen Musikgeschmack geprägt, auf Albumlänge wiederum konnte ich noch nie überzeugt werden. 

    Alles was ich mir wünsche ist ein homogenerer Sound. Nicht von allem ein bisschen, damit jeder etwas Passendes findet. Das fühlt sich für mich ein wenig wie das Drake-Phänomen an. Viel zu lange Alben mit ebenso viel Hits wie charakterlosen, AI-generierten Radiosongs. RIN streift auf seinem Album die Live-tauglichen Trap Hits, die ihn bekannt gemacht haben, springt auf „1976“ kurz auf den Trend-Sound der 01099 Crew aus Leipzig, bedient sich an düsteren Nirvana-Momenten und rappt zugleich auf radiotauglichen Pop/ Rockballaden. Versatilität ist natürlich eine Stärke RINs, doch in einem von mir erschaffenden Paradies würde RIN die Rock-Nummer durchziehen und sich damit in den Annalen der Musikgeschichte verewigen.

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    Bausparvertrag-Rap

    Der Freitag beschreibt das Album mit den Worten „Generation Bausparvertrag“ und leider ist da etwas dran. Die Bier, über die RIN rappte, während ich selbst welche im Park trank, wurden zu deutschen Markenwagen und einem Einfamilienhaus. Früher rannte er noch dem Bus hinterher, heute vor dem Finanzamt weg. Das ist alles logisch und nicht verwerflich. Mit dem Ruhm verändert sich der Lebensstil. Nur sinkt meines Erachtens nach der anfangs erwähnte Identifikationsfaktor seiner Texte. Statt mir aus der Seele zu sprechen, erlebe ich die Perspektive einer finanziell privilegierten Lebenssituation. Damit büßt RIN leider etwas sein Patent für Generationstexte ein und nähert sich dem im Rap verbreiteten zur Schau stellen materiellen Besitzes an.


    Beziehungsstatus: Es ist kompliziert

    Okay, ich habe euch vorgewarnt: Mein Beziehungsstatus zu RINs Musik ist kompliziert. Einerseits liebe ich so viele seiner Lieder, andererseits werde ich skeptisch, wenn es um seine Alben geht. Dennoch bekenne ich mich als RIN-Fan und ermutige alle dazu, dieselben WTF!? Momente zu genießen, wie ich sie auf „Kleinstadt“ erleben durfte. I mean, Nirvana auf deutsch? Wie RIN sagen würde: „Auf Geht’s“!

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    fotocredits: @brownshootta

  • Joy Crookes neues Album „Skin“ macht uns verletzlich, während wir mit dem Baseballschläger die Welt verändern wollen

    Liebe auf den ersten Blick

    Ich dachte, ich würde mich dieses Jahr nicht mehr verlieben. Doch dann ging das neue Album von Joy Crookes direkt unter meine Haut. „Skin“ ist am 15. Oktober erschienen und könnte schöner nicht sein. Seit drei Wochen ist es also schon um mich geschehen und meine rosarote Brille hat noch kein bisschen an Glanz verloren. Wie auch, bei einem Album, das musikalisch, inhaltlich und visuell so ausgereift ist, dass jedes Künstler:innenherz schneller schlägt.

    2017 erscheint die erste EP „Influence“ der in London geborenen Sängerin. Mit einer an Amy Winehouse erinnernden Stimme und unglaublicher emotionaler Tiefe singt sich Joy Crookes langsam in die Herzen aller Soul und R&B Liebhaber. 4 Jahre und 2 weitere EPs später markiert ihr Debütalbum nun den vorläufigen Höhepunkt ihrer Karriere. Und wenn man sich ein perfektes erstes Album im Traum vorstellen würde, dann käme „Skin“ dabei heraus.


