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DISSY im Interview: »Hip Hop war immer in mir.«

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Wir bringen ein bisschen Hip Hop in die Runde. DISSY könnte jenen, die sich ein bisschen in der Deutschrap Szene bewegen, bekannt sein. Features mit Mine und Ahzumjot machten auf ihn aufmerksam und auch Maeckes, OK KID und Chefket gehören zu seinen Supportern, mit denen er in der Vergangenheit zusammengearbeitet hat. DISSY balanciert auf der Grenze zwischen Harmonie und Chaos, spielt mit viel mehr als nur den gebräuchlichen Elementen des Deutschraps. Und gerade das macht seine Musik so interessant. Letzte Woche hat erseine bugtape side b EP veröffentlicht, das Gegenstück zu der im letzten Jahr erschienenen EP bugtape side a. Anna hat ihn für euch auf ein kleines Interview eingeladen, um über seine musikalischen Einflüsse und das Konzept der beiden EPs zu reden. Eine untold story gibt’s am Ende auch noch.    

 
DISSY im Interview

Anna: Hey! Wie geht’s dir?

DISSY: Ganz gut soweit. Die Promophase für meine neue EP ist nur ein bisschen anstrengend. Ich bin gerade zwischen Euphorie und Panikattacke.

Anna: Für Leute, die noch nichts mit DISSY anfangen können, magst du dich ganz kurz vorstellen?

DISSY: Wenn ich mich irgendwo vorstelle, sag ich immer, dass ich Videocutter bin, aber eigentlich mach ich dopen Rap, verspulte Beats und crazy Videos. Kreativen Kram halt.

Anna: Musikalisch bedienst du dich unter dem Mantel „Deutschrap“ viel mehr Genres als nur Rap. Was sind deine musikalischen Einflüsse?

DISSY: Ich hab alles aufgesaugt, was ich damals bei Soundcloud gefunden hab. Am meisten inspirieren mich aber Produzenten wie Clams Casino, Flume, Shlohmo, Flying Lotus und Kaytranada. Hip Hop war immer in mir und ist ein super Grundgerüst, um Sounds aus anderen Genres draufzupacken. Natürlich bin ich auch krass inspiriert von der klassischen Musik, die meine Mutter gehört hat und der Electro Rave Welle, die ich während meiner Berliner Kindheit viel mitbekommen habe.

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„Es geht um den Zwiespalt in sich selbst.“

Anna: Erst letztes Jahr hast du die die bugtape a EP veröffentlicht. Offensichtlich haben beide was miteinander zu tun. Wie bist darauf gekommen, die zu splitten?

DISSY: Ich wollte einfach mehr Gewichtung auf beide Hälften legen, weil die in sich geschlossen schon sehr stimmig waren. Außerdem konnte ich dadurch auch mehr Videos machen und habe mehr Output.

Anna: Was auch hervorsticht, sind die Tracklisten. Auf der bugtape a EP ergeben einzelne Wörter einen Satz: „wenn ich hier drauf | click | kommt ein | error sound | aber ich bin | psychoblick dissy. | du hast mein herz im darknet verkauft | und chillst jetzt an der | cotazur | mit | pickachupillen.“ Auch die bugtape side b fügt sich diesem Muster. Was willst du damit aussagen?

DISSY: Eigentlich ist das Bugtabe ein Mixtape, auf dem wir uns musikalisch extrem ausgetobt haben. Das Konzept ist hinterher entstanden. Ich wollte die Menschen dazu bewegen, das Tape am Stück zu hören. Deshalb gibt es einen zusammenhängenden Satz und nicht dem aktuellen Zeitgeist entsprechend kurz Singles mit knackigen Namen für die Playlisten auf Spotify.

Anna: In deiner letzten Single freak. sprichst du über Bipolarität. Welchen Bezug hast du dazu?

DISSY: Es geht weniger um Bipolarität, sondern mehr um einen Zwiespalt in sich. Dieses dazugehören wollen aber gleichzeitig will man ausbrechen aus diesem Trott und diesen gesellschaftlichen Normen. Ich denke, jeder Mensch hat da mehrere Seiten in sich. Die Harmoniebedürftige und den „Freak“. Die Frage ist nur, wo fängt das Freak-Sein an. In meiner Familie bin ich wahrscheinlich ein bunter Hund. In Berlin bin ich als kreativer Selbstständiger auch wieder nur ein Normalo.

Anna: Wenn wir über mental health reden, kommt man leider auch nicht über diese ganze Corona Sache vorbei. Wie hast du das letzte Jahr erlebt und wie geht’s dir jetzt? Ich finde jetzt gerade zieht das einen irgendwie noch mehr runter als davor.

DISSY: Langsam wird’s hart, ja. Für mich war die Zeit auch wichtig, um mich mal mehr auf mich selbst zu konzentrieren, aber langsam wird es surreal und ich hab das Gefühl, dass ich mich fast an die Isolation gewöhnt hab. Ich werde etwas brauchen, um mich danach wieder an den Trubel zu gewöhnen, aber ich vermisse es schon stark.

Anna: Was ist das Erste, was du machen wirst, sobald das alles vorbei ist?

DISSY: Verreisen, meine Oma besuchen und bestimmt auf viele Partys gehen.

Anna: Damit sind wir auch schon bei der Schlussfrage, die nach einer „untold story“ fragt. Was ist eine Geschichte hinter einem Song, die du so noch nie in einem Interview erzählt hast?

DISSY: Das Lagerfeuer-Lied von Playlist 01 hab ich völlig übermüdet nach einer durchzechten Partynacht geschrieben und dann nichts mehr dran geändert.

 

Hört hier in die beiden bugtape EPs rein:

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Fotocredit: Corn Dawg Records

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