Kategorie: untold concerts

  • Berge, Sonne, gute Laune satt: So war das Zermatt Unplugged Festival 2026

    Berge, Sonne, gute Laune satt: So war das Zermatt Unplugged Festival 2026

    Die Hälfte vom April ist bereits vorbei und damit auch das diesjährige Zermatt Unplugged Festival. Die Schweizer Idylle am Fuße des Matterhorns beherbergte dieses Jahr wieder zahlreiche Künstler:innen aus Pop, Folk und elektronischer Musik, die auf 17 Bühnen rund 120 Konzerte spielten.  

    Das Festival ging dieses Jahr in die 17. Runde, wobei eine meiner liebsten Bühnen aus den Vorjahren durch fehlendes Sponsoring gestrichen wurde, leider. Dafür ist ein anderer Liebling von mir noch da gewesen: der Riffelberg. Was schreit mehr Konzert als ein Skigebiet auf über 2500m überm Meeresspiegel?
    In knapp 30 Minuten ist man mit der Gornergratbahn von Zermatt auf den Riffelberg gefahren und kann Openair-Konzerte in der Sonne auf einem Liegestuhl mit Blick aufs Matterhorn genießen. Dort habe ich mir Tors und Vincent Lima anschauen dürfen und das waren auf jeden Fall zwei meiner Highlights der Woche.

    Riffelberg
    Riffelberg

    85 Franken well spent

    Abgesehen davon ist unten in Zermatt natürlich jedes Jahr auch wahnsinnig viel los. Zutritt zu den meisten Bühnen gibt es mit dem Unplugged-Pass, der für die ganze Festivalwoche gültig ist. Den gibts für 85 Schweizer Franken, was ich mehr als gerechtfertigt finde für fünf Tage Konzerte! Daneben gibt es jeden Abend jeweils drei Konzerte von bekannteren Künstler:innen, die mit separaten Tickets zugänglich sind. Dieses Jahr waren das u.a. Tom Odell, Emilie Sandé, Herbert Grönemeyer, Rea Garvey, Mighty Oaks und Placebo. Hier waren die Mighty Oaks definitiv meine Favoriten der Woche.

    Außerdem bietet das Festival noch zwei weitere Locations, die ebenfalls separate Tickets erfordern, dort zusätzlich aber noch ein Abendessen inkludiert ist. Ich selbst war nicht da, finde das jedoch ganz schöne Angebote, die auch immer sehr gut ankommen bei den Besucher:innen. Während die einen also beim Konzert dinieren, gibts für die anderen jede Menge kulinarischer Möglichkeiten im Taste Village, dem Herzstück des Festivals. Dort befindet sich ebenfalls eine Open-Air Bühne, die vor allem am Nachmittag und in den frühen Abendstunden bespielt wird. Hier habe ich mir z.B. Rhys Lewis, MUPANI, Matthew Mole, Sarah Julia und The Great Stoyan Duo angeschaut. Alle waren wirklich top und haben super Stimmung verbreitet. Das Lineup bestand (wie jedes Jahr) aus Künstler:innen, die neben Englisch und Deutsch auch Songs auf Französisch und Schweizerdeutsch zu präsentieren hatten, wodurch sich eine super spannende Mischung ergibt.

    Taste Village
    Bühne im Taste Village

    Früh da sein lohnt sich

    Im Taste Village gibts ein Konzert zum Mittag, was meist überschaubar besucht ist, da viele in der Mittagshitze auch noch anderswo verweilen. (Ja, 12 Grad auf über 1000m Höhe sind auf jeden Fall krass warm.) Zum nächsten Konzert um 16:45 Uhr ist dort jedoch schon wahnsinnig viel los. Wenn man also einen Sitzplatz haben möchte, sollte man nicht allzu spät erscheinen. Auch bei den anderen Unplugged-Locations lohnt sich ein früher Gang zum Konzert. Viele Venues bieten meist nur Platz für rund 100 Gäste und man sollte sich im Vorfeld gut überlegen, wo man hin möchte. Spontanität ist hier ein bisschen unangebracht, vor allem zum Wochenende hin. Zwei Locations bieten außerdem einen Restaurantbetrieb, wo man höchstens noch einen Tisch reservieren kann, um einen garantierten Platz fürs Konzert zu bekommen.

    All That Jazz

    Wo man auch noch einen Tisch reservieren kann: im Jazz Club! Ronnie Scott’s in Anlehnung an den echten Londoner Kult Jazz Club wird extra zum Festival hergerichtet und befindet sich in einem der ältesten Hotels in Zermatt. Besonders gut besucht sind dort jedes Jahr die Jam Sessions am Mittwoch und Freitag, für die sich Künstler:innen des Festivals selbst anmelden können und dann einen Song covern, entweder mit dem Jazz Ensemble, alleine oder mit anderen Künstler:innen zusammen. Niemand weiß also, wer kommt oder was einen erwartet. Dieses Jahr war ich am Mittwoch dort, da man (anders als am Freitag) noch reelle Chancen hat, reinzukommen, da das Festival wie erwähnt zum Wochenende hin stärker besucht ist. Das Jazz Ensemble selbst war sehr cool, muss ich sagen, und sie haben sehr gute Stimmung verbreitet. Gejammt haben in der Mittwochsession Sorvina, Matthew Mole, Mnerva und die Künstler:innen der Mountain Academy. 

    Ronnie Scott's Jazz Club zum Mittwochsjam
    Ronnie Scott’s Jazz Club zum Mittwochsjam

    Setzt euch ans Lagerfeuer…

    Die Mountain Academy ist ein Newcomerprogramm, genauer eine Art Coaching & Songwriting-Camp im Rahmen des Festivals. Das ist eigentlich ziemlich cool, weil man die Chance bekommt, unbekannte Musiker:innen zu erleben und diese die Möglichkeit haben, vor Publikum zu spielen. Am Campfire im Taste Village hat man jeden Tag die Möglichkeit, sich die Newcomer:innen anzuschauen. Meine Favoritin war Keza – eine Schweizerin mit afrikanischen Wurzeln, der es ganz viel Spaß gemacht hat, zuzuschauen, weil sie einfach so viel Leichtigkeit in ihrer Stimme hatte.

    Manchmal gibt es am Campfire auch Pop-up Konzerte. Ich habe leider nichts gefilmt, aber dieses Jahr hat dort auch jemand ein Konzert gegeben, der nur selbstgebaute Instrumente benutzt hat. Er hat z.B. auf einem Skateboard gespielt oder auf einem Messerblock und gesungen hat er in einen Telefonhörer. Das war ziemlich witzig und beeindruckend zugleich. Also definitiv ein Wochenhighlight.

    Tanzen ohne Ende

    Dass das Festival sehr viel Abwechslung bietet, ist kein Geheimnis. Wer tagsüber lieber in den Bergen Skifahren möchte, kann in den späten Abendstunden noch auf seine Kosten kommen. Neben dem Unplugged-Pass gibt es für 30 Franken außerdem einen Nightpass, mit dem man das Zermatter Nachtleben unsicher kann. Das Festival bietet nach den Hauptkonzerten ab 22 Uhr mehrere Spots zum Tanzen an. Gut besucht waren die Vernissage und (das erste Mal dabei dieses Jahr) das Streetside, wo es auch noch bis morgens etwas warmes zu Essen gibt, für alle, die sich mal eine Pause vom Dancefloor gönnen möchten. Besonders empfehlen kann ich die Hotdogs in der Vernissage.

    Daneben gibt es außerdem noch das Manud und meinen liebsten Hotspot: das Unique Hotel Post aka das Pöstli. Neben einer eigenen Hotelbar bot das Pöstli auf drei Floors allerlei Musik: Ob 90er/2000er oder der DJ von nebenan unten im Gewölbekeller – hier war für alle etwas dabei. Die Location hat jedenfalls einen besonderen Platz bei mir erlangt in den letzten Jahren. Ich muss zugeben, so ganz weiß ich auch nicht warum, aber das Pöstli hab ich ziemlich ins Herz geschlossen. Dazu ist auch das Hotelpersonal mega lieb und ich bin einfach sehr gern dort. Einen Besuch im Pöstli, sei es zu den Unplugged Konzerten oder zum Tanzen bis in die Nacht, kann ich allen empfehlen.