    Gefühlvoller Soul zum Verlieben
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    Während „I Don’t Mind“ das Album noch minimalistisch eröffnet, stürzt uns „19th Floor“ in orchestrale Tiefen voller Wehmut. Danach wird es musikalisch wieder etwas leichter ums Herz, doch die gefühlvolle Wärme bleibt auch in „Trouble“ erhalten. Diese angenehm vertraute Sentimentalität zieht sich durch das ganze Album und man muss dem Produzententeam, bestehend aus Blue May und Joy Crookes, danken für diese sinnliche, homogene Platte. Die emotional berührenden Lieder werden durch bestimmte, etwas freche Stücke ergänzt. Dazu gehören u.a. „Trouble“ und „Kingdom“, die die LP durch eine neue Facette bereichern. Abgerundet wird das Album durch drei klassische „Balladen“, die einem zum Abschluss in winterliche Kaminfeuer Stimmung versetzen.


    Intime Einblicke neben politischer Aufbruchsstimmung

    Inhaltlich könnte das Album ebenfalls kaum versatiler und politischer sein. In „I Don’t Mind“ inszeniert sich Crookes als unabhängige Frau, die ausschließlich körperliche Beziehungen mit Männern eingeht:  


    No, I don’t mind if you don’t mind
    But if you should see a future
    Where I’m with you
    You’ve got to go!”


    Wie erfrischend ist bitte diese Aussage aus dem Mund einer Frau? Wenn männliche Rapper dieses Narrativ regelmäßig für sich beanspruchen, ist es längst an der Zeit, dass dies auch Frauen tun. 

    Der zweite Song des Albums „19th Floor“ huldigt Crookes Anfänge und Herkunft. Hier besingt sie die klassische „started from the bottom, now we here” Story. Anschließend thematisiert die Sängerin toxische Beziehungen. Dabei liegt der Fokus auf der individuellen menschlichen Entwicklung. Egal welche Traumata bestimmte toxische Verhaltensweisen hervorgerufen haben, es löst nicht das Problem, die Schuld abzuschieben. Stattdessen muss die Verarbeitung von innen heraus wachsen. 

    „Kingdom“ kritisiert außerdem die politische Ausrichtung Englands und Großbritanniens, insbesondere die politische Vertretung des Landes durch überwiegend ältere Altersgruppen. Brexit, Klimaveränderung, Fremdenhass; die Zeit drängt ebenso wie die jungen Generationen auf Veränderung.


    Mental Health, Authentizität und Self-Care

    Obwohl es die ursprünglich angedachte Lead Single „Anyone But Me“, als das Album noch für 2020 angekündigt worden war, nicht auf die Tracklist geschafft hat, wurde sie inhaltlich doch noch einmal aufgegriffen. Interessanterweise geschah dies direkt in der neuen Single „Feet Don’t Fail Me Now“, die den für 2021 angekündigten Album-Release nach Corona bedingter Verschiebung einläutete. Beide Singles liefern intime Einblicke in Joy Crookes Gedankenleben und beschäftigen sich mit Mental Health. Während „Anyone But Me“ Beklemmung im eigenen Körper thematisiert, beschreibt „Feet Don’t Fail Me Now” Versagensängste und ungerechtfertigte Zurückhaltung.

    „Ooh, love me or leave me and let me be lonely
    Been down so long now that happy is holy
    I’d rather be somewhere else with anyone but me
    – Anyone But Me

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    „Man, I guess I was scared
    Feet, don’t fail me now
    I got to stand my ground
    And though I’m down for trying
    I am better in denial
    So I hush, don’t make a sound
    – Feet Don’t Fail Me Now

    Ob alte oder neue Lead Single, beide Lieder ziehen uns tief in den Kosmos von Joy Crookes. Auch wenn die Floskel „Dieses Album ist das Persönlichste, das ich je geschrieben habe“ mittlerweile von jeder generischen Popkünstler:in vorgebetet wird: würde sie aus dem Mund von Joy Crookes kommen, sie bliebe authentisch. Crookes selbst beschreibt dieses Album als Spiegel ihrer Identität und ich nehme ihre jedes einzelne Wort ab.

