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Ottolien im Interview: »Wir bauen gerne Easter Eggs ein, die die Songs für uns noch persönlicher machen«

Die Brüder Leo und Jonas machen seit ihrer Kindheit gemeinsam Musik und seit Ende 2018 auch ganz offiziell als Duo Ottolien – das ist übrigens der Nachname. Ehrliche Texte mit fast poetischen Anmutungen sind das Fachgebiet der beiden. Besonders interessant wird es durch den Mix aus Leos weicher Singer/Songwriter-Stimme und Jonas’ Rap-Parts — eine Energie, die man sonst eher selten findet.

Ich habe Leonard und Jonas Ottolien zum Interview getroffen. Nach einem wunderschön anstrengendem Festivalwochenende auf dem KiezKultur in Hannover sitzen wir am Sonntagnachmittag noch etwas verkatert und körperlich mitgenommen bei einer Fritz Kola im Biergarten Gretchen. Wir reden über die musikalische Kindheit der beiden Brüder, die Entstehung ihrer Songs, Fetzenfische und was diese Tiere mit den Ottolien zu tun haben.

Ottolien im Interview

Anna: Hallo ihr beiden! Schön, dass ihr euch heute die Zeit für das Interview nehmt. Ich hoffe ihr seid nicht mehr zu mitgenommen vom Festivalwochenende. Ich bin auf jeden Fall noch recht überwältigt von den ganzen Eindrücken. Aber es soll ja jetzt um euch und eure Musik gehen. Wir kennen uns zwar schon, aber mögt ihr euch noch einmal vorstellen?

Leo: Ja, klar, voll gerne! Wir sind die Ottolien – das ist unser Nachname. Wir sind Brüder. Ich bin Leo.

Jonas: Ich bin Jonas.

Leo: Unsere Musik ist eine Mischung aus Indie, Pop und Rap, wo wir beide quasi als Lead, Jonas als Rapper und Sänger und ich als Sänger fungieren. Also, beide stehen vorne und singen in Parts. Wir kommen aus Hannover und haben gerade unsere zweite EP released.

Das Buch zur Band: “Wir tun uns so gut (weh)” – demnächst in der untold Buchhandlung eures Vertrauens

Anna: Wenn eure Musik ein Buch wäre, welchen Titel hätte das Buch?

Leo: Oha, das ist ja direkt eine schwierige Frage am Anfang … (überlegt sehr lange) Vielleicht so in die Richtung “Wir tun uns so gut (weh)”.

Jonas: Ja, irgendwie so dieses Brüder-Ding auf jeden Fall.

Leo: Ok, gehen wir erstmal vom Cover des Buches aus. Da haben wir eine genauere Vorstellung, weil wir in einem Video letztens eine Einstellung gefunden, wo wir dachten, dass es voll das gute Cover ist. Da stehen wir uns gegenüber, aber eine Säule ist zwischen uns und wir nehmen uns in den Arm. Die Säule ist quasi zwischen unseren Gesichtern. Wir sehen uns nicht, haben uns aber trotzdem im Arm. Beim Titel würde ich jetzt erstmal bei “Wir tun uns so gut (weh)” bleiben. Es ist jetzt natürlich nicht die Musik selber, sondern eher auf uns als Brüder bezogen.

Jonas: Ich finde das passt schon sehr gut dazu, wie wir uns als Band fühlen. Aber jetzt nicht so direkt auf die Musik bezogen.

Anna: Ihr könnt ja auch zwei Bücher rausbringen.

Leo: Auch eine Idee, aber ich habe als erstes gedacht, dass es ein Buch ist, dass von hinten und vorne gelesen werden kann. So ein Wendebuch quasi und dann auf den Aspekt eingehen, dass es zwei Seiten hat. Man neigt dazu es so plump auszudrücken. (damit wirkt er noch sichtlich unzufrieden und überlegt lange weiter) Jon, von dir kommt ja gar nichts!

Jonas: Ja, ich habe irgendwie auch nicht so die Idee. Das ist schonmal ein top Ansatz, aber der Titel fehlt mir auch.

Anna: Wenn euch im Laufe des Gesprächs noch ein anderer Titel einfällt, werft ihn einfach rein. Gehen wir jetzt erst einmal ein bisschen zurück in der Zeit, und zwar in eure Kindheit. Habt ihr auch schon als Kinder zusammen Musik gemacht? Liegt es bei euch in der Familie?