    Zermatt = Herzig

    Was ich an diesem Festival außerdem besonders liebe, ist die Atmosphäre. Das Zermatt Unplugged ist schwer vergleichbar mit anderen Festivals. Zum einen natürlich, weil es im April in der Schweiz stattfindet – logisch, da fällt Zelten schon mal aus. Zum anderen aber auch, weil das Publikum nicht die typischen Festivalgänger:innen sind. Vielleicht sind Ort und Zeit auch hier dieselben Gründe, weshalb das so ist. Es fällt jedenfalls auf, dass so gut wie alle Altersklassen dabei sind und das Publikum auch dieses Jahr sehr bunt gemischt war. Allgemein ist es sehr entspannt und man befindet sich durchaus in einer recht gelassenen Atmosphäre. Niemand drängelt, niemand pöbelt, niemand muss bei irgendwem in der ersten Reihe stehen.

    Apropos Menschen – ich möchte außerdem erwähnen, dass das Festivalteam aus so lieben Seelen besteht, die auch in stressigen Situationen nicht den Überblick verlieren. Ebenfalls die Securities sind super nett. Dazu möchte ich auch den Auf- und Abbau und die Liebe zum Detail hervorheben, da sich alle neben den Bühnen auch viel Mühe mit der Deko im Ort geben und alles immer sehr (wie die Schweizer:innen sagen würden) herzig ausschaut. Beim Festival wird viel mit Holzoptik gearbeitet und diese gibt dem ganzen eine gewisse heimelige und gemütliche Atmosphäre, die ich ganz, ganz toll finde. 

    Eingang/Ausgang Taste Village
    Eingang/Ausgang Taste Village

    Ich war dieses Jahr zum dritten Mal dort und es wird definitiv nicht mein letztes Mal gewesen sein. Wer auch dabei sein möchte, kann es sich gern schon Mal für nächstes Jahr in den Kalender schreiben – es lohnt sich!

    Die Wartezeit bis April 2027 könnt ihr euch so lange mit der offiziellen Playlist der diesjährigen Unplugged Acts vertreiben:

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  • In den ersten Reihen nur Chayas und verbale Körperverletzung gegen Fritze Merz: so war OG LU am 14.12.2025 in Hamburg

    In den ersten Reihen nur Chayas und verbale Körperverletzung gegen Fritze Merz: so war OG LU am 14.12.2025 in Hamburg

    Einen Tag nach dem inoffiziellen Linke-Zecken-Feiertag besucht OG LU den ausverkauften Saal des Hamburger Uebel & Gefährlich anlässlich ihrer „assig aber cute“-Tour. Es ist ein frostiger Abend und trotzdem lässt sich schon an den cunty Outfits in der Queue erkennen, dass es sich um ein Konzert der Frankfurter Rapperin handeln muss. Sie ist bekannt für ihre gesellschaftskritischen Texte, in denen sie über Frankfurt, Haze und Kampfsport rappt. Sogar ihre Bühne sieht aus wie ein Boxring, gefüllt mit pinken Plüsch-Hanteln.


    Macker gehören nach hinten und Girls auf die Bühne

    Die Stimmung ist schon vor dem Konzert gut und die Fans spekulieren, wer wohl Support-Act sein könnte, viele vermuten die Hamburger Rap-Crew bangerfabrique. Entgegen einigen Erwartungen betritt aber direkt OG LU herself die Bühne und startet mit einem absoluten Banger. „Bossbabe“ setzt die Stimmung für den ganzen Abend: laut, wütend und geprägt von Schwesternschaft. Nach ihrem zweiten Song „hanni & nanni“ macht sie direkt klar, dass sie in den ersten Reihen nur Chayas sehen will und cis Männer zwar willkommen sind, aber nicht direkt vor der Bühne.

    Nach ihrem Song „Ottić“ holt OG LU passenderweise zwei Fans auf die Bühne, um sie kompetitiv Joints bauen zu lassen. Da aber bekanntlich alles schöner ist, wenn man es zusammen tut, haben die beiden es zu einem Gemeinschaftsprojekt gemacht und sich, um vernünftig arbeiten zu können, hingehockt. Dafür haben sie von der Rapperin zwar den Kommentar „Digga, die setzen sich aufn Boden wie Hippies“ kassiert, aber fun war es bestimmt trotzdem. Passend dazu gab’s am Merch-Tisch auch pinke Purize Filter, Papes und Grinder.  


    Sisterhood & Solidarity

    Nur ein Lied später kommen drei weitere Gästinnen auf die Stage und zwar niemand geringeres als nebou, emmamaelo und melle, auch bekannt als bangerfabrique. Die Vermutung, dass die drei der Support-Act sein könnten war also gar nicht so abwegig. Sie performen drei ihrer Songs und werden von der Crowd wärmstens empfangen. Es wird schnell klar, wie sehr die Hamburgerinnen von ihrer Stadt gefeiert werden. Mindestens genauso schön ist es zu sehen, wie groß der Support der Rapperinnen untereinander ist. In einer Zeit, in der FLINTA*-Acts sich immer noch battlen müssen, um den 16:00 Uhr Slot auf einem Festival zu bekommen, macht es Hoffnung, dass sie sich trotzdem nicht als Konkurrenz sehen, sondern sich gegenseitig empowern und eine Bühne geben, wenn es sonst schon nur die wenigsten tun.

    Während dem Track „Riot“, der sehr ehrlich die Wut auf rechte Politik und den Wunsch nach radikaler Veränderung in Worte fasst wurden im Publikum schon einige Kufiyas hoch gehalten. Danach geht es auch sehr emotional weiter. OG LU erklärt sich solidarisch mit Palästina, Kurdistan, dem Sudan und allen anderen unterdrückten Menschen und Antifaschist:innen in Gefangenschaft. Dass sie sich gegen jede Form der Repression einsetzt, ist nichts neues, schließlich rappt sie in den meisten ihrer Songs davon. Dennoch tut es gut, das auch noch einmal außerhalb dessen zu hören und diese Einstellung mit allen Anwesenden zu teilen.


    Hoher Besuch aus der Hansestadt

    Nach diesem sehr ernsten, aber wichtigen Konzertabschnitt, der mit dem Outro des Albums „TKO“ beendet wird, geht es weiter mit den Songs „Rihanna“ und „Bellydance“, die wieder zum dancen einladen, aber nicht weniger powerful sind. Für ihren Track „2 Etagen“ kommt als Surprise Act – ebenfalls aus dem Doppel-H-Rap-Kosmos – Tom Hengst mit auf die Bühne und die Stimmung in der Crowd erreicht hier ihr Maximum. Danach gibt’s von der Rapperin eine Runde Shots für alle die wollen und ein paar signierte Tampons landen im Publikum. Es ist ja schließlich ein OG LU Konzert.
    It’s Anekdoten-Time und sie erzählt von dem Abend, an dem sie sich die Support-Show beim K.I.Z-Frauenkonzert geklärt hat. Um die Story zu hören, müsst ihr aber schon selbst mal zu einer ihrer Shows gehen. Darauf folgt ein unreleaseder Track, auf dem sie den K.I.Z-Klassiker „Böhses Mädchen“ sampled. Hoffentlich erlauben ihr die Jungs bald, den zu veröffentlichen, damit wir nicht mehr allzu lange auf diesen Banger warten müssen.
    Zu ihren Songs „O’Malley“ und „Hasskick“ öffnet sich nochmal der Pit und von der ersten bis zur letzten Reihe sind alle am tanzen. Zum Abschluss darf sich das Publikum noch über ihre all time classics „Gegend“ und „Paar Ecken Hish“ freuen und ich kann mit Sicherheit sagen, dass alle das Uebel & Gefährlich mit einem guten, hoffnungsvollen, aber auch in ihrer Wut bestärkten Gefühl verlassen haben.

    Foto: Janis Lueders

  • Zwischen Stroboskop, Energie und Dopamin pur: So war Wet Leg am 09.11.2025 in Berlin

    Zwischen Stroboskop, Energie und Dopamin pur: So war Wet Leg am 09.11.2025 in Berlin

    Nika und Noée, Schülerinnen der Evangelischen Schule Berlin Zentrum, waren am 09.11.2025 auf dem Konzert von Wet Leg in der Columbiahalle in Berlin und berichten von ihrem Erlebnis.