    Dieser rote Faden zieht sich bis hin zum Albumtitel. „Skin“ ist das Symbol für Intimität und Authentizität. Die Haut macht uns als Hülle unserer Körper und Gedanken angreifbar für die Außenwelt, während sie uns zur selben Zeit vor ihr schützt. Der Widerspruch zwischen äußerster Belastbarkeit und gleichzeitiger Basis für soziale Diskriminierungen findet sich auch in der Zerrissenheit von Joy Crookes sowie unserer aller Identitäten wieder.

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    Visuals auf Repeat

    Wer jetzt noch nicht von der Ganzheitlichkeit dieses Albums überzeugt wurde, darf sich auf die Musikvideos des Albums freuen. „Feet Don’t Fail Me Now“„When You Were Mine“„Trouble” und „Skin” haben Videoauskopplungen, die allesamt unglaublich ästhetisch inszeniert wurden. Schon allein die Anfangsszene von „Feet Don’t Fail Me Now“ ist so stark, dass ich mir eigentlich kein anderes Musikvideo mehr anschauen möchte. Crookes und weitere Protagonist:innen sitzen auf mit Blumen bestückten Motorollern, in für Bangladesch typischer traditioneller Kleidung, während die Zöpfe aller verbunden sind.

    Mit jedem Wort, das ich über dieses Album verliere, scheint meine Liebe für dieses Gesamtkunstwerk anzuwachsen. Seid also nicht komplett verrückt und macht jetzt endlich dieses Album an, falls ihr es vor kaum auszuhaltender Vorfreude nicht bereits getan habt.

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    Fotocredits: Carlotta Guerrero
  • „If I can’t have love, I want power“: Halsey über negative Emotionen in der Schwangerschaft

    Am 7. Juli postet Halsey das Cover zu ihrem vierten Studioalbum If I Can’t Have Love, I Want Power und es wird schnell deutlich, dieses Album will und wird herausstechen. Auf einem goldenen, an Game of Thrones erinnernden Thron hält Halsey mit freier Brust und glänzender Krone ein Kind auf ihrem Schoß. Bevor auch nur ein Ton erklingt, räumt diese Inszenierung bereits mit dem gesellschaftlichen Sexualitätsbild der Frau als Mutter oder Hure auf. Power ist das Stichwort des Albums und wenn dieses Artwork nicht vor Macht strotzt, dann fällt mir auch nichts mehr ein. 

    Schwangerschaft als Inspiration

    Eins vorweg: Auf diesem Album gibt es wahnsinnig viel zu entdecken, auch ohne der größte Halsey Stan zu sein. Ausdrucksvolle Texte, anspruchsvolle Produktionen und szenische Visualisierungen. Die Sängerin, die vor kurzem Mutter geworden ist, beschreibt das am 27. August erschienene Konzeptalbum als Auseinandersetzung mit den Erlebnissen ihrer Schwangerschaft. Doch statt blumiger Pop Hits, erwartet uns ein überwiegend düsterer Sound. 

    Schuld daran sind die Produzenten Trent Reznor und Atticus Ross, auch bekannt als die insbesondere aus den 90ern bekannte Industrial Rockband Nine Inch Nails. Die in den letzten Jahren öffentlich eher durch Filmkompositionen aufgefallenen Musiker, hüllen das Album in eine cinematische Atmosphäre.

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    Dissonante Töne

    Mit „Tradition“ gibt der Einstieg des Albums direkt die folgende Klangästhetik vor. Ein scheinbar dissonantes Klavier umgarnt Halseys ausdrucksstarke Stimme. Das allein reicht, um die intensiven Emotionen spürbar zu machen. Insbesondere in der Bridge lässt die zweite Stimme den Schmerz beinahe greifbar werden. Auch thematisch führt das Lied in den Kosmos der Platte ein: Unabhängigkeit, Female Empowerment, Kritik an überholten Traditionen und die Befreiung des weiblichen Körpers als Projektionsfläche gesellschaftlicher Normen. 