Jonas: Wir haben tatsächlich schon als Kinder zusammen Musik gemacht. Wir haben ganz früh angefangen. Ich glaube, Leo war sieben und ich war fünf. Da haben wir angefangen mit Gitarre spielen. Wir hatten einen sehr coolen Gitarrenlehrer. Das war damals ein 19-jähriger Metal-Typ mit langen Haaren und Metallica Shirt, der uns nicht irgendwie die Noten vor die Augen gelegt hat und gesagt hat, dass wir die auswendig lernen sollen. Wir haben irgendwie direkt angefangen Songs zu schreiben und mit dem Würfel Akkord-Reihenfolgen zu würfeln. Dann hatten wir super schnell unseren ersten Song geschrieben. Wir haben dann auch zusammen für Familie und Freunde was vorgespielt. Also irgendwie schon voll früh so kleine Mini Gigs gehabt.

Leo: Und dann aber auch vor richtigen Publikum sehr schnell. Wir waren schon so als Singer Songwriter Duo unterwegs und haben da auch so Songwriting- und Kompositions-Wettbewerbe mitgemacht. Das war das “Treffen junge Musikszene”. Und das war so die große weite Welt für uns mit zwölf und zehn Jahren. Genau und da waren wir. Aber in der Familie liegt es nicht. Also unsere Eltern machen keine Musik.

“Ein Fetzenfisch ist eigentlich nur ein hässliches Seepferdchen” – und was das Tier mit den Ottolien zu tun hat

Anna: Hattet ihr damals auch schon einen Namen für euer Duo? Hießt ihr auch schon die Ottolien?

Jonas: Ne, wir hießen “Phyllopteryx” – der lateinische Begriff für Fetzenfisch, weil wir gefetzt haben. Also fetzige Musik gemacht haben.

Leo: Ein Fetzenfisch ist aber eigentlich nur ein hässliches Seepferdchen. Es sind quasi Seepferdchen. Die tarnen sich indem sie sich nicht bewegen. Also die sind quasi urzeitliche Seepferdchen und sehen aus wie im Meer treibende Algen. Damit haben wir uns dann irgendwie ein bisschen identifiziert. Wir haben halt irgendwie so Singer Songwriter Punk gemacht – also sind schon gut abgegangen, waren aber halt irgendwie noch diese kleinen Pimfe. Wir waren quasi die letzten Fische, die jemand für kleine Mini Algen hält. (lacht)

Jonas: Es konnte einfach niemand aussprechen und es hat auch niemand verstanden, aber wir fanden es damals cool.

Anna: Und deswegen heißt ihr jetzt Ottolien.

Leo: Ja, genau. Immer noch sperrig, aber weit aus mehr catchy.


Kurzer redaktioneller Kommentar an dieser Stelle: Meine investigative Ader war getriggert nach der Band “Phyllopteryx” zu googlen. Natürlich wurde ich direkt fündig und konnte alte Schätze ausgraben. Denn die beiden haben es sogar in den Spiegel geschafft unter dem Titel “Jonas und Leonard – die Punkrocker”. Den Artikel verlinke ich euch mal ganz unverbindlich hier. Schaut einfach mal selbst, wie Leo und Jonas so mit 11 und 13 aussahen. Mein Favorit ist allerdings der Name ihres damaligen Songs: “Kanzler von Deutschland”. Catchy, Jungs, catchy. Und Leo, wenn du immer noch Musikjournalist werden möchtest – unsere Türen stehen dir jederzeit offen. Ach und Fetzenfische finde ich eigentlich auch ganz süß. Ich übergebe wieder an Interview-Anna.


Anna: Kommen wir jetzt mal wieder in die Gegenwart zu eurer EP “Gezeitenland”. Wie muss ich mir den Prozess vom Songschreiben bei euch vorstellen: Wie läuft das ab? Einer schreibt die Texte und der andere sagt “ist gut, lass mal aufnehmen”?

Leo: Zum Glück nicht mehr. Also das war manchmal so, oder? Obwohl …

Jonas: Das ist eigentlich immer ein bisschen durchmischt. Also mal ist so der erste Grundstein gelegt, wenn Leonard mal ein paar Textschnipsel hat oder wenn ich einen Beat habe oder wenn ich mal ein paar Texte oder Leonard Akkorde auf der Gitarre. Es geht quasi immer von einer Seite irgendwie los.

