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SWEED liefert mit „Stuck“ eine Frühlingshymne trotz Identitätskrise

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Ihr kennt bestimmt auch Songs, die euch nach dem ersten Mal hören DIREKT catchen. Ihr seid vollkommen verliebt in alles, Sound, Text und Artist, und schickt es direkt an 10 Freund*innen mit der Bitte um sofortiges Feedback. Mir begegnen solche Songs relativ oft, was auch ganz banal ein Grund dafür gewesen ist, dieses süße und stetig wachsende Musikmagazin zu gründen – die Songempfehlungen gehen nun direkt an alle von euch anstatt nur an meinen Freundeskreis, der mich zu 70% eh ignoriert (<3). Deshalb hier nun die absolute Songempfehlungen für alle, die den Frühling mit wirklich gutem Indie-Pop einleiten wollen: SWEED und Stuck.

 
Will you be my sweedheart?

Stuck fängt an wie jeder gute Indie-Pop Song anfangen muss: mit Gitarrenchords. Schnell, easy und catchy. Mehr braucht es nicht, um die kalten Sonnenstrahlen des März‘ direkt 10° wärmer wirken zu lassen. Dann kommt SWEEDs Stimme und ist auf eine Art so unverkennbar, dass es für mich eigentlich kaum Zweifel gibt, dass das hier der Start von einem kleinen Durchbruch für den Stuttgarter Newcomer sein könnte:


“Just give me a mirror
To show me what a fool I am.
Please put on me a sticker
Saying that I can’t.”


Durchbruch oder quarterlife crisis – liegt relativ nah beieinander these days. Mit 23 ist SWEED genau in dem Alter, in dem die anfänglichen, naiven Vorstellungen des Älterwerdens auf diese immer näherkommende Realität treffen und man checkt: alles verändert sich. Das Studium ist beendet, abgebrochen oder dauert viel zu lang, man ist die ganze Zeit arbeiten, um irgendwie die Wohnung in der Stadt zu halten, in die man voller Motivation die Welt zu verändern, gezogen ist und so richtig will’s einfach nicht funken. Ich persönlich fand es immer sehr, sehr schwer, meinen Weg aus diesem doch auch privilegierten Uni/Work-Hustle in eine „Karriere“ zu finden. Manche Leute nennen das „erwachsen werden“, ich nenn es an Erwartungen scheitern. Und dann noch all diese Fragen: Was will man überhaupt machen? Wer will man eigentlich sein? Identitätskrise trifft finanzielle Not trifft eine rasende Welt mitten in der Pandemie, Krieg und anderen sozialen Brennpunkten. Fun times.

 
Stuttgarter Indie-Szene an die Macht! (Oder so ähnlich)


“I’m stuck in the same circle
For years now
And nothing has changed”


Ironischerweise können sich wahrscheinlich nicht nur Leute mit dem Songs identifizieren, die auch den oben beschriebenen Teil sehr gefühlt haben. Eigentlich können wir es alle, so frustrierend versuchen wir unser Leben in der zweijährigen Pandemie zusammenzuhalten. Mir zumindestens hilft Stuck auch gerade, diesem Gefühl ein kleines Ventil zu geben. Ich sing einfach wie SWEED den Refrain voller Inbrunst mit und es geht mir besser. Das E-Gitarren Solo gibt mir am Ende dann den Rest:

Wer jetzt zu Recht völlig begeistert ist und SWEED noch nicht auf dem Schirm hatte, der*dem sei natürlich direkt ausgeholfen: Dascha hatte ihn hier nicht nur ein Mal, sondern gleich zwei Mal im Interview. Im Umfeld von Luke Noa, Zimmer90 und Flawless Issues wird sowieso schon länger gemunkelt, dass eventuell alle gleichzeitig die Indie-Szene 2022/23 an sich reißen werden. Und spätestens jetzt merkt man: auch SWEED will was verändern und ausbrechen. Ich spreche im Namen der ganzen Redaktion, wenn ich sage: ja Niklas, mach das bitte, das wird gut!

 

 

Fotocredit: Julian Weigand

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