    Der zweite Track „Bells in Santa Fe“ zieht einen noch weiter in den Sog der leicht depressiven Stimmung des Anfangs. Langsam baut sich eine Klangwelt aus elektronischen Sounds auf und mündet in gaaaaanz viel Distortion am Ende des Liedes (ps: ich liebe Distortion!). Zwei Album Songs später und es ist noch kein einziger Schlagzeug-Sound vorgekommen.

    Dafür beginnt „Easier than Lying“ kompromisslos mit einem einsamen, aber treibenden Schlagzeug. Hinzu kommt eine verzerrte Gitarre und endlich etabliert sich der schwere, punkige Rock Sound, mit dem sich das Produktionsteam als Nine Inch Nails einen Namen gemacht hat.


    Drei Welten

    Es sind genau diese drei Songs, die die drei Gesichter des Albums vorstellen. Halsey bedient sich im Folgenden beliebig an dem musikalischen Pool aus akustischen Elementen, elektronischen Kompositionen und einem klassischen Rock Sound. „Easier than Lying“, „You asked for this“, „honey“ und „The Lighthouse” sind klare Rocknummern, die die elektronische Welt ab und zu zart berühren. Während die filmreifen Akustikklänge nahtlos in die elektronischen Beats einfließen, laufen die Rocksongs etwas gesondert nebenher. 

    Durch dieses Phänomen erweckt das durchaus homogene Konzeptalbum ein wenig den Eindruck der Schizophrenie. Die verrückten elektronischen Klänge und die leicht schrägen Töne verstärken dieses Gefühl. Passend dazu geht mein persönliches Highlight „I’m a not woman, I’m a god” auf dieses Empfinden ein. Schon allein der Titel ist Statement genug, um damit das komplette Halsey-Merch bedrucken zu können. Auf einem treibenden, elektronischen 4-on-the-floor-Beat springt die Sängerin zwischen gesellschaftlichen Erwartungen an Frauen und Mütter und persönlichen Empfindungen hin und her. Genau diese Emotionssprünge sind es, die das Album auch genre-technisch aufgreift.


    Livestream zum Album Release

    Kurz nach der Veröffentlichung konnten Fans einen Livestream (Zusammenschnitt) zum Album genießen. Auf Moment House performte eine hochschwangere Halsey 40 Minuten eine Auswahl von „If I Can’t Have Love, I Want Power“ und alten Hits. Und wer denkt, eine werdende Mutter würde größtenteils sitzend singen, liegt falsch. Halsey gab zum Teil blutverschmiert, zum Teil mit Honig übergossen kraftvoll (und mit nicen Mikrofon Moves) ihre Lieder zum Besten. Jeder Track wurde szenisch neu und vielfältig inszeniert. Dabei komplementierten die Szenenbilder die finstere und rebellische Stimmung des Albums, ob in rotem Strobo Licht, gefangen in einem Sarg oder in einem Brautkleid vor Flammenwerfern.

    Die inhatlichen Schwerpunkte des Albums ziehen sich auch hier durch die Visualisierungen. Die Zurückgewinnung der Autonomie über den weiblichen Körper und Female Empowerment werden unter anderem in der Darstellung Halseys Schwangerschaftsbauch deutlich. Auch ihre unrasierten Achselhöhlen und das Spiel mit Brautkleidern, hautengen Kostümen und Nacktheit schlägt in eine ähnliche Kerbe.

    Etwas schade, besonders für die Fans, ist das durchinszenierte Konzept der Livestream-Plattform. Statt eines echten Livestreams, in dem die Künstler*innen erlebbar werden, zahlen Fans für ein vorproduziertes Musikvideo.