Leo: Also früher haben wir gedacht, jetzt müssen wir immer genau alles auf uns beide aufteilen in den Songs, dass ich da einen Part haben muss und dann muss Jonas noch mal was rappen. Aber so ist das nicht mehr. Wir haben uns davon auch komplett gelöst. Für uns steht jetzt der Song im Vordergrund und nicht die Aufteilung der Parts. Es ist zwar schon meistens so, dass ich ein bisschen mehr Texte schreibe. Aber das kommt auch einfach, was Jonas produziert und ich sehr old school mit Stift und Block texte. Das heißt aber auch nicht, dass Jon gar nicht textet.

Zwischen verschachtelten Texten und klaren Botschaften

Anna: Sind euch eure Texte nicht manchmal zu persönlich?

Leo: Woah (überlegt) … bisher noch nicht. Also, ich weiß nicht, wie das so nach außen wirkt, aber ich habe zumindest für mich immer noch so eine Verschachtelung drin. Da versteht man, glaube ich, das Grundgefühl, ohne dass es zu persönlich wird. Aber ich glaube so persönlich, dass es andere Menschen betrifft und irgendwie eine Grenze überschreiten könnte, wird es nicht. Also die Songs sind schon nah dran. Aber wir kriegen es, glaube ich, immer noch hin, dass man es nicht checkt. Ja, oder? Ich weiß nicht, wie es bei dir ist, Jon.

Jonas: Also ich finde zum Beispiel “Autoscooter” ist jetzt gar nicht so verschachtelt. Das ist relativ obvious der Song für meinen besten Kumpel. Ich bin eigentlich voll der Fan von richtig persönlichem Kram. Ich finde es irgendwie cool, das in einem Song dann noch weiter kommunizieren zu können, was ich meinem besten Freund jetzt vielleicht nicht so direkt ins Gesicht gesagt hätte.

Leo: Ich habe auch das Gefühl, dass wir in manchen Songs, die vielleicht gar nicht so persönlich wirken, immer so Easter Eggs für uns selbst einbauen im Text. Die wirken dann vielleicht nach draußen gar nicht so, sind aber für uns voll nah dran, aber im Gesamtkontext werden sie gar nicht so klar beim Zuhören. Also wir haben glaube ich, da ganz viele Sachen, die nur wir wissen können und die wir auch dann nicht groß revealen, die im Gesamtkontext dann vielleicht ganz anders wirken. Aber dadurch wird es halt nicht für mich, nicht irgendwie zu persönlich. Finde es trotzdem schön, dass die Songs so persönlich rüberkommen.

Anna: Jonas, du hast ja gerade schon “Autoscooter” angesprochen. Wie kam es dazu, dass ihr diese Aufnahmen von euch als Kind oder Jugendliche mit drin hat? Und war das einfach zuverlässig oder wie habt ihr die wiedergefunden?

Jonas: Ja, da geht erstmal ein ganz großes Shoutout an Nicole, die mit uns früher in einer Dorf Clique war und ist. Sie ist auf jeden Fall eine lebende Festplatte, was das angeht. Ich habe ihr nur mal den Song geschickt und gefragt, ob sie zu Fabo, meinem besten Freund, noch ein paar O-Töne hat, die ich reinmixen kann. Und keine zwei Stunden später hatte ich eine Dropbox mit tausenden Videos vom alten Sony Ericsson bis zum Samsung Galaxy S2. Und da war dann unter anderem ein Video dabei, wo wir eben im Riesenrad sitzen und genau da in die Ferne gucken und diese Industrie sehen. Wir philosophieren darüber, was das denn sein könnte. Genau. Da hat sich dann irgendwie so angeboten. Es passte einfach zu dieser Kirmes Thematik vom Song.

Eine Ode an den besten Freund und die Naivität der Kindheit

Leo: Als Jonas das dann ausgewählt hatte, hab ich da auch direkt was reininterpretiert. Ich glaube als neutrale Hörer*innen funktioniert das auch super gut. Das hat so was apokalyptisches am Ende. Ich stell mir immer so vor, dass so drei Kinder im Riesenrad sitzen und gucken, was übrig geblieben ist von der Welt. Das passt perfekt an das Ende. Und irgendwie finde ich, dass dann der Song ganz anders wirkt und gar nicht mehr so eine persönliche Mini Geschichte zwischen euch beiden ist. Das ist halt meine Sicht auf den Song, der ja fast komplett nur von Jonas kommt.