    Columbia Halle ausverkauft

    Am 09. November 25 spielt Wet Leg im Rahmen ihrer fast vollständig ausverkauften Europa Tour nun auch in Berlin. Das britische Indie Rock Duo, bestehend aus Rhian Teasdale (Gitarre, Gesang) und Hester Chambers (Gitarre und backing Vocals), hat im Juli das zweite Studioalbum “moisturizer” veröffentlicht und bringt dies nun gemeinsam mit ihrer Band auf die Bühne. Mit beeindruckender Power und mitreißender Stagepresence schaffen die beiden es, ihr Publikum zu begeistern und ziehen die volle Columbiahalle in ihren Bann. Damit zeigen sie, dass Wet Leg deutlich mehr Wert sind als der anfängliche Socialmedia-Hype, den sie 2021 mit ihren ersten zwei Singles “Chaise Longue” und “Wet Dream” erzielten.

    Power Posing und Action von Sekunde 1

    Die Show startet gegen 21 Uhr nach der Vorband faux real, einem französisch amerikanischen Art Pop Duo, das theatrical Performance mit Hyper Pop kombiniert, und einer kurzen Pause gleich richtig durch. Die Spannung im Publikum ist deutlich zu spüren, die Erwartungen sind groß. Und wir werden nicht enttäuscht. Als Teasdale, begleitet von Stroboskop-Licht aus einer dichten Nebelwand an den Bühnenrand tritt und zu flexen beginnt, schreit die Menge vor Begeisterung. Als Opener werden wir mit “catch these fists”, der zweiten Single des aktuellen Albums, direkt gefesselt. Die fetzigen Gitarrenriffs und harten Schlagzeugbeats zusammen mit der rohen Energie bringen die Crowd sofort in Stimmung und setten den Tone für den restlichen Abend.

    Kompaktes Set – auch für kurze Aufmerksamkeitsspanne

    Die Setlist ist ein ausgewogener Mix aus Staples des ersten Albums, Fan-Favorites und neuen Hits. Nachdem das Konzert mit “catch these fists” und “wet dream” mit zwei der bekanntesten Songs beginnt, nimmt die Stimmung auch im Laufe des Abends nicht ab. Es folgt ein kompaktes Set mit kaum Unterbrechungen. Die Songs gehen nahtlos ineinander über, so wird die unglaublich ansteckende Energie sowohl auf der Bühne als auch im Publikum durch die ganze Show aufrechterhalten. Fast zum Ende des Sets kommt mit “Chaise Longue” wieder ein absoluter Banger. Der Song, mit dem alles begonnen hatte, hittet nochmal anders. Die Power im Raum scheint geradezu greifbar, als Fans Wort für Wort lauthals mitsingen.

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    Super Vibes und Community Feeling

    Die Atmosphäre schwebt irgendwo zwischen Power, Enthusiasmus und andächtiger Hingabe. Das Publikum, das sowohl in Alter als auch in Gender überraschend durchmischt ist, singt bei allen Songs laut und voller Begeisterung mit. Alle scheinen voll im Moment zu sein. Es wird mehr getanzt als gefilmt. Eine faszinierende Mischung aus Energie und Intimität entsteht durch eine Art von Gemeinschaftsgefühl, angetrieben durch eine geteilte Passion für Musik. Auffällt, dass es kaum Interaktionen zwischen Wet Leg und der Crowd gibt. Es werden kaum Ansagen gemacht, kein Kontext, nur Musik. Trotzdem herrscht eine vertraute Stimmung – auch ohne langes Reden.

    Sichtweite: 5 Meter max.

    Die Bühne ist die ganze Show über in einen dichten Nebel gehüllt, zerrissen von harten Strobo-Effekten in Weiß und Orange. Da der hintere Teil der Bühne nur schemenhaft zu sehen ist, liegt der Fokus fast ausschließlich auf Rhian Teasdale, welche uns mit ihrer Präsenz und Power-Performance alle flashed. Die Outfits der Band sind farblich schlicht in schwarz-weiß gehalten, wodurch Teasdales neongrüne Gitarre und pinke Haare spannende Kontraste in das sonst relativ minimalistische Bühnenbild bringen.

    Perücken und Seifenblasen

    Für ein paar Songs kommt ein Special Guest auf die Bühne. Die Band stellt ihn nur kurz als “Tamburine Guy” vor. Da er im hinteren Teil der Bühne kaum zu sehen ist, fällt nur seine enorme, zottelige Perücke auf, die fragwürdig macht, inwiefern er überhaupt etwas sehen kann. Nichtsdestotrotz hindert dies den mysteriösen Unbekannten scheinbar nicht am Musizieren. Ein weiteres Highlight: Gegen Ende kommen plötzlich Seifenblasen von der Seite, die die Bühne und alles drum herum in nebelige Bubbles hüllen und eine mystische, düstere Atmosphäre über den Raum legen. Die Securities vorne an der Absperrung haben sichtlich Spaß dabei, die Blasen platzen zu lassen – wofür Teile des Publikums applaudieren und so für einen denkwürdigen Moment sorgen – eine ungewöhnliche Verbindung zwischen Publikum und Sicherheitsdienst.

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    Wie in Trance

    Nach 75 sehr intensen Minuten endet das Konzert mit “mange tout” so plötzlich, wie es begonnen hat. Keine Verabschiedung, keine Zugabe. Die Band verschwindet wieder im Nebel und lässt das Publikum sprachlos und verschwitzt, aber glücklich zurück. Völlig außer Atem müssen wir erst einmal realisieren, was gerade passiert ist. Das grelle Raumlicht bringt uns unsanft zurück in die Realität, während wir uns von der Masse in Richtung Garderobe schieben lassen.

    Alles eine Frage der Einstellung

    Als wir uns nach dem Konzert zusammensetzen, merken wir ziemlich schnell, dass wir die ganze Experience sehr unterschiedlich wahrgenommen haben. Auf Nika wirkte die Show etwas oberflächlich. Da sie bisher vor bei allem Pop-Konzerten war, hat sie sich von der Band nicht wirklich abgeholt gefühlt und hätte sich mehr Connection und direktere Interaktionen mit dem Publikum gewünscht.

    Ich hingegen war begeistert von dem Konzert. Wirkliche Erwartungen hatte ich vor dem Abend nicht und so hat mich Teasdales krasse Ausstrahlung und die energetische Dynamik der Band sofort in ihren Bann gezogen. Mir hat das gezeigt, dass Musik nicht unbedingt viele Worte braucht, um in Perspektive gesetzt zu werden, um zu bewegen. Ich fand es überraschend befreiend, während der Show mit meinen Gedanken allein gelassen zu werden und konnte mich so ganz in den Songs verlieren.

    Insgesamt kann man sagen, dass es einfach sehr darauf ankommt, was man sich unter einem guten Konzert vorstellt. Wer also eine klassische Pop-Performance erwartet und von den Künstler*innen an die Hand genommen und durch einen Abend voller persönlicher Anekdoten geführt werden will, kommt bei der wet leg Tour nicht unbedingt auf seine/ihre/* Kosten. Wer aber eine einfach unglaublich powervolle Show erleben möchte, die einen komplett in ihren Bann ziehen kann und für einen unvergesslichen Abend sorgt, ist bei Wet Leg gerade richtig.

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  • Ein Tour-Finale voller Energie & Euphorie: So war FRISO am 05.12.2025 in Berlin

    Ein Tour-Finale voller Energie & Euphorie: So war FRISO am 05.12.2025 in Berlin

    Justus und Ponto, Schülerinnen der Evangelischen Schule Berlin Zentrum, waren am 05.12.2025 auf dem Konzert von FRISO im Modus in Berlin und berichten von ihrem Erlebnis.

    Zum Tourfinale seiner Luft zum Atmen Tour hat FRISO am 05.12.25 im Berliner Club Modus gespielt und seine Fans begeistert. Der Künstler aus Hamburg ist bekannt für seinen melancholischen Sound der zwischen elegantem Synth Pop, Hiphop Drums und Rap variiert. Anlässlich des Tourfinales war dieser Auftritt einmalig, unvergesslich und emotional.

    Von Anfang an nahbar

    An diesem Abend steht FRISO mit zwei Personen am Schlagzeug und Synth auf der Bühne. Zusätzlich ist der Club ausverkauft, der Raum voll und die Stimmung erwartungsvoll. Es wird schnell klar, wie stark die Verbindung zwischen ihm und seinem Publikum inzwischen ist. Von der ersten Minute an begegnen sich Künstler und Fans mit Freude. 