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    Negative Emotionen als Ausnahme

    „If I Can’t Have Love, I Want Power“ sticht als Major-Label Album definitiv hervor. Auch wenn Rock langsam wieder in den Pop-Mainstream vordringt, ist die rebellische und zum Teil düstere Klangästhetik nicht die Regel. Spannend ist zudem die Auslegung der Gefühle rund um die Schwangerschaft der Sängerin. Während eine Katy Perry zur Zeit ihrer Schwangerschaft als blumige Göttin inszeniert wurde, setzt sich Halsey ebenso mit den negativen Emotionen ihrer Körperveränderung auseinander. Damit erweitert sie den Facettenreichtum der musikalischen Popkultur und setzt ein weiteres Zeichen für feministische Themen. 

    Aus meiner persönlichen Perspektive könnte ich mir noch mehr Hits vorstellen. Andererseits ist dies vermutlich das Los bei Konzeptalben. Sie funktionieren am besten, wenn man in ihre Klangwelt als Ganzes eintaucht.

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    Fotocredits: Lucas Garrido

  • Jorja Smith mit „Be Right Back“: Wenn Schmerz sich gut anfühlt

    Jorja Smith mit „Be Right Back“: Wenn Schmerz sich gut anfühlt

    4 Jahre Pause zwischen dem Debütalbum „Lost & Found“ (2018) und dem für 2022 angekündigten zweiten Album sind für alle Jorja Smith Fans keine Option. Aus diesem Grund hat die Neo-Soul Sängerin im Mai allen einen Gefallen getan, indem sie ihre EP „Be Right Back“ veröffentlichte. Auch wenn der Release bereits einige Monate zurückliegt, gibt es keinen Grund, nicht weiterhin von dieser authentischen und minimalistischen Soulplatte zu schwärmen.


    Melancholische Soulstimme zum Verlieben

    Über Jorja Smith zu schreiben, ist für mich eine pure Herzensangelegenheit. Kaum eine Stimme klingt für mich so verletzlich und schmerzvoll, und schenkt mir gleichzeitig so viel Kraft, wenn ich mich von dieser wohligen Melancholie einhüllen lasse. 

    Alles fängt mit der Debut Single „Blue Lights“ an, die zugleich ihren musikalischen Durchbruch bedeutet. Auf ihr teilt die in Walsall, England geborene Sängerin Ängste vor Polizeigewalt, insbesondere gegenüber Schwarzen und People of Colour, und lässt diese spürbar in ihrer Stimme aufleben. Was danach folgt, sind gute Marketingstrategien, wie beispielsweise Platzierungen auf dem Drake-Album „More Life“, und unglaublich schöne und berührende Musik. Ihr Debütalbum „Lost & Found“ ist meine persönliche Entdeckung des Jahres 2018 und bereits jetzt eines meiner all-time favourites. 

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    Mit dieser beinahe bedingungslosen Liebe bin ich in Jorja Smiths im Mai erschienenen EP „Be Right Back“ gegangen und wurde erst einmal enttäuscht. Denn die großen Popnummern bleiben auf der 25-minütigen EP aus. Die klangliche Fülle der Produktionen des ersten Albums bleibt unübertroffen. Dafür gewinnt der Gesang an Tiefe und Intimität. Die Produktionen beschränken sich überwiegend auf eine einfache Bandbesetzung und geben der Stimme Platz für ihre nachdenklichen Geschichten. Die Melodien bleiben weiterhin eingängig, doch werden sie unaufgeregter inszeniert. Ein bisschen weniger Hall, ein bisschen kleinere Chöre und ein bisschen weniger komplexe Harmonien schaffen Raum für mehr musikalische Seele. Was ich beim ersten Hören der EP als Schwäche empfand, zeichnet sich für mich jetzt als Stärke ab. Die vielleicht etwas zu ausgeklügelten und durch-inszenierten Popsongs des ersten Albums werden durch minimalistische und authentische Soullieder zum Verlieben abgelöst. 