Anna: Auf einen Song wollte ich noch eingehen: “Franka und Laurin“. Basiert das auf echten Personen? Also wer sind Franka und Laurin? Wenn ihr das teilen möchtet.

Leo: Das lassen wir offen. Also es basiert auf wahren Personen. Dazu finden wir aber auch die Namen ziemlich nice.

Wo ist das Ottolien Song-ABC hin?

Anna: Ich hab’s mir schon fast gedacht. Aber der Song funktioniert durch die beiden auf jeden Fall sehr gut. Wovon ich aber längere Zeit schon nichts mehr gehört habe, ist euer Song-ABC. Gibt es das noch? Was ist daraus geworden?

Leo: Das fragen wir uns auch immer wieder. Ich schätze mal, dass es eher was Saisonales ist, dass wir immer mal wieder auspacken. Wir haben es immer so ein bisschen gestückelt. Also immer, wenn wir eigene Songs rausbringen, pausiert das ABC. Wir sind auch noch gar nicht so weit im Alphabet vorangeschritten. Wir müssten bei F sein. Die Resonanzen waren immer richtig cool. Auch die Leute, deren Songs wir gecovert haben, aber auch immer irgendwie reagiert. Das war total nett. Das war echt cool, auch so Reaktionen von den Madsen hatten und von L-Goony. Also so ganz Verschiedene. Ich finde das Format immer noch cool und ich schätze mal, dass wir es jetzt im Winter wieder aufleben lassen.

Anna: Da bin ich ja mal gespannt! Ich habe noch zwei Entweder-Oder-Fragen für euch. Die erste lautet: Eure Songs lieber komplett durchproduziert oder lieber Akustik spielen?

Jonas: Komplett durchproduziert!

Leo: (zögert erst) Bei mir auch mittlerweile.

Jonas: Es macht dann mehr Spaß auf der Bühne, wenn man richtig tanzen und abgehen kann. Das fehlt mir bei dem Akustik Ding. Das ist eher ruhig und beseelt und schunkelnd. Aber ich finde es springend cool.

Anna: Ok, das kann ich verstehen. Frage Nr. 2: Großstadt oder Dorf?

Leo: Großstadt mit Option auf Dorf bei schlechter Laune. Zählt das?

Anna: Naja, eigentlich nicht …

Leo: Ok, Großstadt!

Jonas: Dorf bei mir – ganz klar.

Anna: Ich habe es mir ein bisschen gedacht.

Leo: Das ist so unser Running Ding. Jonas kann sich nicht so richtig vorstellen zum Beispiel irgendwann mal nach Berlin zu gehen oder so. Mal gucken. Aber es ist ja genau die Mischung, die wir in uns tragen. Also ich finde es auch ganz cool, dass du so commited bist. Es hat ja auch Gründe. Du bist viel verwurzelter zu Hause noch.

Jonas: Meine Kumpels und ich haben quasi eine Art mündlichen Pakt geschlossen, dass wir alle spätestens zum Lebensherbst oder zum Lebensabend wieder im Heimatdorf einkehren. Und ob das jetzt wirklich passiert, mal gucken. Aber ich habe halt einfach noch einen sehr aktiven, großes Freundeskreis aus Schulzeiten und das finde ich ganz schön. Dann bin ich auch gerne da.

Leo: Das ist bei mir nicht mehr so krass verwurzelt. Das ist bei mir viel mehr auseinander gesplittet, also auch geografisch. Aber ich habe einfach hier in Hannover meinen festen Kreis. Sowohl freundschaftlich als auch musikalisch ist es hier mein Hauptort mittlerweile.

Die Ottolien und ihr klimapolitischer Song

Anna: Ich habe auf eurem Spotify Account noch das Album “no music on a dead planet” gefunden, was ja so Kollaboration mit mehreren Artists war. Wie kam es dazu und warum? Warum war es euch wichtig, da was beizusteuern?