    Kleiner Raum, grosser Sound

    Der Livesound passt gut zur intimen Atmosphäre des kleinen Clubs. Besonders die Tiefen im Bass kommen druckvoll und präsent zur Geltung und tragen die Songs spürbar durch den Raum. Die Stimme sitzt nicht immer perfekt im Mix, was jedoch eher den begrenzten technischen Möglichkeiten der kleinen Anlage geschuldet ist als der Performance selbst. Musikalisch bleibt FRISO seinem Sound treu: melancholisch, ruhig, ohne düstere Schwere. Drums und Synths werden hauptsächlich live eingespielt, was den Songs zusätzliche Tiefe verleiht.

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    Ein Set, das trägt

    Das Set erstreckt sich über mehr als zwei Stunden und wirkt dabei erstaunlich geschlossen. Der Abend baut sich kontinuierlich auf, ohne an Spannung zu verlieren. Gegen Ende spielt FRISO einige seiner bekanntesten Songs, darunter „Serpentinen“ oder seine neue Single „xo“, welche vom Publikum besonders positiv aufgenommen werden. Zusätzlich bedankt er sich auf besondere Weise bei seinen Mitproduzentenund es gibt einen Gastauftritt von moé. Spätestens hier wird auch deutlich, wie gefestigt und loyal seine Fanbase ist – klein, aber stark und aufmerksam.

    Eine Nahbare Atmosphäre

    Auch abseits der Musik überzeugt FRISO mit seiner Art, den Raum zu lesen. Seine Ansagen sind häufig, dabei aber nie aufdringlich. Neben persönlichen Dankesworten richtet er auch den Fokus auf Sicherheit und gegenseitige Rücksichtnahme und betont, wie wichtig es ihm ist, dass sich alle wohl fühlen. Diese Haltung prägt den gesamten Abend und verstärkt das Gefühl von Nähe zusätzlich.

    Die Atmosphäre im Publikum bleibt außerdem durchgehend konzentriert und positiv. Das Licht ist unspektakulär, unterstützt die Stimmung jedoch passend, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Gerade weil der Raum so klein ist, entsteht über die gesamte Dauer des Konzertes hinweg ein konstantes Gefühl von Verbindung zwischen Bühne und Publikum. Ein besonders prägender Moment ist eine kurze Pause, in der FRISO seine Gitarre austauschen muss – selbst hier reißt der Kontakt nicht ab, sondern wird durch kleine Gesten und Worte weitergetragen.

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    Ein Abend, der in Erinnerung bleibt

    Zum Abschluss kehrt FRISO für zwei Zugaben zurück, die von einem sichtbar gut gelaunten Publikum gefeiert werden. Längen oder Ausfälle gibt es an diesem Abend kaum, alle Songs funktionieren live und behalten ihre emotionale Wirkung.

    Der Tourabschluss im Modus zeigt eindrucksvoll, wofür FRISO steht: für Nähe, Achtsamkeit und einen Sound, der nicht laut sein muss, um zu berühren. Vor allem bleibt in Erinnerung, wie selbstverständlich und respektvoll er mit seinem Publikum umgeht – ein Auftritt, der weniger durch große Effekte als durch ehrliche Verbindung überzeugt.

    Persönlich für uns

    Für uns war dieser Auftritt etwas, das einem Tourfinale würdig war! Er war gefüllt mit Emotionen, Humor, Talent und natürlich Energie! Uns ist vor allem die sympathische Art von FRISO in Erinnerung geblieben und seine Art, mit Menschen umzugehen hat uns sehr inspiriert. Wir haben FRISO und seine Musik an nur einem Abend kennen und lieben gelernt.

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  • Fantasievoll und authentisch: so war orbit am 11.12.2025 in Berlin.

    Fantasievoll und authentisch: so war orbit am 11.12.2025 in Berlin.

    Zoe und Ricarda, Schülerinnen der Evangelischen Schule Berlin Zentrum, waren am 11.12.2025 auf dem Konzert von orbit im Huxleys Neue Welt in Berlin und berichten von ihrem Erlebnis.

    Music & Friends

    Hinter orbit steckt der etwa 29 Jahre alte Produzent, Songwriter und Multi-Instrumentalist Marcel Heym mit seinen Freunden, welche aus Achim bei Bremen kommen.

    Marcel sammelte bereits mit 17 Jahren internationale Bühnenerfahrung, nachdem er mit seinem Bruder Patrick Heym die Schüler-Rockband Casting Luis gründete. 
    Mit 20, lebte Marcel in Berlin und arbeitete hier als Musikproduzent. 
    Als er in der Großstadt nicht glücklich wurde, zog er zurück in seine Heimatstadt und startete sein eigenes Musikprojekt. 

    orbit entwickelte sich zu einem Ort für Kreativität, einem Kollektiv für verschiedene Projekte. Das Debüt-Album von orbit war ihre EP „Perspectives“ aus dem Jahr 2020 und 2021 organisierte Marcel mithilfe seiner Internet-Community die erste Tour für orbit.

    Das Zitat in orbits Spotify-Bio beschreibt sehr gut, womit sich Marcel in seiner Musik auseinandersetzt:

    „A heavenly place between the forest, vast fields and a beach by the river. Here I grew up wit my friends, a group of kids who met in school and decided to stay together. Here we live, create and dream.“ 

    „Ein himmlischer Ort zwischen Wald, weiten Feldern und einem Strand am Fluss. Hier bin ich mit meinen Freunden aufgewachsen, einer Gruppe von Kindern, die sich in der Schule kennengelernt haben und beschlossen haben, zusammenzubleiben. Hier leben, gestalten und träumen wir.“

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    Heute heißen ihre bekanntesten Songs „Friday Night“ , „Perspectives“ , „Time in the Afternoon, …“. Nach der Veröffentlichung ihres neuen Albums „Countless Feelings But So Few Words“ sind sie jetzt, zusammen mit Cowboy LYF als Vorband, auf ihrer ersten großen Europatournee und spielen am 11.12.25 in Berlin ihre größte Headline Show bisher.

    Bühne und Atmosphäre 

    Die Show ist perfekt inszeniert. Das Bühnenbild vermittelt durch kleine, aufgebaute Getreidefelder, alte Windräder und von der Decke hängende Zugvögel ein verspieltes, ländliches Feeling inmitten der Großstadt. Die sich drehenden Windräder und die Zugvögel aus Spiegelglas verbreiteten das Licht in der Halle und sorgen für ein atemberaubend dynamisches Lichtspiel, welches regelrecht mit dem Beat und Rhythmus der Musik zu verschmelzen scheint.

    Unser absolutes Highlight ist ein auf der Bühne erschaffener funkelnder Sternenhimmel, welcher eine sehr verträumte und magische Atmosphäre ins Huxleys bringt.

    orbit verbindet in seinen Liedern einen Mix aus Indie, Dream Pop und elektronischer Musik und begeistert seine Fans immer wieder mit den vielen musikalischen Kontrasten. Sie arbeiten mit Synthesizer, Stimmverzerrungen und einem Piano, aber auch mit Akustik-Gitarre und einem live gespielten Bass.

    Ehrlich und Authentisch

    Sie stehen in Berlin nur zu zweit auf der Bühne, geplant war eigentlich zu dritt.  Da Luka Björk Küssner aber kurzfristig krank geworden ist, stehen nur Marcel Heym und Morlin Baginski vor dem relativ jungen Publikum, auf der Bühne. Mit Songs wie „Youth“, „Perspectives“, „Formula“, „Call Me at Midnight“, „Rewind“, „So Far Away“ und „Friday Night“ sorgen sie für eine lässige, schwerelose aber auch energievolle Atmosphäre im Huxleys.

    Marcel interagiert häufig mit dem Publikum. Er erzählt von seinem ersten Auftritt in Berlin, der vor maximal 30 Leuten stattfand und freut sich sehr, dass wir an dem Abend ungefähr 1500 Menschen sind. Er sagt uns, dass es sich für ihn wie ein Fiebertraum anfühlt vor so einem großen Publikum zu spielen und dass er versucht sich vorzustellen nur vor ein paar Menschen zu spielen, damit er entspannter ist. Es entsteht trotz seiner Aufregung ein sehr entspanntes familiäres Flair. 
    Zum Schluss bedankt er sich nicht nur bei seinen Fans, dass sie alle da sind, sondern auch bei seinen Freunden und der Crew, ohne die das alles gar nicht möglich gewesen wäre. Am Ende hört man einen Fan „Gracias!“ rufen und Marcel bekommt von noch einem Fan Blumen geschenkt.