    Female Empowerment und Gesellschaftskritik

    Die Lead-Single „Addicted“ führt in die nachdenkliche und leicht aufgewühlte Atmosphäre der EP ein. Die Single thematisiert ungleiche Machtverhältnisse in einer Liebesbeziehung, während ein markantes Gitarren-Riff den Gesang komplementiert. Weitere Highlights der Platte sind die Songs „Home“ und „Burn“. Während Smith auf ersterer klassische Rollenbilder und Familienstrukturen in Frage stellt und damit gesellschaftliche Denkmuster dekonstruiert, besingt sie auf „Burn“ die Schwierigkeiten, die eigenen Träume und die damit verbundene Arbeit mit einem gesunden Privatleben in Einklang zu bringen. Damit widmet sie sich dem in der Öffentlichkeit zunehmend an Bedeutung und Aufmerksamkeit gewinnenden Thema Mental Health, hier konkret in Form eines Burnouts. Jorja Smith beschreibt die Geschichte eines jungen Mädchens und warnt im Refrain davor, den eigenen Träumen alles bedingungslos unterzuordnen:


    You burn like you never burn out
    You try so hard, you can still fall down
    You keep it all in, but you don’t let it out
    You try so hard, don’t you know you’ve burnt out?


    Die behandelten Themen sind aufgrund ihres hohen Lebensweltbezugs unglaublich wirkungsvoll. Auch der letzte Song der EP namens „Weekend“ schlägt in dieselbe Kerbe. Auf ihm kritisiert Smith Konsum und die Anhäufung materieller Güter. Stattdessen fordert sie mehr Achtsamkeit innerhalb zwischenmenschlicher Beziehungen, sprich ein Rückbesinnen auf die vermeintlich wichtigen Dinge im Leben.

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    Musikalischer Minimalismus für das Herz

    Musikalisch lebt die EP vom Minimalismus. Zurückhaltende und organische Produktionen schenken der Platte Wärme und Intimität. Zugegeben, ich benötigte mehr als einen Durchlauf, um mich von der Musik überzeugen zu lassen. Doch jedes Mal, wenn ich „Be Right Back“ anhöre, wächst meine Liebe für jeden einzelnen Song. 

    Da die ergreifende Soulstimme von Jorja Smith eh niemand hinterfragt, können wir diese Diskussion direkt überspringen. Bezüglich der Instrumentals fiel allerdings die Kritik, sie könnten der Kraft der ausdrucksvollen Stimme nicht standhalten. Dabei konzentriert sich die Musik lediglich auf ihre Kernaufgabe, nämlich die Gesangsmelodien zu komplementieren und zu tragen. Diese musikalische Unaufgeregtheit trifft den Ton der EP und betont zugleich die Ernsthaftigkeit und Authentizität ihres Inhalts.

    Zum Teil benötigt es kein Harmonieinstrument, um von Jorja Smiths Stimme umgarnt zu werden. In „Burn“ sind vor dem letzten Refrain Bass, Schlagzeug und Gesang alles, was die Seele in diesem Moment zum Loslassen braucht. In „Home“ hingegen verleihen Stimme und Gitarre allein dem Lied eine besondere emotionale Tiefe. Interessanterweise fällt der vorletzte Song „Digging“ für mich am ehesten aus dieser sonst so homogenen EP heraus. Denn er täuscht ein wenig die Größe der Pop-Produktionen des Debüt-Albums „Lost & Found“ an, die „Be Right Back“ eigentlich gar nicht anstrebt. 

    Es wird dennoch offensichtlich, dass dieser Text ein Liebesbrief an „Be Right Back“ von Jorja Smith ist. Die britische Sängerin leistet einen weiteren wichtigen gesellschaftlich-politischen Beitrag, ohne auch nur einen Hauch an musikalischer Ästhetik einzubüßen.

    Die Hörempfehlung geht hiermit raus! Go listen and be right back für das kommende zweite Album …

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