Leo: Dazu kam es einfach durch die Organisation Culture Declares. Daraus ist dann ein kompletter Hannover Sampler entstanden. Und dadurch, dass wir noch nie auf so einem Sampler dabei waren und wir das schon cool fanden, haben wir uns direkt gemeldet. Wir wollen auch für eine klimagerechte Zukunft stehen als Band und zeigen, dass wir uns auch für Klimapolitik interessieren. Da wollen wir einfach auch zu stehen. Und die zweite Sache war, dass wir eine Challenge hatten, da recht schnell dann einen Song dazu zu schreiben. Das war irgendwie cool, weil wir das erste Mal auch so ein bisschen den Inhalt vor die Produktionsraffinesse gestellt haben.

Anna: Und das Ergebnis kann sich auf jeden Fall zeigen lassen! Ich habe jetzt nur noch eine letzte Frage und das ist die Frage nach eurer untold story?

Leo: Eine noch nicht erzählte Geschichte.

Anna: Genau!

Leo: Also wir könnten die erste Cover Geschichte erzählen von unserem Gespräch oder oder vom Videodreh in der Rutsche.

Jonas: Ohja, das ist ne coole Story, lass uns die nehmen!

Leo: Ok, warte, ich leite die Geschichte ein und du erzählst sie: Wir haben ja gerade unsere zweite EP “Gezeitenland” rausgebracht und wir haben zum namensgebenden Song ein Video im namensgebenden Hallenbad Gezeitenland auf der Nordseeinsel Borkum gedreht. Und dabei ist folgende untold story passiert. Jonas, bitteschön.

Jonas: Wir haben uns in die ausgeschaltete Wasserrutsche begeben. Wir sind also rein geklettert mit dem schönen Filmteam von Stabil und Grazil aus Hannover. Also die mit ihrer riesigen Kamera da rein. Niklas mit so einer Leuchtröhre und dann Leonard und ich. Das ist glaub ich etwas schwierig, sich vorzustellen. Das ist eine Tube Rutsche und wir haben uns so entgegeneinander da reingesetzt.

Anna: Aber die Rutsche war ausgestellt oder ist da was passiert?

Jonas: (muss schmunzeln) Nee, ich bin nur einmal ausgerutscht auf das Steißbein, das tat weh. Aber das ist nicht die Geschichte. Also, wir sitzen gerade in dieser Rutsche und haben einen Performance Part gedreht. Das heißt Niklas hat auch noch die Soundbox laufen mit dem Song. Wir singen dann so schmissig in die Kamera und auf einmal hören wir nur so ein Zischen und so ein Rumoren. Dann hört man so ein konstantes, leichtes “Schhhhh”. Es waren nur noch so drei Sekunden Stille, in der wir uns nicht bewegt haben. Und ich habe dann einfach aus Reflex heraus gerufen “Wasser kommt”. Dann sind wir alle mit dem Equipment aus der Rutsche raus und in das Auffangbecken. Ich war der Letzte, weil ich auch als Erster drin war. Hab mich auf dem Weg natürlich auch noch abgepackt. Und keine Sekunde, nachdem ich draußen war, kam das Wasser da rausgeschossen. Wir waren insgesamt aber zwei Tage zum Drehen da. Am nächsten Tag haben wir den Besitzer dann gefragt, ob die Rutsche irgendwie immer durchgespült wird oder so. Und er nur so: “Achja, stimmt, aber ich weiß gar nicht, wann genau und in welchen Intervallen.” Dann haben wir am nächsten Tag also nochmal unser Glück versucht. Wir wollten unbedingt das schöne Licht mit der Sonne auf der Röhre einfangen. Wir haben das dann so gemacht, dass Bardi, unser Fotograf, dann die Aufgabe hatte oben zu schauen, wann das Wasser angeht. Vorher hatten wir noch extra zwei so Kinder Walky Talkies besorgt, damit er uns Bescheid geben kann, wenn die Düsen anspringen.

Leo: Natürlich hat er sich auch einmal den Gag gemacht, einfach “Wasser kommt” zu rufen, obwohl nichts kam. Und ja: Das ist unsere untold story!

Anna: Genial, vielen Dank euch für’s Teilen der Geschichte und für’s Interview. Macht’s gut und bis bald!

So, ich hab mir jetzt auch den Mund fusselig geredet. Mir bleibt nur noch zu sagen: Streamt “Gezeitenland” von den Ottolien:

Fotocredit: Christian Bardenhorst

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