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EESE im Interview: »Wir wollen immer wieder was Neues, Eigenes kreieren.«

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Newcomer-News aus der Sparte experimenteller, gitarren- und synthlastiger Indie: EESE, die vierköpfige Band aus Köln werfen sich mit ihrer EP Into Anything auf den Radar unserer kleinen Musikbubble. Sie stechen heraus, erfinden sich stets neu und scheuen vor nichts zurück. Luca, Pablo, Max und Leon sind EESE und sie sind hier, um zu bleiben – warum, erzählen sie euch selbst.

 
EESE im Interview

Anna: Hey ihr! Vielleicht eine etwas lapidare Frage vorweg, aber wie geht’s euch?

Max: Uns geht es soweit gut, wir hoffen euch auch! Natürlich bleibt für uns als Band derzeit leider einiges auf der Strecke, was nicht spurlos an unser aller Gemütszustände vorbei geht. Wir versuchen aber, unsere Motivation und Energie aufrecht zu erhalten und freuen uns auf die Zeit, in der wir unsere Kreativität zusammen wieder besser ausleben können. Wir nutzen glaube ich alle die Zeit auch, um privat das ein oder andere anzugehen und uns gegenseitig zu supporten.  

Anna: Ihr seid eine Newcomer Band aus Köln, macht aber schon ein bisschen länger Musik. Wie habt ihr euch als Band zusammengefunden und was für Musik macht ihr?

Luca: Pablo, Max und ich kennen uns schon seit über zehn Jahren. Wir haben damals schon in unterschiedlichen Besetzungen zusammen Musik gemacht und 2017 mit EESE nochmal ein neues Projekt gegründet. Mitte letzten Jahres (2020) ist noch unser guter Freund Leon dazu gestoßen und hat nochmal einen neuen Drive mit eingebracht. Ich würde sagen, wir haben schon einen großen Anspruch an unsere Musik und wollen auch immer wieder was Neues, Eigenes kreieren. Auch mit Struktur und Sounds experimentieren, ohne dass darunter die Eingängigkeit der Songs leidet und wir unzugänglich werden. Soundmäßig ist uns sehr wichtig, dass wir alles selber produzieren und mischen, damit wir uns da komplett verwirklichen können und es immer EESE bleibt.

 
„Was man von den Songs erwarten kann, ist Vielseitigkeit und Experimentierfreude.“

Anna: 2019 kam eure Single „Odd Repair, mit der ihr schon ein bisschen durch die Szene gewirbelt seid. Wie hat sich das angefühlt nach längerer Zeit wieder Musik zu releasen?

Pablo: Ich glaube, es wurde echt Zeit! Die Leute, die uns folgen, haben sich bestimmt schon gefragt, ob es die Band überhaupt noch gibt. Außerdem hat sich unser Sound in der Zwischenzeit auch ziemlich verändert, also wollten wir unbedingt, dass das auch endlich jemand hört.

Anna: Auch wenn die Pandemie immer noch verhindert, „normal“ Musik zu releasen und die neuen Songs live zu spielen, geht auch euer Leben als Musiker immer weiter. Wie geht ihr damit um?

Leon: Wir versuchen, wie wahrscheinlich die meisten Leute, ob Musiker oder nicht, so gut es geht das Positive zu sehen. Andere Menschen trifft diese Krise sicherlich noch bedeutend härter als es bei uns der Fall ist. Dieses Jahr hat uns sehr dabei geholfen, uns musikalisch weiterzuentwickeln um neue Richtungen einzuschlagen. Natürlich freuen wir uns wieder sehr darauf, auf die Bühne zu gehen, um die EP endlich live zu zocken. In dieser ganzen Zeit sind natürlich auch noch viele weitere Songs entstanden, an deren Fertigstellung wir gerade sitzen. Sodass wir, sobald der ganze Spuk vorüber ist, besser vorbereitet sein werden als ohne Pandemie.