    Unser Eindruck

    orbit hat uns eine energiereiche, phantasievolle und verträumte Show geliefert, die uns echt beeindruckt hat. Uns hat besonders der Song „Perspectives“ berührt, der einige überraschende Effekte mit sich bringt und doch einen entspannten Vibe hat. Wir haben uns auch richtig wohl gefühlt, da orbit sich für die Tour ein Awareness-Konzept überlegt hat, damit die Konzerte ein Safe Space für alle sind. Auch die Location fanden wir richtig gut. Sie war nicht zu groß, es gab mehrere kleine Zuschauertribünen an den Seiten und eine große Zuschauertribüne mit mehreren Ebenen hinten im Saal. Dadurch konnte man auch etwas sehen, wenn man nicht ganz vorne stand.

    Am 13.12.25 hat orbit vor der Tour Pause noch in ihrer Heimat Bremen gespielt. Nach ihrer Pause es geht im Februar 2026 für orbit nochmal in einige Städte, bevor die „Small Town Friends on Europe Tour 2025“ endet.

    „Countless Feelings But So Few Words“ 
    Weitere Konzerttermine:

    2026

    05.02. London
    06.02. Warschau
    07.02. Prag
    08.02. Budapest
    12.02. Oslo
    13.02. Stockholm
    14.02. Kopenhagen
    25.02. Berlin
    26.02. Hannover
    27.02. Leipzig
    28.02. Frankfurt

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  • Wenn Swing auf Techno trifft, tanzt jeder los: So war Parov Stelar am 14.11. 2025 in Berlin

    Wenn Swing auf Techno trifft, tanzt jeder los: So war Parov Stelar am 14.11. 2025 in Berlin

    Nora und Junia, Schüler*innen der Evangelischen Schule Berlin Zentrum, berichten von einem Konzert und einer einmaligen Reise durch Jazz, Swing, House und elektronischer Musik

    Als wir am 14. November 2025 knapp um 20:00 in der Uber Eats Halle in Berlin ankommen, wissen wir nicht was uns erwartet. Die Konzerthalle ist bis zu den obersten Rängen voll.
    Wir haben Stehplätze, sind aber relativ weit hinten. Bevor Parov Stelar anfängt aufzulegen, startet El Siciliano, sein langjähriger Support DJ, mit einigen Techno Hits, um die Stimmung anzuheizen. Parov Stelar lässt auf sich warten und baut die Stimmung auf, indem er Schwarz-Weiß Clips und Fotos mit tiefer, mysteriöser Hintergrundmusik auf einer großen Leinwand abspielt. Die Clips erinnern an einen Film Noir. Es werden Babys mit strahlenden Augen gezeigt, ein Skelett, das Klavier spielt, viele Frauen mit Kopftüchern oder auch Maschinen, die menschenähnlich aussehen. Das Intro ist sehr dunkel. Umso überraschender ist der Übergang als Parov Stelar und seine Live Band schließlich anfangen zu spielen.

    Das neue Album sorgt für große Spannung

    Heute erscheint Parov Stelars neues Album: „Artifact“. Er beginnt sein Konzert auch mit einem der neuen Songs. Die Stimmung steigt sofort in die Höhe. Er spielt viele neue Songs, aber auch die meisten seiner bekannten, älteren. Ein paar Hits, die uns fehlen sind u.a. „The Sun“ und „Tango de Fuego“.

    Wir sind begeistert von der Live Band. Es gibt drei Bläser, Trompete, Saxophon und Posaune, ein Schlagzeuger, Synthesizer, ein Sänger und eine Sängerin, Gitarre, Bass und natürlich Parov Stelar, mit bürgerlichem Name Marcus Füreder, selbst, der alle Klänge und Sounds zusammen mischt.

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    Ein Rhythmus, der dich mitreißt

    Die Stimmung ist ein einziges Hoch. Es gibt keine Tiefen. Dafür sorgt Parov Stelar mit seiner musikalischen Abwechslung und ständigen experimentellen Stiländerungen von der Mischung aus Techno, Jazz, Swing und House.
    Er zaubert mit der perfekten Mischung aus Energie, Sound und Licht, die ideale Stimmung. Auf der riesigen Leinwand sieht man weiterhin von KI erzeugte Filme, aber auch abstrakte Formen und Farben – allerdings immer abgestimmt und passend zur Musik. Begleitet von der aufwändigen Lichtshow fühlen wir uns wie im Club. Nur eben mit Live Musik und hunderten Fans.

    Mal spielen sie ihre Songs, mal experimentieren sie Minuten lang mit verschiedenen Sounds und Melodien herum. Öfters wird mit den Schatten der Musiker gespielt, die durch Scheinwerfer, riesengroß an den Wänden erscheinen.

    Pure Energie

    Parov Stelar selbst bleibt im Hintergrund, während seine Band eine immense Show abliefert. Er steht auf einem kleinen Podest in der Mitte der Bühne und mixt von dort. Im Rampenlicht stehen die anderen Musiker und alle bekommen ein eigenes Solo.
    Ob abgefahrene Cypord Sounds oder klassische Swing Solos vom Saxophon, wir Zuhörer*innen werden mit einbezogen. In einem Moment klatschen wir den Beat für den Drummer, in einem anderen singen wir angeleitet vom Trompetenspieler mit lautem Jubeln das Intro zum nächsten Song.

    In einem besonderen Augenblick kommt der Trompeter mit einem Rotwein gefülltem Weinglas auf die Bühne. Nach dem er es in einem Zug ausgetrunken hat, setzt er es an seine Trompete und benutzt es als Resonator, um dem Klang der Trompete einen quatschigen Oldschool Sound zu geben – etwas, das wir noch nie vorher gehört oder gesehen haben.

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    Das Ende? Falsch gedacht

    Zum Ende hin bedankt sich Parov Stelar beim Publikum und erklärt kurz, wie besonders es für ihn ist, in Berlin aufzutreten. Er verkündet, dass man ab jetzt das gesamte neue Album “Artifact“ hören kann und dass wir noch einmal den Release mit den nächsten Songs feiern werden. Es folgt ein Techno Sound, begleitet von den Bläsern, bei dem wir alle in die Hocke gehen. Die Musik setzt aus, für einige Sekunden ist es komplett still. Der Beat geht wieder los. Wir springen alle gemeinsam auf und tanzen weiter.

    Die Farben der Leinwand pocht passend zum Beat. Die Stimmung ist erhitzt, niemand will schon aufhören zu tanzen.
    Nach einer Zugabe verlassen alle Musiker*innen die Bühne, aber das Publikum ist noch nicht zufrieden und lässt nicht locker. Die Band kommt zurück und die Sängerin ruft, dass eine Party an einem Freitagabend in Berlin nicht so früh Enden kann.

    Nachdem noch mehrere Songs gespielt werden, darunter ein Remix aus „Sweet Dreams“ und „SexyBack“, spielen sie noch die zwei bekanntesten Songs „All Night“ und „Catgroove“. Das ganze Publikum tanzt ausgelassen bis zur letzten Sekunde und so geht dann doch das Konzert und dieser wunderschöne Abend zu Ende.

    Der Abend, der uns zu Fans machte

    Uns hat dieses Konzert besonders gut gefallen. Wir waren mit wenig Erwartung angekommen und wurden positiv überrascht davon, dass alles Songs live und nicht vom Band gespielt wurden.
    Besonders beeindruckend fanden wir die Bühnenpräsenz der Band, das Experimentelle und die unerwarteten Stiländerungen. Wenn man nach einem Konzert direkt die Musik weiterhören will und Tickets für das nächste Mal kaufen möchte, ist das ein gutes Zeichen. Wir konnten die ganze Nacht nicht aufhören zu tanzen und wurden völlig von der energetischen Stimmung mitgerissen. Wir hatten das Gefühl bei einer Live Jam Session dabei zu sein, da jede Künstler*in das eigene Solo gelebt hat.

    Das Konzert ist schwer mit anderen Konzerten zu vergleichen, da auch Parov Stelars Musikstil so einzigartig ist. Die Art, wie er Jazz Rhythmen und Swing Klänge mit seinem eigenen Stil mixt, ist sehr besonders.

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  • Ein schwungvoller Jahresabschluss voller Energie und Gefühlen: So war REMOTE BONDAGE am 20.12.2025 in Berlin

    Ein schwungvoller Jahresabschluss voller Energie und Gefühlen: So war REMOTE BONDAGE am 20.12.2025 in Berlin

    Am 20.12.2025 spielt REMOTE BONDAGE im Lido Berlin und bringen zum Jahresende nochmal richtig Schwung in ihr Publikum.

    Die Musik der 2022 gegründeten Berliner Band spielt irgendwo zwischen Punk, Indie, Rock und Pop. REMOTE BONDAGE besteht aus drei Sängerinnen, einer Bassistin und einem Schlagzeuger, ab und zu spielen sie auch Gitarre. Sie thematisieren mit ihren kritischen, politischen Texten Feminismus, Sexismus, Gewalt, Sex und Queerness.

    An diesem Abend spielen sie nicht irgendein Konzert, sondern das Abschlusskonzert ihrer ersten Headline Tour! Gleichzeitig ist es ihr zweites Jahresabschlusskonzert, mit dem sie das Jahr gemeinsam mit ihren Fans beenden.

    Kreative Ansagen und großartige Supports

    Die Bühne ist leer, da kommen zwei der drei Sängerinnen von REMOTE BONDAGE auf die Bühne. Singend kündigen sie den ersten Support an: LISKA. Nur sie und ihr DJ sind auf der Bühne. Sie beginnen das Konzert mit einer ruhigen und gefühlvollen Stimmung im Saal, die das Publikum gut ankommen lässt. Auf meist langsamen Beats rappt LISKA sehr authentische Texte über sensible Themen wie zum Beispiel das Thema Essstörungen, für die sie Aufmerksamkeit schaffen möchte.

    Nach einer Umbaupause füllt sich der Saal des Lido Berlin. Wieder kommen die Sängerinnen auf die Bühne und kündigen auch den zweiten Support mit zweistimmigem Gesang an: die Band NIKRA. Die Queer-Punk-Band bringt viel Energie mit und eröffnet einen ersten Moshpit.

    Ein energievoller Start

    Da kommt sie endlich, die Band. Wie echte Queens kommen sie auf die Bühne geschwebt und begrüßen winkend ihr Publikum. Mit einem kurzen Inhaltsverzeichnis über den Verlauf des Abends teilen sie dem Publikum mit, was sie heute alles für Themen erwarten werden.

    Als erstes spielen sie ihren Song „Alle leben schneller“, der den Leistungsdruck der Gesellschaft thematisiert und mit seiner starken Bass Line sofort zum Mittanzen animiert.

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    Etwas Besonderes in jedem Song

    Die Setlist steckt voller Energie. Direkt zu Beginn spielen REMOTE BONDAGE Hits wie „Daddy“ und „Katze“, in denen sie über Themen wie die Sexualisierung von Frauen, sexuelle Übergriffe und das Patriarchat singen. Diese Inhalte und ihre klare Haltung dazu bringen sie durch ihre Texte laut und eindringlich auf die Bühne.

    Doch auch die ruhige, gefühlvolle Seite kommt nicht zu kurz. Sie zeigt sich zum Beispiel im Song „als wäre es egal“, in dem es um eine Welt geht, in der Queerness etwas ganz Normales ist. Lange bleibt es jedoch nicht ruhig: Mit Songs wie „VULVARINE“, „Ronny“ oder „Fast / Sex on the Beach“ thematisiert die Band Sex und Liebe ganz offen.

    In allen Liedern findet sich Kritik an diesen Themen oder ihrer Rolle in der Gesellschaft. Doch durch die Ironie in den Texten bleibt auch das Lachen nicht aus.

    Auch musikalisch bleibt es trotz der wenigen Instrumente immer interessant. Vor allem durch die unterschiedlichen Stimmen der drei Sängerinnen wirkt jeder Song spannend. Außerdem variieren sie den Gesang beispielsweise durch Mehrstimmigkeit und Background Vocals. Auch ein großartiges Bass Solo sorgt für Abwechslung in der Musik, womit sie absolut überzeugen.

    Besondere Momente gemeinsam erleben

    Man könnte meinen, als Zuhörer müsse man auf einem Konzert einfach nur zuhören – doch nicht bei REMOTE BONDAGE. Hier wird es nie langweilig. Bei Songs wie „Ronny“ singt das Publikum in drei verschiedenen Stimmen mit, die jeweils von einer der Sängerinnen angeleitet werden.

    Kurz vor einem Song über das Leben in einer WG bietet die Band eine Art WG-Suche an: Sie fragen ins Publikum, ob jemand gerade ein Zimmer frei hat oder selbst eines sucht, um Menschen miteinander zu verknüpfen.

    Zwischen den Songs stellen die Sängerinnen immer wieder die Frage ins Publikum: „Was wärt ihr gerne?“ Antworten wie fotzig oder lesbisch kommen zurück, woraufhin die Band den Refrain ihres Hits „So gerne hässlich“ angepasst anspielt: Statt „hässlich“ singen sie die vorgeschlagenen Wörter – etwa „Ich war noch nie so gerne lesbisch“.

    Zwischendurch wird auf der Bühne gequatscht, gelacht oder es werden Themen angesprochen, die der Band wichtig sind, vor allem politische. Dabei wenden sie sich immer wieder direkt an das Publikum.

    All das sorgt dafür, dass REMOTE BONDAGE sehr nahbar wirken. Es fühlt sich an, als würde nicht nur das Publikum die Band feiern, sondern auch die Band das Publikum. Alle sind unterstützend, authentisch und genießen gemeinsam den Moment – vor wie auf der Bühne.

    Kreativ über die Musik hinaus

    REMOTE BONDAGE sind unglaublich performativ, ob eine WG besichtigt wird oder sie zu ihrem Song „Ode an die Periode“ auf der Bühne scheinbares „Periodenblut“ trinken, wunderbar kreativ!

    Ihr Bühnenbild ist angenehm unaufwändig: Ein knallpinkes Banner mit ihrem Namen, welches super zu den knallpinken Outfits der Bandmitglieder passt.

    Auch vielseitige Choreos gehören zu ihrer Show. Ob zu dritt auf der Bühne kniend oder tanzend oder mitten durch das geteilte Publikum spazierend. Immer wild und bewegt.

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    Volle Bühne, toller Song

    Natürlich spielen REMOTE BONDAGE ihren frisch veröffentlichten gemeinsamen Song mit NIKRA nicht ohne sie. Für „Madonna vs. Britney“ kommt NIKRA noch einmal auf die Bühne und gemeinsam performen sie den Song so mitreißend, dass man die Beine kaum stillhalten kann.

    Das Beste kommt zum Schluss

    Nach ihrem letzten Song „Skorpion“ folgt eine Zugabe einer ganz anderen Klasse. Die Leute, die das Abschlusskonzert letzten Jahres bereits erlebt haben, wissen schon was gleich kommen wird.
    Es werden Liedzettel im ganzen Publikum verteilt. Sie sehen aus wie in einem Gottesdienst – mit Text und Noten. Dann singen alle gemeinsam „Fotzige Nacht“, eine umgedichtete Version von „Stille Nacht“, mit einem viel besseren Text, der durch und durch feministisch ist! Es ist wie in der Kirche – nur eben ganz anders. Es entsteht ein unglaublich schöner Moment der Verbindung schafft und noch lange in Erinnerung bleiben wird.

    Danach spielen sie endlich „So gerne hässlich“, aber diesmal ganz. Zuallerletzt erklingt „Ronny“, als ein letztes Mal das ganze Publikum mitsingt, sogar dreistimmig.

    Nach einer Danksagung an alle, die an der Tour mitgewirkt haben, ist dann auch mal die Band mit feiern dran: Mit dem gesamten Team tanzen sie auf der Bühne zum Techno-Remix ihres Songs „So gerne hässlich“. Damit ist das Konzert vorbei und alle gehen beschwingt, ausgelassen und glücklich nach Hause.

    Ein unvergessliches Erlebnis

    Das Konzert hat uns viel Spaß und Energie gebracht und uns auf vielen Ebenen sehr beeindruckt. Musikalisch waren es vor allem ihre Stimmen und der mehrstimmige Gesang, der ihre Musik so abwechslungsreich macht.

    Auch begeistert hat uns, dass sie ganz offen über so viele politische Themen und „Tabuthemen“ gesprochen und auch klar ihre Meinung dazu geäußert haben. Dabei wirkten sie auf uns immer nahbar und authentisch.