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Anna: Mit „Into Anything“ kommt jetzt eure neue EP raus. Welche musikalischen Einflüsse haben euch während der Entstehung der EP geprägt und was können wir von den Songs erwarten?

Max: Jeder von uns würde hier glaube ich anders antworten, da wir selbst sehr viel und auch unterschiedliche Musik hören. Das spiegelt sich auch in unserer Musik wieder. Gemeinsame Einflüsse sind aber definitiv Bands wie Foals, Radiohead, Bon Iver und Tame Impala, was man an der ein oder anderen Stelle auf der EP vielleicht auch hört. Uns war es aber auch besonders wichtig, unseren eigenen Stil zu definieren. Was man von den Songs erwarten kann, ist Vielseitigkeit und Experimentierfreude. Jeder Song hält für die Hörer*innen hoffentlich spannende und überraschende musikalische und emotionale Elemente bereit. Und ich glaube auch, dass für jede*n was dabei ist – die EP hat sowohl ruhige, melancholische als auch energetische und ein wenig aggressivere Momente parat.

 
„So wachsen die Songs auf ganz natürliche Weise.“

Anna: Worum geht es inhaltlich in den Songs? Gibt es einen, der euch besonders am Herzen liegt?

Luca: Waive ist definitiv ein Song, der unsere musikalische Entwicklung ziemlich gut zeigen kann. Durch Leon ist neben mir auch noch ein weiterer Sänger dazu gekommen und ich glaube, in Waive wird dieses Zusammenspiel von Gesängen aber auch unserer Stilweiterentwicklung deutlich. Inhaltlich geht’s bei der ganzen EP um Ängste, sozialen Druck, Verantwortung und Selbstverwirklichung, alles was bei uns auch so im Leben mit Mitte 20 eine große Rolle spielt.

Anna: Zu viert bringt bestimmt jeder von euch eine eigene Perspektive in eure Band mit rein. Wie war der kreative Prozess hinter den einzelnen Songs?

Leon: Da jeder von uns mit unserer DAW vertraut ist, waren wir dazu in der Lage, dass jeder, wenn es die momentane Situation gerade nicht zugelassen hat, alleine von zuhause an den jeweiligen Projekten weiterarbeiten konnte. So mussten wir uns nicht jedes Mal persönlich treffen. Ansonsten haben wir uns in Köln in unserem HomeStudio getroffen und den Songs dann zusammen den letzten Schliff gegeben. Normalerweise fängt es damit an, dass eine Person mit einer Idee startet und der Nächste sie weiterführt. So wachsen die Songs auf ganz natürliche Weise.

Anna: Wir hatten gerade alle irgendwie „einjähriges“ im Lockdown, was vermisst ihr (neben Konzerten) am meisten? Und was ist das erste, was ihr machen wollt, wenn das alles vorbei ist?

Pablo: Ganz ehrlich: Einfach mal wieder die Jungs aus der Band auf ein Bier sehen und dann vielleicht noch auf ein zweites in die Bar.

Anna: Zum Schluss gibt’s, wie ihr vielleicht wisst, immer eine kleine untold story: einen kleinen Fun Fact oder eine Anekdote, die ihr davor noch nicht in einem Interview erzählt habt.

? + ?: Wir erinnern uns so ganz spontan an den Moment als einer von uns (Wir nennen jetzt bewusst keinen Namen. Du weißt schon.) mal die ganzen aktuellen Projekte in unserer Dropbox ausradiert hat und dann in vollkommener Aufregung in die Gruppe geschrieben hat: „Hey Leute ich glaube, ich hab alles gelöscht“. Zum Glück konnte man alles zurücksetzen. Sonst würde dieses Interview zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich auch gar nicht stattfinden 😀

 

EESE – zum Glück nicht gelöscht und zum Glück auch auf Spotify:

 

Fotocredit: Frederike Wetzels

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