    Aber vor allem wurde das Konzerterlebnis so einzigartig durch die vielen und so unterschiedlichen, lustigen Aktionen und Ideen zwischendurch. Sie haben uns immer fühlen lassen, als wären wir mittendrin. Dabei haben wir uns von ganzem Herzen willkommen gefühlt, mit all unseren Emotionen, von Wut über Freude bis Geborgenheit.

    Alles in allem war es ein unvergessliches Erlebnis mit wunderbaren Menschen!

    REMOTE BONDAGE ist eine großartige Band, die ihr euch unbedingt anhören solltet. Ihr findet sie auf Instagram und Spotify und anderen Social Media Kanälen

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  • Ein Abend voll Selbstbewusstsein und Sinnlichkeit: so war Naomi Sharon am 24.11.2025 in Berlin

    Ein Abend voll Selbstbewusstsein und Sinnlichkeit: so war Naomi Sharon am 24.11.2025 in Berlin

    Mina und Miranda, Schüler*innen der Evangelische Schule Berlin Zentrum, berichten von ihrem Konzertabend mit Naomi Sharon.

    Intimität ab der ersten Sekunde, es ist klar: das wird ein Abend der nachklingt. Am 24.11.2025 tritt Naomi Sharon mit ihrer „The Only Love We Know“-Tour im Columbia Theater in Berlin auf. Sie füllt das gemütliche Theater mit ihrer meditativen Energie und schafft eine intime Atmosphäre.

    Die niederländisch-karibische Sängerin hatte ihren Durchbruch mit ihrem Debütalbum „Obsidian“ und hat mittlerweile fast 2 Millionen monatliche Hörer*innen. Zum Verwechseln ähnlich mit Sade hat auch Naomi Sharon eine unglaublich schöne, selige Stimme und arbeitet viel mit akustischen Gitarren-Sounds, welche sie mit modernen Elementen in die Gegenwart holt. Mit ihrer in diesem Jahr neu erschienenen EP ,,The Only Love We Know“ tourt sie durch Europa und Amerika und singt mit einer spirituellen Stimmung über Selbstliebe.

    Minimalismus mit maximaler Wirkung

    Gegen 20 Uhr ist das Columbia Theater gefüllt mit rund 800 Menschen, die an der Bar sitzen, sich unterhalten und gespannt auf Naomis Performance warten. Bevor sie auf die Bühne tritt, eröffnet Jessy Blakemore den Abend mit mehreren ihrer warmen und herzlichen Songs, die einen stimmungsvollen Einstieg bieten.

    Die Bühne ist leer bis auf ihre Begleitung am DJ-Pult, eine weiße Beleuchtung und Nebel. Aus den Boxen ist für das Publikum bereits der erste Song zu hören, alle jubeln. Naomi tritt in einem ihrer epischen, weißen Latex-Outfits aus dem Nebel hervor und schenkt dem Publikum ein verzauberndes Lächeln.

    Ohne ein Wort beginnt sie mit ihrem Song „Bittersweet“, der auch ihre neue EP eröffnet. So startet sie mit einer selbstbewussten Energie und ihren im Wind der Ventilatoren wehenden Haaren in den Abend. Nun folgen überwiegend ruhige Songs wie „Hills“, der von einer akustischen Gitarre begleitet eine sinnliche Stimmung schafft. Das Publikum wiegt im Wind hin und her und singt mit, wo es nur kann.

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    Mit „Myrrh“ trifft uns Naomi direkt ins Herz. Ihre samtige Stimme füllt den Raum mit einer beeindruckenden Klarheit. Mit Lichtern, die auf dem Publikum wie Wasser schimmern, fließen vermehrt Tränen. Der minimalistische Bühnenaufbau und die One-Woman-Band geben Naomis Stimme die verdiente Aufmerksamkeit.

    Zwischen Liebe und Unabhängigkeit

    Mit „Definition of Love“, die Lead Single aus ihrem Debutalbum, leitet sie schon fast einen kleinen Stimmungswechsel ein. Spätestens ab dem Refrain fangen alle an mitzuwippen. Ziemlich textsicher wird das Publikum in den Mantra-ähnlichen Zeilen: „Heavens in your eyes, let me follow“ mit denen Naomi ihren Wunsch nach Liebe manifestiert.

    Danach geht es direkt weiter mit „If This Is Love“. In dem Song entwickelt sich aus dem Wunsch nach Liebe eine Ablehnung ihr gegenüber. Auch jetzt animiert sie das Publikum, die Zeilen: „if this is love, then I don’t want it“ mitzusingen. Insgesamt hält sie sich viel an die Albumstruktur und sagt wenig bis gar nichts zu ihren Songs. Dies empfinden wir aber nicht als negativ, da die Songs sehr gut für sich stehen.

    Langsam werden die Songs immer tanzbarer. Bei „Push“ tanzt Naomi sogar selbst extravagant mit und unterstreicht ihre weiche Stimme mit modernen Afrobeats. „Holding in Place“ treibt das Tempo weiter an. Spätestens jetzt tanzen wirklich alle mit und singen: „nothing. I give that boy nothing.“

    Mit „Celestial“ leitet sie noch einmal eine ruhigere Stimmung ein, welche sie dann aber mit „Time and Trust“ wieder auflöst. „Time And Trust“ ist zurzeit ihr beliebtester Song und schafft es fast, den Sommer an diesem kalten Novemberabend ins Columbia Theater zurückzubringen.

    Eine spirituelle Stimmung

    Es gibt keinen Moment in dem das Publikum so richtig abgeht, da Naomi Sharon die meditative und emotionale Stimmung fast durch das gesamte Konzert hält. Stattdessen tauchen Songs wie „Calm Waters“, mit seinen Naturgeräuschen und einem entspannten Beat den Abend in eine spirituelle Atmosphäre. Zu „Soft Like Dawn“ holen alle im Publikum ihre Lichter heraus und mit Wassergeräuschen im Hintergrund werden wir zu einem schwimmenden Lichtermeer.

    In ihrer neuen EP spricht Naomi vermehrt Themen wie Selbstliebe und Weiblichkeit an. Sie ist die erste Frau mit einem Vertrag bei Drake’s Label „OVO Sound“ und setzt damit ein Zeichen in einer männlich dominierten Musikbranche.

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    Energie, die den Raum füllt

    Ihr letzter Song „Another Life“ fasst das Konzert perfekt zusammen. Es gibt einen schönen schwebenden Klangteppich, einen prägnanten Beat und natürlich wieder ein Mantra, das allen im Kopf bleibt: „Don’t let your love run out“. Auch diese Zeile wäre der perfekte Abschluss, wenn es nicht eine noch perfektere Zugabe gäbe.

    Ein Gospelchor singt: „That’s the way the story goes, that’s the only love we know“. Obwohl der Chor nicht anwesend ist, wird die gewünschte Stimmung durch die Energie des Publikums noch ein letztes mal hervorgehoben.

    Beseelt in die Nacht

    Die ruhigere Atmosphäre hat uns zu Anfang überrascht, da wir kraftvollere Beats und einen stärkeren Bass erwartet hatten. Doch von Naomi Sharons Performance waren wir schnell beeindruckt. So haben wir das Columbia Theater nach 60 Minuten beseelt verlassen.

    Unsere gemeinsamen Favoriten waren „Myrrh“ und „Time and Trust“. So gegensätzlich sie auch sein mögen, haben wir uns in „Myrrh“ mit seinem minimalistischen Aufbau und der dadurch herausstechenden starken Stimme sofort verliebt. „Time and Trust“ hat uns einfach den Sommer zurück ins graue Berlin geholt und uns unseren Alltag für einen Moment vergessen lassen.

    Nach einem Konzert ohne viel Interaktion beendet Naomi den Abend mit dem Appell:

    „That may be the only love you know but that doesn’t mean that that’s the love you deserve. It means that there’s more out there for you to have or receive.“

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  • Ein Abend voller Energie und Ehrlichkeit: So war Little Simz am 23.09.2025 in Berlin

    Florin und Mei, Schüler*innen der Evangelische Schule Berlin Zentrum, berichten von ihrem Konzertabend mit Little Simz.

    Am 23. September 2025 bringt Little Simz beim Tourauftakt im Berliner Velodrom die Wände zum Beben. Die Rapperin aus Nordlondon ist bekannt für ihren intelligenten, ehrlichen und oft politischen Rap – und genau das spürt man von der ersten Sekunde an. Rund 9.000 Fans haben sich versammelt, voller Vorfreude auf eine Künstlerin, die live so echt wirkt wie auf ihren Alben.

    Der Auftakt – Energie ab der ersten Sekunde

    Noch bevor sie die Bühne betritt, erscheinen auf den großen Leinwänden Bilder aus ihrer Kindheit – kleine Little Simz mit ihrer Familie. Als der Vorhang fällt, beginnt sie sofort mit voller Energie und dem Song „Thief“. Sie trägt ein Tuch um den Kopf, eine Sonnenbrille und tanzt zu jedem Schlag, den ihre vierköpfige Band spielt. Das Publikum ist sofort gefesselt.

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    Tourauftakt

    Passend zu ihrem neuen Album „Lotus“ steht Little Simz mit ihrer Vierköpfigen Band in einer riesigen, leuchtenden Lotusblüte. Ihre Band besteht aus einer Bassistin, einem Schlagzeuger, einem Gitarristen und einem Pianisten. Die Blüte erblüht im Laufe der Show in den verschiedensten Farben. Es ist ein starkes Bild – die Blume als Symbol für Wachstum, Kraft und Erneuerung.

    Eine von uns

    Zwischendurch verlässt sie die Bühne, geht mitten durch die Menge, umgeben von Security, und performt danach weiter, als wäre nichts gewesen. Diese Nähe zum Publikum wirkt nicht geplant, sondern echt – als wolle sie sagen: Ich bin eine von euch. Sie zeigt verschiedenste Emotionen. Ob Freude, Wut oder Unsicherheit ist egal, sie wirkt natürlich wie ich und du.

    Eine Reise durch die Musik

    Die Setlist ist abwechslungsreich gestaltet: Zu Beginn stehen vor allem Rap-Songs auf dem Programm, bevor sie mit Hits wie „I Love You, I Hate You“ und „Point and Kill“ das Publikum begeistert. Plötzlich übernimmt Little Simz selbst das DJ-Pult und ruft: „Berlin, gehen wir in den Club!“  Little Simz rappt und legt gleichzeitig auf – ein Moment, der zeigt, wie vielseitig sie als Musikerin ist. Ihre Performance bewegt sich zwischen lyrischem Rap, Afrobeats, energiegeladenen Tracks, Soul, orchestralen Sounds und Funk. Jeder Song hat seine eigene Stimmung, und doch fügt sich alles zu einem großen Ganzen zusammen.

    Die Kraft der Ehrlichkeit

    Auf einmal folgt ein starker Wechsel zu ihren emotionaleren Songs. Sie erklärt, dass es ihr manchmal unangenehm ist, so persönliche Stücke zu teilen und singt über Schreibblockaden, Liebe, Freundschaft und Krieg und betont, wie wichtig es ist, sich selbst zu lieben. Sie spricht offen über Zweifel und Dankbarkeit und bedankt sich ehrlich bei jedem Menschen, der sie unterstützt. Im Publikum tanzen viele, andere wischen sich zwischendurch Tränen aus den Augen – es ist ein ständiges Auf und Ab der Emotionen.

    Zum Abschluss performt sie mit „Gorilla“ ihren größten und bekanntesten Hit auf die Bühne, der das Konzert eindrucksvoll abrundet.

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    Musik die ins Herz geht

    Das Konzert hat uns sehr beeindruckt, aber nicht überrascht. Es ist klar zu erkennen, dass sich Little Simz viel von Künstlerinnen wie Missy Elliott und Lauryn Hill inspirieren lassen hat.

    Sie hat das Publikum vom ersten Moment an in ihren Bann gezogen. Ihre Texte bestehen aus einer kraftvollen Mischung aus Emotionen und politischen Aussagen. In jedem Song gibt es mindestens eine Stelle, an der Little Simz das Publikum zum Mitsingen animiert und alle Zuschauer*innen machen mit. Sehr berührend, eine so erfolgreiche Rapperin auf der Bühne zu sehen, die so offen und eindringlich über Politik, familiäre Hintergründe, Freundschaft und Liebe rappt. Diese Ehrlichkeit und Tiefe hinterlässt ein seltenes Gefühl von Intimität.

    Am Ende bleibt ein starkes Gefühl: Little Simz hat nicht nur eine Show gespielt, sondern eine Verbindung geschaffen.

    Wir hatten einen intensiven Abend – voller Power, Ehrlichkeit und Musik, die direkt ins Herz ging. Besonders beeindruckt hat uns die Band, die Texte und das Bühnenbild, das perfekt zu ihrer Botschaft passte. Zwei Stunden sind lang, unsere Körper tut weh und textsicher waren wir auch nicht – aber jede Minute hat sich gelohnt. Es war ein Konzert, das noch lange nachklingt.

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  • Es kann sein dass alles endet: So waren die Leftovers am 23.10 in Hamburg

    Es kann sein dass alles endet: So waren die Leftovers am 23.10 in Hamburg

    Sie sind eine dieser Bands, die scheinbar unermüdlich neue Musik releasen und durch die DACH-Region touren: Drei Alben in drei Jahren mit ebenso vielen Touren und intensiven Festival-Sommern, die sie unter anderem zu Rock am Ring und Rock im Park brachten. Die Leftovers aus Wien bringen seit ihrem Debüt-Album „Krach“ im Jahr 2022 den Spirit des 90s Grunge und Alternative Rock auf deutschsprachige Bühnen. Am 23. Oktober waren sie im Zuge ihrer „Alles Endet“-Tour im hamburger Molotow.

    Grunge-Glam im Molotow

    Es ist Ende Oktober und einer der ersten richtig kalten Abende auf der Hamburger Reeperbahn, aber das hält die Besucher des Molotows nicht davon ab in vollem Emo-Grunge-Glam aufzutauchen. Viele Menschen in diesem jungen Publikum sehen aus als wären sie direkt aus den frühen 2000ern ins Molotow transportiert worden. Die Show ist ausverkauft, die Schlange lang und schon beim Einlass lässt sich von Seiten der Crew vernehmen, dass die Show verspätet starten wird. Klassisch Rock-Band eben. 

    Doch vor den Leftovers öffnet zunächst deren Support-Act Julia Effekt, ebenfalls aus Wien, den Abend. Mit ihrem in diesem Jahr erschienen Album “Nachtparkett” präsentiert die fünfköpfige Band irgendwas zwischen Goth, Post-Punk und 90s Grunge und passt damit perfekt ins Beuteschema der Leftovers-Fans, die direkt eine Zugabe fordern. 


    Wut und Frustration kanalisiert in Musik und Energie

    Nach kurzer Umbaupause, in der das Publikum lautstark “Iris” von den Goo Goo Dolls zum besten gibt, erklingt dann “Für mich soll’s rote Rosen regnen” von Hildegard Knef, quasi der Einlauf-Song der Leftovers. Die vier Bandmitglieder betreten die Bühne und stehen ihrem Publikum ästhetisch in nichts nach. Sowohl Band, als auch Fans gehen direkt von 0 auf 100. Schon mit dem ersten Song, “System” öffnet sich der Moshpit und das Molotow beginnt zu beben. Diese Energie zwischen den Menschen auf der Bühne und denen davor wird sich auch in den nächsten 1,5 Stunden nicht legen.

    “Wer von euch hat Die Verwandlung von Kafka gelesen?”, schreit Sänger Leonid als der erste Song verklingt und kündigt damit den zweiten Song, “Käfer”, an, der von eben jener Verwandlung von Kafka inspiriert ist. Schließlich sind die Leftovers auch eine intellektuelle Band!

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    Neben einer bunten Mischung ihrer drei Alben, spielen die Leftovers an diesem Abend auch ein paar unveröffentlichte Songs. “Wir machen jetzt wieder richtigen Grunge”, erklärt Leonid vorab. Als hätten sie jemals wirklich damit aufgehört. Auch das Grauzone-Cover “Marmelade und Himbeereis”, das seit jeher Bestandteil des Live-Sets ist und die Fans zum mitgröhlen animiert, darf natürlich nicht fehlen.

    Die Leftovers schaffen es die Wut und Frustration, die aus ihrer Musik sprudeln live in positive Energie umzuwandeln und ihrem Publikum einen Abend Eskapismus vor der Welt zu bieten. Denn es kann sein, dass alles endet aber die Leftovers werden weiterhin Musik machen. 

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